Autor Thema: Rossmann  (Gelesen 9165 mal)

Kuddel

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Rossmann
« am: 10:21:49 Do. 14.April 2016 »
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Rossmann wegen schlechter Arbeitsbedingungen in der Kritik

Er gilt als Vorzeigearbeitgeber. Tatsächlich ist Dirk Roßmann Teilhaber und größter Kunde einer Leiharbeitsfirma. Tausende Regaleinräumer arbeiten in seinen Drogerien. Viele klagen über schlechte Bezahlung und brutalen Druck.


Der Drogerieunternehmer Dirk Roßmann gerät wegen der Arbeitsbedingungen bei einem Subunternehmen in die Kritik. Beschäftigte, die in Rossmann-Filialen die Regale einräumen, klagen über schlechte Löhne und teils unwürdige Arbeitsbedingungen. Das berichtet der stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Mehrere tausend Regaleinräumer werden der Rossmann-Kette per Werkverträgen von dem Potsdamer Unternehmen promota.de gestellt, das bis vor kurzem als Instore Solutions Services GmbH (ISS) firmierte. Werkverträge sind schon länger umstritten. Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will die Praxis deswegen einschränken.

"Ich fühlte mich wie ein Sklave behandelt"

Während Dirk Roßmann öffentlich immer wieder auf die guten Löhne und Arbeitsbedingungen in seinem Unternehmen verweist, sind ISS und ihre Tochterunternehmen Impuls One und Tempus wegen der Behandlung ihrer Mitarbeiter umstritten. Ehemalige und heutige Beschäftigte äußerten sich gegenüber dem stern teils sehr kritisch über die Firma. "Ich fühlte mich wie ein Sklave behandelt", sagte eine ehemalige Teamleiterin, die in Rossmann-Filialen in Nordbayern gearbeitet hatte.

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Dirk Roßmann


Der Drogeriekettenbesitzer Dirk Roßmann lächelt bei einem Fototermin in die Kamera
Holger Hollemann/DPA

1972 eröffnete Dirk Roßmann in Hannover die erste Drogeriefiliale mit Selbstbedienung in Deutschland. Heute besitzt er 2000 Märkte. Die Idee machte ihn zu einem der 600 reichsten Menschen der Welt. Anders als sein Familienname schreibt sich die Firmenkette Rossmann mit "ss" statt mit "ß".

Nach dem stern vorliegenden Unterlagen zahlte das Unternehmen bis Ende 2014 in Westdeutschland an Regaleinräumer teils lediglich 6,63 Euro pro Stunde, im Osten 6,12 Euro. Erst seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns sind es nach dem stern vorliegenden Unterlagen verbreitet 8,50 Euro, auch in teuren Städten wie München.

Rossmann sagte dem stern , sein Subunternehmer zahle im Raum München Löhne von "über 10 Euro". Eine ungewöhnlich große Unzufriedenheit der Mitarbeiter habe man nicht feststellen können. Die Firma ISS sprach ebenfalls von zufriedenen Mitarbeitern und einem "guten Betriebsklima". Probleme gebe es aus ihrer Sicht nur in Einzelfällen.

Roßmann-Firma hielt ISS-Anteile über Strohmann

Die Rossmann-Drogeriemärkte nutzen überdies die Dienste der ISS in deutlich größerem Umfang als bisher bekannt. Allein im Jahr 2012 überwies Rossmann dafür 33,7 Millionen Euro an das Subunternehmen. Das geht aus einem internen Prüfbericht hervor, der dem stern vorliegt. 49 Prozent der ISS gehören der Roßmann Beteiligungs GmbH. Nach Recherchen des stern hielt die Roßmann-Firma ihre Anteile an ISS zehn Jahre lang über einen Strohmann. Über den Treuhänder, laut dem stern vorliegenden Notarprotokollen, ein Gärtner aus Soltau namens Volker Kastner, hält Roßmann bis heute Anteile an der mit ISS verbundenen Firma Instore Solutions Personnel GmbH.
Ein Einkaufskorb von Rossmann in einer Drogerie
Gewinnrückgang bei Drogeriekette

Warum Rossmann in Deutschland weniger Geld verdient

Der Rossmann-Konzern bestätigte gegenüber dem stern, dass Dirk Roßmann zunächst Kastner als Treuhänder bei den Firmen eingesetzt habe, um ihre "Seriosität" zu prüfen. Danach, so Roßmann zum stern, habe man "vergessen", die Treuhandverbindung zu beenden. "Ich weiß, dass das un-glaubwürdig klingt", räumte der Unternehmer ein. Bei ISS beendete Roßmann das Treuhand-Modell im Jahr 2012, nachdem die Verbindung zwischen ihm und ISS publik geworden war. Das Strohmann-Konstrukt war bisher unbekannt.

Tarifverträge unterlaufen teilweise gängige Standards


ISS beschäftigt ihre Mitarbeiter bis heute auf der Basis von Tarifverträgen mit der umstrittenen Gewerkschaft DHV aus dem Christlichen Gewerkschaftsbund (CGB). Diese Tarifverträge unterlaufen teilweise gängige Standards, etwa bei der Abrufarbeit. ISS versicherte dennoch, die Arbeitsbedingungen lägen "über den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen". Schon im Juni 2015 urteilte das Arbeitsgericht Hamburg, dass die DHV "nicht tariffähig" sei. Anfang Mai entscheidet dort das Landesarbeitsgericht. Verliere die DHV endgültig vor Gericht, so der Arbeitsrechtler Peter Schüren gegenüber dem stern, "sind die Tarifverträge nichtig."

