Autor Thema: Abschiebung  (Gelesen 166170 mal)

admin

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Abschiebung
« am: 15:35:50 Do. 16.Juni 2005 »
Habe soeben folgende Mail bekommen, die ich auf diesem Wege gerne weiterverbreite:

Zitat
Wir unterstützen den folgenden Aufruf und bitten Dich/Sie diesen ebenfalls zu unterzeichnen und weiter zu leiten.

mit besten Grüßen

Jörg Stoeckicht - Stadtzeitung After Dark



Guten Tag,

vor 12 Jahren kam Fillojeta nach Deutschland. Sie floh zusammen mit
ihren Eltern und Geschwistern aus dem Kosovo. Heute ist Fillojeta 14
Jahre alt.

Die Behörden in Neumünster haben jetzt entschieden, Fillojeta zu
zwingen, in ihrer Heimat zu leben. Dagegen ist an sich nichts
einzuwenden. Aber: Die Ausländerbehörde Neumünster behauptet, Fillojetas Heimat wäre das Kosovo. Ich meine: Fillojetas Heimat ist Neumünster.

Wer auch dieser Meinung ist, gehe bitte auf die Internet-Seite
http://www.fillojeta-muss-bleiben.de

Dort findet Ihr eine Unterschriftenliste, die Ihr ONLINE unterschreiben
können. In den letzten drei Tagen haben das 60 Menschen gemacht. Ich
hoffe, dass in den nächsten Stunden 60 pro Stunde dazu kommen.

Danke!

shea

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Abschiebung
« Antwort #1 am: 11:49:32 Fr. 17.Juni 2005 »
Brief einer Schulklasse aus Neumünster


shea

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Abschiebung
« Antwort #2 am: 11:54:33 Fr. 17.Juni 2005 »
thread bei ebay:

http://forums.ebay.de/thread.jspa?messageID=207798434�

sehr interessant zu lesen - wie die Einstellung der Menschen zum Thema ist

grusz shea

geishapunk

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Abschiebung
« Antwort #3 am: 11:57:23 Fr. 17.Juni 2005 »
Mit Meinungen ist das immer so eine Sache! Ich bin der Meinung ihre Heimat ist der Kosovo! Und wenn das alles ist was an Argumenten da ist....  X(

Kuddel

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Abschiebung
« Antwort #4 am: 16:21:17 Fr. 17.Juni 2005 »
Zitat
Ich bin der Meinung ihre Heimat ist der Kosovo!

Wie bist Du denn drauf!?!
Du entscheidest wo wessen Heimat ist?
Alles andere sind nur Meinungen?

geishapunk

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Abschiebung
« Antwort #5 am: 16:55:11 Fr. 17.Juni 2005 »
Zitat
Original von Kuddel
Zitat
Ich bin der Meinung ihre Heimat ist der Kosovo!

Wie bist Du denn drauf!?!
Du entscheidest wo wessen Heimat ist?
Alles andere sind nur Meinungen?

Hach, typische Gutmenschenreaktion!!!  :D

Lesen bildet: "Ich bin der Meinung ihre Heimat ist der Kosovo!"

Willst Du mir meine Meinung verbieten?

Im Endeffekt wollte ich nur auf die extrem dürftige Argumentationskette in obig zitierten Hinweisen!

