Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 240686 mal)

tleary

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #135 am: 02:32:44 So. 03.Dezember 2017 »
Ob ich es noch erleben werde? Einen Tag mit positiven, motivierenden Nachrichten?
In der Journalistensprache heißt das "Only bad news are good news". Also, auf deinen Fall übertragen: Wenn der Kapitalismus zusammenbricht, wäre das die "postivste, motivierendeste Nachricht" überhaupt. - Ober wie die Folgezeit dann allerdings überleben würden, bis die "neue Gesellschaft" entsteht, mag bezweifelt werden.

P.S.: Wo bist du hin, Stromboli?
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Uncle-Marc

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #136 am: 08:52:03 So. 03.Dezember 2017 »

In der Journalistensprache heißt das "Only bad news are good news".


Nope.... much more appropriate would be "washing dirty laundry"

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #137 am: 13:09:02 So. 03.Dezember 2017 »
(weiter im Hetzthread)

Ferdinand Porsche, die alte Nazisau:

Als Geschäftsführer der Volkswagenwerk GmbH, Wehrwirtschaftsführer, SS-Oberführer und Träger des Totenkopfrings war Porsche einer der ersten, die Zwangsarbeiter bei Himmler anforderten.
Er war maßgeblich an der Entwicklung diverser Waffen beteiligt. Ein Panzer hieß sogar „Ferdinand“. Er war unter anderem Mitgesellschafter der Tarnfirma Minette GmbH, die dazu diente, auch außerhalb des Werksgeländes in Untertage-Fertigung im KZ-Außenlager Thiel V1-Raketen produzieren zu lassen. Die Minette GmbH wurde erst 1957 aufgelöst.

Sein ehemaliger Geschäftspartner Adolf Rosenberger sagte, dass sein Motiv nicht persönlicher Antisemitismus gewesen sei. Da stellt sich die Frage, was ein unpersönlicher Antisemitismus ist und wie man den bewerten muss.

Porsches Schwiegersohn Anton Piëch war Werksleiter in der KdF-Stadt. Gegen Kriegsende ist er mit 10 Millionen Reichsmark nach Österreich durchgebrannt.

Der Grundstock für das heutige Vermögen der Sippe Porsch-Piëch basiert auf einer unsäglichen Verstrickung mit dem Nationalsozialismus und einer kleinen Lizenzgebühr für jeden verkauften Käfer, wobei immer wieder erstaunlich ist, wie ein Rechtskonstrukt wie zum Beispiel das Patentrecht alle Diktaturen überlebt und dann Anwendung findet, wenn es einzelnen Personen nützt.

Dass nicht nur in Wolfsburg Ferdinand Porsche als Namensgeber von Straßen, Schulen u.a. abgefeiert wird, ist sowohl Gedankenlosigkeit als auch der bewusste Versuch, diese alte Nazisau reinwaschen zu wollen.

Die Strategie von Volkswagen und dieser Scheißsippe besteht darin, es nicht zu verschweigen, den Fokus aber auf den Konstrukteur zu lenken. Eine gegenteilige Gewichtung wäre für den Absatz vielleicht nicht so gut, - wobei genug Gehirngewaschene gibt es ja bereits.   

 

Uncle-Marc

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #138 am: 14:54:12 So. 03.Dezember 2017 »
(weiter im Hetzthread)

Ferdinand Porsche:

Als Geschäftsführer der Volkswagenwerk GmbH, Wehrwirtschaftsführer, SS-Oberführer und Träger des Totenkopfrings war Porsche einer der ersten, die Zwangsarbeiter bei Himmler anforderten.


So so, war es nicht Genosse Stalin höchstpersönlich, der Prof. Porsche in den 1930'er Jahre in die UdSSR eingeladen hatte?
Zitat
Er war maßgeblich an der Entwicklung diverser Waffen beteiligt. Ein Panzer hieß sogar „Ferdinand“. Er war unter anderem Mitgesellschafter der Tarnfirma Minette GmbH, die dazu diente, auch außerhalb des Werksgeländes in Untertage-Fertigung im KZ-Außenlager Thiel V1-Raketen produzieren zu lassen. Die Minette GmbH wurde erst 1957 aufgelöst.

Ja, zweifelsohne, der Mann war sehr fähig, und wurde von Adolf Hitler ja auch als "sein böhmischer Konstrukteur" bezeichnet.

weiter: er habe mehrere Generäle, aber nur einen Porsche.

