Autor Thema: Start-ups  (Gelesen 57097 mal)

milchbrötchen

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Re: Start-ups
« Antwort #30 am: 09:25:46 Mo. 15.Juli 2019 »
Wenn alle Großkonzerne abwandern, nach wo billiger auzubeuten, dann muss man neue Ausbeuter züchten. Die nennt man dann ganz hipp Startup. Die sind richtig praktisch. Zunächst gar nicht so flexibel- mal eben nach Afrika auswandern um dort auszubeuten, geht nicht. Die beuten sich selbst aus, die kosten den Sozialleistungsträger im Falle des Scheitens "nur Hartz IV". Wenn sie ganz durch sind, kosten sie keine nennenswerte Rente. Vielleicht haben sie es geschafft andere Auszubeuten. In diesem Fall war das hilfreich für Sozialleistungsträger. Die Sorge, dass gaaaanz viele Startups dann doch ganz viele Ausbeutungsopfer finden um noch gieriger zu upsen scheint mir unwahrscheinlich. Es besteht der Verdrängungsmarkt. Entweder ein Startup besteht und bleibt oder es stirbt. So ist nicht davon auszugehen, dass eine bedeutende vielzahl von Unternehmen mit bedeutender Beständigkeit entstehen. Pilze sind nur der sichtbare Fruchtkörper des Myzels. Das ist groß und meist unsichtbar.

Kuddel

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  • Fischkopp
Re: Start-ups
« Antwort #31 am: 12:51:48 Mo. 26.August 2019 »
Zitat
WeWork weckt düstere Erinnerungen bei Investoren
Der Börsengang von WeWork erinnert an die hässliche Seite der New Economy. Auf große Versprechen könnte große Enttäuschung folgen.


Was ist der Kern von WeWork? Ist es eine Tech-Firma, die als Plattform eine Servicedienstleistung für Arbeitsplätze liefert? Oder ist es doch ein Immobilienkonzern, der Büros zeitlich befristet vermietet? WeWork möchte gern eine Plattform sein – das lockt schließlich Investoren. Und WeWork strebt gerade an die Börse. Doch dass WeWork und der dahinterstehende Konzern We die Herkunft leugnen, lässt nichts Gutes erahnen.

Das Kern-Geschäftsmodell ist klassische Arbitrage: Büroflächen werden langfristig an- und kurzfristig teurer weitervermietet. Damit läßt sich Geld verdienen. Nur weil We seine Dienste als "Workspace as a Service" bezeichnet, ist es noch lange kein Techkonzern.
https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/kommentar-wework-weckt-duestere-erinnerungen-bei-investoren/24935152.html

Wat'n Käse. Das übliche Hauen und Stechen um die Kohle. Marktwirtschaft und Abzocke im neuen Gewand. Schnöder Kapitalismus mit hipper Tünche drüber. Noch ein wenig Denglish drauf, fertig ist die Laube.

P.S.: Und es wird kein Unterschied mehr gemacht, ob es sich um eine Einmannbude handelt oder ein Großkonzern dahinter steht. Sind alles irgenwie "Gründer" und "Start-ups", selbst wenn es UBER ist. Das hat man einfach hip und cool zu finden mit einem Wow-Moment.

FrankWhite

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Re: Start-ups
« Antwort #32 am: 11:56:10 Di. 21.April 2020 »
Naja ich finde "das Getue" um Start-Ups ganz gut. Einige dieser Unternehmen leisten wirklich sinnvolle Arbeit..

Kuddel

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Re: Start-ups
« Antwort #33 am: 12:10:28 Di. 21.April 2020 »
Viele kapitalistische Unternehmen schaffen Produkte oder bieten Dienstleistungen an, die sinnvoll sind.

Was ist daran "ganz gut", wenn unter dem Deckmantel von "jung und hip" die Bedingungen für die Beschäftigten schlechter sind?

Kuddel

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Re: Start-ups
« Antwort #34 am: 08:47:57 Do. 16.Juli 2020 »
Start-ups helfen in jeder Lebenslage:

Zitat
Kündigungsgespräch
Mit diesem Avatar können Manager Entlassungen trainieren



Entlassungs-Dummy Barry. Er wurde vom US-Start-up Talespin programmiert, um Manager auf Personalgespräche vorzubereiten.

Jede zweite Führungskraft ist bei Entlassungen überfordert. Ein amerikanisches Start-up verspricht Hilfe.
https://www.karriere.de/meine-skills/kuendigungsgespraech-mit-diesem-avatar-koennen-manager-entlassungen-trainieren/25994556.html

Troll

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Re: Start-ups
« Antwort #35 am: 09:36:39 Do. 16.Juli 2020 »
Passt doch, es gibt kaum ein verantwortungsvolles Grußunternehmen daß Dank der Krise nicht einen Großputz bei den Mitarbeitern machen möchte, die Manager werden für ihre Härte von den Aktionären belohnt werden und der Arbeitsplatzverlierer wird sich mit seinen Steuern großzügigst selbst am Schopfe packend aus dem Elendssumpf ziehen, und nichts ist widerlich genug um damit nicht Geld zu verdienen, ein Start-up das Beendigungen erleichtert, ich bin begeistert.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

BGS

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Re: Start-ups
« Antwort #36 am: 20:23:11 Do. 16.Juli 2020 »
Zitat
... bei Entlassungen überfordert. Ein amerikanisches Start-up verspricht Hilfe. ...