Klassenkampf

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Abschiebung
« Antwort #6 am: 17:20:44 Fr. 17.Juni 2005 »
Ich teile Geishapunks Meinung. Immer wieder werden solche verzweifelten Aufrufe in der Öffentlichkeit gestartet, doch dabei bekommt man nur die Sichtweise der Betroffenen zu hören. Fakt ist aber auch, daß es Gesetze gibt, welche einzuhalten sind. In dem oben erwähnten Aufruf heißt es so treffend stillschweigend, daß das Mädchen (mit ihren Eltern) nach Deutschland floh...das Wort "Asyl" wurde nicht gebraucht. Ich verweigere mich, ein generelles Unterbinden des Asylgesetzes zu akzeptieren...Menschen in der Not, vor ihren Peinigern zu retten ist eine große und würdige Aufgabe, derer sich jede Gesellschaft stellen sollte. Auch die Betroffenen sollten diese Geste des Staates honorieren. Die Peiniger sind nun allerdings Geschichte; wir sind unserem Gesetz und Gewissen nachgekommen, haben uns dieser Menschen angenommen. Der Dank ist, wie leider so oft, daß sich Menschen die bei uns ein Gastrecht auf Zeit hatten, nicht mehr von uns verabschieden wollen.
Geishapunk sprach es an, daß "unsere" Ansicht heute kaum noch real betrachtet wird; zu sehr "Gutmenschenmanier" hat von unserer Gesellschaft Besitz ergriffen...nachgedacht über derlei Fälle wird kaum. Meinung muß immer Meinung bleiben, Meinung muß frei sein...wer anderer Meinung, im Deckmantel der Gutmenschlichkeit, unterbinden will, ist nur ein oberflächlicher Gutmensch...meine Meinung zu obigen Fall, um es auf den Punkt zu bringen, ist: Es ist einer von vielen Fällen des Asylmißbrauchs.
„Diese Verhältnisse sind nicht die von Individuum zu Individuum, sondern die von Arbeiter zu Kapitalist... Streicht diese Verhältnisse, und ihr habt die ganze Gesellschaft aufgehoben.“
--- Karl Marx, "Das Elend der Philosophie" ---

Wilddieb Stuelpner

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Abschiebung
« Antwort #7 am: 18:42:48 Fr. 17.Juni 2005 »
Menschen, die ein Asyl oder Exil gefunden haben, sollte die europäische Gemeinschaft zur Aufrechterhaltung ihres Lebensunterhalts und Arbeitssuche im jeweiligen Gastland unterstützen. Gleichzeitig sollte sie mit allen politischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Mitteln auf das Herkunftsland einwirken und bei vorhandenen Kriegsfolgen für eine Befriedung und sich politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität einsetzen. Erst wenn die Arbeits- und Lebensverhältnisse im Herkunftsland sich normalisiert haben, hat ein Asyl- oder Exilland das Recht, seine "Gäste" zur Rückkehr zu bewegen.

Hier sehen wir die Notwendigkeit eines geeinten Europas, das eben sich nicht nur auf Brüsseler Eurokraten reduzieren kann. Wir sollten voneinander lernen, die Geschichte das kulturelle Erbe, die Lebensweisen kennenlernen und das Rückgrat haben, sie zu tolerieren.

Ich sah gestern Abend eine kleine Facette von Völkerverständigung: Der bayerische Gitarrenvituose Willy Astor stellte sein Repertoire unter dem Motto "Willy Astors andere Saiten" (Aufzeichnung des BR) an Kompositionen den Zuschauern und Gästen im Kloster Benediktbeuern vor. Zu Gast hatte er einen pakistanischen Musikkollegen Azaar Karmal. Auch die Musik kann Brücken der Verständigung bauen. Ich fand den "Curry Landler" und "Mosche Mosche" ganz gut. Für diejenigen Singles, die Probleme mit der Waschmaschinenbedienung haben, hatte er für die verlorenen Socken, jeweils von einem Paars, einen "Ragtime 4 my 12 Lost Socks" zu bieten.