Zitat
Sein ehemaliger Geschäftspartner Adolf Rosenberger sagte, dass sein Motiv nicht persönlicher Antisemitismus gewesen sei. Da stellt sich die Frage, was ein unpersönlicher Antisemitismus ist und wie man den bewerten muss.

Alleine daran sieht man ja, dass er kein Nazi gewesen sein kann, wenn er einen jüdischen Geschäftsfreund und Partner hatte.

%
Zitat
Porsches Schwiegersohn Anton Piëch war Werksleiter in der KdF-Stadt. Gegen Kriegsende ist er mit 10 Millionen Reichsmark nach Österreich durchgebrannt.

Er wurde vielmehr 1945 aufgrund einer scheinheiligen Einladung eines französischen Ministers verhaftet und mehrere Monate eingesperrt, wobei aufgrund von Zeugenaussagen dann doch keine Anklage erhoben werden konnte.
Zitat

Der Grundstock für das heutige Vermögen der Sippe Porsch-Piëch basiert auf einer unsäglichen Verstrickung mit dem Nationalsozialismus und einer kleinen Lizenzgebühr für jeden verkauften Käfer,

Das Vermögen fast aller Wolfsburger Bürger basiert auf dem unsäglichen Erfolg von Volkswagen.

Zitat
wobei immer wieder erstaunlich ist, wie ein Rechtskonstrukt wie zum Beispiel das Patentrecht alle Diktaturen überlebt und dann Anwendung findet, wenn es einzelnen Personen nützt.

Ach so, also ein Schutzhelm, ein Luftdruck Sensor für Reifen, die beheizte Auto-Heckscheibe und vieles mehr wurden also auch alle während der Diktatur erfunden und Patentiert, oder wie sehe ich das?

Zitat
Dass nicht nur in Wolfsburg Ferdinand Porsche als Namensgeber von Straßen, Schulen u.a. abgefeiert wird, ist sowohl Gedankenlosigkeit als auch der bewusste Versuch, diese alte Nazisau reinwaschen zu wollen.

Alleine die Bezeichnung "Nazisau" ist schon nicht tragbar, und kann ggf. juristisch geahndet werden von wem auch immer der sich dazu berufen fühlt.
Ich jedenfalls bin es nicht, denn wie gesagt: Neider sollte man nicht anzeigen, wenn die durch solche Namensgebungen lediglich ihrem eigenen Unmut Luft machen.

Zitat
Die Strategie von Volkswagen und dieser Scheißsippe besteht darin, es nicht zu verschweigen, den Fokus aber auf den Konstrukteur zu lenken. Eine gegenteilige Gewichtung wäre für den Absatz vielleicht nicht so gut, - wobei genug Gehirngewaschene gibt es ja bereits.   

 

Neeeee, die Strategie besteht in der Wahrheit, und der Erfolg gibt der "Sippe" ja immer wieder Recht!

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #139 am: 15:24:18 So. 03.Dezember 2017 »
Zitat
So so, war es nicht Genosse Stalin höchstpersönlich, der Prof. Porsche in den 1930'er Jahre in die UdSSR eingeladen hatte?

Er hat dann doch lieber die Einladung des von dir sogenannten Staatsoberhauptes Adolf Hitler angenommen.

Zitat
Ja, zweifelsohne, der Mann war sehr fähig, und wurde von Adolf Hitler ja auch als "sein böhmischer Konstrukteur" bezeichnet.

Traurig, wenn jemand wegen seiner Fähigkeit, Waffen zu bauen, bewundert wird.

Zitat
Alleine daran sieht man ja, dass er kein Nazi gewesen sein kann, wenn er einen jüdischen Geschäftsfreund und Partner hatte.

Beschäftige dich genauer mit den Aussagen, bevor Du weiteren Quark produzierst.
Zitat
Er wurde vielmehr 1945 aufgrund einer scheinheiligen Einladung eines französischen Ministers verhaftet und mehrere Monate eingesperrt, wobei aufgrund von Zeugenaussagen dann doch keine Anklage erhoben werden konnte.

Das hing u.a. mit dem Gebahren bei Peugeot zusammen. Aber auch hier mal wieder eine total sinnlose Aussage. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Zitat
Das Vermögen fast aller Wolfsburger Bürger basiert auf dem unsäglichen Erfolg von Volkswagen.

