Autor Thema: Mit den Nerven am Ende  (Gelesen 37768 mal)

Chlorophytum

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Mit den Nerven am Ende
« am: 13:28:39 Fr. 08.Juli 2016 »
Hallo!

Ich verfolge dieses Forum schon seit Jahren. Mal mehr mal weniger aktiv. Aber stetig. Jetzt habe ich ein Problem.
Ich arbeite seit 5 Jahren in einem Betrieb, inzwischen als Vorarbeiterin. Kümmere mich um die Lehrlinge, die Kunden , das Telefon und alles was sonst noch so anfällt.
Der Chef war von Anfang an ein riesengroßes Arschloch. Schreit rum, behandelt alle wie Dreck. Wir haben ein Langzeitstundenkonto, da wir im Winter nicht soviel arbeiten. Dieses müssen wir dann während des Jahres auffüllen.
Damit er uns im Winter nicht entlassen muss. Das bedeutet, Überstunden bis zum Anschlag. Ein Kollege kam letztes Jahr auf 450 Überstunden. Diese wurden ihm ausbezahlt und da das Wetter nicht so schlecht war, wurde weitergearbeitet.
Wir werden persönlich angegriffen. Und zwar alle.
Im Sommer gibt es zwei Wochen Urlaub. Ich befinde mich gerade am Ende von Woche 2. Montag muss ich wieder los. Und wenn ich daran denke, glaube ich, ich kann das nicht mehr.
Um meinen Urlaub musste ich hart kämpfen, eigentlich wollte der Chef mir gar keinen Urlaub geben. Den sollte ich für den Winter aufsparen. Wie ich es denn wagen könnte, danach zu fragen. Ich solle dankbar sein, dass ich bei ihm arbeiten dürfe.
Irgendwann schob er mir einen Fehler unter, der aufgrund seiner falschen Anweisungen zu Stande kam, das haben alle mitbekommen. Und da sagte er zu mir: "Dein Berufsabschluss hat sich bei dir gar nicht gelohnt."
Es sind ein paar schlimme Unfälle passiert, aufgrund von Hektik, die der Chef mit seiner Schreierei erzeugt. Ein Kollege war wegen eines solchen Unfalles krank geschrieben und dann wurde ihm vorgehalten, er sei krank gewesen.
Zwei unserer Leute wohnen zusammen und wollten auch zusammen Urlaub haben, da wurde die Ernsthaftigkeit der Beziehung in Frage gestellt.  Die Ausbildung im Betrieb ist glatt mangelhaft. Vom Meister wird nix erklärt, der ist dumm wie Scheisse. Und wenn er was erklärt, dann auch noch falsch.
Sicherheitsvorschriften...? Was für Sicherheitsvorschriften? Die Arbeit ist lebensgefährlich. Bei Eisregen draußen arbeiten. Bei Gewitter. Bei Sturm. Bei 40°C.
Sexistische Anspielungen, Einmischung ins Privatleben. Fragt den Azubi, warum er nicht bei seinem Stiefvater wohnen geblieben ist, als seine Mutter sich von dem getrennt hat.
Stellt seine Leute vor Kunden als faule Schweine hin. Bei 450 Überstunden... Ist klar. Er beleidigt Kunden, bescheisst die auch noch, indem er Fantasiepreise abrechnet und ein MItarbeiter hatte einen Nervenzusammenbruch, ein anderer einen Herzinfarkt.
Ich lasse mir eigentlich nix von ihm gefallen und bin recht wehrhaft. Aber ich empfinde inzwischen blanken Hass für diese Person.

Na ja, ich spiele mit dem Gedanken da zu verschwinden. Zwei meiner Kollegen auch. Ich habe seit zwei Jahren ein Tagebuch über die Vorfälle geführt. Mit  Datum, Uhrzeit. Nur wie das halt so ist... Arbeitsplätze sind dünn gesäht. Mit dem Arbeitsamt möchte man doch lieber nix zu tun haben. Außerdem hat der Chef Connections. Er ist seit 40 Jahren im Geschäft und er wird dafür sorgen, dass keiner von uns einen Fuß auf die Erde bekommt.

