Autor Thema: Sklavenmarkt Deutschland  (Gelesen 36884 mal)

Fritz Linow

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #60 am: 18:56:31 So. 15.September 2019 »
Zitat
8.9.19
Es sind schwere Vorwürfe, die Joseph Renè Samnick (52) aus Köln-Ehrenfeld gegen einen Arbeitskollegen erhebt. Während der Nachtschicht in der Firma Edelmann in Leverkusen ist es zu einem Streit zwischen dem Kölner Zeitarbeiter und einem Schichtleiter gekommen. Der Kameruner aus Ehrenfeld sagt: „Ich wurde rassistisch beleidigt und mit dem Tode bedroht.“ Jetzt ermittelt die Polizei. (...)
https://www.express.de/koeln/todesdrohungen--rassismus--koelner-zeitarbeiter-erhebt-schwere-vorwuerfe-gegen-kollegen-33123196

Fritz Linow

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #61 am: 21:25:55 Di. 21.Januar 2020 »
Die Stadt Frankfurt hatte Leihsklaven als Stadtpolizisten eingesetzt. Keine gute Idee:

Zitat
21.1.20
Was Falschparker über die illegalen Strafzettel wissen sollten

Millionen Falschparker in Hessen sind rechtswidrig zur Kasse gebeten worden. Was genau steht im Frankfurter Beschluss? Welche Städte betrifft es? Gibt es eine Chance auf Geld zurück? Droht ohne Leiharbeiter jetzt Chaos bei der Stadtpolizei? Fragen und Antworten. (...)
https://www.hessenschau.de/wirtschaft/faq-was-falschparker-ueber-die-illegalen-strafzettel-wissen-sollten,knollen-urteil-fragen-und-antworten-100.html

balanceistischen

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #62 am: 13:04:03 Di. 03.März 2020 »
Ich bin eher zufällig drüber gestolpert. Eine (Radio?)Reportage, eine Soundcollage zur Situation prekärer Ausbeutungsverhältnisse in Deutschland von 2014.
Wirklich gut gemacht.

! No longer available

Organisierte Widerstand ist da ganz wichtig. Wir brauchen mehr antikapitalistischen Kraft, um da was zu machen.

Kuddel

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #63 am: 13:43:32 Di. 03.März 2020 »
Gut, gut, schön, schön. Doch wie stellst du dir das in der Praxis vor?

Fritz Linow

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #64 am: 12:16:31 Mo. 04.Mai 2020 »
Zitat
28.4.20
Gedämpfte Stimmung in der Zeitarbeit bereits in 2019: Höchstüberlassungsdauer, Bewerbermangel und schwache Konjunktur sorgen für deutlichen Umsatzrückgang

Bei den 25 führenden Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland ist im Jahr 2019 der Umsatz im Durchschnitt um -8,2 Prozent gegenüber 2018 gesunken. Die zehn führenden Unternehmen im Markt verzeichnen mit durchschnittlich -12,2 Prozent einen noch größeren Umsatzrückgang als alle Unternehmen der Lünendonk®-Liste. Das Geschäftsjahr 2019 wurde wesentlich beeinflusst von verschärfter Regulierung und einer beginnenden Konjunkturschwäche in der Industrie. Neben der Höchstüberlassungsdauer als wesentlichem regulatorischem Einfluss spüren die Zeitarbeitsunternehmen vor allem den Fachkräfte- und Personalmangel. „Im Hinblick auf die Herausforderungen der aktuellen Corona-Krise belastet den Zeitarbeitsmarkt bereits ein sehr schwieriges Geschäftsjahr 2019“, sagt Thomas Ball, Partner beim Marktforschungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder, Mindelheim. (...)
https://www.luenendonk.de/aktuelles/presseinformationen/gedaempfte-stimmung-in-der-zeitarbeit-bereits-in-2019-hoechstueberlassungsdauer-bewerbermangel-und-schwache-konjunktur-sorgen-fuer-deutlichen-umsatzrueckgang

