Autor Thema: Soziale Proteste im arabischen Raum  (Gelesen 26419 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #75 am: 14:30:17 Do. 18.Juli 2019 »
Zitat
In Algerien haben rund tausend Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte für eine unabhängige Justiz demonstriert.

Sie forderten, dass 30 Menschen aus dem Gefängnis freigelassen werden, die während der landesweiten Proteste im Juni verhaftet wurden, weil sie die in Algerien verbotene Fahne der Berber gezeigt hatten. Viele Menschen in Algerien werfen der Regierung vor, Bürgerrechte zu missachten. Der umstrittene Langzeit-Präsident Bouteflika war im April infolge der Proteste zurückgetreten. Es gibt aber auch Kritik am neuen Interimspräsidenten, dem bisherigen Parlamentschef Bensalah und der gesamten Führungselite des Landes.
https://www.deutschlandfunk.de/algerien-proteste-gegen-politische-einflussnahme-auf-die.1939.de.html?drn:news_id=1027065
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Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #76 am: 15:58:40 Sa. 07.September 2019 »
Zitat
Alte Machtelite im Visier
Algerier protestieren 29. Freitag in Folge

Die alte Machtelite regiert Algerien auch nach dem Rücktritt von Langzeitherrscher Abdelaziz Bouteflika weiter. Der Protest dagegen bricht jedoch nicht ab.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/29--freitag-in-folge-algerier-protestieren-erneut-100.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #77 am: 10:24:19 Di. 10.September 2019 »
Zitat
Jordanien
Streik für 50 Prozent mehr Lohn


Am Sonntag, 8. September, begannen in Jordanien Tausende Lehrer an staatlichen Schulen mit einem unbefristeten Streik für 50 Prozent mehr Lohn. Am 5. September hatte es bereits Protestaktionen für diese Forderungen in der Hauptstadt Amman gegeben, wobei die Polizei Demonstranten mit Tränengas angriff. Die Regierung hatte Lohnerhöhungen versprochen, sieht sich jetzt aber nicht in der Lage, diese Versprechungen einzuhalten.
https://www.rf-news.de/2019/kw37/streik-fuer-50-prozent-mehr-lohn
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ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #78 am: 12:45:07 Sa. 21.September 2019 »
Zitat
Zwei Männer kommen bei Zusammenstössen mit der Polizei in Algerien ums Leben

Bei Zusammenstössen mit der Polizei sind in Algerien zwei junge Männer ums Leben gekommen. Zu den Unruhen in dem Ort Oued Rhiou im Nordwesten des Landes kam es, nachdem ein 15-Jähriger bei der Kollision seines Motorrads mit einem Polizeifahrzeug getötet worden war, wie die lokalen Justizbehörden am Donnerstag berichteten.

Bei anschliessenden Krawallen seien Strassen mit Barrikaden gesperrt und öffentliche Einrichtungen zerstört worden, hiess es weiter. Zudem habe es den Versuch gegeben, eine Zentrale der Sicherheitskräfte zu stürmen, um den Verursacher des Verkehrsunfalls zu fassen. Das Innenministerium in Algier leitete eine Untersuchung ein.

In Algerien herrscht angesichts der angespannten politischen und wirtschaftlichen Lage vor allem unter Jüngeren grosse Unzufriedenheit. Seit Monaten kommt es immer wieder zu Massenprotesten gegen die Führung des Landes. Sie gingen auch nach dem Rücktritt von Langzeitherrschaft Abdelaziz Bouteflika im vergangenen April weiter. Die Demonstranten fordern grundlegende politische Reformen. Am 12. Dezember soll die verschobene Präsidentenwahl nachgeholt werden.
https://www.nzz.ch/international/algerien-zwei-tote-bei-zusammenstoessen-mit-polizei-ld.1509926



Zitat
Algerien
Zehntausende Menschen protestieren




In Algerien sind erneut Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die politische Führung des Landes zu demonstrieren.

In der Hauptstadt Algier kam es dabei zu Festnahmen, wie Augenzeugen der Deutschen Presse-Agentur berichteten. Trotz einer hohen Anzahl von Sicherheitskräften sei es den Demonstranten gelungen, zentrale Plätze im Stadtzentrum zu erreichen. Es waren die größten Kundgebungen seit mehreren Wochen in dem nordafrikanischen Land. Das Militär hatte zuvor versucht, die Demonstrationen zu blockieren.

