Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 229224 mal)

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #270 am: 22:03:02 Di. 06.November 2018 »
Zitat
Und die Macht von FAW ist groß. Im Volksmund heißt es: „Wenn FAW niest, dann ist Changchun erkältet.“
jetzt klauen die Chinesen auch noch unsere Sprichwörter.
Zitat
Doch er glaubt fest daran, dass die Deutschen ihm und seinen Leidensgenossen dabei helfen würden, gleiche Bezahlung zu erwirken. „Die Deutschen haben bloß keine Ahnung, was hier los ist“, sagt er.
Ob VW ahnungslos ist oder es bloß nicht so genau wissen will, lässt sich nicht ermitteln.

Natürlich werden die Wolfsburger helfen:

counselor

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #271 am: 18:17:26 Do. 08.November 2018 »
Zitat
Umstrukturierung - Konzernweiter Kampf bei VW - statt Standorterpressung

In den letzten beiden Tagen platzte eine neue Bombe bei VW.

Die Produktion des Passat soll im VW Werk Emden bis 2022 auslaufen. Vom Werk Hannover-Stöcken soll die Transporterproduktion bis 2024 in das Ford Werk in der Türkei verlegt werden (siehe Rote Fahne News).

Im Werk Emden arbeiten zur Zeit 11.000 Beschäftige, im Werk Hannover 16.000. Dazu kommen noch Tausende Arbeitsplätze bei Zulieferern in den beiden Regionen – so hat die Region Hannover nach offiziellen Angaben 23.470 Beschäftigte in der Automobilwirtschaft, in Emden führt bereits heute jeder Tag Kurzarbeit bei VW auch zu Kurzarbeit bei Tausenden Zuliefererarbeitsplätzen.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw45/konzernweiter-kampf-statt-sich-in-den-einzelnen-werken-erpressen-lassen
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #272 am: 18:23:43 So. 11.November 2018 »
Zitat
Baller, baller
Trocken. VW schießt in Mexiko auf Wolken. Bauern beklagen Ernteausfälle



Der Konzern hat sie gezählet, dass ihm auch nicht eines fehlet. Bei so gottgleicher Draufsicht ist Wettermachen der nächste logische Schritt


Volkswagen will nicht, dass noch mehr Journalisten kommen und sich den Stein des Anstoßes ansehen. Oder besser gesagt: die mehrere Meter hohe, trichterförmige Maschine, die auf einem Fabrikgelände in Puebla zwischen Tausenden von funkelnagelneuen Geländewagen steht. Und die für einen verheerenden Dürresommer in der Gegend verantwortlich sein soll.

Deshalb hat der deutsche Autobauer neben der Fabrik in Puebla, etwa 700 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt, einen Graben in den eigentlich öffentlichen Feldweg gerissen, einen Meter tief. So sollen keine Autos mehr bis zu der Stelle am Maschendrahtzaun vorfahren können, von der aus man die sogenannte Anti-Hagel-Kanone sehen kann.

Alle paar Sekunden ein Knall


Genützt hat es wenig. Seit Anfang August berichteten zahlreiche mexikanische und deutsche Medien über die Kanone, die ein Gemisch aus Sauerstoff und Acetylen-Gas zur Explosion bringt und damit einen lauten Knall abfeuert, sobald sich am Himmel dunkle Wolken zusammenbrauen. Dadurch sollen diese aufgelöst und die in dieser Gegend Mexikos besonders häufigen Hagelschauer vertrieben werden, die laut VW allein 2016 Schäden in Höhe von 17 Millionen Euro an Neuwagen verursacht haben, die vor dem Werk geparkt waren. 2017 hat die Werksleitung die Hagelkanonen einrichten lassen, und seit Mai diesen Jahres wird die Technik der Wettermanipulation nun massiv eingesetzt. Seitdem klagen die Bauern in der Region über Dürre.

