Autor Thema: generation praktikum  (Gelesen 58752 mal)

Rudolf Rocker

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Re:generation praktikum
« Antwort #60 am: 12:25:13 Mo. 29.September 2014 »
Hoffentlich ist der Spiegel bald pleite! >:(
Jetzt können wir endlich rausfinden, was wir anstelle unserer Großeltern getan hätten!

dagobert

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Re:generation praktikum
« Antwort #61 am: 17:10:35 Di. 30.September 2014 »
Aus dem Spiegel-Artikel:
Zitat
Wie das Internetportal meinpraktikum.de in einer Umfrage unter ihren Nutzern herausgefunden hat, verdienen Praktikanten heute im Durchschnitt 400 Euro monatlich. Im Jahr 2009 waren es nur 160 Euro. Vor allem in den vergangenen zwölf Monaten sind die Bezüge deutlich gestiegen - von 270 Euro auf den aktuellen Wert. Insgesamt sind Praktikantengehälter seit 2009 um über 150 Prozent gestiegen.
Wow, alle Praktikanten sind reich!
Zitat
Für die Umfrage hat das Portal die Bewertungen von über 13.000 Nutzern ausgewertet und mit denen der letzten vier Jahre verglichen - Daten von knapp 7600 Unternehmen aus über 2000 Städten. Allerdings wurden nur die Bewertungen der eigenen Nutzer herangezogen - eine repräsentative Studie, die alle Praktikanten in Deutschland erfasst, ist die Untersuchung nicht.

Hoffentlich ist der Spiegel bald pleite! >:(
Ja, wünschenswert wäre das.



http://www.chefduzen.de/index.php?topic=28282.0

dejavu

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Re:generation praktikum
« Antwort #62 am: 20:26:30 Di. 30.September 2014 »
Zitat
"Ich finde es zwar ungerecht, aber sie können es sich eben nicht leisten, mich zu bezahlen", hat sie Verständnis. "Es ist nur schade, weil ich so meinen Eltern auf der Tasche liege."
und:
Zitat
Hannah sieht das anders. Für sie ist die Bezahlung nichts, worüber diskutiert werden muss. Nicht, weil für sie Geld keine Rolle spiele, sondern: "Ich hätte mich um ein Stipendium beworben, hätte ich nicht die finanzielle Unterstützung meiner Eltern."
Hannah ist eine doofe, verwöhnte Göre. Der Spiegel ist sicher ihr Lieblingsblättchen
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

BGS

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Re:generation praktikum
« Antwort #63 am: 20:40:26 Di. 30.September 2014 »
...
Hannah ist eine doofe, verwöhnte Göre. Der Spiegel ist sicher ihr Lieblingsblättchen.


Der "Spiegel" ist sicher ihr pseudointellektuelles Feigenblättchen. Und nicht nur ihres.

MfG

BGS
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http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
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Rudolf Rocker

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Re:generation praktikum
« Antwort #64 am: 21:08:18 Di. 30.September 2014 »
Hin- und wieder im Wartezimmer beim Arzt gucke ich in den Spiegel mal rein: Werbung, als Bericht getarnte Werbung, wieder echte Werbung, usw.
Ich frage mich da immer, wer so einen Scheiß kauft?
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dejavu

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Re:generation praktikum
« Antwort #65 am: 02:36:50 Mi. 01.Oktober 2014 »
Zitat
Ich frage mich da immer, wer so einen Scheiß kauft?
;D ;D ;D Hannah und ihre doofen Mitkommmilltanten, sie haben ja Geld von Papa  ;D ;D ;D.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

dagobert

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Re:generation praktikum
« Antwort #66 am: 02:41:24 Mi. 01.Oktober 2014 »
Mist, dann wird das wohl nix:
Hoffentlich ist der Spiegel bald pleite! >:(

Dirk76

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Re:generation praktikum
« Antwort #67 am: 17:18:09 Di. 04.November 2014 »
Der Mindestlohn für freiwillige Betriebspraktika ab Anfang nächsten Jahres wird der Generation Praktikum auch nicht wirklich helfen. Die Konsequenz ist dann einfach, dass weniger Praktika-Stellen angeboten werden. Was natürlich auch nicht Sinn der Sache ist, denn oftmals sind Festanstellungen schon aus einem Praktikum entstanden...
Warum das so schwer ist, Praktikanten gutes Geld zu zaheln, wenn sie die gleiche Arbeit machen wie Festangestellte. Versteh ich nicht...

