Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 217184 mal)

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #30 am: 22:10:58 Fr. 04.November 2016 »
Volkswagen betreibt seit 2015 in Nigeria ein Montagewerk, mal wieder. Von 1975 bis 1992 produzierte VW schon einmal  Käfer, Passat und Audi 100  in der Hauptstadt Lagos. Die einzelnen Teile wurden hauptsächlich aus Brasilien geliefert.

Die heutigen Montagelinien der Fabrik werden in Kooperation mit der Stallion Group aus Dubai betrieben, die wiederum  in Nigeria für Nissan, Hyundai, Iveco und Ashok Leyland Autos montiert. Gerade Ashok Leyland aus Indien baut nicht nur Busse, sondern auch sogenannte Verteidigungsfahrzeuge wie Raketentransporter und Truppentransporter. Und tatsächlich werden in der Fabrik, die von Volkswagen und Stallion betrieben wird, nicht nur PKWs zusammengeschustert, sondern auch der Truppentransporter Stallion:


http://motoringworldng.com/revealed-inside-volkswagen-plant-lagos/

Da werden Erinnerungen an den guten alten Kübelwagen wach.

Hierzulande würde es VW wohl nicht wagen, zusammen mit zum Beispiel Rheinmetall eine Fabrik zu betreiben, wo sowohl Golfs als auch Panzer montiert werden, aber wer weiß, wie lange noch.
Dass Nigeria als Standort von VW ausgewählt wurde, hat gute Gründe: schwache und korrupte Gewerkschaften, Festnahmen von engagierten Gewerkschaftern, mafiöse und brutale Polizeigewalt, prekäre Lebensbedingungen. Das ist seit jeher der Humus, auf dem Volkswagen gedeiht.

"Wir sind nach Nigeria zurückgekommen, um unsere lange Geschichte hier seit 1970 fortzusetzen", sagte der Afrikabeauftragte von Volkswagen Wolfgang Ratz zur Eröffnung der Fabrik. Wahrscheinlich weiß er wirklich nicht besser, wie lang die Geschichte tatsächlich ist.

dagobert

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #31 am: 23:04:02 Fr. 04.November 2016 »
Hierzulande würde es VW wohl nicht wagen, zusammen mit zum Beispiel Rheinmetall eine Fabrik zu betreiben, wo sowohl Golfs als auch Panzer montiert werden, aber wer weiß, wie lange noch.
Das dauert möglicherweise nicht mehr lange.
Eine Kooperation zwischen Rheinmetall und der VW-Tochter MAN gibt es bereits.

Zitat
Die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (oder kurz RMMV) ist ein Joint-Venture zur Herstellung von militärischen Radfahrzeugen der beiden deutschen Unternehmen Rheinmetall AG und MAN Truck & Bus AG. [...] In dem Unternehmen wurden die militärischen Radfahrzeugaktivitäten der Rheinmetall Landsysteme GmbH und die Military Division der MAN Nutzfahrzeuge fusioniert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinmetall_MAN_Military_Vehicles
Zitat
Die MAN Truck & Bus AG (MAN Nutzfahrzeuge Gruppe) mit Sitz in München ist das größte Unternehmen des MAN-Konzerns und einer der führenden internationalen Nutzfahrzeughersteller.
https://de.wikipedia.org/wiki/MAN_Truck_%26_Bus
Zitat
Die MAN SE („Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg“; Societas Europaea) ist ein börsennotierter Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern mit Sitz in München. Die Volkswagen AG hält mit 75,28 % die Mehrheit der Stammaktien an dem Konzern.
https://de.wikipedia.org/wiki/MAN

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #32 am: 23:50:47 Fr. 04.November 2016 »
Zitat
Die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (oder kurz RMMV) ist ein Joint-Venture zur Herstellung von militärischen Radfahrzeugen der beiden deutschen Unternehmen Rheinmetall AG und MAN Truck & Bus AG. [...]


Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH
in Kassel ist idyllisch gelegen zwischen Daimler, VW Baunatal und anderen Drecksfirmen. Und in direkter Nähe befindet sich ein großer Friedhof:



Passt schon.

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #33 am: 17:59:10 Sa. 05.November 2016 »
Wenn man sich die Geschichte, die Querverbindungen und den Filz ansieht, kann einem nur speiübel werden.



Je mehr sichtbar wird, desto mehr bekommt man den Eindruck, der NSU ist nur Kinderkacke dagegen.

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #34 am: 23:34:21 Sa. 05.November 2016 »
Visionäre Jubiläumsprozession 1963 Ecke Porschestraße/Goethesreaße . Die Produktion der V1 wurde zwar bis 1988 nicht geschafft, aber vielleicht wird das noch was:


Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #35 am: 12:08:54 So. 06.November 2016 »
Zitat
Ermittlungen gegen VW-Aufsichtsratschef


Hans Dieter Pötsch. 

Es geht um den Verdacht der Marktmanipulation: Nach Angaben des VW-Konzerns gerät auch Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch ins Visier der Staatsanwaltschaft.

Im Abgas-Skandal bei Volkswagen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Marktmanipulation bereits gegen Ex-VW-Boss Martin Winterkorn und den amtierenden VW-Markenchef Herbert Diess. Gegen die Manager liegt ein Anfangsverdacht vor, die Finanzwelt zu spät über den aufgeflogenen Abgas-Skandal informiert und so wichtige Informationen für Anleger unterdrückt zu haben. Die VW-Aktie hatte nach Bekanntwerden der Manipulationsvorwürfe im vergangenen Jahr massiv an Wert verloren.

Bei Pötsch beziehe sich das Ermittlungsverfahren auf die Zeit, als er Finanzvorstand des Konzerns war, hieß es bei VW.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/abgasskandal-ermittlungen-gegen-vw-aufsichtsratschef,1472780,34916106.html


Kriminelles Pack!

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #36 am: 13:38:19 So. 06.November 2016 »
Und weiter geht's!

Zitat
Die Audi AG ist ein deutscher Automobilhersteller, der dem Volkswagen-Konzern angehört.
https://de.wikipedia.org/wiki/Audi

Zitat
Neue Betrugsvorwürfe gegen Audi

In der Abgas-Affäre rückt Audi immer stärker in den Mittelpunkt. Nun gibt es weitere Vorwürfe: Die kalifornische Umweltbehörde hat eine weitere illegale Softwarefunktion entdeckt.
http://www.fr-online.de/wirtschaft/illegale-softwarefunktion-neue-betrugsvorwuerfe-gegen-audi,1472780,34915488.html

dagobert

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #37 am: 15:39:52 So. 06.November 2016 »
Seat und Skoda gehören auch zu VW.
Folglich dürften die Manipulationen auch dort anzutreffen sein, stammt ja schließlich alles aus dem selben Baukasten.

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #38 am: 20:47:34 So. 06.November 2016 »
und noch einer...
Zitat

Nigeria ermittelt gegen VW wegen Vertrauensbruch

02.11.2016

Der nigerianische Senat ermittelt gegen Volkswagen wegen Vertrauensbruch. Angeblich soll Volkswagen entgegen einem Abkommen seine Autos außerhalb von Nigeria zusammen gebaut und dann ins Land importiert haben.

Um die lokale Autofertigung zu fördern, hat Nigeria seine Steuern auf Fahrzeuge aus dem Ausland drastisch erhöht. VW soll nun angeblich Import-Fahrzeuge als lokal-produzierte Autos ausgewiesen haben.

Hope Uzodinma, Vorsitzender des Senat-Komitees für Zollabgaben, erklärte der Premium Times, dass bei einem Inspektionsbesuch im Volkswagen-Werk in Lagos Autos gefunden worden seien, die nicht in Nigeria zusammen gebaut, sondern ins Land importiert wurden.

Nigerias Regierung fördert derzeit den Aufbau seiner Autoindustrie und will bis 2023 seine lokale Fahrzeugproduktion auf 80 Prozent hochschrauben. Im Rahmen der Förderung hat die nigerianische Regierung 2014 seine Zölle auf importierte CBU-Fahrzeuge (completely built-up) von 40 auf 70 Prozent erhöht. Damit sollte die Einfuhr von CBU-Autos vermieden und die lokale Produktion angekurbelt werden. Neben Volkswagen begannen auch Hyundai, Ford und Nissan die Fertigung in Nigeria.
https://www.automobil-produktion.de/hersteller/wirtschaft/nigeria-ermittelt-gegen-vw-wegen-vertrauensbruch-117.html

Nachtrag zu Nigeria (22.11.2016):
Auf dem VW-Gelände bei Lagos wurden wohl 1500 Volkswagen und andere Marken gefunden, die am Zoll vorbeigeschmuggelt wurden und diversen Ministern und Governeuren vorbehalten waren. Volkswagen hatte die Inspektion wohl zuerst zu verhindern versucht.
http://aitnews.com.ng/2016/11/21/senate-discovers-1500-exotic-cars-owned-by-ministers-governors/

