Autor Thema: Sack Reis umgefallen (Chinanews)  (Gelesen 18168 mal)

Sunlight

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #30 am: 08:13:00 Mi. 29.Juni 2016 »
www.forumarbeitswelten.de nicht erreichar.  :(

 ;) Alles gut, war offensichtlich nur eine Störung!

Zitat
Forum Arbeitswelten e.V.

Forum Arbeitswelten ist ein gemeinsames Projekt von LabourNet Germany, Südwind e.V., TIE Bildungswerk e.V. und der Monatszeitung express sowie mehreren chinesischen Aktivistengruppen. Die Selbstdarstellung "Forum Arbeitswelten: China und Deutschland" ist im April 2015 aktualisiert worden
und kann hier eingesehen werden.

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Chinesisch-Deutsche Arbeiteruntersuchung und grenzüberschreitende Solidarität
Neues Projekt gestartet, um Kontakte zwischen ArbeiterInnen deutscher Unternehmen aus beiden Ländern zu knüpfen.

»Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!«
»Keiner geht allein zum Amt  §13 SGB X«
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dagobert

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #31 am: 22:02:37 Mi. 29.Juni 2016 »
Zitat
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Die von Ihnen aufgerufene Adresse http://www.forumarbeitswelten.de/ ist zurzeit nicht erreichbar. Bitte überprüfen Sie die korrekte Schreibweise der Webadresse (URL) und versuchen Sie dann die Seite neu zu laden.

Sichere Verbindung: Schwerer Fehler (552)

https://www.forumarbeitswelten.de/
???

Sunlight

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #32 am: 22:20:54 Mi. 29.Juni 2016 »
Zitat
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Die von Ihnen aufgerufene Adresse http://www.forumarbeitswelten.de/ ist zurzeit nicht erreichbar. Bitte überprüfen Sie die korrekte Schreibweise der Webadresse (URL) und versuchen Sie dann die Seite neu zu laden.

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https://www.forumarbeitswelten.de/
???



Dieser Link funktioniert bei mir problemlos. Screen gerade angefertigt:



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dagobert

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #33 am: 00:00:39 Do. 30.Juni 2016 »
Zitat
Die Verbindung zum Server konnte nicht hergestellt werden.

Die von Ihnen aufgerufene Adresse http://www.forumarbeitswelten.de/ ist zurzeit nicht erreichbar. Bitte überprüfen Sie die korrekte Schreibweise der Webadresse (URL) und versuchen Sie dann die Seite neu zu laden.

Sichere Verbindung: Schwerer Fehler (552)

https://www.forumarbeitswelten.de/
Mit (dem sonst fast nie genutzten) Firefox funzt es.

Mannomann, wat iss die Seite wählerisch.  8o
So kriegt man kein Massenpublikum.

Sunlight

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #34 am: 00:17:34 Do. 30.Juni 2016 »
Zitat
Mit (dem sonst fast nie genutzten) Firefox funzt es.

Mannomann, wat iss die Seite wählerisch.  8o
So kriegt man kein Massenpublikum.

Viele Webseiten sind inzwischen auf den Mozilla Firefox ausgerichtet, auch für mobile Geräte.  ;)
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counselor

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #35 am: 22:45:25 Sa. 09.Juli 2016 »
Zitat
Die Widerstandsbewegung bei Walmart in China: Fängt etwas Neues an?

Nach der ersten Berichterstattung (auch im LabourNet Germany) über Streiks und Proteste bei Walmart China gegen die neue Arbeitszeitregelung, die die Unternehmensleitung diktieren wollte, hat diese schnell reagiert: Binnen sieben Tagen werde auf die Beschwerden der Belegschaften eine Antwort gegeben werden. Was wiederum zu unterschiedlichen Reaktionen der Streikenden geführt hat: Während in zwei Filialen am Montag, 3. Juli die Arbeit (vorläufig) wieder aufgenommen wurde, wird in einer weiterhin gestreikt. Die Nutzung der sozialen Medien durch die „Vereinigung der Walmart Beschäftigten“ macht derweil auch in anderen Unternehmen Schule… Siehe dazu drei aktuelle Beiträge – auch über einen Gewerkschaftsbund, der nach 10 Jahren erstmals Unterstützung zeigt…

Quelle: http://www.labournet.de/internationales/china/arbeitskaempfe-china/die-widerstandsbewegung-bei-walmart-in-china-faengt-etwas-neues-an/

Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #36 am: 13:19:00 Mi. 13.Juli 2016 »
Zitat
China-EU-Gipfel
Juncker will Europas Stahlindustrie "verteidigen"

EU-Kommissionspräsident Juncker droht China mit Abwehrmaßnahmen gegen billigen Stahl aus der Volksrepublik.