Gruß
Dirk

dagobert

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Re:generation praktikum
« Antwort #68 am: 17:42:47 Di. 04.November 2014 »
wenn sie die gleiche Arbeit machen wie Festangestellte.
In dem Fall sind das keine Praktikanten.
Ein Praktikum dient in erster Linie Ausbildungszwecken. Steht das Erbringen einer Arbeitsleistung im Vordergrund, handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis, mit allem was dazugehört.
Nachzulesen im Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13.03.2003, Az. 6 AZR 564/01.

BGS

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Re:generation praktikum
« Antwort #69 am: 17:57:57 Di. 04.November 2014 »
Leider gibt es nunmehr auch hier in Skandinavien mitunter die Unsitte, "Praktikanten" jeden Alters für jeweils ein halbes Jahr einzustellen. Dies wird insbesondere von den Arbeitsämtern gefördert, die auch hier so gut wie keine "Normalarbeitsplätze" an die wenige Bevölkerung zu vergeben haben. Wer als "Arbeitsloser" ein Praktikum macht, erhält umgerechnet etwa einhundert Euro mehr im Monat und zahlt hundert Euro mehr Steuern monatlich.  Bringt finanziell also so gut wie nichts aufgrund der langen Anfahrtswege, Kosten für ein Auto etc. Abgesehen davon, daß man quasi ohne Lohn arbeitet.

Doch zum Glück können hier auf Seite der Unternehmen noch viele Verantwortliche klar denken und wägen genau ab. Der Chef der Firma, in der ich tätig bin (Hafen), lehnt jegliche Praktikanten ab und stellt bei Personalbedarf lieber gleich Arbeiter ein. Erstens ist ihm der bürokratische Aufwand zuwider und zweitens sieht er keinerlei Sinn darin, den Leuten falsche Hoffnungen zu machen.

Leider gibt es auch am Ende der Welt Firmen / Konzerne, die systematisch Praktikanten heuern und feuern, doch diese sind übel beleumundet.Irgendwelche Zeugnisse für Praktika sind hier weniger wert, als Klopapier.

MfG

BGS
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Dirk76

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Re:generation praktikum
« Antwort #70 am: 12:27:21 Mi. 05.November 2014 »
In dem Fall sind das keine Praktikanten.
Ein Praktikum dient in erster Linie Ausbildungszwecken. Steht das Erbringen einer Arbeitsleistung im Vordergrund, handelt es sich um ein Arbeitsverhältnis, mit allem was dazugehört.
Nachzulesen im Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 13.03.2003, Az. 6 AZR 564/01.

Dieses Urteil ist den meisten Arbeitgebern wohl nicht bekannt...
Wäre schön, wenn sich mehr an die Unterscheidung zwischen Ausbildungszweck und Arbeitsausbeutung halten würden!!!

Der Chef der Firma, in der ich tätig bin (Hafen), lehnt jegliche Praktikanten ab und stellt bei Personalbedarf lieber gleich Arbeiter ein. Erstens ist ihm der bürokratische Aufwand zuwider und zweitens sieht er keinerlei Sinn darin, den Leuten falsche Hoffnungen zu machen.

Daumen hoch, kann ich da nur sagen! 

Gruß
Dirk

Kuddel

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Re:generation praktikum
« Antwort #71 am: 10:05:49 Di. 18.Oktober 2016 »
Zitat
Praktikum:
"Niemand hatte einen Vertrag"

Sie kam mit großen Hoffnungen aus Frankreich nach Berlin, doch in einem Start-up wurde sie als Dauerpraktikantin monatelang hingehalten. Jetzt verdient sie 1.300 Euro.