Entlassungen sind DER Wachstumsmarkt. Weltweit.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: Start-ups
« Antwort #37 am: 09:29:16 Sa. 18.Juli 2020 »
Nur weil der Lifestyle der Gründer und Beschäftigten von Start-ups etwas anders aussieht als in klassischen Unternehmen, hängt am Start-up das image des jungen, frechen, innovativen und irgendwie guten Unternehmens.

Man trägt da auch gern mal lustige Klamotten:

Oculus-Gründer Palmer Luckey

So sieht derweil die Realität aus:

Zitat
Der Gründer von Oculus baut jetzt KI-Grenzüberwachung, Panzer und Anti-Drohnen-Drohnen

Mit der Oculus Rift hat der Entwickler und Bastler Palmer Luckey einst den aktuellen Virtual-Reality-Hype losgetreten. Wenig später verkaufte er sein Unternehmen für eine Milliardensumme an Facebook – und verstrickte sich in politische Kontroversen. Statt VR-Brillen entwickelt er nun Überwachungs- und Militärgerät der Zukunft.


(...) Denn der oft in Hawaii-Hemd und Flipflops auftretende Palmer Luckey sei nicht nur konservativ, sondern „weit rechts“ und ein „Patron der Alt-Right“ , wie einige mahnten. Vielleicht sei er sogar der nächste Peter Thiel .

Und es sieht tatsächlich so aus, als würde Palmer Luckey Peter Thiel, dem Milliardär, einstigen PayPal-Mitbegründer, Facebook-Frühinvestor und Finanzier mehrerer umstrittener Start-ups, nacheifern. Denn Luckey führt bereits sehr erfolgreich ein neues Start-up und will damit einer der „großen Militärdienstleister“ der Welt werden. Dafür scheint er sich einiges bei Peter Thiels berüchtigtem Datenanalyse- und Privat-Geheimdienst-Unternehmen Palantir abzuschauen, das unter anderem das US-Militär, verschiedene US-Geheimdienste und die Polizei Hessen zu seinen Kunden zählt – und ungefragt Daten von Behörden nutzte, um ein umstrittenes System zur Vorhersage von Straftaten aufzubauen .
https://1e9.community/t/der-gruender-von-oculus-baut-jetzt-ki-grenzueberwachung-panzer-und-anti-drohnen-drohnen/4951?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

Fritz Linow

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Re: Start-ups
« Antwort #38 am: 19:21:23 Mi. 22.Juli 2020 »
Dem ekelerregenden Hipster- und Marketingsprech mal ein Schnippchen schlagen:

Zitat
Leitsatz des Gerichts:

Bietet der Arbeitgeber in einer Stellenanzeige eine „zukunftsorientierte, kreative Mitarbeit in einem jungen, hochmotivierten Team“, so liegt hierin eine Tatsache, die eine Benachteiligung des nicht eingestellten 61-jährigen Bewerbers wegen des Alters nach § 22 AGG vermuten lässt.

Hintergrund:

Ein Arbeitgeber veröffentlichte 2019 eine Stellenanzeige, mit der ein „Mitarbeiter SAP-Anwendungsbetreuung (m/w/d)“ gesucht wurde. Als Karrierelevel war „Berufseinsteiger“ genannt. Unter der Überschrift „Wir bieten Ihnen“ hieß es im Text der Anzeige: „Zukunftsorientierte, kreative Mitarbeit in einem jungen, hoch motivierten Team in einem sehr interessanten und abwechslungsreichen Themenumfeld …“ Ein 61-jähriger Diplomkaufmann mit langjährigen Berufserfahrungen im SAP-Bereich bewarb sich, wurde aber abgelehnt. Daraufhin verlangte er zunächst außergerichtlich eine Geldentschädigung wegen Diskriminierung gemäß § 15 Abs.2 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), denn er bewertete die Absage vor dem Hintergrund der Stellenausschreibung als Diskriminierung wegen seines Alters (§§ 1, 2 Abs.1 Nr.1, 7 Abs.1, 11 AGG), wobei er den Text der Stellenanzeige („Mitarbeit in einem jungen, hoch motivierten Team“) als Indiz für eine Altersdiskriminierung durch den Arbeitgeber ansah (§ 22 AGG). Das Arbeitsgericht Würzburg verurteilte den Arbeitgeber zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von zwei tariflichen Monatsgehältern, wobei es zeitanteilig auch den Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld berücksichtigte (Urteil vom 05.12.2019, 4 Ca 748/19). Die dagegen gerichtete Berufung des Arbeitgebers hatte vor dem Landesarbeitsgericht (LAG) Nürnberg keinen Erfolg. Auch das LAG bewertete den Text der Stellenausschreibung als Indiz für eine Altersdiskriminierung, wobei es sich auf die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) berief (LAG, Urteil, Rn.51).
https://www.hensche.de/update-arbeitsrecht-article.jsp?id=153017
https://www.gesetze-bayern.de/(X(1)S(kykobcgm4ttwb0qakjazj2zd))/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2020-N-14774?