Die Maisfelder von Francisco Clemente liegen nur wenige hundert Meter Luftlinie von einer der Kanonen entfernt, im kleinen Ort La Resurrección. „In unserem Dorf leben wir alle von dem, was der Boden uns gibt“, sagt der 58-jährige Landwirt. „Normalerweise ernten wir auf einem Hektar etwa vier bis sechs Tonnen Mais. Davon essen wir, und was übrig bleibt, verkaufen wir. Mit der Dürre dieses Jahres haben wir aber so gut wie alles verloren.“ Für ihn und die anderen Bauern aus La Resurrección ist der Verantwortliche für die Trockenheit klar. „Die Regenwolken kommen immer vom Vulkan La Malinche, den man von der Stadt aus gut sehen kann. Sobald es da dunkel wird, beginnt VW wie verrückt in die Luft zu feuern, alle sieben Sekunden ein Knall, und das für zwei Stunden, und dann sind die Wolken verschwunden“, erzählt Francisco Clemente aufgebracht.

Von angeblichen Entschädigungsangeboten seitens VW, die es laut mexikanischer Presse gegeben haben soll, wissen er und die anderen Landwirte in La Resurrección nichts. „Mit uns hat die Firma nicht gesprochen. Und jedes Mal, wenn wir versuchen, die Schallkanone zu filmen, um zu zeigen, wie schnell sie die Wolken vertreibt, kommt der Wachschutz und vertreibt uns mit Beschimpfungen und Drohungen“, berichtet Francisco Clemente.

Die Campesinos sind sauer

Auch im etwa 30 Kilometer entfernten San Francisco Totimehuacán sehen sich die Bauern als Opfer der Umweltmanipulationen des deutschen Autobauers. Óscar Huey und Herón García stehen inmitten ihrer komplett ausgetrockneten Felder. Wütend hält Óscar Huey einen mittelfingergroßen Maiskolben in die Höhe. „Hier hätten wir schon vor zwei Wochen ernten sollen. Aber seit Anfang Mai hat es nicht geregnet und jetzt haben wir unsere ganze Ernte und alles, was wir in diesem Jahr in unsere Felder investiert haben, verloren.“

Obwohl die Gemeinde nicht in der Nähe des VW-Werks liegt, wo die Schallkanonen eingesetzt werden, sind sich die beiden sicher, dass diese für die Dürre verantwortlich sind. „Wir kennen den Regenzyklus hier genau. Und die Zeit zwischen Mai und August ist extrem wichtig für den Anbau. Natürlich gibt es manchmal trockenere Jahre. Aber dass es 60 Tage am Stück keinen Regen gibt, obwohl der Himmel immer wieder komplett von dunklen Regenwolken bedeckt ist? Das haben wir noch nie gehabt“, sagt Herón García.

Deshalb bereitet García eine Klage vor, mit der er von VW ein Ende des Einsatzes der Schallkanonen und Entschädigungszahlungen für die verlorene Ernte einfordern will. „VW geht es wie allen multinationalen Konzernen nur um Gewinn. Um ihre Autos vor dem Wetter zu schützen, verändern sie sogar den natürlichen Zyklus, der doch erst das Leben auf dieser Erde möglich macht“, sagt García kopfschüttelnd.

Dabei genießt der Konzern aus dem niedersächsischen Wolfsburg in Puebla eigentlich einen guten Ruf. Seit mittlerweile mehr als 50 Jahren gehört VW fest zur viertgrößten Stadt Mexikos. Mit mehr als 17.000 Angestellten und 460.000 hergestellten Autos pro Jahr ist das mexikanische Werk der wichtigste VW-Standort außerhalb Deutschlands. „Die Präsenz von VW ist wesentlich für die lokale Wirtschaft“, sagt Patricia Gutiérrez, Journalistin der linken Tageszeitung La Jornada. „Das heißt aber auch, dass VW großen Einfluss in der Stadt hat. Früher gab es manchmal Auseinandersetzungen mit der Gewerkschaft, aber an größere Skandale kann ich mich nicht erinnern. Diese Sache könnte zu einer echten Bewährungsprobe für VW in Puebla werden.“

Mittlerweile gehen mexikanische Medien von bis zu 10.000 betroffenen Bauern aus. Die Reaktion von Volkswagen war zunächst eher verhalten. Einen Tag nach einer Straßenblockade vor dem VW-Werk durch wütende Bauern am 8. August veröffentlichte der Konzern die einzige Pressemitteilung zu dem Thema. Darin erklärte VW angesichts der Proteste, die Schallkanonen solle nur noch manuell und im Fall von akut drohendem Hagel eingesetzt werden. Zudem kündigte der Autokonzern an, in Hagelnetze über seinen Parkplätzen zu investieren, behielt sich jedoch zugleich den Einsatz der Schallkanonen als weiteres Mittel gegen den Hagel vor.

Ende August hat es wieder geregnet in Puebla. Die Dürre scheint vorbei zu sein. Doch der Konflikt zwischen den lokalen Bauern und dem deutschen Autokonzern ist damit noch lange nicht beendet. „Wir fordern die Rücknahme der Genehmigung durch die Staatsregierung von Puebla“, sagt Francisco Clemente aufgebracht. „Die sollen einfach ein Hagelnetz spannen.“ Auch der Lokalpolitiker Rafael Ramírez setzt sich für die Zurücknahme der Genehmigung ein. „Es gibt andere Wege, die Autos zu schützen, die nicht in den natürlichen Kreislauf eingreifen. Hier darf die Regierung keine Zugeständnisse an VW machen, sondern muss sich auf die Seite der mexikanischen Bauern stellen“, fordert er.

Anfang Oktober wurde in lokalen Zeitungen berichtet, dass VW bei den zuständigen Behörden einen Antrag auf Erlaubnis für ein Hagelnetz gestellt hat, das den Einsatz der Schallkanone überflüssig machen soll. Es scheint, als hätten der öffentliche Druck und die Beschwerden der Bauern Früchte getragen.

Dabei ist alles andere als klar, ob die Hagelkanone überhaupt eine Wirkung hat. In einem dreiseitigen Gutachten vom 23. August, das die Nationale Autonome Universität Mexikos (UNAM) extra wegen des Konflikts in Puebla anfertigen ließ, kommen zwei Wissenschaftler zu dem Schluss, dass es keine gesicherten Beweise dafür gebe, dass die Hagelkanone überhaupt einen Effekt hat.

Für die betroffenen Bauern ist das Gutachten wenig überzeugend. „Wir haben unser ganzes Leben lang Landwirtschaft betrieben. Wir wissen aus unserer Erfahrung heraus genau, wann es regnet und wann nicht“, meint Herón García aus Totimehuacán. „Wir brauchen mehr Untersuchungen zu dem, was genau diesen Sommer hier passiert ist.“

Deshalb dürfte es für VW trotz des späten Einlenkens in den nächsten Wochen und Monaten unbequem bleiben. In den mexikanischen Medien ist von ersten Forderungen über 3,2 Millionen Euro Entschädigung zu hören. Wie viele derartige Klagen auch immer darauf noch folgen, sicher ist: VW hat in diesem Sommer viele Sympathien in Mexiko verspielt.

Alexander Gorski arbeitet als freier Autor in Mexiko-Stadt

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/baller-baller

Onkel Tom

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #273 am: 21:46:59 So. 11.November 2018 »
Nee.. Echt jetzt ?

Hab nu bei Gokkelmaps gesucht und nix verdächtiges finden können..

https://www.google.com/maps/@19.1285513,-98.254082,761m/data=!3m1!1e3

Wenn was an dieser Anti-Hagel-Kanone dran ist, müsste mann sie ja anhand
ihrer Größe erkennen können und technich sinnvoll würde sie ja am besten im
Zentrum der Parkanlagen stehen..

