Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 234843 mal)

dagobert

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #240 am: 12:47:23 Mo. 07.Mai 2018 »
Eine ähnliche Info habe ich aus der Glotze erfahren.. Ich hoffe sehr, das Winterkorn sein "komplettes Vermögen" verliert..
Das wird nicht passieren.
Allenfalls eine kleine Forderung als Leckerli für die Öffentlichkeit.

admin

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #241 am: 21:25:17 Fr. 01.Juni 2018 »
Den Medien war es bisher keine Zeile wert:

Ein Leiharbeiter des VW Werks Changchun (China) sitzt seit einem Jahr im Knast, weil er den Konzern aufgefordert hat, sich an das geltende Arbeitsrecht zu halten.

Um das mediale Schweigen zu durchbrechen, haben wir eine Protestaktion am VW Werk in Hannover durchgeführt (denn in dem Werk gab es im vergangenen Jahr ebenfalls Leiharbeiterproteste).



Weitere Infos zu der Aktion:
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=329255.0

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #242 am: 21:53:22 Fr. 01.Juni 2018 »
Eigentlich auch keine Meldung wert:
Zitat
31.5.18
Vom Auswärtigen Amt zu VW
...Ein führender VW-Mitarbeiter ist zugleich Beamter im Auswärtigen Amt - wenn auch beurlaubt...Denn der Leiter der VW-Abteilung "Internationale und Europäische Politik", Jens Hanefeld, ist zugleich Beamter des Auswärtigen Amtes..."Es ist auch ein Instrument, um das Kennenlernen zwischen wirtschaftlichem und ministeriellem Tätigwerden zu regeln. Und das ist eigentlich auch in diesem Fall der Fall."...
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-lobbyismus-politik-101.html

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #243 am: 19:05:35 Sa. 02.Juni 2018 »
Zitat
Volkswagen plant drei neue Werke in China

Der VW-Konzern weitet seine Kapazitäten in China aus. In drei neuen Fabriken sollen vor allem große SUVs gebaut werden. Für die Zukunft ist die Produktion von Elektroautos geplant.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-in-china-drei-neue-werke-geplant-a-1210877.html

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #244 am: 19:49:34 Di. 19.Juni 2018 »
In der englischen Wikipedia wird der Kampf der Leiharbeiter bei FAW-Volkswagen recht ausführlich beschrieben:
https://en.wikipedia.org/wiki/FAW-Volkswagen

Nicht schlecht, leider fehlt die aktuelle Entwicklung und die IGM kommt noch zu gut weg.

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #245 am: 23:24:12 Di. 19.Juni 2018 »
Hier ein geistesgetörtes Werbefilmchen von Schnellecke Logistics AG & Co. KG:


Das als in diesem Clip bezeichnete Familienunternehmen ist ein hochgradig verfilztes und korrumpiertes Unternehmen, das überall dort, wo auch Volkswagen seine dreckigen Finger im Spiel hat, ordentlich mitmacht und teilweise sogar als Vorhut voranschreitet. Das ist kein flockiges "Familienunternehmen".

Der Schöpfer dieser Unternehmenstruktur erdreistete sich schon in den 70ern, als speichelleckerisches Subjekt in die Arbeiterschaft einzugreifen, indem er sich als wohlgefälliger Disputant und rätselhafter Schwammkopf andiente. Der Lohn war letztendlich ein Job als Oberfuzzi von Wolfsburg (zu mehr hat es nicht gereicht, aber reicht ja auch).

Wer sich über Volkswagen informieren will, sollte nicht die ganzen ekligen Zulieferer vergessen.

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #246 am: 19:32:04 Fr. 29.Juni 2018 »
Zitat
29.6.18
Seit 80 Jahren fest verwoben mit VW

In Wolfsburg wird an diesem Wochenende gefeiert: Die VW-Stadt wird 80. Mit viel Musik und Show setzt sich der Konzern in Szene. Doch dass Tausende Zwangsarbeiter bis 1945 in Wolfsburg ausgebeutet wurden, kommt kaum zur Sprache, kritisieren Historiker.
(...)
"Was feiert man in Wolfsburg ... die Zukunft? Fällt mir nix drauf ein, was die hier feiern! Ich meine - ich bin im Grunde Wolfsburger, ich wohne 75 Jahre hier, ich habe das ja alles mitgemacht, den ganzen Aufbau alles und war 45 Jahre bei VW. Aber wenn Sie mich über die Zukunft fragen ..."
(...)
"Wenn man sich jetzt die 80-Jahr-Feier anschaut, dann ist das alles sehr 'hochglanzausgestattet', und die Erinnerungen an die historisch entscheidenden Gründungsjahre, die werden immer zurückgestellt. Ich fände es besser, die Stadt würde offen damit umgehen, es einfach nennen, und dann ist das für jeden klar. Und man muss das nicht immer verstecken."

Es wird aber versteckt - und das sei eigentlich ein Armutszeugnis für eine Stadt wie Wolfsburg, meint der ehemalige VW-Chefhistoriker Manfred Grieger. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte dürfe doch auch bei einer Geburtstagsfeier nicht einfach ausgeblendet werden.

"Naja, ich denke, es geht um dieses Nachdenken darüber, wie sich Geschichte, oder meinetwegen unliebsame Aspekte der eigenen Geschichte, integrieren lassen. Es sieht ja so aus, als hätte es gar kein Bemühen gegeben, diese Thematik überhaupt einzubinden - weil ja der Blick auf die Zukunft gerichtet ist, in der ja dann, wenn ich die Verlautbarungen richtig verstehe, alles gut sein wird, weil ... digital."
https://www.deutschlandfunk.de/wolfsburg-seit-80-jahren-fest-verwoben-mit-vw.769.de.html?dram:article_id=421675

Ein wenig Einfühlsamkeit kam dann doch noch beim Empfang:
Zitat
29.6.18
(...)
Auch Herbert Diess bekannte sich zur „dunklen Vergangenheit“ sowie zu den „schmerzhaften Erfahrungen“ im Dieselskandal: „Wir sind immer noch damit beschäftigt, die Folgen auf- und abzuarbeiten“, sagte der VW-Vorstandsvorsitzende. Dazu gehöre „eine neue, offenere und ehrlichere Führungskultur mit neuen technologischen Schwerpunkten und Kompetenzen“.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article214726609/Wir-werden-die-Innenstadt-neu-erfinden.html

An offener und ehrlicher Führerkultur hat es noch nie gemangelt.

Gino

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #247 am: 02:40:21 Mi. 04.Juli 2018 »
Zitat
Auch Herbert Diess bekannte sich zur „dunklen Vergangenheit“ sowie zu den „schmerzhaften Erfahrungen“ im Dieselskandal: „Wir sind immer noch damit beschäftigt, die Folgen auf- und abzuarbeiten“, sagte der VW-Vorstandsvorsitzende. Dazu gehöre „eine neue, offenere und ehrlichere Führungskultur mit neuen technologischen Schwerpunkten und Kompetenzen“.

Aber nur mit den gleichen Leuten, oder zumindest Leuten die genauso brav zu allem klatschen. 

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #248 am: 22:14:16 Mi. 11.Juli 2018 »
Zitat
12.7.18
Im Dienst der Konzerne
Medien werden immer mehr zu PR-Maschinen von Unternehmen. Jüngstes Beispiel: VW und die Braunschweiger Zeitung
(...)
Die BZ spart sich kritische Blicke auf den größten Arbeitgeber der Region schon länger.
(...)
https://www.jungewelt.de/artikel/335851.im-dienst-der-konzerne.html

Ei, wer hätte gedacht, dass die Regionalzeitungen von Volkswagen abhängig sind? Alles so weit richtig. Das ist schon mal einen Artikel in der Jungen Welt wert. Fairerweise sollte man auch erwähnen, dass wenn überhaupt, es die zur BZ gehörende Wolfsburger Nachrichten sind, die ab und an mal tatsächlich kritisch über VW berichten, allerdings eher durch die Blume.

Zitat
Was die Zeitung hier abgeliefert hat, ist nur ein besonders groteskes Beispiel für die Bedienung kommerzieller Interessen trotz publizistischen Auftrages in deutschen Verlagen. Angesichts der täglichen Praxis der Konzernmedien ist die Ziffer sieben des Pressekodexes des Deutsches Presserates längst zur Lachnummer verkommen. Dort heißt es: »Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden.« Verleger und Redakteure hätten »derartige Versuche« abzuwehren und »bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen«, dies kenntlich zu machen.

Ach was...