Amnesty International kritisierte, die Regierung müsse den friedlichen Demonstranten zuhören statt zu versuchen, die Proteste kleinzuhalten.
https://www.deutschlandfunk.de/algerien-zehntausende-menschen-protestieren.1939.de.html?drn:news_id=1051399

Zitat
Zuckerbrot und Peitsche in Algerien oder geordnete Proteste und angeordnete Präsidentschaftswahl
https://weltexpress.info/zuckerbrot-und-peitsche-in-algerien-oder-geordnete-proteste-und-angeordnete-praesidentschaftswahl/

Zitat
Algerien – Wahltermin stellt Protestbewegung nicht zufrieden.

Algier – Die Demonstrationen in dem nordafrikanischen Land gehen weiter.
https://www.maghreb-post.de/gesellschaft/algerien-wahltermin-stellt-protestbewegung-nicht-zufrieden/

Zitat
Ägypten:
Es reicht, Sissi!
Nach Jahren harter Unterdrückung gibt es wieder Proteste in Ägypten. Die Wut der Demonstranten auf Präsident al-Sissis Regime ist groß genug für großes Risiko.


https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-09/aegypten-praesident-al-sissi-protest-korruption-militaerregime

Zitat
In Ägypten haben sich in mehreren Städten Hunderte Menschen zu Protestaktionen gegen Präsident Abdel Fattah al-Sisi versammelt. Oppositionsmedien berichteten von Demonstrationen in Kairo, Alexandria, Suez und Mansura.
https://www.tagesschau.de/ausland/aegypten-proteste-107.html

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Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #79 am: 09:49:06 So. 22.September 2019 »
Zitat
Neue Proteste in Ägypten – Polizei geht gegen Demonstranten in Suez vor

Im ägyptischen Suez ist die Polizei offenbar erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen.




Am Abend gingen laut der Nachrichtenagentur AFP den zweiten Tag in Folge Menschen auf die Straße, um gegen die Regierung zu protestieren. Die Rede ist von rund 200 Teilnehmern. Die Sicherheitskräfte hätten Tränengas, Gummigeschosse und scharfe Munition eingesetzt, heißt es. Es soll Verletzte geben.

In Kairo waren gestern rund um den zentralen Tahrir-Platz verstärkt Polizeikräfte im Einsatz. Dort, in Suez und anderen Städten hatte es am Freitag erstmals seit Jahren wieder regierungskritische Proteste gegeben. Die Teilnehmer forderten den Rücktritt von Staatschef al-Sisi. Laut AFP gab es mehr als 70 Festnahmen. Der Initiator der Proteste, der in Spanien lebende Unternehmer Mohamed Ali, rief für Freitag zu Massenkundgebungen auf.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch appellierte an die Behörden, das Recht auf friedlichen Protest zu schützen. Festgenommene Demonstranten sollten freigelassen werden.
 
https://www.deutschlandfunk.de/medienbericht-neue-proteste-in-aegypten-polizei-geht-gegen.1939.de.html?drn:news_id=1051735

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #80 am: 17:12:36 Mi. 25.September 2019 »


Zitat
Ägypten:
Die Angst vor al-Sisi ist überwunden

Nach sechs Jahren Ruhe erschüttern Proteste zum ersten Mal das Regime von Abdel Fattah al-Sisi in Ägypten. Zum Widerstand hatte ein Unternehmer aus dem Exil aufgerufen. Jetzt wehrt sich das Regime mit allen Mitteln.


"Sag es, hab keine Angst, al-Sisi muss weg!", skandieren Demonstranten am Tahrirplatz in Kairo. An diesem symbolträchtigen Ort, an dem am "Tag des Zorns" im Januar 2011 der Arabische Frühling auch in Ägypten seinen Anfang nahm, scheint es nach Jahren der Herrschaft von Abdel Fattah al-Sisi wieder möglich zu sein, gegen die Regierung zu protestieren. Es waren solche Rufe, die im Jahr 2011 zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak geführt hatten.

Die Repressionen des al-Sisi-Regimes hatten politischen Widerstand bis jetzt verhindert. Al-Sisi war nach dem Putsch gegen den inzwischen verstorbenen Mohammed Mursi, den Vorsitzenden der Partei der Muslimbrüderschaft, mithilfe des Militärs an die Macht gekommen. Proteste und Kritik unterdrückte seine Regierung weitgehend. Tausende Muslimbrüder, Regierungskritiker, Blogger und Aktivisten wurden inhaftiert. Dass Sätze wie "Sisi, hau ab!" nun zu hören sind, ist ein Zeichen dafür, dass die Ägypter keine Angst mehr vor Repressionen haben. Denn eigentlich sind Kundgebungen ohne Genehmigung der Behörden im Ägypten al-Sisis verboten.