Nachtrag zu Nigeria (27.11.2016):
Volkswagen Nigeria bestreitet den Vorwurf des Betrugs: http://motoringworldng.com/volkswagen-nigeria-denies-senate-allegation-economic-sabotage/

Nebenbei: Nicht nur eine Aufklärung über die Rolle von Volkswagen in Brasilien, sondern auch in Nigeria wäre angebracht. So gab es 1978, 1982 und 1985 Proteste von Arbeitern im Volkswagenwerk Nigeria, in deren Folge es zu Todesopfern durch Polizeigewalt kam.
Trade Unionism Since 1945: Western Europe, Eastern Europe, Africa, and the Middle East, S. 370, 2009

Apropos Polizeigewalt: Da sich die Aufklärungsarbeit in Brasilien nun hauptsächlich darum drehen wird, ob Volkswagen das Folterzentrum unterstützt hat oder nicht,( - die Antwort wird dahingehend ausfallen, dass es wohl so war, es sich aber um eine Einzelperson handelte und keinesfalls Bestandteil des Volkswagensystems war -), werden im Rahmen der historischen Kommunikation viele andere Dinge in den Hintergrund gedrängt werden. So ist es gewollt. Man sollte aber nicht die ganzen mittelmäßigen und gelangweilten Wolfsburger Karrieristen vergessen, die im Ausland mal endlich gänzlich ungeniert die Herrenmenschen raushängen lassen konnten und immer noch können.

Lula gegen Schmidt 1979:
Zitat
Lula klagte, daß ausgerechnet die Deutschen zu den härtesten Kapitalisten zählen. So habe Volkswagen do Brasil beim letzten Streik den Arbeitern, die Betriebsratswahlen und Inflationsausgleich forderten, Polizei-Einsatz angedroht. Schmidt belehrte den jungen Hitzkopf, kein Mensch werde in Brasilien investieren, wenn die Lohnstückkosten zu hoch seien. Auch weitere Beschwerden des Gewerkschafters blieben ohne Eindruck -- der Mann hatte verspielt. Schmidts tödliches Verdikt: "Kein ökonomisches Wissen."
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350275.html

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #39 am: 13:16:40 Sa. 12.November 2016 »
Zitat
Enge Abstimmung zwischen Bundesamt und Industrie
11.11.2016
Diese Vorwürfe wiegen schwer: Hat das Kraftfahrtbundesamt in der Aufarbeitung des Abgasskandals mit den betroffenen Autobauern gemeinsame Sache gemacht?

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat sich für einen umstrittenen Bericht zu überhöhten Abgaswerten nach dem VW-Skandal eng mit deutschen Autobauern abgestimmt. Das geht aus E-Mails hervor. In einer Notiz des KBA von Mitte Januar heißt es zum Beispiel, es werde mit den Herstellern „zuvor konkret besprochen“, was veröffentlicht werde. An anderer Stelle ist die Rede von einem „abgestimmten Vorschlag“ für einen Bericht der „Untersuchungskommission Volkswagen“.

Das KBA ist dem Bundesverkehrsministerium untergeordnet. Es erteilt sogenannte Typgenehmigungen, die die Einhaltung von Abgasgrenzwerten voraussetzen.

Infolge des VW-Dieselskandals um manipulierte Abgastests hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im September 2015 die „Untersuchungskommission Volkswagen“ eingesetzt. Außerdem ordnete er Abgas-Nachmessungen durch das KBA bei VW und anderen Herstellern an. Die Ergebnisse dieser Messungen finden sich in dem Bericht der Untersuchungskommission, der im April veröffentlicht wurde.

Rückruf von 630.000 Autos

Demnach bestanden bei 22 von 53 getesteten Dieselmodellen Zweifel, ob das Herunterregeln der Abgasreinigung bei niedrigeren Temperaturen wirklich mit dem Schutz von Motorbauteilen zu tun hat. Es wurde ein Rückruf von insgesamt 630.000 Fahrzeugen von Audi, Mercedes, Opel, Porsche und VW beschlossen, um die Technik zur Abgasreinigung zu ändern. Die Hersteller sprachen von einem „freiwilligen“ Update und betonten, es gebe keine Hinweise auf unzulässige Software.

E-Mails zwischen der Aufsichtsbehörde KBA und den Autoherstellern legen nun nahe, dass sich beide Seiten über Inhalte des Berichtes enger abgestimmt haben als bislang belegt. Die Opposition im Bundestag wirft Dobrindt schon seit Bekanntwerden des Dieselskandals zu große Nähe zu den Autobauern vor.

