Autor Thema: Soziale Proteste im arabischen Raum  (Gelesen 30445 mal)

Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #165 am: 09:16:42 So. 09.August 2020 »
Zitat
Bislang demonstrierten vor allem junge Libanesen für eine Neuordnung des politischen Systems. Doch nach der Explosion im Hafen von Beirut zeigen auch ältere Menschen ihre Wut über die Ereignisse im Land.
(...)
Am vierten Tag dann, dem Samstag, war die Wut das vorherrschende Gefühl.

Schon die Flugblätter, die ab Freitag in der gesamten Stadt verteilt wurden, setzten den Ton: "Baut die Galgen auf", stand auf ihnen. Während hier jedoch lediglich ein einzelner Protestzug angekündigt wurde, der sich vom hafennahen Viertel Gemayzeh in Richtung Zentrum bewegen sollte, strömten am Samstag vom Nachmittag an die Menschen aus allen Richtungen in die Stadt. Der Märtyrer-Platz, auf dem schon seit Herbst 2019 junge Aktivistinnen und Aktivisten für einen Sturz der Regierung und eine völlige Neuordnung des politischen Systems demonstriert hatten, war rasch überfüllt.
(...)
Mit Einbruch der Dunkelheit eskalierten die Straßenschlachten nochmals, erst im Laufe des Abends gelang es der Polizei und den Sicherheitskräften, die Demonstranten zurückzudrängen. Manche wollten jedoch nicht mitmachen beim Einsatz gegen das wütende Volk. Berichten lokaler Medien und Aktivisten zufolge verweigerten sich die Männer und Frauen der Berufsfeuerwehr der Anweisung, mit ihren Wagen auszurücken und die Löschfahrzeuge als Wasserkanonen einzusetzen - ihre Solidarität sei mit den Demonstranten.
(...)
Und so ging auch die vorerst größte Zuspitzung zunächst nicht von jüngeren, sondern von älteren Libanesen aus: Eine Gruppe pensionierter Soldaten und Offiziere stürmte gemeinsam mit anderen Demonstranten das Außenministerium. Aktenschränke wurden geplündert, das Gebäude wie auch andere Ministerien mehrere Stunden besetzt gehalten. Banken und andere Regierungsgebäude brannten.
(...)
"Dass es Blut geben wird, ist klar. Wir laufen auf ein Massaker zu", sagt die junge Aktivisten Elian Khoury. "Doch wenn wir dieses System dieses Mal nicht besiegen: Wann dann?"
https://www.sueddeutsche.de/politik/libanon-explosion-hafen-proteste-1.4993673

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #166 am: 11:29:21 So. 09.August 2020 »


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Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #167 am: 18:04:22 Mo. 10.August 2020 »

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #168 am: 11:08:55 Fr. 14.August 2020 »
Zitat
Sie besetzten Ministerien, demonstrierten auch am vergangenen Sonnabend wieder zu Tausenden gegen die Klüngelwirtschaft der Eliten, viele Protestierer führten Attrappen von Guillotinen mit sich.
(...)
Aber das noch immer nach in sich vielfach aufgespaltenen Konfessionszugehörigkeiten konstruierte System funktionierte für die breite Bevölkerung immer weniger. Unter neoliberalem Anstrich organisierten sich die jeweiligen Führungsclans mafiös. Laut dem Ökonomen Kamal Hamdan kontrolliert ein Prozent der Libanesen 40 Prozent der nationalen Ressourcen.
(...)
Neuartig an den Massendemos, die das Bild des Libanon seit Oktober 2019 prägten, war, dass sich nicht mehr religiöse Gemeinschaften gegeneinander aufstellten, sondern dass es sich um konfessionsübergreifende Proteste handelte, die das herrschende, hinter religiöser Bigotterie getarnte Clanwesen in Frage stellten und Maßnahmen gegen die Korruption forderten. Mit der damit einhergehenden Stärkung von Gewerkschaften und laizistischen politischen Kräften konnte sich im Libanon erstmals eine wirklich demokratische Perspektive entfalten. Im Zuge der Proteste musste Ende Oktober die Regierung Saad Hariris zurücktreten...
(...)
Da jedoch das Misstrauen von Regierung und Bevölkerung nicht nur des Iran, sondern in breiten Kreisen des Nahen Ostens gegen die mittlerweile 100-jährigen, fatalen Einmischungen des Westens unüberwindlich geworden ist, wäre ein ganz neuer Politikansatz notwendig.
(...)
https://www.freitag.de/autoren/sabine-kebir/sie-haben-guillotinen-dabei
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #169 am: 16:33:56 Do. 27.August 2020 »
Zitat
Revolution der Armen
Libyen: Demonstranten rufen zu Protesten gegen Regierung in Tripolis auf. Kritik an Lebensumständen

(...)
Die Machthaber in Tripolis reagierten mit Gewalt auf die Proteste. Die Demonstration am Sonntag wurde von Milizen durch Schüsse in die Luft aufgelöst, wobei mindestens eine Person verletzt wurde. Aus regierungsnahen Kreisen heißt es, die Proteste seien eine Inszenierung von Provokateuren der Gegenregierung des Generals Khalifa Haftar oder gar Anhängern des getöteten früheren Staatschefs Muammar Al-Ghaddafi. Dagegen spricht, dass sich die Proteste an konkreten sozialen Fragen entzündet haben, für die die Gegenregierung im Osten ebenfalls keine Lösungen parat hat. In Tripolis trugen Demonstranten weiße Fahnen, um ihre Neutralität im innerlibyschen Machtkampf zu demonstrieren. Auch durchgestrichene Poster von Al-Sarradsch, Haftar und dem Sprecher des Repräsentantenhauses in Tobruk, Aguila Salih, waren zu sehen. Schon am Samstag hatten sich die Proteste unter dem Motto »Revolution der Armen« bis in die abgelegene Stadt Sabha ausgeweitet.
https://www.jungewelt.de/artikel/384991.libyen-revolution-der-armen.html
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #170 am: 10:58:40 So. 30.August 2020 »
Zitat
Mordserie an Aktivisten erschüttert den Irak

Bei den Terroranschlägen sterben junge Menschen, die Partei- und Religionsgrenzen überwinden wollen. Als Täter stehen von Iran bezahlte Milizen im Verdacht.


Reham Yacoub ist nur das jüngste Opfer einer Mordserie an Aktivisten und Regierungskritikern im Irak. Fünf Tage vor ihrer Ermordung wurde Tahsin al-Shahmani, ein bekannter Aktivist und dreifacher Familienvater, in seinem Internetgeschäft in Basra mit 20 Kugeln getötet. Seitdem sind die Menschen der Stadt auf den Straßen. Vergangene Woche setzten sie das Parlamentsbüro in Brand und forderten den Rücktritt des Gouverneurs Asaad al-Eidani. Iraks Premierminister Mustafa al-Kadhimi versprach, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, entließ den Polizeichef von Basra und besuchte die Familie der getöteten Reham Yacoub. Doch da griff die Wut bereits auf andere Städte über. Im benachbarten Nasiriya setzten Demonstranten Büros der irannahen Daawa-Partei in Brand sowie Sitze schiitischer Milizen. Die Demonstranten machen sie verantwortlich für die jüngste Mordserie, die Ende Juli auch den bekannten Terrorexperten Hisham al-Hashemi in Bagdad das Leben gekostet hat.
https://www.sueddeutsche.de/politik/irak-terror-1.5011894
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #171 am: 17:21:19 Do. 03.September 2020 »
Zitat
„Wieder einer ihrer Leute“: Der neue Regierungschef im Libanon wird mit massenhaftem Protest empfangen – wie auch sein Besucher, Waffenlieferant Macron
https://www.labournet.de/?p=177531
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #172 am: 20:14:18 Mi. 16.September 2020 »
Zitat
Libyen: Jugend hat genug von Gewalt und Korruption

Ähnlich wie Libanon und Irak erlebt nun auch das Bürgerkriegs-Land Libyen eine Protestwelle gegen Korruption und unwürdige Lebensbedingungen. Allerdings sind die Demonstranten gleich mit zwei Regierungen konfrontiert.




Seit Wochen protestieren überwiegend junge Menschen in unterschiedlichen Städten Libyens auf den Straßen, nun scheint immerhin eine von zwei miteinander rivalisierenden Regierungen darüber eingeknickt zu sein: Unter dem Eindruck der Proteste bot das Kabinett im ostlibyschen Tobruk am Sonntag (12.9.) seinen Rücktritt an. Bis zur nächsten Sitzung des Parlaments - dieses muss dem Rücktritt noch zustimmen - werde die Regierung allerdings im Amt bleiben, erklärte ein Sprecher. Wann dies geschehen soll, blieb zunächst freilich offen.