Die unabhängige ägyptische Internet-Nachrichtenseite Mada Masr berichtet von Demonstrationen am späten Freitagabend auf dem Tahrir-Platz in Kairo sowie in Alexandria, in Suez, in Mansoura und in Mahalla-al-Kubra im Nildelta. In Kairo hielten sich die Sicherheitskräfte zunächst zurück, setzten später aber Tränengas ein. Innerhalb weniger Minuten waren im Internet Videos zu sehen, die von den staatlichen Medien erst weitgehend ignoriert, dann aber als Störung von der Seite des Staatsfeinds, der Muslimbrüder, abgestempelt wurden.
(...)
Halten die Proteste an?

"An der Reaktion der ägyptischen Börse zeigt sich, wie fragil die Situation ist. Der Handel wurde komplett ausgesetzt. Dafür reicht es, wenn ein paar hundert Menschen auf die Straße gehen", erklärt Roll. Die Antwort der Regierung ist dem Experten zufolge bisher nicht nachhaltig. Komme es kommenden Freitag erneut zu Protesten, sehe es für das Regime nicht gut aus, so Roll. Doch die landesweiten Demonstrationen hätten gezeigt, dass man nicht mehr damit rechnen sollte, dass die erzwungene Ruhe dauerhaft hält.
(...)
https://www.dw.com/de/%C3%A4gypten-die-angst-vor-al-sisi-ist-%C3%BCberwunden/a-50549127

Zitat
Ägypten
Mehr als 1.000 Festnahmen nach Protesten

Ägyptische Sicherheitskräfte haben nach den Protesten gegen Präsident Sisi am Wochenende mehr als eintausend Menschen festgenommen.


Das berichten mehrere arabische Menschenrechtsorganisationen. Von der Regierung gibt es dazu keine Angaben. Unter den Festgenommenen sind demnach prominente Oppositionelle, Wissenschaftler und Schriftsteller.

Seit kurzem gibt es in Kairo und anderen Städten erstmals seit Jahren wieder Proteste gegen die Regierung. Die Teilnehmer forderten den Rücktritt von Präsident Sisi. Inzwischen haben die Sicherheitskräfte ihre Präsenz an großen Plätzen in der Hauptstadt Kairo verstärkt.
https://www.deutschlandfunk.de/aegypten-mehr-als-1-000-festnahmen-nach-protesten.2932.de.html?drn:news_id=1052981

Zitat
Ägyptens Präsident Al-Sisi geht seit Jahren mit harter Hand gegen Oppositionelle vor. Bei Protesten im Land werden nun erneut Hunderte verhaftet. Menschenrechtler laufen Sturm - aber US-Präsident Trump lobt den Ägypter und spricht von «Ordnung» nach dem Chaos.

Nach den regierungskritischen Protesten in Ägypten mit Hunderten Festnahmen hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi Rückendeckung von US-Präsident Donald Trump erhalten. Al-Sisi habe für «Ordnung» in Ägypten gesorgt, nachdem dort zuvor Chaos geherrscht habe, sagte Trump am Montag (Ortszeit) bei einem Treffen mit Al-Sisi in New York. Trump bemühte sich auch, die Bedeutung der Proteste herunterzuspielen, und sagte, Demonstrationen gebe es überall.
https://de.qantara.de/content/mehr-als-1000-festnahmen-nach-protesten-in-aegypten-trump-lobt-al-sisi

Zitat
Trump hatte schon Ende August beim G7-Gipfel in Biarritz für hochgezogene Augenbrauchen gesorgt, als er Sisi als "meinen Lieblingsdiktator" bezeichnete.
https://www.derstandard.de/story/2000109004734/trump-lobt-schon-wieder-einen-diktator-aegyptens-al-sisi-sorgt
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ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #81 am: 21:55:16 So. 29.September 2019 »
Zitat
Proteste im Libanon

Der Libanon steckt in einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wächst und treibt sie auf die Straße.


