Autor Thema: Filz und Korruption bei VW  (Gelesen 240779 mal)

Fritz Linow

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #165 am: 00:26:26 Fr. 15.Dezember 2017 »
Volkswagen zieht einen Schlussstrich unter die infamen Foltervorwürfe in Brasilien und geht frischen Mutes unter Wahrung der Menschenrechte voran (Symbolbild vom 14.12.17):


https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article212856921/Historiker-Kopper-entlastet-die-VW-Fuehrung.html

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #166 am: 17:59:05 Fr. 15.Dezember 2017 »
Heute gab es eine Aktion vor dem Volkswagen Center in Hongkong.
Hier der gerade online gegangene Bericht:

Zitat
The Fate of Volkswagen Dispatch Workers in China



 Hong Kong Labor groups demanding fair treatment for Volkswagen’s dispatch workers in China (15/Dec/2017).
 
“Shame on You, Volkswagen!’ ‘Treat workers fairly!”

For any of workers, wherever they live, whichever their colour, sex or race, are always facing exploitation as a wage-slavery capitalism. This not only happens in Southeast Asia known as a heaven for cheap-labor, but also workers in China also experiencing injustice treatment.

In northern part of China in Chang Chun province, more than 3,000 workers employed as dispatch workers—the similar terms with outsource workers applied in Indonesia. These workers are employed via the agency works to produce Volkswagen brand automobile for more than 10 years without job security and decent living.

Working with no security, it is reported that their contract will be terminated at the end of the year, while the contract renewal will be difficult for the workers. Moreover, the workers are treated discriminatively by the FAW Volkswagen company in China, that the payment for dispatch workers only half of the amount paid to the permanent workers and not entitled with the permanent workers’ benefit.

According to statement released by Globalization Monitor and HK Confederation of Trade Unions, the company has violated both of its mother company (Volkswagen Group) and China Labor Law. In Article 63, it is stipulated that the dispatch workers entitled to the same pay as received by employees of the accepting entity for the same work. In addition, Article 66 already stated that the dispatch workers services shall normally be used for temporary, auxiliary or substitute positions


Demand responsibility from Volkswagen

Apart of the law, Volkswagen Group also released the Charter on Temporary Work, that concerns about dispatch workers in 2012. The Charter stated that the dispatch workers is entitled to the same pay and fair treatment as with the permanent workers. The number of dispatch workers also are limited not exceeds 5% from the total number of the workers.

However, FAW Volkswagen has been making profit by exploiting the dispatch workers. According to the statement, the company employed dispatch workers far more than the 5% limit. It could be said that the company as one of the biggest car manufacturing in China is enjoying the fruits of cheap labor.

While the workers try to demand their rights since November 2016, one of the labor activist was detained in May 2017 and awaiting for trial. Fu Tianbo, the labor activist, was accused for disrupting public order by leading and organizing workers’ protest for fair wage and treatment.


HKCTU organizer Ming is delivering a speech in front of Volkswagen showroom in Wanchai, Hong Kong

The Hong Kong local labour groups organized the protest trying to support the Chinese workers’ struggle. Organized in one of the Volkswagen showrooms in Wanchai, Hong Kong Island, the participants were delivering speeches to urge the company to stop the exploitation against dispatch workers and to comply with the law.

The groups joining the protest consist of Asia Monitor Resource Centre (AMRC), Labour Education and Service Network (LESN), Globalization Monitor (GM), Labour Action China (LAC), Hong Kong Confederation of Trade Unions (HKCTU) and Students and Scholars Against Corporate Misbehavior (SACOM) also urge for the immediate release of worker representative Fu Tianbo.

Contributor: Rizal Assalam

Adapted from: [Call for Action] Protest against the abusive use of dispatch workers at Changchun FAW-Volkswagen and the suppression of workers' rights. Released by Globalization Monitor and Hong Kong Confederation of Trade Unions
http://www.globalmon.org.hk/content/protest-against-abusive-use-dispatch-workers-changchun-faw-volkswagen-and-suppression

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #167 am: 19:13:16 Fr. 15.Dezember 2017 »
Hastige Übersetzung von mir:

Zitat
Das Schicksal der Volkswagen Leiharbeiter in China
15/12/2017

Hongkonger Arbeitergruppen fordern faire Behandlung für die Leiharbeiter von Volkswagen in China (15 / Dez / 2017).
 
"Schäm dich, Volkswagen!" "Behandle die Arbeiter fair!"

Jeder Arbeiter, egal wo er lebt, egal welcher Hautfarbe, Geschlecht oder Rasse, steht immer der Ausbeutung als Lohnsklave im Kapitalismus gegenüber. Dies geschieht nicht nur in Südostasien, bekannt als Paradies für billige Arbeit, sondern auch den Arbeitern in China, die ebenso Ungerechtigkeit erfahren.

Im nördlichen Teil Chinas in der Provinz Chang Chun arbeiteten mehr als 3.000 Arbeiter als Leiharbeiter - unter ähnliche Bedingungen wie bei Aushilfskräften in Indonesien. Diese Arbeiter werden über Leihagenturen beschäftigt, um Autos der Marke Volkswagen über mehr als 10 Jahre ohne festes Arbeitsverhältnis und jenseits eines menschenwürdigen Lebens zu produzieren.

Arbeiten ohne Jobgarantie, es wird berichtet, dass ihr Vertrag am Ende des Jahres gekündigt wird, während eine Vertragsverlängerung für die Arbeiter schwierig wird. Darüber hinaus werden die Arbeiter von der FAW-Volkswagen-Gesellschaft in China diskrimiert, indem die Bezahlung für Leiharbeiter nur die Hälfte des an den festangestellten ArbeiterInnen gezahlten Lohns neträgt und ohne deren Versorgungsleistungen.

Laut einer Stellungnahme des "Globalization Monitor" und des Hongkonger-Gewerkschaftsbundes hat das Unternehmen sowohl gegen seine Muttergesellschaft (Volkswagen Group) als auch gegen das chinesische Arbeitsrecht verstoßen. In Artikel 63 ist festgelegt, dass die Leiharbeiter Anspruch auf den gleichen Lohn haben wie Arbeitnehmer der entsprechenden Stelle für die gleiche Arbeit. Darüber hinaus ist in Artikel 66 festgelegt, dass die Leiharbeitseinsätze normalerweise für Hilfs- oder Vertetungsarbeiten genutzt werden sollen.

