Autor Thema: Abschiebung  (Gelesen 157861 mal)

ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #30 am: 10:47:15 Mi. 11.April 2007 »
"Was wir alleine nicht schaffen, schaffen wir zusammen" - unter diesem Motto feierten am Dienstag in Hamburg mehrere hundert Schüler mitten auf dem Rathausmarkt einen ersten Teilerfolg im Kampf gegen die drohende Abschiebung afghanischer Mitschüler. Innensenator Nagel, der 35 afghanische Familien abschieben wollte, hat dies erst einmal für ein Jahr ausgesetzt. Mehrfach waren Tausende Schüler dagegen auf die Straße gegangen und hatten breit Unterschriften gesammelt.

rf-news 5.4.07
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ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #31 am: 10:54:31 Mi. 11.April 2007 »
Die Bewohner des Dorfes Montfort in der Bretagne kämpfen mit Petitionen, Demonstrationen, Picknicks und Konzerten für die Rückkehr von 23 Migranten aus Mali, die Anfang März einfach abgeschoben wurden. Alle 23 Malier waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt, hatten jedoch keine Papiere. Empört hat die Menschen, wie die Afrikaner von der Polizei behandelt wurden. 1.500 Einwohner (von 6.500) nahmen an der Demonstration teil.

rf-news 7.4.07
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Paul Brömmel

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Abschiebung
« Antwort #32 am: 11:07:39 Mi. 11.April 2007 »
"sozialversicherungspflichtig beschäftigt, hatten jedoch keine Papiere"
Da frag ich mich aber,wie so was geht ? Frankreich-Land der Wunder ?   ?(

ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #33 am: 16:33:36 Do. 12.April 2007 »
Die Abschottung Europas wird immer perfekter und repressiver. Und vor allem tödlicher. Ein aktueller Lagebericht von der Situation an der spanischen Südgrenze Europas:

 http://de.indymedia.org/2007/04/172911.shtml
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Kuddel

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  • Fischkopp
Abschiebung
« Antwort #34 am: 20:13:29 Do. 12.April 2007 »
Zitat
Original von Paul Brömmel
"sozialversicherungspflichtig beschäftigt, hatten jedoch keine Papiere"
Da frag ich mich aber,wie so was geht ? Frankreich-Land der Wunder ?   ?(

Paul,
wie es bei dem konkreten Fall sein mag weiß ich nicht. Aber in den Ländern, die eine viel längere Erfahrung mit Migration im großen Stil haben, entwickkelten sich längst Realitäten, die wir uns kaum vorstellen können. In Italien gibt es so erfolgreiche Arbeit von Flüchtlingsgruppen, die oftmals von Katholischen Priestern unterstützt werden, daß selbst Bürgermeister und lokale Polizeibehörden entgegen den Weisungen der Regierung handeln und die Menschen ohne Aufenthaltsrecht Arbeiten lassen.
In Kalifornien gab es sogar einen speziellen Führerschein für Migranten ohne Aufenthaltsrecht. Der ist jedoch nach Amtsantritt von Schwarzenegger wieder abgeschafft worden.

Kater

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Abschiebung
« Antwort #35 am: 14:46:47 Fr. 20.April 2007 »
Zitat
EU erschwert Flüchtlingen den Weg nach Europa
Freitag 20. April 2007, 14:38 Uhr
von AFP  
 
Die Europäische Union erschwert Flüchtlingen weiter den Weg nach Europa: Die EU-Innenminister ebneten in Luxemburg den Weg für schnelle Eingreifteams, die Einwanderer unter anderem aus Afrika und Osteuropa noch vor Erreichen der Grenzen abfangen sollen, wie der Ratsvorsitzende Wolfgang Schäuble (CDU) mitteilte. Die Mitgliedstaaten stellen der EU-Grenzschutzagentur Frontex dafür 450 Beamte zur Verfügung. Die deutsche Bundespolizei hält laut einem Sprecher Schäubles einen Pool von 100 Beamten bereit.

EU-Staaten, die eine hohe Zahl illegaler Einwanderer fürchten, können sich nach dem Beschluss künftig an Frontex wenden. Die Behörde entscheidet dann über einen Einsatz. Die Eingreifteams dürften vor allem von Staaten wie Spanien, Italien und Malta angefragt werden, in die über das Mittelmeer oder den Atlantik jährlich tausende Flüchtlinge kommen. "Die Bürger erwarten von Europa einen effektiven Schutz der gemeinsamen Außengrenzen", erklärte Schäuble. Vor einem Einsatz der Grenzschützer muss am kommenden Donnerstag noch das Europaparlament zustimmen. Der Rat dürfte den Plan bis Juni formell verabschieden.