Der Unmut über die wachsende Wirtschaftskrise hat Hunderte Libanesen auf die Straßen getrieben. In der Hauptstadt Beirut protestierten sie gegen Misswirtschaft und Korruption. Demonstranten blockierten Straßen, einige setzten Reifen und Abfall in Brand.

Der Libanon steckt in einer Finanzkrise. Das Land ist mit Schulden in Höhe von 86 Milliarden Dollar beziehungsweise mehr als 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts einer der am höchsten verschuldeten Staaten der Wel
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/finanz--und-wirtschaftskrise-proteste-im-libanon-100.html
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Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #82 am: 09:31:46 Mo. 30.September 2019 »
Zitat
Feministisches Manifest in Netz
Aufbegehren in Marokko

Marokkanische Frauen bekennen sich zu Abtreibung und außerehelichem Sex. Sie fordern die Abschaffung dafür verhängter Haftstrafen.
https://taz.de/Feministisches-Manifest-in-Netz/!5630595/

Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #83 am: 09:34:24 Mo. 30.September 2019 »


Fridays for Future in Beirut.

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #84 am: 20:40:12 Di. 01.Oktober 2019 »
Zitat
Tränengas und Wasserwerfer gegen Protest in Bagdad
Irakische Sicherheitskräfte sind im Zentrum der Hauptstadt Bagdad mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Hunderte Demonstranten vorgegangen. Aus Krankenhauskreisen hieß es am Dienstag, mehr als 180 Menschen seien wegen Verletzungen nach dem Tränengaseinsatz behandelt worden. Augenzeugen berichteten, die Sicherheitskräfte hätten am Tahrir-Platz in Bagdad auch in die Luft geschossen, um den Protest aufzulösen. Bilder in den sozialen Medien zeigten dichte Nebelschwaden und Rauch. Auch Schüsse waren zu hören. Dem irakischen TV-Senders Al-Sharqiya zufolge kam es in anderen Städten ebenfalls zu Protesten gegen Korruption und politischen Stillstand. Im Irak herrscht in der Bevölkerung unter anderem wegen der schlechten Infrastruktur und Arbeitslosigkeit großer Frust. So gehört das Land zu den größten Ölproduzenten der Welt, leidet aber unter einem akuten Energiemangel. Viele Gebiete des Landes sind nach dem Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zerstört. Vor rund einem Jahr hatte Wut über Tausende Erkrankungen infolge von verschmutztem Trinkwasser in der südirakischen Stadt Basra Proteste ausgelöst. Kritiker machen für die Lage vor allem die grassierende Korruption verantwortlich. Politikern werfen sie vor, ihre Positionen dafür zu nutzen, um sich und ihre Gefolgsleute zu bereichern.
https://www.sn.at/politik/weltpolitik/traenengas-und-wasserwerfer-gegen-protest-in-bagdad-77051977

Zitat
Bei Ausschreitungen nach einer Demonstration in der irakischen Hauptstadt Bagdad hat es einen Toten gegeben. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Auch bei Protesten im Süden des Irak gab es einen Toten.

Die Sicherheitskräfte waren in der Hauptstadt mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Teilnehmer einer Kundgebung vorgegangen. Augenzeugen berichteten, die Polizisten hätten am Tahrir-Platz auch in die Luft geschossen, um die Proteste aufzulösen. Unter den Verletzten sind nach Angaben des irakischen Gesundheitsministeriums 40 Polizisten.

Einer der korruptesten Staaten der Welt


Die Demonstration mit mehr als tausend Teilnehmern richtete sich gegen Arbeitslosigkeit und Korruption, aber auch gegen chronische Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung. Es war die größte Kundgebung in Bagdad seit Oktober 2018. Damals kam der heutige Regierungschef Adel Abdel Mahdi ins Amt. Medienberichten zufolge gingen auch in anderen Städten des Landes Menschen auf die Straßen.

