Autor Thema: Internet  (Gelesen 3921 mal)

Troll

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Re: Internet
« Antwort #45 am: 10:41:13 Fr. 25.Dezember 2020 »
Mir ist mittlerweile klar geworden das ich vom Internet ein grundfalsches Bild habe, viele Programme weisen mir den Weg wie ich surfen soll, wie und was mich zu interessieren hat, ich bin ein Welpe dem man die Schnauze in den Scheißhaufen drückt um mich Stubenrein oder besser gesagt Verhaltenssauber zu bekommen, mit anderen Worten, Internet macht kaum noch Vergnügen, es entwickelt sich zur Qual.

Tatsächlich Neuland:
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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Kuddel

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Re: Internet
« Antwort #46 am: 12:53:38 Di. 29.Dezember 2020 »
Die FAZ bläst zur Schlacht um eine Regulierung des Internets:

Zitat
Vom Happy-Hippie-Internet zum Algorithmus, wo jeder mitmuss. Warum das Dogma vom unregulierten Internet falsch war – und heute noch falsch ist.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/anarchie-und-macht-im-cyberspace-17120283.html

Wir haben sowieso nichts zu melden im Kampf um Macht und Profit im Internet. Wenn das Pack von "Regulierung" redet, geht es um konkurrierende Interessen der Herrschenden, um den Ausbau der Überwachung und sicherlich nicht um die Kontrolle der Tech-Konzerne. Wir sind die Verlierer in einer Auseinandersetzung, an der wir nicht teilnehmen.

Troll

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Re: Internet
« Antwort #47 am: 11:58:52 Fr. 01.Januar 2021 »
Globalisierung, Digitalisierung und die Wachstumsfrage

Auch wenn CO2-Moleküle und Corona-Viren naturwissenschaftlich nicht vergleichbar sind, bilden sie eine seltsame Allianz -- sowohl ihre Ursachen, als auch ihre Konsequenzen betreffend. Die digitale Revolution erweist sich als DER Brandbeschleuniger sämtlicher Krisen. Das dringend benötigte Überlebensprogramm wäre ohne prägnanten Rückbau geldbasierter Versorgungssysteme, De-Globalisierung sowie einer Zurückdrängung der aktuellen Technologieabhängigkeit nicht zu haben. Suffizienz, Sesshaftigkeit, moderne Subsistenz und kürzere Versorgungsketten würden dann zu wichtigen Gestaltungsoptionen.

Quelle: rc3
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Kuddel

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Re: Internet
« Antwort #48 am: 13:36:59 Fr. 01.Januar 2021 »
Es ist schon irre, welche Irrationalität die "Digitaliserung" in der Präsentation durch Politik und Medien hat. Fast schon hysterisch werden die "smarten" Lösungen als Lösung aller Probleme präsentiert. Das zeigt, wie planlos man ist.
Das ist sogar aus der Sicht der Wirtschaft, der Herrschenden Klasse, einfach nur dumm und kontraproduktiv.

Zum einen begeben sich Staat und Wirtschaft in totale Abhängigkeit der Techkonzerne. Selbst die NSA hat einen Teil ihrer Daten auf Servern des Jeff Bezos Imperiums ausgelagert. Und die Technologie ist selbst ein Problem. Sie wird nicht nur immer angreifbarer von außen (Hacker) und innen (frustrierte und wütende Beschäftigte), sondern die Technololie selbst ist schwer störungsanfällig und das wird sicherlich nicht besser, je gigantischer das Konstrukt wird.

Es wird zu riesigen Zusammenbrüchen des Netzes und der netzabhängigen Wirtschaft kommen. Es werden diejenigen glorreich aus diesen Katastrophen hervorgehen, die sich nicht vom so smarten Netz abhängig gemacht haben, sondern zumindest ein analoges Standbein haben, mit dem sich der Betrieb auch komplett netzfrei weiterbetreiben läßt.

Die gigantische Energieverschwendung durch das WWW ist nur wenig diskutiert. Das Internet ist eine Erfindung des US Militärs und das sollten wir nicht vergessen. Die "Freiheit" des Internets war schon immer ein Mythos und fern der Realität, doch jetzt wird eine verschärfte Kontrolle der Datenströme vorbereitet. Soziale Probleme werden immer nur in der realen Welt und nicht im Netz gelöst werden können.