Endlich in Berlin. Die Stadt wurde uns in französischen Zeitungen als Brutstätte so vieler Unternehmen angepriesen. Jeder finde hier einen Job, anders als bei uns in Frankreich. So dachten mein Freund und ich, als wir Ende Januar in Berlin angekommen sind. Nach meinem Studium war ich drei Jahre lang arbeitslos. Ich habe in Tours und den USA Kommunikation studiert, habe zahlreiche Praktika absolviert, aber eine Arbeit habe ich nicht gefunden. Weder in großen Städten noch in ländlichen Regionen. Schließlich habe ich es nicht mehr ausgehalten und meinen Freund überredet, nach Berlin zu ziehen. Die ersten zwei Wochen haben wir nur Bewerbungen geschrieben. Nach zwei Wochen hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einem dieser neuen Start-ups.

Es klang wie mein Traumjob, ich war so aufgeregt. Und als ich direkt nach dem Gespräch eine Zusage bekam, war ich sehr glücklich. Ich schrieb meiner Familie und meinen Freunden, dass ich es in Berlin geschafft hatte. Doch dann kam schnell der Sinkflug. Beim Einstellungsgespräch stellte mein Chef klar, dass sie mir erst mal nur ein Praktikum für 800 Euro im Monat anbieten konnten. Das war Mitte Februar. Schon für Ende des Monats sicherte er mir zu, dass ich einen festen Vertrag und mehr Geld bekommen würde.

Seltsam fand ich, dass mein Chef sehr selten im Büro war, manchmal habe ich ihn tagelang nicht gesehen. Nur meine Vorgesetzte und ich waren da. Nach zwei Wochen hatte mein Chef immer noch nicht auf meine Anfrage reagiert, wann ich meinen Vertrag bekommen würde. Ich bekam das Gefühl, dass er versuchte, mich zu meiden. Bald sagte mir mein Chef, ich würde noch drei weitere Monate als Praktikantin für 800 Euro arbeiten und dann erst einen Vertrag und mehr Geld bekommen.

Ich war nicht zufrieden, aber ich habe mir eingeredet, dass es besser sei als nichts. Ich habe viel gearbeitet und immer mehr Verantwortung übernommen zum Beispiel für mein eigenes Blog. Drei Monate lang habe ich von zehn bis sieben, manchmal sogar bis acht gearbeitet. Von Berlin habe ich so gut wie nichts gesehen.

Mein Chef hat immer mehr Mitarbeiter eingestellt, obwohl das Start-up noch keine Investoren hatte. Das waren alles Leute wie ich. Sie kamen aus Frankreich, Italien oder Griechenland. Uns ist schnell aufgefallen, dass er uns alle verarscht: Niemand hatte einen Vertrag, wir haben jeden Monat Rechnungen geschrieben, nicht an das Start-up selbst, sondern an irgendeine Firma in Osteuropa. Bezahlt hat er uns erst am 25. des Folgemonats.

Unbedingt über Geld sprechen! Oder doch keine gute Idee? Wir suchen Meinungsbeiträge und Erfahrungsberichte von Studenten, Absolventen und Menschen, die über das Gehalt entscheiden. Schickt uns eure Texte an leser-campus@zeit.de. Alle Beiträge gibt's auf unserer Serienseite zum anonymen Gehaltsprotokoll.

Im Büro war sehr schlechte Stimmung, alle waren sauer und gestresst. Wir wussten nicht, wie wir unsere Miete bezahlen sollten. Ich denke, unser Chef hat lange damit gespielt, dass wir nicht wussten, wie das System in Deutschland funktioniert. Jedes Mal, wenn ich mit ihm gesprochen habe, war er total nett und verständnisvoll. Er hat um Verständnis gebeten, dass es für ein neues Unternehmen sehr schwierig sei und so weiter. Eigentlich hat er mir jede Woche aufs Neue versprochen, einen Vertrag aufzusetzen, aber getan hat er das nicht. Immer hatte er eine Ausrede. Dass die Firma noch keine Steuernummer hatte. Dass die Firma noch nicht als GmbH gemeldet ist.