Ob sich da ein "freier Jornalist" sich von camtrails.de und co hat inspirieren lassen
und freitag nimmt die Story so einfach ungeprüft an ?

Hmm, trotz VW-Geschummel und Co traue ich dem Artikel nicht so einfach
über den Weg..

Hab noch was gefunden, aber ob das wirklich den Tatsachen entspricht, zumal da
nur von "soll" geschrieben steht ?

https://amerika21.de/2018/08/211424/mexiko-puebla-vw-protest

Das Ding sieht ja eher aus wie ein Vogelschreck, damit die Autos nicht bekackt
werden.

Merkwürdig.  ::)
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Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #274 am: 08:28:15 Mo. 12.November 2018 »
Ich halte die Medien "Freitag" und "Amerika21" für seriös. Insbesondere letzteres ist erhaben über jeglichen Aluhutvorwurf.
Es ist technisch eine real mögliche Geschichte, derer sich die chinesische Regierung seit Jahren bedient. Bei besonderen Anlässen, wie Olympischen Spielen oder wichtigen internationalen Wirtschaftsgipfeln, sorgt sie am Austragungsort für einen blauen Himmel.

Journalisten müssen Formulierungen wie "soll" verwenden, wenn sie es nicht mit der Rechtsabteilung des Konzerns zu tun haben wollen.

Zitat
ihrer Größe erkennen können und technich sinnvoll würde sie ja am besten im
Zentrum der Parkanlagen stehen..
Nein, chemische Substanzen werden weit vor dem Gelände in die Wolken geschossen, damit sie vorher abregnen.

Rudolf Rocker

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #275 am: 10:43:02 Mo. 12.November 2018 »
Diese Hagelabwehr- Geschichten gibt es wirklich:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hagelabwehr
Umstritten ist allerdings inwieweit das Ganze wirklich Wirkung zeigt. Wissenschaftlich gesehen hat das Ganze wohl kaum einen Effekt. (Darauf wird im Freitag- Artikel übrigens auch hingewiesen).

Zitat
ihrer Größe erkennen können und technich sinnvoll würde sie ja am besten im Zentrum der Parkanlagen stehen..
Im Wikipedia- Artikel ist ein Bild von einer Hagelkanone zu sehen. So groß sind die Dinger nicht, das man sie unbedingt auf Google- Maps oder Google Earth erkennen könnte.

Das die Dürre in der dortigen Region mit den Hagelkanonen zu tun hat, halte ich nach derzeitgem Wissensstand für ausgeschlossen.
Sollte das tatsächlich funktionieren, würde es ja nur dafür sorgen, das sich keine großen Hagelkörner bilden, aber nicht, das es nicht regnet.
Daran dürfte eher der Klimawandel schuld sein, der uns weltweit katastrophale Dürren und Überschwemmungen beschert.

Zitat
Nein, chemische Substanzen werden weit vor dem Gelände in die Wolken geschossen, damit sie vorher abregnen.
Es handelt sich um eine Schall- Kanone. Das mit den chemischen Substanzen gibt es aber auch.

Onkel Tom

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #276 am: 10:53:42 Mo. 12.November 2018 »
Ah, ok..

Hab das Ding nach nochmaligem Gesuche doch von Oben entdecken können und
wenn es auch wirklich das Teil ist, steht es tatsächlich fast mitten der Parkanlage.
Nicht weit westlich steht noch eine größere Laterne mit Strahlerring.
Bei maximaler Vergrößerung kann mann es erkennen..

Das die Russen zum 1.Mai und für weitere Festlichkeiten gern Bewölkungen
vertrieben haben, nehme ich auch ab.. Naja, wenn mann schon mal von einem
Aluhutträger genervt wurde, ist man für solch Artikel misstrauischer..

 ;)

Edit: Ja, das es dort dieses Jahr weniger gegossen hat, denke ich auch eher an den
Klimawandel.