Zum Abschluss des zweitägigen China-EU-Gipfels sagte er in Peking, die Europäische Union werde ihre Stahlindustrie verteidigen. Chinesische Überkapazitäten seien auch für Europa ein - Zitat - "ernsthaftes Problem". So seien die Stahlexporte nach Europa zuletzt um 28 Prozent gestiegen, während die Preise um fast ein Drittel gesunken seien.

In China hat sich die Bautätigkeit verringert. Hintergrund ist das verlangsamte Wachstum. In der Folge suchen sich chinesische Stahlkonzerne neue Absatzmärkte. Europas Stahlindustrie wirft ihnen existenzgefährdende Dumpingpreise vor.
http://www.deutschlandfunk.de/china-eu-gipfel-juncker-will-europas-stahlindustrie.447.de.html?drn:news_id=634360

Es findet ein gefährlicher Schulterschluß statt zwischen Wirtschaft, Politik und Gewerkschaften.
Wir sollten keine Konzerne "verteidigen" und es ist völlig egal welcher Nationalität ein Ausbeuter ist.


Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #37 am: 14:53:23 Mo. 18.Juli 2016 »
Erklärung von Hong Kongs gewerkschaftlichen Gruppen und Arbeiterinitiativen zu der Verfolgung von Arbeiteraktivisten in Guangdong

16. Juli 2016

Die Arbeiteraktivisten aus Guangdong,  Zeng Feiyang, Meng Han, Zhu Xiaomei und Tang Huanxing, wurden von der chinesischen Polizei am 3. Dezember 2015  verhaftet, im Juni begründet mit "Störung  der    öffentlichen Ordnung" von der Staatsanwaltschaft im Panyu Distrikt von Guangzhou,  der Gemeinde Guangzhou und in naher Zukunft soll der Fall vor Gericht verhandelt werden.

Bei  den Ereignissen im Dezember wurden mehr als 50 Aktivisten verhört und sieben wurden festgenommen oder verschwanden. Diese Anklage gehört zu Präsident Xi's Vorgehen gegen Arbeiteraktivisten und bedeutetet eine ernste Bedrohung der Zivilgesellschaft in China. Den Inhaftierten wurde das Recht auf Anwaltsbesuch verweigert. Die von Angehörigen beauftragten Anwälte durften die  inhaftierten Aktivisten nicht treffen, die Polizei lehnte das Begehren ab mit der Begründung, die Aktivisten hätten bereits eigene Verteidiger beauftragt, bzw. ohne Angabe von Gründen oder schriftlichen Belegen. Zeng Feiyang wurde sechs Monate lang nicht gesehen, sein Anwalt wurde nicht zu ihm gelassen und währenddessen wurde er in regierungsnahen Medien verleumdet. Darüber hinaus wurden die Verwandten der Aktivisten in ihren Häusern überwacht, eingeschüchtert oder verbal bedroht.

Wir glauben, dass diese Maßnahmen der Polizei Guangdongs alle Grundsätze von Recht und Gesetz mit Füßen treten, die Grundrechte der Aktivisten verletzt wurden und das chinesische Recht gebrochen wurde. In Artikel 11 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es: „Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“

Artikel 14 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte stellt fest, dass „verhaftete Personen das Recht haben sich selbst zu verteidigen oder sich durch einen Verteidiger der eigenen Wahl vertreten zu lassen“. Die „eigene Wahl“ muß eine autonome Entscheidung der Person sein, frei von Drohung, Einschüchterung und Unterwerfung. Die Richtlinien des Schutzes festgenommener und verhafteter Personen haben ausdrücklich festgelegt, daß inhaftierte Personen „das Recht haben auf Vertretung durch einen Rechtsbeistand“ und „Konsultation eines Rechtsanwalts und der Kommunikation mit ihm.“

Die Verfassung der Volksrepublik China stellt fest, daß „der Angeklagte das Recht auf Verteidigung“ hat. Der Artikel 14 der Strafprozessordnung der Volksrepublik China besagt, daß "die Sicherheitsorgane die gesetzlich gegebenen Verfahrensrechte der Beteiligten eines Gerichtsverfahrens  zu schützen haben. In "Artikel 33 heißt es, daß „er oder seine nahen Verwandten, einen Antrag auf Rechtshilfe stellen dürfen."

Die internationale Gemeinschaft wird die Verhaftung der Aktivisten nicht vergessen. Die vier Arbeiteraktivisten kommen jetzt vor Gericht. In Bezug auf die Verletzung ihrer Grundrechte und die Schikanen gegen ihre Familien und der Überwachung durch die Polizei von Guangdong geben wir folgende öffentliche Stellungnahme ab:



1. Es ist legitim, daß Arbeiter ihre Rechte verteidigen und soziale Unterstützung suchen, wenn ihre Rechte untergraben werden. Auch wenn dies wirtschaftliche Verluste für ein Unternehmen bedeutet, sind die Arbeiter nicht für die „Störung der öffentlichen Ordnung“ zu verurteilen. Arbeiter haben Rechte zu Zusammenschlüssen  zu kollektiven Verhandlungen, die zu respektieren sind. Ihre Versuche ihre Rechte zu verteidigen, dürfen nicht als Straftat geahndet werden.

2. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit sollte,  seiner Verantwortung für die Aufsicht gemäß handeln und sicherstellen, daß die Polizei von Guangdong die Rechte der vier Aktivisten schützt, so wie es in den oben genannten
internationalen Abkommen und nationalen Gesetzen vorgesehen ist, die von der chinesischen Regierung anerkannt werden.
Die Rechte der verhafteten Personen müssen garantiert werden, das Recht auf die freie Wahl eines Rechtsbeistands, das Recht auf die Wahl eines Rechtsbeistands durch die Angehörigen, die vollen Rechte zum Beschreiten des Rechtsweges.


3. Die Staatsanwaltschaft von Guangzhou sollte ihre gesetzlichen Verpflichtungen der Aufsicht erfüllen, indem sie kein ungesetzliches Verhalten in dieser Sache tolerieren.
Wer seine Macht mißbraucht, sollte Ziel juristischer Untersuchungen und gesetzlich verurteilt werden.

4. Wir, besorgte Mitglieder der Zivilgesellschaft, werden diesen Fall genau beobachten. Wir fordern, dass dieser politisch motivierte Fall fallen gelassen wird und alle Arbeitsrechtsaktivisten sofort freigelassen werden!


Unterzeichner:

Asia Monitor Resource Centre
China Labour Bulletin
The editorial committee of Red Balloon Solidarity
Globalization Monitor
Hong Kong Confederation of Trade Unions
Labour Action China
Labour Education and Service Network
Students and Scholars Against Corporate Misbehavior
Workers Empowerment


 

Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #38 am: 18:48:33 Di. 13.September 2016 »
Zitat
Gewaltsame Proteste gegen die Staatsmacht

Das Fischerdorf Wukan gilt seit 2011 als Inbegriff der Rebellion in China. Erneut haben sich nun die Bewohner des Ortes heftige Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Grund war die Festnahme des ersten, frei gewählten Bürgermeisters.



Auch in Hongkong gab es Solidaritätskundgebungen mit dem Dorf Wukan und dem Bürgermeister Lin Zulian.

Polizisten in Kampfmontur liefern sich eine heftige Straßenschlacht mit Dorfbewohnern. Diese werfen mit Steinen und anderen Gegenständen auf die Polizisten, die schießen mit Tränengas-Geschossen zurück. Radio Television Hong Kong hat die Aufnahmen heute früh veröffentlicht, sie stammen demnach aus dem Dorf Wukan in der südchinesischen Provinz Guangdong.

Die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" hat einen Amateur-Videoclip online gestellt, der auch aus Wukan kommen soll. Er zeigt Polizisten, die mit Gewalt in eine Wohnung eindringen und jemanden festnehmen.

Immer wieder Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht

Das kleine Fischerdorf Wukan gilt seit 2011 als Inbegriff der Rebellion in China. Die Bewohner geraten immer wieder mit der Staatsmacht aneinander. Ausgelöst wurden die Auseinandersetzungen vor einigen Jahren durch illegale Enteignungen in Wukan. 2012 lenkte die chinesische Führung ein: Sie erlaubte den Bewohnern des Fischerdorfes, einen Bürgermeister zu wählen. Dieser Schritt erregte internationales Aufsehen, die Rede war von der ersten wirklich freien Kommunalwahl Chinas. Lin Zulian heißt der Bürgermeister Wukans - dieses Jahr wurde er festgenommen. Der Vorwurf: Korruption.
Schauprozess gegen Wukans Bürgermeister?

Ende Juni verliest Wukans Bürgermeister Lin im staatlichen Fernsehen ein Geständnis: "Ich habe von verschiedensten Leuten Schmiergeld angenommen", sagt er in die Kamera. Vergangene Woche dann das Urteil: drei Jahre Gefängnis. Menschenrechtler sprechen von einem erzwungenen TV-Geständnis und einem Schauprozess. Die Staatsführung wolle den beliebten Dorf-Bürgermeister kaltstellen.

Ortschaft abgeriegelt

Die Bewohner Wukans legen sich auch diesmal mit der chinesischen Staatsmacht an. Die Polizei reagiert mit Härte, sie hat die Ortschaft inzwischen komplett abgeriegelt. Ausländische und Hongkonger Medien berichten. In der von der Staatsführung kontrollierten und zensierten festland-chinesischen Presse werden die Vorfälle totgeschwiegen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte nur eine kurze Meldung, in der es heißt: "13 Menschen wurden in Wukan festgenommen, wegen Störung der öffentlichen Ordnung und wegen Aufrufes zu illegalen Versammlungen."
http://www.deutschlandfunk.de/china-gewaltsame-proteste-gegen-die-staatsmacht.1783.de.html?dram:article_id=365769

Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #39 am: 13:36:00 Mo. 24.Oktober 2016 »
Notizen aus dem chinesischen Alltag – ein Reisebericht