Es geht nicht um das Vermögen der Wolfsburger Bürger, sondern um das Vermögen einer Sippe, die dementsprechend Einfluß hat.
Zitat
(…) Neider sollte man nicht anzeigen, wenn die durch solche Namensgebungen lediglich ihrem eigenen Unmut Luft machen.

Dieses Neidargument wird überstrapaziert. Ebenso überstrapazierst Du als Firmentroll hier allmählich die Geduld.

ich schreibe hier heute das letzte Mal in diesem Thread
Entscheid dich mal.

counselor

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #140 am: 15:59:39 So. 03.Dezember 2017 »
Das Neidargument ist ein beliebtes Argument bei den Bürgerlichen, wenn sie nicht mehr weiter wissen.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

ManOfConstantSorrow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #141 am: 21:37:24 So. 03.Dezember 2017 »
Und nichteinmal Ganovenehre unter diesen Gangstern:

Zitat
Verhafteter US-Manager:
„Von VW verraten“

Einem im Rahmen des Dieselbetrugs verhafteten US-Manager von Volkswagen drohen bis zu sieben Jahre Haft. Wenige Tage vor der Urteilsverkündung hat er sich nun schriftlich an seinen Richter gewandt.


Ein in den USA vor Gericht stehender früherer Umweltmanager von Volkswagen hat in einem Brief Vorwürfe gegen den Autokonzern erhoben. „Ich muss sagen, dass ich mich von meiner eigenen Gesellschaft in dem Diesel-Skandal oder 'Dieselgate' missbraucht fühle“, heißt es in dem Reuters vorliegenden Scheiben an den zuständigen Richter in Detroit.

Als Chef der VW-Umweltabteilung EEO in den USA sei er von seinen Vorgesetzten nicht über die Existenz der später aufgedeckten Betrugssoftware in VW-Dieselmodellen informiert worden. Er sei enttäuscht gewesen, als er im Sommer 2015 erfahren habe, dass VW fast zehn Jahre lang US-Umweltvorschriften systematisch umgangen habe. Zuerst hatte die Bild-Zeitung über den Brief berichtet. Ein VW-Sprecher wollte sich am Sonntag nicht dazu äußern.

Der Manager hat bereits gestanden, Teil einer Verschwörung zur Irreführung der US-Aufsichtsbehörden und zum Verstoß gegen Umweltgesetze gewesen zu sein.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/diesel-skandal-verhafteter-us-manager-von-vw-verraten/20664068.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #142 am: 16:21:20 Mo. 04.Dezember 2017 »
Zitat
Dez., 2017
Gemeinsam sind wir stärker!

Entlassungen bei VW in Polen als Anlass zur basisgewerkschaftlichen Organisierung und zum Kampf für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen

Nachdem die polnische Basisgewerkschaft "Inicjatywa Pracownicza" ("Die Arbeiter-Initiative") im Volkswagen-Werk in Poznan-Antoninek Anfang September 2017 eine Betriebsgruppe ins Leben gerufen hat, wurde die folgende Entlassung von drei Arbeitern als Versuch der Einschüchterung der gewerkschaftlich aktiven Arbeiter*innen verstanden.

Die Antwort war die Intensivierung des gewerkschaftlichen Engagements der VW-Beschäftigten, nämlich die Gründung einer betriebsübergreifenden IP-Betriebsgruppe.

"Das Leben eines normalen Arbeiters bei VW ist kein Urlaub"


So schreiben die Arbeiter*innen in dem vor dem Werk verteilten Flugblatt. Sie haben die erzwungenen Überstunden, mit einjähriger Verspätung ausbezahlte Überstundenzuschläge und die niedrigen Löhne beklagt.

Dazu kommen noch die Jahr für Jahr verlängerten Leiharbeitsverträge, die die prekäre Lage der Arbeiter*innen vertiefen. Zur Empörung der Belegschaft haben vor allem die zuletzt geplanten Änderungen geführt, die unter Zustimmung der im Betrieb präsenten Solidarnosc Gewerkschaft, aber ohne Absprache mit den Beschäftigten, erfolgt sind. Es handelt sich um die Einführung der dritten Samstagsschicht, obwohl erst vor kurzem im Werk eine zweite Samstagsschicht eingeführt wurde.

Diese Situation wurde von den Arbeiter*innen auf Facebook kommentiert, mit dem Aufruf sich zu organisieren. In Folge wurden drei Arbeiter gefeuert, einer hat eine verhaltensbedingte Kündigung für den Facebook-Post bekommen. Diese Repressionen sollen als Beispiel dienen, um zukünftige Organisierungsversuche zu verhindern.

"Wir kämpfen für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten"

Das sagen die VW-Beschäftigten in ihrem Flugblatt. Damit meinen sie nicht nur die Festangestellten, sogar auch die Leiharbeiter*innen, die ein Drittel der 10.000 Angestellten ausmachen. Die Arbeiter*innen werden unter Druck gesetzt, um Überstunden zu machen. Besonders diejenigen mit befristeten Arbeitsverträgen können sich dem kaum verweigern, da sie um ihre Arbeit fürchten. Neben dieser Erpressung, die sich auch auf die Verfügbarkeit bezieht, sind die Arbeiter*innen höheren Anforderungen und steigendem Arbeitspensum ausgesetzt. Es betrifft vor allem die Arbeiter*innen über 50, die aus gesundheitlichen Gründen diese Anforderungen nicht immer bewältigen (können). Die jungen Arbeiter*innen verdienen noch weniger, da ihr Einstiegslohn geringer ausfällt und sie damit rechnen müssen, dass ihre Arbeitsbedingungen noch prekärer werden. Für alle kommen noch Probleme mit der Arbeitssicherheit dazu. Die Belegschaft ist motiviert mit der neuen Gewerkschaft bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Beschäftigten im Betrieb zu erkämpfen. Deshalb sind viele von der Solidarnosc zur IP übergetreten. Somit hat das Ausbremsen einer neuen Organisation im Betrieb nicht geklappt.

"Allein haben wir keine Chance"

Zur Gründungsversammlung Anfang August 2017 kamen über 120 Leute. Seitdem wurden regelmäßig Flugblätter vor den Werken mit Informationen über die neue Organisation und die Situation im Betrieb verteilt.

"In unserer Organisation hat jeder Arbeiter die gleiche Stimme, wir kämpfen für ein besseres Leben für uns alle, nicht für die Gewerkschaftsbürokratie. Wenn du genug davon hast für einen Hundelohn bis zum letzten Schweißtropfen ausgequetscht zu werden, von korrupten Gewerkschaftlern und der Arroganz der Chefs, wenn du kein 18-Schicht-System willst, tritt der Inicjatywa Pracownicza bei. In der IP organisieren sich Festangestellte und Leiharbeiter, Mitglieder anderer Gewerkschaften und bisher Unorganisierte aus den Werken in Antoninek, Wrzesnia, Swarzedz und der Gießerei. Allein haben wir keine Chance gegen die Geschäftsführung. Gemeinsam sind wir stärker!"

Bei der Gewerkschaft sind schon über 300 Mitglieder organisiert und es kommen ständig weitere Beitrittserklärungen dazu. Die IP-Mitglieder haben auch mehr als zweitausend Unterschriften für die Petition an VW für die Wiedereinstellung ihrer Arbeitskollegen gesammelt. Die Gespräche mit der Geschäftsführung haben jedoch nichts gebracht.

Wozu braucht man Gewerkschaft?

Vor kurzem hat die Belegschaft im VW-Werk in der Slowakei nach dem Streik eine Lohnerhöhung um 13,5 Prozent erkämpft. Die polnischen Arbeiter*innen wollen ihrem Beispiel folgen. Im Vergleich liegt ein Durchschnittslohn in der Slowakei bei 1.800 Euro, in Polen nur bei 1.000 Euro. Angesichts dessen und der verschärften Arbeitsbedingungen sind die VW-Arbeiter*innen motiviert, um für die Erhöhung ihrer Löhne zu kämpfen.