aian19

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Abschiebung
« Antwort #8 am: 14:45:48 Do. 23.Juni 2005 »
Ich begrüße eine differenzierte Betrachtungsweise abseits von der "political correctness" und kann sie in Teilen auch nachvollziehen.
Allerdings ist das Thema ja auch nicht allzu neu und schon mal in den 80er/90ern hieß es, die Asylanten seien schuld an der Finanzmisere - heute sind´s halt die Arbeitslosen, weil es nicht "chic" ist, auf Asuländern rumzuhacken. Davon mal abgesehen sind sie IMHO tatsächlich nicht schuld, selbst wenn Betrüger dabei sind. Denn im Vergleich, was dazu in den Chefetagen und Funktionärsbüro´s abgegrast wird, sind das im wahrsten Sinne des Wortes nur Peanuts. Und wie unsere soziale SPD-Regierung agiert, lässt sich mal an diesem Beitrag von 2003 sehen, dem 03.10., der auch ein Tag des Flüchtlings war:

Zitat
Größtmögliche Gemeinheit
Tag der Einheit ist auch Tag des Flüchtlings


Der 3. Oktober ist Deutschlands Feiertag und Tag des Flüchtlings. Innerhalb der Tagespresse blieb es der taz vorbehalten, sich auf 12 Seiten recht gründlich der Situation von Flüchtlingen in Deutschland und weltweit zu widmen. Flüchtlinge und Asyl, das sind in dem, im Weltvergleich noch immer unverschämt reichen Deutschland, keine Themen für Spitzenpolitiker - sie bringen keine Quote. Im Gegenteil: Der für sie zuständige Innenminister Schily zelebriert in Presseerklärungen jeden Rückgang der "Asylantragszahlen".

Ein Blick in die Presserklärungen seines Ministeriums aus den letzten Monaten: Am 6.8. 03 vermelden Schilys Presseleute :"Asylzugang unverändert auf niedrigem Niveau". Einen Monat später die nächste Erfolgsmeldung: 8.9.03 "Asylbewerberzahlen verringern sich weiterhin".

Wörtlich heißt es im Pressetext:

Im August 2003 haben in Deutschland 3.548 Personen Asyl beantragt. Die Zahl der Asylbewerber ist damit gegenüber dem Vormonat um 980 Personen (- 21,6 Prozent) und gegenüber dem Vorjahresmonat August um 2.232 Personen (- 38,6 Prozent) gesunken. In den bisherigen acht Monaten des Jahres gingen die Asylerstanträge im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 13.331 (- 27,8 Prozent) zurück. Der Asylbewerberzugang im August 2003 ist der niedrigste Monatszugang in diesem Jahr.

Für die möglichst schnelle Abschiebung jener Flüchtlinge, die es dennoch bis nach Deutschland geschafft haben, ist eine dem Innenministerium nachgeordnete Behörde zuständig, die noch immer den irreführenden Namen "Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge" trägt.


Vergewaltigung kein "Asylgrund"

Auf den Sonderseiten der taz verdeutlicht Andrea Kothen, Referentin bei Pro Asyl, welche Schicksale sich hinter den Fallakten dieser Behörde verbergen können. Sie zeigt, die Ablehnung eines Asylantrags ist kein Beweis dafür, dass der Antrag unbegründet war.

Mit dreizehn Jahren erlebt Islam H. in Tschetschenien, wie sein Vater zwischen zwei Armeefahrzeuge gespannt und auseinandergerissen wird. Als junger Mann wird er von Soldaten zwei Tage lang in ein leeres 200-Liter-Benzinfass gesteckt. Sein Bruder kauft ihn frei und wird kurz darauf ermordet. Der Asylantrag von Islam H. wird abgelehnt. Begründung: Der Antragsteller will nach zwei Tagen wieder frei gelassen worden sein. Es ist offensichtlich, dass ein weiteres Zugriffsinteresse auf (ihn) seitens des russischen Militärs nicht erkennbar ist.

Im Fall der 15-jährigen Äthiopierin Hanna S., die von fortwährenden Vergewaltigungen bericht, stellt das Bundesamt fest, dass es sich zwar um einen schweren Verstoß gegen die Menschenwürde handeln könnte. "Vor solchen Gefährdungen sind aber leider Frauen in keinem Land der Erde sicher."

