Möbel Kraft (Bad Segeberg)

Begonnen von , 13:19:05 Do. 22.Januar 2004

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

Lübecker Nachrichten 22.1.04

Möbelhaus Kraft: Jetzt ist schon von Streik die Rede


Die Gewerkschaft Ver.di versucht, möglichst viele Mitarbeiter des Möbelhauses Kraft zum Beitritt zu bewegen. Nur so sei ein Arbeitskampf zum Erhalt der Arbeitsplätze möglich. Als Druckmittel wird jetzt auch ein Streik nicht ausgeschlossen.


Bad Segeberg - Jetzt gilt nur noch bis Sonnabend das bessere Abfindungsangebot, wenn Kollegen der Werkstätten, des Fuhrparkes und des Lagers das Unternehmen verlassen. Unterschreiben oder lieber abwarten? In der Haut eines Möbel-Kraft-Mitarbeiter möchte derzeit niemand gerne stecken. Die extrem verunsicherten Mitarbeiter werden von Ver.di heftig umworben. So rechnet Gewerkschaftssekretär Peter Engel am Sonntag, (13 Uhr) mit einem Riesenandrang bei der Versammlung in der Sporthalle des Schulzentrums. Der Ver.di-Frontmann macht auch keinen Hehl daraus, dass er so möglichst viele neue Mitglieder zu gewinnen gedenke. "Wenn die bereit sind, mit uns auch einen Streik zu organisieren, sollen die sich nur bei uns melden." Engel will jetzt Druck machen. Mit der Gewerkschaft als Tarifpartner habe der Betriebsrat bei den Verhandlungen doch ein ganz anderes Gewicht, so Engel. In der Vergangenheit habe Kraft den Betriebsrat ja nicht besonders ernst genommen. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes will übrigens zur Ver.di-Veranstaltung kommen, wo auch hunderte Neugierige erwartet werden.

"Ich würde den Auflösungsvertrag nicht unterschreiben, wenn ich keinen Job in Aussicht habe", betont Engel. Nach Mitarbeiterangaben werden langjährigen Angestellten zum Beispiel sieben Monate Gehalt plus ein halbes Monatsgehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit für ihren Ausstieg geboten. Doch Engel gibt zu bedenken, dass Kraft oder Krieger ohnehin nicht die Leute von heute auf morgen auf die Straße setzen könne. Da müssten Kündigungsfristen eingehalten werden, es müssten Vorgespräche mit Anwälten und Betriebsrat stattfinden, eventuell Sozialpläne aufgestellt werden. Denkbar sei, später noch vor das Arbeitsgericht zu ziehen. Wie solle denn jetzt ein 50-jähriger Mitarbeiter einen Job finden, fragt Engel.

Am Sonntag soll bei entsprechender Resonanz eine Tarifkommission gegründet werden. Eine der Ver.di-Forderungen: keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2010. Wenn es zum Scheitern der Verhandlungen kommen sollte, könnte es frühestens im März zum Streik kommen. Engel strebt einen Haustarif zum "Rationalisierungsschutz" an. Er sieht nur eine Chance für einen Arbeitskampf, wenn wenigstens die Hälfte der Beschäftigten mitmache. "Das hat doch keinen Sinn mit 200 Leuten vor der Tür zu stehen und 2300 sind drin."

Nicht gerade konform mit Ver.di zeigt sich Betriebsratsvorsitzender Reinhard Schwarck. Da gebe es keinerlei Zusammenarbeit. Auch von der Ver.di-Veranstaltung in der Turnhalle habe man erst hinterher erfahren. Da gehe es doch in erster Linie um Mitgliederwerbung. Außerdem sei es doch widersprüchlich, Schutz vor Rationalisierung zu fordern und gleichzeitig, wie Ver.di , die schnelle Einführung von EDV im Verkauf. Schwarck: "Was für ein Quatsch, das kostet doch eher Arbeitsplätze." Der Betriebsrat lässt sich bei seinen Verhandlungen inzwischen von einem angesehenen Arbeitsrechtler beraten. Bevor der Betriebsrat hier aber aktiv werde, wolle man die offizielle Eintragung im Handelsregister nach dem Eintritt des Möbelunternehmers Kriegers in die Firma abwarten.

Von Wolfgang Glombik, LN

ln-online/lokales vom 22.01.2004

DeppVomDienst

"CDU contra verdi", "verdi contra Möbel-Kraft-Betriebsrat" und irgendwie mischt noch die SPD mit ...
Kann hier mal jemand ein bißchen aufklären, was da los ist?

ZitatLübecker Nachrichten vom 27.1.
Möbel Kraft: 200 Mitarbeiter traten Ver.di bei - Kritik von der Segeberger CDU

Bad Segeberg - Bei Möbel Kraft gibt es seit Sonntag eine Tarifkommission. Das siebenköpfige Gremium will mit Unterstützung der Gewerkschaft Ver.di Forderungen formulieren und darüber mit der Firmenleitung verhandeln.

Es scheint so, als wenn die Mitarbeiter bei Möbel Kraft ihr Schicksal mehr und mehr in die eigene Hand nehmen: Am Sonntag, während der Informationsveranstaltung der Gewerkschaft Ver.di (siehe auch Seite Im Blickpunkt), formierte sich nach anfänglichem Zögern eine siebenköpfige Tarifkommission - gewählt aus den Reihen der gut 200 neuen Mitglieder, die unmittelbar davor in die Gewerkschaft eingetreten waren. Die roten Stimmkarten, die sie dabei in die Höhe hielten, hatten etwas Symbolisches: Rote Karte für Krieger, so die Ver.di-Parole. Viele befürchten nämlich, dass der neue Mitinhaber Kurt Krieger bei Kraft mit dem eisernen Personalbesen kehren wird.

Ziel der Tarifkommission sei es, so Ver.di-Fachsekretär Peter Engel, sich mit der Geschäftsleitung von Möbel Kraft an einen Tisch zu setzen, um im Rahmen eines Tarifsicherungsvertrages betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. "Uns ist jedoch nicht daran gelegen, etwas am Betriebsrat vorbei zu machen", so Engel, wenngleich der bislang mit Ver.di "nicht im Sinne der Beschäftigten zusammenarbeitet".