[Foto]
Fordere Verantwortlichkeit von Volkswagen!

Unabhhängig vom Arbeitsrechzt hat die Volkswagen-Gruppe auch die Charta der Zeitarbeit veröffentlicht, die 2012 die Leiharbeiter betrifft. Die Charta besagt, dass die Leiharbeiter Anspruch auf die gleiche Bezahlung und faire Behandlung wie die festangestellten Mitarbeiter haben. Die Anzahl der entsandten Arbeitnehmer darf ebenfalls nicht mehr als 5% der Gesamtzahl der Beschäftigten betragen.

FAW Volkswagen profitiert jedoch von der Ausbeutung der Leiharbeiter. Laut der Aussage beschäftigt das Unternehmen weit mehr Leiharbieter als die auf 5% gesetzte Grenze. Man kann sagen, dass das Unternehmen als einer der größten Automobilhersteller in China die Früchte billiger Arbeit genießt.

Während die ArbeiterInnen seit November 2016 versuchen, ihre Rechte einzufordern, wurde einer der Arbeiteraktivisten im Mai 2017 festgenommen und wartet auf einen Prozess. Fu Tianbo, der Arbeiteraktivist, wurde beschuldigt, die öffentliche Ordnung gestört zu haben, indem er den Protest der Arbeiter für gerechte Entlohnung und Behandlung angeführt und organisiert habe.

[Foto]
HKCTU (Gewerkschaftsbund Hungkong) Veranstalter Ming hält eine Rede vor dem Volkswagen Showroom in Wanchai, Hong Kong

Die lokalen Arbeitergruppen in Hongkong organisierten den Protest, der versucht, den Kampf der chinesischen Arbeiter zu unterstützen. Die Teilnehmer, die in einem der VW-Showroom in Wanchai auf der Insel Hongkong organisiert wurden, hielten Reden, um das Unternehmen zu drängen, die Ausbeutung der Arbeiter der Leihunternehmen zu stoppen und das Gesetz einzuhalten.

Die Gruppen, die sich dem Protest anschlossen, sind das Asia Monitor Resource Center (AMRC), das Labour Education and Service Network (LESN), Globalization Monitor (GM), Labour Action China (LAC), der Hongkonger Gewerkschaftsbund (HKCTU) und Studenten und Wissenschaftler gegen Unternehmensunrecht (SACOM), die auch die sofortige Freilassung der Arbeitervertreters Fu Tianbo fordern.

Beitrag: Rizal Assalam

Übernommen von: [Aufruf] Protest gegen den missbräuchlichen Einsatz von Leiharbeitern bei FAW-Volkswagen in Changchun und gegen die Unterdrückung von Arbeiterrechten. Veröffentlicht von Globalisierungsmonitor und dem Gewerkschaftsbund Hong Kong.



admin

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #168 am: 19:45:57 So. 17.Dezember 2017 »
Zitat
Am gestrigen Samstag um 14 Uhr, pünktlich zum Ende der Sonder-Frühschicht, begann eine Protestversammlung gegen die geplante Entlassung der 200 Leiharbeiterinnen und -arbeiter vor Tor 17 in Wolfsburg. Es war bereits die fünfte Protest- und Kampfaktion binnen weniger Tage.



Noch nicht zu spät!

'Ist es zu spät den Kampf aufzunehmen? Nein – egal was dabei rauskommt, er hilft denen, die nach uns kommen!', so ein Aktiver aus Hannover. Ein Sprecher der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz verlas einen Bericht aus Changchun/China, wo ebenfalls Leiharbeiter um ihre Existenz kämpfen.

Die Versammlung beschloss: 'Unsere heutige Protestversammlung bei VW in Wolfsburg gegen die Entlassung von Zeitarbeitern grüßt ihre Kollegen in Changchun/China. Unser Kampf muss gemeinsam geführt werden! Nehmt Kontakt auf zur Internationalen Automobilarbeiterkonferenz!'
 
Internationale Solidarität hat alle stolz gemacht
https://www.rf-news.de/2017/kw50/kampfaktion-der-zeitarbeiterinnen-und-zeitarbeiter-bin-wolfsburg




Der verlesene Bericht zu Changchun/China stammte von der Zeitung Die Leihkeule und kann hier nachgelesen werden:

Zitat
Solidaritätserklärung der Redaktion der LEIHKEULE, unabhängige Zeitung der Leiharbeiter

Wir verfolgen das Geschehen bei VW mit großem Interesse und wir gratulieren zu eurem mutigen Schritt, den Kampf aufzunehmen und selbst euer Recht einzufordern. Leiharbeiter leisten die gleiche Arbeit wie die Stammbeschäftigten, doch sie werden in vielerlei Beziehung benachteiligt. Nicht nur finanzielle Nachteile, auch das Herumgeschobenwerden zu verschiedenen Einsatzorten und die fehlende Jobsicherheit, bedeuten eine große Beeinträchtigung im Leben.

VW ist berüchtigt für den zynischen Umgang mit seinen Beschäftigten. Gerade ist das Ergebnis der Studie veröffentlicht worden, in  der die Verstrickungen des Konzerns in die Verbrechen der Militärdiktatur in Brasilien untersucht wurde.  Der VW-Werkschutz hat mit Brasiliens Politischer Polizei zusammengearbeit und ist gegen aufmüpfige Arbeiter vorgegangen.

Es scheint, daß die Ermittlungen gegen den Konzern und die öffentliche Kritik, keine Auswirkung auf die Unterrnehmenspolitik von VW haben.

Profite stehen über Menschenrechten. Auch heute.


Im chinesischen Changchun wird im FAW-VW Werk das Arbeitsrecht gebrochen, indem man 3000 Leiharbeiter seit über 10 Jahren mit der Hälfte des Lohnes der Stammbelegschaft abspeist. Dies widerspricht nicht nur den Chinesischen Arbeitsgesetzen, sondern auch der Charta der Leiharbeit, die von Konzern und Gesamtbetriebsrat unterzeichnet worden ist.

Ähnlich wie in Brasilien arbeitet VW mit den Behörden des autoritären Landes zusammen. Die Sprecher der Leiharbeiter wurden auf ihrem Weg ins Personalbüro, wo sie ihre Forderungen vortragen wollten, festgesetzt und in den Räumlichkeiten des Werkes festgehalten bis sie in Polizeigewahrsam kamen. Nach 8 Monaten ist der gewählte Sprecher der Leiharbeiter, Fu Tianbo noch immer in Haft.

Die Vorsitzende des Europäischen Betriebsrats Frank Patta und der Konzernbetriebsrat Bernd Osterloh antworteten auf einen Brief der Kollegen in China und erklärten, sie wüßten nichts von solchen Vorgängen und sie fühlten sich nicht zuständig.

Als die deutsche Presse nachhakte, ließ der Betriebsrat erklären, man hätte in Geheimverhandlungen die Probleme in dem Werk Changchun weitgehend geklärt. Wir haben dierekte Kontakte zu den Leiharbeitern dort und sie versicherten uns, dies entspreche nicht der Wahrheit. Die Situation der Leiharbheiter in Changchun sei nun noch schwieriger als zuvor.

Sie sehen sich von dem Betriebsrat in Deutschland in Stich gelassen, sind aber nicht bereit aufzugeben. Sie setzen auf ihre eigene Kraft und die Solidarität unter Arbeitern. Sie zeigen auch großes Interesse an den Auseinandersetzungen der Leiharbeiter bei VW in Deutschland.

Wir bemühen uns um einen grenzüberscheitenden Austausch über das Geschehen.

Wir schicken euch zu eurem berechtigten Protest solidarische Grüße und werden dazu beitragen, daß euer Protest gehört wird!

Wir unterstützen eure Forderung nach der Rücknahme der Kündigung der 200 Kollegen!

Wir fordern faire Behandlung der Arbeiter und die Einhaltung des Arbeitsrechts in allen VW Werken weltweit!

Wir fordern die Abschaffung der Leiharbeit!

Freiheit für Fu Tianbo!!

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #169 am: 14:01:45 Di. 19.Dezember 2017 »
Auf der Seite Borderless - Hongkong befindet sich der Text im Chinesischen Original.
 https://borderless-hk.com/2017/12/18/勞團抗議長春一汽大眾剝削派遣工 要求釋放工人/

Wenn man auf die englischsprachige Version klickt, erhält man nur eine Googleübersetzung:

https://translate.google.com/translate?hl=&sl=auto&tl=en&u=https%3A%2F%2Fborderless-hk.com%2F2017%2F12%2F18%2F%E5%8B%9E%E5%9C%98%E6%8A%97%E8%AD%B0%E9%95%B7%E6%98%A5%E4%B8%80%E6%B1%BD%E5%A4%A7%E7%9C%BE%E5%89%9D%E5%89%8A%E6%B4%BE%E9%81%A3%E5%B7%A5%E3%80%80%E8%A6%81%E6%B1%82%E9%87%8B%E6%94%BE%E5%B7%A5%E4%BA%BA%2F&sandbox=1

Also bitte nicht wundern, wenn meine Deutschübersetzung zu frei ist oder holpert:

Zitat
Labour-Aktivisten-Protest  wegen der Ausbeutung der Leiharbeiter bei FAW Volkswagen Changchun forderte die Freilassung des Arbeitervertreters Futian Bo



Die Gewerkschaft, die NGO Globlalisation Monitor und Hongkonger Arbeiteraktivistengruppen,  protestierten heute Morgen im Volkswagen Center in Wan Chai wegen der Leiharbeiter bei FAW Volkswagen in Changchun und der Verletzung mehrer chinesischer Arbeitsgesetze. Die Gruppe forderte die Arbeitgeber auf, mit den Arbeitern zu verhandeln, die Ausbeutung der Arbeiter zu beenden und den inhaftierten Arbeiter Fu Tianbo sofort freizulassen. Da eine offizielle Annahme einer Petition verweigert wurde, betraten die Demonstranten den Geschäftsraum (Showroom) zwecks Protests und Kommunikation.

Es wird erwartet, dass mehr als 3.000 Leiharbeiter innerhalb eines Jahres in Peking Petitionen einreichen

Es wird davon ausgegangen, dass die mehr als 3.000 Leiharbeiter der FAW-Volkswagen-Gruppe in Changchun in der Provinz Jilin, die Ende letzten Jahres begonnen haben, kollektive ihre Rechte einzufordern,  "gleichen Lohn für gleiche Arbeit" mit den Stammarbeitern fordern. Der Situation ist seit mehr als einem Jahr ungeklärt und die Mehrheit der Leiharbeitsverträge wird am Ende des Jahres auslaufen. Es ist schwierig, diese Verträge zu erneuern. Daher sagten einige Arbeiter, sie würden nach Peking gehen, um Gerechtigkeit zu suchen.

"Langzeitarbeiter" erhalten nur die Hälfte eines Equal Pay[??]

Diese Leihrbeiter sind seit mehr als einem Jahrzehnt bei FAW-Volkswagen beschäftigt, aber ihre Gehälter sind nur halb so hoch wie bei normalen Arbeitern und genießen nicht die gleichen Privilegien. Schon länger wurde öffentlich angeprangert, daß gegen eine Reihe chinesischer Arbeitsgesetze verstoßen worden ist, einschließlich Artikel 63: "Entsandte Arbeiter haben das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit mit Arbeitern der Stammbelegschaft." Artikel 66: "Der Leiharbeitseinsatz ist eine ergänzende Form und kann nur für eine befristete, unterstützende oder alternative Arbeit angewendet werden" und Artikel 9 der vorläufigen Bestimmungen zur Leiharbeit: "Kein Arbeitgeber soll die entsandten Arbeitnehmer diskriminieren".

