Autor Thema: Soziale Proteste im arabischen Raum  (Gelesen 32008 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #180 am: 09:30:06 Di. 27.Oktober 2020 »
Zitat
Bagdad
Tausende im Irak protestieren gegen Regierung

Die Demonstranten werfen der politischen Führung Korruption vor und fordern ihren Rücktritt


https://www.derstandard.de/story/2000121190120/tausende-im-irak-protestieren-gegen-regierung
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #181 am: 17:44:53 Mo. 02.November 2020 »
Achtung, Übersetzungssoftware...

Zitat
Blitz-Proteste wandeln sich zu Zusammenstößen im Irak

BASRA, Irak - Regierungsfeindliche Proteste mündeten am Sonntag in Zusammenstöße in mehreren irakischen Städten, darunter die südliche Hafenstadt Basra und die Hauptstadt Bagdad.

In Basra schossen Polizeibeamte und Truppen in die Luft, um rund 500 Demonstranten, die Steine geworfen hatten, zu zerstreuen, sagten AFP-Korrespondenten.

In der Zwischenzeit kehrten einige hundert junge Iraker zu einem Blitz-Protest auf den Tahrir-Platz in Bagdad zurück, wo sie kurzzeitig mit den Sicherheitskräften aneinandergerieten.

Die Behörden hatten eine groß angelegte Operation durchgeführt, um ein jahrelanges Anti-Regierungslager von dem Platz - dem Epizentrum der Protestbewegung - zu räumen, und hatten es erst einen Tag zuvor wieder geöffnet.

Weiter südlich in Hilla marschierten Hunderte von Studenten mit Transparenten, auf denen die Ermordung und Entführung von Aktivisten in den letzten Monaten angeprangert wurde.

"Wir werden hier bleiben, für das Blut unserer Märtyrer und die Liebe zu unserem Land", sagte Abrar Ahmed, ein Student, der in der Stadt demonstrierte.

"Es ist unsere Revolution, und wir müssen sie fortsetzen, da keine einzige unserer Forderungen erfüllt wurde", fügte sie hinzu.

Ein ähnlicher Protest fand in der Stadt Kut statt, wo sich Dutzende von Demonstranten einfanden, um Gerechtigkeit für etwa 600 Demonstranten zu fordern, die im vergangenen Jahr bei protestbedingten Gewalttätigkeiten getötet wurden.

Im Oktober 2019 brachen in Bagdad und im Süden der schiitischen Mehrheit des Irak beispiellose Demonstrationen aus, als die Demonstranten Arbeitsplätze, grundlegende Dienstleistungen, eine völlige Überholung der herrschenden Klasse und ein Ende der Korruption forderten.

Für die Todesopfer bei diesen Kundgebungen wurde praktisch keine Rechenschaft abgelegt.

Zwei weitere Aktivisten wurden in den letzten Tagen in Kut erschossen.

Vor einer Woche jährte sich die "Oktoberrevolution" zum ersten Mal vor einem Jahr, als Tausende auf die Straßen der südlichen Städte und der Hauptstadt zogen.

Doch die Behörden stellten rasch die Ruhe wieder her und setzten sich in großer Zahl auf den Plätzen und Kreuzungen ein, die einst die Brennpunkte der regierungsfeindlichen Kundgebungen waren.

Abdallah Ahmed, ein weiterer Student, der am Sonntag in Hilla protestierte, bestand darauf, dass die Bewegung noch lange nicht vorbei sei.

"Wir gedenken nicht der Revolution - wir setzen sie fort", sagte er der AFP.

In der südlichen Brennpunkt-Stadt Nasiriyah haben Demonstranten auf einer Hauptverkehrsstraße Reifen angezündet, um die Arbeitslosigkeit und die schlechten öffentlichen Versorgungsangebote anzuprangern.

Der Irak ist eines der ölreichsten Länder der Welt, leidet aber seit Jahrzehnten unter chronischem Wasser- und Strommangel.