Belegschaftsprotest in einer chinesischen Walmartfiliale am 3.7.2016

„In Chinas Osten: alles immer riesig. Mal sehen, was ich hier in der 5,6 Millionen Stadt Changzhou 150 km westlich von Shanghai, vom Alltagsleben der Leute  so erfahren kann.  Auch hier sind seit 1992 mehrere sogenannte ” Industrie-Entwicklungs-Zonen” im Aufbau. Allein in der nördlichen “New Zone” gibt es 10.000 Firmen, davon 5.000 Produktionsbetriebe einschließlich 1.600 ausländischen  Tochterunternehmen. Stolz wird auf die Anerkennungspreise der Regierung hingewiesen, wie z.B. “China Eastern Regions’ Most Competitive Zone”.  Mit KollegInnen aus deutschen Betrieben werde ich möglichst näher Kontakt suchen. Sie könnten von Interesse sein für unser Projekt, – des “Forum Arbeitswelten China und Deutschland” – , Beschäftigte desselben Unternehmens in China und Deutschland miteinander zu vernetzen“ – so beginnt der Reisebericht  „Menschen in China, Alltagserfahrungen…“ von Wolfgang Schaumberg vom Oktober 2016 fürs LabourNet Germany, worin der langjährige oppositionelle Opel-Betriebsrat, LabourNet-Vereinsvorsitzender und Forum Arbeitswelten-Aktivist über Eindrücke aus seiner eben beendeten China-Reise berichtet, die unter anderem auch dazu dienen sollte, im Rahmen eines Forum Arbeitswelten-Projektes Kontakte zu Beschäftigten deutscher Unternehmen zu suchen…

Menschen in China, Alltagserfahrungen…

In Chinas Osten: alles immer riesig. Mal sehen, was ich hier in der 5,6 Millionen Stadt Changzhou 150 km westlich von Shanghai, vom Alltagsleben der Leute  so erfahren kann.  Auch hier sind seit 1992 mehrere sogenannte ” Industrie-Entwicklungs-Zonen” im Aufbau. Allein in der nördlichen “New Zone” gibt es 10.000 Firmen, davon 5.000 Produktionsbetriebe einschließlich 1.600 ausländischen  Tochterunternehmen. Stolz wird auf die Anerkennungspreise der Regierung hingewiesen, wie z.B. “China Eastern Regions’ Most Competitive Zone” .  Mit KollegInnen aus deutschen Betrieben werde ich möglichst näher Kontakt suchen. Sie könnten von Interesse sein für unser Projekt, – des “Forum Arbeitswelten China und Deutschland” -, Beschäftigte desselben Unternehmens in China und Deutschland miteinander zu vernetzen.

Äußerst gewöhnungsbedürftig…

… ist hier zunächst aber alles. Oft werde ich in meiner Wohnung im ersten Stock – über mir weitere 30 Etagen –  geweckt durch ein irre lautes Geknalle und Geprassel wie bei uns höchstens an Silvester.  “Solche Feuerwerke gibt es bei Todesfällen, auch bei besonderen Ereignissen wie Hochzeit oder Geschäftseröffnung usw ” erklärt mir einer vom Wachpersonal der Hochhaussiedlung.  Auf ausländische Touristen ist man absolut nicht eingestellt: seit 3 Wochen auf Stadterkundung unterwegs, sind mir erst drei Ausländer  über den Weg gelaufen. Alles ist nur in chinesischen Schriftzeichen zu lesen, lateinische Umschrift im Glücksfall bei Schildern von Hauptverkehrsstraßen, alle vollgestopft mit eher neuen PKWs aller Klassen und meist alten Bussen, mit unablässigem aber überraschend schimpflosen  Hupengetöse, und dazu die unzähligen  Batterie-betriebenen Motorroller  – kosten etwa 280 €, Betriebskosten gering, führererscheinfrei-  mit unbehelmten Männern, Frauen, oft dazu Kindern, die jeden Moment ungewohnt leise und sogar auf dem Bürgersteig um einen herumflitzen, wobei Ampelrot wohl  “zweimal hingucken” bedeutet. Ein System ist bei dem Verkehr hier kaum zu erkennen: wer sich die Vorfahrt nimmt, bekommt sie eben, ein unglaubliches Durcheinandergegurke, jedoch emotionslos, ohne jede Aufregung!