Troll

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Re: Internet
« Antwort #49 am: 09:36:56 Mo. 04.Januar 2021 »
Zitat
Ich könnte mich ja endlos über Online-Werbung ärgern. Was die da an Tracking und Datenaggregierung und Privatsphärevernichtung betreiben, was für lächerlich winzige Beträge das am Ende an die Verlage ausschüttet, und am Ende ist das doch nur ein gewaltiger Haufen Bullshit.

Wieso sage ich das?

Na stellt euch mal vor, ihr seid ein Laden wie Uber und ihr gebt 150 Millionen Dollar für Onlinewerbung aus.

Dann nerven euch irgendwelche Aktivisten, wieso eure Werbung bei Breitbart erscheint, und ihr sagt euren Werbepartnern, ihr wollt kein Breitbart. Aber dann nerven die Aktivisten weiter, wieso immer noch Werbung von euch auf Breitbart steht.

Gute Frage. Ihr guckt mal. Und während ihr da rumfummelt, stellt sich raus: Das Abklemmen der Werbenetzwerke, die bei Breitbart angezeigt haben, hat überhaupt keine Rolle auf eure Neukunden. Das Geld hätte man auch direkt im Hochofen anzünden können.

Wie kann das sein? Ihr guckt also mal ein bisschen hin und stellt fest: $100M der $150M Werbekohle ist von Betrügern abgesahnt worden.

Man würde denken: Riesenskandal! Die Branche ist erschüttert! Die Hälfte der überflüssigen Mittelsmänner muss schließen!

Stattdessen: Nichts dergleichen. Business as usual. Denn dass die Online-Werbeindustrie im Wesentlichen eine Geldverdunstungsmaschine ist, mit mehreren Lagen an Kondensier-Auffangvorrichtungen über den Verdunstern, das ist schon immer so gewesen. Das war noch nie was anderes als eine Schlangengrube.

Niemand blinzelt auch nur.

Wer irgendetwas anderes erwartet hat, war doof.

Update: Vergesst nicht, dass die nicht nur die Kohle der Industrie verplempern. Da könnte ich mich ja prima mit einem Tschunk an den Strand legen, wenn die da nur die Kohle der Industrie verbrennen würden. Aber diese Schweinebranche hat es geschafft, die größte Privatsphärevernichtungsmaschine der Menschheitsgeschichte zu bauen, schlimmer noch als die Geheimdienste. D.h. die verbrennen die Kohle der Industrie und bezahlen damit Knechtungsinstrumente gegen die Bevölkerung. Wie so eine Branche noch nicht verboten sein kann, erschließt sich mir nicht. Ich habe jedenfalls nicht den Hauch eines schlechten Gewissens beim Adblocken.

Übrigens: Versucht mal herauszufinden, was eine Publikations eures Vertrauens pro Werbebanner kriegt, das sie euch einblenden. Und dann vergleicht das mal mit dem Kosten, die die Zeitung eures Vertrauens gerne an Micropaymentgebühren von euch haben wollen würde, um den Artikel zu gucken. Die Entlohnung einer Online-Zeitung für einen Artikel, den ihr ohne Adblocker klickt, liegt Größenordnungen unter einem Cent.

Quelle: Fefes Blog

Werbung, eine einzige Pest, kein Erfolg beim Scheisseverauf, klar, du musst für dich werben, wenn dann immer noch keiner Mist haben will, brauchst du mehr Werbung in allen Kanälen, MEHR, online, offline, egal, MEHR ist immer besser!
Und ganz nebenbei zerstört es den Spaß am surfen, das meiste was online über Werbung finanziert wird ist abseits der ganz großen, facebook, google (Youtube) u.ä. vernachlässigbar, PR bekommt durch Almosen überall einen Fuß in die Tür um ihre Datenstaubsauger zu verkaufen.
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Re: Internet
« Antwort #50 am: 10:24:31 Di. 05.Januar 2021 »
Fake mit 5 Sternen
Gekaufte Bewertungen bei Amazon, Google und Co.


HTML5:
Quelle: ZDF

Bewertungen lese ich kaum noch, auffällig glatt gebügelter nichtssagender Müll, die Bewertungen wurden schnell unbrauchbar manipuliert als deren Macht offensichtlich wurde.
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Kuddel

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Re: Internet
« Antwort #51 am: 12:31:36 So. 24.Januar 2021 »
Ich hatte oft mit richtiger IT und Internetbegeisterung zu tun aus der linken/linksradikalen Szene.

In den späten 80ern investierten bereits Leute aus dem Dunstkreis der Wildcat viel Geld und Zeit in Computerkram. Man wollte auch mich dafür begeistern, weil man damit ja so viel effektiver politische Arbeit machen könnte. Seinerzeit wäre es aber noch nötig gewesen, Programmiersprachen zu lernen. Das war wirklich nicht mein Ding. In den 90ern hatte ich in London mit Linksradikalen zu tun, die fast schon hysterisch waren, ob der Möglichkeiten des Internets. Man war überzeugt davon, daß der freie Fluß der Informationen alle Herrschaftsstrukturen quasi von selbst auflösen würde. Das Internet würde sozusagen eine Revolution überflüssig machen.

Nun haben wir sehen können, wie wenig diese Vorstellungen mit der Realität zu tun hatten. Es waren halt Computerfreaks, die gerne die Nächte durch mit den Möglichkeiten herumgespielt haben. Da sie ihre Lebenszeit plötzlich hauptsächlich an der Tastatur verbracht haben, mußten sie sich das mit ihren gewagten politischen Theorien schönreden.

Wo wind all diese Leute geblieben? Wo bleibt die kritische Auseinandersetzung von links mit dem Internet und mit verschieden Medientheorien, die so wenig zutrafen?

Ich habe keine einziges Mal gehört, "sorry, ich habe mich vertan".

Natürlich kann man Fehler machen. Man muß sie aber anerkennen, um einen besseren Weg einschlagen zu können.

Die IT Freaks von damals sind scheinbar in politischer Resignation versunken oder sie haben ihre eigenen IT Klitschen gegründet. Bye-bye.


Kuddel

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Re: Internet
« Antwort #52 am: 11:39:27 Do. 15.April 2021 »
Ich vermisse weiterhin die kritische Auseinandersetzung mit den digitalen Medien. Wenn es in den Anfangszeiten einen solchen Hype darum gegeben hat, ist es nun nötig, einen kritischen Rückblick auf die bisherigen Entwicklungen zu wagen.

Mich nerven folgende verbreitete Mythen:

Das Internet ist unser Medium

Weil es zuerst jüngere und kritischere Menschen waren, die das Internet und die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation für sich entdeckten, ist es noch lange nicht "unser" Medium. Das Internet wurde für das US Militär entwickelt. Die herrschende Klasse hat erkannt, welche Möglichkeiten hinter der Technologie stecken von der Umstrukturierung der Produktion bis hin zur gesellschaftlichen Meinungsbildung und Manipulation. Die Axel Springer Stiftung würdigte den Erfinder des Internets mit einer Preisverleihung. Die Digital Natives blicken nicht durch, halten ihren digitalen Lifestyle für Selbstermächtigung, doch sie sind Spielregeln unterworfen, die nicht von ihnen gemacht sind.

Das Internet vergißt nicht!

Was für ein Schwachsinn!
Im Internet werden nicht nur Anleitungen für die Herstellung von Sprengstoff getilgt, es verschwinden permanent Informationen. In den Archiven der Tageszeitungen werden einige Beträge im Nachhinein (1984-Style) umgeschrieben. Bei vielen Zeitungen sind Berichte ab einem berstimmten Alter nicht mehr zu erreichen. Blogs und Infoportale von kleinen Initiativen und Einzelpersonen verschwinden pausenlos, abgeschaltet von den Machern. Die Wayback Machine und andere Tricks und Archive funktionieren auch nur begrenzt und werden von Ottonormalverbraucher eh kaum genutzt. Noch verheerender ist die permanente Änderung diverser Suchfunktionen, insbesondere bei Google selbst. Man wird immer weniger fündig, kommt nicht dort hin, wo man hin will, sondern landet da, wo man uns haben will.