Das Land besteht seit Jahren aus zwei unterschiedlichen Machtzentren, die sich feindlich gegenüber stehen und von unterschiedlichen auswärtigen Mächten unterstützt und militärisch aufgerüstet werden. Das Kabinett in Tobruk war 2014 nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Gruppen aus der westlich gelegenen Hauptstadt Tripolis in den Nordosten geflüchtet. In Tripolis hat sich seitdem eine zweite, von dem Politiker Fajis as-Sarradsch geführte Regierung gebildet. Diese ist zwar international anerkannt, aber nicht durch Wahlen legitimiert.

Unmut über Korruption und Stromausfälle

Die Demonstranten protestieren gegen eine ganze Reihe von Missständen. Insbesondere wenden sie sich gegen die grassierende Korruption sowie verschlechternde Lebensumstände. Dazu gehören häufige, oft über Stunden anhaltende Stromausfälle und eine ungenügende Wasserversorgung. Zudem steckt das Bankensystem in einer Krise, mit der Folge, dass viele Menschen kaum mehr Bargeld abheben können.


Auch das Gesundheitssystem ist geschwächt - und das in Zeiten, in denen das Coronavirus sich rasch verbreitet. Derzeit sind laut Johns Hopkins University in Libyen knapp mehr als 23.500 Infektionen erfasst, 368 Menschen starben an dem Virus (Stand: 15. September).

Massiver Vertrauensverlust

Bemerkenswert sei, dass der Unmut der Demonstranten sich gegen beide politische Machtzentren richte, sagt Thomas Volk, Leiter des Dialogprogramms Südlicher Mittelmeerraum der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tunesien. "Die Menschen, die in diesen Wochen auf die Straße gehen, verlieren mehr und mehr das Vertrauen in beide Regierungen - die in Tripolis ebenso wie die in Tobruk."

Die Bevölkerung sei müde, so Volk gegenüber der DW. "Seit dem Revolutionsjahr 2011 ist Libyen kaum zur Ruhe gekommen. Friedensverhandlungen und Initiativen sind immer wieder gescheitert, die Menschen sehen keinerlei Fortschritt - weder auf der einen, noch auf der anderen Seite." Seiner Ansicht nach könne man gar nicht mehr von zwei politisch monolithischen Blöcken sprechen. "Die libysche Gesellschaft lässt sich kaum mehr anhand politischer Linien erfassen."

Abstand zu beiden Machtzentren

Einer der Protest-Organisatoren bestätigt dies gegenüber der DW: Es gebe in Libyen derzeit keine Konfliktpartei, kein politisches Gremium und keine religiöse Figur, die die Krise des Landes lösen könne, sagt Ahmed Abu Arqoub, einer der Sprecher und Gründer der "Harak al-Shabaab 23/08", einer am 23. August dieses Jahres gegründeten Jugendbewegung, die Teil der neuen Protestwelle ist. Am 23. August begannen auch die Proteste, zunächst im Westen Libyens.



Aktivist Arqoub betont, dass die Bewegung keinem der beiden libyschen Machtzentren nahestehe. Im Gegenteil: Die bislang prägenden Akteure auf beiden Seiten seien ein gewichtiger Teil des Problems. "Die Lösung kann nur darin bestehen, dass diese Personen sich aus der Politik zurückziehen. Wir lehnen jede politische Lösung ab, an der die alten Konfliktparteien beteiligt sind!"
 
Gewalt gegen Demonstranten

Mit ihren Anliegen stoßen die Demonstranten allerdings mitunter auf massiven Widerstand. In Tripolis wurden sie in der zweiten Augusthälfte laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wiederholt von bewaffneten Gruppen aus dem Umfeld der Regierung von al-Sarradsch angegriffen. Laut HRW wurden 24 Demonstranten dabei verhaftet, nur 13 befänden sich inzwischen wieder in Freiheit. Diese berichteten unter anderem, sie seien in Haft geschlagen worden und hätten versprechen müssen, sich nicht an weiteren Protesten zu beteiligen.

Gerade angesichts solcher Widerstände sei es der Protestbewegung wichtig, die Proteste nicht auf einen der zwei Herrschaftsbereiche in Libyen zu beschränken, betont Aktivist Arqoub. "Beide Teile der Bewegung stehen in engem Kontakt. Wir koordinieren uns und stimmen unsere Ziele ab."