Bruchbuden als Abschreckungsmaßnahme

Für den Vollzug des Asylgesetzes sind die Bundesländer zuständig. Wer es also über die Landesgrenzen - oder aus dem internationalen Niemandsland eines deutschen Flughafens - ins "Asylparadies" Deutschland geschafft hat, wird in die verschiedenen Bundesländer verteilt. Auch die Bundesländer bemühen sich nach Kräften, die ungebetenen und zudem kostspieligen "Gäste" möglichst schnell wieder los zu werden.

So werden beispielsweise in Köln, der Stadt des Karnevals und des rheinischen Frohsinns Flüchtlinge seit Jahren auf einem dreckigen Schiff auf dem Rhein untergebracht. Aber wenigstens sind sie in Köln in einer Großstadt und unter Menschen. Noch härter erwischt es aber jene, die nach Thüringen "ins kalte Herz Deutschlands" oder etwa nach Brandenburg verteilt werden. Da kann es schon mal vorkommen, dass Afrikaner in einem von Nazis bewachten Asylheim landen.

In Thüringen wird keine Anstrengung gescheut, den Flüchtlingen das Leben schwer zu machen. Das beginnt bereits bei der "landesspezifischen" Unterbringung, die bevorzugt in unzugänglichen, ehemaligen Kasernenanlagen erfolgt. Meistens befinden sich diese stets baulich heruntergekommenen Gemäuer weit ab von der nächsten Ortschaft, gerne mitten in einem Wald, umgeben von Stacheldraht. Diese Drahtverhaue dienen angeblich dem "Schutz" vor der oft kahlköpfigen Dorfjugend aus den umliegenden Orten, wurde aber zum Beispiel im Lager bei Tambach-Dietharz seltsamerweise vor dem Zaun, also im Innern des Lagers angebracht.

Aber auch sonst zeigt sich die CDU-Regierung des Freistaates Thüringen hartherzig wenn es um "Asylanten" geht. Anlässlich des "Tags des Flüchtlings" verlieh der Flüchtlingsrat Thüringen am 2. Oktober 03 einen "Preis für die größt-mögliche Gemeinheit" an die CDU-Landtagsfraktion, weil sie sich konstant weigert, für Flüchtlingskinder die Schulpflicht einzuführen.

So piepegal wie den Thüringer CDU-Politikern ausländische Flüchtlingskinder sind, so egal war ihnen auch der Preis. Die CDU-Politiker ließen die Urkunde und den Preis - eine Schultüte mit einem Plakat "Alle Kinder haben Rechte" und einen Auszug aus der UN-Kinderrechtskonvention - in der Landtagskantine liegen. Es gab lediglich ein unverbindliches Gespräch zwischen einem Bildungspolitiker der CDU-Fraktion und Vertretern des Flüchtlingsrates. Dessen Ergebnis Roland Wanitschka aus Sicht des Flüchtlingsrates kommentierte:

Wir bedauern außerordentlich, dass selbst die Bildungspolitiker der CDU-Fraktion die Augen vor den Problemen verschließen, die durch die fehlende Schulpflicht für Kinder von Asylsuchenden entstehen: fehlende Förderung der Kinder, eingeschränkter Zugang zu weiterführenden Schulen, fehlende Zeugnisse und in Einzelfällen sogar der gänzliche Ausschluss von der Schule.

Wenn Flüchtlinge selbst auf ihre Situation aufmerksam machen und zum Beispiel in Berlin oder sonstwo in der Bundesrepublik demonstrieren wollen, spüren sie recht schnell die für Asylbewerber geltenden deutschen Sondergesetze. So gilt für diese Gruppe der Bevölkerung eine "Residenzpflicht," die besagt, dass Flüchtlinge ohne besondere Erlaubnis des jeweils zuständigen Ausländeramtes ihren Landkreis nicht verlassen dürfen. Dies führte lange Zeit dazu, dass Flüchtlinge eines inzwischen aufgelösten Waldlagers nicht in die nur wenige hundert Meter entfernte nächste Telefonzelle gehen durften: Denn die befand sich bereits auf dem Gebiet eines Nachbarlandkreises. Wenn sonst nichts anlag oder bestimmte Polizeibeamte Lust verspürten, Ausländer zu ärgern, wartete an der Zelle ein Streifenwagen auf Telefonierwillige - also "Gesetzesbrecher".