Laut Ver.di-Fachbereichsleiter Karl Stanek ist aber fraglich, ob die Geschäftsleitung des Bad Segeberger Traditionsunternehmens überhaupt gewillt ist, sich mit den gewählten Vertretern aus den Reihen der Mitarbeiter an einen Tisch zu setzen. Ein möglicher Streik sei da das allerletzte Druckmittel, so Karl Stanek: "Aber so weit wollen wir es ja gar nicht kommen lassen." Laut Ver.di sind mittlerweile zehn Prozent der Beschäftigten gewerkschaftlich organisiert. Das sei im Vergleich zu anderen Unternehmen im Einzelhandel "zu wenig", dort seien zwischen 30 und 40 Prozent der Mitarbeiter organisiert.

Im Gegensatz zu einigen anderen "Volksvertretern", die Ver.di zu seiner Veranstaltung am Sonntag eingeladen hatte, und die wie Landrat, Bürgermeister und der CDU-Mehrheitsfraktion nicht erschienen waren, machte sich Bernd Jorkisch ein eigenes Bild von der Stimmung unter den Mitarbeitern. Der neue Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck sah das Geschehen kritisch: "Es ist bedauerlich, dass die Veranstaltung eher nach einer Ver.di-Mitgliederwerbung aussieht. Ich kann die Ängste der Mitarbeiter verstehen. Doch darf man nicht vergessen, dass das Unternehmen positive, innovative Möglichkeiten mit dem Einstieg von Krieger bekommt." Kraft habe mit Krieger auch eine große Chance, das hätte den Mitarbeitern deutlich gemacht werden müssen.

Kritik an der Gewerkschaft kommt auch von der Bad Segeberger CDU. Ortverbands-Vorsitzende Ursula Michalak, die bei der Veranstaltung nicht anwesend war, schreibt in einer Pressemitteilung, dass man den Eindruck gewinnen müsse, die Veranstaltung habe Ver.di zur "Rekrutierung neuer Mitglieder" gedient und nur vordergründig den Angestellten. Michalak lobt stattdessen den Betriebsrat von Möbel Kraft, "der im Interesse der Angestellten versucht, einen klaren Kopf zu behalten und bestrebt ist, bedacht und sachlich zu agieren.

Der CDU-Ortsverband sei zudem "empört über die scheinheilige Hektik der SPD in Sachen Möbel Kraft". Wie berichtet, hatte Arnold Wilken, Chef der SPD-Kreistagsfraktion, der CDU und ihrem Bürgermeister eine "Politik des Nichtstun" vorgeworfen.

"Mit ihrem plumpen Aktionismus, mit ihrer oberflächlichen Schimpfshow handelt die SPD unverantwortlich", wettert Michalak. Es sei doch allen klar, dass Möbel Kraft unverrückbar mit Bad Segeberg verbunden sei. Und die Politik müsse dort einwirken, wo es möglich sei. "Die Genossen können sicher sein, dass dieser Spielraum genutzt wird."

ich sag ma, in den zeitungen steht viel misst

krieger hat sich jetzt geäußert über sein vorhaben



lioness2003@web.de

DeppVomDienst

ZitatOriginal von Gast

ich sag ma, in den zeitungen steht viel misst
Stimmt! Genau deswegen gibt es ja auch dieses Forum  :wink:

Allerdings schade, dass man bis jetzt nur das zu sehen bekommt, was man entweder in den Zeitungen liest oder was man abends im Schleswig-Holstein-Magazin sieht. Und das, was über Kriegers Auftritt in den Medien berichtet wurde, macht eigentlich eher misstrauisch ...
siehe: Artikel im Abendblatt zu Möbel Kraft/Krieger von heute

Kuddel

Schade, daß sich hier nicht 1.-Hand-Infos von Mitarbeitern finden lassen.

Einen recht informativen Artikel habe ich jedoch biem Infoarchiv Norderstedt gefunden:




Krieger zeigt sein Gesicht

Neuer Kraft-Geschäftsführer für 2.000 Kündigungen bei Möbel-Walther verantwortlich !


Olaf Harning

Es scheint einzutreten, wovor ver.di-Sprecher Peter Engel bereits seit Beginn der Übernahme durch den berüchtigten Möbel-Tycoon Kurt Krieger (55) warnt: Massiver Stellenabbau und Lohnsenkungen drohen bei Möbel Kraft in Bad Segeberg. Doch die Beschäftigten wehren sich - auch gegen eine gelbe Gewerkschaft im Betrieb ?

09. Februar 2004  Dafür ist Kurt Krieger bekannt: Unternehmen aufkaufen, die alte Führung nach gespielter Harmonie abservieren und dann die Belegschaft dezimieren. Da mag es nicht beruhigen, dass der Berliner Möbel-Tycoon nach der Übernahme von 50% des Bad Segeberger Traditionsunternehmens versprach, es werde sich "nichts ändern". Am 3. Februar und damit nur rund einen Monat nach seiner Beschwichtigung präsentierte Krieger - übrigens in der Bettenabteilung - den neuen Geschäftsführer des achtgrößten Möbelhauses: Der promovierte Wirtschaftsingenieur Gunnar George (34) soll künftig das Ruder führen, die weiterhin mit 50 % beteiligten Brüder Kraft wurden zu der Präsentation laut Presse nicht einmal eingeladen.

George und Krieger wollen nun "ein Jahr voll Blut, Schweiß und Tränen" angehen, allerdings nur für die rund 2.600 Beschäftigten. Sie sollen bald - ohne Lohnausgleich - 40 statt bislang 37 Stunden arbeiten und in der Regel auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Dafür würde man auf den befürchteten Abbau von bis zu 800 Arbeitsplätzen vorerst verzichten. Eine dauerhafte Jobgarantie wollte Krieger indes nicht geben, das wäre angesichts seines brandneuen Geschäftsführers wohl auch wenig glaubhaft: Mit Gunnar George übernimmt bei Möbel Kraft ein Mann das Zepter, der nur wenig Scham kennt, wenn es um Ausbeutung und Massenentlassungen geht. An seinem vorigen Wirkungsort - dem ebenfalls zur Krieger-Gruppe gehörenden Möbelhaus Walther - zeichnete der smarte Jungmanager für die Vernichtung von 2.000 (der 6.000) Arbeitsplätze verantwortlich. Außerdem kündigte Krieger bereits eine "Verjüngung" des Mitarbeiterstabes an, ebenfalls ein schlechtes Zeichen für die Kraft-ArbeiterInnen. Bereits in den vergangenen Wochen hatte das Unternehmen hunderten MitarbeiterInnen Aufhebungsverträge auf "freiwilliger Basis" vorgelegt.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat angesichts der düsteren Entwicklung inzwischen emsig mit der Mobilisierung der Beschäftigten begonnen. Fachsekretär Peter Engel (57) bemüht sich seit Wochen einerseits darum, möglichst viele Kraft-MitarbeiterInnen zum Eintritt in die Gewerkschaft zu bewegen, andererseits veröffentlicht ver.di auf Flugblättern und im Internet Ratschläge für die Betroffenen. Schon am 25. Januar hatte ver.di mehr als 300 Betroffene zu einer Informationsveranstaltung in der Sporthalle an der Falkenburger Straße mobilisiert, eine Tarifkommission gegründet und Kampfmaßnahmen mit den Beschäftigten diskutiert. Auch der Arbeitskampf wurde dabei als letztes Mittel der Gegenwehr nicht ausgeschlossen.