Für Patrouillen unter anderem im Mittelmeer und im Atlantik haben die EU-Staaten Frontex insgesamt 116 Schiffe, 27 Helikopter und 21 Flugzeuge zugesagt. Deutschland stellt vier Hubschrauber und zwei Schiffe, die aus technischen Gründen aber nur in Nord- und Ostsee patrouillieren können. Die Innenminister diskutierten auch die Möglichkeit zu einer Satellitenüberwachung der Seegrenzen. Auch die Lage der Flüchtlinge aus Irak kam zur Sprache. Organisationen wie Pro Asyl und Amnesty International werfen der EU vor, zu wenig für die monatlich 50.000 Iraker zu tun, die vor Terror und Gewalt fliehen.

http://de.news.yahoo.com/20042007/286/politik-eu-erschwert-fl-chtlingen-europa.html

Kater

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Abschiebung
« Antwort #36 am: 15:36:23 Fr. 11.Mai 2007 »
Phoenix: Fr, 11.05.07, 21.00 Uhr

Sa, 12.05.07, 08.15 Uhr
Mi, 16.05.07, 14.00 Uhr

Zitat
Schattenmenschen - Illegal in Deutschland

Schätzungsweise eine Million Menschen lebt ohne gültige Papiere in Deutschland. Der Film begleitet drei von ihnen durch den Alltag. So verschieden die Schicksale sind - eines ist allen gemeinsam: die ständige Angst vor Abschiebung und die Ungewissheit ihrer Zukunft.

In Valéries Leben ist gerade viel passiert. Das erste Mal ist sie von zu Hause weg. Mit neunzehn. Bei Nacht und Nebel hat die junge Frau die Wohnung ihrer Eltern im Ruhrgebiet verlassen. Sie hat es satt, unter deren Aufsicht schier zu ersticken. Nur nicht auffallen, bloß nichts anstellen war die Lebensdevise zu Hause. Erst mit fünfzehn erfuhr sie warum: Seit neun Jahren lebt die afrikanische Familie illegal in Deutschland. Wie lange Valérie die nagende Angst, entdeckt zu werden, noch durchhält, weiß sie nicht. Sie würde abgeschoben - in ein für sie fremdes Land.

Elisa ist 42 Jahre alt und stammt aus Südamerika. In Deutschland lebt sie seit nunmehr 13 Jahren. Illegal. Ihr Zimmer ist 12 Quadratmeter groß. Ein Bett, ein Schrank, ein Fernseher. Von dem, was Elisa hier als Haushaltshilfe verdient, kann ihre Tochter daheim studieren. Doch jetzt ist Elisa krank. Vor wenigen Wochen wurde ihr die Gebärmutter entfernt. 4.000 Euro hat die Operation gekostet. Das Geld musste sie selbst zahlen, denn Illegale kennen keine Krankenversicherung. Und keine Arbeit bedeutet auch kein Geld! Also beißt Elisa die Zähne zusammen und arbeitet weiter.

Für Nikolai dagegen scheint das Ganze ein großes Abenteuer zu sein. Auch der Abschiebeknast kann ihn nicht erschrecken. Den kennt er nämlich schon. Trotzdem kam er zurück. Nikolai stammt aus der Nähe von Lwow in der Westukraine. Er ist zum zweiten Mal in Deutschland. Diesmal ging er zu Fuß durch Polen. Seit er im Westen ist, jobbt er sich von Baustelle zu Baustelle. Jetzt will er nach Italien, weil ihm Bekannte dort einen Job besorgen wollen. Und so macht er sich als "Illegaler" auf den Weg durch die EU.

http://www.phoenix.de/schattenmenschen/2007/05/11/0/130485.1.htm

ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #37 am: 10:47:22 Di. 15.Mai 2007 »
14.05.07  
Die Beschäftigten des Werks Métal Couleur Système in der französischen Stadt Bonneuil haben erfolgreich für die Wiedereinstellung von 19 Kollegen gestreikt, die keine gültigen Einwanderungspapiere hatten. Einige von ihnen hatten schon 10 Jahre in dem Unternehmen gearbeitet. Der Unternehmer gab ihnen die schwerste Arbeit und zahlte nur den gesetzlichen Mindestlohn.
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ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #38 am: 18:51:58 Mi. 16.Mai 2007 »
EU-Kommission will Beschäftigung illegaler Einwanderer hart bestrafen

Firmen und Privatleute in der Europäischen Union, die illegale Einwanderer beschäftigen, sollen künftig hart bestraft werden. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den die EU-Kommission in Brüssel vorlegte. So müssen die unterschlagenen Sozialabgaben und die Kosten der Abschiebung ersetzt werden.
DLF Nachrichten
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Kater

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Abschiebung
« Antwort #39 am: 19:04:21 Do. 17.Mai 2007 »
Zitat
Karawane zum G8-Gipfel startet in Neuburg
Donnerstag 17. Mai 2007, 17:42 Uhr
 
Neuburg (ddp-bay). Die Karawane Tour 2007 startet am Freitag (18. Mai, 10.30 Uhr) im bayerischen Neuburg ihre Reise nach Heiligendamm zum G8-Gipfel. Mit ihrer Tour durch 16 deutsche Städte wollen Flüchtlinge und Migranten gegen die Politik der Gruppe der G8 protestieren, wie die Initiatoren mitteilten. «Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört», lautet ihr Motto. Außerdem wollen Aktivisten auf die Lagerunterbringung für Flüchtlinge aufmerksam machen, auf Unterdrückung und Abschiebung. Start der Karawane sei in Neuburg, weil sich hier das größte Flüchtlingslager Südbayerns befinde.