Gewerkschaft: Mitarbeiter, die seit 10 Jahren nicht übernommen worden sind, sind illegal

In seiner Rede im Namen des Gewerkschaftsverbandes fügte Lin Zuming hinzu: "Nach dem chinesischen Gesetz wird ein Arbeitnehmer, der einen Vertrag für drei Jahre verlängert, automatisch zum "Festangestellten". "Für den Zeitraum von mehr als zehn Jahren haben die Arbeiter jedoch noch nicht den Status eines "Festangestellten" erworben. "Offensichtlich gegen Vertragsrecht." Er wies auch darauf hin, dass bei FAW-Volkswagen die Muttergesellschaft Volkswagen ist, so dass die Muttergesellschaft für die Ausbeutung und das Verhalten ihrer Mitarbeiter verantwortlich ist.

Globalisation Monitor (GM): Arbeitgeber dürfen nicht mehr als 5% Leiharbeiter einsetzen


Liu Yanna, ein globaler Inspektionsbeauftragter, sagte, FAW-Volkswagen verstoße gegen die 2012 von ihrer Muttergesellschaft unterzeichnete Charta der Arbeitsverhältnisse der Volkswagen-Gruppe. Die Charta besagt, dass entsandte Arbeitnehmer das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit genießen  und dass der Anteil der Arbeiter, die in jede Fabrik entsandt werden, nicht mehr als 5% beträgt. Die Anzahl der entsandten Arbeiter in dem Changchun-Werk war jedoch weit höher als diese Zahl. Liu hielt eine Rede, in der er die Arbeitgeber aufforderte, nicht gegen Arbeiter vorzugehen. Drei Arbeitervertreter, Fu Tianbo, Ai Zhenyu und Wang Shuai, wurden von den Sicherheitskräften inhaftiert. Ai Zhenzi und Wang Shuai wurden jedoch auf Kaution entlassen, aber Fu Tianbo befindet sich immer noch in Haft.

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #170 am: 13:48:52 Do. 21.Dezember 2017 »
“In der chinesischen Stadt Changchun protestieren Leiharbeiter seit über einem Jahr gegen ihre diskriminierenden Arbeitsbedingungen. Für ihre Aktionen vor dem Werkstor und die Organisierungsbemühungen über soziale Medien sehen sie sich scharfer Repression ausgesetzt. Auf Unterstützung deutscher Betriebsratsprominenz warten sie bislang vergeblich. Den Beitrag aus dem China Labour Bulletin vom 8. November 2017 ergänzen wir um einen aktuellen Nachtrag zu den weiteren (Nicht-)Entwicklungen…” Übersetzung von Stefan Schoppengerd und Anmerkungen, erschienen in express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit: Ausgabe 12/2017:

Zitat
Wir bereuen nichts…

Der Kampf bei VW Changchun geht auch nach einem Jahr weiter


Anfang November 2016 reichten hunderte Leiharbeiter bei FAW-Volkswagen, einem chinesisch-deutschen Joint Venture in der nordöstlich gelegenen Stadt Changchun, zusammen mit dem chinesischen Gewerkschaftsbund ACFTU eine Klage ein, mit der sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit durchsetzen wollen. Einige von ihnen, die durch Leiharbeitsfirmen im Auftrag von FAW-VW angestellt sind, hatten da bereits über zehn Jahre für die Firma gearbeitet, gaben aber an, nur halb so viel Lohn zu erhalten wie die direkt bei VW angestellten ArbeiterInnen.

Anfänglich gab es großen Optimismus, dass der Streit beigelegt werden könnte. Die ArbeiterInnen wählten drei Repräsentanten, Fu Tianbo, Ai Zhenyu und Wang Shuai, um sie in den Verhandlungen mit dem Management zu vertreten. Die Arbeitgeberseite – FAW-VW und die Leiharbeitsfirmen – zeigte Bereitschaft, am anderen Ende des Verhandlungs­tisches Platz zu nehmen, und die kommunale Gewerkschaftsvertretung war zusammen mit den Gewerkschaftsvertretern des lokalen Industriegebiets ebenfalls zu einer Beteiligung an den Gesprächen bereit.

Ein Jahr später allerdings warten die 3.000 LeiharbeiterInnen in der Autofabrik immer noch darauf, mit ihren Forderungen Gehör zu finden. Ihr Kollege und Repräsentant Fu Tianbo sieht sich juristischer Verfolgung als Rädelsführer einer »Menschenmenge zur Störung der öffentlichen Ordnung« ausgesetzt, und die Konzernmutter Volkswagen hat sich fürs Wegsehen entschieden. Ein Arbeitskonflikt, der auf dem Verhandlungsweg hätte gelöst werden können, hat sich jetzt in einen Kriminalfall verwandelt, und die offizielle Gewerkschaft scheint es versäumt zu haben, ihre Arbeit zu machen und die ArbeiterInnen tatsächlich zu vertreten.

Die FAW-VW-ArbeiterInnen begannen ihre Equal Pay-Kampagne Ende 2016, als die zweijährige Übergangsphase zur Anpassung an die chinesischen »Interimsbestimmungen zur Leiharbeit« von 2014 ausgelaufen war und ihr Arbeitgeber die rechtlich vorgeschriebenen Anpassungen zur strengen Begrenzung der Leiharbeit immer noch nicht vorgenommen hatte.

In den sozialen Medien behaupteten die ArbeiterInnen, dass FAW-VW sowohl gegen chinesisches Recht als auch gegen die VW-Selbstverpflichtung den MitarbeiterInnen gegenüber verstoße. Sie machten ihre Hausaufgaben und konnten deutlich machen, wie das Unternehmen mehrere Artikel des chinesischen Arbeitsvertragsrechts verletzte: Artikel 63 stellt fest: »Leiharbeiter sollen das Recht auf gleiche Bezahlung für die gleiche Arbeit wie Direktan­gestellte haben«. Artikel 66 sieht einen ausschließlich ergänzenden Einsatz von Leiharbeit vor; sie soll nur auf »provisorischen, ergänzenden oder substitutiven Positionen« Anwendung finden. Einige der LeiharbeiterInnen waren wie Fu Tianbo für ein Jahrzehnt oder länger auf qualifizierten Positionen in der Kern-Produktion beschäftigt, zum Beispiel in der Verlötung.

