Autor Thema: Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit  (Gelesen 19478 mal)

Fritz Linow

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #15 am: 11:02:17 Sa. 07.April 2018 »
Zitat
3.4.18
(...)
die Zeitarbeitsbranche hat ein Imageproblem. Leider ja, leider immer noch – und genau deshalb macht der iGZ Imagearbeit beim 101. Katholikentag, der 2018 am Sitz der Bundesgeschäftsstelle in Münster stattfindet.
(...)
Hier treffen sich rund 50.000 Menschen aller Alters- und Interessengruppen. Darunter sehr viele jungen Menschen, die offen für moderne Arbeitskonzepte sind. Vor allem ihnen gegenüber muss sich Zeitarbeit stärker bekannt machen und es gilt, sie von den Vorteilen dieser Beschäftigungsform zu überzeugen.
(...)
https://www.igz-blog.de/2018/04/der-igz-auf-dem-katholikentag.html

Sünde.

counselor

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #16 am: 11:37:51 Sa. 07.April 2018 »
Die Vorteile dieser Beschäftigungsform: Hire and fire und Spaltung der Belegschaften und mehr Konkurrenz unter Arbeitern.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #17 am: 14:51:14 Sa. 07.April 2018 »
Sklavenhändler auf dem Katholikentag?
Paßt irgendwie, historisch gesehen.
Klingt aber auch ziemlich verzweifelt.

Fritz Linow

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #18 am: 23:03:33 Mi. 09.Mai 2018 »
Die Fachkraft für Zeitarbeit Andreas Schöning kann sehr gut über ihre Erfahrungen mit Socialmediaquatschkram berichten:

Zitat
25.1.18
Social Media Recruiting rockt!

»Post and Pray« ist Geschichte. Was heute zählt, ist die direkte und indirekte Ansprache von latent Suchenden in sozialen Netzwerken, CV-Datenbanken und Foren. Doch wo und wie geht man das Ganze an? Worauf sollte man beim Social Media Recruiting achten? Welche Kanäle sind die richtigen? Und welche Rolle spielt die eigene Arbeitgebermarke dabei?

Andreas Schöning beantwortet in seinem Vortrag die wichtigsten Fragen rund um das Thema Social Media Recruiting und gibt praxisorientierte Tipps, wie Sie potenzielle Kandidaten besser und gezielter erreichen können.
https://www.expertentag-zeitarbeit.de/session/social-media-recruiting-rockt/

Sein kongenialer Kollege Daniel Buscher von „Jobexpress“ hat schon einmal versucht, über soziale Medien neue Leihsklaven zu finden und ist damit krachend gescheitert. „Zeitarbeit rockt“ ist seine geile Idee. Und nun auch als Expertenvortrag. Traurig…Hauptsache es rockt.

Zitat
2016
Personaldienstleister kann Cobra nicht füllen

Veranstalter „Jobexpress“ zeigte sich vom Abend „Zeitarbeit rockt“ enttäuscht. Weniger Besucher kamen.
(…)
https://www.solinger-tageblatt.de/solingen/personaldienstleister-kann-cobra-nicht-fuellen-6339590.html

tleary

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #19 am: 01:03:10 Do. 10.Mai 2018 »
Ich glaube schon, daß das grundsätzlich funktioniert. Man muß es nur entsprechend "verpacken". Soll heißen: Leiharbeit darf nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar sein. Ich bin da auch in so einer Facebook-Jobbörse (Geschlossene Benutzergruppe) angemeldet (aber frag' mich nicht, wie ich da reinkam; war jedenfalls nicht wirklich beabsichtigt). Und ich sehe da immer Interesse, wenn irgendsoein Billigjob für 9,50 oder 10 € die Stunde (oft wird auch gar keine konkrete Lohnhöhe genannt) von LAFen gepostet wird. Vor allem von Arbeitsmigranten aus der EU (was ich denen jetzt nich anlaste, eben weil sie keine Alternative haben).
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
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Fritz Linow

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #20 am: 11:54:11 So. 13.Mai 2018 »


Der Herr hat meinen Herrn reich gesegnet und zu hohem Ansehen gebracht. Er hat ihm viele Schafe, Ziegen und Rinder gegeben, dazu Silber und Gold, Sklaven und Sklavinnen, Kamele und Esel. 1.Mose 24,35

Alex_IGL

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #21 am: 20:22:14 Di. 15.Mai 2018 »
Man muß es nur entsprechend "verpacken". Soll heißen: Leiharbeit darf nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar sein.