Eine undurchsichtige Rolle spielt weiterhin der Betriebsrat bei Möbel Kraft. Peter Engel: "Die arbeiten nicht im Sinne der Mitarbeiter mit uns zusammen !" Laut Engel habe Betriebsrats-Chef Reinhard Schwarck und sein Gremium alle nötigen Informationen pünktlich von der Gewerkschaft erhalten, eine Reaktion sei aber ausgeblieben. Mehrfach hatte Schwarck zudem in den Medien kritisiert, ver.di würde die Situation eskalieren und Panik verbreiten. Möglicher Hintergrund: Schon länger wird gemutmaßt, dass die weithin unbekannte "Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsratsangehöriger (AUB)" in Bad Segeberg aktiv ist, eine sogenannte "gelbe Gewerkschaft". Wie auch der "Christliche Gewerkschafts Bund (CGB)", zählt die AUB zu den quasi arbeitgebergestützten "Anti-Gewerkschaften", die weitgehend das Ziel haben, den Gewerkschaftsgedanken zu beschädigen und die Löhne zu senken. AUB, CGB und andere treten für "maßvolle" Tarifabschlüsse und deutlich gegen jede Form des Arbeitskampfes ein. Schwerpunkte der AUB sind Siemens und Aldi-Nord, Aktivitäten werden aber auch aus der Norddeutschen Affinerie Hamburg und von der DASA gemeldet. Insgesamt verfügt die rechtslastige Organisation allerdings über kaum mehr als 500 Mitglieder, wie auch der IG Metall vorliegende Mitgliederstatistiken zeigen. Die Mitgliedschaft einzelner Betriebsräte von Möbel Kraft würde also erklären, warum das Gremium bislang nur wenig Energie dabei zeigt, den Widerstand gegen Kürzungen und Entlassungen im Unternehmen zu organisieren. Allerdings: Während die AUB behauptet, Mitglieder bei Kraft zu haben, gibt es bislang keinen Nachweis dafür. Kürzlich protestierte zudem auch Schwarck gegen die Pläne Kriegers, Weihnachts- und Urlaubsgeld nur noch bei entsprechender Gewinnlage zu zahlen.

So oder so: Die Auseinandersetzungen bei Möbel Kraft scheinen gerade erst begonnen zu haben. Aus Sicht der Beschäftigten ist es ermutigend, dass viele den Ernst der Lage erkannt haben und sich für mögliche Kampfmaßnahmen zusammenschließen. Kurt Krieger - von ver.di auch "Karate-Krieger" genannt - wird bald zeigen, wie er mit den Protesten umzugehen gedenkt. Wer sich einstweilen mit den Beschäftigten solidarisieren möchte, kann ver.di-Sekretär Engel unter seiner Mail-Adresse peter-engel@t-online.de erreichen.

ManOfConstantSorrow

ZitatOriginal von kn-online

Kraft streicht 450 Stellen - Segeberger Traditions-Möbelhaus ist von der Branchenkrise voll erwischt worden

Bad Segeberg - Entgegen ersten Zusicherungen des neuen Miteigentümers Kurt Krieger wird Möbel-Kraft in Bad Segeberg in den nächsten Wochen 450 seiner 2600 Mitarbeiter entlassen. Den meisten anderen stehen Gehaltskürzungen bevor. Als Grund für die gravierende Maßnahme, die Bestandteil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms ist, nannte das Unternehmen gestern einen überraschend hohen Verlust für das Geschäftsjahr 2003. Er ergebe sich aus den vorläufigen Zahlen, die in der letzten Woche von den Wirtschftsprüfern vorgelegt wurden.

Die Kostensenkungen, deren Größenordnung nicht beziffert wurde, seien erforderlich, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, hieß es in der Mitteilung. Auch das Maßnahmenpaket wurde nicht weiter erläutert. Es sei mit dem Betriebsrat verhandelt und in Form eines Interessenausgleichs und Sozialplanes festgeschrieben worden.

Noch im Februar hatte der Berliner Möbelkaufmann Kurt Krieger anlässlich seines Einstiegs mit 50 Prozent bei Kraft betont, "kurzfristig" werde es zu keinem Personalabbau kommen. Er machte damit ausdrücklich Front gegen die Gewerkschaft ver.di, die gezielt Informationen über den Verlust von 900 Arbeitsplätzen gestreut hatte.

Die 450 freizusetzenden Mitarbeiter sollen in eine Beschäftigungsgesellschaft überführt und innerhalb von zwölf Monaten für eine neue Beschäftigung umqualifiziert werden.

Krieger plant in Barsbüttel unmittelbar am Hamburger Stadtrand den Bau eines weiteren Möbelhauses. Der Standort soll gleichzeitig der Sitz seiner Aktivitäten in Norddeutschland werden. Vor diesem Hintergrund kündigte der Kieler Wirtschafts-Staatssekretär Michael Rocca die weitere Unterstützung des Vorhabens durch die Landesregierung an. "Wir weden darauf drängen", sagte er gleichzeitig, "dass die entlassenen Mitarbeiter in Barsbüttel eine neue berufliche Chance erhalten."

Kraft ist offenbar doch stärker von der Krise im Möbelhandel erfasst worden als ursprünglich angenommen. Seit drei Jahren hat die Branche mit rükläufigen Umsätzen zu kämpfen; 2003 soll sich das Minus auf sieben bis acht Prozent summiert haben.

Mit Investitionen von 20 Millionen Euro will Krieger Kraft seinen ersten Informationen zufolge fit für die Zukunft machen. Die Verdrängung des Marktführers Ikea von seiner Vormachtposition bezeichnete er als Ziel, die hohe Qualifikation und Motivation seines Personals dabei als Krafts wichtigstes Kapital. Er wolle "Umsatz machen, nicht Personal abbauen". Diesem stehe aber ein "Jahr voll Blut, Schweiß und Tränen" bevor.

