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Start-ups

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Kuddel:
Mit dem hippen Brechmittelamerikanismus "Start-up" kriegt man mich auf die Palme.

Das Sich-Selbstständig-Machen erscheint vielen Verzweifelten als Ausweg. Oftmals reiten sie sich damit richtig in die Scheiße und Überschuldung.
Und man hat niemals Feierabend. Der Druck verfogt einen Tag und Nacht.

Und dieser Dreck wird jetzt propagiert mit dem Hip-Ausdruck Start-up und dem Traum "vom Tellerwäscher zum Millionär". Die Medien verbinden es gern mit Berichten über knallhippe Bartträger, tätowiert, Brauer eines Craft Biers, gepiercte lesbische Mädels, die eine Coffee Bar betreiben.


--- Zitat ---„Hast du gehört, dass mein Kumpel Dave sein Start-up an Salesforce verkauft hat, für 30 Millionen Dollar?“ – „Nee, was macht er denn jetzt?“ – „Na, ein neues Start-up. Was mit Sharing Economy.“
--- Ende Zitat ---
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/techies-fuer-das-grundeinkommen


--- Zitat ---Schließlich kann hier jeder Depp durch pures Glück reich werden. Das erklärte mir zumindest eine Bekannte, die Geschäftsführerin eines sehr beliebten, aber unprofitablen Start-ups ist.
(...)
Das Tolle am amerikanischen Traum ist, dass er sich so gut verkaufen lässt. Investoren verkaufen ihn an Unternehmensgründer. Gründer verkaufen ihn an ihre Angestellten. Politiker verkaufen ihn an Wähler, die dann gegen ihre eigenen Interessen wählen – es könnte sich irgendwann ja noch lohnen.
--- Ende Zitat ---
https://www.freitag.de/autoren/maebert/ein-start-up-gruenden-und-dom-perignon-trinken

counselor:
Ja, furchtbar das Getue um "Start-Ups".

BGS:
Naja, das Wort nervt. Doch nicht alle Selbstst'ndigkeit muss scheitern. Klar, Einsatz und Risiko sind hoch.

MfG

BGS

Troll:
Es passt zum Zeitgeist, die einen versuchen den Repressalien zu entkommen und die anderen "Macher" zeigen was sie können, egal welche, Aktivität ist immer besser als Passivität. Wirklich über längere Zeit erfolgreiche "Start-ups" gibt es im Vergleich zu den Start-up-Verlierern sehr wenige, aber die wenigen erfolgreichen machen die Schlagzeilen und Jubelberichte.

Rudolf Rocker:
Genau so ist es!
Ich hab keine Ahnung wie es genau aussieht und ob es darüber irgendeine Statistik gibt, aber wenn von 1000 Start-Ups eines Erfolgreich wird und 999 den Bach runtergehen erfährt man in den Medien etwas über dieses eine erfolgreiche Unternehmen, aber nichts über die anderen 999!
Und das scheint mir durchaus so gewollt: Passt doch dieses "jeder ist sein eigener Chef" wunderbar in die neoliberale Doktrin.
Dann kann jeder selber zusehen, wie er seine Krankenversicherung bezahlt, wie er seine Rente zusammenspart oder sonstwie über die Runden kommt. Die Konzerne vergeben nur noch Aufträge an die Selbstständigen und wenn der Auftrag erledigt ist wird er wieder entlassen.
Auf dem Bau läuft das ja schon lange so mit Subsubsubsubsub- Unternehmern. Da bekommt Bodo den Auftrag mit seinem Bagger ein Loch zu buddeln. Hat er das erledigt, kann er wieder abhauen.
Das unternehmerische Risko (Bodo wird krank, der Bagger geht kaputt) trägt er ganz alleine.

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