Allerdings bin ich so durcheinander und mir geht es seit dem Spruch mit dem Berufsabschluss so mies, dass ich eigentlich gar nix mehr hinbekomme. Wie halte ich das noch so lange aus, bis ich meinen Absprung vernünftig organisiert habe?

Danke fürs Lesen.

Lg Chlorophytum

Rudolf Rocker

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #1 am: 13:57:38 Fr. 08.Juli 2016 »
Moin Grünlilie!

Schon beim ersten durchlesen sind mir ein paar Dinger aufgefallen, die Arbeitsrechtlich doch schon ziemlich fragwürdig sind. Um dem Urlaub zu verweigern muss der Chef schon gute Gründe haben und eine Ablehnung muss er schriftlich begründen. Die Höhe der Überstunden dürfte auch gegen das Arbeitszeitgesetz verstoßen.
Was Du schreibst, hört sich ein bißchen nach GaLa- Bau an. Da gibt es richtige Schweinefirmen.
Ich rate Dir mal dringend eine Gewerkschaftsvertretung aufzusuchen bzw. anzurufen. (Wenn ich mit GaLa- Bau richtig liege ist das die IG BAU.
Und das dein Chef soviele Connections hat, das du nie wieder irgendwo einen Fuß in die Tür bekommst, wenn Du da in den Sack haust, ist ein purer Mythos!
Die Firmen stehen alle in Konkurrenz und so mancher Mitbewerber freut sich über Insiderwissen aus anderen Firmen!
Wenn´s gar nicht mehr geht, geh zum Hausarzt und schildere deine Situation.


counselor

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #2 am: 15:04:23 Fr. 08.Juli 2016 »
Mit Deinem Mobbing-Tagebuch hast Du gute Karten,  wenn es um eine hohe Abfindung geht. Du solltest auf jeden Fall zur Gewerkschaft oder zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

BGS

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #3 am: 22:43:53 Fr. 08.Juli 2016 »
Moin "Chlorophytum".

herzlichen Dank fuer Deine Schilderung , leider gibt es solche Zustände wohl weltweit.

Ich selbst arbeite seit Jahren in einem skandinavischem Hafen als Gabelstaplerfahrer, nachdem mir die Zustände in Deutschland unerträglich geworden waren trotz "guter" Jobs im Reederei- und Logistikbereich. Daher beherrsche ich nun z. B. vier Sprachen.

Doch heute musste ich mir indirekt herablassende Äusserungen meines schlicht gestrickten Chefs vor Kunden anhören und leide sehr unter derartigen unberechtigten und unnötigen Kränkungen.

Dennoch werde ich weiter kämpfen um vollständige Anerkennung durch die Tatsache meiner sehr guten Arbeit. Im Wissen, dass auch andere Zeiten kommen werden.

Fehlt noch, dass einen miese "Chefs" und Ausbeuter klein kriegen. Lieber halte ich durch und sehe zu, mich durch Sport, Kunst, Literatur und Meditation fitter zu halten, als meine Vorgesetzten. Denn die Zeit spielt fuer uns.

Lass' Dich nicht zermuerben. falls möglich, und sei Dir Deines Wertes -auch jenseits der Arbeitswelt- stets bewusst.

Auch ich bin seit Jahren mitunter erschöpft, doch sage ich: "Lever duad, as slaaf" = Lieber tot, als ein Sklave.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Chlorophytum

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #4 am: 11:08:09 Sa. 09.Juli 2016 »
Hi!

