Autor Thema: IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies  (Gelesen 7477 mal)

Rappelkistenrebell

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IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« am: 23:21:42 Fr. 28.August 2015 »
Einst die Big Union mit ihrer"Red Card" , heute nicht mal ein Schatten ihres damaligen Selbst.

Wer kennt die IWW hier genauer oder hat Erfahrungen mit ihnen?

Unter

www.wobblies.de

kann man Einiges Lesen und auch die Bremer IWW Seite ist mir schon öfters aufgefallen

www.iww-bremen.org


in Frankfurt machen die auch ne Seite

http://wobblies-frankfurt.blogspot.de/



hier der Wikipedia Eintrag, auch mit Bezug auf Deutschland

https://de.wikipedia.org/wiki/Industrial_Workers_of_the_World

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Fritz Linow

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #1 am: 23:31:55 Fr. 28.August 2015 »
Das sind nette und gute Leute. Von der Organisationsstruktur her gibt es bei denen halt einige Dinge, die etwas zentralistischer aufgebaut sind als zum Beispiel bei der FAU. Kann ja manchmal auch Vorteile haben, wenn es etwa um Werbematerial oder die "Rote Karte" geht.
Für eine Unterwanderung bestens geeignet, wie viele andere Organisationsversuche auch. (Kleiner Scherz) ;)

BGS

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #2 am: 20:05:12 Sa. 29.August 2015 »
Das sind nette und gute Leute. Von der Organisationsstruktur her gibt es bei denen halt einige Dinge, die etwas zentralistischer aufgebaut sind als zum Beispiel bei der FAU. Kann ja manchmal auch Vorteile haben, wenn es etwa um Werbematerial oder die "Rote Karte" geht.
Für eine Unterwanderung bestens geeignet, wie viele andere Organisationsversuche auch. (Kleiner Scherz) ;)

Gibts die auch in Skandinavien??

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Rappelkistenrebell

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Kuddel

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #4 am: 16:48:18 Fr. 04.September 2015 »

Tramp, Hobo, Sänger, Frauenheld: Der in Schweden als Joel Hägglund geborene Folksänger und Arbeiterführer Joe Hill begeisterte Anfang des 20. Jahrhunderts die Massen. Von einer schweren Tuberkulose gezeichnet, organisierte er Streiks und wiegelte die Massen gegen die ausbeuterischen Zustände in den Minen und auf den Feldern auf.


Verdächtigt: Hills Karriere endet jäh auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit, als er des Mordes angeklagt wird. Am 19. November 1915 führt man ihn vor ein Exekutionskommando. Das Verbrechen, dessen er beschuldigt wird, hat er wohl nie begangen. Hier die nachgestellte Exekution aus dem Film "Joe Hill" von 1971, in dem Thommy Berggren den berühmten Hobo spielte.


Klassenkampf: Das Klima zwischen Arbeitern und Industrie war angespannt in Amerika zu Beginn 20. Jahrhunderts. Immer wieder legten Kumpel und Fabrikarbeiter ihre Arbeit nieder. Viele organisierten sich bei den Industrial Workers of the World (IWW), genannt "Wobblies", einer radikalen Industriegewerkschaft. Die Kupferbosse wehrten sich mit aller Macht. Auf diesem Bild werden Hunderte Wobblies vor einer Kupferschmiede in Lowell, Massachusetts, abgeführt und deportiert.


Rebellischer Gassenhauer: Mit seinen Songs über den Alltag der Migranten, Obdachlosen und Wanderarbeiter, über die Strapazen der Schienenleger und das harte Leben in den Kupferminen sprach Hill den Besungenen Mut zu. Besonders beliebt war sein Stück "The Rebel Girl", das von der Wobblie-Aktivistin Elizabeth Gurley Flynn inspiriert ist.

Protest-Songs: Hills Kompositionen hielten Einzug in das "Little Red Songbook", eine Sammlung von Protestliedern, in denen viele Arbeiter zum ersten Mal von Solidarität und Klassenkampf erfuhren.


