Autor Thema: über das "System Hartz IV"  (Gelesen 10785 mal)

Kuddel

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #60 am: 12:02:55 Sa. 12.Dezember 2020 »
Für die Betroffenen sicherlich nichts neues. Und doch ein guter Artikel, der die Situation treffend zusammenfaßt:

Zitat
Corona-Krise: „Menschen mit Hartz IV werden vergessen“

Helena Kilian-Steinhaus vom Verein „Sanktionsfrei“ spricht über die Nöte von Hartz-IV-Empfängern während der Corona-Krise und das schwierige Thema Weihnachten.
https://www.fr.de/politik/hartz-4-sanktionen-corona-jobcenter-sanktionsfrei-weihnachten-menschen-vergessen-90127700.html


BGS

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #61 am: 11:16:54 So. 13.Dezember 2020 »
Es ist eine absolute Sauerei, was da läuft! Das beabsichtliche vielfache Leid scheint sich inzwischen sehr verfestigt zu haben. Wie kann so etwas wie "Hartz IV" bloss fast unangefochten angehen?!

MfG

BGS
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Onkel Tom

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #62 am: 13:28:13 So. 13.Dezember 2020 »
...
Wie kann so etwas wie "Hartz IV" bloss fast unangefochten angehen?!
...

Widerstand gegen H4 ist zum Erliegen gekommen und Leute, die von H4 überleben müssen, beziehen sich
mittlerweile hauptsächlich nur noch auf die gesetzlichen Regelungen, die sowiso gegen sie gerichtet sind..

Schön und gut, wenn der Vereinzelte es schafft eine unertägliche Eingliederungsvereinbarung zu nichte schafft,
verschont ihn jedoch nicht vor weiteren von Selbstbestimmung beraubter Attacken.

Betroffene müssen sich wieder in Grüppchien zusammen tun und überlegen, wie sie dem H4-System Stress und
Protest entgegen bringen können.. Gibt da ja viele Bausstellen, die beakkert werden müssten, im Einzelkampf
um sich selbst allein jedoch nichts verändern.
 
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ManOfConstantSorrow

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #63 am: 20:15:36 Sa. 28.August 2021 »
Zitat
Gerade einmal zehn Cent mehr am Tag sollen Hartz-IV-Beziehende nach Informationen der Deutschen Presseagentur ab 2022 bekommen. Der Regelsatz steigt dann um drei Euro auf monatlich 449 Euro, das entspricht einer Erhöhung von 0,67 Prozent. Für Kinder bis 13 Jahren sind demnach sogar nur zwei Euro mehr als aktuell vorgesehen. Damit werden nicht einmal die Preissteigerung ausgeglichen.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/1156040.hartz-iv-noch-weniger-zum-leben.html
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Tiefrot

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #64 am: 22:25:36 Mo. 30.August 2021 »
Passt zum CDU Wahlprogramm, siehe hier

https://www.youtube.com/channel/UCRprqV4FxwrWQJbZ0VLFS_g
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Onkel Tom

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #65 am: 16:52:31 Di. 31.August 2021 »
Oh.. "Weltpolitik im Sinne des christlichem Menschenbild betreiben.." und ja, die bösen
Russen dürfen natürlich auch nicht fehlen.. Muss alles unternommen werden,das die
Russen D nicht wieder zur Bedrohung werden..

Jo, da kommt mir der Kaffee doch wieder hoch, hält ja keine Magenschleimhaut aus..

Sind wohl noch viel Wahlkampfstrategie von Adenauer vererbt vertreten.
Lackieren, spachteln und mit einem Zeigefinger auf "die Phösen" wedeln..

Zu den SGB-Leistungempänger_innen kann ich nur auf rot rot grün hoffen..

