Sozial & Gesundheitswesen > Gesundheitswesen

Neue Streikkultur in den Kliniken

<< < (2/2)

Kuddel:
Dieser Strang ist schon ein paar Jahre alt.
Damals schien alles noch so neu. Man meinte bisher, man könne an Krankenhäusern nicht streiken.
Das sieht man inzwischen anders.


--- Zitat ---Nach Streiks: Klinik-Mitarbeiter werden besser bezahlt

Die Beschäftigten der Service GmbH des Klinikums Nürnberg werden in Zukunft wieder nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) bezahlt.
--- Ende Zitat ---
https://www.br.de/nachrichten/bayern/nach-streiks-klinik-mitarbeiter-werden-besser-bezahlt,SevjACg

Kuddel:
Streikende Servicekräfte gehören nun auch zur Normalität:


--- Zitat --- Streik der Servicekräfte am SKK: Auch die Stadt steht in der Kritik



Der Warnstreik der Servicekräfte am Städtischen Krankenhaus Kiel ruft Teile der Kommunalpolitik auf den Plan. Die Linke und der SSW werfen der Stadt Kiel als Eigentümer des Krankenhauses vor, die Beschäftigten hinzuhalten. SPD und Grüne versichern den Streikenden ihre Solidarität.

Kiel. Keine Wäsche, keine Reinigung, die Küche bleibt kalt: Der Warnstreik der Beschäftigten bei der ausgelagerten Service GmbH am Städtischen Krankenhaus Kiel (SKK) hat am Donnerstag begonnen. Der Ausstand soll nach Angaben der Gewerkschaft Verdi bis zum Freitag um 21.30 Uhr dauern.

Die Mitarbeitenden für Hygiene und Küche streiten und streiken für eine Wiedereingliederung der Service GmbH in die Krankenhaus-Gesellschaft mit Rückkehr in den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TÖVD). Ihre Vergütungen liegen laut Verdi derzeit mit rund 1800 Euro brutto um etwa 800 Euro unter den Tariflöhnen der übrigen Beschäftigten am SKK.

Gewerkschaft und Geschäftsführung liegen weit auseinander

Verdi-Verhandlungsführer Steffen Kühhirt nennt die Bezahlung „sittenwidrig niedrig“. Sie liege teilweise unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Die angebotenen zwei Prozent Lohnerhöhung pro Jahr seien unzureichend und verfestigten Armutslohn und Altersarmut. Demgegenüber warnt SKK-Geschäftsführer Roland Ventzke vor 2,5 Millionen Euro Kosten bei einer Rückkehr in den TVÖD. Sie bedrohten die Existenz des Städtischen Krankenhauses.

Aus Teilen der Kommunalpolitik erfahren die Streikenden Unterstützung. Ohne Wenn und Aber erklären die Ratsfraktionen der Linken und des SSW ihre Solidarität. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite verhöhne die Beschäftigten, sagt der Ratsfraktionschef der Linken, Stefan Rudau. Es gleiche nicht einmal die Inflationsrate aus.

Stadtverwaltung missachtet Ratsbeschluss vom Mai 2020

Beide Fraktionen erinnern an einen Ratsbeschluss vom Mai 2020. Danach sollte die Stadtverwaltung bis Mitte 2021 ein Konzept zur möglichst schnellen Wiedereingliederung der Service GmbH in die Krankenhaus GmbH, verbunden mit einer Bezahlung nach TÖVD, vorlegen.

Die Verwaltung ist dem geltenden Ratsbeschluss nicht nachgekommen. Stadtrat Gerwin Stöcken nennt ihn „nicht umsetzbar“. Der Gesundheitsdezernent ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhaus GmbH. Das Städtische Krankenhaus gehört der Stadt Kiel.

SSW-Fraktionschef Marcel Schmidt nennt es „beschämend, dass die Stadt es so weit hat kommen lassen“. Er erwarte, „dass die Landeshauptstadt Kiel ihrer Verantwortung als Eigentümer des SKK gerecht wird und endlich eine konstruktive Rolle einnimmt“.

Im Juni 2021 scheiterte ein Versuch von Linken, SSW und der damaligen „Fraktion“, den Wiedereingliederungsbeschluss vom Mai 2020 zu bekräftigen. Die damalige Ratsmehrheit von SPD, Grünen und FDP folgte dem Stadtrat Stöcken und legte den Beschluss für die Dauer der Tarifverhandlungen faktisch auf Eis.

SPD und Grüne versichern Solidarität mit den Beschäftigten

Das hindert SPD und Grüne jetzt nicht daran, ebenfalls ihre Solidarität mit den Streikenden zu bekunden. „Wir setzen uns für eine faire und gerechte Bezahlung der Beschäftigten der Service GmbH ein“, teilen die Ratsleute Matthias Treu (SPD) und Jessica Kordouni (Grüne) mit, „und haben das bereits im Juni in der Ratsversammlung deutlich gemacht“.

Beide fordern jetzt „ein Konzept und einen Zeitplan, wie diese Beschäftigten wieder in das Städtische Krankenhaus eingegliedert und nach TVÖD bezahlt werden können“. Sie ergänzen allerdings: „Da die Wiedereingliederung nicht kurzfristig zu erreichen sein wird, erwartet die Rathaus-Kooperation, dass in den Gesprächen zwischen Gewerkschaft und Geschäftsführung zügig Gehaltsverbesserungen vereinbart werden.“ Zugleich fordern sie eine Reform der Krankenhausfinanzierung.
--- Ende Zitat ---
https://www.kn-online.de/Kiel/Streik-der-Servicekraefte-am-SKK-Auch-die-Stadt-Kiel-steht-in-der-Kritik

Kuddel:

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln