Autor Thema: Sack Reis umgefallen (Chinanews)  (Gelesen 21045 mal)

Nao

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #60 am: 11:47:37 Di. 14.Mai 2019 »
Zitat
Handelskrieg:
Proteste nach Massenentlassungen bei Oracle in China

Oracle ist offenbar dabei, seinen Forschungs- und Entwicklungsbereich in China zu schließen. Die Betroffenen machen die Rivalität zwischen China und den USA dafür verantwortlich.


Oracle hat 900 Beschäftigte in China entlassen, was 60 Prozent der Belegschaft im Forschungs- und Entwicklungsbereich (F&E) ausmacht. Wie die britische Financial Times (Paywall) berichtet, machen Betroffene in Peking die Spannungen zwischen den USA und China für den Abbau verantwortlich.

Den Beschäftigten von Oracle in China wurde am 7. Mai 2019 mitgeteilt, dass das Unternehmen seine Belegschaft "optimiert" und bis zum 22. Mai Entlassungen vornehmen werde. Die Ankündigung führte zu Protesten vor der Niederlassung von Oracle. Bei einer Demonstration am 8. Mai in der Nähe des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Oracle in Peking entfalteten die Mitarbeiter Transparente mit Slogans wie "Opposition gegen die politische Entlassung von Mitarbeitern durch Oracle" und "Erhalt der Arbeitsplätze in China".

Nachdem die erste Welle des Abbaus von 900 Arbeitsplätzen offiziell angekündigt wurde, gaben viele Beschäftigte an, dass sie erwarten, dass der gesamte chinesische F-&-E-Bereich geschlossen werde. Weitere Medienberichte bestätigen das.

Profitable Teams werden dichtgemacht


"Ich bin noch nicht entlassen worden, aber ich rechne damit", sagte ein junger Oracle-Mitarbeiter der Financial Times. Viele sehen den Handelskrieg zwischen den USA und China als Ursache für den Stellenabbau. "Unser Team ist profitabel, und wir erhielten vor zwei Jahren ein neues Projekt, das entwickelt werden sollte", sagte eine Entwicklerin, die fünf Jahre lang im Peoplesoft-Team von Oracle gearbeitet hatte. Etwa 90 Mitglieder ihres 130-köpfigen Teams seien entlassen worden. "Sie brauchen immer noch Peoplesoft(-Experten), deshalb werden sie in Indien und den USA neu einstellen. So wie es läuft, haben wir den Eindruck, dass sie uns so schnell wie möglich loswerden wollen", fügte sie hinzu.
https://www.golem.de/news/handelskrieg-proteste-nach-massenentlassungen-bei-oracle-in-china-1905-141210.html

Fritz Linow

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #61 am: 07:28:10 So. 30.Juni 2019 »
Unter den Musikgelötherstellern ist Behringer einer der größten weltweit. Von der sogenannten Behringer City in Zhongshan aus wird der Markt mit Rumpelequipment beliefert. Der jungdynamische Firmengründer, Uli Behringer, versteht sich zu vermarkten, und so bedient er mit billigen Homestories auf diversen Blogs die geneigte Käuferschar, zum Beispiel hier:
https://www.amazona.de/interview-reisereport-uli-behringer-2019-in-china/
oder hier:
https://www.musiker-board.de/threads/bericht-der-werksbesichtigung-bei-behringer-2012.471056/

Die landläufige Kritik, dass Behringer ein Plagiator ist, wird gerne mit Klagen beantwortet:

https://www.gearnews.de/behringer-droht-webseite-rechtliche-schritte-an-denn-die-nennt-sie-nachahmer-und-schamlos/

Ende 2017 protestierten die Beschäftigten wegen mieser Arbeitsbedingungen, hauptsächlich wegen verpesteter Luft:








https://clb.org.hk/content/factory-workers-zhongshan-protest-dangerous-working-conditions

Der liebe Uli beharrte darauf, dass die Fenster geschlossen bleiben sollen, weil durch den Staub die Produktion zum Stehen komme, und dass ihm die Gesundheit der Beschäftigten am Herzen liegt:


https://www.midifan.com/modulenews-detailview-28353.htm

Die Beschäftigten hingegen sagten, dass sie sich von der Geschäftsführung bedroht fühlten. Gottlob kam schnell die Polizei.

Behringer ist jetzt nicht so ein großer Player wie Volkswagen, Apple, Samsung usw und fliegt deshalb günstig unter dem Aufmerksamkeitsradar, aber alleine wegen der schranzigen Hofberichterstattung sollte auch mal erwähnt werden, dass die Uli Behringer-Erfolgsstory auf Ausbeutung beruht. Die depperten Musiker wollen das ja immer nicht hören, weil alles so schön billig.