Die Bahn fährt doch gerade eine massive Einstellungswerbeoffensive. Nicht nur in den sozialen Medien sondern auch im TV teilweise. Dahinter steckt aber keine Karriere bei der Bahn, wie angepriesen, sondern erst einmal die Möglichkeit, in der zu 100% betriebseigenen DB Zeitarbeit zu verweilen.

Aufgrund der zu erwartenden Personalentwicklung, knapp die Hälfte der Belegschaft fällt in den nächsten 15 Jahren in den Ruhestand, dürfte die Entwicklung bei der Bahn interessant zu beobachten sein.

tleary

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #22 am: 02:24:29 Mi. 16.Mai 2018 »
Zitat
Frohe Botschaft einer chanchenreichen Zeitarbeit heute beim Katholikentag verbreitet und 1000 weiße Schäfchen verteilt

Die schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern verteilen also weiße Schäfchen.... :) - Das passt gut zum Katholikentag: Immer schön scheinheilig sein! Gerade die katholischen Ableger der ELO-Industrie (wie Caritas und Kolping-Bilungswerk) sind ja "gut im Geschäft" und ziehen dicke Gewinne aus dem Elend der ELO's.

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Fritz Linow

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #23 am: 21:09:59 Mi. 16.Mai 2018 »
Verzweiflung oder genialer Müll?


tleary

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #24 am: 03:06:05 Do. 17.Mai 2018 »
Wieso immer nur "18 - 39jährige" Leiharbeiter befragt werden, ist mir ein Rästel. Außerdem: Wieviele wurden denn überhaupt befragt? War die Auswahl überhaupt repräsentativ? Allein schon aufgrund der eingeschränkten Altersgruppe muß man wohl sagen: Nein.
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Fritz Linow

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #25 am: 09:28:17 Di. 22.Mai 2018 »
Der iGZ platziert wohl gerade einige Artikel in der Süddeutschen Zeitung. Erst durfte sich der lustige Mützenmann über die Entwicklung des Duisburger Hafens freuen, nun wird erzählt, wie toll Leiharbeit in der Pflege ist: 

Zitat
Als Krankenschwester, die bei der Zeitarbeitsfirma Pluss Personalmanagement beschäftigt ist, hat sie sich aber nie als Mitarbeitern zweiter Klasse gefühlt. "Ich habe schon das Gefühl, dass mich mein Arbeitgeber wertschätzt", sagt sie.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/pflegepersonal-letzter-ausweg-leiharbeit-1.3987460

Dass der Bundesgeschäftsführer des iGZ nebenbei auch Geschäftsführer von Pluss Personalmanagement ist, sollte in dem Propagandaartikel nochmal ergänzt werden.

Kuddel

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #26 am: 11:08:02 Di. 22.Mai 2018 »
Der iGZ platziert wohl gerade einige Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

Wat'n Rotz!

Und wahrscheinlich nicht nur da. So funktioniert Qualitätsjournalismus.

Onkel Tom

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #27 am: 12:26:20 Mi. 23.Mai 2018 »
Ah ja, somit kann ich das besser nachvollziehen, das mann mit einer
"Zwangsbewerbung" vom JC zu Pluss nur eine Bauchlandung in der
Gülle erleben kann  kotz
Lass Dich nicht verhartzen !