Auslöser dafür war offensichtlich der Protest der Arbeiter*innen in der Slowakei. Sie wussten jedoch, dass sie dafür eine neue Gewerkschaft gründen müssen. In ihrem Flugblatt schreiben die Arbeiter*innen, dass die Solidarnosc "(...) fest an der Seite der Geschäftsführung steht. Ihre Leute sieht man nie in den Produktionshallen, denn sie verstecken sich in den Büros. Bei alltäglichen Problemen ist von ihnen kaum Hilfe zu erwarten. Vor kurzem hat die Solidarnosc der Einführung einer zusätzlichen 18. Schicht zugestimmt, und zwar ohne die Arbeiter zu fragen. Aber wenn die Solidarnosc nicht den Willen der Arbeiter vertritt, wozu ist sie dann im Betrieb? Gleichzeitig hat VW drei unserer Kollegen in Antoninek entlassen. Offizielle Gründe waren Posts auf Facebook. Aber wir alle wissen, dass es darum ging, zu verhindern, dass im Betrieb eine Gewerkschaft entsteht, die die Interessen der Arbeiter vertritt und nicht die des Chefs."

Internationale Solidarität

Die Arbeiter*innen sehen die Notwendigkeit der engen internationalen Zusammenarbeit, da sie bei einem internationalen Konzern tätig sind.

Durch den Austausch der Informationen über die Situation in den anderen VW-Werken haben die Arbeiter*innen in Polen Chancen ihre Forderungen durchzusetzen. Die Briefe und die Gespräche mit der Geschäftsführung haben bislang nichts gebracht.

Daher wurden schon Kontakte mit den VW-Arbeiter*innen aus Spanien, Portugal und der Slowakei hergestellt. So wie ihre polnischen Kolleg*innen sind die Arbeiter*innen in Portugal gegen die Einführung die zusätzlichen Samstagsschichten (16. und 17.). Über die Ereignisse in Portugal und in der Slowakei diskutiert die VW-Belegschaft in Polen sehr lebhaft. Die internationale Solidarität unter den Arbeiter*innen kann ihnen helfen die gewünschten Ziele zu erreichen und die Arbeiter*innen-Bewegung zu stärken.
http://www.graswurzel.net/424/vw.php

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #143 am: 19:58:05 Mo. 04.Dezember 2017 »
Es gibt auch eine Stellungnahme der Trotzkisten zu der Auseinandersetzung in Changchun:

Zitat
VW-Betriebsratschef fällt chinesischen Leiharbeitern in den Rücken
Von Dietmar Henning
29. November 2017

Seit November 2016 kämpfen chinesische Leiharbeiter, die in einem Joint Venture von Volkswagen und dessen chinesischem Partner First Automotive Works (FAW) beschäftigt sind, für die gleiche Bezahlung wie ihre festangestellten Arbeitskollegen.

Sie haben das chinesische Arbeitsrecht und eine internationale Vereinbarung des VW-Konzerns auf ihrer Seite, die beide eine gleiche Bezahlung (Equal Pay) für Leiharbeiter vorsehen. Doch der Weltbetriebsrat von VW unterstützt sie nicht. Einem Solidaritätsaufruf der chinesischen Arbeiter hat VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh in seiner Eigenschaft als Präsident des Weltkonzernbetriebsrats eine eindeutige Abfuhr erteilt.

Fünf Arbeitervertreter aus dem chinesischen Werk in Changchun in Nordwestchina hatten bereits im Juli einen Brief nach Wolfsburg geschrieben, weil sie sich Unterstützung vom VW-Weltbetriebsrat erhofften. „Seit langer Zeit werden Leiharbeiter bei FAW-VW schonungslos ausgebeutet“, heißt es in dem Brief. Der Lohnunterschied zwischen ihnen und den fest angestellten Arbeitern sei enorm groß. Aus Berichten geht hervor, dass sie nur halb so viel wie ihrer Kollegen erhalten, umgerechnet weniger als 640 Euro im Monat.

FAW-VW habe „im Verlauf der Auseinandersetzung von schmutzigen Tricks Gebrauch gemacht und mit den zuständigen Regierungsbehörden dafür gesorgt, dass unsere Vertreter auf Basis von falschen und erfundenen Vorwürfen verhaftet werden“.

„Fu Tianbo, einer unserer Vertreter, befindet sich wegen des Verdachts auf ‚Aufruf zur Versammlung und Störung öffentlicher Ordnung‘ bereits seit zwei Monaten in polizeilichem Gewahrsam“, schreiben die Leiharbeiter. Er sitzt immer noch hinter Gittern und wartet auf seinen Prozess. Vier weitere Vertreter wurden von der Polizei sieben Tage lang festgehalten.