Autobauer stimmen Wortlaut mit Bundesamt ab

In den E-Mails schrieb ein Vertreter von Opel an einen KBA-Mitarbeiter, der Autohersteller könne Formulierungen in einem Entwurf des Berichts nicht zustimmen. „Uns geht es um einen Maßnahmenplan im Rahmen einer von uns vorgeschlagenen, freiwilligen Produktverbesserung.“ Es könne daher nicht von „Maßnahmen zur Wiederherstellung der Vorschriftmäßigkeit“ gesprochen werden. Dies impliziere einen Gesetzesverstoß, der aber nicht angemessen sei.

An anderer Stelle schreibt ein KBA-Vertreter an einen Mitarbeiter des Bundesverkehrsministeriums, in der Rohfassung des Berichts sei ein „Porsche-Text“ mit dem Hersteller abgestimmt. Ein VW-Mitarbeiter schrieb an das KBA, man wolle einen „abgestimmten Vorschlag“ an die Untersuchungskommission versenden.

KBA-Präsident unterschreibt mit „industriefreundlichem Gruß“

In den Unterlagen taucht auch KBA-Präsident Ekhard Zinke auf. Er schrieb an einen seiner Mitarbeiter, er halte Opel-Ausführungen „insbesondere im techn. Teil im Grunde nach für nachvollziehbar.“ Der Behördenchef schließt dann: „Mit industriefreundlichem Gruß.“
In einer gemeinsamen Stellungnahme von Bundesverkehrsministerium und KBA zu den Recherchen hieß es: „Mit den Herstellern wurden im Rahmen dieser Untersuchungen Gespräche geführt und technische Fragen erörtert. Ein solches Prozedere ist international üblich und notwendig.“ Schlussfolgerungen im Untersuchungsbericht seien durch die Untersuchungskommission getroffen worden. „Die Meinungsbildung erfolgte unabhängig.“

Marken „haben konkrete Lösungen erarbeitet“

Ein VW-Konzernsprecher teilte mit: „Die beteiligten Marken haben konkrete Lösungen erarbeitet und dem KBA zur Überprüfung und Freigabe vorgestellt.“ Weiter hieß es: „In dem gesamten Prozess haben wir gegenüber dem KBA sensible und vertrauliche Daten offengelegt. Wenn das KBA mit Blick auf die angekündigte Veröffentlichung des Untersuchungsberichtes Rücksprachen mit betroffenen Unternehmen führt, ist dieses aus unserer Sicht erst einmal nachvollziehbar und naheliegend.“ Der Autobauer Opel wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
Die Grünen sehen sich in ihrem Vorwurf bestätigt, Verkehrsminister Dobrindt und das KBA handelten nicht unabhängig. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck sagte: „Hier hat offenbar die Industrie dem KBA die Feder geführt. Das ist ein Problem. Schon allein der Anschein einer Kultur der Kumpanei ist fatal.“ Dies schädige das Vertrauen in die Unabhängigkeit der staatlichen Institutionen.

Die logische Konsequenz könne nur sein, dass eine unabhängige Kommission das Ganze noch einmal aufrolle, sagte Habeck. Die Frage, ob alle Hersteller bei der Abgasreinigung illegal handelten, sei von hohem öffentlichen Interesse. „Das dürfen das KBA und das Verkehrsministerium nicht verschleiern.“

http://www.waz-online.de/VW/Aktuell/Enge-Abstimmung-zwischen-Bundesamt-und-Industrie

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #40 am: 13:39:54 Sa. 12.November 2016 »
Woran VW so alles sparen will:
Zitat
(…)
Im Konzern sollen nach und nach mehr als 10.000 Arbeitsplätze wegfallen und allein bei der Wolfsburger Stammmarke Volkswagen müssen rund drei Milliarden Euro gespart werden.(…)
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/braunschweig_harz_goettingen/VW-Aufsichtsrat-beraet-ueber-Sparmassnahmen,vw3376.html