Die Freie Verfügung über Informationen läßt die Herrschaftssysteme einstürzen

Zum einen gibt es keine freie Verfügung über Informationen. Die Klassenverhältnisse setzen sich im Internet fort. So wie die Bildung mehr und mehr eine Frage der Gesellschaftsschicht, des Geldbeutels, geworden ist, ist es ähnlich bei dem Zugang zu informationen. Bei den Mainstreammedien verschwinden relevante Artikel zunehmend hinter der Bezahlschranke.

Information können sich keineswegs "frei" im Internet verbreiten. chefduzen wurde oft wegen seiner Beiträge abgemahnt und es kamen erhebliche Geldbeträge zusammen, die CD abzudrücken hatte. Whistleblower wie Edward Snowden und Julian Assange wurden verfolgt. Während Snowden sich in Rußland in relativer Sicherheit befindet, versucht man Assange fertigzumachen, bzw. umzubringen.

Am ärgerlichsten ist die Vorstellung, daß es einen Zusammenbruch der Herrschaft, also eine Revolution, "von selbst" geben könnte. Das ist eine blöde Ausrede von Leuten, die ihr einsames Leben am Bildschirm so rechtferigen. Eine Revolution wird immernoch von gemeinsam handelnden Menschen gemacht.

Troll

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Re: Internet
« Antwort #53 am: 12:16:18 Do. 15.April 2021 »
Der Hype wurde durch das Smartphone vervielfacht, dem Internet und den zugehörigen Tech-Giganten wird mittlerweile beinahe Wundertätiges angedichtet, von dieser irren Verehrung sollte man dringend weg, wieder müßten Frösche den Sumpf trocken legen, tja, die Sachzwänge stehen wie üblich im Weg. Und das beste was Gegner des Hypes anzubieten haben um die Smartphone-Nutzer aufzurütteln íst unbewiesen schädliche Funkstrahlung, weil, unsere Daten bekommen eh alle die es möchten, da kann man nichts machen.
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Onkel Tom

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Re: Internet
« Antwort #54 am: 13:30:48 Do. 15.April 2021 »
Naja, die wilden Zeiten des Internet, wo gokkel und co noch nicht so viel zu kamellen hatte sind meines Erachten
leider seid locker 10 Jahren vorbei.. Damals konnte ich noch durch prägnannte Überschriften Artikel bei Indymedia
posten, die vom Gokkel gleich in die vordersten Ränge erhoben wurden und somit Internetöffentlich wirksam
wurden, was z.B. "Uns Danny" den Jobmessenbeteiber von "Job-Woche" ehemals "Jobs-Kompakt" mächtig an die
Nüsse ging.. Genau so vermisse ich megaupload, die Tauschbörse für Mukke, Videos und Programme..

Dauerte zwar tierisch lange, was von dort zu bekommen, weil man sich nie registrierte aber im nachhinein war es
auch ganz gut so, das man was bekommen konnte, ohne sich erst mal voll nackig machen zu müssen.

Heute sehe ich es immer mehr ein, das das Internet nur noch dazu gut ist, sich passiv zu informieren, zu diskutieren
und hoffentlich Kontakte auf zu bauen, um sich offline zum Kaffee treffen zu können..

Jo, die Zeiten kommen wieder, das mensch wie früher am Tisch zusammen kommen, wenn man was organisieren
möchte.. G20 2017 in HH hat mich ja reichlich darin belehrt, wie das Web von der Gegenseite genutzt wird.
War schon echt eindrucksvoll, wie die Bullen bei Abschluss einer Demo über Twitter fakte, das islamische Terroristen
auf dem Wege sein, damit die Demonstranten sich nicht mehr all zu lange an den Snacktischen stärken.

Besser ein Web zur reinen Infobeschaffung als gar nichts und hier liest man ja auch viel, worüber andere Medien kein
Arsch mehr in der Hose haben  :D

Lass Dich nicht verhartzen !