Autor Thema: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?  (Gelesen 995 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?
« am: 22:35:14 Mo. 12.September 2005 »
junge welt: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?

In Bayern haben Rechte offenbar Radmuttern am Wagen von Siegfried Stoiber gelöst

Siegfried Stoiber hat mit seinem Namensvetter Edmund politisch nicht viel gemein. Er ist Direktkandidat im Wahlkreis Cham bei Regensburg für die Linkspartei. Am vergangenen Donnerstag war er mit seinem Wagen unterwegs, um zerstörte Wahlplakate zu ersetzen. Eine Routineübung, denn die Stelltafeln der Linkspartei werden in der Region regelmäßig abgeräumt und zerstört. Neu war allerdings, daß an seinem Wagen gleich vier Radmuttern gelöst waren. Stoiber und seine Genossen gehen von einem Anschlag durch Neonazis aus, auch die Polizei ermittelt in diese Richtung. »Es ist gar nicht auszudenken, was hätte passieren können. Ein Unfall hätte nicht nur Siegfried Stoiber, sondern möglicherweise auch anderen Personen Schaden zufügen können«, reagierte Eva Bulling-Schröter, bayerische Landeschefin der Linkspartei, erschrocken.

Der Anschlag wäre der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Einschüchterungsversuchen gegen den Direktkandidaten. Auf einer Wahlkampfveranstaltung im Feriendorf Sattelbogen sah sich Stoiber am 4. September rund 20 jungen Neonazis gegenüber. Auch zu einer weiteren Veranstaltung in der Woche darauf kam eine Abordnung von sechs Kurzgeschorenen. Stoiber findet das Auftreten der Neonazis nicht erstaunlich: »Das ist reiner Selbsterhaltungstrieb«. Die Rechten hätten in der Region vor allem unter Jugendlichen das Sagen gehabt, berichtete Stoiber am Montag gegenüber jW. »Auch bei uns werden die Geldbeutel kleiner und die Getränke teurer, und der Jugendarbeit wird der Hahn zugedreht, da kommen die Rechten mit Kameradschaft und Geländespielen gut an«. Im Prinzip seien es zwei NPD-Funktionäre, die hinter den Jugendlichen stehen würden. Die meisten von ihnen seien »keine fertigen Neofaschisten«; mit einer vernünftigen antifaschistischen Arbeit könne man sie zurückgewinnen. Mit der Linkspartei und seiner Kandidatur sei die Hegemonie der Neonazis gefährdet. »Die Nazis sind stinksauer« berichtete er weiter, weil ihre Einschüchterungsversuche nach hinten losgegangen seien. Die Presse habe ihr Auftreten auf den Wahlkampfveranstaltungen als bedrohlich dargestellt und heftig kritisiert. Insofern seien ihre Besuche im Ergebnis eher Propaganda für die Linkspartei gewesen. Stoiber selbst hat auch nach dem vermuteten Anschlag keine Angst: »Ich lasse mich doch von solchen Kasperln nicht einschüchtern.« Statt dessen will er in die Offensive gehen und gemeinsam mit der Antifa Regensburg im Oktober eine Veranstaltung zum Schutz der Jugend vor braunen Rattenfängern organisieren.

13.09.2005 Wera Richter

Frauenpower

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Re: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?
« Antwort #1 am: 11:30:24 Mi. 02.Oktober 2019 »
Der Thread ist schon älter, die Probleme aber aktuell.
Im Sommer wurde publik, dass Linken-Mitglieder Opfer von Angriffen wurden:
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_86011184/leipzig-linke-mitglieder-in-leipzig-angegriffen-partei-vermutet-neonazis.html
Zitat
Es war eine große Gruppe: Zehn bis fünfzehn Täter haben in Leipzig drei Mitglieder der Linken angegriffen. Die Partei hat bereits eine Vermutung, wer hinter der Tat stecken könnte.

und auch hier gibt es Morddrohungen:
https://soeslinkeplus.de/2019/09/pm-erneute-morddrohungen-gegen-luigi-pantisano-kaputt-brutal-und-menschenverachtend/
Zitat
„Die neuerlichen Morddrohungen gegen Luigi Pantisano sind brutal, menschenverachtend und krank“, kommentiert Thomas Adler, Fraktionssprecher von die FrAKTION die erneuten Drohungen gegen Luigi Pantisano.

Gegen PoltikerInnen anderer Parteien gibt es die auch.

Nun auch noch das: ein alter, weißer Mann der Reichenpartei FDP ermahnt im Bundestag Martina Renner von Die Linke und droht mit Ordnungsgeld oder Sitzungsausschluss, weil sie einen Antifa-Button am Revers trug!!
Zitat
BERLIN taz | Schon lange nicht mehr dürfte ein kleiner Politbutton für so große Aufregung gesorgt haben wie am Donnerstagsabend im Bundestag. Weil Martina Renner (Linke) am Rednerpult einen Anstecker der Antifa am Revers trugt, wurde sie von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) zur Ordnung gerufen. Er kündigte zudem an, dass er sich „weitergehende Ordnungsmaßnahmen“ vorbehalte. Möglich wären ein Ordnungsgeld in Höhe von 1.000 Euro sowie ein Sitzungsausschluss.

Den Button mit einer roten und einer schwarzen Fahne in einem schwarzen Kreis trug Renner zwar gut sichtbar am rechten Revers. Da er aber nur münzgroß ist, war er allenfalls aus der Nähe erkennbar. Renner hatte in ihrer Rede zu einem Antrag der AfD-Fraktion Stellung bezogen.

Wer rügt die Mittepopulisten die die dt. Fahnefarben am Revers tragen?? Ich will das nicht sehen! ICH bin Europäerin bzw. Cosmopolitin n einer globalisierten Welt in der auch die BRD intensiv vom Export profitiert!
Für einen Bundestag der sich bis auf eine läppische Partei zu Europa bekennt sind diese dt.fahenfarben Stickers völlig daneben!!!

Außerdem heißt es aus auch aus Reihen der BundestagspolitikerInnen: Aufstehen gegen rechts! Sollte das mit dem Antifa-Sticker Konsequezen haben sehe ich hier eine Verletzung des Antidiskriminierungsgesetzes.


Frauenpower

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Re: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?
« Antwort #2 am: 13:30:24 Mi. 06.November 2019 »
Das Leipziger Linke Büro mit Sören Pellmann soll auch wieder angegriffen worden sein!  :'( >:(

er bekam auch Morddrohungen siehe seine website www.soeren-pellmann.de - ich meine aber nur von den Morddrohungen an Mohring, Roth und Özdemir und anderen PoltikerInnen zu hören .. aber ihn und andere Linke betrifft es eben auch

Frauenpower

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Re: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?
« Antwort #3 am: 03:49:40 Di. 26.November 2019 »
https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/03/brandanschlaege-linken-politiker-kocak-vorwuerfe-sicherheitsbehoerden.html
Zitat
Brandanschlag gegen Linken-Politiker in Neukölln
 Sicherheitsbehörden haben Anschlagsopfer nicht gewarnt 
Monatelang hatten zwei bekannte Rechtsextreme nach ARD-Informationen den Berliner Linken-Politiker Ferat Kocak ausgespäht - unter den Augen von Polizei und Verfassungsschutz. Doch gewarnt wurde Kocak nicht. Eines Tages brannte sein Auto.
(März 2019)

Zitat
Ferat Kocak sagt, seit dem Anschlag plagten ihn Schuldgefühle. Der Psychologe rate zwar, das nicht so zu formulieren, aber „im Prinzip habe ich meine Eltern ja in Lebensgefahr gebracht“. Weil er zum Zeitpunkt des Anschlags bei ihnen wohnte und weil die Flammen von seinem Auto auf die Garage übergesprungen waren und fast auch auf die Gasleitung und das Wohnhaus gleich daneben. Wäre Ferat Kocak damals ein bisschen später aufgewacht, seine Eltern und er hätten es vielleicht nicht mehr ins Freie geschafft.

„Die Angst ist geblieben“, sagt Kocak jetzt, ein Jahr später, beim Treffen in einem Südneuköllner Café. Außerdem sei da Unverständnis: Wie kann es sein, dass die Täter immer noch frei herumlaufen? Dieses Unverständnis wächst mit jedem Detail, das Ferat Kocak über den Fall und die Ermittlungen erfährt.
https://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/brandserie-in-neukoelln-das-feuer-der-verdacht-und-das-vertrauen-in-den-staat/23962854.html
(Februar 2019)


Troll

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Re: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?
« Antwort #4 am: 10:05:27 Di. 26.November 2019 »
Alles Linke steht derzeit auf der Abschußliste, selbst die Werbeprospekte der Linksblinker, es wird die fiktive "Möglichkeit" einer Alternative präventiv bekämpft, den Machthabern zerfällt weltweit ihr Trugbild, nun schlagen wie blindlings um sich und die aufkommenden Rechten helfen begeistert.
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Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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Kuddel

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Re: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?
« Antwort #5 am: 12:32:32 Di. 26.November 2019 »
Alles Linke steht derzeit auf der Abschußliste...

Richtig gruselig wird es dadurch, daß Faschisten und Staat Hand in Hand arbeiten.
Das Finanzamt entzieht der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten die Gemeinnützigkeit.
Die CDU versucht die antifaschistische Bewegung zu kriminalisieren.
Ein Gericht hebt das polizeiliche Verbot eines faschistischen Aufmarschs auf.

Frauenpower

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Re: Anschlag auf Kandidaten der Linkspartei?
« Antwort #6 am: 14:29:08 Di. 26.November 2019 »
ja, das ist erschreckend die Mischung Staat und Behörden :(

und einige meinen sogar Ähnlichkeiten mit der Weimarer Republik in gegenwärtigen etwaigen Entwicklungen erkennen zu können. Habe dazu mal wikpedia gelinst (mal so als ersten groben Überblick)
Dabei fiel mir dieser Satz auf:
Zitat
Auf der Linken hatten die Kämpfe während der Novemberrevolution zu einer unversöhnlichen Haltung der Kommunisten gegenüber den Sozialdemokraten geführt, die sie von einem gemeinsamen Vorgehen gegen die Feinde der Republik abhielten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Weimarer_Republik

vieles wird links genannt, aber links ist eben nicht gleich links. Es gibt sicherlich Überschneidungen in den Themen aber die Zielsetzungen könnten andere sein - die einen Kommunismus, die anderen sozialistische Demokratie und letztendlich ist alles was sich pro Mensch, Natur, Gesellschaft, Internationales einerseits meiner Meinung nach auch links - und alles heißt links.

Und das nächste ist, dass die Partien alle einen rechten bzw. linken Flügel haben. Auch die SPD. Der rechte Flügel ist der Seeheimer Kreis. Für links gibt es dann noch das linke Forum 21 nennt sich das glaube ich. Für Agenda 2010 / H4 ist bei der SPD der Seeheimer Kreis verantwortlich kann man meine ich sagen, bzw. in wikipedia lesen.

jedenfalls .. vielleicht sollten sich ähnlich interessierten Parteien eher zusammen tun, als sich weiter voneinander entfernen ... Solidarität sei doch immer besser als das Gegenteil!