Selbst im großausgeschilderten “Touristcenter” im modernen Hauptbahnhof spricht niemand Englisch, als ich nach einem Stadtplan frage, und der ist leider auch nur auf Chinesisch ohne Umschrift beschrieben. Mühsames Schriftzeichen-Enträtseln täglich dann auch bei der Speisekarte, egal ob in einem der unzähligen kleinen Straßen- oder in größeren Restaurants, und mein  angestrengtes Radebrechen auf Chinesisch  wird mit einem Dialekt gekontert, der mir unverständlicher klingt als das schlimmste Bairisch. In meinem typischen Frühstückslokal, etwa bei einer Nudelsuppe mit Gemüse und winzigen Fleischstückchen oder Tomaten-Rühreigemisch auf Reis ( 1,50 bis 3,50 €) wird sowohl die Benutzung des unter jedem der sechs Tischchen platzierten Spuck- und Abfalleimers als auch genießerisches Schmatzen traditionsgemäß als normal empfunden. Auf der anderen Straßenseite das hypermoderne offene Plaza-Kaufhaus,  eine an 7 Tagen pro Woche von 10 bis 22 Uhr geöffnete grell-bunt erleuchtete Riesen-Mall mit 6 Etagen oben und 2 unter Tage, Boutiquen aller westlichen Modehäuser, Mercedes-Beratung vor zwei weit über 100.000 € teuren Protz-Autos, Kinocenter mit 9 Studios, zig teuren Restaurants ganz oben und noch viel mehr und preiswerteren im Untergeschoss.  Dort sofort anschließend, unter einer weiten Verkehrskreuzung, nochmals rund 200 bunt-erleuchtete Läden, einer neben dem anderen, meistens ca. 4  Meter breit und 10 tief, Klamotten, Essen, wieder Klamotten, Kinderspielzeug, Maniküre, Handy-Zubehör, Klamotten, aus jedem Laden eine andere Musik… Hier wird deutlich mehr gedrängelt und gekauft als oben im Plaza, wo junge Verkäuferinnen oft untätig den vorbeibummelnden Schaulustigen zuschauen oder mit ihrem Handy rummachen. Das hat sowieso fast jeder in der Hand, kann inzwischen chinesische Schriftzeichen draufmalen und damit die lateinische Buchstaben-Umschrift vermeiden. Als ich einmal Probleme mit meiner chinesischen Sim-Card klären wollte, sprach die nette Verkäuferin ihr Handy einfach auf Chinesisch an und zeigte mir dann die etwas seltsame englische Übersetzung ihres Translate-Programmes. Meine englische Ansprache war wohl ähnlich holprig übersetzt, aber die Verständigung letztlich so möglich. Sozialistische Errungenschaften kommen mir nur bei meinen Bus-Touren zur Stadterkundung in den Sinn: egal wie lange ich in einem der oft vollgedrängelten  Busse mitfahre, eine 1-Yuan-Münze ( 0,14 € ) werfe ich beim Einstieg in den Geldkastenschlitz und komme so unglaublich billig überall herum.   Die Leute sind angenehm zurückhaltend, gucken kurz zu mir hin und weg. Beinahe zu selten spricht mich mal jemand an, aber wenn ich was frage, gibt man sich große Mühe zu helfen, nur ganz selten allerdings auf Englisch, obwohl inzwischen  fast jede/r  zumindest etwas gelernt hat.

Besuch in einem Wanderarbeiter-Viertel


Eine lebhafte, etwa 5 m breite Straße führt mitten hindurch. Rechts und links ein kleines Geschäft oder Esslokal neben dem anderen, 7 Tage geöffnet, die ärmlichen Häuser höchstens 3 Stockwerke hoch, die Seitengässchen nur 2 m breit, oft voller Müll, schäbige Wasserpfützen. Offiziell leben in Changzhou  rund 1.5 Mio. ArbeitsmigrantInnen und über 600.000 Menschen unterhalb der UN-offiziellen Armutsgrenze von weniger als einem US-Dollar pro Tag. Ein Kollege führt mich ins Workers- Center. Der erste Raum voller Bücher, u.a. Marx und Mao, die “Bibliothek”. Dahinter noch ein Versammlungsraum, auch für Tischtennis genutzt. Aktivitäten der hier engagierten KollegInnen und ihrer studentischen UnterstützerInnen werden immer mehr von der Polizei beobachtet. “Als ich das erstemal in dieses Viertel kam, war ich völlig erschrocken,  sowas gibts doch gar nicht, hatte ich geglaubt”, erklärt mir eine Studentin. Jetzt hilft sie bei der Rechtsberatung von BesucherInnen des Zentrums, bei der nachmittags organisierten Kinderbetreuung und nimmt an den Diskussionskreisen teil. Ein Kollege führt mich durch enge Gassen zu seiner Wohnung: 10 vollgestopfte Quadratmeter groß, ohne Wasser, Toilette zusammen mit den anderen Hausbewohnern, umgerechnet ca 35 € Monatsmiete. Er weist mich auf eine blaue Tafel an einer Hauswand hin. Umliegende Firmen geben zum Anwerben da ihre Löhne bekannt: die letzte Zahl, zwischen 450 und 600 € bedeutet immer Monatslohn einschließlich Mehrarbeit, täglich 11 Stunden oft, samstags sowieso, Kontrolle der gesetzlichen Begrenzungen mangelhaft. Ein Kollege aus einem deutschen Tochterbetrieb bestätigt das: nur durch viele Überstunden haben seine Frau und er eine schöne kleine Wohnung kaufen können. Lärm und Luftverhältnisse in der Firma sind belastend, ebenso die Arbeit im Stehen an der Maschine in drei Schichten. Urlaub gibt es 11 Tage im Jahr durch die gesetzlichen Feiertage plus 6 seitens der Firma; Extra-Prämie, wenn man da weiter arbeitet. Bei Krankheit kann man 10 Tage Lohnfortzahlung kriegen, doch zum Arzt geht man eher nicht, da zu teuer. Im Betrieb gibt es eine Gewerkschaft, von Managern geführt, von den über 500 ArbeiterInnen mißachtet. “Die organisieren schon mal Sportwettkämpfe. Am Jahresanfang, zum wichtigen Frühlingsfest, gibt es eine Feier und 100 Yuan (ca 10,30 €) für jeden”, erfahre ich. Ein großes Problem bedeutet für den Kollegen und seine Frau, dass das 6 Monate junge Baby Betreuung braucht. Sie kann daher nicht mehr voll mitarbeiten. “Wir werden es wohl zur Oma in mein Heimatdorf bringen, 350 km entfernt.”  Anspruch auf soziale Regelungen, Gesundheitsfürsorge und Schulausbildung der Kinder haben nach der gesetzlichen Residenzpflicht, dem Hukou-System, ja die Leute in China nur dort, wo sie von ihrer Geburt her auch gemeldet sind. So wächst eine Riesenzahl von Kindern in den Heimatdörfern der Arbeitsmigranten auf, betreut von den zurückgebliebenen Großeltern.

