Autor Thema: Neues aus der Türkei...  (Gelesen 41016 mal)

counselor

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #255 am: 20:52:59 Fr. 18.Juni 2021 »
Es wäre in D schon ein Fortschritt, wenn die Symbole der Grauen Wölfe verboten wären.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

ManOfConstantSorrow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #256 am: 17:10:11 Di. 12.Oktober 2021 »
Zitat
Jetzt gerade: de facto Fabrikbesetzung bei MITSUBA in Gebze/İstanbul als Protest gegen die Entlassung von Kolleg*innen und Gewerkschafter*innen.
https://twitter.com/svendscha/status/1447650017737576449?s=20
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ManOfConstantSorrow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #257 am: 10:49:57 Sa. 04.Dezember 2021 »
Das Handelsblatt schreibt:

Zitat
Erdogan wankt von einer Krise zur nächsten – Die letzten Monate des ewigen Präsidenten haben begonnen
Anderthalb Jahre vor der Präsidentschaftswahl deutet alles auf einen Machtwechsel in der Türkei. Die Opposition wittert Morgenluft. Ihre größte Gefahr: Erdogans vorzeitiger Abgang.
https://www.handelsblatt.com/politik/international/tuerkei-im-umbruch-erdogan-wankt-von-einer-krise-zur-naechsten-die-letzten-monate-des-ewigen-praesidenten-haben-begonnen/27855444.html

Das würde enorme politische Veränderungen bedeuten, die weit über die Türkei hinausreichen. Ich kann es nicht wirklich beurteilen. Wir sollten diese Entwicklungen im Blick behalten.

Es bedeutet aber auch etwas anderes sehr wichtiges: Jeder Autokrat und jedes totalitäre System kann stürzen.

(Ein Hauptargument der Querdenker ist ja, wenn wir nicht sofort die "Coronadiktatur" stoppen, werden wir uns nie wieder wehren/erheben können. Wer jetzt nicht bei den Querdenkern mitläuft, erlaubt die Dikatur und wird nie wieder kämpfen können. Das ist schlicht und ergreifend unwahr. Man kann immer kämpfen, nur die Bedingungen sind unterschiedlich. Es gab Widerstand auch in Hochsicherheitsknästen und im KZ.)

Die Entwicklungen in der Türkei sind überregional wichtig, die im Iran mindestens genauso. Das reaktionäre Mullahregime muß weg. Es hat seine schmutzigen Finger in Konflikten in vielen Ländern.
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Fritz Linow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #258 am: 22:00:11 So. 05.Dezember 2021 »
Zitat
5.12.21
Gewerkschaften rufen zu Streiks in Gesundheitsberufen auf

In der Türkei haben Gewerkschaften für die nächsten Tage rund 250.000 Beschäftigte in Gesundheitsberufen zum Streik aufgerufen.
Die Gewerkschaft SES kündigte Arbeitsniederlegungen bereits für morgen an. Damit solle gegen geringe Bezahlung, lange Arbeitszeiten und schlechte Arbeitsbedingungen im Zuge der Corona-Pandemie protestiert werden. Die Gewerkschaft für Gesundheits- und Sozialberufe rief zu landesweiten Streiks am Dienstag und Donnerstag auf. Sie begründete dies auch damit, dass zuletzt zwar Lohnanhebungen und höhere Renten für Ärzte beschlossen worden seien, für zahlreiche andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen aber nicht. Dies sei diskriminierend.
In den vergangenen Wochen hat die türkische Lira 27 Prozent an Wert verloren, die Inflationsrate überschritt die Marke von 21 Prozent.
https://www.deutschlandfunk.de/gewerkschaften-rufen-zu-streiks-in-gesundheitsberufen-auf-100.html

Kuddel

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #259 am: 17:17:58 Mo. 06.Dezember 2021 »
Zitat


Noel Baba: Weihnachtszeit in der Türkei
Nikolaus auf Türkisch

Auch in der Türkei zieren mittlerweile rotweiß verkleidete Weihnachtsmänner die Einkaufspassagen. Der Noel Baba, so der türkische Name des Nikolaus, soll der Legende nach in der Nähe von Antalya geboren worden sein.
https://de.qantara.de/inhalt/noel-baba-weihnachtszeit-in-der-tuerkei-nikolaus-auf-tuerkisch

ManOfConstantSorrow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #260 am: 18:22:09 Mo. 03.Januar 2022 »
Zitat
Türkische Inflation steigt auf 36 Prozent

Die Geldentwertung in der Türkei hat sich beschleunigt: Im Dezember stieg die Inflationsrate sprunghaft auf mehr als 36 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit knapp 20 Jahren. Mitverantwortlich ist die Politik der Zentralbank.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/tuerkei-inflation-20-jahres-hoch-101.html
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Frauenpower

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #261 am: 14:02:22 Mo. 17.Januar 2022 »
Yeah! Mesale Tolu und ihr Mann  nach ueber vier Jahren freigesprochen :)