Von Wolfgang Buhmann


Aus den Kieler Nachrichten vom 24.03.2004
ZitatOriginal von kn-online

Also doch - ein Kommentar von Wolfgang Buhmann

Lange hatten die vollmundigen Erklärungen des neuen Möbel-Kraft-Eigentümers Kurt Krieger, kurzfristig werde es keinen Personalabbau geben, nicht Bestand. Gestern war die Katze aus dem Sack: 450 der 2600 Mitarbeiter müssen gehen ? Konsequenz eines plötzlichen, unerwartet hohen Jahresverlusts.[/b]

Dass bei Massenentlassungen Beschäftigungsgesellschaften gegründet werden, um bei den Betroffenen die größte Härte ihres Jobverlustes abzumildern und sie für eine neue Tätigkeit zu qualifizieren, ist inzwischen üblich. So auch bei Kraft. Ihnen könnte neue Arbeit in einem neuen Möbelhaus winken, das Kraft in Barsbüttel einrichten will. Vor diesem Hintergrund winkte der Kieler Wirtschafts-Staatssekretär Michael Rocca prompt mit dem Zaunpfahl: Die Landesregierung werde dem Unternehmen beim Aufbau seines neuen Standortes behilflich sein. Das Junktim Ansiedlungsförderung gegen Arbeitsplatzangebote ist unübersehbar.

Kurt Krieger ist fraglos Deutschlands gewieftester und erfolgreichster Möbelhändler. Warum ihm ein derartiger Kinken in der Kommunikation seiner Unternehmensplanung, der den Verdacht einer absichtlichen Irreführung von Mitarbeitern und Öffentlichkeit aufkommen lässt, unterlief, ist unerklärlich. Ein offenes Wort zur rechten Zeit und der Mann wäre der Held von Segeberg geworden: Retter des größten Unternehmens in der Region, von dem jeder wusste, dass es schlecht um es stand, und fürsorglicher Interessewahrer auch und gerade seiner freizusetzenden Mitarbeiter, indem nicht nur ein Sozialplan bereit-, sondern auch eine Perspektive in Aussicht gestellt wird. Nun ist die Glaubwürdigkeit erst einmal dahin.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

admin

An dieser Stelle noch einmal der Aufruf an Betroffene hier eigene Beiträge zu posten. Dieses Forum wurde schließlich für einen unabhängigen Austausch von Informationen und Meinungen eingerichtet!

gast

eine - ganz nette - übersicht  über fach- und lokalpressemeldungen zum nachlesen gibts unter
http://www.moebelkraft.de.vu

ManOfConstantSorrow

Die oben angegebene Presseübersicht gibt schon ein paar Infos her.

Die KN-Online hat heute auch wieder eine Meldung dabei:
ZitatKündigungen für Mitarbeiter von Möbel Kraft - Kritik von ver.di

Bad Segeberg (dpa/lno) - Rund 420 Mitarbeiter der Firma Möbel Kraft in Bad Segeberg haben nach Angaben der Gewerkschaft ver.di ihre Kündigung erhalten. Wie ver.di-Fachsekretär Peter Engel am Mittwoch mitteilte, wurde den Beschäftigten der Bescheid am Dienstag per Kurier zugestellt. Engel kritisierte die Geschäftsführung, die jede Zusammenarbeit mit ver.di ablehne und keine Einsicht in einen Sozialplan gewähre. Die Firma hatte angekündigt, wegen hoher Verluste Mitarbeiter in eine Beschäftigungsgesellschaft zu überführen.

Letztendlich erfähr man abwer fast nur über das "äussere" des Geschehens, nicht aber darüber, wie die Betroffenen damit umgehen. Wird diskutiert? Ist man niedergeschlagen oder wütend? Gibt es versuche die Entwicklungen nicht hinzunehmen, versucht vielleicht eine Minderheit etwas zu unternehmen???

All das halte ich für mehr als interessant!!! Denn ansonsten gleicht das Geschehen bei Möbel-Kraft dem in diversen Betrieben, die "Gesundschrumpfen", in Billiglohnländer verlegt werden oder völlig geschlossen werden. Die gleiche Geheimniskrämerei des Managements und Lügen und Zynismus wie in ähnlichen Situation in andern Betrieben. Und es wird geauso ablaufen, wenn beim nächsten oder beim übernächsten Betrieb Massenentlassungen anstehen. Das läuft so weiter solange die Belegschaften nicht von anderen lernen und alles nicht nur hinnehmen.

Deshalb nocheinmal die Bitte um ein Stimmungsbild und auch Nachrichten über die kleinsten Versuche aus der passiven Opferrolle herauszukommen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kollege

Hallo erst mal !!!!

Ist es denn aber nicht immer wieder traurig das obwohl es ja mind. 450 Kündigungen (offiziell und vorerst) geben wird bei der gestrigen Veranstaltung von ver.di nur ca. 400 Leute waren und obwohl ja alle Mitarbeiter(ca.2500) von Kraft betroffen sein können??!!

Tschüß, sagt ein Kollege der das niemals versteht
Wer nicht kämpft hat schon verloren !!

Jonatan

ZitatOriginal von Kollege


Ist es denn aber nicht immer wieder traurig das obwohl es ja mind. 450 Kündigungen (offiziell und vorerst) geben wird bei der gestrigen Veranstaltung von ver.di nur ca. 400 Leute waren und obwohl ja alle Mitarbeiter(ca.2500) von Kraft betroffen sein können??!!

Sind denn schon Kündigungen verschickt, oder ausgesprochen, oder könnte die "gute, alte Angst" dahinterstehen, dass die """Aufrührer""" als erstes gehen müssen ?
Friede den Hütten ...

ManOfConstantSorrow

@Jonatan: Bitte erstmal die Postings richtig durchlesen, bevor Du antwortest:
ZitatRund 420 Mitarbeiter der Firma Möbel Kraft in Bad Segeberg haben nach Angaben der Gewerkschaft ver.di ihre Kündigung erhalten. Wie ver.di-Fachsekretär Peter Engel am Mittwoch mitteilte, wurde den Beschäftigten der Bescheid am Dienstag per Kurier zugestellt.

Hier noch ne Zeitungsmmeldung:
ZitatOriginal von kn-online



Krise bei Möbel Kraft sorgt für Pessimismus im ganzen Ort

Bad Segeberg - Die Krise bei Möbel Kraft zieht ganz Bad Segeberg nach unten. Nach der Kündigungswelle beim größten Arbeitgeber des Ortes ist die Stimmung gedrückt. Viele Menschen befürchten, dass in dem Kurort jetzt langsam die Lichter ausgehen. "Wenn die Menschen keine Arbeit und kein Geld mehr haben, leidet vor allem das Handwerk", sagt Marina Blume von der Glaserei Blume: Es wird weniger Neubauten geben, und auch notwendige Reparaturen werden so lange wie möglich hinaus gezögert.