Ist ja nun einiges an BA/ JC-Gedöns nur "aufgeschoben" worden, um kein unruhiges
Gewässer des gegenwärtigem Wahlk(r)ampf zu bekommen..
Bin ja mal gespannt, was nach der Wahl mit den "Baustellen" Sanktionsgehabe und
Coachingzwängen geschieht.
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Tiefrot

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #66 am: 15:54:25 Mi. 01.September 2021 »
R2G wäre grundsätzlich nicht schlecht... Wenn da nicht 2 Parteien
darin vertreten wären, denen wir Hartz IV zu verdanken haben,
und die nach wie vor daran festhalten. So oder so, in dieser Frage sehe
ich nichts besser werden. Und da wird auch die LINKE nicht groß was ändern.
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Onkel Tom

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #67 am: 22:57:39 Mi. 01.September 2021 »
Ändern können es die Erwerbslosen nur selber, in dem sie sich zusammen tun
und beim Anrauschen der nächsten Verfolgungsmaßnahme den Handlangern
Sand ins Getriebe bringen.. Das Risiko ist halt das, was Elos davon abhält,
Forderungen zu stellen und durch zu setzen..
Dieses Maßnahmen-Schmierentheater funzt nur, weil es zu viele Opfer einfach
nur mit machen.

Eine Unterschriftverweigerung zum Coaching und sonstigen übergriffigen Scheiß
iat dagegen ein einfaches.. Und dubiose NLP-Anwandlungen lassen sich auch
sabotieren und diffamieren.

Die Devise "Nicht lange sabbeln sondern machen !" könnte die Mandel knacken.
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Augustiner

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #68 am: 17:10:22 Mo. 20.September 2021 »
Zitat
Gerade einmal zehn Cent mehr am Tag sollen Hartz-IV-Beziehende nach Informationen der Deutschen Presseagentur ab 2022 bekommen. Der Regelsatz steigt dann um drei Euro auf monatlich 449 Euro, das entspricht einer Erhöhung von 0,67 Prozent. Für Kinder bis 13 Jahren sind demnach sogar nur zwei Euro mehr als aktuell vorgesehen. Damit werden nicht einmal die Preissteigerung ausgeglichen.

Das wurde die Tage nun auch in der Tagesschau verkündet. Realsatire, wenn es nicht so traurig wäre.

R2G wäre grundsätzlich nicht schlecht... Wenn da nicht 2 Parteien
darin vertreten wären, denen wir Hartz IV zu verdanken haben,
und die nach wie vor daran festhalten. So oder so, in dieser Frage sehe
ich nichts besser werden. Und da wird auch die LINKE nicht groß was ändern.

Wenn allein die Sanktionsregeln entschärft würden, wäre es schon ein Fortschritt. Hatte mich 2019, damals noch im Job, über das Urteil des BVG in Ansätzen gefreut. Wobei ja trotzdem weiterhin lustig nahezu alles weggekürzt werden kann, inklusive Krankenversicherung. Zumindest steht das noch aktuell in meiner "Eingliederungsvereinbarung", die ich bald immerhin nicht mehr beachten muss. Wobei es nur vom Regen in die Traufe geht.

Widerstand gegen H4 ist zum Erliegen gekommen und Leute, die von H4 überleben müssen, beziehen sich
mittlerweile hauptsächlich nur noch auf die gesetzlichen Regelungen, die sowiso gegen sie gerichtet sind..

Schön und gut, wenn der Vereinzelte es schafft eine unertägliche Eingliederungsvereinbarung zu nichte schafft,
verschont ihn jedoch nicht vor weiteren von Selbstbestimmung beraubter Attacken.

Betroffene müssen sich wieder in Grüppchien zusammen tun und überlegen, wie sie dem H4-System Stress und
Protest entgegen bringen können.. Gibt da ja viele Bausstellen, die beakkert werden müssten, im Einzelkampf
um sich selbst allein jedoch nichts verändern.