Trotz aller Not: immer wieder mir auf die Frage nach der Einschätzung zukünftiger Entwicklung bestätigt, dass man optimistisch von schrittweiser Verbesserung der Lage für sich und die Kinder ausgeht, egal ob ich Leute aus dem Wanderarbeiterviertel oder im Stadtzentrum befrage. Bei 1,4 Milliarden Menschen in China muss ich mich natürlich vor jeder Verallgemeinerung in acht nehmen. Doch für das Verständnis der zahllosen selbstorgansierten Streiks in China finde ich wichtig festzuhalten: 1. Arbeitskräfte werden dringend gesucht, FacharbeiterInnen wie Anzulernende. insbesondere junge.  “WanderarbeiterInnen haben 2015 im Schnitt 460 USD verdient, rund 3,5 mal soviel wie vor 10 Jahren, laut Regierungsangaben” heißt es in einem Artikel der China Daily vom 24.9.16. 2. Damit sind die Unternehmer unter Druck bei Streiks Kompromisse anzubieten und die Regierung, Reformen des Arbeitsrechts voranzubringen, da man ja eine “harmonische Gesellschaft ” propagiert. 3. Der verbreitete Zukunftsoptimismus fördert eine eher auf “Angriff” ausgerichtete Grundhaltung. Ganz im Gegensatz der unter den Lohnabhängigen bei uns überwiegenden Zukunftsangst und der Resignation in bezug auf die Durchsetzungskraft und  den Kampfwillen der Vertreter in Betriebsräten und Gewerkschaften, sowie auf den Mangel an Vertrauen auf die eigene Kraft…

Spannende 3-Stunden-Diskussion mit JuristInnen

Bestätigt wird meine Einschätzung auch in einem Workshop mit 18 ArbeitsrechtsexpertInnen. Da so eine Veranstaltung an der Uni politisch schlecht möglich ist, treffen wir uns in einem Büro. “Die Arbeiter haben viele Möglichkeiten zur Selbstorganisation zu nutzen gelernt, arbeiten ja in Teams, tauschen ihre Erfahrungen über Handys und Internet aus”, wird mir erklärt. Ebenso sind die verbreitete Wohnsituation in den Wohnheimen oder die Busfahrten zur Fabrik usw ja hilfreich für Absprachen untereinander. Staatsbetriebe sind zu 95% gewerkschaftlich organisiert; bei den übrigen ist die Kontrolle der gesetzlichen Bestimmungen so unterschiedlich, dass auch von der Regierung Tarifverträge und gesicherte Konfliktregelungen verlangt werden. Dabei gibt es große Unterschiede auf Provinz- und Kommunalebene. (Allein die Provinz Jiangsu mit der Stadt Changzhou hat ja 80 Mio Einwohner). Bei den lebhaften Debatten um die Reform der Individual- wie Kollektivrechte müssen die illegalen Unternehmermaßnahmen wie z.B. Lohnzahlungsrückstände einerseits wie die über die Pflichtleistungen hinausgehenden Arbeiterforderungen andererseits berücksichtig werden. Rechtsanwälte werden in Einzelfällen auch von Unternehmern zur Konfliktregelung bestellt. Auch die Rolle der Gewerkschaft wird zur Abgrenzung vom Parteieinfluss – Parteikommittees in den meisten Betrieben- aufzuwerten versucht. (80 Mio Mitglieder hat ja die sich “kommunistisch” nennende Einheitspartei ja in China) Jedenfalls wurde mir versichert, dass die Vielzahl von Streiks und Protestaktionen zu einen riesigen Reformdruck geführt hat und Entwicklungen im Arbeitsrecht wesentlich vom Kampf der Lohnabhängigen bestimmt werden. Die Regierung will aber auch das gesetzliche Rentenalter, derzeit für Frauen ab 55 und Männer ab 60, raufsetzen; man wird bei solchen Reformen wohl eher vorsichtig sein müssen…  Unter vielen diskutierten Einzelfragen der unterschiedlichen Bestimmungen und Erfahrungen in China und Deutschland fand ich am wichtigsten die Information, dass in China für LeiharbeiterInnen seit den Reformen von 2008 und 2012 der gleiche Lohn für gleiche Arbeit zu zahlen ist.