Real existierender Klassenkampf: Immer wieder trafen die radikalen Aktivisten der Wobblies mit der Staatsmacht zusammen, wie hier auf dem Union Square in New York am 14. April 1914.


Joe Hill verstand sich als Sprachrohr der Wobblies, schreckte aber auch nicht vor Gewalt zurück. Immer wieder wurde er in Prügeleien verwickelt - wie es hier Schauspieler Thommy Berggren im Film "Joe Hill" von 1971 nachstellt.


Gastspiel als Desperado: Als sich 1911 Wanderarbeiter der mexikanischen Revolution um Francisco I. Madero - hier auf dem Balkon des Präsidentenpalastes in Mexiko Stadt 1913 - anschlossen, war Protestsänger Hill ganz vorn mit dabei. Bei der Schlacht um Mexicali traf ihn ein Streifschuss am Bein.

Gangstermethoden: Besonders angespannt war zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Lage der Arbeiter im Mormonenstaat Utah. Die Wobblies besetzten Kupferminen wie die hier abgebildeten Bingham Copper Mines in Utah, die Eisenbahner verwehrten Streikbrechern die Passage. Im Gegenzug heuerten die Kupferbosse Gangster an und ließen Gewerkschaftsmeetings überfallen.

Angeklagt: In Utah kam es 1915 zum Prozess gegen Hill. Er wird angeklagt, den ehemaligen Polizisten John Morrison erschossen zu haben. Als Indiz hält eine Schusswunde her, die ihm seinen Angaben nach aber ein Nebenbuhler zugefügt hat. Vor Gericht bestreitet Joe Hill die Tat.
http://Solidarität: Zehntausende Sympathisanten aus der ganzen Welt setzten sich nach Hills Verurteilung für seine Freilassung ein. Sie unterschrieben Petitionen und sandten sie an den Gouverneur von Utah, William Spry. Sie konnten die Hinrichtung nicht verhindern.


Leitspruch: Der verurteilte Hill erhielt Unterstützung von Wobblies-Führer Bill Haywood (hier als Anführer einer Demonstration in Lowell, Massachusetts, 1912), mit dem er bis zuletzt in regem Briefwechsel stand. In einem dieser Briefe prägte er den Wahlspruch der Wobblies: "Don't mourn. Organize!" ("Trauert nicht. Organisiert euch!")

Versagen des Rechtssystems:
Auch die Presse nahm regen Anteil an der Geschichte und berichtete ausgiebig über Hills Begräbnis, an dem über 30.000 Menschen teilnahmen. Der Fall ging als einer der größten Justizskandale der USA in die Geschichte ein.

Kuddel

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #5 am: 16:57:25 Fr. 04.September 2015 »
Zitat
Arbeiterrechtsikone Joe Hill
Barde des Klassenkampfs

Joan Baez besang ihn, Gewerkschafter verehrten ihn, die US-Justiz richtete ihn als Mörder hin: Vor 100 Jahren wurde der singende Wanderarbeiter Joe Hill Opfer im Kampf für die Arbeiterrechte. Und zum unsterblichen Idol der Linken.


I dreamed I saw Joe Hill last night / Alive as you or me / Says I, "But Joe, you're ten years dead" / "I never died," says he


Als Joan Baez 1969 in Woodstock den "Song of Joe Hill" anstimmte, lag der berühmte singende Hobo Joe Hill in Wahrheit schon 50 Jahre unter der Erde. Hingerichtet für ein Verbrechen, das er wohl nie begangen hat, seine Asche über alle Kontinente verstreut und seine Lieder fest verankert im Kanon der Bürgerrechtsbewegung. Und doch: Auch Ende der Sechzigerjahre war Joe Hill noch immer eine Ikone der Linken.

