Autor Thema: Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan  (Gelesen 102750 mal)

Eivisskat

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #315 am: 10:30:24 So. 06.Oktober 2013 »
NEIIIIN, De Maiziere mit diesem idiotischen Hütchen, damit ihm die Sonne dort unten nicht noch sein Resthirn wegbrät.

Ich glaubs ja nicht, filmreif!  ::) ;D


Was für eine Symbolik obendrein, die Verbindung von konservativster Wirtschaft & Militär - unten der schaurige Schlips und obendrauf der alberne Tarnhut -

und dann dazu noch die restliche Horde, Uniformen, gestresste Gesichter, kahlgeschorene Köpfe & dunkle Sonnenbrillen, DAS ist Deutschland.

Oh je...


In einem aufgeklärten, fortschrittlichen, menschen-freundlichen, erwachsenem, lebenswerten, usw.  Land/Welt würde es solche absurden, peinlichen Bilder & Situationen mit Sicherheit gar nicht geben.



Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #316 am: 10:32:02 Mi. 11.Dezember 2013 »
Zitat
Selbstmordanschlag auf Bundeswehrkonvoi

Während des Besuchs von Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Afghanistan ist ein Fahrzeug mit Sprengsatz in einen Bundeswehrkonvoi gefahren. Dabei soll jedoch kein deutscher Soldat verletzt worden sein.


Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ihr Sprecher Sabihullah Mudschahid sagte, zwei deutsche Militärfahrzeuge seien zerstört und zehn Soldaten getötet oder verwundet worden. Die Taliban haben ihre Darstellung von Anschlägen auf ausländische Soldaten meist übertrieben.

Der Sprengstoffanschlag habe sich in unmittelbarer Nähe des Flughafens von Kabul ereignet, der das Fahrziel der deutschen Soldaten gewesen sei, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam. Zwei Fahrzeuge seien beschädigt worden. Der Konvoi habe dennoch seinen Weg zum Flughafen fortgesetzt. In Kabul sind derzeit knapp 300 deutsche Soldaten stationiert.

Derzeit befindet sich der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maiziere in Afghanistan. Auf dem Flug nach Masar-i-Scharif betonte er, dass 2014 das letzte Jahr sein wird, "in dem deutsche Soldaten mit dem Isaf-Mandat in Afghanistan sind". Wenn es kein neues Mandat gibt, dann werden alle deutschen Soldaten Ende 2014 Afghanistan verlassen."
http://www.handelsblatt.com/politik/international/keine-verletzten-soldaten-selbstmordanschlag-auf-bundeswehrkonvoi/9201186.html

Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #317 am: 11:11:49 Sa. 18.Januar 2014 »
Zitat
In Kabul sind bei einem Anschlag durch drei Taliban-Kämpfer 24 Menschen getötet worden, darunter ein IWF-Mitarbeiter und vier der Vereinten Nationen. Auch Deutsche sollen zu den Opfern gehören.
http://www.welt.de/politik/ausland/article123976030/Vier-UN-Mitarbeiter-bei-Anschlag-in-Kabul-getoetet.html

"IWF-Mitarbeiter", sowas aber auch!

Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #318 am: 12:36:02 Mi. 09.Juli 2014 »
Zitat
In Afghanistan steigt die Zahl der getöteten Zivilisten

1.564 Zivilisten sind in der ersten Jahreshälfte in Afghanistan getötet worden, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Das liegt laut UN an der Ausweitung der Kämpfe am Boden.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-07/afghanistan-zivilisten-tote-kaempfe

BGS

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #319 am: 00:22:19 Sa. 22.November 2014 »
Zitat

Publiziert am 20. November 2014 von aikos2309

Opiumhändler atmen auf – Bundeswehr bleibt in Afghanistan

Zwar endet der Kampfeinsatz der Bundeswehr offiziell am 31. Dezember, aber die Bundesregierung plant 850 deutsche Soldaten zu „Ausbildungszwecken“ in Afghanistan zu belassen. Pikant: Auf zwei „Ausbilder“ sollen acht „Schützer und Unterstützer“ kommen. Derweil erreicht die Opium-Produktion ein neues Hoch.