http://de.news.yahoo.com/17052007/336/karawane-g8-gipfel-startet-neuburg.html

website der karawane-tour 2007:

http://thecaravan.org/taxonomy/term/2

ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #40 am: 16:25:50 Di. 12.Juni 2007 »
Beim Fototermin Heiligendamm brabbelten die Politiker was von "Afrika helfen" und "Armut bekämpfen". Und ein paar Tage später beschließt man gegen die Armen aus Afrika militärisch vorzugehen:

Zitat
Die EU-Innenminister haben den Weg für den Einsatz von schnellen Eingreiftruppen an den Außengrenzen frei gemacht. Bei ihren Beratungen in Luxemburg über eine gemeinsame europäische Migrations- und Asylpolitik kamen sie ferner überein, künftig bei Abschiebungen und Ausweisungen enger zusammenarbeiten. Dazu soll die Grenzschutzagentur Frontex unter anderem den Bedarf für gemeinsame Abschiebeflüge ermitteln.
DLF-Nachrichten
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Troll

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Abschiebung
« Antwort #41 am: 09:28:18 Mi. 13.Juni 2007 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Beim Fototermin Heiligendamm brabbelten die Politiker was von "Afrika helfen" und "Armut bekämpfen". Und ein paar Tage später beschließt man gegen die Armen aus Afrika militärisch vorzugehen:


Passt schon, ist die übliche Methode des Westens zu demokratisieren, inovativ und fortschritlich, es kommt nur modernes Mörderspielzeug zum Einsatz.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #42 am: 12:09:26 Mi. 13.Juni 2007 »
Verschiedene Flüchtlings- und Migrantenorganisationen rufen für den 14. Juni zu einer Kundgebung in Berlin gegen geplante Verschärfungen des Zuwanderungsgesetzes auf. Die Gesetzesänderungen sollen an diesem Tag vom Bundestag verabschiedet werden. Kundgebung vor dem Bundesinnenministerium Alt-Moabit 101, 14. Juni, 16.30 Uhr. (Aufruf- und Mobilisierungsseite: http://demos.bleiberechtsbuero.de/)
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ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #43 am: 11:50:49 Fr. 15.Juni 2007 »
„Ein Nigerianer stirbt qualvoll, während er nach Jahren illegalen Aufenthalts in Spanien auf einem Linienflug in seine Heimat deportiert wird. Er war bei der Abschiebung geknebelt und gefesselt, um ihn saßen vier Polizisten. Deren Befund: Selbstmord…“
http://www.taz.de/dx/2007/06/13/a0119.1/text
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regenwurm

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Abschiebung
« Antwort #44 am: 12:59:58 Fr. 15.Juni 2007 »
Zitat
Er war bei der Abschiebung geknebelt und gefesselt, um ihn saßen vier Polizisten. Deren Befund: Selbstmord…“

LINK zu der Kampagne »Deportation Class - Stoppt das Geschäft mit Abschiebungen«

Fluggesellschaft stellt Abschiebungen ein!

„Letzter Aufruf für den Abschiebeflug...“, schallte es am Samstag, den 28.7.2001 in den Abflugbereich B des Düsseldorfer Flughafens. Über 30 AktivistInnen machten im Rahmen eines antirassistischen Rundgangs auf die Abschiebepraxis am Düsseldorfer Flughafen aufmerksam, denn allein über diesen Airport werden im Jahr über 5000 Flüchtlinge deportiert. Die gehaltenen Redebeiträge kritisierten vor allem die Fluggesellschaften Lufthansa und die rumänische TAROM, die ihre Maschinen für die Zwangsrückbeförderung von Flüchtlingen in ihre Herkunftsländer bereitstellen. Den DemonstrantInnen gelang es, an unterschiedlichen Punkten in der Abfertigungshalle Redebeiträge zu halten und hunderte von Flugblättern zu verteilen, bis die Polizei die Aktion frühzeitig durch einen völlig überzogenen Einsatz beendete. Insgesamt gab es eine positive Resonanz und große Aufmerksamkeit bei den Fluggästen vor Ort.

Am selben Tag verkündete die rumänische Fluggesellschaft TAROM ihren Ausstieg aus dem schmutzigen Geschäft mit den Abschiebungen.
Quelle:

Damit folgt das Unternehmen dem Beispiel der belgischen Fluggesellschaft SABENA, die nach dem Tod der 20-jährigen Semira Adamu bei einer Abschiebung keine Zwangspassagiere mehr ausfliegt.
Bei der Lufthansa, in deren Maschine zwei Menschen während ihrer Abschiebung zu Tode kamen, muß die Person immer noch „erkennbaren Widerstand leisten“, um nicht mitgenommen zu werden.
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