Das ist halt das Grundproblem. Zumal HartzIV nur diejenigen wirklich interessiert, die davon betroffen sind. Ich kenne einige bequem etwa im ÖD abgesicherte Personen, die sich im vergangenen Jahr noch darüber echauffierten, etwa ihren Impfstatus angeben zu müssen. Oder wegen anderen Dingen, weil das ja alles so gravierend in die Privatsphäre eingreife. Da dachte ich immer schon laut, ob die eigentlich irgendeine Ahnung haben, was HartzIV so bedeutet. Aber das sind ja die anderen, damit hat man nichts zu tun und kann schön wegsehen. Obwohl selbst solche Leute mehr und mehr mitbekommen, dass das Umfeld bröckelt und die Sicherheiten, an die man sich lange gewöhnt hatte, für viele eben nicht mehr gelten.

Tiefrot

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #69 am: Gestern um 00:25:52 »
Augustiner schrob:
Zitat
Wenn allein die Sanktionsregeln entschärft würden, wäre es schon ein Fortschritt.

Verstehe ich da was falsch, oder bist du wirklich so anspruchslos geworden ?
Ein Minimum kann und darf nicht gekürzt werden. Daher: Weg mit Sanktionen aller Art !
Erschwerend kommt hinzu, das die Sanktionen deshalb vorhanden sind, um dich
gefügig zu machen, dich davon abzuhalten nach auskömmlichem Lohn und
Arbeitsbedingungen zu fragen. Und damit wird auch das Prinzip "Hauptsache Arbeit" zementiert.

So sind die Leute zur Handelsware degradiert worden. Und das geht gar nicht.
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BGS

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #70 am: Gestern um 06:33:47 »
Das "System Hartz IV" bringt auch Langzeitschäden mit, zumindest f. mich. Bin zwar nun viele Jahre nicht mehr davon betroffen (durch Emigration auf Schulden, nunmehr abbezahlt), doch tut es mir in täglich der Seele weh, zu sehen, wie dreist, existenzbedrohend  und verleumderisch in D. mit den Menschen unter HIV verfahren wurde und wird.

Auch misstraue ich seit den damaligen Begleitungen Betroffener jeglicher "amtlichen" Forderung sehr - egal von welcher "Behörde" und den Politikern / "Entscheidern" sowieso. Dies lässt keinen richtigen inneren Frieden mehr zu etc.

Muss zur Schicht in den kalten Hafen, doch wenigstens brauche ich hier vergleichsweise wenig, wenn auch recht hart, zu malochen und kann so manchem Kollegen seine Illusionen begründet nehmen, was z. B. das gelobte Land betrifft + ab und zu mal motivieren zu Widerstand.

MfG

BGS
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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #71 am: Gestern um 10:09:36 »
Danke BGS für diese treffende Schilderung.
Hartz IV ist nicht nur ein Druckmittel des Staates, um im Auftrag der Wirtschaft Menschen in die Ausbeutungsmaschinerie zu zwingen. Es erzeugt eben nicht nur Druck, sondern es erniedrigt, demütigt und verletzt. Viele, die sich längere Zeit in der Hartz IV Mühle befinden, werden davon krank. Hartz IV produziert beschädigte und gebrochene Menschen.

Das von der rot-grünen Bundesregierung geschaffene "System Hartz IV" ist zutiefst menschenverachtend und muß weg!

Onkel Tom

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #72 am: Gestern um 14:15:58 »
d,accord

Harz 4 zerstört den lohnerwerbsahängigen Menschen und bedient sich mittlerweile dem
Handlangertum von Maßnamenträger, die obendrein ihre Opfer richtung "Hauptsache Arbeit",
egal wie niedrig das Lohnangebot ausschaut umerziehen wollen.

Hüstel.. Fachkräftemangel ? Nö, entweder durch JC MUTWILLIG dequallifiziert oder die jüngeren
sehen ein, "Ausbildung kannst Du in die Tonne treten, da später in D nicht gewürdigt wird
oder nur Chancen im Ausland offen lässt.." Das EGO der Arbeiterklasse in D geht fast leer aus.

Ich habe vollstes Verständnis, das nachwachsende Generationen "kein Bock haben". Wofür auch ?