Der aktuelle Mandatsentwurf zur neunen Ausbildungs- und Unterstützungskommission „Resolute Support“ (Entschlossene Unterstützung) der Bundesregierung wurde am heutigen Mittwoch beschlossen und bedarf noch der Zustimmung des Bundestages. Das Mandat wird zunächst auf ein Jahr begrenzt, mit einer Verlängerung wird gerechnet.

Doch liest man den Mandatstext genauer durch fällt auf, dass sich die Mission nicht auf einen „Unterstützungsfunktion“ beschränken wird.

In dem Text heißt es dazu: „Die Resolute Support Mission trägt einen anderen Charakter als der bisherige Isaf-Einsatz. […] Dennoch kann es zu Gefechtshandlungen in Ausübung des Selbstverteidigungsrechts, zum Schutz eigener Truppe oder designierter ziviler Kräfte kommen.“

Zirka 12.000 Soldaten werden an der neuen NATO-Mission teilnehmen. Die Bundeswehr wird innerhalb der Mission weiterhin „eine Führungsaufgabe“ in Nordafghanistan übernehmen. Auch das Feldlager in Masar-i-Scharif wird weiter von ihr betrieben werden.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg lobte die Bundeswehr-Pläne am Dienstag und sprach den deutschen Soldaten Anerkennung aus: „Sie bewirken wirklich etwas.“ Konkreter führte er sein Kompliment nicht aus, wohl wissend, dass er die positive Wirkung von 13 Jahren Militär-Besatzung kaum mit Fakten belegen könnte.

Insgesamt waren im Verlauf der letzten 13 Jahren 120.000 deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert. 55 Bundeswehr-Soldaten ließen während der Mission ihr Leben.

Hinsichtlich des tatsächlichen Kräfteschlüssels von „Resolute Support“ gab am vergangenen Wochenende Viersternegeneral Hans-Lothar Domröse in einem NDR-Interview interessante Einblicke.

Im Interview räumte Domröse ein, dass man es bei der Folgemission durchaus mit einem „Missverhältnis“ zu tun habe. Der Kräfteschlüssel der neuen Mission betrage „grob gesagt 2:8“. Auf zwei Ausbilder sollen acht „Schützer und Unterstützer“ kommen – „Kämpfer, Funker, Sanitäter, Hubschrauberpiloten“.

Dieses Missverhältnis verdeutlicht die aktuelle Sicherheitslage in Afghanistan und die Angst der Bundeswehr um das Leben ihrer “Berater” und “Ausbilder”. Erst am Dienstag war es wieder zu einem Bombenattentat in einer Wohnanlage für westliche Militärberater gekommen.

Im August waren in einer Militärakademie in Kabul sogar ein US-General getötet und ein deutscher Brigadegeneral schwer verletzt worden. Der Attentäter war ein afghanischer Soldat.

Parlamentarische Kritik an der geplanten Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes kam ausschließlich von der Linksfraktion. Deren außenpolitischer Sprecher Jan van Aken, warf der der Bundesregierung vor, dass sie die Öffentlichkeit täusche, wenn sie weiter vom Ausstieg aus dem Krieg in Afghanistan spreche und gleichzeitig die Fortsetzung des Einsatzes beschließe. Die Bundesregierung würde daher „weiterhin auf die militärische Karte setzen, ohne eine politische Strategie zu haben“. Die Linkspartei ist von den im Bundestag vertretenden Parteien die einzige, die eine Verlängerung des Einsatzes grundsätzlich ablehnt.

Zur Erinnerung, der Westen gab bisher rund 900 Milliarden US-Dollar für seine Militärpräsenz in Afghanistan aus. Das macht umgerechnet 30.000 US-Dollar pro Kopf der afghanischen Bevölkerung. Dies entspricht dem lebenslangen Einkommen einer durchschnittlichen afghanischen Familie. Für den zivilen Wiederaufbau hat der Westen dageben weniger als 50 Milliarden Dollar investiert. Die Konsequenzen dieses Missverhältnisses scheint die NATO bis heute zu ignorieren. Einzig für die Opium-Produktion lässt sich ein positives Wachstum belegen. Seit US- und Bundeswehr-Truppen in Afghanistan stationiert sind, hat sich die Opium-Produktion mehr als verdreifacht.

