Autor Thema: Tarifabschluss Leiharbeit: bis zu 24 Prozent mehr Geld  (Gelesen 138 mal)

bernie von zoom

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Tarifabschluss Leiharbeit: bis zu 24 Prozent mehr Geld
« am: 20:44:00 Di. 21.Juni 2022 »
Etwas Abstand zu EP muss sein damit niemand über EP redet

Zitat
Tarifabschluss Leiharbeit: bis zu 24 Prozent mehr Geld

Bis zu 24 Prozent mehr Geld für Leihbeschäftigte der Entgeltgruppen 1 bis 2b in drei Schritten. In Entgeltgrupe 1 etwa geht es im Oktober von 10,88 hoch auf 12,43 Euro, bis Januar 2024 auf 13,50 Euro. Zudem steigt der Vorteil für Gewerkschaftsmitglieder ab November 2023 auf bis zu 1000 Euro im Jahr.

Tarifabschluss in der Leiharbeit: Im Oktober steigen die Tarifentgelte für Leihbeschäftigte der Entgeltgruppen 1 bis 2b um bis zu 14 Prozent. Danach geht es in zwei Stufen bis Januar 2024 weiter hoch. Insgesamt steigen die Entgelte bis dahin um bis zu 24 Prozent.
Grafik zum Tarifabschluss Leiharbeit 2022

Dieses Verhandlungsergebnis hat die IG Metall in Tarifgemeinschaft mit den anderen DGB-Gewerkschaften heute morgen mit den Arbeitgeberverbänden BAP und iGZ erzielt.

Die Anhebung der unteren Entgeltgruppen war notwendig, da ab Oktober der neue gesetzliche Mindestlohn von 12 Euro gilt und die unteren beiden Entgeltgruppen derzeit darunter liegen. Ziel der IG Metall-Tarifkommission und der anderen Gewerkschaften war es dabei, deutlich über den gesetzlichen Mindestlohn zu kommen.

       aktuell      ab 1.10.22    ab 1.4.23 ab 1.1.24
EG 1     10,88 €     12,43 €    13,00 €    13,50 €
EG 2a     11,60 €    12,63 €    13,20 €    14,80 €
EG 2b    12,20 €    12,93 €    13,50 €    14,15 €

Laufzeit: bis 31. März 2024

Der Tarifabschluss betrifft die Mehrheit der Leihbeschäftigten: Rund 70 Prozent arbeiten in Entgeltgruppe 1 bis 2b.

Zum Jahresende wird die DGB-Tarifgemeinschaft erneut mit den Arbeitgeberverbänden über Entgeltsteigerungen für die oberen Entgeltgruppen 3 bis 9 verhandeln.
 
Ab 2023 bis zu 1000 Euro Mitgliedervorteil

Außerdem hat die DGB-Tarifgemeinschaft auch deutliche Verbesserungen beim Mitgliedervorteil für Gewerkschaftsmitglieder erreicht: Ab November 2023 steigt die Extra-Zahlung zum Weihnachtsgeld um 150 Euro. Statt bisher 100 bis 350 Euro (je nach Betriebsangehörigkeit) gibt es dann 250 bis 500 Euro obendrauf.

Das macht zusammen mit der Extra-Zahlung zum Urlaubsgeld statt bisher bis zu 700 Euro dann bis zu 1000 Euro Mitgliedervorteil im Jahr.

Für den Mitgliedervorteil reichen ab November 2023 zudem 6 statt wie bisher 12 Monate Gewerkschaftsmitgliedschaft aus. Das heißt: Wer dann in die Gewerkschaft eintritt, muss nicht mehr bis zum nächsten Jahr warten, sondern kann schon nach einem halben Jahr die Extra-Zahlung für Gewerkschaftsmitglieder zum Urlaubs- oder Weihnachtsgeld beantragen.
https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/leiharbeit/tarifabschluss-leiharbeit-bis-zu-24-prozent-mehr-geld

karl.

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Re: Tarifabschluss Leiharbeit: bis zu 24 Prozent mehr Geld
« Antwort #1 am: 23:04:52 Di. 21.Juni 2022 »
Hallo bernie,

in der IGM-Tabelle für die E 2a und E 2b ab 01.04.23 muss eine Verwechslung stattgefunden haben.

Lt. Tabellenangabe bekommt die E 2a ab 01.04.2022  14,80 Euro aber die  E 2b  - die höherbewertete - nur  14,15 Euro.