Auch der Einzelhandel befürchtet drastische Einbußen. Es gibt immer weniger Menschen, die in der Stadt am Kalkberg Geld verdienen und auch ausgeben können, sagt Eckart Kapanke. "Früher griffen die Kunden bei Rabatten von 20 bis 30 Prozent sofort zu. Heute reicht nicht einmal mehr das." Kummervoll verweist Kapanke auf viele Nachbarn seines Geschenkartikel-Geschäfts: Leere Schaufensterscheiben prägen das Bild der Innenstadt, viele Geschäfte annoncieren Räumungsverkäufe oder suchen Nachmieter. "Es ist eine Katastrophe."

Der Möbelhändler Kraft, der bis weit über die Grenzen Schleswig- Holsteins bekannt ist, hatte am Mittwoch dieser Woche 450 Kündigungen verschickt, um den Fortbestand des Unternehmens zu sichern. Der Berliner Unternehmer Kurt Krieger, der zum 1. Februar 50 Prozent der Anteile des angeschlagenen Traditionsunternehmens übernommen hatte, räumt gründlich auf. Was er vorgefunden habe, sei noch deutlich schlimmer als erwartet, heißt es von Krieger. So sind allein Dutzende von Arbeitskräften damit beschäftigt, die handschriftlichen Aufträge der Verkäufer in Computer einzugeben.

Neben der Umstrukturierung hat Krieger den Ausbau der elektronischen Datenverarbeitung und die Neugestaltung von Sortiment und Ausstellung angekündigt. Seit dem 1. März sind die Bereiche Vertrieb, Service, Lager und Montage eigenverantwortliche Gesellschaften. Der Berliner Unternehmer Krieger hat außerdem angekündigt, sein in Barsbüttel geplantes Möbelhaus zur Kraft-Zentrale zu machen.

In der Vergangenheit hatten viele Segeberger Einzelhändler unter der Konkurrenz des Möbel-Riesen gelitten. Möbel Kraft habe in sein Sortiment neben Möbeln unter anderem auch Elektrogeräte und Geschenkartikel aufgenommen. Das zog viele Kunden aus der Innenstadt ab: "Die kleinen Einzelhändler haben kräftig darunter gelitten," sagt Kapanke. Einige seien kaputtgegangen.

"Unter der mangelnden Kaufkraft werden wir alle leiden", befürchtet auch Hausfrau Manuela Orth. "Das Sterben der kleinen Läden könnte jetzt noch schneller gehen. Damit wird im Ort auch die Lebensqualität sinken."

Von Wolfgang Runge, dpa

nordClick/kn vom 03.04.2004  
 

Hier sieht man, daß viel mehr als nur die Belegschaft eines Betriebes betroffen ist. Und es wird so weitergehen (auch in anderen Betrieben) solange die Meschen sich das gefallen lassen. Die Situation allgemeiner Eingeschüchtertheit muß man genauso zur Kenntnis nehmen wie das verschwundene politische Bewußtsein unter Arbeitern. Das darf einen aber nicht davon abhalten nach neuen Ansätzen zu suchen sich zu wehren. Auch ausserhalb des traditionellen und des Gewerkschaftlichen Rahmens.

Die oben vom "gast" angegebene Webseite zeigt schonmal einen wirklich guten Ansatz für die Vebreitung von Informationen an alle, also nicht nur innerbetrieblich und innergewerkschaftlich.

Ansonsten gibt es in jedem Kaff Jugendliche, die sich gerne vernünftig politisch betätigen möchten. Im allgemeinen läuft das auf "Antifa" henaus. Es wird Zeit, daß sie sich selbst mit den Auswirkungen Kapitalischer Entwicklungen beschäftigen und sich nicht vor zahnlose Gewerkschaftsforderungen spannen lassen.

Ich glaube aber, wir werden nicht nur viel diskutieren müssen, sondern auch viele Niederlagen einstecken bevor etwas wirklich ins Rollen kommt.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

Bis heute am 15.4. 04 wurden beim Thema Möbel-Kraft bei Chefduzen.de fast 1200 Besuche gezählt. Ich gehe davon aus, daß weit mehr als die Hälfte direkt Betroffene sind. Und wer mit der Firmenpolitik zufrieden ist, wird wohl kaum den Firmennamen in eine Suchmaschine eingeben.

Also 600 Unzufriedene (von einer Gesamtbelegschaft von 2500) können verdammt viel erreichen, wenn sie nicht vereinzelt auftreten!
Eine "Rettung" aus der miesen Lage wird nicht bei Chefduzen.de geben, nicht im Internet zu finden sein und auch nicht bei noch so gutmeinenden oder radikalen Organisationen. Sicher ist es nicht leicht sich mit Leuten zusammenzutun, die man kaum kennt und vielleicht auch wenig mag. Man wird aber lernen müssen, daß man nicht zur Opferrolle verurteilt ist und "die da oben sowieso nur machen was sie wollen",  wenn wir zusammenhalten sind "die da oben" nämlich machtlos.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

ZitatOriginal von kn-online

Insolvenz bei Möbel Kraft vorerst abgewendet

Bad Segeberg (dpa/lno) - Die drohende Insolvenz bei Möbel Kraft in Bad Segeberg ist offenbar zunächst vom Tisch. Das berichten die "Lübecker Nachrichten" in ihrer Freitagausgabe. Die Geschäftsleitung hatte mit Insolvenzantrag gedroht, falls nicht 450 Mitarbeiter dem Wechsel in eine Beschäftigungsgesellschaft zustimmen würden. Die Gewerkschaft ver.di erneuerte am Freitag ihre Kritik an dem Vorgehen des Unternehmens. Der Betriebsrat sei von der Geschäftsleitung unter Druck gesetzt worden, sagte ver.di-Fachbereichsleiter Karl Stanek.

dpa/regioline vom 16.04.2004

Druck von oben...
...unten gekuscht....
...mit weniger Leuten wird die gleiche Arbeit getan...
...schlechtere Bedingungen...
...mehr Angst...
...und bessere Profite???

So einfach geht´s??????
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

Bevor Chefduzen wg. der Hackerattacke offline ging, stand die Anzeige der Aufrufe des Themas Möbel Kraft auf über 7000!

Es sieht also ganz so aus, als hätte sich ein Großteil der Belegschaft angeschaut, was in diesem Forum zu ihren Problemen steht. Viele wohl sogar mehrfach. Ein Großteil des Rests dürfte wohl Möbel Kraft Kundschaft sein, die über Google hier gelandet ist.