ManOfConstantSorrow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #262 am: 22:41:53 Mo. 17.Januar 2022 »
Zitat
Spontane Streiks und Fabrik-Besetzung gegen Ausverkauf der Metallgewerkschaften in der Auto- und Elektrobranche – von der Polizei angegriffen
https://www.labournet.de/?p=196981
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ManOfConstantSorrow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #263 am: 14:22:25 Sa. 05.Februar 2022 »
Arbeiter haben das Migros-Lagerhaus in Esenyurt, Istanbul, besetzt. Sie fordern faire Löhne und fürchten, dass jeden Moment die Polizei den Streik durch Gewaltanwendung brechen wird.

https://twitter.com/hussedogru/status/1489612120811622410?s=20&t=OMM-drrINDb0Hh_3d31MTg

Parallel dazu sind Doğubeyazıt tausende von Menschen auf der Straße & protestieren gegen die unbezahlbaren Preiserhöhungen. Die Inflationsrate i.d. Türkei beträgt zurzeit bei 48,7 % & die Lira ist erneut im Sinkflug.

https://twitter.com/hussedogru/status/1489612123395264512?s=20&t=OMM-drrINDb0Hh_3d31MTg

Beeindruckende Filmbilder.
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Kuddel

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #264 am: 11:49:18 Mo. 07.Februar 2022 »
Zitat
Nur einen Monat nach Jahresbeginn 2022 erlebt die Türkei eine Welle spontaner Streiks, die die Streikaktivität in einem ganzen Jahr übertrifft. Diese Streiks zeichnen sich dadurch aus, dass sie größtenteils unabhängig von den Gewerkschaften, als Initiativen von Arbeitern entstehen, die keine Gewerkschaftsmitglieder sind.
  • In der ersten Woche des neuen Jahres streikten rund 200 Arbeiterinnen auf dem Obst- und Gemüsemarkt Tarsus in der Stadt Mersin (türkische Mittelmeerküste), um eine Lohnerhöhung zu bekommen.
  • Am 12. Januar streikten die Metallarbeiter der Çimsataş-Fabrik in Mersin gegen einen schlechten Vertrag, den der türkische Metall-Arbeitgeberverband (MESS) mit drei Gewerkschaften abgeschlossen hatte, und der für rund 150.000 Arbeiter gelten soll. Der spontane Streik von über 700 Beschäftigten wurde beendet, als die Unternehmensleitung sich mit der Gewerkschaft Birleşik Metal-İş einigte, die der „linken“ DİSK angehört. 13 Beschäftigte wurden entlassen.
  • Am 17. Januar legten rund 700 Beschäftigte der Eisenerzminen in Divriği (zentraltürkischen Provinz Sivas) die Arbeit nieder, nachdem das Unternehmen Forderungen nach Lohnerhöhungen und Sozialleistungen abgelehnt hatte. Die fast dreitägige Arbeitsniederlegung endete, als die Unternehmensleitung einige Zugeständnisse machte, während sie jedoch wichtige Forderungen weiterhin ablehnt.
  • Am 19. Januar legten mehr als 2.300 Beschäftigte der Autokomponentenfabrik Farplas Otomotiv in Gebze, Provinz Kocaeli, die Arbeit nieder, um gegen zu geringe Lohnerhöhungen zu protestieren. Der Farplas-Konzern unterhält Fabriken in sieben Ländern und beliefert Autokonzerne wie Ford, Mercedes, Renault, Volvo und Tesla. Das Farplas-Management versprach bei einem Treffen mit Arbeitervertretern, dass die Löhne erhöht und keine Arbeiter entlassen würden. Dennoch wurden fast 150 Beschäftigte, die im Streikverlauf Mitglied von Birleşik Metal-İş geworden waren, entlassen. Daraufhin besetzten die Arbeiter Ende Januar das Werk. Bei einer massiven Polizeirazzia am frühen Morgen wurden mehr als 100 Beschäftigte und mehrere Gewerkschaftsfunktionäre verprügelt und festgenommen. Arbeiter aus nahe gelegenen Fabriken eilten herbei, um ihren Kollegen beizustehen.
  • Ende Januar legten 40 Bergarbeiter in der südöstlichen Stadt Şırnak die Arbeit nieder und forderten eine Lohnerhöhung. Nach Angaben der Agentur Mezopotamya begründeten die Arbeiter ihren Streik damit, dass ihre Löhne nicht erhöht worden seien und sie faktisch unter Lohnverlust arbeiteten.