Seit wir in Berlin sind, sind mein Freund und ich zehn Mal umgezogen. Ohne einen Arbeitsvertrag findet man keine Wohnung in Berlin. Jeden Abend nach der Arbeit habe ich mich schrecklich gefühlt, dachte, ich würde meine Arbeit nicht gut machen und bekäme deshalb nur so wenig Geld. Mit meiner Familie und meinen Freunden in Frankreich habe ich mich monatelang nicht getraut, zu telefonieren, weil ich das Gefühl hatte, versagt zu haben. Meinem Freund gegenüber habe ich mich schuldig gefühlt, weil ich ihn doch überredet hatte, nach Berlin zu kommen. Er hatte lange gar keinen Job.

Erfolgreiche Drohung


Als die drei Monate meines Praktikums vorbei waren und ich immer noch keinen Vertrag hatte, ist es mir zu viel geworden. Ich habe meinem Chef damit gedroht, erst wieder zur Arbeit zu kommen, wenn sich etwas ändert. Mit der Drohung hatte ich plötzlich Erfolg. Er hat mir einen Vertrag und eine Gehaltserhöhung auf 1.300 Euro zugesichert. An dem Tag bin ich endlich mal wieder glücklich nach Hause gegangen.

Auf den Vertrag habe ich noch weitere drei Monate warten müssen, aber immerhin hatte ich mehr Geld. Mit dem Vertrag bin ich endlich krankenversichert und habe 24 Urlaubstage. Ich arbeite 45 Stunden in der Woche, ich habe ein eigenes Projekt komplett allein auf die Beine gestellt von A bis Z. Letzte Woche habe ich noch einmal eine Gehaltserhöhung auf 1.600 gefordert.

Ich habe mich die ganze Zeit auf andere Stellen beworben. Ich mache das immer noch. Einige Male habe ich Zusagen bei anderen Start-ups bekommen, aber fast immer mit dem Nachtrag, erst mal ein mehrmonatiges unbezahltes Praktikum machen zu müssen, um dort anzufangen. Aber das mache ich bestimmt nicht mehr, damit bin ich fertig.
http://www.zeit.de/campus/2016-10/praktikum-start-up-berlin-gehalt-vertrag/komplettansicht

Kuddel

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Re:generation praktikum
« Antwort #72 am: 12:54:23 Di. 03.Januar 2017 »
Zitat
Praktikanten im Landtag
Akademiker arbeiten für 80 Euro im Monat

Wer beim Land Nordrhein-Westfalen ein Praktikum macht, muss mit sehr wenig Geld auskommen, in Schleswig-Holstein meist sogar ganz ohne.
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/job/spd-ministerien-bezahlen-praktikum-in-schleswig-holstein-nicht-a-1125582.html

counselor

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Re:generation praktikum
« Antwort #73 am: 16:21:57 Di. 03.Januar 2017 »
Furchtbar!  Dieses Niedriglohnland kotzt mich nur noch an!
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re:generation praktikum
« Antwort #74 am: 18:06:21 Mo. 20.Februar 2017 »
Zitat
Weltweiter Protesttag der PraktikantInnen



Prakrtikantendemonstration New York 2016In mehreren Ländern finden am Montag, 20. Februar 2017 verschiedene Arten von Protesten statt, die unter dem Sammelbegriff „Globaler Streik“ nicht nur auf die global vergleichbare Lage der überall wachsenden Zahl von PraktikantInnen hinweisen soll, sondern auch ein erster Schritt sein, diese zu verändern.
http://www.labournet.de/?p=112047

https://fairinternshipinitiative.wordpress.com/       eine Initiative bei den Vereinten Nationen
http://www.internlaborrights.com/        aus den USA
http://www.internsgopro.com/en/home/        aus Europa
http://interncoalition.org/strike/       Solidaritätsschreiben
http://interncoalition.org/wp-content/uploads/2017/01/DE-Letter-of-Support-GlobalInternStrike26Jan2017.docx      Wiener Seite