Die E 1 muß also zum 01.04.2023  mit 13 Euro bezahlt werden. Das ist eine Steigerung von knapp 20 %.

Nimmt man die Forderung der IGM - die Lohngruppen  E3 bis E9 ab Januar im gleichen Abstand zu erhöhen - ernst, bedeutet z.B.  eine Erhöhung um 20 Prozent einen Ecklohn (Facharbeiter mit mindestens 3 Jahren Ausbildung) von 16,90 Euro momentan 14,08 Euro.

bernie von zoom

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Re: Tarifabschluss Leiharbeit: bis zu 24 Prozent mehr Geld
« Antwort #2 am: 22:08:03 Fr. 24.Juni 2022 »
Hallo Karl,
die E 2 a bekommt ab dem 1.4.24 13,80, die IGM hat den Fehler inzwischen korrigiert.

Das ändert nichts daran dass mit dem Abschluss die Grundsatzbeschlüsse aller DGB Gewerkschaften Equal Pay zu fordern ignoriert werden. Im AÜG steht immer noch dieses, ein Tarifvertrag kann abweichen, er muss es nicht
Zitat
Gesetz zur Regelung der Arbeitnehmerüberlassung (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz - AÜG)§ 8 Grundsatz der Gleichstellung

(1) Der Verleiher ist verpflichtet, dem Leiharbeitnehmer für die Zeit der Überlassung an den Entleiher die im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts zu gewähren (Gleichstellungsgrundsatz).

...

(2) Ein Tarifvertrag kann vom Gleichstellungsgrundsatz abweichen

https://www.gesetze-im-internet.de/a_g/__8.html

karl.

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Re: Tarifabschluss Leiharbeit: bis zu 24 Prozent mehr Geld
« Antwort #3 am: 17:59:54 Sa. 25.Juni 2022 »
Hallo bernie,

Zitat
Das ändert nichts daran dass mit dem Abschluss die Grundsatzbeschlüsse aller DGB Gewerkschaften Equal Pay zu fordern ignoriert werden. Im AÜG steht immer noch dieses, ein Tarifvertrag kann abweichen, er muss es nicht

Grundsätzlich sind sie dafür und dann kommt das ja aber...usw. Die Diskussionen von vor fast 20 Jahren (christl. Gewerkschaften) mache ich jetzt aber nicht mehr auf.

Die Gew. müßten total aus den TV aussteigen und erklären, dass sie nicht mehr bereit sind TV in der Branche Leiharbeit abzuschließen. Ob dann anschließend die ZAF anstanndslos EP und Equal-Treatment (gleiche Arbeitsbedingungen usw.) bezahlen halte ich für nicht bewiesen.
Die LAN müßten klagen. Wenn ich mir die Däubler-Kampagne anschaue: Am Schluß blieben von mehreren hundert Interessierten  glaube ich 3 Klagen übrig. Die letzte Fall ist noch nicht entschieden.
Und dass die Politik (die ja die Leiharbeit dereguliert hat) das dann einfach seelenruhig anschaut so nach dem Motto: "Et hätt noch immer jot jejange" halte ich für einen Faschingsscherz.

Deshalb komme ich wieder auf die IGM-Aussage zurück : "Die DGB-Gewerkschaften wollen die Leiharbeitstarife auf den neuen Mindestlohn anheben. Auch die höheren Entgeltgruppen sollen im gleichen Verhältnis steigen."

Hiermit hat sie eine Ansage gemacht. An diese sollten wir sie in den nächsten Monaten erinnern.

Onkel Tom

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Re: Tarifabschluss Leiharbeit: bis zu 24 Prozent mehr Geld
« Antwort #4 am: 22:50:40 Sa. 25.Juni 2022 »
...
Die Gew. müßten total aus den TV aussteigen und erklären, dass sie nicht mehr bereit sind TV in der Branche Leiharbeit abzuschließen. Ob dann anschließend die ZAF anstanndslos EP und Equal-Treatment (gleiche Arbeitsbedingungen usw.) bezahlen halte ich für nicht bewiesen.
...

Das fände ich auch spannend und wenn EP darauf nicht funzen will, wofür gibt es (Bummel)streiks ?  :D
Jo, der Hoffnungstraum finge damit an, das die Gewerkschaften den Verhandlungen fern bleiben bis
TV ausläuft oder gekündigt wird.. Ansonsten kann man ja nur auf Kläger_innen hoffen.
Lass Dich nicht verhartzen !