Der Irak belegt auf einer Skala der Organisation Transparency International den zwölften Platz unter den korruptesten Staaten weltweit. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Saddam Hussein durch eine von den USA angeführte Militärkoalition verschwanden nach offiziellen Statistiken umgerechnet mindestens 410 Milliarden Euro in den Taschen zwielichtiger Politiker und Geschäftsleute.
https://www.deutschlandfunk.de/irak-tote-bei-demonstrationen.1939.de.html?drn:news_id=1055044

Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #85 am: 21:39:37 Mi. 02.Oktober 2019 »
Zitat
In der Stadt Nassirija wurden jüngsten Angaben zufolge vier Menschen getötet. Die Opfer hätten Schusswunden erlitten. Damit sind bei den Kundgebungen seit gestern landesweit bereits neun Menschen ums Leben gekommen. In Bagdad feuerten Polizisten bei den Protesten gegen Korruption und Arbeitslosigkeit in die Luft und setzten Tränengas ein. Auch in den Städten Nadschaf und Basra gingen Menschen auf die Straßen. Die Demonstranten hatten sich unter anderem über soziale Netzwerke zu Protesten verabredet. Inzwischen soll in einigen Teilen des Irak der Zugang zum Internet blockiert worden sein.
https://www.deutschlandfunk.de/irak-sicherheitskraefte-gehen-erneut-gegen-demonstranten-vor.2932.de.html?drn:news_id=1055430

Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #86 am: 11:30:22 Do. 03.Oktober 2019 »
Zitat
Bagdad führt nach Protesten nächtliche Ausgangssperre ein
Kaum Jobs, viel Korruption: Im Irak sind Tausende auf die Straße gegangen – und teils mit der Polizei aneinandergeraten. Die Regierung verhängt eine Ausgangssperre.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-10/irak-bagdad-ausgangssperre-proteste-korruption


Hierbei
Zitat
Energiemangel trotz massiver Ölexporte

muß ich an folgendes denken:
Zitat
Zwischen 1845 und 1850 wurden die Iren von einer furchtbaren Hungersnot schwer gebeutelt. Sie kostete über eine Millionen Menschen das Leben und ging als ‘Great Famine’ in die Geschichtsbücher ein.
(...)
Ironischwerweise führten die englischen Großgrundbesitzer in dieser Zeit weiterhin munter Fleisch und Getreide nach England aus. Es gab also eigentlich genug für alle. Man könnte daher meinen, die Briten hätten die Sache schnell in den Griff bekommen können. Doch das Krisen-Management der englischen Regierung war katastrophal, ihre Maßnahmen oft kontraproduktiv. (...)
https://irlandnews.com/irland-info-alles-wichtige-uber-irland-fur-eilige/geschichte-der-grosse-hunger/

Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #87 am: 14:10:03 Do. 03.Oktober 2019 »
Zitat
Den zweiten Tag in Folge sind irakische Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Bagdad mit Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen. In mehreren Teilen der Stadt, aber auch in anderen Provinzen des Landes gingen erneut Tausende auf die Straße, um gegen Korruption und politischen Stillstand zu demonstrieren.

Sicherheitskräfte versuchten mit Tränengas und Schüssen in die Luft, die Proteste aufzulösen. Auf Bildern des TV-Senders Al-Sharqiya war zu sehen, wie Demonstranten eine Straße sperrten und Reifen anzündeten.



In Bagdad erreichten die Protestierenden trotz einer anfänglichen Blockade durch Sicherheitskräfte den zentralen Tahrir-Platz, weitere von ihnen versammelten sich später am Flughafen.

In der sogenannten Grünen Zone, in der neben irakischen Regierungsgebäuden auch mehrere Botschaften liegen, waren verstärkt Sicherheitskräfte im Einsatz.

Bei den Protesten wurden seit Beginn der Woche 19 Demonstranten getötet. Alleine seit Mittwoch starben mindestens zehn Menschen. Es gab zudem mehrere Hunert Verletzte.
https://www.tagesschau.de/ausland/irak-proteste-103.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #88 am: 12:56:50 Fr. 04.Oktober 2019 »
Zitat
In Nassirija wurden sechs Demonstranten erschossen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Zudem habe es Opfer in Amara und Kut gegeben. Die Zahl der Toten insgesamt sei damit auf mehr als 30 gestiegen.
https://www.deutschlandfunk.de/medienbericht-zahl-der-toten-bei-den-proteste-im-irak.2932.de.html?drn:news_id=1055725
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #89 am: 13:37:22 Fr. 04.Oktober 2019 »


Zitat
Der irakische Frühling:
„Das Volk will den Sturz der Regierung!“

In dem von Bürgerkrieg und Korruption gebeutelten Land kämpft die Bevölkerung für menschenwürdige Verhältnisse. Die politische Kaste ist so korrupt wie eh und je.