Onkel Tom

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #249 am: 16:30:27 Do. 12.Juli 2018 »
Huch, den Punkt 7 im Pressecodex kannte ich noch nicht..

Das sollten sich unter anderem die Verlage und Jornalisten noch mal zu Augen
führen, die meinen, durch ihre Arbeit ständig dem "Staat" in den Anus schlüpfen
zu wollen..

 ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #250 am: 11:33:13 Mo. 16.Juli 2018 »


In einer Rezension des Buches "Arbeitskämpfe in Chinas Autofabriken" fand auch die Aktion vor dem VW-Werk Hannover eine kurze Erwähnung in der knappen Beschreibung des Kampfes der Leiharbeiter in Changchun:
Zitat
Es wurden Flugblätter angefertigt, Demonstrationen durchgeführt und Kundgebungen abgehalten. Verhandlungen mit FAW-Volkswagen führten jedoch zu keinem Ergebnis. Im Mai 2017 wurden mehrere AktivistInnen von der örtlichen Polizei unter dem Vorwurf festgenommen, zu sozialen Unruhen anzustiften. Sie schrieben an den VW-Konzern in Wolfsburg, an den Betriebsrat wie auch an Ralf Ruckus, der die Schreiben übersetzte. Dann kam erst einmal lange keine Antwort, bis schließlich zwei Betriebsräte des europäischen und des Weltbetriebsrats von VW, darunter der berüchtigte Bernd Osterloh - medial bekannt geworden für seine sechsstelligen Einkünfte als Betriebsrat - zurückschrieben, wir können euch leider nicht helfen, richtet euch doch an das lokale Unternehmen und die Behörden. Daraufhin postete einer der Leiharbeiter online: "Den Deutschen ist es egal. Wir müssen selber kämpfen!" Ende des Jahres 2017 übernahm FAW-Volkswagen die meisten LeiharbeiterInnen als direkt Beschäftigte, zahlte aber keine Entschädigung für die Zeit vorher. Dabei ging es teilweise um fünfstellige Euro-Summen, weil die Betreffenden jahrelang für den halben Lohn gearbeitet hatten. Einer der Aktivisten sitzt nun schon ein Jahr im Gefängnis, es gab kürzlich eine kleine Protestaktion vor dem VW-Werk in Hannover, um Unterstützung für seine Freilassung zu erwirken.

Diese Buchbesprechung gibt viele Einlicke in die chineschen Verhältnisse:
Zitat
China hat 1994/95 das deutsche Arbeitsrecht weitgehend übernommen, so daß die meisten rechtlichen Bedingungen ähnlich wie in Deutschland sind. Ein Unterschied ist jedoch, daß die meisten Gesetze in China eher also grobe Empfehlung verstanden werden, und dies nicht nur von den Unternehmern, sondern auch von den Beschäftigten. In der Realität leisten die meisten mehr als die offiziell vorgesehenen 36 Überstunden im Monat, und vor einigen Jahren haben viele sieben Tage die Woche gearbeitet, während es jetzt sechs sind. Auch gibt es sehr große regionale Unterschiede vor allem bei den Löhnen. In manchen Provinzen Zentralchinas verdienen die Leute nur halb so viel wie an der Küste, die Unterschiede im BIP sind so groß wie zwischen der Ukraine und der Schweiz.

Ich kann die Lektüre dieser ausführlichen Besprechung nur empfehlen:
http://www.schattenblick.de/infopool/d-brille/report/dbrb0077.html

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #251 am: 18:34:18 Sa. 21.Juli 2018 »
Seit kurzem gibt es nun auch in Ruanda ein kleines Volkswagenwerk. Die dort zusammegebauten Autos sind unbezahlbar, darum geht es aber auch gar nicht. Volkswagen will laut Eigenaussage in Ruanda Mobilität verkaufen und vor allem neue Konzepte testen. Volkswagen hat dafür die Exklusivrechte erhalten, zum Beispiel wird Uber nicht in Ruanda zugelassen.
Das alles und mehr wird in einem Artikel der CDU-Parteizeitung taz wohlwollend beschrieben:
https://www.taz.de/VW-eroeffnet-Werk-in-Kigali/!5513939/

Ein kanadischer Professor und ehemaliger Berater Kagames sieht diese „fruchtbare“ Entwicklung etwas anders:

President Paul Kagame gave Rwanda to Volkswagen. Volkswagen will run Rwanda as taxi business. Volkswagen will own all cars and even hire drivers. (…) Very simply, Kagame gave Rwanda to Volkswagen to run a monopoly Uber type of scheme. Volkswagen will even employ the drivers, unlike Uber. Kagame threw over 500 Rwandan small businesses which run taxis under the bus. In Rwanda, each income earner supports eight dependents – meaning that Volkswagen is sending 4,000 people into poverty. Rwanda belongs to Volkswagen. Two questions remain unanswered: What is the kickback to Kagame? Is Kagame’s business empire, Crystal Ventures Ltd. somewhere in the background?
https://medium.com/@david.himbara_27884/kagame-gave-rwanda-to-volkswagen-a4993b464e68

Ein korrupter und despotischer Präsident hat das kleine Land an Volkswagen verkauft und Volkswagen kann nun machen, was es will.

Ein weiterer Grund für das preiswerte Engagement von Volkswagen in Ruanda, das schon einmal von der deutschen Kolonialmacht „profitieren“ durfte, könnte die Nähe zu den ostkongolesischen Konfliktgebieten sein, in denen die Konfliktmineralien abgebaut werden, die für die E-Mobilitätsoffensive überlebensnotwendig sind. Eigentlich ist es sogar sehr wahrscheinlich, da laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe eine 100%ige Unbedenklichkeit sowieso nicht geliefert werden kann und man deshalb tricksen muss, um die Spuren von Kinderarbeit und Ausbeutung zu verwischen. Da können die ruandischen Einflussmöglichkeiten nur nützlich sein.

Zu Ruanda:
Zitat
(...) Human Rights Watch überwacht die menschenrechtliche Situation in Ruanda bereits seit über 20 Jahren und beschreibt Folter und Misshandlung und die Straflosigkeit dieser menschenrechtlichen Vergehen als dauerhafte Probleme. Zwischen 2010 und 2016 seien unzählige, scheinbar gegen den Staat agierende Menschen unrechtmäßig verhaftet und während ihrer Haft durch Militärs oder Geheimdienstmitarbeiter gefoltert und misshandelt worden. (...)
https://oenz.de/ruanda/submission-committee-against-torture-rwanda

Bitterer Standpunkt zu den Präsidentschaftswahlen 2017:
https://oenz.de/sites/default/files/oenz-standpunkt_praesidentschaftswahl_in_ruanda_0.pdf

Propagandaartikel auf einer geisteskranken Seite von einem scheinbar geisteskranken Ex-Botschafter:
Zitat
...Paul Kagame sieht in Singapur sein Vorbild. All die Erfolge, die sich Singapur zugutehält – die fehlende Korruption, effiziente Bürokratie und Wirtschaft, Schutz der Umwelt – gehören auch zu den Zielen der Regierung Ruandas. Der Präsident schuf eine Leistungsgesellschaft, eine funktionierende Verwaltung und damit eine höhere Lebensqualität....
Nur einige notorisch-besserwisserische Kolumnisten versuchen die Politik des „aufgeklärten Autokraten“ Paul Kagame international herabzuwürdigen und relativieren die wirtschaftlichen und sozialen Erfolge in Ruanda.
...Es fehlen grundlegende Freiheiten wie Presse- oder Versammlungsfreiheit. Auch gibt es keine offizielle Opposition. Aber das Positive überwiegt doch gewaltig...
https://www.achgut.com/artikel/ruanda_ein_leuchturm_fuer_ein_afrika

Zur angeblichen Korruptionsfreiheit:
http://www.therwandan.com/kagames-global-tour-continues-kagame-and-crystal-ventures-laughing-to-the-bank/

Zu den blühenden Landschaften:
https://qz.com/327694/why-i-quit-as-rwandan-president-paul-kagames-economic-advisor-tyranny-and-lies/

Soll sich doch jeder selber ein Bild machen, aber irgendetwas stimmt da nicht.



Die ganze Region ist so konfliktbeladen, dass für Außenstehende eine realistische Einschätzung kaum möglich ist.




Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #252 am: 08:24:33 So. 29.Juli 2018 »
Neues von der VW Mafia:

Zitat
Ermittlungen gegen Winterkorn wegen angeblicher Steuerstraftaten

Gegen den früheren VW-Vorstandschef Winterkorn wird nun offenbar auch wegen des Verdachts auf Steuerstraftaten ermittelt.