Wollen Sie dem stern weitere Informationen über die Arbeit bei Rossmann und den Subunternehmen wie ISS, Tempus oder Impuls One übermitteln? Schreiben Sie an: berlin.investigativ@stern.de Vertrauliche Dokumente und Informationen können Sie auch über den anonymen Briefkasten des stern hochladen: https://briefkasten.stern.de/ Adressieren Sie Ihre Informationen dort an die stern-Reporter Laura Himmelreich und Hans-Martin Tillack.
http://www.stern.de/wirtschaft/news/rossmann--drogeriekette-wegen-schlechter-arbeitsbedingungen-in-der-kritik-6792156.html

dagobert

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Re:Rossmann
« Antwort #1 am: 17:57:51 Do. 14.April 2016 »
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Unwürdige Arbeitsbedingungen: Schwere Vorwürfe gegen Drogerie-Kette Rossmann

Der Drogerieunternehmer Dirk Roßmann gerät wegen der Arbeitsbedingungen bei einem Subunternehmen in die Kritik. Beschäftigte, die in Rossmann-Filialen die Regale einräumen, klagen über schlechte Löhne und teils unwürdige Arbeitsbedingungen.
http://www.focus.de/finanzen/news/kritik-an-subunternehmen-unwuerdige-arbeitsbedingungen-schlimme-vorwuerfe-gegen-drogerie-kette-rossmann_id_5432928.html

Zitat
Am 15. Mai 2012 berichtete die Wirtschafts-Tageszeitung Handelsblatt, dass Rossmann Subunternehmer damit beauftragt, die Regale in den Rossmann-Filialen aufzufüllen, Inventuren zu machen und an der Kasse zu arbeiten. Die gezahlten Stundenlöhne lagen 33 % unter dem verdi-Tarifvertrag. Die Instore Solution Services GmbH (ISS) lässt in jeder zweiten Filiale die Regale der Drogeriekette befüllen, d.h. in über 800 Märkten. An der ISS war die Rossmann Beteiligungs GmbH im Sommer 2011 mit 49 Prozent beteiligt. Die Leiharbeitsfirma Instore Solutions Personell GmbH (ISP) setzt Mitarbeiter an den Kassen der Rossmann-Filialen ein. An der ISP hält die Rossmann Beteiligungs GmbH 22,5 Prozent. Nach Auskunft von Dirk Roßmann zahlt Rossmann seit 2015 den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 € für alle Aushilfen, die lediglich sechs Prozent der Mitarbeiter von allen Beschäftigten ausmachen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Ro%C3%9Fmann#Unternehmen

Fritz Linow

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Re:Rossmann
« Antwort #2 am: 22:14:44 Di. 04.Oktober 2016 »
Es geht weiter mit Rossmann. Monitor berichtet am 04.10.2016 darüber. Darin wird noch einmal ganz gut erklärt, was der Unterschied zwischen Werkvertrag und Leiharbeit ist. Demnächst wohl online verfügbar.

Zitat
Verdacht der illegalen Arbeitnehmerüberlassung bei "Rossmann"
(...)
Mitarbeiter von Fremdfirmen in "Rossmann"-Filialen klagen über schlechte Arbeitsbedingungen und Bezahlung.
"Rossmann" und "Promota.de" wiesen solche Vorwürfe bisher mit Verweis auf bestandene Überprüfungen durch den TÜV Rheinland zurück. Nach einer internen Schulungsunterlage der "Promota.de"-Tochter "Tempus" vom Frühjahr 2016 verändert das Subunternehmen seine Arbeitsabläufe jedoch offenbar gezielt dann, wenn die TÜV-Prüfer in den "Rossmann"-Filialen erscheinen. So sollen die Einräumer "während des Audits" spezielle "Besonderheiten" beachten und Regale nicht gleichzeitig mit "Rossmann"-Mitarbeitern einräumen. "Die Ausübung der gleichen Tätigkeit" von Mitarbeitern der Drogeriekette und des Subunternehmens "zur gleichen Zeit ist ein Indiz für 'verdeckte Arbeitnehmerüberlassung' und gefährdet den Werkvertrag", ermahnte das Unternehmen seine Teamleiter.(...)
http://www.swr.de/report/verdacht-der-illegalen-arbeitnehmerueberlassung-bei-rossmann/-/id=233454/did=18246912/nid=233454/mihyxn/index.html

Fritz Linow

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Re:Rossmann
« Antwort #3 am: 12:56:25 Di. 15.November 2016 »
Zitat
Stern-Reporter Hans-Martin Tillack hat zu Rossmann recherchiert. Wir haben ihn gefragt, wie er die Nominierung von Rossmann für den Schwarzen Freitag findet:
"Ist Dirk Roßmann unter allen deutschen Arbeitgebern ein besonders schlechter? Das kann ich nicht beurteilen. Sicher ist: Er verkauft sich regelmäßig als besonders fürsorglicher Vorzeige-Chef, wird aber diesem Anspruch nicht gerecht. Denn Roßmann setzt auf Tausende von Billiglöhnern eines Subunternehmens. Sie räumen in vielen seiner Drogeriefilialen die Regale ein. Wir haben monatelange recherchiert und mit mehreren dutzenden Menschen gesprochen, die für das Subunterunternehmen arbeiten. Sie klagten über schlechte Bezahlung, teils unwürdige Arbeitsbedingungen und brutalen Druck.Ist das vorbildlich? Ganz sicher nicht."
https://www.facebook.com/arbeitsunrecht.deutschland/photos/a.1617009861864886.1073741826.1617009811864891/1847644448801425/?type=3&theater