Das Verhalten von FAW-VW stelle nicht nur eine Verletzung der in China bestehenden Gesetze und Verordnungen dar, sondern „darüber hinaus verstößt das Verhalten gegen zahlreiche Grundsätze und Inhalte der ‚Charta der Zeitarbeit im Volkswagen-Konzern‘“, heißt es weiter in dem Brief.

Zum Schluss ruft er „den Europäischen Konzernbetriebsrat, den Weltkonzernbetriebsrat sowie die Konzernleitung von Volkswagen mit Nachdruck auf“, die Rechte von Leiharbeitern zu respektieren und den Arbeitskonflikt mit FAW-VW gemäß der VW-Charta zur Zeitarbeit zu lösen.

Erst nach über einem Monat beantworteten Osterloh und der Generalsekretär des Europabetriebsrats, Frank Patta (früher erster Bevollmächtigter der IG Metall in Wolfsburg), den Aufruf der Arbeiter. Ihr jüngst bekannt gewordener einseitiger Brief legt nahe, dass die Vorwürfe der Arbeiter aus China nicht der Wahrheit entsprächen. Sie könnten „die von Ihnen erhobenen Vorwürfe in dieser Form leider nicht verifizieren“, schreiben Osterloh und Patta.

Anschließend verweisen sie die Arbeiter per Link auf das „eigens bei Volkswagen für solche Fälle eingerichtete ‚Hinweisgebersystem‘“ und die „hierfür zuständigen Stellen in China“. Dass „die hierfür zuständigen Stellen in China“ die Arbeiter wegen ihrer Forderungen drangsaliert und ihre Anführer in Haft genommen haben, ficht die Betriebsratsfürsten aus Wolfsburg offenbar nicht an.

Die rund 3000 Leiharbeiter, die bei FAW-VW in Changchun im Einsatz sind, sind bei „Changchun Hongxin Youye Human Resources“ angestellt. Viele arbeiten seit Jahren dort. 2016 forderten sie Verhandlungen über die Einhaltung der chinesischen Arbeitsgesetze im Werk. Sie stützen sich auf Regelungen zur Leiharbeit im Arbeitsvertragsgesetz, die 2013 als Reaktion auf eine Welle von Streiks und Protesten chinesischer Arbeiter erlassen wurden.

Die Deutsche Welle sprach darüber mit Cynthia Estlund, Jura-Professorin an der New York University und Expertin für chinesisches Arbeitsrecht. Die chinesische Staats- und Parteiführung fürchte seit längerem die wachsende Unruhe unter den Arbeitern im Land, berichtete Estlund.

„Aus Angst vor dem Gespenst einer unabhängigen Arbeiterbewegung vertraue Peking dabei auf ein Krisenmanagement, das sich zwischen Repression und Konzession, Konfrontation und Gleichschaltung, Unnachgiebigkeit und Pragmatismus bewege“, fasst die Deutsche Welle zusammen. Nun versuche aber ein Teil der chinesischen Unternehmen das Leiharbeitsgesetz wieder einzukassieren, weil es zu viele Zugeständnisse enthalte.

Nach dem Gesetz gelten für Leiharbeit in China eine Höchstdauer von sechs Monaten, eine Begrenzung der Leiharbeiterzahl auf maximal zehn Prozent der Gesamtbelegschaft und gleicher Lohn bei gleicher Arbeit. Da den Konzernen eine dreijährige Übergangsphase eingeräumt wurde, konnten die Leiharbeiter bei FAW-VW ihre Rechte erst 2016 auch legal einfordern.

Aber ihre offizielle Gewerkschaft ACFTU hatte die Verhandlungen mit FAW-VW und den Leiharbeitsfirmen nach sieben Runden ergebnislos eingestellt. Erst danach reagierten die Arbeiter mit selbständigen Protesten, Streiks und Demonstrationen. In einem Video fordern sie: „Zahlt uns zurück, was wir mit Blut und Schweiß verdient haben.“ Ansonsten „bleibt uns als einziger Ausweg nur, nach Peking zu gehen“.

Am 26. Mai wurden dann ihre Sprecher Fu Tianbo, Wang Shuai und Ai Zhenyu verhaftet. Daraufhin schrieben die Arbeiter Briefe an Behörden, VW-Konzern und Betriebsrat

Der VW-Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall betrachten den Kampf der chinesischen Leiharbeiter aus der gleichen Perspektive wie der VW-Konzern, nämlich als „Gefährdung“ der Superprofite in China. Rund 10,3 Millionen Fahrzeuge lieferte der VW-Konzern im Jahr 2016 weltweit aus, rund 38 Prozent davon in China, das damit sein größter Einzelmarkt ist. Das Land steht für fast die Hälfte des weltweiten Gewinns.