Zitat
Audi verzichtet auf Leiharbeiter
Audi will 2017 die Leiharbeiterquote deutlich reduzieren. Offiziell hat das jedoch nichts mit den Folgen des Abgas-Skandals zu tun. (…)
http://www.automobilwoche.de/article/20161112/NACHRICHTEN/161119972/kein-bedarf-audi-verzichtet-auf-leiharbeiter
Zitat
Ausweitung der Sparmaßnahmen:
VW setzt Rotstift bei Schnauferln an
Der legendäre Fahrzeugbestand von Volkswagen Classic soll langfristig von 380 auf 250 Autos abschmelzen. Als Entscheidungskriterium zur Selektion der Kollektion wurde "Relevanz für die Marken- und Produkthistorie" auserkoren.(...)
http://www.automobilwoche.de/article/20161112/HEFTARCHIV/161119968/1339/ausweitung-der-sparmassnahmen-vw-setzt-rotstift-bei-schnauferln-an

Zitat
Wegen der Dieselaffäre zieht sich VW aus der Rallye-WM zurück. Die Sparmaßnahmen in der „Luxusabteilung“ Motorsport hat hausintern vor allem Signalwirkung.
http://www.faz.net/aktuell/sport/formel-1/motorsport/rallye-wm-ein-ausstieg-als-knalleffekt-14509615.html

Zitat
VW-Präsentation in Wolfsburg statt Paris
Bei der Präsentation neuer Modelle sorgte VW früher gerne für besondere Atmosphäre, in Paris, Bologna oder auf Sardinien. Anders bei der Weltpremiere des Golf-Updates am Montag, zu der 200 Journalisten aus Deutschland und dem Ausland nach Wolfsburg kamen – wohl ein Zeichen der neuen Bescheidenheit.
http://www.waz-online.de/VW/Aktuell/VW-Praesentation-in-Wolfsburg-statt-Paris

Zitat
19.10.2016. (dpa) - Vie­le Lie­fe­ran­ten und Dienst­leis­ter im Um­feld des Wolfs­bur­ger VW-Stamm­wer­kes ha­ben auch noch ein Jahr nach Be­ginn des Ab­gas-Skan­dals mit Kurz­ar­beit zu kämp­fen.(...)
Da die Zu­lie­fe­rer und Dienst­leis­ter rund um Wolfs­burg prak­tisch al­le am Tropf von VW hän­gen, liegt ein Zu­sam­men­hang zu den Spar­pro­gram­men des Kon­zerns auf der Hand. Volks­wa­gen hat­te in der Ver­gan­gen­heit be­tont, sich nicht zu Fra­gen an­de­rer Un­ter­neh­men äu­ßern zu kön­nen.(...)
http://www.hensche.de/VW_Zulieferer_Stammwerk_Folgen-Abgasskandals_VW_Zulieferer_rund_um_Stammwerk_kaempfen_mit_Folgen_des_Abgasskandals_19.10.2016_9.23.html

Der hat es richtig gemacht, war aber leider zu gierig:

Zitat
Ein Ex-Mitarbeiter von Volkswagen in Baunatal steht wegen eines krummen Millionen-Geschäfts vor Gericht. Mit Hilfe eines Kollegen soll er tonnenweise Edelschrott aus dem Werk gestohlen und verkauft haben.
http://hessenschau.de/panorama/ex-vw-mitarbeiter-wegen-millionendiebstahl-vor-gericht,vw-diebe-100.html

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #41 am: 12:34:01 Sa. 24.Dezember 2016 »

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #42 am: 12:41:04 Mo. 20.Februar 2017 »
Es verwirrt, wenn ausgerechnet ein Obermacker von VW auf die fehlende Gegnerfreiheit innerhalb der IGM hinweist:


Zitat
VW-Markenchef prüft Bevorzugung von Gewerkschaftsmitgliedern

Bei Volkswagen droht ein neuer Konflikt: VW-Markenchef Herbert Diess prüft Hinweise, dass bei Einstellungen und Beförderungen im Unternehmen Gewerkschaftsmitglieder bevorzugt würden.


„Seit meinem Einstieg bei Volkswagen bekomme ich immer wieder Hinweise aus der Belegschaft und insbesondere aus dem Management, dass Einstellungen und Aufstieg in der Hierarchie von einer Mitgliedschaft bei der IG Metall abhängen würden“, sagte Diess der „Bild“-Zeitung. Anzeigen aus der Belegschaft an verschiedenen Standorten, externe Berichte und ein „offenbar ungewöhnlich hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad im Management“ gäben weitere Hinweise.

Bei einigen Beförderungen habe Diess gezielt nachgefragt, ob die Betreffenden Mitglied der Gewerkschaft sind. „Meine Frage wurde dahingehend beantwortet, dass etwa die Hälfte des oberen Managements auch Mitglied der IG Metall seien“, sagte der Manager dem Blatt.