Bei Bosch-Rexroth in Changzhou

Nach einer fast einstündigen Taxifahrt zum Industrieviertel, über 6 spurige Straßen, – links und rechts hinter Bäumen und gepflegtem Rasen scheinen immer wieder weiß angestrichene neue Fabrikgebäude durch – komme ich endlich am Werkstor an. “Einige deutsche Mitarbeiter sind hier, haben aber keine Zeit herauszukommen”, erklärt mir eine Frau aus der Personabteilung. Rund 1000 Beschäftigte gäbe es jetzt, darunter 200 Angestellte. “Das Lohn-Niveau ist hier nicht besonders hoch, aber unser Arbeitsumfeld insgesamt wird von den Leuten sehr geschätzt; regelmäßige Betriebsversammlungen wie bei Euch kennen wir hier nicht. Doch ein- bis zweimal pro Jahr kommen alle zusammen, hören Berichte der Firmenleitung und können auch Beschwerden vortragen. Die Regierung bemüht sich sehr, die Arbeitsbeziehungen zwischen Management und Beschäftigten besser zu regeln. Die meisten hier sind in der Gewerkschaft organisiert. Das wird akzeptiert.”  Und erneut wird mir bestätigt: “Bei hohen Produktionsanforderungen holen wir ab und zu auch Leiharbeiter. Die bekommen aber den gleichen Lohn.”

Mit KollegInnen aus deutschen Betrieben in Kontakt zu kommen, erwies sich als äußerst schwierig. Nur bei Lanxness, einem international tätigen Bayer-Unternehmen, kann ich kurz von einem Kollegen abseits vom Werkstor in Erfahrung bringen, dass man dort mit dem Monatslohn von ca 800 € “einigermaßen zufrieden” ist”.

Vom Strammstehen in China

Ein ungewohntes Bild: In ihrer betrieblicher Einheitskleidung stehen Beschäftigte in Reih und Glied vor einem Restaurant und kriegen vom vor ihnen aufgebauten Vorarbeiter oder Chef irgendwas gepredigt. Normal in China: oft hat die Belegschaft vor Schichtbeginn in Geschäften, Restaurants und anderen Betrieben erst einmal kurz strammzustehen. “Das ist gut zur Vorbereitung auf die anstehenden Arbeitsaufgaben und zur Qualitätsverbesserung” erklärt mir ein Hotelfachmann. Auch auf Schulhöfen und  selbst vor Kindergärten sind solche Übungen häufig zu beobachten. “Es geht den Führungen hier sehr um Disziplin”, erklärt mir eine Juristin auf meine Frage hin.  Alle Studierenden in China, Männer wie Frauen, haben einige Wochen lang an einer militärischen Grundausbildung teilzunehmen. Strammstehen, marschieren, Lieder singen, einige Schießübungen  – “das fand ich eher lustig”, kriege ich mehrfach von Studierten als Kommentar zu hören. Auf dem Bürgersteig bei mir um die Ecke sehe ich Restaurantsbeschäftigte in ihrem Einheitsdress bei balletähnlichen Gruppenübungen zu flotter Musik zu. Die lachen mir bei ihrer Pflichtübung zu; das sei eine Art Werbung, meint eine Passantin.

Turnübungen in allen Parks an unterschiedlichsten Geräten sowie Gruppengymnstik sehe ich immer wieder: allabendlich auf dem Reklame-erleuchteten Plaza-Vorplatz wiederholen 100 bis  200 oft ältere Menschen in Zehnerreihen hintereinander aufgebaut nach flotter Musik die gleichen gymnastischen Bewegungen wie ihre Vortänzerin, eigentlich ein faszinierendes Bild. Man will sich wohl fit halten. Krankwerden ist teuer, nicht alle haben eine Krankenversicherung.  Und die Arbeitsbelastung ist hart. Taxifahrer berichten mir von 9 bis 10 Stundenschichten an 25 und mehr Arbeitstagen pro Monat ( für rund 650 € Lohn), eine  Restaurantbeschäftigte ähnlich von 10 Stunden pro Tag bei ca 330 € Monatseinkommen. 30 Tage Durcharbeiten ist nicht ungewöhnlich, Sonntagsarbeit auf Baustellen habe ich oft beobachtet…