Wie die Zeitung "Bild am Sonntag" unter Berufung auf entsprechende Akten der Staatsanwaltschaft Braunschweig berichtet, geht es dabei um Überweisungen in Höhe von rund zehn Millionen Euro auf Schweizer Konten während der vergangenen beiden Jahre. Dafür fällige Steuern sollen nicht bezahlt worden sein. Winterkorns Anwalt wies das zurück.

Gegen Winterkorn wird bereits wegen des Dieselskandals bei Volkswagen ermittelt. Falls ihm in diesem Zusammenhang Pflichtverletzungen nachgewiesen werden können, müsste er möglicherweise auch mit seinem Privatvermögen für entstandene Schäden haften.
https://www.deutschlandfunk.de/zeitungsbericht-ermittlungen-gegen-winterkorn-wegen.2932.de.html?drn:news_id=908456

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #253 am: 14:29:45 Mi. 08.August 2018 »
Zitat
VW in China
Wegen Lohnprotestes in Haft

Fu Tianbo war Leiharbeiter von Volkswagen in China. Dann setzte er sich für faire Bezahlung ein. Das hatte zwar Erfolg, doch Fu sitzt für seinen Protest nun im Gefängnis.



Demonstration für den Leiharbeiter Fu Tianbo vor dem VW-Werk in Emden. Foto: Karsten Weber/Labournet

Wie viel Einfluss hat der Volkswagen-Konzern auf seinen chinesischen Partner FAW? Wofür sind die Manager bereit, sich mit den Machthabern in China anzulegen, dem profitabelsten Automarkt der Welt? Die Freiheit eines einzelnen Leiharbeiters ist hier offenbar kein größeres Engagement wert. Fu Tianbo ist jedenfalls immer noch in Haft. Der einfache Arbeiter hatte es im vergangenen Jahr gewagt, einen Protest für gleiche Bezahlung zu organisieren. Die Polizei nahm ihn fest und verhörte ihn zunächst auf dem Werksgelände, bevor sie ihn mitnahm und in eine Zelle steckte. Seitdem bangen seine Kollegen und seine Familie um sein Schicksal.

Der Fall Fu Tianbo ist typisch für die Lage in China. Die Machthaber dort hassen Lohnproteste und freie Gewerkschaften. Sie lassen nur eine Form der Arbeitervertretung zu: die Gesamtchinesischen Generalgewerkschaften unter dem Dach der Kommunistischen Partei Chinas (KPCH). Diese Megagewerkschaft hat mehr als 130 Millionen Mitglieder und ist vom Staat gesteuert. Im realen Sozialismus sei weiterer Schutz der Arbeiter überflüssig, behauptet die Partei. Schließlich regiere ja bereits das Proletariat. Doch die KPCH ist längst eine Organisation der Bosse. Wer höheren Lohn fordert, wer gar Kritik am Management übt, stört das System. Und macht sich strafbar.

VW hält sich für machtlos

Fu Tianbo war Leiharbeiter, also von einer Drittfirma an seinen Arbeitsplatz entsandt. Diese Beschäftigungsverhältnisse gelten überall auf der Welt als besonders unsicher. Auch in der nordostchinesischen Stadt Changchun – und auch bei der Firma FAW-VW, einem Gemeinschaftsunternehmen des Volkswagen-Konzerns mit dem chinesischen Staatsbetrieb FAW. VW gehören 40 Prozent daran, FAW 60 Prozent – das Unternehmen ist also chinesisch dominiert und spielt nach chinesischen Regeln. Gemeinsam bauten VW und FAW eines der größten Autowerke der Welt auf.

Die Stadt Changchun ist ein Moloch, eine wahre Industriehochburg. Am Stadtrand rosten Ruinen der schmutzigen Schwerindustrie aus der Mao-Zeit vor sich hin. Die Stadt ist immer noch viel zu häufig in Smog gehüllt. Hier liegt seit 1955 der Sitz von First Auto Works, dem ersten Kraftfahrzeugkombinat der Volksrepublik China. Damals rollten die ersten Modelle der robusten Lastwagen, die zu den Arbeitspferden der chinesischen Entwicklung wurden, vom Band.