Onkel Tom

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #65 am: 11:56:50 Di. 05.Mai 2020 »
Danke für den Leckerbissen und die darin vergrabene Bestätigung, das es Wirkung hat, gegen ZAF und Co. zu kämpfen  :)

Endlich seid langem mal ein Feedback darüber, in wie weit das etwas bringt, Arbeitsuchende darüber auf zu klären und zu unterstützen, wie man sich bei Leihbuden
"richtig" bewirbt, sowie die DSVO zu nutzen, nicht gleich ins Haifischbecken a la Berwerberdatenpool zu fallen.. Freufreu.. Etwas Ebbe dort ;D ;D  ;D

Gegenüber der Corona-Kriese scheinen die Sklavenhändler noch optimistisch zu sein, doch die üblichen Verdächtigen, die ihrem Ruf weg haben mit der BA zu kuscheln
( Ausgemusterte Bewerber beim JC an zu schwärzen und dafür weiter Nachwuchs zugeschanzt zu bekommen), verzeichnen Umsatzrückgänge, die zwar gut klingen,
jedoch noch meines Erachten nicht saftig genug sind..

Uff.. Die Studie von 6 PDF-Seiten hat ja ein stolzen Preis und mir wird es schwindelig, dafür sparen zu müssen um meine Neugierde zu befriedigen. Bringt nix, diese
Studie in ca. 10 bis 15 Jahren leisten zu können.. 2000 Euronen zuzüglich Märchensteuer.. Würde da gern mal meine Nase rein stecken.. Seufs.

Aber es macht mir Mut und gibt mir Kraft, weiter im Elo-Forum immer wieder darin zu unterstützen, wie man sich bei Vermittlungsangeboten vom Mobcenter bei
Sklavenhändlern "richtig" bewirbt..  8)

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchien und schöön, das der ganze Aufwand nicht umsonst ist. Sorry, man zweifelt ja hin und wieder, wenn man nicht sehen kann,
wie sich Aktivitäten gegen Sklavenhändlertum bei den Leihbuden auswirkt. Ach ja.. Schön auch, mal wieder das Transpi Leiharbeit verbieten ! gesehen zu haben  :)

Ich finde, wir haben es uns verdient, uns darüber ergötzen zu können..

Mit solidarischen Grüßen Tom  :)
Lass Dich nicht verhartzen !

Fritz Linow

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #66 am: 00:11:40 Fr. 08.Mai 2020 »
(...)
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchien und schöön, das der ganze Aufwand nicht umsonst ist. Sorry, man zweifelt ja hin und wieder, wenn man nicht sehen kann,
wie sich Aktivitäten gegen Sklavenhändlertum bei den Leihbuden auswirkt.
(...)

Ich bin da nicht ganz so optimistisch, dass es tatsächlich an einer Gegenwehr liegt. Klar ist es geil, wenn die Sklavenhändler richtig abkacken, aber ich gehe eher von einer Konsolidierung und verstärkten Monopolisierung der verfickten Branche aus. Am Kern ändert sich da grundsätzlich kaum etwas, weil er gar nicht mehr in Frage gestellt wird.
Leiharbeit ist.
Und darf auch Kurzarbeit anmelden.

(Auch in dem Forum Zoom der IGM wurde dieser Zustand mMn letztendlich kaum angezweifelt, sollte aber in einem entsprechenden Thread diskutiert werden)

Trotzdem ist für den Moment diese Nachricht einerseits schön, andererseits nicht so:
Zitat
7.5.20
(...)
Laut einer Umfrage des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) unter seinen Mitgliedsunternehmen sind 88 Prozent der Unternehmen von Personal-Abmeldungen durch die Einsatz-Unternehmen betroffen, die auf die Corona-Krise zurückführen sind. Knapp 70 Prozent davon konnten keine neuen Aufträge akquirieren. Ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) schätzt die Corona-Krise sogar „existenzgefährdend“ ein.(...)
https://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2020/05/96310/

Onkel Tom

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #67 am: 00:48:56 Fr. 08.Mai 2020 »
Naja, ich glaube wir haben beide Recht, wobei jedoch deine Ansicht den größten Teil ausmacht.
Und bevor dem BA-Chef Scheele die Mittel aus den BA-Rücklagen ausgehen, ware das ja doch ganz nett, das Gespräche aufkommen, die
Gelder nicht mehr dahin zu pumpen.