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Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #277 am: 14:50:57 Fr. 16.November 2018 »
Zitat
Belegschaft verkleinert:
VW baut ab 2022 in Emden und Hannover Elektroautos

Volkswagen hat nun offiziell bestätigt, dass ab 2022 in den Werken Emden und Hannover ab 2022 Elektroautos vom Band laufen sollen. Dafür werden wegen verringerter Komplexität weniger Mitarbeiter benötigt.


Die Elektroauto-Initiative von Volkswagen fordert erste Opfer: Weil die Werke Emden und Hannover auf Elektroautos umgestellt werden, müssen Mitarbeiter gehen - vorläufig nur in Emden. VW bietet dafür unter anderem Altersteilzeit an. Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen sollen recht kurzfristig am Standort nicht mehr benötigt werden. Ihnen sollen Angebote im Konzern gemacht werden. Das betrifft 500 Personen in Emden.

Im Volkswagen-Werk Hannover werden weiterhin Verbrennerfahrzeuge gebaut, doch ab 2022 auch elektrische Fahrzeuge der I.D.-Buzz-Serie. Das ist der elektrische Transporter von Volkswagen, der optisch an den ersten VW-Bus erinnert.

Die an den Standorten bisher gebauten Fahrzeugtypen sollen nach und nach in anderen Werken gebaut werden. Über die Aufteilung und den Terminplan will das Unternehmen noch entscheiden.

Der Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft, Willi Diez, befürchtete schon 2015 in einem Interview mit der Zeitschrift Auto, Motor und Sport einen massiven Arbeitsplatzabbau in der deutschen Autoindustrie, weil bei Elektroautos ungefähr ein Drittel der Wertschöpfung wegfalle. Elektroautos benötigen weit weniger Teile, weil der Verbrennungsmotor und seine Nebenaggregate wegfallen.

Auch Ha Bu-young, Chef von Südkoreas größter und mächtigster Gewerkschaft Hyundai Motor Union, hatte Anfang 2018 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters ein düsteres Bild der Folgen der Elektromobilität gezeichnet. Bis zu 70 Prozent der Belegschaft könnten durch die Umstellung auf den Elektroantrieb ihren Arbeitsplatz verlieren, sagte er. Auch Unternehmen wie Ford und Daimler warnten ihre Belegschaft bereits, dass sie Effizienzsteigerungen bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen erwarteten.

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung führte im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA) eine empirische Studie durch, der zufolge rund 600.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt von einem Verbrennungsmotorverbot betroffen wären. Das sind rund zehn Prozent der Beschäftigten in der Industrie. Rund 130.000 Arbeitsplätze in kleinen und mittelständischen Spezialfirmen wären besonders bedroht. Laut Studie wären bei einem Zulassungsverbot knapp 13 Prozent der Bruttowertschöpfung der Industrie betroffen.
https://www.golem.de/news/belegschaft-verkleinert-vw-baut-ab-2022-in-emden-und-hannover-elektroautos-1811-137727.html

counselor

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #278 am: 18:40:42 Sa. 17.November 2018 »
Zitat
VW - Zukunftssicherung durch Elektromobilität?

Bei VW in Hannover und Emden wurde auf Betriebsversammlungen diese Woche Produktionsverlagerungen und geplante Umstrukturierungen bekanntgegeben. Mit dem Abgasbetrug hat es VW an die Weltmarktspitze geschafft, und will auch so lange wie möglich an der Produktion von Verbrennungsmotoren festhalten. Mit der angekündigten Kooperation mit Ford rüstet sich VW für den Kampf um die künftigen Marktanteile in der Elektromobilität. 66 Prozent der bisherigen Transporter-Produktion in Hannover soll in das Ford-Werk Kocaeli in der Türkei verlagert werden.