Sechzig Jahre später geht es FAW weiterhin gut. Eigentlich ein verkrusteter Staatsbetrieb, ist das Unternehmen zugleich ein Massenhersteller beliebter Autos. Dank VW. Denn die Deutschen produzieren in Changchun zusammen mit FAW den Golf, den Audi A3 und viele andere beliebte Modelle. Für beide Seiten ist die Fabrik eine Goldgrube.

Fu Tianbo und die anderen Leiharbeiter waren überzeugt, dass ihr Protest gleich mehrfach gerechtfertigt sei. Sie stellten fest, dass sie nur ungefähr die Hälfte des Stundenlohns der regulären Belegschaft erhielten. Doch sowohl das ab 2016 geänderte chinesische Arbeitsrecht als auch die „Charta der Zeitarbeit im Volkswagen-Konzern“ sehen im Wesentlichen gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit vor.

Doch das ist nur Theorie. Wenn ein Arbeitskampf den mächtigen Funktionären der Staatsbetriebe nicht passt, dann sitzen sie am längeren Hebel. Fu und seine Kollegen verhandelten sieben Runden lang mit dem Management und zogen sogar vor Gericht – vergeblich. Dann organisierten sie einen Protest vor dem Werkstor.

Wenig später folgte Fus Festnahme. Der konkrete Vorwurf lautet „Störung der öffentlichen Ordnung“ – ein Vergehen, das die Staatsmacht bemüht, wenn sie gegen Demonstranten vorgeht. Dennoch handelt es sich um eine konkrete Straftat nach chinesischem Recht. „Da es sich um den Vorwurf der Störung der öffentlichen Ordnung handelt, hat Volkswagen leider keine Möglichkeit, sich hier aktiv für den Arbeiter der Leiharbeitsfirma einzusetzen“, teilt ein VW-Sprecher der Frankfurter Rundschau mit. Nach der Festnahme von Fu hat Volkswagen zwar reagiert und die betroffenen Leiharbeiter zu fairem Lohn fest einstellen lassen. Doch für Fu konnte das Unternehmen angeblich nichts mehr tun.

Fus Fall ist nicht vergessen

Doch sein Fall ist nicht vergessen: 2500 Kilometer weiter südlich, in der Handelsstadt Hongkong, bangt ein anderer Arbeiteraktivist um Fus Schicksal. Han Dongfang ist 55 Jahre alt und leitet dort die Organisation China Labour Bulletin, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Volksrepublik stark macht. Als 26-jähriger Arbeiter hatte Han es schon im Jahr 1989 gewagt, eine freie Gewerkschaft zu gründen und auf bessere Bezahlung zu pochen.

Seine Gruppe marschierte bei den Tiananmen-Protesten mit – und fand sich nach deren blutiger Niederschlagung in der Rolle verfolgter Staatsfeinde wieder. „Der Fall Fu Tianbo ähnelt meinem insofern, als wir beide Arbeiter in großen Staatsbetrieben waren“, sagt Han. „Und die Arbeiter im Nordwesten haben weiterhin eine starke Identität als Arbeiterklasse, so wie wir sie damals hatten.“ Doch die Verhaftung Fus sei deutlich ungerechter. „Wir hatten damals durchaus politische Ambitionen, während es Fu und seinen Mitkämpfern wirklich nur um einen zum Leben ausreichenden Lohn geht.“

Han Dongfang appelliert an die für Volkswagen zuständigen Gewerkschaften und den Betriebsrat, sich weiterhin eindeutig für Fu einzusetzen. „Wir haben eine hochgradig verschränkte Weltwirtschaft, und was in Changchun passiert, tangiert auch die Anteilseigner des Volkswagen-Konzerns, darunter das Land Niedersachsen“, sagt der Hongkonger Aktivist. Eine Option könne sein, dass Betriebsratsvertreter darauf bestehen, Fu zu besuchen. „Es geht hier nicht um Politik“, betont Han. „Es geht aber um das Image von VW und das Wohlergehen seiner Mitarbeiter weltweit.“
http://www.fr.de/wirtschaft/vw-in-china-wegen-lohnprotestes-in-haft-a-1558610

Onkel Tom

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #254 am: 16:11:37 Mi. 08.August 2018 »
Na das hat ja lange gedauert, das sich die "Normalo-Presse" dafür interessiert.  ::)
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