Die beabsichtigte Teilnahme an Demonstrationen wird in einzelnen Bundesländern grundsätzlich behindert. Als beispielsweise 35 Leute aus dem Lager Freienbessingen im Sommer dieses Jahres zum Grenz-Camp nach Köln wollten, verweigerte die Ausländerbehörde Sondershausen die Ausstellung der Papiere zum Verlassen des Landkreises. Die Lebensbedingungen in Freienbessingen beschreibt ein engagierter Flüchtlingshelfer in einem Brief :

Im thüringischen leben ca.300 Asylbewerber unter menschenunwürdigen Bedingungen. Das Asylbewerberheim Freienbessingen befindet sich etwa 25 Kilometer südwestlich von der Kreisstadt Sondershausen. Das Heim befindet sich direkt an der Grenze zum Unstrut-Hainich-Kreis. Zur Ortschaft Freienbessingen sind es etwa zwei Kilometer-ein kleines Dorf mit wenig Infrastruktur. Bis zum nächsten Hausarzt müssen die Menschen nach Ebeleben, die Kleinstadt ist vom Heim 12 Kilometer entfernt. Die Leute erhalten nur 40 € Taschengeld bar ausgezahlt. Lebensmittel müssen sie mit einer Chipkarte bezahlen, die nicht jedes Geschäft akzeptiert. Der Komplex besteht aus zwei größeren Wohnblocks . In einem Block verfügen Familien in separaten Wohnungen über eigene Toiletten und Küchen und jeweils drei bis vier Zimmer. Im anderen Block sind drei bis vier Bewohner in jeweils einem Raum von ca.20-25 Quadratmetern untergebracht. Um ein wenig Privatsphäre zu haben, werden die Kleiderschränke als Raumteiler benutzt. Die Gebäude machen den Eindruck, als ob nach dem Auszug des Militärs dort keine baulichen Veränderungen vorgenommen wurden... Das Leitungswasser ist oft kalt. Ein Bewohner von Block 1,der im fünften Stock wohnt, berichtete, dass er zehn Tage kein warmes Wasser hatte, weil der Druck in der Leitung nicht ausreichte. Seine Familie musste im 100 Meter entfernten Block 2 duschen gehen.... ... Am unerträglichsten sind für die hier lebenden Menschen die Abgeschiedenheit und der eintönige Tagesablauf. Die Bewohner wollen nicht jeden Tag immer nur das gleiche Umfeld und die gleichen Leute sehen. Sie brauchen Abwechslung! Den Umgang der Behörden schätzen die meisten als entwürdigend ein. Deren Mitarbeiter sind oft unfreundlich. Um jede Sache müssen die Leute betteln. Auf Krankenscheine muss oft lange gewartet werden. Viele Bewohner lassen Arzttermine verfallen, weil sie das Fahrgeld von 8,80€ nicht haben.

Aus anderen Parlamenten waren auch nachdenkliche Stimmen zum Thema "Flüchtlinge" zu vernehmen Im Hessischen Landtag kritisierte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Petra Fuhrmann den kurz zuvor bekannt gewordenen Rauswurf der kirchlichen Träger aus dem Flughafensozialdienst. Der seit 25 Jahren bestehende Vertrag mit Caritas und Evangelischem Sozialverband zur Betreuung und Begleitung von Flüchtlingen am Flughafen war von der Regierung Koch gekündigt worden.