Die einen riefen „Raus mit dem Iran, Freiheit für Bagdad“. Andere skandierten den Schlachtruf des Arabischen Frühlings: „Das Volk will den Sturz der Regierung!“. Junge und Alte, Männer und auch einige Frauen strebten dem Tahrir-Platz der irakischen Hauptstadt zu, dem „Platz der Befreiung“. In den Straßen konkurrierten Schwaden von Tränengas mit brennenden Barrikaden.

Den nun dritten Tag erschüttert der seit Jahren schwerste Aufruhr den Irak, vor allem die schiitische Bevölkerung in Bagdad und im Süden ist in Rage. Die gewalttätigen Unruhen haben mittlerweile elf der 19 Provinzen des Irak erfasst, ebenso die Pilgermetropole Nadschaf und die Hafenstadt Basra, in der es bereits 2018 wochenlang Tumulte gab. Öffentliche Gebäude wurden gestürmt und Geschäfte verwüstet. Nach offiziellen Angaben starben bisher mindestens 20 Zivilisten und ein Polizist, mehr als 400 Menschen wurden verletzt – die Polizei schießt scharf.

Regierung verhängt Ausgangssperre

In der Nacht zu Donnerstag verhängte die Regierung „bis auf weiteres“ eine generelle Ausgangssperre und ließ in weiten Teilen des Landes das Internet kappen. Trotzdem gingen am Donnerstag offenbar erneut Abertausende auf die Straße, wieder kam es zu blutigen Schlachten mit der Polizei. Bagdads „grüne Zone“, in der viele Ministerien und Botschaften liegen, wurde abgeriegelt. Aktivisten berichteten, es sei immer wieder intensives Gewehrfeuer zu hören.

Die Wut der Iraker richtet sich zum Teil gegen den beherrschenden Einfluss des Iran. Erster Zündfunke war offenbar die plötzliche Entlassung des populären Generals Abdulwahhab al-Saadi, der als Vizekommandeur der Antiterroreinheiten eine Schlüsselrolle beim Sieg über den „Islamischen Staat“ spielte. Er hatte mehrfach das Treiben irantreuer Milizen kritisiert, die daraufhin seine Ablösung verlangten. Diese sogenannten Volksmobilisierungskräfte stehen formal unter irakischem Oberbefehl, werden aber faktisch von Teheran dirigiert. Sie haben eigene Kasernen, werden nach amerikanischen Erkenntnissen vom Iran mit Raketen aufgerüstet und formen einen immer mächtigeren Staat im Staate.

Ungehemmte Korruption der politischen Klasse

Die Unruhen werden aber auch befeuert durch die ungehemmte Korruption der politischen Klasse, die hohe Arbeitslosigkeit sowie das weitflächige Staatsversagen bei der Versorgung mit Strom, Wasser, Wohnungen, Schulen und Krankenhäusern. „Wir fordern Jobs und einen besseren öffentlichen Dienst – das fordern wir seit Jahren und die Regierung tut einfach nichts“, sagte ein Demonstrant der BBC.

Andere meinten, sie fühlten sich wie Fremde im eigenen Land. Nach Informationen des sunnitischen Ex-Abgeordneten Hamid Al-Mutlaq wurde zum Beispiel der gesamte Bauetat 2019 für den Bau von Krankenhäusern veruntreut. Gesundheitsminister Ala Al-Alwan trat zurück, weil er, wie er sagte – so extrem unter Druck gesetzt und bedroht werde, dass er sei Amt nicht ausüben könne. Kein Wunder, dass weite Teile der Bevölkerung jedes Vertrauen in den Staat verloren haben.

Revolte im Irak ist größte Herausforderung für Adil Abdel Mahdi

Für den seit 2018 amtierenden 77-jährigen Ministerpräsidenten Adil Abdel Mahdi ist diese Revolte die bisher größte Herausforderung. Er war angetreten mit dem Versprechen, sich von keinem politischen Lager vereinnahmen zu lassen, die Korruption auszurotten und die Nation zu einen, kann sich aber gegen die mächtigen Mafiainteressen nicht durchsetzen. „Die verletzten Demonstranten und Sicherheitskräfte, alles Söhne unseres Landes, machen mich traurig“, schrieb er auf Facebook, „genauso wie die Zerstörung und Plünderung von öffentlichem und privatem Eigentum“
https://www.fr.de/politik/irakische-fruehling-13063881.html



Zitat
Mittlerweile gibt es mehr als 46 Tote
https://www.derstandard.at/story/2000109475503/mehr-als-30-tote-bei-protesten-im-irak

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