Drogenproblematik: Hintergrund

Afghanistan dominiert seit mehr als zehn Jahren den Weltmarkt für Opiate. Im Jahr 2009 stammten knapp 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums aus dem zentralasiatischen Staat. Obwohl in Afghanistan selbst Opiate konsumiert werden, wird der Großteil der Profite außerhalb des Landes erzielt. Die Haupthandelsrouten verlaufen über die Nachbarstaaten nach Europa oder nach Rußland.(1)

Die Opiumproduktion in Afghanistan geht weitestgehend zurück auf die Zeit der sowjetischen Besatzung (1979-1989). Als die afghanische Regierung zunehmend die Kontrolle über ihre Provinzen verlor, kamen Warlords auf, die gezielt Opium produzierten, um mit den Profiten Waffen zu kaufen.

Die CIA tolerierte die Produktion der illegalen Substanzen mit dem Ziel, den Widerstand gegen die Sowjetunion zu fördern, um sie letztlich zum Rückzug zu bewegen. Der damalige CIA-Direktor Charles Cogan gab offen zu, dem Kalten Krieg den Vorrang gegenüber dem Krieg gegen die Drogenwirtschaft gegeben zu haben. In sowjetischen Geheimdienstkreisen kursierten sogar Gerüchte darüber, dass CIA-Agenten aktiv mit den Drogenschmugglern kooperierten.

Nach dem Abzug der sowjetischen Besatzungsmacht entstand eine Art “Machtvakuum”, in dem sich verschiedene Mujahedin-Fraktionen gegenseitig bekämpften. Der Anbau von Schlafmohn florierte umso mehr. Als 1994 die Taliban an die Macht kamen, erhielt die Drogenproduktion einen großen Dämpfer. Im Jahr 2000 erklärte der Anführer der Taliban den Anbau von Schlafmohn sogar für “unislamisch”. Die Folge war einer der größten Einbrüche in der Geschichte des Schlafmohnanbaus. Die Produktion des Vorjahres wurde um fast 93 Prozent reduziert.

Nach den Ereignissen des 11. Septembers 2001 begann im Oktober die US-amerikanische Offensive gegen die Taliban mit dem Ziel deren Herrschaft zu beenden. Im November kollabierte daraufhin die afghanische Wirtschaft, was viele Kleinbauern wieder zum Anbau von Schlafmohn für den Export zurückbrachte. In den Folgejahren gab es Rekordernten für Schlafmohn. Seither gestaltet sich der Kampf gegen die Drogenwirtschaft in Afghanistan als schwierig. Zum einen gibt es in Afghanistan korrupte Behörden, die aufgrund von Bestechungsgeldern dem Drogenhandel freien Lauf lassen. Zum anderen liegt der Drogenhandel größtenteils unter der Kontrolle der diversen Warlords des Landes. Diese wiederum sind für die US-Truppen äußerst hilfreich, da sie sie mit Informationen über die Taliban versorgen und sogar an militärischen Operationen teilnehmen.(2)

Video: Afghanistan: USA rein – Opiumproduktion hoch: Seit die USA und ihre Verbündeten 2003 in Afghanistan einmarschiert sind, hat sich die Drogenproduktion in Afghanistan um das Dreifache erhöht. Mittlerweile ist das Land für 90 Prozent der weltweiten Heroinproduktion verantwortlich. NATO und USA versuchen die Entwicklung zu verschweigen.



Quelle: http://www.pravda-tv.com/2014/11/opiumhaendler-atmen-auf-bundeswehr-bleibt-in-afghanistan-video/

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Troll

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #320 am: 10:30:37 Sa. 22.November 2014 »
Zitat
Wie geht es eigentlich der Opiumernte? Prächtig! Sieben Milliarden haben die Amerikaner für die Vernichtung des Opiumanbaus ausgegeben. Ergebnis:

"Despite the significant financial expenditure, opium poppy cultivation has far exceeded previous records," he writes, adding that this "calls into question the long-term effectiveness and sustainability of those prior efforts."

Quelle: Fefes Blog

 ;D
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #321 am: 10:37:02 Di. 30.Dezember 2014 »
Zitat
Afghanistan
Dokumente sollen Bundeswehr-Beteiligung an gezielten Tötungen belegen

Deutsche Soldaten haben einem Bericht zufolge darüber entschieden, ob Aufständische gezielt getötet werden sollen. Der BND habe dabei geholfen, diese zu lokalisieren.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-12/bundeswehr-afghanistan-toettungen

Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #322 am: 09:52:45 So. 04.Oktober 2015 »
Zitat
Afghanistan
Fataler US-Angriff auf Klinik in Kundus

19 Menschen sind bei einem US-Angriff auf ein Krankenhaus im afghanischen Kundus ums Leben gekommen. Die Uno spricht von einem möglichen Kriegsverbrechen - das Pentagon von Kollateralschäden.
http://www.sueddeutsche.de/politik/afghanistan-fataler-us-angriff-auf-klinik-in-kundus-1.2675917

Eine bessere Propagandamaßnahme kann der IS sich nicht wünschen.

Ganz passend ist folgende Meldung:

Zitat
"Das Erreichte nicht aufs Spiel setzen"
Deutschland für längeren Afghanistan-Einsatz

Nur mit Hilfe der Nato gelang es der afghanischen Armee, die Taliban aus Kundus zu vertreiben. Deutschland setzt sich daher laut einem Bericht dafür ein, den Einsatz zu verlängern
http://www.n-tv.de/politik/Deutschland-fuer-laengeren-Afghanistan-Einsatz-article16065521.html

Rudolf Rocker

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #323 am: 10:18:29 So. 04.Oktober 2015 »
Zitat
"Das Erreichte nicht aufs Spiel setzen"
Was wurde denn erreicht? Gar nichts!
Dieser Krieg dauert nun schon 14 Jahre und die Taliban sind so stark wie nie zuvor!
Jetzt haben sie grade ihre eigene Tet-Offensive in Kundus durchegzogen und werden wohl auch weitere solcher Aktionen durchziehen.
Ich hab das Gefühl, das es auch gar nicht darum geht, diesen Krieg irgendwie zu beenden, sondern darum das man in Afghanistan ein ganz tolles Testgelände für die Erprobung der asymmetrische Kriegführung hat.

Rudolf Rocker

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Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #325 am: 13:13:20 Mi. 28.Oktober 2015 »
Etwas OT, doch passend zum vorletzten Posting:

Zitat
Kunduz: US-Einheit ließ Spital bewusst angreifen

Gespräche zwischen Militär und Ärzte ohne Grenzen am Tag vor Bombardement, bei dem NGO Anwesenheit von Taliban verneinte


Washington – Die US-Spezialeinheit, die den Luftangriff auf das Spital von Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans frontières, MSF) in Kunduz in Nordafghanistan angefordert hat, wusste darüber Bescheid, dass es sich um ein in Betrieb befindliches Krankenhaus handelte. Das Militär soll geglaubt haben, dass Kämpfer der Taliban das Gebäude kontrollieren, wie AP berichtet.

Am 2. Oktober, dem Tag vor dem Angriff, waren ein Offizier der Einheit und ein MSF-Vertreter zu Beratungen zusammengekommen, dabei wurde auch die Frage erörtert, ob sich Kämpfer der Taliban in der Klinik aufhalten würden. Dies wurde von Ärzte ohne Grenzen verneint und die Notwendigkeit der Anerkennung der medizinischen Einrichtung durch alle Konfliktparteien betont.

"Von feindlichen Truppen befreien"

Zwei von AP nicht näher bezeichnete Personen, die Einblick in einen Bericht eines führenden Offiziers der Special Forces erhalten hatten, erklären, dass die Ärzte ohne Grenzen mitgeteilt hatten, dass ihr Personal im Spital stationiert sei. Im Bericht stehe weiters, dass die Klinik unter Kontrolle von Aufständischen sei und dass sie am nächsten Tag "von feindlichen Truppen zu befreien" sei.

