Autor Thema: Arbeitsloser bietet Niere im Internet an  (Gelesen 2015 mal)

Kater

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Arbeitsloser bietet Niere im Internet an
« am: 21:14:11 Fr. 22.Juli 2005 »
Zitat
Arbeitsloser bietet Niere im Internet an
Ein 54 Jahre alter Arbeitsloser hat im Internet eine seiner Nieren für 400.000 Euro angeboten. Das beteiligte Online-Auktionshaus habe die Versteigerung beendet und die Polizei eingeschaltet, berichtete ein Polizeisprecher am Freitag (22.07.05) in Viersen. Gegen den Langzeitarbeitslosen wurde Anzeige wegend des Verstoßes gegen das Transplantationsgesetz erstattet.

Im Polizeiverhör bestätigte der Familienvater vom Niederrhein den Vorwurf. Er habe aber nicht gewusst, dass das Anbieten der eigenen Organe strafbar sei und mit der Aktion die Existenz seiner Familie sichern wollen. Die Polizei sprach von einem tragischen Fall.

http://www.wdr.de/themen/panorama/11/niere_im_auktionshaus/index.jhtml

Carsten König

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Arbeitsloser bietet Niere im Internet an
« Antwort #1 am: 22:30:00 Fr. 22.Juli 2005 »
Das ist die reine Logik der kapitalistischen Verwertung und Entwertung des Menschen. Furchtbar.

Troll

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Arbeitsloser bietet Niere im Internet an
« Antwort #2 am: 17:51:15 Sa. 23.Juli 2005 »
In Indien ist so etwas schon längst gang und gebe. Die anpassung an niedriglohnländer scheint also zu funktionieren. Bald gehts aufwärts

Blanker hohn:
400000€ für eine niere, daß können die inder billiger.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Carpe Noctem

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Arbeitsloser bietet Niere im Internet an
« Antwort #3 am: 15:19:10 Mo. 25.Juli 2005 »
Zitat
Original von Carsten König
Das ist die reine Logik der kapitalistischen Verwertung und Entwertung des Menschen. Furchtbar.

Wieso? In der "Dritten Welt" ist sogar üblich, Obdachlose einzusammeln und ihnen Augen"spenden" zu entnehmen. Strassenkinder werden ebenfalls ausgeschlachtet, selbstverständlich ohne "Aufwandsentschädigung". Noch lange nicht jeder Verschwundene ist ein Fall für AI.

Wir hier hätten die Möglichkeit, durch eine Nierenspende wieder finanziellen Spielraum zu erhalten, aber es ist strafbar. Warum nur? Abhängigkeit ade - das darf nicht sein!

Grüsse - CN
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"

Wilddieb Stuelpner

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Arbeitsloser bietet Niere im Internet an
« Antwort #4 am: 16:10:15 Mo. 25.Juli 2005 »
Es ist eben faulender Kapitalismus, der ständig die Menschenwürde mit Füßen tritt und die ausgestoßenen Opfer zusätzlich noch kriminalisiert. Der organanbietende Arbeitslose bei ebay suchte einen finanziellen Ausweg aus seinem Elend. Warum ermittelt man nicht gegen die Verursacher von Gesetzen des Sozialabbaus, gegen die Polizisten als Büttel des Kapitals, gegen den Arbeitslosigkeit verursachenden AG und gegen die schikanierenden Behörden namens AA und Sozialamt?

Alle genannten gehören auf die Anklagebank!!! Behörden, Politiker und Büttel haben Namen und sind erreichbar!!!

Polizisten als vollziehende, staatsttragende Stützen des Ausbeutersystems - Warum erhalten die kein Berufsverbot, so wie der Westen es sich anmaßte, in selbstherrlicher Arroganz über Menschen in den Neuen Bundesländern zu richten, die Berufsgruppen mit angeblich staatstragender Funktionen ausübten, mit der Wende Berufsverbot erteilten und die Altersbezüge kürzten.

Was ist mit kriminellen Agenten im BND, Verfassungs- und Staatsschutz, was mit raffenden, korrupten Politikern, Beamten, Steuerhinterziehern und Schwarzgeldkonteninhabern? Genießt das Gesindel Narrenfreiheit und steht unter Naturschutz?

Ich meine ja, denn von Demokratie und freiheit keine Rede. Was wir vorfinden ist Klassenjustiz der Begüterten.