Einfluss ausländischer Akteure

Doch die Demonstranten haben es nicht nur mit innerlibyschen Gegnern zu tun. Libyen steht auch immer stärker unter dem Einfluss ausländischer Akteure. Anfang September warnte Stephanie Williams, die UN-Sonderbeauftragte für Libyen, vor einer "kritischen Phase" in Libyen. Ausländische Kräfte fluteten das Land mit Waffen. Allein seit Juli seien 70 Versorgungsflüge mit Material für General Khalifa Haftar gelandet - er ist der Gegenspieler al-Sarradschs, wird unter anderem von Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt und ist dem Parlament in Tobruk verbunden.

Im Westen des Landes hingegen hätten Kräfte der von Al-Sarradsch geführten Regierung Materiallieferungen aus insgesamt 30 Flugzeugen entgegengenommen. Zu den militärischen Unterstützern al-Sarradschs gehören insbesondere die Türkei und Katar.

Die fortschreitende Militarisierung des Landes verlangt den Demonstranten Mut ab. Doch sie wollen sich davon nicht abschrecken lassen. "Wir sind uns der Komplexität der Lage bewusst", sagt Ahmed Abu Arqoub. "Uns ist völlig klar, dass Libyen unter dem Einfluss regionaler und internationaler Kräfte steht. Genau deshalb sind wir entschlossen, zu allen von ihnen auf Abstand zu gehen. Nur so können wir ihre Pläne durchkreuzen!" Man werde sich keineswegs von einem der beteiligten Akteure instrumentalisieren lassen.

Arqoub selbst lebt freilich im Exil in Moskau - und damit in der Hauptstadt eines ebenfalls zunehmend sichtbar und intensiv am Libyen-Konflikt beteiligten Landes.

"Wir sind eine Bewegung, die nationale Versöhnung, Vereinigung und Wiedergutmachung für konfliktbedingt erlittene Schäden anstrebt", betont Arqoub. Seine Bewegung setze sich gemeinsam mit anderen Protestierenden für bürgerliche Rechte und rechtsstaatliche Prinzipien ein.

"Libyer müssen ihren Weg selbst bestimmen"

Eine Lösung der Konflikte in dem Land könne nur von den Libyern selbst ausgehen, meint auch Thomas Volk von der Adenauer-Stiftung. "Derzeit haben aber eine ganze Reihe ausländischer Akteure enormen Einfluss. Umso mehr kommt es nun auf die Rolle der UN an." Wichtig sei vor allem, die internationale Libyen-Mission (UNSMIL) zu stärken. Diese müsse dann mithelfen, Voraussetzungen für Friedensgespräche zu schaffen. "Welchen politischen Weg das Land dann einschlägt, das müssen die Libyer dann selbst bestimmen."

Aktivist Arqoub sieht dies ähnlich und kündigt bereits neue Demonstrationen an.
https://www.dw.com/de/libyen-jugend-hat-genug-von-gewalt-und-korruption/a-54931565

Zitat
Libyens im Osten ansässige Regierung tritt inmitten der Proteste von Benghazi zurück

Premierminister Abdullah al-Thani habe am Sonntag den Rücktritt der Regierung eingereicht, sagte ein Sprecher des im Osten ansässigen Parlaments.



Libysche Jugendliche blockieren am 12. September 2020 in der libyschen Ostküstenstadt Benghazi eine Straße mit brennenden Reifen, weil sie gegen schlechte öffentliche Dienstleistungen und Lebensbedingungen protestieren. 

Die mit dem libyschen Machthaber Khalifa Hifter verbündete Regierung trat am Sonntag nach tagelangen Protesten in Benghazi und anderen Städten im Osten zurück.

Premierminister Abdullah al-Thani reichte den Rücktritt seiner Regierung bei der Sprecherin des Repräsentantenhauses in Tobruk, Aguila Saleh, ein, sagte ein Parlamentssprecher. Die Gesetzgeber im östlichen Parlament werden die Entscheidung bei ihrem nächsten Treffen überprüfen.

Libyen wird von zwei rivalisierenden Verwaltungen regiert, die jeweils von ausländischen Geldgebern unterstützt werden, die das Land mit illegalen Waffen und Söldnern überschwemmt haben.
(...)
https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2020/09/libya-abdallah-al-thani-government-resign-protests-benghazi.html
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #173 am: 11:44:00 Do. 17.September 2020 »
Die Kämpfe in und um Libyen funktionieren als Lehrstück über politische Machtverhältnisse und Entwicklungen weltweit.

Jetzt kann man sich mal ansehen, wie es mit der "Völkergemeinschaft" oder mit den "westlichen Werten" in der Praxis aussieht.