China dürfte schon bald auch einer der wichtigsten VW-Produktionsstandorte sein. FAW-VW war bereits 1991 als Joint Venture gegründet worden, damals auch mit Beteiligung von Audi. Erst letzte Woche hat VW angekündigt, in den nächsten sieben Jahren zehn Milliarden Euro mit chinesischen Partnern in die Produktion von Elektro-Autos zu investieren. Rund 40 elektrische Fahrzeugmodelle sollen bis 2025 in China produziert werden, noch einmal 25 Modelle mehr als bisher vorgesehen.

Die Superprofite, die VW aus China – und anderen Billiglohnländern – herauspresst, gehen nach Deutschland. Diese Profite erkaufen dort den „sozialverträglichen“ Abbau von Arbeitsplätzen – weniger durch Abfindungszahlungen an Arbeiter, die unter Druck gesetzt werden, „freiwillig“ zu gehen, als durch den Kauf der Betriebsräte und IG-Metall-Vertreter, die dann über ihre Gremien – wie den Welt-, Europa- oder Deutschlandbetriebsrat – für entsprechende Vereinbarungen im Interesse der Aktionäre sorgen. So ist bekannt, dass Osterloh in „guten Jahren“ 750.000 Euro „verdient“, das ist in etwa so viel wie hundert Leiharbeiter in Changchun zusammengenommen.

Die Verbündeten der chinesischen Arbeiter sind die Arbeiter in Europa, Amerika und Afrika. VW-Arbeiter haben gerade in letzter Zeit gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Forderungen zu kämpfen.

In der Slowakei streikten im Juni mehr als 8.000 Arbeiter im VW-Werk Bratislava und setzten schließlich eine Lohnerhöhung von über 14 Prozent durch. Im August protestierte die Belegschaft des VW-Werks im portugiesischen Palmela gegen die geplante Einführung von Samstagsarbeit mit einem 24-stündigen Streik. Laut Gewerkschaft beteiligte sich ein Großteil der rund 3500 Arbeiter am ersten Streik seit der Werksgründung 1991.

In Polen gründeten bei VW in Poznań Beschäftigte im selben Monat eine Betriebsgruppe der Gewerkschaft Inicjatywa Pracownicza (Arbeiterinitiative) in Opposition zur konzernnahen Solidarność. VW hatte drei Arbeiter entlassen, weil sich diese auf Facebook über die miserablen Arbeitsbedingungen ausgetauscht und dort bereits die Gründung einer alternativen Gewerkschaftsgruppe angekündigt hatten. Laut Labournet hat die Gruppe in Poznań trotz Repressionen mittlerweile 300 Mitglieder und Zulauf von jüngeren Beschäftigten und Zeitarbeitern, die rund ein Drittel der landesweit rund 10.000 VW-Beschäftigten ausmachen.

Anfang Oktober sorgten dann in Tschechien Gerüchte über eine teilweise Verlegung der Skoda-Produktion in deutsche Fabriken für Unruhe unter den fast 30.000 Beschäftigten. Der frühere Skoda-Vorstandschef Vratislav Kulhanek sagte einem Fernsehsender: „Die Gewerkschafter, die früher innerhalb des Konzerns zusammengehalten haben, setzen auf einmal sehr intensiv ihre eigenen Interessen durch, besonders die Deutschen.“

Auch in Deutschland gehen mit dem von Betriebsrat und IG Metall vereinbarten „Zukunftspakt“ zigtausende Stellen verloren.

Die deutschen Betriebsräte und die IG Metall betrachten es als ihre Aufgabe, die Profite von VW trotz Diesel-Betrug, dem Umstieg auf Elektro-Autos und steigendem Konkurrenzdruck zu sichern, indem sie die Angriffe auf die Arbeiter in Deutschland und weltweit durchsetzen. Das war der einzige Grund, weshalb der Weltkonzernbetriebsrat 1998 gegründet wurde.
https://www.wsws.org/de/articles/2017/11/29/vowa-n29.html

Nikita

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #144 am: 23:12:45 Mo. 04.Dezember 2017 »
Zitat
Sie könnten „die von Ihnen erhobenen Vorwürfe in dieser Form leider nicht verifizieren“, schreiben Osterloh und Patta.