Ich kann mich hier nur wiederholen!
Natürlich kann man nicht erwarten, daß alle absolute Kämpfernaturen sind aber es dürfte wohl klar sein, daß Passivität im Moment eines massiven wirtschaftlichen Angriff das absolut Falscheste ist. Wenn man sich über ein mögliches Vorgehen unsicher ist dann muß man das halt gemeinsam diskutieren. Ein echter Gegendruck gegen die Pläne des Mangements kann nur von der Belegschaft selbst kommen und nicht allein von Gewerkschaftsvertreten und erst recht nicht von einem Internetforum.

Kann nicht einmal einer der Betroffenen hier posten und einen kleinen Bericht der traurigen Entwicklungen abgeben?

Und die interessierten Kunden, können die etwas tun?
Man kann ihnen wohl kaum empfehlen zu einem großen Schwedischen Möbelhaus zu wechseln, denn das läßt seine Möbel z.T. in Knastarbeit bauen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

nordClick/Kieler Nachrichten vom 28.04.2007

Möbel Kraft eröffnet neues Haus in Berlin

Bad Segeberg – In der Stimme von Dr. Gunnar George schwang ein triumphaler Unterton mit: "Totgesagte leben manchmal länger", sagte der Geschäftsführer des Unternehmens Möbel Kraft gestern während einer Pressekonferenz im Stammhaus an der Ziegelstraße. Zum Beleg wieder gewonnener Lebendigkeit kündigte der Mann, der den angeschlagenen Traditionsbetrieb in den vergangenen drei Jahren aus schwerer See in ruhigeres Fahrwasser gelenkt hat, das nächste große Ziel an: Anfang September soll ein drittes Haus unter dem Namen Möbel Kraft eröffnet werden - in Berlin.


"Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt aber hier in Segeberg", versprach der selbst in der Hauptstadt aufgewachsene George. Das Projekt am Sachsendamm im Westteil Berlins verantwortet er gemeinsam mit Reinhard Kraft, der die Firma zusammen mit seinem jüngeren Bruder Gerhard bis zum Einstieg von Kurt Krieger (Möbel-Höffner) geleitet hatte. Der als extrem öffentlichkeitsscheu geltende Reinhard Kraft (58) war gestern bei der Präsentation dabei und gab sich hinterher in Gesprächen verblüffend aufgeräumt und leutselig: "Das Unternehmen ist vollkommen gesund", ließ er wissen.

Seit der Berliner Kurt Krieger 50 Prozent der Anteile an Möbel Kraft übernommen hat, sind allein in Bad Segeberg rund zehn Millionen Euro investiert worden. "Wir haben nach einigen Anlaufschwierigkeiten den Turnaround geschafft", erklärte George. Auch die Filiale in Buchholz entwickle sich "hervorragend". Zu Umsatzzahlen wollte der neue starke Mann bei Kraft allerdings nichts sagen. Die seien in der Branche "top secret".

Das neue Objekt liegt direkt an der Berliner Stadtautobahn: "Da fahren jeden Tag 150000 Autos direkt vorbei", frohlockt Gunnar George. In den vierstöckigen Bau mit 40000 Quadratmetern Verkaufs- und noch einmal rund 20000 Quadratmetern Lagerfläche soll Möbel Kraft als Mieter einziehen. Errichtet wird der Komplex von Kurt Krieger, der dafür zwischen 40 und 50 Millionen Euro auf den Tisch legt. 500 bis 600 Mitarbeiter könnten dort in wenigen Monaten arbeiten.

Die Entscheidung, das Berliner Haus nicht - wie anfangs geplant - unter dem Namen Höffner, sondern als drittes unter der Marke Kraft laufen zu lassen, hat laut George nicht zuletzt psychologische Gründe: "Für viele alte Berliner ist Möbel Kraft ein Mythos." Seit die Bad Segeberger Anfang der 70er Jahre die Lieferung nach West-Berlin aufgenommen haben, genieße das Unternehmen einen hervorragenden Ruf.

Er hoffe sehr, so George, dass sich viele Beschäftigte aus Bad Segeberg nach Berlin bewerben: "Ich möchte die besondere Kraft-Philosophie mit hinübernehmen." Gemeint ist damit der Service-Gedanke: "Rabatte wird es bei uns auch künftig nicht geben."
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

killabebi

SO; IHR WOLLT ALSO MAL WAS VON NEM MITARBEITER (SORRY; EHEMALIGEN MITARBEITER) HÖREN? NAJA; HAB MICH  KÜNDIGEN LASSEN; MÖBEL KRAFT TEMPELHOF-BERLIN.
Also, eigentlich weiss ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Das ist der mieseste Verein, den es gibt. Ich, eine der armen Seelen, die sich damals übers Arbeitsamt haben ködern lassen. Wahnsinn, diese ganzen Versprechen. Vollzeitjob, 1300 euro brutto plus Provision. Na denkste... Vollzeit gibts nicht, nur Teilzeit, also 4 Tage die Woche, inkl. jeden Samstag und natürlich zusätzlich die Streichung freier Tage, weil es sind ja Ferien und da ist ja soooooooooo viel los. Sklaventreiber sind es. Erst die Schulung über die BSI in Vogelsdorf bei Höffner, in Räumen ohne Fenster. Ja, Ihr lest richtig: Wir hatten einen Raum ohne Fenster, provisorisch im Lager von Höffner errichtet. 8 Std jeden Tag, und das im Hochsommer. Das ging 5 Monate, dann kam das Praktikum in Bad Seegeberg und Buchholz. War ganz gut, hat echt Spaß gemacht, aber das Privatleben hat echt gelitten. Von Montag zu Dienstag nacht halb drei aufstehen und denn ab nach Buchholz oder Seegeberg, Samstag abend wieder nach Hause. Dann kam die Einräumphase, naja, wir haben alle bis zum bitteren Ende geschuftet, teilweise 7 Tage die Woche. Naja, mittlerweile sind ja kaum noch Leute da, die übers Arbeitsamt kamen. So, wie sie die 500 Plätze geschafft haben, bauen sie sie auch wieder zügig ab, natürlich während der Probezeit. Der hammer überhaupt, Ende Januar laufen die ganzen Verträge aus, ab Anfang Fabruar gibts denn nen Betriebsrat, ist ja wohl nen Witz. Und im Januar wieder 11 Tage durcharbeiten, obwohl man ja ne Teilzeitkraft ist, denn: Es sind ja Ferien und die doofen Berliner gehen ja alle zu Möbel Kraft, dass ich nicht lache. Naja, letzten endes werden wohl zu 80% nur noch alte Höffner-Mitarbeiter dasein, die haben nämlich Festverträge und sind längst nicht so leicht kündbar. Aber hey, ich hab noch ne Würde und muss mir das nicht länger mit reinziehen. Kann sein, dass ich irgendwas vergessen habe, aber ich bin so auf 180, da kann man schonmal was übersehen.
Jedenfalls freue ich mich sehr, dass ich hier mal Dampf ablassen konnte.
mfg, killabebi
zum Beitrag vor mir: Rabatte wird es auch in Zukunft nicht geben. HarHar, die schmeissen doch mit Hauspreisen nur so um sich, ist halt nen Höffner unter dem Namen Kraft.