Neben den Lohnunterschieden machten die LeiharbeiterInnen geltend, dass sie oft schärferen Disziplinarmaßnahmen ausgesetzt sind, nicht den gleichen Krankenversicherungsschutz genießen, keinen Überstundenausgleich haben und keine der zusätzlichen Sozialleistungen der Festangestellten erhalten. Zusammen mit einer Liste der Rechtsbrüche des Unternehmens postete Fu Tianbo für seine KollegInnen ein Musterschreiben mit Forderungen an das Unternehmen: Er verlangte eine Entschädigung von 1,3 Mio. Yuan (heute ca. 166.000 Euro, der Übers.) für Jahre der Lohndiskriminierung und die Unterzeichnung offizieller Arbeitsverträge mit FAW-VW.

Internationale Nachrichtenagenturen und insbesondere deutsche Medien griffen die Geschichte auf und halfen so dabei, den Druck auf VW zur Berücksichtigung der Anliegen aus Changchun zu erhöhen. Die ArbeiterInnen beriefen sich auf das Globale Rahmenabkommen zur Zeitarbeit bei VW von 2012 und verdeutlichten das Versagen des Unternehmens bei der Einhaltung von Equal Pay, bei der Eingliederung in die Stammbelegschaft nach einer bestimmten Zahl von Vertragsverlängerungen und bei der Begrenzung des prozentualen Anteils von LeiharbeiterInnen an der Gesamtbelegschaft des Unternehmens.

Die ArbeiterInnen und Gewerkschaftsleute ließen sich auf zwei Verhandlungsrunden mit dem Management ein. Außerdem brachten sie ihr Anliegen vor das Komitee zur Schlichtung von Arbeitskonflikten in Changchun und später auch ihren Arbeitgeber vor Gericht. Leider führten die Verhandlungen nicht zu positiven Ergebnissen. Ihr Schlichtungsgesuch wurde ignoriert, und ihre Klage ging im Sumpf der Justiz unter. Obendrein wurden ihre Proteste von Polizeischikanen begleitet. Im Mai 2017 wurden ihre Vertreter verhaftet. Ein Jahr nach dem Start ihrer Kampagne wurde ihre Internetpräsenz von chinesischen Zensoren gelöscht.

Gleichwohl waren die ArbeiterInnen nicht allein in ihrem einjährigen Kampf für Gerechtigkeit: Den FAW-VW-ArbeiterInnen wurden Solidaritätserklärungen von IG Metall-Betriebsräten und von den französischen Gewerkschaften CGT und Force Ouvrière zuteil; auch eine kleine, aber profilierte Gruppe aus den Reihen der G20-Proteste in Hamburg zeigte ihre Unterstützung (im Original findet sich an dieser Stelle ein Verweis auf die Internetseite www.chefduzen.de externer Link).

Die ArbeiterInnen richteten auch direkte, öffentliche Aufrufe an VW und den VW-Betriebsrat in Deutschland, sich mit den Gesetzesverstößen in China zu befassen und sich für die Freilassung von Fu Tianbo einzusetzen. In einem zweisprachigen chinesisch-deutschen Brief betonten sie: »Das Verhalten von FAW-Volkswagen stellt eine schwerwiegende Verletzung der in China bestehenden Gesetze und Verordnungen dar! Darüber hinaus verstößt das Verhalten gegen zahlreiche Grundsätze und Inhalte der ›Charta der Zeitarbeit im Volkswagen-Konzern‹.«

In einer Antwort vom 7. August 2017 behauptete die VW-Gruppe, die 49 Prozent ihres weltweiten Gewinns vor Steuern auf dem chinesischen Automarkt macht, dass »Beschäftigte von Subunternehmen nach dem gleichen Schema bezahlt werden wie die Kernbelegschaft« und dass das Unternehmen sich alle Mühe gebe, »eine beiderseitig akzeptable Lösung zu finden.«

Die ArbeiterInnen selbst sagen, dass es keinerlei Anzeichen für irgendwelche Bemühungen von VW gibt, im Sinne einer allseits akzeptablen Lösung in den Konflikt zu intervenieren. Darüber hinaus steht die versäumte Anerkennung der Tatsache, dass ein Belegschaftsvertreter inhaftiert wurde, nachdem er seine Rechte als Repräsentant wahrgenommen hatte, in schroffem Gegensatz zur Verpflichtung des Unternehmens auf Anerkennung von Mitbestimmungsrechten und auf ein »offenes, konstruktives und kooperatives Konfliktmanagement« im Umgang mit Anliegen der Beschäftigten.

Drei Wochen später machte VW sogar noch einen größeren Schritt rückwärts: Am 25. August nahm das Unternehmen für sich in Anspruch, nur Minderheitseigner des Joint Ventures in Changchun und daher nur begrenzt verantwortlich für den Fall zu sein. Stattdessen wurden die ArbeiterInnen schlicht ermuntert, ihr Anliegen bei den zuständigen Stellen in China vorzubringen.[1]

Nichtsdestotrotz gibt es noch Hoffnung für die ArbeiterInnen und auch die Gelegenheit für die offizielle Gewerkschaft, ihre Legitimität und das Vertrauen der LeiharbeiterInnen zurückzugewinnen. Trotz der fehlgeschlagenen Intervention und der erfolglosen Verhandlungsrunde könnte die Gewerkschaft ihre institutionellen Ressourcen noch sinnvoll einsetzen, indem sie Rechtsbeistand für Fu Tianbo gewährt und seiner baldigen Freilassung den Weg bereitet. Das würde den Schwerpunkt wieder dorthin verlagern, wo er hingehört: auf einen Arbeitskonflikt, nicht auf einen Kriminalfall.

Zugleich könnte Changchun dem Beispiel des Gewerkschaftsbundes in Shenzhen auf dem Höhepunkt der Kampagne von Walmart-Beschäftigten gegen flexible Arbeitszeiten folgen, indem der Standpunkt der ArbeiterInnen bei FAW-VW eingenommen wird. Die Gewerkschaft in Changchun sollte sich von ihrer distanzierten, neutralen Haltung verabschieden und auf die rund 3.000 LeiharbeiterInnen zugehen, sich ihre Anliegen sehr genau anhören und eine neue Runde von Tarifverhandlungen voranbringen.