Nao

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #62 am: 14:15:02 Fr. 04.Oktober 2019 »
Eine neue deutschsprachige Seite mit aktuellen Chinanews:

www.forumarbeitswelten.de/blog

Kuddel

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #63 am: 17:52:18 So. 23.Februar 2020 »
Zitat
Wegen der Berlinale-Ablehnung des neuen Dokumentarfilms des chinesischen Dissidenten Ai Weiwei hat der Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong einen Boykott gefordert. "Die Gesellschaft sollte das Festival boykottieren - um klarzustellen, dass wir an unseren Werten festhalten und dass wir diese Werte über die Strahlkraft von Dollarscheinen stellen", sagte Wong in einem Interview mit der Zeitung "Welt am Sonntag".

Die Filme des Künstlers Ai Weiwei waren wiederholt von den Verantwortlichen der Berlinale abgelehnt worden. Der Künstler selbst vermutete dahinter die Einflussnahme Chinas und chinesischer Sponsoren. Die Berlinale-Verantwortlichen wiesen die Vorwürfe mehrfach zurück.
https://www.spiegel.de/kultur/kino/joshua-wong-ruft-zum-boykott-der-berlinale-auf-a-0d21a6fc-57eb-4664-a9e7-4c59f01d7537

Joshoa Wong ist der Propagandahampelmann des Westens. Von den Springermedien wird er als "Stimme der Protestbewegung" gehandelt, er unterhält seit fünf Jahren Verbindungen zu US-amerikanischen Thinktanks und zur CIA.

Ai Weiwei
ist ein eitler, karriere- und geldgeiler Kulturfatzke, der sich mit seiner Chinakritik eine goldene Nase verdient. Seine Dokumentarfilme sind scheiße.

Nao

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #64 am: 17:25:14 Do. 20.August 2020 »
Eine interessante Initiative:
Arbeiterinterviews werden gesammelt und als Podcast in China veröffentlicht.

Aus der Ankündigung des ersten Podcasts:
Zitat
Wir bauen Straßen, Brücken und Hochhäuser mit unseren Händen. Wir stellen Schmuck und Smartphones her. Wir halten die Stadt sauber und helfen bei der Schaffung von Wirtschaftswundern. Wir sollten stolz sein. Aber oft sind wir nur eine Reihe von Zahlen oder ein Etikett. Man schreibt über uns, formt uns, erforscht uns, beschreibt uns als eine benachteiligte Gruppe, die Fürsorge braucht - niemand hört wirklich unsere Stimme. In der Tat haben wir nur wenige Ressourcen, und unser Leben in der Stadt ist hart. Aber wir geben uns nicht mit Klagen oder Anschuldigungen zufrieden, nachdem wir alle Arten von Härte und Bitterkeit im Leben gekostet haben. Vielmehr schreiten wir mit der Last voran, schlagen Wurzeln und wachsen in diesem Land. Wir haben unsere Sorgen und unser Glück, aber uns fehlen die Kanäle, um uns zu beteiligen, und die Plattformen, um uns auszudrücken. Dass Sie mich nicht sehen, bedeutet nicht, dass ich nicht existiere. Ob Sie kommen oder nicht, ich bin hier und erzähle meine Dagong [Wanderarbeiter]-Geschichte.

Nao

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #65 am: 19:54:04 Di. 06.Oktober 2020 »
China bringt nicht nur Arbeitsmaschinen hervor. Gerade junge Wanderarbeiter haben keinen Bock ihr Leben am Fließband zu verbringen.

Ein Bericht über eine junge Subkultur, die Tagelöhnerarbeit einer festen Anstellung in der Industrie vorzieht:

https://www.forumarbeitswelten.de/blog/sitzen-essen-auf-den-tod-warten-leben-im-shenzhen-bienenstock/

Nao

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #66 am: 15:24:40 So. 17.Januar 2021 »
Nochmal eine chinesische Subkultur.

Bunte Chinesen: https://www.forumarbeitswelten.de/blog/shamate/

Nao

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #67 am: 20:06:02 So. 07.Februar 2021 »
Dieser Beitrag ist speziell für die Fans der KP China, die noch an den Weihnachstsmann sozialistische Verhältnisse in China glauben.

Sklavenähnliche Verhältnisse in chinesischem Staatsbetrieb in Serbien

https://www.forumarbeitswelten.de/blog/sklavenahnliche-verhaeltnisse/

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #68 am: 09:36:36 Mo. 08.Februar 2021 »
Dieser Beitrag ist speziell für die Fans der KP China, die noch an den Weihnachstsmann sozialistische Verhältnisse in China glauben.