Der Arbeiterführer, Folksänger, Minenarbeiter und Desperado schrieb Anfang des 20. Jahrhunderts Songs, die auch ein Jahrhundert später noch erklingen, wenn es um den Kampf des kleinen Mannes gegen die Macht der Konzerne geht. Als man ihn 1915 in Salt Lake City hinrichtete, war Hill bereits ein Idol der US-Gewerkschaftsbewegung. Sein Tod aber machte seine Lieder zu zeitlosen Hymnen des Klassenkampfes.

Der Soundtrack zum Streik

Die Geschichte des Folksängers begann im Arbeiterviertel des schwedischen Gävle, wo Joel Emmanuel Hägglund am 7. Oktober 1879 als drittes von neun Kindern geboren wurde. Er war erst neun Jahre alt, als sein Vater bei einem Arbeitsunfall ums Leben kam und er selbst in der Fabrik arbeiten musste. Wenig später erkrankte Joel an einer schweren Tuberkulose, die ihn an Hals und Gesicht entstellte.

Als 1902 auch die Mutter starb, beschloss er, sein Glück auf der anderen Seite des Atlantiks zu versuchen. Bei der Ankunft in Ellis Island war er 22 Jahre alt - und mittellos. Für ein paar Pennys am Tag reinigte er in den Migrantenvierteln von New York Spucknäpfe.

Doch bald kehrte er New York wieder den Rücken und reiste von Stadt zu Stadt, von Job zu Job, spielte Piano in Saloons oder half bei der Ernte. In Chicago setzte man ihn für den Versuch, seine Kameraden in einer Gewerkschaft zu organisieren, auf eine schwarze Liste. Um wieder einen Job zu finden, legte er sich einen neuen Namen zu: "Joe Hill".

Unter dieser neuen Identität traf er auf den Hafendocks von San Pedro, Kalifornien, auf eine Gemeinschaft, die bald sein Leben bestimmen sollte: Die Wobblies, eine angriffslustige Industriegewerkschaft, die seit ihrer Gründung fünf Jahre zuvor mit zahlreichen spektakulären Streiks auf sich aufmerksam gemacht hatte. Hill lieferte den passenden Soundtrack zu ihren Protesten. Er schrieb Songs über den Alltag der Migranten, Obdachlosen und Wanderarbeiter, über die Strapazen der Schienenleger und das harte Leben in den Kupferminen. Seine Lieder hielten Einzug in das "Little Red Songbook", eine Sammlung von Protestliedern, aus denen viele Arbeiter zum ersten Mal von Solidarität und Klassenkampf erfuhren.

Plötzlich Mordverdächtiger

Als sich 1911 Hunderte Wanderarbeiter der mexikanischen Revolution anschlossen, um den Diktator Porfirio Díaz zu stürzen, war der Protestsänger ganz vorn mit dabei: Bei der Schlacht um Mexicali erlitt er einen Streifschuss am Bein. Zurück in den Staaten wurde Joe Hill immer mehr zum Sprachrohr der Wobblies und reiste von Kampagnen in British Columbia zu Streiks in den Rocky Mountains.

Doch trotz wachsender Berühmtheit: Seinen Lebensunterhalt konnte er so nicht verdienen. Im Herbst 1913 heuerte er in den Silver King Minen in Utah an. Der Mormonenstaat war seit dem Sommer 1912 Schauplatz erbitterter Arbeitskämpfe. Die Wobblies besetzten Kupferminen, von den Kupferbossen angeheuerte Gangster überfielen Gewerkschaftsmeetings. Mittendrin Joe Hill: Er organisierte einen Streik bei der United Construction Company in Salt Lake City.