Gleichzeitig warten die LeiharbeiterInnen immer noch auf das Wiedersehen mit Fu Tianbo. In einem zwischenzeitlich gelöschten Social Media-Beitrag schrieb ein Arbeiter im Juli: »Lasst Bruder Tianbo wissen, dass wir alle auf seine Freilassung warten, lasst ihn wissen, dass wir seinen Schmerz nachempfinden. Wir stehen solidarisch zusammen, egal wie lang wir zusammen gearbeitet haben. Unser gemeinsamer Kampf und Bruder Tianbos persönliches Opfer werden nicht vergeblich sein. Am Ende bekommen wir vielleicht nicht alles, was wir fordern, aber wir werden es nie bereuen, zusammen gekämpft zu haben!«

    Quelle: http://www.clb.org.hk/content/one-year-struggle-continues-volkswagen-workers-changchun externer Link
    Übersetzung: Stefan Schoppengerd

Nachtrag

Ende November kam nochmal etwas Bewegung in die Angelegenheit, als FAW-VW behauptete, den meisten Leiharbeitern eine Festanstellung angeboten zu haben. Dazu eine Zusammenfassung aus dem Portal www.chefduzen.de externer Link vom 27. November 2017:

FAW-VW hat den Leiharbeitern 2400 feste Arbeitsplätze angeboten, wie es offiziell in einem Rekrutierungsdokument vom Juni als Zugeständnis an den Arbeiterprotest heißt. Erstens ist es für die Leiharbeiter problematisch, dass sich davon nur 500 Arbeitsplätze in Changchun befinden, wo sie vor gut zehn Jahren für den Job hingezogen sind. Die anderen Jobs sind in verschiedenen anderen Städten, wobei sich die ArbeiterInnen verpflichten sollen, in Zukunft nicht nach Changchun zurückzukehren. Zweitens müssen die ArbeiterInnen eine Verzichtserklärung unterschreiben für eine evtl. Entschädigung für die unrechtmäßig vorenthaltenen Löhne, wenn sie den Job annehmen. Und drittens ist die Jobvergabe nicht frei von weiteren Bedingungen: Die ArbeiterInnen befürchten, dass der Prüfungs- und Auswahlprozess mit Korruption verbunden sein könnte. Das Angebot würde  jedoch viele Leiharbeiter zu Stammbeschäftigten machen und spaltet dementsprechend die Protestierenden.

Es muss betont werden, dass die meisten Leiharbeiter seit mehr als zehn Jahren in der Fabrik arbeiten. Und tatsächlich hat FAW-VW seit 2008 aufgehört, »entsandte« Arbeiter anzuwerben. Stattdessen haben sie »Outsourcing« -Arbeitskräfte als Temporärkräfte genutzt. Das ist nur vom Namen her etwas anderes, um so das Arbeitsgesetz zu umgehen. Und sie haben damit neue, flexiblere und billigere temporäre Arbeitskräfte – durch die Arbeit von Studierenden (PraktikantInnen)! Auch deshalb behauptet FAW-VW, dass es künftig nur noch 500 ZeitarbeiterInnen geben werde.

Und ein letzter Punkt: VW reagiert bislang in keiner Weise auf die Verhaftung von Fu Tianbo. Und dies, obwohl der Gewerkschafter im Gebäude des Unternehmens eingesperrt wurde, als die Arbeiter versuchten, die Leute aus dem Personalbüro zu finden, um ihnen die Fehler im Umgang mit ihren Rechten und ihrer Bezahlung zu erklären. Das Unternehmen kann nicht einfach der Regierung die Schuld in die Schuhe schieben.

Anmerkung:

1          Anders als im Text des China Labor Bulletin behauptet, handelt es sich bei diesem »Schritt rückwärts«, also bei dem Schreiben vom 25. August, nicht um eine Stellungnahme des Unternehmens. Die zwei Unterzeichner des abschätzigen, knapp einseitigen Briefes sind Bernd Osterloh und Frank Patta als Vertreter des Euro- und Weltkonzernbetriebsrates von VW. Osterloh ist freilich in erster Linie deutscher Gesamtbetriebsratsvorsitzender. Das Schreiben findet sich bei labournet.de (Anm. d. Übers.)

http://www.labournet.de/?p=125696

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #171 am: 16:02:19 Fr. 22.Dezember 2017 »
Aktuelle News aus China:

FAW-VW bot gestern überraschend den Leiharbeitern einen Arbeitsvertrag an, der allen Arbeitern in Changchun eine Übernahme als Stammbeschäftigte einräumt. In dem Vertrag heißt es jedoch wörtlich, "Alle Streitigkeiten über Zahlungen, Leistungen und andere Fragen wurden von beiden Seiten einvernehmlich gelöst, als der neue Vertrag abgeschlossen wurde." FAW-VW gab den Arbeitern nur einen Tag Zeit, um zu entscheiden, ob sie den Vertrag unterschreiben oder den Job verlieren. Unzufriedenheit der Arbeiter mit Vertrag und mit solch einem plötzlichen Vorgehen machte sich bemerkbar und viele sind sehr wütend darauf.

Die Übernahmemöglichkeit in die Stammbelegschaft hatten die Leiharbeiter nicht mehr erwartet und sehen es als Ergebnis ihres hartnäckigen Kampfes und der internationalen Solidarität. Man muß auch davon ausgehen, daß VW sich gezwungen sah, zu reagieren auf die Ankündigung, 3000 Leiharbeiter würden im nächsten Jahr eine Petition in Peking einreichen, wegen der illegalen Diskriminierung bei FAW-VW. Die Behörden und Gerichte in der Hauptstadt gelten als weniger korrupt als in den Provinzen und so gab es die realistische Chance, daß der Konzern zur Nachzahlung der unterschlagenen Löhne und weiteren Leistungen verurteilt worden wäre. Der Passus der einvernehmlichen Einigung soll das ausschließen.

Onkel Tom

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #172 am: 16:01:09 Sa. 23.Dezember 2017 »
Wat ätzend..

Neuvertrag und alles vorherige vergessen oder Job los.  >:(
Und Fu Tianbo darf jetzt als "Bauernopfer" im Knast sitzen oder wie ?



 
Lass Dich nicht verhartzen !

Nao

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #173 am: 21:28:00 Sa. 23.Dezember 2017 »
Ein Update mit aktuellen Details:

Nahezu alle haben den Vertrag unterschrieben, mit Ausnahme von 5 Arbeitern, die sich geweigert haben. Dazu gehören die gewählten Sprecher der Arbeiter, Fu Tianbo, Ai Zhenyou und 3 andere der Gruppe der Protestierenden. Mehr als 900 Arbeiter haben eine feste Anstelltung bekommen.

Für die 900 bedeutet es eine Verdoppelung ihres Lohnes, zusätzliche Sozialleistungen und eine bisher nicht gekannte Jobsicherheit.
Man kann ihnen die Unterschrift unter dem Vertrag nicht vorwerfen.

Aber Volkswagen muß man vorwerfen, daß der Konzern mit diesem "Entgegenkommen" 10 Jahre Lohnbetrug zu legalisieren versucht!


Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #174 am: 16:22:46 Di. 26.Dezember 2017 »
Zitat
Volkswagen
Angst bei VW: Weniger Gehalt und keine Boni für Betriebsratschef Osterloh




    VW hat kurz vor Weihnachten überaschend die Gehälter von 14 Betriebsräten teils radikal gekürzt und Boni vorerst ausgesetzt.
    Der Grund: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt, ob der Autokonzern Betriebsratschef Osterloh zu viel bezahlt und so Firmengeld veruntreut hat.
    Die SPD hatte im Sommer 2017 in der Bundesregierung versucht, die Vorschriften für die Bezahlung von Betriebsräten zu lockern, war aber an der Union gescheitert.

Wendet man die Maßstäbe des höchsten deutschen Arbeitsgerichts auf Volkswagen an, dann dürften die dortigen Manager-Gehälter für Betriebsräte schwer zu rechtfertigen sein.

VW-Chef Müller und seine Kollegen reagierten aber weder Anfang des Jahres, als die Erfurter Richter urteilten, noch im Frühjahr, als die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig wegen Osterloh bekannt wurden, noch im Sommer, als die SPD mit ihrem Vorstoß scheiterte. Sondern erst im Herbst, nach einer Razzia wegen Osterlohs Bezügen in der Wolfsburger Konzernzentrale. In dieser Sache wird unter anderem gegen Personalvorstand Karlheinz Blessing und dessen Vorgänger Horst Neumann ermittelt, nicht gegen Osterloh. Insgesamt sechs aktive und frühere Vorstandsmitglieder von VW haben bereits ein Aktenzeichen, die meisten von ihnen wegen der Abgasaffäre. Und gegen den Vorstand der Ingolstädter VW-Tochter Audi läuft ein Bußgeldverfahren.

So schlimm war das für den Autohersteller nicht einmal während der Rotlichtaffäre um Lustreisen von Betriebsräten im vergangenen Jahrzehnt gewesen.

Das Gesetz besagt, Belegschaftsvertreter dürften finanziell weder bevorzugt noch benachteiligt werden.

Bei einer Anhörung zum Arbeitsrecht im Juni im Bundestag hat der Sachverständige Franz Josef Düwell die Politik aufgefordert, zu handeln. Es sei ein Unding, wenn sich jemand über den Betriebsrat emporgearbeitet habe, auf Augenhöhe mit dem Vorstand verhandele, "dann aber auf das Gehalt eines Maschinenschlossers zurückfällt". Es gelte zu berücksichtigen, welche Erfahrungen und Qualifikationen der betreffende Beschäftigte durch seinen Job im Betriebsrat dazugewonnen habe. Düwell war zehn Jahre lang Vorsitzender Richter beim Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Düwells Vorschlag entsprach den Wünschen der SPD und der Gewerkschaften, fiel aber bei CDU/CSU durch.
aus: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/volkswagen-angst-bei-vw-weniger-gehalt-und-keine-boni-fuer-betriebsratschef-osterloh-1.3804455

counselor

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #175 am: 16:49:52 Di. 26.Dezember 2017 »
Osterlohs Gehalt grenzt an Bestechung. Er trägt die sozialchauvinistische Politik des VW-Konzerns mit. Er ist mitverantwortlich für einen Zukunftspakt, der die Vernichtung von 30000 Arbeitsplätzen bedeutet (und eine 25%tige Produktivitätssteigerung). Außerdem trägt er den Konkurrenzkampf der VW-Bosse mit.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Bowie

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #176 am: 10:56:14 Mi. 27.Dezember 2017 »
Wirklich lustig
Zitat
Das Gesetz besagt, Belegschaftsvertreter dürften finanziell weder bevorzugt noch benachteiligt werden.
Es sei ein Unding, wenn sich jemand über den Betriebsrat emporgearbeitet habe, auf Augenhöhe mit dem Vorstand verhandele, "dann aber auf das Gehalt eines Maschinenschlossers zurückfällt". Düwells Vorschlag entsprach den Wünschen der SPD und der Gewerkschaften, fiel aber bei CDU/CSU durch.

CDU/CSU zeigen mehr Moral, als DGB und SPD, die die Selbstbedienung der Arbeiterverräter im Betrieb gesetzlich absichern wollen.

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #177 am: 09:42:32 Do. 28.Dezember 2017 »
Zitat
Bernd Osterloh ist Betriebsratschef bei VW - und so mächtig wie kaum ein anderer Arbeitnehmervertreter.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/volkswagen-bernd-osterloh-deutschlands-maechtigster-arbeiterfuehrer-in-bedraengnis-a-1147480.html

Zitat
In Wolfsburg schlage das Herz von Volkswagen, erinnerte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh. Deswegen müssten hier Digitalisierung und Elektromobilität zuerst Realität werden. Osterloh wörtlich: „Wolfsburg muss das Silicon Valley von Volkswagen werden.“
http://www.waz-online.de/Wolfsburg/Volkswagen/Wolfsburg-muss-das-Silicon-Valley-von-VW-werden

Zitat
VW-Betriebsrat und Aktionäre ziehen an seinem Strang

Die Schweizer Bank Credit Suisse zieht aus einer Londoner Investorenveranstaltung mit Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh positive Schlüsse für den Autobauer.