MSF hatte die Anwesenheit von Taliban ebenso bestritten wie Berichte, dass US-Truppen vom Gelände des Spitals aus beschossen worden seien.

Die Spezialeinheit hatte bei der Luftwaffe Aufklärungsflüge angefordert, wobei sich dem Bericht zufolge beide Einheiten dessen bewusst waren, dass es sich um eine geschützte medizinische Einrichtung handelte.

Der Angriff wurde von einem Flugzeug zur Luftnahunterstützung des Typs AC-130 geflogen. In fünf Attacken wurde das Krankenhaus über den Zeitraum einer Stunde beschossen.

Opferzahl gestiegen

Ende vergangener Woche hatte Ärzte ohne Grenzen berichtet, dass die Opferzahl des US-Luftangriffs auf mindestens dreißig gestiegen ist. Zehn Patienten und 13 Spitalsmitarbeiter wurden identifiziert, die Leichen weiterer sieben Opfer konnten nicht zugeordnet werden.

Im vergangenen Jahr waren in dem Krankenhaus mehr als 22.000 Patienten behandelt und mehr als 5.900 Operationen durchgeführt worden.

Untersuchung als Gelegenheit

Ärzte ohne Grenzen hatte nach dem Bombardement eine Aufklärung durch die Internationale Humanitäre Ermittlungskommission gefordert. Jason Cone, MSF-Direktor in den USA, mahnte in einem Kommentar für die "New York Times" zuletzt erneut, dass die Kommission die einzige Einrichtung sei, die auf Basis der Genfer Konventionen Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht untersuchen könne. Die USA sollten die Forderung von Ärzte ohne Grenzen als Gelegenheit sehen, das Engagement Washingtons für das humanitäre Völkerrecht zu bestätigen, die eigene Glaubwürdigkeit wiederherzustellen und den geschützten Status medizinischer Einrichtungen in Kriegsgebieten zu stärken.

Ein Untersuchungsbericht der Nato über den Zwischenfall verzögert sich unterdessen. Auch das US-Militär hat eine Untersuchung angeordnet. (Michael Vosatka, 27.10.2015)
http://derstandard.at/2000024611797/Kunduz-US-Einheit-liess-Spital-bewusst-angreifen

tleary

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #326 am: 12:00:41 So. 08.November 2015 »
Tja, und was ist jetzt mit Afghanistan und dem Irak? - Die Länder wurden von der "Allianz für den Frieden" fluchartig in dem Moment verlassen, als man technische Methoden entwickelt hatte, aus dem eigenen Boden (zum Schaden von Umwelt und Mensch natürlich) noch etwas mehr Öl rauszuquetschen (Fracking) und sich durch das nun leichte Überangebot an Öl der Ölpreis innerhalb nur eines Jahres mehr als halbieren ließ. Da ist dann das Nahostöl ("unser Öl, wie Kissinger einmal treffend bemerkte) doch nicht mehr ganz so wichtig. - Dazu noch viel weniger Wert als vorher. Die Länder wurden in Schutt und Asche gebombt, die Infrastruktur nachhaltig zerstört, der Staatsapparat liegt ebenfalls am Boden und kann nicht mehr mal die Rolle als "Nachtwächterstaat" erfüllen und Leib und Leben seiner Bürger sichern. Die Zivilbevölkerung - die ersten Jahre vor allem von den Amis auf der Jagd nach "den Terroristen" massakriert ("alles Kollateralschäden"), zeitgleich und aktuell mehr denn je von wirtschaftlich Verzweifelten, die sich Taliban & dem IS anschlossen, mit beinahe täglichem Bombenterror überzogen. Das löste dann die vieldiskutierten Flüchtlingswellen aus, bei der schon tausende im Mittelmeer jämmerlich ertranken. Einerseits gönne ich die den kapitalistischen Kernländern ja, weil da jetzt der gartenbesitzende Wohlstands-Kleinbürger auch 'mal hautnah besichtigen kann, wie dreckig es den meisten Menschen auf dieser Erde mittlerweile geht. Die reagieren natürlich entweder mit Gefühlduselei oder (wohl dauerhafter) mit Pegida & Seehofer'schen Lösungen (einfach Stacheldraht um das eigene Ländle bauen). Doch die Frau Merkel muß sie da vorerst noch enttäuschen, wegen "Völkerrecht, UN-Flüchtlingskonvention und so'n Zeugs". - Aber man unternimmt was: "Einreisezentren", Abweisung gleich an der Grenze ohne irgendein Asylverfahren, die Balkanmenschen bekommen 'ne 100 % Ablehnungsquote reingedrückt, weil sie sich weigern "einfach so" zu verhungern. Ähnliche Werte werden bald wohl die Ablehnungquote bei den Afghanen und Irakern sein, weil die Regierungen dort ja alle so demokratisch sind. Einzig bei den Syrern wird wegen Assad und dem IS (vorläufig) noch ein Auge zugedrückt. Aber "Mutti" (und ihre Bluthunde vom Typ de Maiziere) sind auch da dran: Druck auf & Geld für die Peripheriestaaten wie Griechenland und die Türkei, damit die ihre Grenzen für Flüchlinge endlich absolut wasserdicht machen.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #327 am: 13:18:37 Do. 03.Dezember 2015 »
Zitat
Nato stoppt Truppenabzug vom Hindukusch