Dabei kam es zu einem verhängnisvollen Zwischenfall: Zwei mit roten Halstüchern maskierte Männer stürmten den Krämerladen des ehemaligen Polizisten John Morrison und erschossen ihn. Morrisons Sohn traf jedoch einen der Flüchtenden mit einer Kugel. Die Ermittler vermuteten zunächst einen Racheakt hinter der Tat - denn die Täter hatten nichts gestohlen, aber gerufen: "We've got you now!" ("Jetzt haben wir dich!"). In den kommenden Tagen wurden zwölf Männer festgenommen: Übliche Verdächtige, ehemalige Verbrecher, die Morrison einst festgenommen hatte, und Männer mit unerklärlichen Schusswunden. Unter den Verdächtigen ist auch Joe Hill.

Der hatte sich kurz vor Mitternacht bei einem Arzt wegen eines Lungendurchschusses behandeln lassen. Hill erklärte, er habe die Verletzung bei einem Streit mit einem Nebenbuhler erlitten, seinem Zimmergenossen Appelquist. Der Arzt meldete den Fall der Polizei. Am nächsten Morgen stürmten Polizisten Hills Herberge und schossen dem noch vom Morphium sedierten Sänger in die Hand. Alle zwölf weiteren Verdächtigen, darunter vier andere Männer mit Schusswunden, wurden in den kommenden Tagen freigelassen. Die Polizei ermittelte nur noch in eine Richtung - Joe Hill.

"Trauert nicht! Organisiert euch!"


Der Fall wurde zu einem der größten Justizskandale der USA, von der Presse genau beobachtet. Als Indiz für Hills Schuld brachte man die Schusswunde vor, sein Schweigen, sowie ein rotes Halstuch, das man in seinem Zimmer gefunden hatte. Hill sagte, er habe die Arme über den Kopf gehalten, als er angeschossen wurde. Die Lage des Lochs in seinem Mantel, die zehn Zentimeter unter der Austrittswunde lag, stützte diese Version. Und hätte bei einem Durchschuss, wie Hill ihn erlitt, nicht eine Kugel im Laden zurückbleiben müssen? Die aber wurde nie gefunden. Hill hatte keinerlei Verhältnis zu Morrison, also kein Motiv. Doch dann ließ das Gericht den Brief des Polizeichefs von San Pedro verlesen, der Hill einst wegen Agitation festgenommen hatte: "Mir gelangte zur Kenntnis, dass Sie einen Joseph Hägglund wegen Mordes verhaftet haben", hieß es da. "Sie haben den richtigen Mann. Er ist gewiss ein unerwünschter Bürger."

Die Geschworenen brauchten nur wenige Stunden, um Joe Hill für schuldig zu befinden. Das Gericht verhängte die Todesstrafe.


Zehntausende Sympathisanten aus der ganzen Welt setzten sich für Hills Freilassung ein. Sie unterschrieben Petitionen und sandten sie an William Spry, den Gouverneur von Utah. Doch dessen Meinung stand fest: Der Fall helfe, die Straßen von "gesetzlosen Elementen und Wobbly-Agitatoren" zu reinigen, tönte er in der Presse. Sogar Präsident Woodrow Wilson unterstützte eine Wiederaufnahme des Prozesses. Vergebens: Die Hinrichtung wurde auf den 19. November 1915 festgesetzt. In einem letzten Brief an den Wobbly-Vorstand Bill Haywood schrieb Joe Hill: "Don't mourn. Organize!" ("Trauert nicht. Organisiert euch!"), ein Satz, der bis in die Gegenwart ein Leitspruch der Wobblies geblieben ist.

Der Beginn einer Legende

Am Morgen des 19. November wird Joe Hill auf den Hof des Sugar House Bundesgefängnisses geführt. Abgemagert, erschöpft und mit verbundenen Augen sitzt er auf einem Stuhl an der Gefängnismauer und lässt sich festbinden. Jemand heftet ein weißes Blatt Papier an seine Brust. Hill zappelt und versucht, sich von der Binde zu befreien, um dem Exekutionskommando in die Augen zu sehen.

"Achtung!", bellt ein Befehl über den Gefängnishof.

"Anlegen!" Die Soldaten legen ihre Gewehre an und zielen.