Bei jedem meiner Chinabesuche bleibt der Eindruck: mit 100 Fragen fährst du hin, mit 1000 kommst du zurück…

Wolfgang Schaumberg, am 17. Oktober 2016

http://www.labournet.de/?p=105952

Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #40 am: 15:13:09 Mo. 07.November 2016 »
Weitere Haftstrafe für Basisaktivist in Guandong

21 Monate Gefängnis lautet das Urteil gegen Meng Han, wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Bereits am 26. September waren drei seiner Mitstreitrer vom Panyu Workers’ Centre in Guandong mit derselben Begründung verurteilt worfden (LabourNet Germany berichtete). Meng Han hatte sich zunächst geweigert, sich schuldig zu bekennen oder seine Kollegen zu denunzieren. Sein Prozess war deshalb vertagt worden. In der Zwischenzeit sind seine Eltern mehrfach drangsaliert worden – eine beliebte Methode zur Erpressung von Geständnissen: Die Verwandtschaft wird solange belästigt, bis der Angeklagte sich schuldig bekennt – so schließlich auch Meng Han. Siehe dazu den Beitrag beim China Labor Bulletin und Hintergründe im Beitrag:

http://www.labournet.de/internationales/china/gewerkschaften-china/basisgewerkschaftliche-ansaetze/jahrelange-haftstrafen-fuer-chinesische-basis-aktive-weil-sie-den-unternehmen-geschadet-haben/

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #41 am: 09:18:26 Fr. 25.November 2016 »
Zitat
Bekannter Bürgerrechtsanwalt verschwunden



In China ist der bekannte Bürgerrechtsanwalt Jiang Tianyong nach Angaben seiner Familie verschwunden.


Seine Frau sagte dem US-Sender "Radio Free Asia", Jiang sei zuletzt in der Provinz Hunan mit anderen Anwälten und Angehörigen von politischen Gefangenen zusammengekommen. Seit Montag abend gebe es kein Lebenszeichen mehr von dem 45-Jährigen. Der prominente Jurist gehörte zu der Gruppe von Bürgerrechtlern und Dissidenten, die der deutsche Vize-Kanzler Gabriel bei seiner China-Reise Anfang des Monats in der deutschen Botschaft in Peking getroffen hatte.
http://www.deutschlandfunk.de/china-bekannter-buergerrechtsanwalt-verschwunden.447.de.html?drn:news_id=681658

Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #42 am: 21:12:25 Mi. 07.Dezember 2016 »
ElringKlinger
Streik bei deutschem Automobilzulieferer in Changchun (China)




Die ElringKlinger AG ist ein deutscher Konzern mit Sitz im baden-württembergischen Dettingen an der Erms, der als Automobilzulieferer tätig ist.

Das Unternehmen entwickelt und produziert für fast alle Automobilhersteller Zylinderkopf- und Spezialdichtungen, Kunststoff-Leichtbauteile sowie Abschirmteile für Motor, Getriebe, Abgassystem und den Unterboden; das Unternehmen ist zudem Weltmarktführer im Segment Zylinderkopfdichtungen und international expandierend.
https://de.wikipedia.org/wiki/ElringKlinger

Nun findet ein Arbeitskampf im Werk Chanchun statt. Es geht um Überstunden, Lohn und Arbeitsbedingungen.
Die Arbeit ruht seit 3 Tagen. Zu den Forderungen der Beschäftigten gehört der Rücktritt eines führenden Managers.






Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #43 am: 14:26:04 Sa. 27.Mai 2017 »
Zitat
"Wir, die Arbeiter_innen" dokumentiert die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeiter_innen im Süden Chinas und folgt den sie unterstützenden Aktivist_innen. Zwischen 2009 und 2015 führte der Regisseur Wen Hai Interviews in der Region – bis zu dem harten Vorgehen des Staates gegen die Organisationen, welche die Arbeiter_innen unterstützen, am Ende des Jahres 2015, als mehrere Aktivist_innen, die er interviewt hatte, festgenommen wurden.

Zwar ist es trotz dieser Repressionen weiterhin zu Arbeitskämpfen gekommen (schätzungsweise gab es 2016 in China mehr als 2.500 Streiks und andere Arbeiterproteste), aber das staatliche Vorgehen behindert die Zirkulation von Informationen zu aktuellen Streiks, im Land selbst und auch außerhalb.

Filmtrailer:   http://de.labournet.tv/wir-die-arbeiterinnen-trailer

Nao

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Re:Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #44 am: 10:26:20 Mo. 26.Juni 2017 »
Es gibt eine aktuelle Kampagne in China gegen Ausbeutung bei Apple von SACOM (Schüler und Studenten gegen Unternehmensunrecht).










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