Man könnte außerdem den Eindruck gewinnen, dass damit auch die durchaus kritische Begleitung des Flughafenverfahrens durch die beiden kirchlichen Organisationen verhindert werden soll. Das Land will sich offenbar nicht mehr in die Karten sehen lassen. Kritische Begleitung ist nicht erwünscht, konstruktive Berater sollen mundtot gemacht werden. (Petra Fuhrmann)

Im NRW-Landtag fragte sich die Grüne Innenpolitikerin Monika Düker (MdL):

Was geht in den Köpfen der Menschen vor, die als Flüchtlinge oder AsylbewerberInnen nach Deutschland gekommen sind, wenn sie am internationalen Tag des Flüchtlings, die Feierlichkeiten zum "Tag der deutschen Einheit" beobachten?

Die Frage ist berechtigt.


Quelle: heise.de / Helmut Lorscheid
 :( :( :(
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"

"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."

Mene mene tekel upharsin

manoman

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Abschiebung
« Antwort #9 am: 15:25:28 Do. 23.Juni 2005 »
es mag sein das diese familie sehr unter stress steht und nicht wieder nach hause will,ihr geht es ja auch hier wesentlich besser als in ihrer heimat.ich würde auch fürs hierbleiben kämpfen.
die andere seite ist die, das es neben über 7 millionen ausländern in deutschland auch noch knapp 10 millionen arbeitslose gibt,und um die kümmert sich keine sau.
an einem einzelfall sich aufzuhängen und die emotionen hochzupeitchen wie alljährlich weihnachten mit diversen spendenaufrufen halte ich für vollkommen übertrieben.
ich als deutscher muss genau so jeden tag um meine existenz kämpfen wie viele andre auch.

Wilddieb Stuelpner

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Abschiebung
« Antwort #10 am: 15:50:16 Do. 23.Juni 2005 »
Es ist wichtiger, daß die arbeits- und Lebensbedingungen in den Herkunftsländern erheblich verbessert werden stattdessen das wieder eine Völkerwanderung einsetzt. Und da sind die großen Konzerne in der Pflicht, die sich an Bodenschätzen und Energievorkommen der Entwicklungsländer bereichern und Umweltgifte und Siedlungsabfälle der Industrienationen dort ablagern.

Wie sagte doch Erhard Eppler zur Vorstellung seines Buches Auslaufmodell Staat? so richtig?

"... Der einstige Entwicklungsminister verweist dabei auf Beispiele aus anderen Ländern, erzählt, wie - nicht nur in Afrika - Staaten abmagerten, regelrecht ausgehungert worden seien. Wie die immer schlechter oder gar nicht bezahlten Staatsbediensteten nur mit Hilfe von Korruption überleben könnten. Wie dadurch private Sicherheitsdienste, Söldner und multinationale Konzerne immer mehr Macht an sich rafften - bis hin zum völligen Zerfall von Staaten. ..."

Dann ist auch das Klappern mit den Spendendosen alljährlich zur Weihnachtszeit auf den Straßen und die Bilder von ausgehungerten Kindern im Fernsehen nicht mehr nötig. Es ist immer wieder bemerkenswert, daß keiner, der mit dem Klingelbeutel durch die Straßen zieht sich an Konzerne und Reiche wendet. Auf die Tränendrüsen wird immer wieder bei Otto Normalbürger gedrückt.

Warum erhebt man von Großkonzernen nicht weltweit eine monatliche Pflichtabgabe für Menschen in Entwicklungsländern?

manoman

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Abschiebung
« Antwort #11 am: 16:38:21 Do. 23.Juni 2005 »
sag mir wie du die macht der konzerne und die des kapitals brechen willst.du kannst in die pflicht nehmen wollen wen du willst, solange du keine macht über eins von beiden oder beide hast, kannst du drüber philosophieren wie du willst.
das einzige was nützt um dieses system umzukrempeln ist nich machbar,es wäre eine revolution.du kannst es auch mit einem EMP versuchen.dann wären wir kurzzeitig wieder in der neusteinzeit.hätte auch seine vorteile.wie zb.
absoluter umweltschutz
keine einwegverpackungen
keine feministinnen
etc.
jetzt mal im ernst.es ist kaum möglich dieses system zu ändern oder zu humanisieren.es ist zu spät dafür.
wie gesagt ich finde es traurig für diese familie,ich will aber auch leben.