Die neue Coronavirus-Pandemie und die fallenden Ölpreise haben in diesem Jahr einen hohen Tribut gefordert, und die Armutsraten werden voraussichtlich auf 40 Prozent steigen. 
https://www.rudaw.net/english/middleeast/iraq/02112020
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #182 am: 13:15:51 Mi. 16.Dezember 2020 »
Zitat
In Kurdistan begehrt die Jugend gegen die Herrschenden auf

Wie ein Lehen haben die beiden grossen Kurdenparteien im Nordirak die Region und ihren Reichtum unter sich aufgeteilt. Die Verlierer sind die Jugendlichen, doch sind sie immer weniger bereit, dieses System des Klientelismus hinzunehmen.



Bei den jüngsten Protesten wurde auch das Büro der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP) in Suleimaniya in Brand gesteckt.

Die kurdische Regionalregierung in Erbil ist pleite. Schon seit Monaten kann sie die staatlichen Angestellten und Pensionäre nicht mehr voll bezahlen. Anfang des Monats reichte es den Lehrern in Suleimaniya, Tausende gingen in der zweitgrössten Stadt der Region auf die Strasse. Die Sicherheitskräfte des kurdischen Teilstaats im Nordirak gingen daraufhin mit Tränengas, Gummigeschossen und teilweise mit scharfer Munition gegen die Demonstranten vor. Ein Dutzend Personen wurde getötet, die Lage bleibt angespannt.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Unmut über die ausbleibenden Gehaltszahlungen auf der Strasse entlädt. In den vergangenen drei Jahren haben Ärzte, Lehrer und andere öffentliche Bedienstete immer wieder gegen die Regierung protestiert. Wie im Rest des Landes ist der öffentliche Sektor in Kurdistan aufgebläht. Mindestens 1,3 Millionen Einwohner – mehr als ein Viertel der arbeitsfähigen Bevölkerung – verdienen ihren Lebensunterhalt beim Staat, Zehntausende beziehen Pensionen oder Hinterbliebenenrenten.

Streit um Öleinnahmen mit Bagdad
(...)
KDP und PUK herrschen wie Lehensherren
(...)
Während die Barzanis, Talabanis und ihre hohen Parteifreunde immer reicher wurden und die Macht in Partei und Regierung vom Vater auf den Sohn oder den Neffen überging, finden die Jugendlichen keine Jobs und müssen erleben, wie ihre Väter nicht mehr wissen, wie sie die Familie durchbringen sollen. Die Wut der Jugendlichen entlud sich nun vor allem an der von der PUK kontrollieren Peripherie.

In Städten wie Kalar, Derbendikhan, Kifri, Chamchamal, Said Sadik oder Rania, alle berühmt für ihre lange Geschichte der Rebellion, steckten sie Parteibüros und öffentliche Gebäude in Brand. Die Sicherheitskräfte rückten mit Militärfahrzeugen an, die sie für den Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat erhalten hatten, und schossen scharf. Zehn Demonstranten wurden getötet, der jüngste war gerade einmal 13 Jahre alt. Auch zwei kurdische Soldaten kamen ums Leben.

Gewaltsame Unterdrückung der Proteste

Ministerpräsident Masrur Barzani erklärte zwar, friedliche Proteste seien ein Grundrecht, nannte die Unzufriedenen aber Randalierer und verbreitete Verschwörungstheorien. Hunderte von Demonstranten wurden festgenommen, unter ihnen auch Journalisten. Zudem durchsuchten Sicherheitskräfte den oppositionellen Fernsehsender NRT in Suleimaniya und machten ihn dicht. Drei weitere Sender warnte die Regierung davor, über die Unruhen zu berichten. Andernfalls müssten sie mit «schweren rechtlichen Konsequenzen» rechnen.

