Autor Thema: Weihnachtsgeschenk nach VW-Art  (Gelesen 9681 mal)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 11869
  • Fischkopp
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #15 am: 11:48:39 Mi. 24.Januar 2018 »
Zitat
2. Runde im Kampf für Festanstellungen – Beschäftigte der Autovision erzielen grosses Echo

Wie zu erwarten kam es bei der ersten Runde der Klagen von Betroffenen auf Festanstellung im Arbeitsgericht Emden am 22.1.2018 nicht zu einer Einigung mit der VW AG. Die vorsitzende Richterin räumte ein, daß es sich bei dem Rechtsstreit um einen Konflikt grundsätzlicher Art handele. Letztlich geht es darum, ob der Gesetzgeber mit der Anfang 2017 in Kraft getretenen Novellierung des AÜG tatsächlich den unterschiedlichen Arten des Rechtsmißbrauchs von Werkverträgen und Leiharbeit einen Riegel vorgeschoben hat oder nicht. Während VW meint, die alte Praxis der Scheinwerkverträge ausgerechnet mit der konzerneigenen Tochter Autovision und deren Mitarbeitern fortführen zu können, sind wir mit den Klägern der Auffassung, daß die Beschäftigten in die Arbeitsorganisation von VW eingegliedert sind und deshalb nach § 10 AÜG mit VW ein Arbeitsverhältnis zustande gekommen ist. Einen Teilerfolg erzielten die Kläger dadurch, daß die Richterin VW die Auflage erteilte, nunmehr die vertraglichen Beziehungen des Unternehmens zur Autovision offenzulegen. Die Kläger hatten hierauf gedrungen, weil nur so zweifelsfrei festgestellt werden könne, ob die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten der Arbeiter überhaupt von den Vereinbarungen gedeckt seien.

In einem an den Termin anschließenden Pressegespräch kritisierten RA Dr. Rolf Geffken und einige der Unterstützer der Kläger die Haltung von Betriebsrat und IG Metall, die bis zuletzt Betroffenen von Klagen abgeraten hatten und nicht bereit sind, deren Engagement zu unterstützen. Dr. Geffken erklärte: „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, weshalb die IG Metall darauf verzichtet, die wichtige und von ihr selbst begrüßte Novellierung des Gesetzes zur Leiharbeit auch in der Praxis durchzusetzen.“ Innerhalb der Belegschaft wächst die Überzeugung, daß Betriebsrat und IG Metall allenfalls bereit sind, die Interessen der Stammbeschäftigten zu vertreten, nicht aber der Leiharbeiter, der Werkvertragsbeschäftigten und der Mitarbeiter der Autovision.
Der Kammertermin vor dem Arbeitsgericht Emden wurde nun für den 25.4.2018 um 11.00 Uhr anberaumt. Im Vorfeld des Gütetermins aber auch unmittelbar danach hatten diverse Zeitungen der Lokalpresse und auch die Wolfsburger Nachrichten berichtet. Einige der Artikel sind hier beigefügt. Wir weisen darauf hin, daß es am 30.1. in Emden mit drei Klägern und am 14.2. in Hannover mit fünf Klägern weitergeht (siehe unten).
Zitat
Gerichtstermine
Die Klagen von Beschäftigten der VW-Tochter „Autovision“ gegen VW auf Festanstellung gehen in eine neue Runde. Unmittelbar bevorstehen Termine von 8 Klägern beim
Arbeitsgericht Emden am 30.1.2018, 10.00 Uhr,  Schweckendieckplatz 2.
und Mitte Februar der Kammertermin im Rechtsstreit von 5 Beschäftigten der „Autovision“ gegen VW im Hannover beim
Arbeitsgericht Hannover, am 14.2.2018, 10.15 Uhr, Leonhardtstraße 15.
Unabhängig davon findet wie bereits oben erwähnt der Kammertermin der ersten drei Klagen dann statt beim
Arbeitsgericht Emden am 22.4.2018, 11.00 Uhr, Schweckendieckplatz 2
RAT & TAT Info 278 - Zweite Runde im Kampf um Festanstellungen bei VW
www.drgeffken.de

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 11869
  • Fischkopp
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #16 am: 16:18:34 So. 11.Februar 2018 »
Zitat
Gütetermin im Streit zwischen Leiharbeiten und Volkswagen ist gescheitert
Das Gericht muss nun nach eigenen Angaben unter anderem klären, ob es sich um eine Arbeitnehmerüberlassung handelt und wenn ja, ob sie auch zulässig ist.