Fritz Linow

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #28 am: 22:21:17 Mi. 23.Mai 2018 »
Ah ja, somit kann ich das besser nachvollziehen, das mann mit einer
"Zwangsbewerbung" vom JC zu Pluss nur eine Bauchlandung in der
Gülle erleben kann  kotz

Sein alberner Kollege vom BAP macht auch gerade einen auf "Geile Zeitarbeit in der Pflege":
Zitat
„Wir müssen die Strukturen unserer Kunden genau kennen, um unsere Mitarbeiter im Vorfeld vorbereiten zu können“, betont Lazay, der auch als Präsident des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP) fungiert: „Wer schnell hochwertige Dienste leisten soll, muss gut vorbereitet sein.“
https://www.pflegen-online.de/zeitarbeiter-bitte-sparsam-dosieren

Der Artikel ist eigentlich ganz gut und eher gegen Leiharbeit. Oberflächlich zumindest. Eigentlich ist es eine Ansammlung von Tipps, wie man Leiharbeit in der Pflege am besten ausnutzen kann. Den Frettchen geht es darum, überhaupt wahrgenommen zu werden. Es lesen halt nicht nur Gegner diese Artikel und etwas wird schon hängen bleiben. "Leiharbeit in der Pflege" ist deren Propagandamittel. Diese Strategie wurde von denen schon früher formuliert und ich würde das auch so machen, wenn man sich die Gegenwehr im Pflegebereich so anschaut (ist aber ein anderes Thema).
Bemerkenswert ist allerdings schon, dass gerade die Obernulpen der Sklavenhändlerverbände in Sachen Pflege unterwegs sind. Ansonsten sind die aber eigentlich nicht wirklich wichtig...wichtig sind die Entleiher, also die Arbeitgeberverbände.

Onkel Tom

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Re:Propaganda und Lobbyismus für Leiharbeit
« Antwort #29 am: 07:39:21 Do. 24.Mai 2018 »
A ja, schon wieder so ein ZAF-Bonze, der "nebenberuflich" Lobbyismus betreibt.
In dem Artikel wird das Wort "Festeinstellung" oder "Übernahme" auch nicht
erwähnt.
Eigendlich müsste man vom Bauchgefühl her meinen, das eine Pflegefachkraft
durch eine Annahme einer Leiharbeit relativ flott vom Betreiber eines Altenheim
ein Einstellungsangebot erhalten müsste. Aber denkste..

Viele Altenheime sind ja heutzutage genau so Profitorientiert, wie z.B. privatisierte
Krankenhäuser.
Und was will man von den Leihkräften in Altenheimen denn erwarten, wenn sie als
verschiebbare multiflexible Arbeitskraft gehalten werden und sich ein "Einarbeiten"
in spezifischer Unterschiede der verschiedenen Altenheime als nicht lohnenswert
erscheint ?

Frau "Hilfsbereit" hatte bis 1998 eine Festeinstellung in ein Altenheim, bis ein
Investor nach und nach den Mehrheitsanteil von über 51 % hatte und schon
wurden Pfleger_innen die Pistole auf der Brust gesetzt. Entweder Übernahme
von einem "externen Dritten", um weiter sein Job zu behalten oder Aufhebungs-
vertrag.. Übel, das anbei jegliche Lebensplanung und Jobsicherheit, sowie ca.
40 % des ursprünglichen Lohn hops geht.. (Damals vielen passiert.)

Und dann wundert sich "Extra", das ihre Leihkräfte nur noch wie die Söldner
agieren ?

Gerade im Pflegebereich wäre ein guter Anfang darin gemacht, Leiharbeit zu
verbieten. Gerade da sind Personalkosten mit dem spitzen Bleistift derartig
geschrumpft worden, das "Zwischenhändler" in dem Bereich wohl die
Hauptursache des Pflegenotstands darstellen.

Heute muss man als Patient oder Altenheimbewohner genau darauf achten, wer
die Einrichtung betreibt und welche "externen Dritte" in der Einrichtung ihre
Fuchteln mit drin haben.

Leiharbeit verbieten !

Und schon könnte der Job als Pfleger_in wieder etwas "attraktiver" werden.

 ::)
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