In vielen Bereichen habe die wegen ihrer Mitbestimmungsrechte einflussreiche Arbeitnehmer-Vertretung ähnliche Interessen wie die Aktionäre, da die Bonuszahlungen für die Belegschaft an den operativen Gewinn des deutschen Kerngeschäfts sowie Aktivitäten in China gekoppelt seien, schrieb Analyst Daniel Schwarz in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Der Betriebsrat sei zudem nicht gegen höhere Dividendenzahlungen aus steigenden Gewinnen, so der Analyst weiter.

Osterloh habe zudem betont, dass der „Zukunftspakt“ genannte Sparkurs für die Kernmarke VW vom Betriebsrat initiiert worden sei und er die damit verbundenen Maßnahmen ebenso unterstütze wie den VW-Markenchef Herbert Diess, berichtete Schwarz weiter. Auch gegen Anteilsverkäufe oder Börsengänge einzelner Bereiche habe der Betriebsrat prinzipiell nichts einzuwenden, sofern das Geld dann in weiteres Wachstum investiert werde wie etwa im Lkw-Bereich. Nur sehe die Mitarbeiter-Vertretung momentan noch keine Notwendigkeit dafür.

Gemäß der Einstufung „Outperform“ erwartet die Credit Suisse in den nächsten 12 Monaten eine überdurchschnittliche Gesamtrendite der Aktie im Vergleich zu den anderen von dem Analysten beobachteten Werten derselben Branche.
https://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/credit-suisse-vw-betriebsrat-und-aktionaere-ziehen-an-seinem-strang_id_7915896.html

Zitat
Jetzt genießt Bernd Osterloh sogar Respekt bei Börsen-Analysten

Wolfsburg  Der Betriebsratschef wirbt in London für die Vorteile einer starken Mitbestimmung – und überzeugt die Experten.

Als Co-Manager wollen sich die Spitzenkräfte des Betriebsrates von VW partout nicht bezeichnen lassen. VW-Management, Börsenanalysten und professionelle Investoren sehen das offenbar ganz anders – und haben zudem auch nicht immer ein Problem damit.

Das ist jedenfalls das Echo auf einen ziemlich bemerkenswerten Auftritt von Betriebsratschef Bernd Osterloh und seines Generalsekretärs Gunnar Kilian auf einer Analystenkonferenz der Schweizer Großbank Credit Suisse in London. Die Börsenprofis waren danach angetan von Osterlohs Vortrag.
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article212769043/Jetzt-geniesst-Bernd-Osterloh-sogar-Respekt-bei-Boersen-Analysten.html

Zitat
Zu viel Geld zeugt von zu viel Nähe zu den Mächtigen

VW kürzt das sehr hohe Gehalt des Betriebsratschefs Osterloh drastisch. Er hätte gut daran getan, weniger zu nehmen. Doch die üppige Bezahlung ist nur Teil eines größeren Problems.


Bernd Osterloh, der Betriebsratschef von Volkswagen, hat sich in diesem Jahr heftig aufgeregt über "aus dem Lot geratene" Gehälter und Boni von Managern. Viele Konzernvorstände kassieren inzwischen hohe Millionenbeträge. Das verletze das "allgemeine Gerechtigkeitsempfinden", rügte Osterloh in einer gemeinsamen Erklärung mit Kollegen aus anderen Unternehmen wie BMW und Daimler. Aus dem Lot geraten ist allerdings auch, was manche Betriebsräte einstreichen, allen voran Osterloh selbst. Der hat in seinem, finanziell betrachtet, besten Jahr bei VW 750 000 Euro bekommen, 200 000 Euro Grundgehalt plus Bonuszahlungen.

Jetzt tritt der VW-Vorstand auf die Bremse. An Osterloh gehen plötzlich nur noch 96 000 Euro Gehalt im Jahr, Boni sind vorerst ausgesetzt. Das geschieht nicht aus besserer Einsicht, sondern weil Staatsanwälte den Konzern verdächtigen, den Betriebsratschef zu gut zu bezahlen.

Osterloh rechtfertigt sein hohes Salär auch damit, dass ihm "Managementqualitäten" zugeschrieben würden. In der Tat gilt bei VW der Betriebsratschef als Co-Manager. Osterlohs Job ist es aber, die Belegschaft zu vertreten.

 Aber wie verführerisch und falsch die Rolle als Co-Manager ist, zeigt sich im Aufsichtsrat, dem Osterloh quasi kraft Amtes angehört. Im Kontrollgremium hätte der sonst so streitbare Gewerkschafter mit seinen Kollegen von der IG Metall und dem Land Niedersachsen als einem der Hauptaktionäre längst durchsetzen können, dass VW von Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn wegen der Abgasaffäre Schadenersatz fordert. Sollte Winterkorn von den manipulierten Schadstoffmessungen nichts gewusst haben, wie er behauptet, dann hätte er keine Ahnung gehabt, was im Unternehmen passiert. Das hätte Osterloh rügen können, stattdessen hat er Rücksicht auf vermeintliche Managerkollegen genommen - wohl, weil er sich blenden lässt von seiner angeblich übergroßen Bedeutung. Das ist zu viel Nähe zu den Mächtigen im Konzern. Und zu viel Geld für einen Betriebsratschef.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vw-betriebsraete-zu-viel-geld-zeugt-von-zu-viel-naehe-zu-den-maechtigen-1.3804694

Kuddel

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #178 am: 09:17:46 Fr. 29.Dezember 2017 »
Es wird immer absurder.
Volkswagen steht über herrschenden Gesetzen und über den Dingen.
Eine Untersuchung? Ja, wo kommen wir denn da hin!?!
Zitat
VW-Aktionäre hatten einen Sonderprüfer durchgesetzt, der die Abgasaffäre untersuchen soll. Doch die Autobauer wehren sich erbittert dagegen - laut einem Medienbericht sogar vor dem Bundesverfassungsgericht.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/abgasskandal-volkswagen-wehrt-sich-gegen-sonderpruefung-a-1185372.html

dagobert

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Re:Filz und Korruption bei VW
« Antwort #179 am: 01:42:06 Sa. 30.Dezember 2017 »
Doch die Autobauer wehren sich erbittert dagegen - laut einem Medienbericht sogar vor dem Bundesverfassungsgericht.
Dort allerdings erfolglos:
BVerfG, Beschluss vom 20. Dezember 2017, 1 BvR 2754/17
http://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2017/12/rk20171220_1bvr275417.html