Emden. „Das ist eine spannende Frage.” Auch wenn Christel Schmid, Vorsitzende Richterin des Emder Arbeitsgerichts, ihre Einschätzung während des nur knapp halbstündigen Gütetermins gestern eher beiläufig kund tat, so könnte die Beantwortung dieser „spannenden Frage” tatsächlich tief greifende Folgen haben, die weit über den von drei ostfriesischen Beschäftigten der Autovision angeschobenen Arbeitsgerichtsprozesses hinaus gehen könnten. Denn tief im Kern könnte es nämlich um die Zukunft der Leiharbeit gehen. Bei VW im Speziellen, überall in Deutschland im Allgemeinen.
https://www.emderzeitung.de/emden/~/guetetermin-im-streit-zwischen-leiharbeiten-und-volkswagen-ist-gescheitert-709765

Zitat
Klagen auf Festanstellung gegen VW: Mitarbeiter von Autovision klagen in Emden und Hannover

Beschäftigte verschiedener Werkvertragsfirmen klagten in der Vergangenheit gegen verschiedene Automobilfirmen auf Festanstellung. Einige der von uns vertretenen Kläger zB gegen AUDI, VW und Daimler waren erfolgreich. Andere nicht. Den Firmen kam dabei die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zugute, wonach bei Vorliegen einer „Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis“ die mit den Werkverträgen meist verbundene „illegale“ Arbeitnehmerüberlassung nicht zu einer Festanstellung beim Stammbetrieb führe. Der Gesetzgeber hat nun im neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetz seit 1.4.2017 den Rechtsmißbrauch solcher „Überlassungserlaubnisse“ verhindert und zugleich die Anstellung im Stammbetrieb verlangt, wenn die Beschäftigten in die Arbeitsorganisaton des Stammbetriebe eingegliedert sind. Darauf berufen sich zahlreiche Beschäftigte der VW-Tochter seit der Gesetzesnovelle. Bislang ohne Erfolg. Während VW sich zuvor darauf berief, eine „Überlassungserlaubnis“ verhindere einen Anspruch auf Festanstellung wird n u n geltend gemacht, die Arbeit der (eigenen Tochter!) Autovision sei „ganz normale fremde (!) Dienstleistung“ in den Werken des Unternehmens. Mit Hilfe künstlicher Änderungen der Arbeitsorganisaton (darunter sogar Kontaktverboten zu Autovisionsbeschäftigten !) wird versucht, die Rechtsfolgen des Gesetzes zu umgehen.

Mittwoch 14.2.2018, 10.15 Uhr, ArbG Hannover, Leonhardtstrasse 15. Fünf Klagen.

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1335
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #17 am: 23:49:45 Sa. 17.Februar 2018 »
Der Automobilarbeiterratschlag (MLPD), der auch die Proteste der Volkswagen-Leiharbeiter in Wolfsburg, Braunschweig und Hannover begleitet, hat mal eine Chronik zu den Leiharbeiterkämpfen bei VW veröffentlicht, die jetzt nichts mit der Klage auf Festanstellung,- vertreten durch den "Anwalt" und Unternehmensberater Rolf Geffken-, zu tun haben:

http://www.iawc.info/de/2018/h1/chronologie-des-leiharbeiterkampfes-wolfsburg-hannover-braunschweig-2017

Alle Einzelheiten muss man nicht unbedingt verstehen, trotzdem ist es lesenswert.

Auszüge:

Damals gründete sich die gemeinsame „WhatsApp - Gruppe“.

Wir waren „die WOB Zeitarbeiter“ von Anfang bis Ende, die IGM BR war „nicht für uns zuständig“.