Das tut mir für den Fall für die Leiharbeiter_innen zwar leid, wenn sich das ganze richtung Leiharbeit verbieten bewegt und Ebbe in deren
Geldbörse aufkommt, aber erhöht gleichzeitig das Denkvermögen, ob das denn alles so richtig ist, in den Verhältnissen, in den sie
gezwungen sind.. Leiharbeitslohn oder Harz 4.. Beide Einkommensarten kommen nur wie eine Beruhigungspille daher, damit die
Bevölkerung nicht auf die Barrikaden geht.. Ich sehe da notwendige Änderungen bezüglich Verteilung von Lohn und Brot.

Corona hat nun ein Schraubenschlüssel ins Getriebe geschmissen. Das finde ich positiv und es wird Zeit, das dies auch die Chance ist,
das es künftig gerechter zugehen könnte. Klar, das kann noch richtig krachen, aber da müssen wir alle wohl durch und nach einem
Gewitter wird die Luft wieder besser.

Die Regierung hat es noch nicht begriffen, das Geld scheffeln nicht der Sinn des Lebens ist. Die Unzufriedenheit der Arbeiterklasse
ist die Mehrheit der Bevölkerung und wenn das Faß überläuft ? Hmm.. Die Firmen, die Gelbwesten produzieren, könnten schon mal
auf Vorrat produzieren, damit im Falle des Falles jeder so ein Ding hat..

Die Klopapierkriese und Maskenkriese reicht ja schon..  ;)

Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #68 am: 19:56:51 Di. 13.Oktober 2020 »
Zitat
Obdachloser AVR-Leiharbeiter schockierte Landwirte

Der Arbeiter hatte sein Lager zwischen Strohballen aufgeschlagen, weil er sich noch keine Wohnung leisten konnte. Mittlerweile hat das Unternehmen reagiert.


Rhein-Neckar. Ein Mann hat in den vergangenen Tagen für Aufruhr im Dossenheimer Ortsteil Schwabenheimer Hof gesorgt. "Ich kam morgens zu den Strohballen, und da hatte er sein Lager aufgebaut", erzählt ein örtlicher Landwirt der RNZ. "Mit Isomatte, Kochtopf und einer Reisetasche." Im Gespräch habe der Mann dem Landwirt erzählt, dass er beim Abfallentsorger AVR – der direkt gegenüber besagter Strohballen eine Niederlassung hat – arbeite, aber erst nächsten Monat Gehalt bekomme und sich eine Wohnung leisten könne.
...
"Aber eigentlich tut er uns leid", sagt ein anderer Stallbetreiber. Er ist geschockt von der Situation. "Das ist kein böser Mensch, der ist total nett und gepflegt", stimmt ihm die Stallbesitzerin zu. "Er stand sogar morgens in dem Strohhaufen und hat sich rasiert." Aber obdachlos dürfe er nicht bleiben. Deswegen nahm die Stallbesitzerin am Montag Kontakt mit der AVR auf.

Vorständin Katja Deschner bestätigte auf Anfrage der RNZ, seit Montag über den Fall informiert zu sein. Und sie hat Erklärungen. "Der Mitarbeiter hatte am vergangenen Freitag seinen ersten Arbeitstag bei uns", sagt sie. Angestellt sei er über ein Mannheimer Dienstleistungsunternehmen, mit dem die AVR bereits seit Jahren zusammenarbeite. Auf diese Weise deckt das Unternehmen Spitzenzeiten ab, in denen entweder der Krankenstand hoch ist, oder viele Mitarbeiter gleichzeitig in Urlaub sind.