Beförderungen abhängig von einer Mitgliedschaft in der Gewerkschaft wären „ein klarer Compliance Verstoß“, sagte Diess. „Und es wäre mit den neuen Unternehmenswerten unvereinbar.“ Verantwortungsbewusstes Management dürfe bei solchen Indizien nicht wegsehen.

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass Diess bei der Beförderung von sechs Mitarbeitern ins obere Management nach deren Gewerkschaftsmitgliedschaft gefragt hatte (WAZ berichtete). Er bekam keine Antwort, wie ein Unternehmenssprecher dem „Manager Magazin“ sagte. Das sei auch aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. Bei VW werde oft behauptet, IG-Metall-Mitglieder würden bei Beförderungen bevorzugt, sagte der Sprecher.
http://www.waz-online.de/VW/Aktuell/VW-Markenchef-prueft-Bevorzugung-von-Gewerkschaftsmitgliedern

Reaktion des Wolfsburger IGM-Chefchens Hartwig Erb auf der Betriebsversammlung am 21.02.17:

Zitat
(...) Mit Blick auf die jüngste Auseinandersetzung um die Frage, ob Gewerkschaftsmitglieder bei VW Karrierevorteile haben, warnte Erb den Markenchef davor, „rote Linien“ zu überschreiten. „Auch im Topmanagement sollte doch bekannt sein, dass wir in Deutschland die Koalitionsfreiheit haben. Wir sind alle stolz, Metallerinnen und Metaller bei VW zu sein. Ich glaube, das reicht als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl“, so Erb.
http://www.waz-online.de/VW/Aktuell/IG-Metall-Chef-Wut-Rede-gegen-das-Management

Man steht also stolz Seit' an Seit' mit Leuten, die für Entlassungen, Arbeitsverdichtung, Druck, Folter wie in Brasilien und weitere Schweinereien stehen. Glückwunsch!

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #43 am: 10:55:50 So. 26.Februar 2017 »


Zitat
Seit’ an Seit’ mit den Arbeitgebern

Horst Neumann schuf sich bei der IG Metall ein Netzwerk. Dann verhalf ihm sein Job bei Volkswagen zu märchenhaftem Reichtum.

Wahrscheinlich ist Horst Neumann einer der reichsten Gewerkschafter im Ruhestand. Fast 50 Millionen Euro verdiente Neumann zwischen 2005 und 2015 als Personalvorstand von Volkswagen. Außerdem zahlt das Unternehmen dem 67-Jährigen in den kommenden Jahren eine Pension aus, deren Wert aus heutiger Sicht insgesamt etwa 23,7 Millionen Euro beträgt.
(…)
Als Neumann 2005 Personalvorstand des Volkswagen-Konzerns werden sollte, geriet die Sache zum Politikum. Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch setzte ihn gegen erhebliche Bedenken und Gegenstimmen des Landes Niedersachsen und anderer Kapitalvertreter durch. Neumann war zu jener Zeit mit der SPD-Politikerin und heutigen Arbeitsministerin Andrea Nahles liiert.
(…)
Nachdem sich Neumann und Nahles getrennt hatten, folgte 2009 die "Traumhochzeit bei VW", wie die Wolfsburger Allgemeine schrieb. Neumann heiratete Elke Eller, eine frühere IG-Metall-Vordenkerin, die seit 2001 in Volkswagens Aufsichtsrat saß und 2007 bei Volkswagen Financial Services Personalvorstand wurde, ehe sie 2012 in gleicher Funktion zur Marke VW Nutzfahrzeuge wechselte. Auf der Gästeliste der Hochzeit stand das damalige Who’s who der Volkswagen-Welt: Patriarch Piëch mit Gattin Ursula, Sigmar Gabriel, IG-Metall-Chef Berthold Huber nebst Vorgängern Jürgen Peters und Franz Steinkühler sowie Betriebsratschef Bernd Osterloh.
(…)

http://www.zeit.de/2017/07/horst-neumann-ig-metall-volkswagen-reichtum/komplettansicht

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #44 am: 12:46:47 So. 26.Februar 2017 »
Zitat
Horst Neumann:
Seit’ an Seit’ mit den Arbeitgebern

Horst Neumann schuf sich bei der IG Metall ein Netzwerk. Dann verhalf ihm sein Job bei Volkswagen zu märchenhaftem Reichtum.




Wahrscheinlich ist Horst Neumann einer der reichsten Gewerkschafter im Ruhestand. Fast 50 Millionen Euro verdiente Neumann zwischen 2005 und 2015 als Personalvorstand von Volkswagen. Außerdem zahlt das Unternehmen dem 67-Jährigen in den kommenden Jahren eine Pension aus, deren Wert aus heutiger Sicht insgesamt etwa 23,7 Millionen Euro beträgt.