Hannover: Ab April gab es nur noch 3 Verlängerungen in kürzester Zeit für die Leiharbeiter/-innen : von April – Juli; von Juli – Oktober; von Oktober bis Dezember – ein Nervenkrieg für uns und unsere Familien.

Wir waren mit 12 Kollegen/-innen spontan in der IGM Verwaltungsstelle, das Gespräch dauerte 2 Stunden mit dem Versprechen, dass wir von ihnen hören. Wir haben bis heute noch keinen neuen Termin oder eine Antwort bekommen.

Januar 2018: (…) IGM macht weiter Druck nach dem TV Beitrag unsere Alternativen einzufordern .Er gibt zu das die Autovision auf den Infoveranstaltungen Enten Verkauft hat, um besser da zu stehen. Es passiert nichts.

Wir haben unser Abwarten überwunden, weil wir unsere Angst und unsere Hoffnungen in die Versprechen der Chefs verloren hatten. Das nächste Mal wollen wir das nicht erst kurz vor Ende der Verträge machen, sondern von vorne herein ohne Illusionen unsere Erfahrungen in die neuen Belegschaften einbringen.


Bleibt die Hoffnung, dass es nicht darauf hinausläuft:

DGB, Partei oder Geffken werden es schon richten.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 11869
  • Fischkopp
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #18 am: 20:56:17 Fr. 02.März 2018 »
 
Zitat
„Für die Zukunft der Jugend – gegen Profiteure und Umweltverbrecher in der VW-Krise

Die Entlassung von 4 Leiharbeiterinnen im August 2017 hat für Unverständnis und Aufsehen im VW Werk und in Hannover gesorgt. Die 4 Kolleginnen waren in der Service Factory angestellt, um in der Nachtschicht die SB-Shops zu betreuen. Mit ihnen wurden 400 weitere Leiharbeiter und ein halbes Jahr später noch mal 400 Leiharbeiter eingestellt, da damals die Nachtschicht in Hannover wieder eingeführt wurde. Diese 800 Kollegen wurden jetzt für 2 Jahre befristet bei VW übernommen, die 4 Kolleginnen nicht, da sie eine falsche Kostenstelle haben!

1233 Unterschriften in 3 Tagen wurde im Werk gesammelt, um gegen die Kündigungen zu protestieren. Am 01.09.2017 protestierten die vier Frauen, ihre Unterstützer aus der Stammbelegschaft und die Direktkandidatin Anke Nierstenhöfer von der Internationalistischen Liste/MLPD vor dem Tor, mit Transparenten und Flugblättern, für die Wiedereinstellung. Auch Beiträge auf der Betriebsversammlung bei VW, die die Wiedereinstellung forderten, bekamen viel Applaus und Zustimmung von den Kollegen. Mit der „Hannoveranner Frauenerklärung“ wurde die Entlassungen und der mutige Kampf der vier Kolleginnen bundesweit bekannt gemacht.

Diese sind Teil des Zukunftspakts. Mit dem sollen die Krisenlasten auf die Belegschaft abgewälzt werden. VW hat damit den Abbau von 23.000 Arbeitsplätzen hier in der Region beschlossen. Die Leiharbeiter sind die ersten. Unter anderem  mit dem Abbau von Leiharbeitern hat VW seinen Gewinn im letzten Jahr auf 11,4 Milliarden € fast verdoppelt.

VW geht es ums Prinzip, weil sich die Kollegen gewehrt haben sollen sie entlassen werden. Auch wenn genau das VW im Prozess von 2 der 4 Leiharbeiterinnen abgestritten haben. Der Vorschlag des Richters auf eine Abfindung hat VW genau aus diesem Grund abgelehnt. Obwohl selbst die Kammer Probleme in den Tarifvertrag sieht. Zum einen die Auslegung was ist „in der Regel“ und zum anderen was bedeutet das in Absprache mit Betriebsrat und Geschäftsleitung die Übernahme gesprochen wird. Trotzdem hat sich für die Kammer keine Übernahme daraus ergeben und die Klage der beiden wurde verloren. Es ist schon eine unglaubliche Wortklauberei wenn der Richter sagt das wenn nur 4 von 800 nicht übernommen werden doch „in der Regel“ übernommen wurde. Und das eine Zusage auf einer Betriebsversammlung durch den Betriebsratsvorsitzenden ist nichts wert da der Betriebsrat für den Richter kein Vertragspartner ist sondern die IG-Metall.