Angesichts des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte sind die Proteste abgeflaut. Die kurdische Regierung hat Reformen versprochen. Doch die jungen Kurden haben das Vertrauen in das bestehende System verloren. Damit sie es zurückzugewinnen, müssten die Mächtigen ihre schon oft wiederholten Ankündigungen endlich umsetzen und den Privatsektor und die Rechtsstaatlichkeit stärken. Mit Versprechungen allein werden sie die unzufriedene Jugend auf Dauer nicht ruhigstellen können – auch nicht mit Repression.
https://www.nzz.ch/international/proteste-im-nordirak-die-jugend-begehrt-gegen-die-elite-auf-ld.1592199

Weitere Berichte zum Thema:
https://anfdeutsch.com/kurdistan/antiregierungsproteste-in-sudkurdistan-dauern-an-23189
https://anfdeutsch.com/kurdistan/wut-wegen-angriff-auf-selbstverwaltung-von-Sengal-wachst-23199
https://anfdeutsch.com/kurdistan/blutige-bilanz-in-basur-zwei-tote-dutzende-verletzte-23210
https://anfdeutsch.com/kurdistan/sudkurdistan-zahl-getoteter-demonstranten-steigt-auf-sechs-23226
https://anfdeutsch.com/kurdistan/sudkurdistan-proteste-vier-stadte-fur-24-stunden-abgeriegelt-23239
https://anfdeutsch.com/kurdistan/abgeordnete-bestreiken-sudkurdisches-parlament-23246
https://anfdeutsch.com/kurdistan/achtes-todesopfer-bei-protesten-in-sudkurdistan-23250
https://anfdeutsch.com/kurdistan/sudkurdistan-weiterer-demonstrant-bei-protesten-getotet-23271
https://anfdeutsch.com/kurdistan/silemani-tranengas-gegen-demonstrierende-23283

Bilder von den Protesten:

















In Südkurdistan ist ein weiterer Demonstrant bei einem Protest gegen die politische Elite in Hewlêr von Sicherheitskräften der Autonomieregierung getötet worden. Der 21 Jahre alte Miran Muhammad starb am Donnerstag in der Stadt Kirfrî in der Germiyan-Region durch einen Kopfschuss.



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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #183 am: 09:44:40 So. 20.Dezember 2020 »
Zitat
Libanon
Proteste gegen höhere Studiengebühren im Libanon schlagen in Gewalt um

Der Libanon steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Jetzt soll auch noch das Studieren teurer werden. Demonstranten bewarfen Polizisten mit Flaschen.


https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-12/libanon-proteste-studiengebuehren-wirtschaftskrise-demonstranten
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #184 am: 18:16:18 Mi. 24.Februar 2021 »
Zitat
Algerien
Tausende protestieren gegen Staatschef Tebboune
Vor zwei Jahren hatten die Algerier ihren Langzeitherrscher Bouteflika aus dem Amt gejagt – nun finden zum Jahrestag neue Demonstrationen statt. Nachfolger Tebboune versucht sich mit Neuwahlen zu retten.


Auf den Jahrestag genau sind in Algerien wieder Tausende Menschen für politische Reformen auf die Straße gegangen. Sie forderten am Montag im Zentrum der Hauptstadt Algier unter anderem ein Ende des »Militärstaates«. Mit Sprechchören wandten sie sich auch gegen Präsident Abdelmadjid Tebboune, den die Protestbewegung als Teil alter Seilschaften sieht.
https://www.spiegel.de/politik/ausland/algerien-abdelmajid-tebboune-tausende-protestieren-gegen-staatschef-a-eb6d6529-9da9-43ef-8d39-e56bad82b19c
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #185 am: 12:31:41 Fr. 26.März 2021 »
Zitat
Nordwestsyrien: Lehrer im Streik, da jeder dritte Lehrer ohne Bezahlung arbeitet
https://reliefweb.int/report/syrian-arab-republic/north-west-syria-teachers-strike-one-three-teachers-working-without-pay
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #186 am: 16:02:15 Mi. 07.April 2021 »
Lehrerstreik in Marokko.
Sie haben das Demonstrationsverbot gebrochen.
Leider kann ich den Text hier nicht einkopieren. Nach der Paywall die nächste Unsitte: Sperrung von Cut & Paste.


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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #187 am: 17:36:28 Sa. 10.April 2021 »
Der Maghreb bleibt unruhig.
Proteste in Algerien:

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