Die angespannte Sicherheitslage und Angriffe der Taliban haben die Nato-Staaten zum Umdenken bewogen. Deutschland weitet sein Engagement in Afghanistan sogar aus.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-12/afghanistan-soldaten-abzug-stopp-nato
.
Es wurde oft genug auch offiziell zugegeben, daß das Problem nicht militärisch zu lösen ist.
Besonders interessant dabei ist, daß das Syrienabenteuer bereits im Vorfeld mit Afghanistan verglichen wird.

Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #328 am: 16:02:22 Fr. 02.Juni 2017 »
die Bevölkerung in Afghanistan fühlt sich zerrieben, zwischen Islamofaschisten auf der einen Seite und den beschissenen eigenen Eliten, die von den Amerikanischen und Deutschen Besatzern geschützt werden.

Zitat
Mehrere Tote bei Protesten in Kabul
Nach dem Anschlag in Kabul haben viele Afghanen für mehr Sicherheit im Land protestiert. Laut einem Abgeordneten wurden acht Demonstranten von der Polizei getötet.


http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-06/demonstrationen-sicherheitsbedingungen-kabul-tote

Die Afghanische Regierung hängt am Tropf des Westens, aber das gewaltsam zusammengehaltene korrupte System droht ihnen nun um die Ohren zu fliegen.

Zitat
Afghanistan:
"Die Sicherheitslage wird mit jedem Tag schlechter"

Überall Sprengschutzwände, Checkpoints, Soldaten – an Sicherheitspersonal und Ausrüstung fehlt es Kabul nicht. Und doch gelingen regelmäßig verheerende Anschläge.


Viele Polizisten und Militärs schätzen ihre Aufgabe dagegen lediglich, weil sie für ein gesichertes Einkommen sorgt. Viele von ihnen haben nur Basis-Trainingseinheiten durchlaufen, bevor sie auf die Straße geschickt werden. Khan schließt kurz die Augen, als ein Rettungswagen mit Sirene an ihm vorbeifährt. Er hat wenig Hoffnung für die Zukunft seiner Heimat. "Uns stehen noch harte Kämpfe bevor", sagt er.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-06/afghanistan-kabul-anschlag-sicherheit-krieg-taliban

Kuddel

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Re:Prognose: Bundeswehr bleibt bis 2020 in Afghanistan
« Antwort #329 am: 15:08:17 So. 08.Oktober 2017 »
Zitat
Bundeswehr will offenbar mehr Soldaten für Afghanistan

Die neue Bundesregierung wird sich Berichten zufolge mit einer Aufstockung der Afghanistan-Mission beschäftigen müssen. Laut Bundeswehr sind mehr Soldaten notwendig.
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-10/afghanistan-bundeswehr-soldaten-mandat