Ja, bingo, ist Galabau/ Baumschule. Gestern hat sich einer der Azubis bei mir gemeldet und meinte, er sollte Samstags arbeiten. Hat er abgelehnt, da sagte der Chef, 48 Stunden/ Woche wären Vorschrift. Was totaler Schwachsinn ist, im Vertrag standen 40 Stunden.
Wenn ich das schon höre...
Und wenn ich mir das Arbeitszeitgesetz so durchlese, da stimmt ja gar nix. Und der Chef nutzt mit der Begründung "Wir sind Landwirtschaft" jedes Schlupfloch, dass es gibt.
Sein Sohn ist noch bekloppter im Kopf. Der tut den ganzen Tag nix anderes als uns hinterherzuschleichen und bei der Arbeit zu beobachten, was wirklich ausgesprochen unangenehm ist.
Und schleichen ist nicht übertrieben. Er bleibt in Deckung, und dann sieht man ihn plötzlich irgendwo stehen, wie er gerade rüberstiert.
Na ja, ich könnte noch 200000 Sachen aufschreiben, die bei uns so abgehen. Was aber grad gar nix ändert. Gewerkschaft erscheint mir auch ganz sinnvoll.

Danke für eure Ratschläge!




counselor

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #5 am: 11:22:27 Sa. 09.Juli 2016 »
Das ist das typische Verhalten von Ausbeutern.  Dem kommst Du nur mit der Gewerkschaft bei. Wird aber sehr anstrengend werden. Er wird Dich vermutlich bossen wo er kann.

Wie stehen die Kollegen zu Dir?  Vielleicht hält der ein oder andere zu Dir?
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Rudolf Rocker

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #6 am: 14:58:04 Mo. 11.Juli 2016 »
Hallo Chlorophytum!
Schau mal nach, ob Dein Arbeitgeber im Arbeitgeberverband ist. Dann ist er sogar Tarifgebunden!
D.h. er muss nicht nur die darin vereinbarten Löhne zahlen, er muss sich auch an die darin vereinbarten Arbeitszeiten halten.

Chlorophytum

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #7 am: 19:23:04 Mo. 11.Juli 2016 »
Mal ne dumme Frage... Wo kann ich das nachlesen?
Rückhalt von den Kollegen habe ich jetzt, denen geht es ja auch nicht besser. Untereinander kommen wir alle super klar. Die Frage ist nur, ob sie das so weiterführen, wenn es mal unbequem wird.
Chef war morgens noch ganz ruhig. Mittags nahm er dann langsam Fahrt auf und erklärte mir überaus ätzend und wie für eine Amöbe, was ich zu tun hätte.

Nachmittags hat erstmal die Auszubildende gefaltet. Dafür hat er mit seiner Stimme eine Distanz von gut 15 Metern überbrückt. Ich hasse diesen Menschen.


Rudolf Rocker

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #8 am: 20:07:56 Mo. 11.Juli 2016 »
Zitat
Mal ne dumme Frage... Wo kann ich das nachlesen?
Wenn man Mitglied bei der Gewerkschaft ist, kann man da nachfragen, oder Du musst in die Suchmaschiene mal den Namen des Betriebes plus Arbeitgeberverband eingeben.
Zitat
Dafür hat er mit seiner Stimme eine Distanz von gut 15 Metern überbrückt.
Kenne ich irgendwoher!
Wir nannten das immer "Haare nach hinten föhnen!" ;D