Wir halten das Urteil für einen Skandal. Fakt ist das die Arbeit da ist. Die Nachtschicht bei VW, für die die Kolleginnen eingestellt wurden, läuft weiter, die Kollegen wollen weiter in der Nacht etwas zu essen haben. Gleichzeitig sind jetzt schon für dieses Jahr 18 Samstag Zusatzschichten angesetzt.

Leiharbeiter sind aber keine Arbeiter zweiter Klasse!
„Es war und ist unser Recht, das wir uns wehren und die Entlassung nicht einfach hinnehmen. Es geht um unsere Existenz, aber auch um das Schicksal vieler Leiharbeiter... Die IG Metall unterstützt unsere Klage mit Rechtsschutz. Wir wollen auch jedem Leiharbeiter Mut machen, sich zu wehren und sich zusammen zu schließen.“ (Flugblatt von den Kolleginnen vom 01.09)

Am Dienstag den 06.03.2018 ist noch ein Kammer-Termin von einer der 4 Kolleginnen.
Gemeinsam sind wir stark!

Unterstützt den Kampf weiter auch gegen das Skandalurteil kommt alle zu dem Protestkundgebung
am 06.03. um 10:00 Uhr
vor dem Arbeitsgericht in Hannover, Leonhardstr 15
und danach zu den Prozessen um 11:00 Uhr
.
Presseerklärung: VW-Komitee Hannover

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1335
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #19 am: 16:21:32 Do. 29.März 2018 »
Zitat
28.3.18
Erb kritisiert „brutalen“ Umgang mit VW-Zeitarbeitern

Lob für den Betriebsrat: Nur wegen der Kompetenz von Osterloh und Co. bleibe Wolfsburg Konzernsitz.
(...)
Den künftigen Einsatz von Zeitarbeitnehmern sehen IG Metall und VW-Betriebsrat kritisch. Sie wollen, dass VW selbst bei entsprechenden Auftragsspitzen Mitarbeiter befristet einstellt. Die Nichtverlängerung von Verträgen von Zeitarbeitnehmern kurz vor Weihnachten in dieser Größenordnung nannte Erb im Rückblick „brutal“. So etwas dürfe nie wieder passieren. Die IG Metall sei grundsätzlich gegen Zeitarbeit, das gelte auch für die Logistiker im Umfeld des Stammwerkes.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article213879543/Erb-kritisiert-brutalen-Umgang-mit-VW-Zeitarbeitern.html

Unglaubwürdig.

dagobert

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4784
  • Panzerknacker - aaahhhhhh !
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #20 am: 04:00:30 Fr. 30.März 2018 »
Die IG Metall sei grundsätzlich gegen Zeitarbeit
Für wie blöd halten die die Leute eigentlich?

Aus einem anderen Thread, vor knapp einem Jahr:
Zitat
IG Metall sagt Ja: Leiharbeit bis zu 48 Monaten
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=328033.msg328032#msg328032

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1335
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #21 am: 22:22:50 Fr. 13.April 2018 »
Aus einem Interview mit Hartwig Erb, IGM-Wolfsburg-Typi. Der Ex-Personalvorstand Blessing (typische SPD- und Gewerkschaftsmanagerkarriere) war schuld:

Zitat
13.4.18
(...)
 Gunnar Kilian war bislang Generalsekretär des Betriebsrats. Er wird nun neuer Personalvorstand.

Gunnar Kilian kennt nicht nur die Arbeitnehmer-, sondern auch die Arbeitgeberseite. Er ist gut vernetzt – in die VW-Welt, in die Politik, in die Wirtschaft, in Wolfsburg, Deutschland und international. Aus unserer Sicht ist die Personalie Kilian sogar noch wichtiger, als dass Herbert Diess neuer Vorstandsvorsitzender wird. Gunnar Kilian ist für uns der Garant, dass die Interessen der Volkswagen-Belegschaft – nämlich Beschäftigungssicherung – wieder auf eine Ebene mit den Interessen des Unternehmens gehoben werden.