Und noch bevor sich das Kommando vernehmen lässt, schreit eine Stimme "Feuer!" in den Morgenhimmel. Joe Hill, der die Tuberkulose, die Schlacht um Mexicali und Schüsse in Bein, Brust und Arm überlebt hat, erbebt im Kugelhagel, dann hängt er leblos in seinen Fesseln. Das Kommando aber hat er selbst gegeben.

An seinem Begräbnis nehmen mehr als 30.000 Menschen teil. Seine Asche wird auf 600 kleine Briefumschläge verteilt und an Wobbly-Verbände auf der ganzen Welt verschickt. Am 1. Mai 1916, dem internationalen Tag der Arbeit, verstreuen seine Anhänger die Überreste ihres prominentesten Mitglieds in alle Winde. Es ist das Ende eines kämpferischen Lebens, zugleich aber der Beginn einer Legende: der Legende von Joe Hill.
http://www.spiegel.de/einestages/joe-hill-wanderarbeiter-saenger-und-gewerkschafts-ikone-a-1050210.html

Rappelkistenrebell

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #6 am: 18:26:28 Fr. 04.September 2015 »
Der Artikel des Lügenblattes "Spiegel" ist recht lesenswert!
Als Konsequenz sollten möglichst Viele der IWW beitreten! Den "sozial"partnerschaftlichen DGB kann man doch in die Tonne treten


http://wobblies.de/kontakt/mitglied-werden





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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #7 am: 23:42:24 Mo. 14.September 2015 »
Die Wobblies aus Bremen haben heute eine Aktion gegen Union Busting gemacht! Das Flugblatt ist recht gut dazu...

„Sie sind entlassen.“

usammen mit anderen Gruppen haben wir am 14.09.2015 spontan gegen ein Kündigungsseminar für UnternehmerInnen in Bremen protestiert und dabei folgenden Flyer verteilt:
„Sie sind entlassen.“

Kündigungsschulung für UnternehmerInnen und/oder deren Personalchefs

Seit Jahren bietet die Rechtsanwaltskanzlei Wittig / Ünalp den Mitgliedern der Industrie und Handelskammer Bremen Schulungen zur kostengünstigen Entsorgung von Mitarbeitern an. Für die Chefs handelt es sich dabei um Kostenbegrenzung bzw. Profitmaximierung. Für die KollegInnen geht es um die Vernichtung der Grundlage ihrer materiellen Existenz.

In dem jüngsten Einladungsschreiben für das heutige Seminar heißt es:

WEITER IM TEXT

http://iww-bremen.org/blog/2015/09/14/sie-sind-entlassen/


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Fritz Linow

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #8 am: 09:26:20 Di. 15.September 2015 »
Zitat
Kampf den Unliebsamen
In Bremen lehrt eine Anwaltskanzlei, wie man lästige Mitarbeiter besonders günstig los wird. Dieses „Union Busting“ ist ein lukrativer Markt
Zitat
Wer 20 Jahre in einem Betrieb arbeitet, dem steht laut Kündigungsschutzgesetz eine Abfindung von zehn Bruttogehältern zu. Erheblich günstiger als eine betriebsbedingte ist jedoch eine pesonenbezogene Kündigung, so Herbert Thomsen von der Gewerkschaft Industrial Workers of the World (IWW), die zu dem Protest mit aufgerufen hat.
Zitat
Bei der Gewerkschaft Ver.di hat man bisher „keine Erfahrungen“ mit der Kanzlei Wittig Ünalp gesammelt und plant auch „keine Aktionen“, erklärt eine Ver.di-Sprecherin.
http://www.taz.de/Wie-man-Nichts-Tuer-los-wird/!5232188/

Rappelkistenrebell

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #9 am: 10:23:11 Di. 15.September 2015 »
Die IWW Bremen Facebookseite hat dazu auch einige Bilder und den taz Artikel verlinkt


https://www.facebook.com/iwwbremen

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Rappelkistenrebell

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #10 am: 11:48:46 Di. 15.September 2015 »
Angriffe auf Einzelne zur kollektiven Sache machen