HeiBa

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #9 am: 09:49:31 Di. 12.Juli 2016 »
Als ich deinen Beitrag las, hab ich sofort an mich selbst denken müssen, da ich genau die selben Situationen schon mehrmals in meinem Leben hatte.
Immer wieder war ich in Firmen beschäftigt, in denen der Chef meinte, Vorgesetzter zu sein würde zu absolut allem berechtigen.
Beispielsweise war in einer Firma offiziell um 7 Uhr Arbeitsbeginn, erscheinen musste man aber in einem Betriebsraum um spätestens 6.30 Uhr. Der Grund war ganz banal, in der halben Stunde wurde man vor allen anderen Mitarbeitern zusammen gefaltet, angeschrien, beleidigt und gedemütigt. Viele Vorgesetzte entwickeln sich im Lauf der Zeit zu regelrechten Sadisten. In der Zeit bekam ich Panikattacken, wenn ich zuhause an meinen Chef dachte und daran, am nächsten Tag wieder im Betrieb sein zu müssen. Irgendwann entwickelte sich eine regelrechte Psychose. Man war froh, wenn ein anderer Mitarbeiter in der Früh fertig gemacht wurde und man selbst verschont blieb. Das Ganze ging so weit, dass er seinen Sekretär mit dem Telefon und einen Azubi mit der Schaufel schlug. Beide trauten sich nicht mal mehr, sich zu wehren.
Ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass das aber immer schlimmer und schlimmer wird, solange man dieses Spiel mitspielt.Wenn ich dir einen Rat geben kann, dann den, dich zu wehren. Du bist nicht das Eigentum deines Chefs und du bist nicht rechtlos, so wie das mancher Chef offenbar versteht. Wenn dich dein Chef anschreit, schrei zurück und zwar lauter als er! Ich mein das ernst, das hat bei mir bisher bei jedem Chef geholfen. Diese Leute sind es meist gewohnt, dass jeder nach ihrer Pfeife tanzt und schluckt. Sie rechnen nicht damit, dass sich ein Mitarbeiter wehrt und ihnen die Stirn bietet. Wenn sie merken, dass man sich diese Behandlung nicht (mehr) bieten lässt, suchen sie sich meist sehr schnell ein anderes Opfer.
Unter dem Strich ist das aber natürlich auch nur eine kurzfristige Lösung. Langfristig würde ich unbedingt eine andere Stelle suchen. Das Gerede deines Chefs von wegen "Connections" ist Bullshit hoch 10. Das ist die übliche Masche von Tyrannen aus Bedrohung und Einschüchterung. Grade solche Chefs sind unter ihren Konkurrenten meist längst bekannt und die meisten sind froh, wenn sie ihrem Konkurrenten eins auswischen können.
Dieses Gerede deines Chefs zeigt einfach nur seinen Größenwahn.
Wie gesagt, lass dir eine solche Behandlung nicht gefallen. Zeig, dass du nicht sein Sklave bist und such dir einen anderen Betrieb.

Viel Erfolg!

Rudolf Rocker

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #10 am: 11:44:53 Di. 12.Juli 2016 »
Zitat
Wenn dich dein Chef anschreit, schrei zurück und zwar lauter als er! Ich mein das ernst, das hat bei mir bisher bei jedem Chef geholfen.
Das hab ich auch immer so gehandhabt! In einer Firma wurde ich, eine Woche nachdem ich den Chef angebrüllt hatte zum Vorarbeiter ernannt! ;D


HeiBa

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #11 am: 12:00:17 Di. 12.Juli 2016 »
Ganz genau das meinte ich. Wenn man sich selbst zum Fußabtreter macht, wird man auch für alle Zeiten als Fußabtreter behandelt.
Sich dann mit Kollegen gegenseitig bemitleiden hilft keinem weiter.

Rudolf Rocker

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #12 am: 15:05:22 Di. 12.Juli 2016 »
Für solche Chefs ist das gegenseitige Anschreien auch normaler Umgangston.
Da gibt es welche die können einen Arbeitsvertrag leider nicht von einem Kaufvertrag unterscheiden und glauben, mit ihren Angestellten müsste das genauso funktionieren wie mit ihrem Auto.
Wenn ich es brauche, hat es vor der Tür zu stehen und wenn ich es nicht brauche, parkt es in der Garage. Und der Mitarbeiter hat auch zu springen wenn ich ihn brauche und wenn ich ihn nicht brauche schicke ich ihn nach Hause ohne ihn zu bezahlen.

Und die Chefs wissen auch genau mit wem sie diese Spielchen machen können und mit wem nicht.

Onkel Tom

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #13 am: 23:03:18 Fr. 07.Oktober 2016 »
Jo Grünlielie.

Erinnert mich auch an eigene derbe Zeiten und muss jedoch auch etwas schmunzeln,
weil ich zu Deinem Chef den Verdacht habe, das er in Wirklichkeit ein Weichei ist, der
stets eine künstlich aufgesetzte harte Schale präsentiert.. Doch da gibt es richtig lustige
Gegenmittel, was Kommunikationsathmosphäre betrifft, wie z.B. :
Ein hemisches Grinsen im Gesicht "Ja Cheff, geht das noch lauter ?"
"Willst Du mich verarschen ?!!"
"Nein. Aber so können wir nicht miteinander reden !"