Betroffene sollten oder m.E. müssen sich auf der Straße Gehör verschaffen. Hoffnungen allein in
Parteien / Politik zu setzen, reicht nicht.

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Kuddel

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #73 am: Gestern um 14:46:34 »
Ich bin dafür, nicht nur heurmzujammern. Die beste Medizin gegen krankmachende Verhältnisse ist immernoch Widerstand, am besten gemeinsamer Widerstand.

Zitat
Unseren Protest zur Arbeitsagentur tragen!
Kundgebung gegen Hartz IV & Agenda 2010


Organisiert durch die Konterbande-MD, AntifaJugend, die FAU Magdeburg und andere Menschen, fand (...) eine Kundgebung vor der Arbeitsagentur in Magdeburg statt. Der Protest stand unter dem Motto "Nicht sparen bei den Armen, sondern streichen bei den Reichen! Kapitalismus funktioniert nur solange wir mitmachen."
https://www.fau.org/vor-ort/magdeburg/art_040922-215328

Zitat
Jobcenter: Tacheles e.V. redet auch „Tacheles“ – und ruft zu Protest auf

(...) Am morgigen Freitag, 10.09.2021 ab 10:00 Uhr soll daher nun vor der Jobcenter Zentrale, Geschäftsstelle 5 in Barmen (Bachstr. 2) protestiert werden, um „dem Jobcenter Wuppertal deutlich machen, um was es uns geht.“
https://wuppertal-total.de/stadtleben/jobcenter-tacheles-e-v-redet-auch-tacheles-und-ruft-zu-protest-auf/

Mir ist es wichtig, daran zu erinnern, daß man auch in einen Betrieb gehen kann, nicht in erster Linie, um Geld zu verdienen, sondern um dort für Unruhe zu sorgen, um einen Kampf zu führen, der vielleicht wichtiger ist, als der auf der Straße und der im Parlament.


Augustiner

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Re: über das "System Hartz IV"
« Antwort #74 am: Heute um 00:18:57 »
Verstehe ich da was falsch, oder bist du wirklich so anspruchslos geworden ?
Ein Minimum kann und darf nicht gekürzt werden. Daher: Weg mit Sanktionen aller Art !
Erschwerend kommt hinzu, das die Sanktionen deshalb vorhanden sind, um dich
gefügig zu machen, dich davon abzuhalten nach auskömmlichem Lohn und
Arbeitsbedingungen zu fragen. Und damit wird auch das Prinzip "Hauptsache Arbeit" zementiert.

So sind die Leute zur Handelsware degradiert worden. Und das geht gar nicht.

Schon klar, ich stimme dem in allen Punkten vollkommen zu... HartzIV wurde ja vor allem auch deshalb "erfunden", um der deutschen Niedriglohn- und Zeitarbeitsindustrie (die es vor den "Reformen" in der Art gar nicht gegeben hat) stetig die "willigen" Arbeitskräfte zuzuführen und unter den Arbeitnehmern Ängste zu schüren, um berechtigte Forderungen nach höheren Löhnen, besseren Arbeitsbedingungen etc. niedrig zu halten.

De facto ist es aber momentan und wohl noch auf absehbare Zeit leider Realität. Nur deshalb empfände ich es schon als Erleichterung, wenigstens die Sanktionsmaßnahmen zu entschärfen. Und schon das würde wahrscheinlich eine Kampagne der Springer-Presse und der INSM nach der anderen bedeutet. An sich bin ich selbstverständlich auch der Ansicht, dass unter das Existenzminimum überhaupt nichts sanktioniert werden dürfte. Aber man muss ja immer im Blick haben, dass zum Beispiel die Vereine im neoliberal-konservativen Lager diesbezüglich noch ganz andere Vorstellungen haben. Unter denen würde sich das HartzIV-Regime sogar noch weiter verschärfen und "Ideen" dieser Art wurden ja auch immer wieder kolportiert.