Mühen und Strategien im Kampf gegen Mobbing
Gespräch von Violetta Kuhn & Michael Sankari


In der letzten Ausgabe berichteten wir über Workwatch, eine Initiative, die Betriebsaktive gegen Angriffe der Geschäftsleitung unterstützt. Um aus der betrieblichen Perspektive daran anzuknüpfen, erzählt Michael Sankari, wie es ist, wenn der Chef dich ins Visier nimmt. Er ist Betriebsrat in einem mittelständischen Werkzeugbaubetrieb, indem seit Jahren ein Dauerkonflikt zwischen Betriebsrat und der Geschäftsleitung herrscht.

Wie sieht Betriebsratsarbeit bei euch aus?
Ich arbeite im Werkzeugbau in Paderborn, in einem Betrieb von unter 100 Leuten, der in eine Holding mit internationalen Produktionsstandorten eingebettet ist. Wir haben vor einigen Jahren einen Betriebsrat (BR) gegründet, damals durchaus mit dem Wohlwollen der Geschäftsleitung, weil sie gehofft hat, dass sie mit einer Kultur der Kooperation, der Sozialpartnerschaft, Frieden im Betrieb hat. Wir waren aber nicht so. Kämpferisch heißt bei uns, dass wir uns mit den Leuten gemeinsam von unten organisieren und das als Betriebsrat unterstützen und diesen Spielraum nutzen.
Uns ist aber klar, dass wir damit allein nichts gewinnen. Denn oft geht es um individuelles Recht. Wenn einer fertiggemacht wird im Betrieb, dann ist das keine kollektive Sache. Das muss man erst zu einer solchen machen. Das gelingt aber nicht immer. Trotzdem kann die BR-Arbeit dabei eine positive Rolle spielen.

Wie reagiert der Arbeitgeber?
Naja, der erzeugt Stress. Er kann alles, was ein Boss gegen Kollegen in der Hand hat, auch gegen dich als Betriebsrat einsetzen. Natürlich kriegen die Betriebsräte bei uns die niedrigsten Prämien. Wir sind wegen Verstößen gegen rechtliche Verordnungen und Richtlinien vor Gericht gegangen und haben Einigungsstellen angedroht. Die Geschäftsleitung hat dann Sitzungen gemacht oder einzeln zu Beschäftigten in besorgtem Ton gesagt: «Was der Betriebsrat macht, kann ja nicht in eurem Interesse sein. Sagt denen das doch mal.» Da fühlen sich natürlich karriereorientierte Kollegen aufgefordert, das auch umzusetzen, um das Wohlwollen der Geschäftsleitung zu bekommen. Dazu gibt es verschiedene Methoden, etwa Unterschriftenlisten gegen die Aktivitäten des Betriebsrats.

Wie wirkt sich das auf dich persönlich aus?
Das ist nicht wirklich exemplarisch. Wenn man links und aktiv ist, hat man meistens noch andere Projekte, als nur die im Betrieb, und dann ist das einfach on top. Es gibt natürlich Tage, wo man total durch ist und sich zerschmettert fühlt. Aber im ganzen muss ich sagen, gelingt es am Ende, sich an so etwas zu gewöhnen, wenn man beharrlich bleibt. Ich glaube aber, dass hat auch damit zu tun, dass das nur ein Kampffeld unter anderen ist. Ich bin manchmal erstaunt, wie gut die Kollegen das aushalten, das zeigt auch, wieviel in den Leuten steckt und wie viel Selbsttätigkeit und Empörung vorhanden ist.
Die andere Seite macht auch viele Fehler. Eine Sache ist mir jedenfalls bewusst geworden: Es hat eine unheimliche Bedeutung, ob die, die neben dir arbeiten, mitkriegen, was da passiert. Das ist ein entscheidender Faktor. Zum Beispiel, du kriegst einen unangenehmen Arbeitsplatz mit schlechten Lichtverhältnissen. In dem Maße, wie die Kollegen das mitkriegen, kannst du auch drüber lachen und bist stark. Geschieht es im Stillen und heimlich, bist du relativ schutzlos und fühlst dich allein. Es kann nie schaden, den Ball im ersten Moment zurückzuspielen und zu sagen: Das ist ein Angriff.