Konzernbosse haben es schon schwer genug, vor ihre Beschäftigten zu treten, um ihre Vergütung zu rechtfertigen. Wie aber erklärt der langjährige IG-Metall-Mitarbeiter Horst Neumann einem Malocher vom Band, dass er gerecht entlohnt wird?

Die Antwort: gar nicht.

"Im Augenblick möchte ich mich nicht zu der Pensionsfrage äußern", schreibt er in einer E-Mail.

Dabei liegt in Lebensläufen wie jenem von Horst Neumann ein Schlüssel zur Frage, warum gerade in Großkonzernen mit starker Mitbestimmung die Gehaltsunterschiede zwischen Vorstand und Mitarbeitern immer gewaltiger werden. Es ist nämlich so, dass Gewerkschafter dort selbst von dieser Entwicklung profitieren, wenn sie geschickt sind. Sie reden im Aufsichtsrat mit, wenn es um Spitzengehälter und Posten geht.

Die Wege nach oben gleichen sich. Es gibt Manager, die etwas werden wollen und früher oder später eine Wirtschaftsschule in den USA besuchen. Und dann gibt es Karrieren wie die von Horst Neumann, die ohne Gewerkschaft nicht denkbar wären.

Bei Neumann war es so: Nach dem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Hamburg und Berlin wurde er 1973 Referent des Berliner Wirtschaftssenators. Fünf Jahre später kam der Karriereturbo: Der hauptberufliche Einstieg in die IG Metall. Wenn man etwas über diese Zeit hören will, erzählt ein früherer Büronachbar sofort einen bösartigen Witz, der zu jener Zeit bei der IG Metall über die opportunistische Unternehmenskultur kursierte. Hängen bleiben soll nebenbei, dass Neumann nicht durch Leistung überzeugt habe, sondern aufgestiegen sei, weil er sich mit den richtigen Leuten zu umgeben gewusst habe.

16 Jahre lang spann er in der Wirtschaftsabteilung der IG Metall sein Netzwerk. Er zog in mehrere Aufsichtsräte ein, darunter in jenen von Opel, ehe er 1994 Arbeitsdirektor der Krupp-Tochter Rasselstein Hoesch wurde, eines Weißblechspezialisten, ein Vorstandsposten, der in vielen Unternehmen traditionell an Gewerkschafter geht. Auch bei der Rasselstein AG war Neumann zuvor Aufsichtsrat gewesen. Nach einer kurzen Etappe als Personalvorstand von ThyssenKrupp Elevator wechselte Neumann 2002 zu Audi – als Vermittler sollen der damalige IG-Metall-Vorstand Jürgen Peters und Volkswagen-Arbeitsdirektor Peter Hartz gewirkt haben.
"Neumann hat weniger nach Lösungen gesucht als vielmehr danach, was dem Vorgesetzten nützt"

Als Neumann 2005 Personalvorstand des Volkswagen-Konzerns werden sollte, geriet die Sache zum Politikum. Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch setzte ihn gegen erhebliche Bedenken und Gegenstimmen des Landes Niedersachsen und anderer Kapitalvertreter durch. Neumann war zu jener Zeit mit der SPD-Politikerin und heutigen Arbeitsministerin Andrea Nahles liiert. Schnell machte das Gerücht die Runde, Aufsichtsrat und CDU-Ministerpräsident Christian Wulff habe Neumann deshalb verhindern wollen. Wulff dementierte vehement. Er und die anderen Anteilseigner im Aufsichtsrat hätten schlicht Zweifel gehabt, ob Neumann der geeignete Kandidat sei. Heute sagen frühere Aufsichtsräte, Wulffs damalige Einschätzung habe sich bestätigt. Ein Zinnsoldat sei Neumann gewesen, einer, der nur ausgeführt habe, was Piëch oder der spätere Konzernchef Martin Winterkorn von ihm verlangt hätten.

In Vorstandsklausuren habe Neumann praktisch nie widersprochen, sagt einer, der oft dabei war: "Neumann hat weniger nach Lösungen gesucht als vielmehr danach, was dem Vorgesetzten nützt." Und zumindest unbewusst etablierte er eine Angstkultur im Konzern, in der Vertrauen wenig zählte. "Horst Neumann hatte ein enormes Kontrollbedürfnis und damit verbunden ein ständiges Misstrauen in die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter", sagt ein anderer Weggefährte von einst. Manche Sachbearbeiter, so erzählt man sich heute noch im Werk, waren tagelang damit beschäftigt, Antwortschreiben so lange zu verbessern, bis der Chef zufrieden war, obwohl sich inhaltlich nicht zwingend etwas änderte. Neumann galt aufgrund solcher Aktionen als Perfektionist und Pedant.

Aber Neumann, auch das gehört zu seiner Biografie, hat das Gesundheitsmanagement bei Volkswagen verbessert und dadurch bis heute viele Fehlzeiten im Unternehmen verhindert. Zudem hat er die Fünftagewoche bei Volkswagen wieder etabliert und damit die Kosten im Unternehmen gesenkt.

Nachdem sich Neumann und Nahles getrennt hatten, folgte 2009 die "Traumhochzeit bei VW", wie die Wolfsburger Allgemeine schrieb. Neumann heiratete Elke Eller, eine frühere IG-Metall-Vordenkerin, die seit 2001 in Volkswagens Aufsichtsrat saß und 2007 bei Volkswagen Financial Services Personalvorstand wurde, ehe sie 2012 in gleicher Funktion zur Marke VW Nutzfahrzeuge wechselte. Auf der Gästeliste der Hochzeit stand das damalige Who’s who der Volkswagen-Welt: Patriarch Piëch mit Gattin Ursula, Sigmar Gabriel, IG-Metall-Chef Berthold Huber nebst Vorgängern Jürgen Peters und Franz Steinkühler sowie Betriebsratschef Bernd Osterloh. Bis 2015 blieben Neumann und Eller bei Volkswagen, dann schieden sie – als die Dieselkrise den Konzern erschütterte – fast zeitgleich aus. Eller arbeitet heute für TUI. Neumann ist jetzt Luxusrentner.

Einer gewinnt immer

Vergütung für Horst Neumann bei Volkswagen in Millionen Euro (Amtsantritt im Dezember 2005)


Eigentlich soll der Aufsichtsrat den Vorstand kontrollieren. Die Gewerkschaften haben durch das deutsche Modell der Mitbestimmung einen Sitz in diesem Gremium, damit die Interessen der Beschäftigten eine Stimme haben. Der Fall Neumann zeigt, wie Gewerkschaftsfunktionäre von diesem System profitieren, obwohl sie eigentlich Selbstbedienung des Managements verhindern sollen. Der Berliner Wirtschaftsprofessor Joachim Schwalbach hält eine Korrektur für überfällig. "Der Aufsichtsrat wäre zumindest der entscheidende Hebel, um Gehaltsexzesse zu stoppen", sagt er. Schwalbach weiß, wovon er spricht. Jahrelang hat er die Vergütung in den größten deutschen Unternehmen analysiert. Fast jedes Jahr wuchs der Abstand zwischen den Vorstandsgehältern und denen der normalen Beschäftigten.

Die Vertreter der Kapitalseite in Aufsichtsräten sind meist altgediente Manager. Von Leuten wie dem früheren Linde-Vorstand Wolfgang Reitzle oder dem Ex-Bayer-Chef Werner Wenning ist nicht zu erwarten, dass sie ein System austrocknen, das sie selbst so gut genährt hat und noch bis heute nährt. Reitzle kam laut manager magazin allein durch seine Aufsichtsratstätigkeit 2015 auf 2,5 Millionen Euro, Wenning auf 1,4 Millionen Euro. Aber was ist mit den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat? Auch sie verdienen prächtig. Die meisten spenden einen Großteil des Geldes an die Gewerkschaft, die sie entsandt hat, oder an ihr nahestehende Organisationen. Doch einige nutzen die Chance, siehe Neumann, einmal selbst ganz oben zu sitzen. Dort bleiben sie dann als wackere Stützen des Systems, das sie reich macht.

Mittlerweile hat Neumann eine Stiftung gegründet, das "Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit". Auch darüber möchte er nicht näher Auskunft geben. "Ich kann ihnen aber bestätigen, dass ich zugesagt und seit Anfang 2016 begonnen habe für 10 Jahre jährlich eine Million Euro für das ›Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit‹ zur Verfügung zu stellen. Wie Sie sehen, ist das deutlich mehr als die Pensionszahlungen. :-)", schreibt er per E-Mail. Es wird kein Zufall sein, dass diese Summe exakt dem Höchstbetrag entspricht, den ein Stifter jedes Jahr von der Steuer absetzen darf .
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