Quelle: https://www.rf-news.de/2018/kw46/zukunftssicherung-durch-elektromobilitaet
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #279 am: 11:02:51 Mo. 19.November 2018 »
Zitat
16.11.18
„Herzlichen Glückwunsch an Volkswagen“

Die Zweifel an der Nominierung des CDU-Bundestagsabgeordneten Stephan Harbarth zum Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts wachsen. Der Unionspolitiker gilt etlichen Abgeordneten als ausgesprochen VW-freundlich.
(...)
Der 46-jährige Rechtsanwalt ist Partner der Mannheimer Sozietät SZA Schilling, Zutt & Anschütz, verdient dort zusätzlich zu seinen Abgeordnetendiäten noch so kräftig dazu, dass er zu den Spitzenreitern im Bundestag gehört, was die sogenannten Nebeneinkünfte betrifft.

Als problematisch daran gilt vor allem die Nähe der Kanzlei (Eigenwerbung: „Zu uns kommen Konzerne“) zur Großindustrie. So vertritt SZA beispielsweise die Volkswagen AG im Diesel-Abgasskandal.
(...)
https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article183973704/Bundesverfassungsgericht-Herzlichen-Glueckwunsch-an-Volkswagen.html

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #280 am: 12:27:51 Mo. 19.November 2018 »
FAW-VW Leiharbeiter nutzen das 30 jährige Jubiläum von Volkswagen in China, um ihre Rechte einzufordern.



Nach den spektakulären Protesten, die für die Mehrheit der Leihkräfte erfolgreich ausgegangen ist, aber ihrem Sprecher eine lange Zeit in Haft eingebracht haben, rumohrt wes weiter im Werk Changchun. Eine weitere Gruppe von Leiharbeitern klagt auf Gleichbehandlung durch Einhaltung des chinesischen Arbeitsrechts. Sie sind nun erneut mit einer Protestaktion an die Öffentlichkeit gegangen, die über soziale Medien im Land verbreitet wird. Sie richteten ihre Botschaft an den Konzernchef Herbert Diess.

(Soviel zu dem Argument des Konzernbetriebsrats, Volkswagen hätte nichts mit der Personalpolitik im Werk zu tun, das sei allein Sache des chinesischen Kooperationspartners FAW.)

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #281 am: 15:44:35 Mo. 19.November 2018 »
Zitat
Milliardenschwerer Import-Deal für Volkswagen in China

Volkswagen baut seine Beziehung zu dem Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen Automotive aus – und schließt eine Kooperationsabkommen.


Volkswagen und das chinesische Joint-Venture FAW-Volkswagen Automotive haben eine milliardenschwere Kooperationsvereinbarung geschlossen. Im kommenden Jahr werde das Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Automobilkonzern FAW Fahrzeuge und Bauteile für rund neun Milliarden Dollar in die Volksrepublik importieren, teilte Volkswagen am Dienstag mit.

Das Abkommen sei auf der Messe China International Import Expo in Shanghai unterzeichnet worden. Für die Marke VW ist China - wie für viele westliche Hersteller - der mittlerweile mit Abstand größte Einzelmarkt.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/kooperation-milliardenschwerer-import-deal-fuer-volkswagen-in-china/23561378.html?ticket=ST-72657-FSHIzbddVjDgVgfOMDVO-ap2

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #282 am: 20:52:56 Mo. 26.November 2018 »
Englischsprachiger Artikel über die Unternmehmenspolitik von VW in China:

"Wiederholte Spaltung"

Repeated division
The struggle of temporary and outsourced workers at FAW-VW in Changchun, China, continues


https://www.gongchao.org/2018/11/26/repeated-division-at-faw-vw/

Rappelkistenrebell

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #283 am: 10:07:15 Fr. 07.Dezember 2018 »
ROTE FAHNE 25/18
Gewitterwolken über der Autoindustrie
Absatzrückgang, drohende Arbeitsplatzvernichtung und Abbau der Ausbildungsplätze ...