So ein subtiles nicht ernst nehmen und korregieren bringt ein Kolleriker so auf die Palme,
das er nach einigen Malen soweit abgenervt ist, das er dann doch überlegt, was er falsch
macht. Versuch ist es wert und es schmekt Dir richtig gut, wenn Scheffes Kinnlade runter
fällt. Sowas in versammelter Mannschaft ? Noch besser und kannst gleich ein Blick zu
Deinen Leidensgenossen werfen, ob anhand des Gesichtsausruck und Verhalten ein
Mitstreiter werden könnte.

Zu den Beiträgen der User vor mir, kann ich mich nur anschließen  ;D

Daher Dir ja wohl schon klar ist, das Dein Arbeitsverhältniss nicht von Dauer werden
kann, wäre es doch schon eine Abwechslung für Dich, dir einen Schlachtplan zu
stricken, wie Du am besten aus der Mallesche kommst, ohne weitere Federn lassen
zu müssen.

Mit Deinem Mobbingtagebuch hast Du doch schon ein guten Anfang gemacht, dich
zu wappnen.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen, Dich den Umständen entsprechend
"zu bedanken".. Erst schön sammeln und dann schauen, was Mensch wuppen kann  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

dagmar

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Re:Mit den Nerven am Ende
« Antwort #14 am: 11:42:25 Mo. 17.Oktober 2016 »
Hallo Chlorophytum,
das von Dir beschriebene Verhalten kenne ich aus einem Gartenbaubetrieb - und nicht nur dem....

Jetzt arbeite ich als persönliche Assistentin - besser gesagt "perönlicher Arsch" wo der Arbeitgeber ebenso drauf ist.....

Nur: Jobs liegen leider nicht rum. Bei mir - mit Mitte 50 - ist das eh nicht so locker. Glaub mir, jeder Tag heisst mich morgens überwinden. Als gestern mein Choleriker wirder rumschrie dachte ich nur "gut gebrüllt Löwe, ich kann gleich gehen, Du aber bleibst mit Deiner Laune jeden Tag 24 Stunden zusammen". Das hilft mir nicht langfristig. Zumindest aber heute und morgen wo ich frei habe.....

Ich für mich kann nur sagen, ich bemühe mich nach einem anderen Job (schwere Arbeit und schlechte Angebote, die auch Ausbeutung sind bisher), jeden Monat, in welchem ich Gehalt bekomme erhöht sich mein Anspruch auf Arbeiitslosengeld und mittlerweile auch der Rollatorzuschlag. Da ich über 50 bin erhöht sich ja dann der Anspruch auf Arbeitslosengeld nach einer gewissen Dauer von Berufstätigkeit.

Ich habe wegen der sexuallisierten Aktionen meines Arbeitgebers vorsichtshalber beim Arbeitsamt nachgefragt ob bei einer Kündigung eine Sperre eintritt. Mir wurde versichert (ich habe mir zur Sicherheit die Daten des Ansprechpartners und das Datum aufgeschrieben) dass bei einer Eigenkündigung keine Sperre erfolgen würde. Leider aber entspräche mein Arbeitslosengeld gerade mal dem Hartz4-Satz. Dennoch: vielleicht ein Ansatz für Dich sich zu erkundigen bei den "Freunden" des Arbeitsamtes um zumindest einen gewissen Rückhalt zu haben wenn es knallt....

Ich selber weiß für mich auch nicht, wann ich mal einen unqualifizierten Kommentar zurück gebe, der dann eine Kündigung rechtfertigen würde.

Bisher ignoriere ich die Sprüche/Schreierei entweder oder gebe die passende Antwort oder aber: gestriger Zufallstreffer (siehe obiger Beitrag" "au, das war schön laut, weiter so". Komisch, wenn mein "Chef" so deutlich mit seinem Sprachcomputer sprechen würde wie mit mir rumschreien, dann würde dieser ihn auch verstehen ;-)

Halt Dich wacker und lass Dich nicht unterkriegen .... Glaub mir, diese Familie muss sich und ihr Gehabe 24 Stunden am Tag ertragen.

Gruß von Dagmar