Sklavenähnliche Verhältnisse in chinesischem Staatsbetrieb in Serbien

https://www.forumarbeitswelten.de/blog/sklavenahnliche-verhaeltnisse/

Also ein Beitrag für die meisten freiheitlich westlich orientiertem Regierungen?
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #69 am: 13:11:42 Mo. 08.Februar 2021 »
Sicher ein Beitrag für die DKP!
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Strombolli

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #70 am: 18:06:10 Mo. 08.Februar 2021 »
Wer das jetzige China als "kommunistisch" bezeichnet, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #71 am: 14:15:41 So. 21.März 2021 »

Onkel Tom

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #72 am: 22:10:32 So. 21.März 2021 »
Naja, das gehört sich ja auch nicht, vor verschlossenen Türen die Arbeiterklasse auf die Folter zu spannen,
wie loooong das noch dauern muss, bis man erfährt., was da nun beim verhandeln raus kommt oder ?
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #73 am: 17:52:45 Mo. 19.April 2021 »
Zitat
Kundgebung auf dem Augustusplatz: Solidarität mit dem Widerstand in China



In der Berichterstattung über Freiheitskämpfe gegen das autoritäre China geht es meistens um die Proteste in der Sonderverwaltungszone Hongkong. Doch auch in China selbst gibt es nicht nur jene, die Freiheiten unterdrücken, sondern auch Aktivist/-innen, die das nicht akzeptieren wollen. Um ihre „Solidarität mit den emanzipatorischen Kämpfen in China“ auszudrücken, versammelten sich am Samstag, dem 17. April, etwa 50 Menschen auf dem Leipziger Augustusplatz. Zudem gab es Kritik am Verhältnis mancher Linker zu China.

Ein Mitglied der Gruppe „Left Echo“, die die Kundgebung gemeinsam mit „Nationalismus ist keine Alternative“ (NIKA) veranstaltete, thematisierte zunächst einen Straftatbestand in China namens „Picking quarrels and provoking trouble“, zu Deutsch etwa: Streit suchen und Ärger provozieren. Weil nicht genau definiert ist, was darunter zu verstehen ist, sind immer wieder Menschenrechtsaktivist/-innen oder Anwält/-innen davon betroffen.Ein in Deutschland kaum bekannter Fall ist der des Lieferfahrers Mengzhu. Lieferdienste boomen in China während der Pandemie, erklärte das Mitglied von „Left Echo“, allerdings würden die Arbeiter/-innen davon nicht profitieren. Mengzhu wollte deshalb einen Streik organisieren und verbreitete zu diesem Zweck unter anderem Videos im Internet. Am 25. Februar dieses Jahres wurde er verhaftet.

Das sogenannte Sicherheitsgesetz in Hongkong

Weitere Redebeiträge gab es unter anderem von einer Solidaritätsgruppe für die von China massiv unterdrückten Uiguren und Hongkonger Aktivist/-innen. In der Sonderverwaltungszone hat sich die Situation für Protestierende durch das im vergangenen Jahr verabschiedete „Sicherheitsgesetz“ deutlich verschlechtert.

So berichtet beispielsweise die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“, dass dieses Gesetz willkürlich und missbräuchlich eingesetzt werde, soziale Medien unter stärkere Kontrolle stelle und es ermögliche, Menschen auf dem chinesischen Festland vor Gericht zu stellen. Ein faires Verfahren ist dort kaum zu erwarten.

Linke und China

Abschließend sprachen Mitglieder von NIKA und der Leipziger Gruppe „Utopie & Praxis“. Dabei ging es vor allem um das Verhältnis der deutschen Linken zu den Kämpfen in China. Redner/-innen kritisierten, dass Linke sich nicht ausreichend solidarisieren und interessieren würden, und dass in „linken Szenevierteln“ China-kritische Aufkleber teils unerwünscht seien. Gleichzeitig würde die Zeit von Mao Zedong trotz dutzender Millionen Todesopfer „glorifiziert“ werden.
https://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2021/04/kundgebung-auf-dem-augustusplatz-solidaritaet-mit-dem-widerstand-in-china-385411

counselor

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Re: Sack Reis umgefallen (Chinanews)
« Antwort #74 am: 20:40:48 Mo. 19.April 2021 »
Die DKP erklärt gebetsmühlenartig, China würde eine Neue Ökonomische Politik wie Lenin betreiben und die Betriebe wären genossenschaftlich organisiert und in Arbeiterhand.

Andere Linke (wie zB die MLPD) halten China für aggressives imperialistisches Land.
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