Ist das als Kritik an den nunmehr abberufenen Personalvorstand Karlheinz Blessing zu verstehen?

Es darf bei Volkswagen nicht passieren, dass kurz vor Weihnachten Leiharbeitnehmer nach Hause geschickt werden, nur um sie im März/April dann wieder einzustellen, wenn die Nachfrage steigt. Es darf auch nicht sein, dass man Arbeitsverträge so verkürzt, dass Leiharbeitnehmer unter die 36-Monats-Regel fallen. Das geht bei VW nicht! Wenn Sie es so wollen, ja, das ist als Kritik an Herrn Blessing zu verstehen.
(...)
https://www.wolfsburger-nachrichten.de/wolfsburg/vw-das-werk/article214009271/Hartwig-Erb-wird-deutlich-Das-geht-bei-VW-nicht.html

Unter Gunnar Kilian wird alles besser. Der Westerländer Wattwurm war u.a. Büromitarbeiter des MdB Vögel- und Meineid Uhl (SPD, Betriebsrat, VW usw.) und Büroleiter von Piech in Salzburg. Es kann also nur besser werden.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 11869
  • Fischkopp
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #22 am: 09:00:37 So. 03.Juni 2018 »

    Weitere Klagen gegen VW und weitere Güteverhandlungen bei neuen Klagen auf Festanstellung am 4.6.2018 in Emden


    “Für weitere 5 Beschäftigte der VW-Tochter Autovision (jetzt: „VW-Services Group“), die gegen den Autokonzern auf Festanstellung klagen, wurden jetzt für den 4. Juni 2018 ab 11.00 Uhr Gütetermine beim Arbeitsgericht Emden anberaumt.
    Die „Kammertermine“ in drei anderen Sachen, die bereits am 22.1.2018 verhandelt worden waren, wurden wegen des Umfangs des Streitstoffs aufgehoben und werden voraussichtlich erst im September stattfinden. Für 3 weitere Kläger, deren Fall von der Kammer 3 anhängig war, stehen noch keine Kammertermine zur Verfügung, da dort ein Richterwechsel ansteht.
    Die Kläger berufen sich neuerdings nicht nur auf die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Betriebes sondern auch auf das ihnen bei der letzten Wahl des Betriebsrats zugestandene Wahlrecht für die Arbeitnehmervertretung. Nach ihrer Auffassung sei dieses Wahlrecht – das anderen Fremdfirmenmitarbeitern nicht zusteht – nur im Hinblick auf ihre Eingliederung in einem Tarifvertrag festgelegt worden. Dies aber verbiete es dem Konzern, sich darauf zu berufen, die Mitarbeiter von VW Services Group seien „Fremdbeschäftigte wie alle anderen Fremdbeschäftigte“…” Aus der Pressemitteilung von Rolf Geffken vom 30.5.2018 zum Termin am Montag, 4.6.2018 11.00 Uhr, ArbG Emden, Schweckendieckplatz 2.


Siehe dazu:

        Kampf gegen Werkverträge in der Automobilindustrie: Das Arbeitsrecht gilt auch innerhalb des Betriebsgeländes von VW 

        “Immer wieder klagen Beschäftigte von Werkvertragsfirmen gegen verschiedene Automobilfirmen auf Festanstellung. Seit letztem Jahr verlangt das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz die Anstellung im Stammbetrieb, wenn die Beschäftigten in die Arbeitsorganisation des Stammbetriebe eingegliedert sind. Am 4. Juni stehen beim Arbeitsgericht Emden nun sogenannte Gütetermine an, bei denen es um die Klage von 5 Beschäftigte der VW-Tochter Autovision (jetzt: „VW-Services Group“) geht, die gegen den Autokonzern auf Festanstellung klagen. Über die Klagen, die Praxis der Werkverträge im Allgemeinen und die Rolle der Gewerkschaften haben wir mit Dr. Rolf Geffken, Arbeits-, Wirtschaftsrechtler und Autor aus Hamburg gesprochen.” Interview vom 1. Juni 2018 von und bei Radio Dreyeckland