Was hilft dir dabei von Kollegen am meisten?
Zu sehen, dass die Methoden der Geschäftsleitung, etwa die Unterschriftenliste, gar nicht so wirksam sind. Dass es den Kollegen leid tut, dass sie unterschrieben haben. Oder wenn Kollegen das so verarbeitet haben, dass sie dazu gezwungen wurden zu unterschreiben. Das nimmt ja heutzutage repressive Züge an. Das ist für den nächsten Schritt eine ganz wichtige Erkenntnis. Wenn man vor sich selber zugeben kann, dass man im Betrieb etwas getan hat zu dem man gezwungen wurde. Die Kollegen, die das gesagt haben, haben vorher geleugnet, dass es sowas in dem Betrieb gibt. Denn auch wenn der Klassengegner mächtig ist, ist Repression eben auch ein Bröckeln der Macht. Leute, die das mitbekommen, sind zumindest ihrer Illusionen beraubt.

Wie hat die Gewerkschaft reagiert?
Wir haben uns an die Gewerkschaft gewandt, aber die ist sichtlich überfordert. Denn eine Gewerkschaft, die in deinem Arbeitsbereich auf Sozialpartnerschaft getrimmt ist und das verinnerlicht hat, kann dir natürlich nicht helfen, wenn der Arbeitgeber kompromisslos vorgeht.

Was ist von Genossen außerhalb des Betriebs hilfreich in so einer Situation?
Mir ist der Austausch mit anderen Betriebsaktiven wichtig. Die Linke halte ich in vielen Fällen für sehr betriebsfern. Zum Beispiel hatten wir eine größere Eskalation in der Zeit vom Post- und SuE-Streik. Alle reden über die Streikwelle, und du fühlst dich gerade voll gegen die Wand geschmettert. Aber das ist ja nur verständlich, weil es politisch bedeutungslos ist. Und das ist ein Widerspruch, der ist manchmal schon schwer. Du empfindest dich persönlich an einem Scheidepunkt in einer betrieblichen Auseinandersetzung, und alle Genossen reden über die große Politik und verstehen teilweise nicht, dass du keine Kraft hast, zum dritten Solitreffen zu gehen. Das ist ein Problem.
Aber das ist das Ergebnis davon, dass die Linke nicht mehr geprägt ist von einer Masse von Betriebskämpfern. Sonst wäre das Verständnis größer. Genossen, die aus ihrem eigenen Betrieb solche Situationen kennen, haben dagegen sofort verstanden, was bei mir gerade passiert.

Quelle

http://www.sozonline.de/2015/09/angriffe-auf-einzelne-zur-kollektiven-sache-machen/


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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #11 am: 19:43:35 Di. 15.September 2015 »
Ich war auf der Protestmahnwache in Bremen.

Es war ein verdammt guter Anlaß für einen Protest. In dem jüngsten Einladungsschreiben für das "Seminar" heißt es:
Zitat
…die Top Ten der besten Kündigungsgründe treffen u.a. auf folgende Arbeitnehmer zu: Den Dieb, den Arbeitszeitbetrüger (Facebooker, E- Mailer, Dauerraucher), den Langsamen, Nichts- Tuer, Falschmacher, Überflüssigen, Umflexiblen, Unruhestifter, Kollegen-im-Stich-Lasser, Dauererkranken, häufig Kurzerkrankte, Blaumacher, Knastgeher… Nach dem Crash-Kurs wissen Sie, welche Kündigungsgründe die besten sind[/size

Es war eine Aktion nach meinem gusto. Im Anwaltsbüro schob man Panik und zog die Vorhänge zum Seminarraum zu.
Solche Proteste sollte es immer und überall geben, wenn solche Sauereien geschehen.