schmetterling

Hallo ihr lieben, :aggressiv> :aggressiv>

bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und bin erstaunt über den ehrlichen Eintrag von Killerbeby. Auch ich arbeite in diesem  X(Unternehmen, was sich sicherlich schnell ändern kann. So wie die Mitarbeiter kommen, gehen sie auch wieder oder besser gesagt sie müssen gehen. Eben hast du noch gearbeitet und ehe du dich versiehst mußt du nichts ahnend ins Büro und bekommst die Kündigung auf`s Auge gedrückt. Ich kann mich nur den Worten von Killerbeby anschließen und habe die selbe Meinung.  =)Segeberg war schön. Das ist aber auch schon alles. Stressig war es trotzdem. Und die Vergütung dafür ein Witz. Ich glaube niemand von uns hätte den Arbeitsvertrag unterschrieben, doch da die meisten über die BSI gekommen sind und die Umschulung vom Arbeitsamt gefördert wurde, gab es für alle kein zurück, sonst hätte es eine Sperre vom Amt gegeben und die Ausbildung hätte anteilig zurückgezahlt werden müssen. Dann hätte man uns vorgeworfen wir wären zu faul zum arbeiten. Davor hatten alle Angst. Ich habe auch noch im Ohr ein Bruttogehalt von  :)1300,- Euro + Provision zu bekommen. Sogar von  :)Urlaubs- und Weihnachtsgeld war die Rede.  X(Ist aber leider nicht so. Bin reiner Prov-verkäufer ohne Fixum. Ja ihr habt richtig gelesen. Und wenn du einen Scheiß Monat hast, kannst du dich glücklich schätzen das du   :)730,- Euro netto bei einer Arbeitszeit zwischen  X(140 - 200 Stunden arbeiten im Monat auf dein Konto gezahlt bekommst. Ist weniger als Harz4. Also was sagt es einem. Du musst einen Partner haben der  :)die dicke Kohle verdient und die Arbeit in dem Unternehmen als Zeitvertreib ansehen. Für alleinstehende und für Vatis oder Muttis mit Kindern ist der Job nichts. Immer Samstag`s arbeiten und in den Sommerferien darfst du zwei Wochen Urlaub nehmen. Die restlichen Urlaubstage musst du irgentwo verteilen. Hat der Kindergarten oder die Schule anderweitig geschlossen mußt du dir eine Tagesmutti nehmen oder du findest eine andere Möglichkeit. Naja bei  :)730,- Euro ist das doch wohl drin. Oder?  :)Grins. Ich könnte hier ein Buch schreiben und mich noch mehr hochschaukeln. Aber es ändert an meiner Situation nichts. Ich muss was ändern. Und das ist ganz schnell neue Arbeit finden. Aber trotz unserer  :(schlechten Arbeitsbedingungen und die unendliche Sorge: :("Ja wieviel Geld hast du diesmal verdient?" werden wir dem Kunden gegenüber immer  :) :) :) lächeln :) :) :)und  :) :) :)freundlich :) :) :) bleiben. Wir sind ja geschulte und gute Verkäufer, auch wenn es keiner von der Obrigkeit zu schätzen weiß. Also schaut bei Möbel Kraft vorbei, solange ich ich noch da bin. Denn auch schon morgen kann für mich der letzte Tag sein. Liebe Grüsse an alle die irgentwo einen festen Arbeitsvertrag haben, noch dazu ein gutes Betriebsklima und die für ihre hervorragende gut geleistete Arbeit würdevoll entlohnt werden und wo der Arbeitgeber das zu schätzen weiß. Ihr seid   :cheer:GLÜCKSKINDER..... :cheer:

flipper

"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)

killabebi

Na endlich tut sich mal was. Wäre nur schön gewesen, wenn Du es als Antwort unter meinen Beitrag gepostet hättest. Kannst Du ja vllt noch ändern, nicht das wir am ende zig verschiedene Themen hier haben...
@ Flipper: wieso ???

mfg, killabebi

Pinnswin

GLÜCKSKINDER werden in Deutschland grundsätzlich und objektiv immer weniger, außer, es gewinnt mal eine/r im Lotto.

Alles Gute  :)
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

flipper

ahso gesunder konkurs... wär doch was für unsere "kooperativenabteilung".

Strike-Möbel a la Strike-Bike  :cheer:

an die arbeit FAUlers. es gibt was zu tun, packt es an!  :cheer:
schickt mal eure "agenten" dahin und helft den arbeitern.
"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)


Alex22

Was habt ihr nur gegen den Krieger?
Das ist so ein schönes ....
War hier in München beim BSI
Da gibt es "Schulungsfachkräfte"
Betriebsrat? nein das ist nicht nötig bei Höffner.
Aber der Krieger hat ein Herz für H4. Täglich fahren seine Busse kostenlos zum Möbelhaus und
man kann mitfahren und sich die Alternative zu HartzIV ansehen. Nein scherz. Dort gibt es hochwertige nahrung zu nur 2, 89 Euro
Na da freut sich der "Überflüssige". Ist er wenigstens noch als "kundenstatist" zu gebrauchen. Wäre doch schade wenn es im Möbelhaus so menschenleer wäre.
Ich halte das Schulungsunternehmen für Betrug.
Aber die Flachw.. bei der ARGE bekommen sicher noch mehr als wir denken, wenn sie H 4 Opfer zum Verheizen schicken.
600 geschulte und fast niemand ist mehr dabei. Was für ein deutliches Zeichen für Betrug!!

dejavu

Möbel-Krake Krieger will nach Kiel!

Die im Wesentlichen aus den Möbelhäusern Möbel Kraft und Möbel Höffner bestehende Krieger-Gruppe möchte nun wohl auch in Kiel beweisen, dass der schlechte Arbeitsplatz des besseren Feind ist.