Ob die beiden sich noch erinnern, wann sie sich das erste Mal verkauft haben.

BGS

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #145 am: 23:46:29 Mo. 04.Dezember 2017 »
Zitat
Sie könnten „die von Ihnen erhobenen Vorwürfe in dieser Form leider nicht verifizieren“, schreiben Osterloh und Patta.

Ob die beiden sich noch erinnern, wann sie sich das erste Mal verkauft haben.

Im Leben nicht.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #146 am: 20:19:46 Di. 05.Dezember 2017 »
Zitat
Dez., 2017
Gemeinsam sind wir stärker!

Entlassungen bei VW in Polen als Anlass zur basisgewerkschaftlichen Organisierung und zum Kampf für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen

Nachdem die polnische Basisgewerkschaft "Inicjatywa Pracownicza" ("Die Arbeiter-Initiative") im Volkswagen-Werk in Poznan-Antoninek Anfang September 2017 eine Betriebsgruppe ins Leben gerufen hat, wurde die folgende Entlassung von drei Arbeitern als Versuch der Einschüchterung der gewerkschaftlich aktiven Arbeiter*innen verstanden.

Die Antwort war die Intensivierung des gewerkschaftlichen Engagements der VW-Beschäftigten, nämlich die Gründung einer betriebsübergreifenden IP-Betriebsgruppe.
(...)

Zur Gründungsversammlung Anfang August 2017 kamen über 120 Leute. Seitdem wurden regelmäßig Flugblätter vor den Werken mit Informationen über die neue Organisation und die Situation im Betrieb verteilt.(...)

Bei der Gewerkschaft sind schon über 300 Mitglieder organisiert und es kommen ständig weitere Beitrittserklärungen dazu. Die IP-Mitglieder haben auch mehr als zweitausend Unterschriften für die Petition an VW für die Wiedereinstellung ihrer Arbeitskollegen gesammelt.(...)
http://www.graswurzel.net/424/vw.php

Ich war vor nicht allzulanger Zeit in Poznan (wo laut Uncle-Marc nichts los ist) und habe dort Leute der IP (Arbeiterinitiative) getroffen, u.a. von VW. Diese Form der Selbstorganisierung ist beeindruckend und ich hoffe, sie macht Schule.

Ich habe das Titelbild der Zeitung für die VW Arbeiter gescannt, die vor dem VW-Werkstor verteilt wird.


Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #147 am: 07:57:52 Mi. 06.Dezember 2017 »
Das Unternehmen stinkt vor lauter Kohle...

Zitat
VW will 10 Milliarden Euro in China investieren
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektroautos-VW-will-10-Milliarden-Euro-in-China-investieren-3891639.html

In diesem Zusammenhang ist der Umgang mit den Beschäftigten umso zynischer.

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #148 am: 08:21:28 Mi. 06.Dezember 2017 »
Bei der Betriebsversammlung vor kurzem, die eigentlich als Kirmesveranstaltung mit Günther Netzer als Pausenclown geplant war, gab es wohl unerwarteten Protest der Leiharbeiter:

Zitat
Protest gegen Kündigung der Leiharbeiter bei VW in Wolfsburg

Eine eher ruhige Betriebsversammlung sollte es wohl nach dem Wunsch der Geschäftsleitung am 29. November bei VW in Wolfsburg werden.
(...)
https://www.rf-news.de/2017/kw49/protest-gegen-kuendigung-der-leiharbeiter-bei-vw-in-wolfsburg

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #149 am: 12:43:29 Mi. 06.Dezember 2017 »
Das ist ja der Hammer.
Und das gleich aus zwei Gründen:
1. Ich hatte gehört, im Gegensatz zu anderen Autoherstellern, gäbe es bei VW keine selbstorganisierte Opposition unter den Beschäftigten.
2. Ich habe den Eindruck, daß es unter Leiharbeitern bundesweit unruhig wird. Sie glauben nicht mehr daran, daß es ein Einstieg in den 1. Arbeitsmarkt bedeutet und sie haben keinen Bock drauf, den Rest ihres Lebens als 2. Wahl behandelt zu werden.