jawbreaker

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Abschiebung
« Antwort #12 am: 17:33:13 Do. 23.Juni 2005 »
Zitat
Original von aian19

heute sind´s halt die Arbeitslosen, weil es nicht "chic" ist, auf Asuländern rumzuhacken. Davon mal abgesehen sind sie IMHO tatsächlich nicht schuld, selbst wenn Betrüger dabei sind. Denn im Vergleich, was dazu in den Chefetagen und Funktionärsbüro´s abgegrast wird, sind das im wahrsten Sinne des Wortes nur Peanuts.


mann, wie oft habe ich sowas gedacht...

allerdings sind die ausländer allgemein als ewiger sündenbock in den unteren etagen der gesellschaft durchaus noch beliebt und chic genug zum totschlagen allemal.

anstatt sich darüber zu ereifern, daß jemand dort lebt, wo er leben möchte, sollte man lieber mal denjenigen, die sich über unseren köpfen gegenseitig die millionen zuschieben mal etwas mehr auf die pfoten schauen und auch hauen.

aber dazu müsste man halt mal nen moment über den eigenen tellerrand spähen - für viele anscheinend eine unlösbare herausforderung

ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #13 am: 22:41:30 Mi. 10.August 2005 »
Das Thema RASSISMUS wir in diesen Forum eher am Rande und zum Teil mit zweifelhaften Argumenten geführt. Da es aber unteilbar zur Ausbeutung gehört, hier ein Beitrag dazu:

„Kopfschütteln und eine große Traurigkeit riefen vor kurzem drei Artikel in der jungen Welt in mir hervor, die die angestrebte EU-Politik in Fragen Abschiebung, Asyl und Behandlung von Flüchtlingen thematisieren. Besonders unmenschlich zeigen sich die Politiker bei der Auswahl von Flüchtlinge, die auf befristete Zeit in die EU dürfen, um dort als Billiglohnarbeiter ausgebeutet zu werden. Der 11. September hat unsere Welt verändert. Das wissen wir mittlerweile. Dass die gegenwärtigen vermeintlich terroristischen Anschläge von den obersten Regierenden und Behörden ausgenutzt werden, um Gesetzesverschärfungen durchzusetzen, die uns alle in unseren Freiheiten einschränkten und noch weiter einschränken werden, darüber sollten wir uns ebenfalls sehr gut informieren. Solche Gesetze wirken sich auch für Flüchtlinge in Deutschland bzw. der ganzen EU aus, die immer mehr die tödliche Abschiebung in ihre Heimatländer, wo Krieg, Elend und Unterdrückung herrschen, fürchten müssen….“ Artikel von Joss Friedrich Kurz in „Der linke Berliner“
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Abschiebung
« Antwort #14 am: 17:53:04 So. 31.Dezember 2006 »
Was hier vielleicht als latenter Rassismus rüberkommt bis hin zu offenen Rassisten, die Ausländer einfach totschlagen ist fast noch harmlos gegen die Dimension die die rassistische Politik der Europäischen Regierungen (Deutschland tritt da stets als Scharfmacher auf):

Zitat
Etwa 6.000 Menschen haben auch in diesem Jahr ihr Leben beim Versuch verloren, aus Westafrika auf die spanischen kanarischen Inseln zu gelangen.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24336/1.html

Trotzdem bin ich genervt, wie weit sich diese Haltung bei den kleinen Leuten verbreitet hat. Das reicht bis in dieses Forum.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!