Dr.George wieder auf dem Kriegspfad!

Wir kennen ihn noch aus dem Jahr 2004, als er in Bad Segeberg dumm auffiel, siehe weiter oben im Thread.
Hier ein kleiner Auszug:

Zitat"George und Krieger wollen nun "ein Jahr voll Blut, Schweiß und Tränen" angehen, allerdings nur für die rund 2.600 Beschäftigten. Sie sollen bald - ohne Lohnausgleich - 40 statt bislang 37 Stunden arbeiten und in der Regel auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Dafür würde man auf den befürchteten Abbau von bis zu 800 Arbeitsplätzen vorerst verzichten. Eine dauerhafte Jobgarantie wollte Krieger indes nicht geben, das wäre angesichts seines brandneuen Geschäftsführers wohl auch wenig glaubhaft: Mit Gunnar George übernimmt bei Möbel Kraft ein Mann das Zepter, der nur wenig Scham kennt, wenn es um Ausbeutung und Massenentlassungen geht. An seinem vorigen Wirkungsort - dem ebenfalls zur Krieger-Gruppe gehörenden Möbelhaus Walther - zeichnete der smarte Jungmanager für die Vernichtung von 2.000 (der 6.000) Arbeitsplätze verantwortlich. Außerdem kündigte Krieger bereits eine "Verjüngung" des Mitarbeiterstabes an, ebenfalls ein schlechtes Zeichen für die Kraft-ArbeiterInnen. Bereits in den vergangenen Wochen hatte das Unternehmen hunderten MitarbeiterInnen Aufhebungsverträge auf "freiwilliger Basis" vorgelegt.
"

Möbel um jeden Preis?

Keineswegs nur weil eine der schönsten Kleingartenanlagen der Stadt für die Ansiedlung eines neuen Möbelhauses über die Klinge springen soll, regt sich Widerstand. Auch an der Qualität der in Deutschland und anderswo entstehenden Arbeitsplätze bestehen erhebliche Zweifel: auf die kritische Nachfrage aus dem Ortsbeirat ,,Mitte", ob an den Produktionsstätten in China, Pakistan und Indien Kinderarbeit geleistet werde, konnte ,,Möbel Kraft"-Geschäftsführer George dies nicht ausschließen.

Es werden aktuelle Informationen über Löhne, Arbeitsbedingungen, gegebenenfalls Behinderung von Betriebsratsarbeit usw. benötigt:


  • Habt Ihr Informationen zur Lohnpolitik, Arbeitsbedingungen oder Konzernpolitik der Krieger-Gruppe allgemein?
  • Habt Ihr Informationen, wie das Provisionssystem bei Krieger funktioniert?

  • Habt Ihr Informationen über die Lohnhöhe und wie sich dieser zusammensetzt?

  • Habt Ihr Informationen, wie es mit der betrieblichen Mitbestimmung dort aussieht?

  • Habt Ihr Informationen, wie es mit der Aufspaltung der Möbelhäuser in mehrere Betriebe aussieht?

  • Gibt es irgendeine Möglichkeit, an einen Arbeitsvertrag heranzukommen, gerne bei "Möbel Höffner", am besten auch bei "Möbel Kraft" - natürlich die entsprechend personenbezogenen Daten geschwärzt?


Falls Ihr Infos zu einer der Fragen habt, wendet Euch doch bitte per Mail an: arbeitsvertraege-kraft-hoeffner@gmx.de, damit wir einen Kontakt herstellen können

Anmerkung: es sollten Arbeitsverträge sein, die so ab 2004 geschlossen worden sind, gern auch von ehemaligen Mitarbeitern.

Hier noch ein Link zu einem längeren  Artikel
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Eivisskat

Hier in HH-Eidelstedt hat Höffner nach langen Kämpfen und Bürgerinis natürlich DOCH gerade neu-eröffnet und der Andrang vom Publikum ist ENORM.

Massive Werbung und viele Billigst-Schnäppchen ziehen nun garantiert auch die Leute an, die vorher jahrelang gegen die Höffner-Ansiedlung gekämpft haben/gewesen sind.

So ist der Mensch...

;)

BGS

Eine "Qualität" von "neuen Arbeitsplätzen" in D., angesehen von evtl. akademischen?

Wo soll es die geben, ausgerechnet in der "Landesauptstadt" Kiel?

MfG
BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

ZitatWirtschaftsausschuss stimmt Standortwahl zu

Möbel Kraft ist in Kiel einen großen Schritt weiter


Kiel - Die Ansiedlung von Möbel Kraft hat eine weitere wichtige politische Hürde genommen. Nach dem Bauauschuss stimmte auch der Wirtschaftsausschuss mit rot-grüner Mehrheit der Verwaltungsvorlage und damit auch der umstrittenen Standortwahl im städtischen Kleingartengelände zwischen Westring und Hasseldieksdamm zu. Das Ja zu dem Projekt durch einen entsprechenden Grundsatzbeschluss der Ratsversammlung am 29. September gilt jetzt als sicher.


Das Abstimmungsverhalten im Ausschuss spiegelte die nach wie vor schwierige politische Gemengelage wider: Trotz ihrer grundsätzlichen Freude über die in Aussicht gestellte 50- bis 60-Millionen-Investition sowie bis zu 300 Arbeitsplätze enthielt sich die FDP, während die CDU in einem ungewöhnlichen Schulterschluss mit der Linken die Verwaltungsvorlage sogar ablehnte. Hubertus Hencke begründete die Bedenken der FDP damit, dass die Stadt nach dem Verkauf des 17 Hektar großen Geländes an das Unternehmen sich ihres ,,Wächteramtes" für die Kleingärtner offenbar entledigen will: Ob Entschädigung oder Ersatzflächen - die Verhandlungen mit den etwa 320 betroffenen Pächtern müsse in der Hand der Stadt bleiben. Falk Stadelmann (SPD) sprach dagegen von einem intelligenten, verantwortungsbewussten Weg, den die Stadt eingeschlagen hat: Schließlich könne ein Privater die Pächter viel höher entschädigen als eine öffentliche Verwaltung.

Möbel Kraft-Chef Gunnar George kündigte an, nach einem positiven Ratsbeschluss für das Projekt drei Vollzeit-Mitarbeiter aus Kiel und Umgebung für die Gespräche mit den Kleingärtnern abzustellen.
http://www.kn-online.de/lokales/kiel/251314-Moebel-Kraft-ist-in-Kiel-einen-grossen-Schritt-weiter.html

dejavu

Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

  • Chefduzen Spendenbutton