All diese Global Player, egal welcher Couleur, haben Dreck am Stecken. Es geht um Eigeninteressen und sie schüttern weiter Öl ins Feuer. Auf die Menschen wird geschissen, sie werden verheizt im Spiel der globalen Kräfte. Erdogan und Putin (Putin! Putin!) haben ihre Griffel in diesem blutigen Spiel. Der "freie Westen" ist dabei kein Stück besser. Die schon immer imperialistische und gewalttägige Weltmacht USA fehlt natürlich nicht. Und weiter geht es mit unseren "Europäischen Werten". Die EU unterstützt und finanziert die Warlords, damit sie uns die Migranten aus Afrika vom Leib halten. Und "das freiheitlichste Land, das es je auf deutschem Boden gegeben hat" (Kohl) ist einer der wichtigsten Waffenlieferenten für das Blutbad.

Die Weltgemeinschaft und auch speziell die westlichen Mächte stellten keinerlei Hilfe oder Schutz für die Menschen in Libyen dar, im Gegeteil, sie verschlimmerten deren Situation.

Allein einer militanten Jugendbewegung in Libyen ist es nun gelungen, eine der beiden verbrecherischen Regierungen zum Rücktritt zu zwingen. Unsere Medien heulen bereits:
Zitat
Der international anerkannte Regierungschef Libyens will zurücktreten.
https://www.tagesschau.de/ausland/libyen-ministerpraesident-ruecktritt-101.html
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #174 am: 12:58:37 Sa. 26.September 2020 »
Zitat
Nach Protesten der Bevölkerung wollen die verfeindeten Regierungen in Tripolis und Tobruk beide zurücktreten
https://www.freitag.de/autoren/sabine-kebir/akt-der-selbstermaechtigung

Die Wichtigkeit von Basisbewegungen sollte nie unterschätzt werden.
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #175 am: 11:21:35 Do. 01.Oktober 2020 »
Zitat
Proteste machen Ägyptens Regime nervös

Einmal mehr regt sich Unmut über Staatschef Abdelfattah al-Sisi. Dessen Regime reagiert mit einer Welle von Festnahmen. Auslöser sind unter anderem Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung


Schon seit Jahren wagt es kaum jemand in Ägypten, gegen das autoritäre Regime von Präsident Abdelfattah al-Sisi demonstrieren zu gehen. Denn wer verhaftet wird, dem droht, dass er die eiserne Faust des für seine zügellose Gewalt und Willkür bekannten ägyptischen Sicherheitsapparats am eigenen Leib zu spüren bekommt.
Repressalien

Umso bemerkenswerter sind daher die vergangene Woche aus zahlreichen Provinzen gemeldeten Proteste gegen Al-Sisi, auf die das Regime mit Repressalien und einer wenig zimperlichen Verhaftungswelle reagierte. An sechs Tagen in Folge zogen in Dörfern, Kleinstädten und Außenbezirken von Kairo und Alexandria kleine Gruppen von Demonstranten durch die Straßen und skandierten regimekritische Parolen.(...)
https://www.derstandard.de/story/2000120382144/proteste-machen-aegyptens-regime-nervoes
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #176 am: 09:17:46 Do. 15.Oktober 2020 »
Zitat
Proteste nach gewaltsamem Tod eines Straßenhändlers
In der tunesischen Kleinstadt Sbeitla hatten Behörden einen Kiosk mit einem Bulldozer niederwalzen lassen - während der Besitzer darin schlief. Der brutale Tod des Mannes sorgt für erneute Unruhen in der Region.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/tunesien-proteste-nach-gewaltsamem-tod-eines-strassenhaendlers-a-5a5f47ea-45b9-46ae-8bfb-34faf5434bf5
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #177 am: 13:59:52 Do. 15.Oktober 2020 »
Zitat
Death of a woman in Cairo suburb sparks anger in Egypt



The incident sparked anger across Egypt after it was initially reported by several media outlets as a sex crime.
https://www.aljazeera.com/news/2020/10/15/death-of-woman-in-cairo-suburb-sparks-anger-in-egypt
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #178 am: 16:10:06 Sa. 17.Oktober 2020 »
Beirut: Livestream vom Jahrestag der Libanesischen "Oktoberrevolution"

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #179 am: 10:37:44 So. 18.Oktober 2020 »
Zitat
Tausende versammeln sich zu Anti-Regierungs-Protesten in Pakistan

Die Demonstranten protestieren gegen die steigende Inflation in ganz Pakistan, insbesondere bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Hülsenfrüchten und Gemüse.



https://www.aljazeera.com/news/2020/10/16/thousands-gather-for-anti-government-protest-in-pakistan