... bis dahin, Ausbildungswerkstätten zu schließen, ganze Werke, wie bei VW oder Opel, zur Disposition zu stellen, Diesel-Fahrverbote in immer mehr Städten zu verhängen ... VW-Chef Herbert Diess malt schon den Untergang der gesamten Autobranche an die Wand. Gleichzeitig werden die angeblichen Chancen für Werke und Umwelt durch die Einführung der E-Mobilität gepriesen. Welche Entwicklung ist in der Autoindustrie zu erwarten, und wie hängt das mit der weltweit turbulenten Lage zusammen?

 

Überfallartig kündigte der Chef der Nutzfahrzeug-Sparte von VW, Thomas Sedran, auf einer außerordentlichen Belegschaftsversammlung am 14. November in Hannover an, die Produktion eines Transporter-Modells ab 2024 in die Türkei zu verlagern. Die damit verbundene Vernichtung von 6000 Arbeitsplätzen und die kurzfristige Entlassung von 500 befristet Beschäftigten in Emden wird vernebelt durch eine „Standortvereinbarung“ über eine Beschäftigungsgarantie für Hannover und Emden bis 2028. Sedran: „Das erreichen wir durch die Umstellung auf Elektromobilität.“

 

Der Vorstand versuchte, dies auf der ordentlichen Belegschaftsversammlung am 27. November als „Abschied von alten Zöpfen“ und „Schritt in die Zukunft“ zu verkaufen. Ihm ist es aber nicht gelungen, die Kolleginnen und Kollegen für das Programm der Arbeitsplatzvernichtung und angeblichen Zukunftssicherung zu gewinnen. „Denen geht es doch immer nur um den Profit!“ – so denken viele. „Uns hat der Vorstand schon viele Modelle versprochen, aber meist nichts gehalten. Der Sedran ist immer mehr unten durch. Der hat doch schon Opel Bochum dichtgemacht. Aber von der Opel-Belegschaft können wir viel lernen.“ Kämpferische Kolleginnen und Kollegen griffen das Vorgehen des Vorstands und die Arbeitsplatzvernichtung an, die auch weitreichende Folgen für die Jugend hat. Die Zusage des Verzichts auf betriebsbedingte Kündigungen wirkt allerdings auch dämpfend. Sie fördert ein Denken, erst mal den eigenen Standort zu sehen. Verunsichert sind viele Kolleginnen und Kollegen auch über die Ursachen der Arbeitsplatzvernichtung: „Übertriebener Umweltschutz“ – oder die Jagd nach immer höheren Profiten?

 

Was kommt auf die Automobilarbeiter zu?
 

Der Blick über VW hinaus zeigt, dass auch andere Belegschaften vor denselben Problemen stehen. In den USA kündigte General Motors die Vernichtung von 15 Prozent der Arbeitsplätze und die Schließung von fünf Werken an, Ford hat ähnliche Pläne, dem Opelwerk in Eisenach droht ein Tod auf Raten und so weiter. Das hat auch drastische Folgen für die Familien der Auto­mobil­arbeiter, die Zukunft der Jugend und ganze Regionen, die von der Autoindustrie geprägt sind.

 Die Pläne für Hannover geben eine Vorstellung, was für Folgen die Einführung der E-Mobilität unter dem Diktat der Automonopole hat. Dazu schreibt der Vorwärtsgang, Zeitung von Kollegen für Kollegen bei VW: „Hochgerechnet auf alle Werke sind wir Ende des nächsten Jahrzehnts nur noch 70.000 statt 120.000 VWler in Niedersachsen – und da ist kein pleitegegangener Zulieferer, kein aufgegebenes Geschäft eingerechnet.“