 Audio Datei: https://rdl.de/beitrag/das-arbeitsrecht-gilt-auch-innerhalb-des-betriebsgel-ndes-von-vw

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1335
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #23 am: 23:43:05 Di. 05.Juni 2018 »
Kuddel:
Zitat
Weitere Klagen gegen VW und weitere Güteverhandlungen bei neuen Klagen auf Festanstellung am 4.6.2018 in Emden

Zehnminütige Fortsetzung in Emden:
Zitat
Am Montag scheiterte erneut eine Güteverhandlung vor dem Emder Arbeitsgericht. Die Streitparteien konnten sich in der nur knapp zehnminütigen Sitzung nicht im Ansatz auf einen Vergleich einigen. Im September wird es dann aber wohl ernst.

Emden. Erneut haben gestern sechs Beschäftigte der VW-Tochter Autovision (heute Volkswagen Group Services GmbH), die im Emder Volkswagen-Werk eingesetzt sind, vor dem Emder Arbeitsgericht gegen den VW-Konzern geklagt.
https://www.emderzeitung.de/emden/~/wieder-klagen-leiharbeiter-gegen-vw-741577

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1335
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #24 am: 16:01:12 Mi. 05.Dezember 2018 »
Zitat
Das VW-Werk Kassel übernimmt 120 Leiharbeiter unbefristet und beschäftigt 100 VW-Mitarbeitern des Volkswagen-Standortes Emden, der nicht ausgelastet ist und daher zu viel Personal hat.
http://www.fr.de/rhein-main/vw-werk-kassel-vw-werk-kassel-uebernimmt-leiharbeiter-a-1632731

Ekliges Herumgeschiebe, wofür dann wohl auch noch Dankbarkeit erwartet wird.

Onkel Tom

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3754
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #25 am: 18:14:50 Mi. 05.Dezember 2018 »
Was ist denn das ?
Da sollen sich nun 120 Leihkräfte damit verschulden, mit Kind und Kegel
von Emden nach Kassel zu ziehen ??
 
Lass Dich nicht verhartzen !

tleary

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 701
  • Yellow Submarine
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #26 am: 13:45:24 Fr. 07.Dezember 2018 »
Zitat
Das VW-Werk Kassel übernimmt 120 Leiharbeiter unbefristet und beschäftigt 100 VW-Mitarbeitern des Volkswagen-Standortes Emden, der nicht ausgelastet ist und daher zu viel Personal hat.
http://www.fr.de/rhein-main/vw-werk-kassel-vw-werk-kassel-uebernimmt-leiharbeiter-a-1632731

Zumal Emden und Kassel gleich um die Ecke liegen. Diese 2 Standorte liegen fast 400 km voneinander entfernt! Der Stammbelegschaft wird da ganz schön was zugemutet. Die sehen bestenfalls am Wochenende noch ihre Familien. Und wer kommt überhaupt für die benötigte Fahrtzeit sowie die Fahrtkosten auf? - Für die wöchentliche Hin- und Rückfahrt müsste der Arbeitgeber aufkommen bzw. die Fahrtzeit dem Zeitkonto gutgeschrieben werden. - Hoffentlich ist das uach der Fall! Da käme nämlich locker 1 Arbeitstag á 8 Std. pro Woche zusammen.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Rudolf Rocker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 13082
  • Waldkauz (8>
Re:Weihnachtsgeschenk nach VW-Art
« Antwort #27 am: 14:00:54 Fr. 07.Dezember 2018 »
Ich vermute mal, das das der Hintergedanke dabei ist, das viele Leute lieber auf den Job verzichten und "freiwillig" kündigen, als diese Pendelei auf sich zu nehmen.
Und die Wegezeit wird sicher nicht bezahlt. Da bleibt man dann auch noch auf den Kosten sitzen.
Und: Emden -- Kassel sind eine Fahrt 400km! Das beduetet 8 Stunden Wegezeit pro TAG! Geht also nur über Zweitwohnung/ Pension oder Umzug.
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!