Autor Thema: Gemeinsam streiken in Frankfurt  (Gelesen 1083 mal)

Kuddel

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Gemeinsam streiken in Frankfurt
« am: 14:56:21 Sa. 16.Mai 2015 »
Zitat
Streiks in Frankfurt/Rhein-Main
Streikende auf der Straße

Die Gewerkschaften sind zufrieden: Beschäftigte im Post-Zustelldienst, im Einzelhandel und in Kitas unterstützen einander. Für Eltern gibt es eine gute Nachricht: Viele Kitas, die in dieser Woche gestreikt haben, könnten nächste Woche wieder öffnen.


Die verschiedenen Streikbewegungen halten Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet in Atem. Am Samstag, 16. Mai, sind die Mitarbeiter der DHL-Zustellbasis in Fechenheim an der Ferdinand-Porsche-Straße zum Ausstand aufgerufen. Der Streik beginnt um 5 Uhr mit Beginn der Frühschicht, wie es bei der Dienstleistungsgewerkschaft verdi hieß.

Bei der Zulieferung von Paketen dürfte es also heute Probleme geben. Und zwar nicht nur in Frankfurt, sondern im Rhein-Main-Gebiet. Denn der Streikaufruf gilt auch für Paketboten in Offenbach, Rodgau, Hanau, Oberursel, Florstadt, Aschaffenburg, Limburg, Bad Camberg, Niedernhausen und anderen Orten. Bei der Zustellung von Briefen soll am heutigen Samstag unter anderem in Gießen, Bad Camberg, Idstein, Bad Schwalbach, Limburg und Diez gestreikt werden. Die Post-Beschäftigten kämpfen für eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden in der Woche und eine Lohnerhöhung um 5,5 Prozent. Es geht ihnen auch darum, die Ausgliederung von immer mehr Dienstleistungen an private Firmen zu verhindern. Am Donnerstag hatten sie bereits im großen Postzentrum des Rhein-Main-Flughafens Briefe und Pakete ruhen lassen.

2500 Erzieherinnen im Ausstand

Im Einzelhandel führt der Streik dazu, dass am Freitagmorgen Beschäftigte von Karstadt, Zara und H&M die Arbeit niederlegen. Etwa 200 von ihnen ziehen von der Zeil zu den besonderen Karstadt-Tarifverhandlungen, die in einem Hotel an der Lange Straße begonnen haben. Es gibt Zwischenstopps bei den Zara-Läden und bei Karstadt. Die Gewerkschaft fordert seit langem ein tragfähiges Zukunftskonzept für den angeschlagenen Kaufhaus-Konzern. In der Tarifrunde im Einzelhandel verlangt verdi insgesamt 5,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 140 Euro für die 220.000 Beschäftigten in Hessen.

Bernhard Schiederig, der verdi-Fachbereichsleiter, zeigt sich am Freitag sehr zufrieden. „Die Streikbewegungen greifen ineinander, die Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig.“ So hätten Streikende aus den Frankfurter Kitas an der Kundgebung der Beschäftigten im Einzelhandel teilgenommen. Mitarbeiter aus den Läden hätten Streikende in den Kitas aufgesucht.

verdi-Gewerkschafterin Rosi Haus berichtet der FR, dass im erweiterten Rhein-Main-Gebiet am Freitag etwa 2500 Erzieherinnen und Erzieher im Ausstand gewesen seien, von Frankfurt über Offenbach und den Wetteraukreis bis nach Bad Homburg. Darunter auch Beschäftigte von Behinderteneinrichtungen und Sozialarbeiter. Am Dienstag, 19. Mai, ist eine zentrale Kundgebung in Gießen geplant.

Im Bildungsdezernat der Stadt Frankfurt sieht die Bilanz am Freitag so aus: Nach den Ankündigungen der Beschäftigten sollten 29 Kitas komplett geschlossen sein. 34 weitere wollten zumindest zum Teil öffnen, 26 schließlich ohne Einschränkung arbeiten. Am Freitagnachmittag zeigt sich Martin Müller-Bialon, Sprecher von Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Grüne), optimistisch. Es deute sich an, dass viele Kitas, die in dieser Woche gestreikt hätten, nächste Woche wieder öffneten. Alle Eltern-Anfragen für eine Not-Betreuung hätten bisher positiv beantwortet werden können.
http://www.fr-online.de/frankfurt/streiks-in-frankfurt-rhein-main-streikende-auf-der-strasse,1472798,30705502.html