 Im Kampf um die künftige Weltmarktführerschaft haben die bisher den Weltmarkt bestimmenden Autokonzerne in den USA, Europa und Japan an Boden verloren. Das ist eine Folge der Internationalisierung der kapitalistischen Produktionsweise. Mit der Entstehung neuer imperialistischer Länder wie China, Indien, Südkorea, Türkei usw. sind neue Konkurrenten entstanden, die mithilfe der E-Mobilität eine weltmarktbeherrschende Stellung erreichen wollen. Das macht den internationalen Konkurrenzkampf zu einer regelrechten Vernichtungsschlacht, die auf Kosten der Belegschaften und der ganzen Gesellschaft ausgetragen wird. Sie findet zurzeit noch hauptsächlich in Form von strategischen Allianzen, Fusionen, Joint Ventures usw. statt. Jüngstes Beispiel ist die strategische Allianz zwischen VW und Ford.

 Der Konkurrenzkampf wird mit harten Bandagen und der Verbreitung von nationalistischem Gedankengut geführt. So fordert US-Präsident Donald Trump von GM, Werke in Mexiko, Kanada und anderen Länder zu schließen, nicht aber in den USA – „America first“! Der Chef von BMW, Harald Krüger, spricht bereits von einem „Krieg“ mit China. Der Kampf um die Weltmarktführerschaft in der Autoindustrie wirkt als Triebkraft für die allgemeine Tendenz der impe­rialistischen Kriegsvorbereitung.

 Die Verbreitung der sozialchauvinistischen Denkweise in den Belegschaften dient auch der psychologischen Kriegsvorbereitung. Von faschistoiden und faschistischen Kräften wird – zum Teil mit Tolerierung der Konzernvorstände – reaktionärer Nationalismus zur Spaltung und Vergiftung der Belegschaften verbreitet. Für die Arbeiter verlaufen die Grenzen aber nicht zwischen den Nationen und Nationalitäten, nicht zwischen GM oder Daimler und deren Belegschaften. Die Grenze verläuft zwischen dem allein herrschenden internationalen Finanzkapital und der internationalen Arbeiterklasse sowie den Volksmassen. Die MLPD unterstützt deshalb den Zusammenschluss der internationalen Automobilarbeiter, ihre Kooperation und die Koordination ihrer Kämpfe.

 Die heraufziehende Strukturkrise auf der Grundlage der Umstellung auf die E-Mobilität und die Strukturkrise als Folge der Internationalisierung der kapitalistischen Produktion durchdringen sich mit weitreichenden Veränderungen durch die Digitalisierung in Produktion, Handel und im gesellschaftlichen Leben.

Im Augenblick melden fast alle Autokonzerne Absatzrückgänge, geben Gewinnwarnungen heraus, auch Zulieferer. Der von Präsident Trump angezettelte Handelskrieg verschärft die Faktoren für eine Überproduktionskrise. Der mögliche Ausbruch einer neuen Weltwirtschafts- und Weltfinanzkrise wird verbunden sein mit der gewaltigen Vernichtung von Kapital und Arbeitsplätzen, zumal den imperialistischen Regierungen nicht mehr dieselben finanziellen Mittel zur Krisendämpfung zur Verfügung stehen wie bei der letzten Weltwirtschaftskrise.

 

„Zu viel Umweltschutz“?

weiter im Text

https://www.rf-news.de/rote-fahne/2018/nr25/gewitterwolken-ueber-der-autoindustrie-absatzrueckgang-drohende-arbeitsplatzvernichtung-und-abbau-der-ausbildungsplaetze


Gegen System und Kapital!


www.mlpd.de

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #284 am: 19:58:40 Sa. 08.Dezember 2018 »
Zitat
Streik in Portugal – T-Roc-Modelle von VW hängen fest
Seit Mitte August streiken Hafenarbeiter in Setubal. Der Nachschub des T-Rocs von VW stockt deshalb.



Die Autos aus dem portugiesischen Werk Palmela werden im Hafen von Setubal verladen. Dort aber streiken schon seit Wochen die Hafenarbeiter
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/article215962997/Streik-in-Portugal-T-Roc-Modelle-von-VW-haengen-fest.html