"Aktuell beschäftigen wir zwei Leiharbeiter und 178 Mitarbeiter in der Abfallsammlung", erklärt Deschner. "Wir sehen Leiharbeit auch als Chance. Viele unserer Leiharbeiter haben später bei uns eine Festanstellung bekommen", betont sie. Zur Situation des betreffenden Mannes äußert sie sich ebenfalls. "Er ist in Mannheim gemeldet und hat dort eine Wohnung", gibt Deschner an.

"Ich weiß nicht, warum er derzeit nicht hinein kann", schildert sie. "In solchen Fällen versuchen wir eigentlich zu vermitteln, ob der Mitarbeiter vielleicht auch mal zwei Tage bei einem Kollegen übernachten kann, wenn es zu Hause mal nicht stimmt." Der betreffende Mitarbeiter habe allerdings niemanden über seine Situation informiert. Das passt zu den Angaben der Anlieger. "Er nimmt das total locker, für ihn scheint das gar kein Problem zu sein", schilderte der Stallbetreiber seinen Eindruck nach Gesprächen mit dem Mitarbeiter.

Die Stallbesitzerin hat auch einen vermeintlichen Kollegen des Mitarbeiters getroffen. "Der hat mir vorgeschlagen, dass ich ihm zusätzlich zu seinem Job noch einen Minijob geben soll und ihm dafür dann eine Unterkunft auf meinem Hof biete", erzählt sie. Doch das sei schließlich auch keine Lösung. Die Landwirte und Stallbesitzer hoffen, dass sich eine bessere Lösung für den Mann findet.

Das ist bereits passiert: Das Mannheimer Dienstleistungsunternehmen, bei dem der Mann beschäftigt ist, hat laut Katja Deschner eine Unterkunft besorgt.
https://www.rnz.de/nachrichten/metropolregion_artikel,-schwabenheimer-hof-obdachloser-avr-leiharbeiter-schockierte-landwirte-_arid,551619.html

Der Müllentsorger AVR nimmt die Dienste von Sklavenhändlern in Anspruch.
Aus der Selbstdarstellung:
Zitat
Als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger sorgen wir für die fachgerechte Entsorgung von Abfällen.
https://www.avr-kommunal.de/unternehmen/wir-fuer-sie/

Fritz Linow

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #69 am: 21:03:57 Fr. 30.Oktober 2020 »
Kurze Reportage von 1965, als private Arbeitsvermittlung und Leiharbeit noch nicht erlaubt waren:
Zitat
Im Gespräch: Private Arbeitsvermittlung unter Druck
Gerichte und Arbeitsämter halten den Verleih freiberuflicher Sekretärinnen an Unternehmen für rechtswidrig.
https://www.ardmediathek.de/ndr/video/norddeutsche-geschichte-n/im-gespraech-private-arbeitsvermittlung-unter-druck/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS84M2I0NDdkMC1jZjlhLTQ3YmMtYjI0NS1jOWQ3YTdkNmY1MzQ/

Fritz Linow

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Re: Sklavenmarkt Deutschland
« Antwort #70 am: 22:55:43 Di. 05.Januar 2021 »
Retro:

Zitat
5.1.21
Westliche Leiharbeiter in der DDR und die Rolle des MfS

Auf ihren Großbaustellen setzte die DDR auch ausländische Leiharbeiter ein, zunächst vorrangig vom Balkan. Als es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen jugoslawischen Volksgruppen und zu Streiks wegen unzureichender Unterbringung kam, ordnete die Stasi die Leiharbeitsstrukturen neu. Dadurch kamen ausgewählte westdeutsche Leiharbeitsfirmen ins Spiel. Und das MfS kassierte Devisen.
(...)
https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/324991/westliche-leiharbeiter-in-der-ddr-und-die-rolle-des-mfs