Auf dem Foto sind nur ein Teil der Potestierenden zu sehen. Es waren über 30, einige haben in der Gegend Flugblätter verteilt. Es waren neben Leute des IWW und FAU auch welche der IGM- und Verdijugend da und natürlich viele, die zu keiner Gewerkschaft gehörten.

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #12 am: 14:47:34 Sa. 19.September 2015 »
Dreister geht immer – 3,19 Euro Arbeitslohn pro Stunde!

Manche Unternehmensgründer*in scheint mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen, zum Beispiel mit dem gesetzlichen Mindestlohn oder gar dem Arbeitsrecht, erhebliche Probleme zu haben. So staunten die Kolleg*innen in der Beratung der IWW in Bremen nicht schlecht, als sie die von zwei Kolleg*innen mitgebrachten und von ihrem Chef, einem Kneipenneugründer aus Bremen-Vegesack, ausgefüllten Arbeitsvertragsvordrucke lasen.

Ihre Arbeitszeit als Reinigungskräfte wurde dort mit 12 Stunden in der Woche angegeben – also ca. 51,6 Stunden im Monat – und am Ende des Vertrages wird der monatliche Lohn mit 165 Euro angegeben. Immerhin 24 Urlaubstage sollte es geben. Die beiden Kolleg*innen hatten auch die entsprechenden Quittungsdurchschläge über die jeweils zum Monatsende ausgezahlten 165 Euro dabei. Und siehe da, den Kolleg*innen wurde umgerechnet der schwindelerregende Stundenlohn von 3,19 Euro pro Stunde gezahlt. Ja, natürlich, hatten sie ihren Chef angesprochen, dass dies doch wohl zu wenig sei. Aber der habe geantwortet, dass er nicht mehr zahlen könne. Und da das Jobcenter eine Erhöhung ja sowieso anrechne, sei das ja eh egal (Was so nicht stimmt.).

Zwei Monate nach Eröffnung erschien beim Kneipenneugründer die Gewerbeaufsicht und legte den Betrieb wegen baulicher Mängel still. Den beiden als Reinigungskräften eingestellten Kolleg*innen wurde gesagt, sie würden einen Anruf bekommen wenn es mit dem Job weiterginge. Lohn gab es natürlich nicht.

Da dem Kneipengründer nach seinen baulichen Problemen nun wohl eher die Pleite als der Weg zum Gastronomiekönig von Bremen-Vegesack bevorsteht, ist es fraglich ob Lohnforderungen gegen über ihm praktisch durchsetzbar sind. Versuchen werden wir es trotzdem. Zum Ersten muss der Kneipier zumindest den Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde bezahlen, sehr wahrscheinlich sogar den Branchenmindestlohn von 9,55 pro Stunde im Reinigungsgewerbe. Und zudem bedarf es bei einer Kündigung immer der Schriftform. Die mündliche Botschaft „ ihr könnt wiederkommen wenn es weiter geht“ ist keine rechtskonforme Kündigung. Also schuldet der Chef den beiden auch noch den Lohn für die bisherigen beiden Monate seit der „Freistellung“. Den Weg zum Arbeitsgericht werden wir mit den beiden zusammen gehen, schließlich können sie in der ersten Instanz eine Vertrauensperson mitbringen.



Quelle

http://iww-bremen.org/blog/2015/09/19/dreister-geht-immer-319-euro-arbeitslohn-pro-stunde/

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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #13 am: 08:51:04 Sa. 03.Oktober 2015 »
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Re:IWW - Industrial Workers of the World - Wobblies
« Antwort #14 am: 08:52:47 Sa. 03.Oktober 2015 »
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