  • Spontane Streiks breiten sich vor allem unter den Kurierdiensten aus. Am 25. Januar schlugen Tausende von Autokurieren von Trendyol das Angebot einer Lohnerhöhung von 11 Prozent aus und legten landesweit die Arbeit nieder. Diese Kuriere arbeiten als unabhängige Zusteller für Trendyol, die größte türkische E-Commerce-Plattform. Die Kuriere hatten eine 50-prozentige Erhöhung gefordert, erhielten jedoch auch nach dem Streik nur 38 Prozent. Das Ergebnis hat dennoch auch Beschäftigte anderer Frachtunternehmen veranlasst, die Arbeit niederzulegen, weil sie noch weniger verdienen.
  • Am selben Tag protestierten fast 60 unabhängige Kuriere bei Aras Kargo in der westlichen Stadt Denizli gegen eine Lohnerhöhung von nur 10 Prozent.
  • Tausende von Kurieren bei Yemek Sepeti setzen ihren spontanen Streik seit Tagen fort. Sie fordern ein Mindestgehalt von 5.500 TL (354 Euro) plus Sozialleistungen und die Anerkennung einer Gewerkschaft. Die Kuriere hielten am Donnerstag eine Massenkundgebung vor dem Hauptsitz des Unternehmens in Istanbul ab.
  • Die Kuriere von Hepsijet lehnten ebenfalls eine 28-prozentige Gehaltserhöhung ab und legten in Istanbul, Ankara und andern Städten die Arbeit nieder. Sie fordern den gleichen Lohn wie die Kuriere von Trendyol.
  • Die Kuriere von Scotty lehnten ebenfalls eine Gehaltserhöhung von 22 Prozent ab und brachen Lohnverhandlungen ab. Sie organisierten einen Protest vor der Unternehmenszentrale in Istanbul und forderten eine Gehaltserhöhung von 40 Prozent.
  • Auch die Kuriere von Yurtiçi Kargo, einem der größten Frachtunternehmen der Türkei, brachen am Dienstag Lohnverhandlungen ab. Die Beschäftigten lehnten das Angebot einer Lohnerhöhung von 17 Prozent ab und forderten stattdessen 40 Prozent, außerdem die Wiedereinstellung der entlassenen Streikenden.
  • Die Beschäftigten der Fabrik Alpin Socks im Istanbuler Stadtteil Beylikdüzü, die für Adidas, Decathlon, Carrefour und H&M produziert, legten die Arbeit nach einem unzureichenden Lohn-Angebot nieder. Nach einem Treffen zwischen Arbeitervertretern und dem Firmenchef am Mittwochmorgen akzeptierte das Unternehmen eine Lohnerhöhung von 2.500 TL (160 Euro) und den Verzicht auf alle Entlassungen. Dies löste spontane Streiks in mehreren anderen Sockenfabriken von Istanbul aus.
  • Am Dienstag lehnten die Beschäftigten der Kızılay-Fabrik für Getränkeprodukte in der osttürkischen Stadt Erzincan eine 22-prozentige Lohnerhöhung ab und stellten die Produktion ein. Darauf traten auch 150 Beschäftigte der Kızılay-Mineralwasserfabrik im westanatolischen Afyonkarahisar in den spontanen Streik und forderten eine angemessene Lohnerhöhung, die Rücknahme aller Kürzungen und die Anerkennung ihrer Gewerkschaft. Berichten zufolge rief die Betriebsleitung Polizei zu Hilfe, um ihre Kontrolle über die Fabrik zu sichern.
  • Bei dem Folienhersteller Polibak, einem der 500 größten Industrienternehmen der Türkei, stoppten 80 Beschäftigte der Verpackungsabteilung am Dienstag die Produktion im Werk Çiğli in İzmir und forderten mehr Lohn. Wie die Wochenzeitung Kızıl Bayrak berichtet, kehrten die Beschäftigten nach einem zweistündigen Protest an ihren Arbeitsplatz zurück und gaben der Unternehmensleitung eine Woche Zeit, um ihre Forderungen zu erfüllen.
  • Am Kernkraftwerks Akkuyu, das der russische Staatsbetrieb Rosatom errichtet, legten 250 Bauarbeiter die Arbeit nieder, nachdem sie zwei Monate lang ohne Lohn gearbeitet hatten. Berichten zufolge wurden Polizeieinheiten auf die Baustelle geschickt. Ein Arbeiter sagte gestern gegenüber der Tageszeitung Sözcü: „Wir haben seit zwei Monaten keinen Lohn mehr bekommen, und wir sind seit vier Tagen im Streik. Morgen wird es Massenentlassungen geben, weil wir gehandelt haben. Sie werden uns gnadenlos entlassen.“ Mehrere tausend Arbeiter sind dort beschäftigt, und obwohl sie in zahlreiche Subunternehmer aufgespalten sind, haben sehr viele von ihnen auch früher schon gegen die Verschleppung von Lohnzahlungen und die miserablen Arbeits- und Wohnbedingungen protestiert.
  • Der Widerstand gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die tödliche Pandemiepolitik wächst auch unter Ärzten und anderen Beschäftigten im Gesundheitswesen. Am 21. Januar traten mehrere tausend Ärzte in einen eintägigen Streik, und für den 8. Februar bereiten sich die Pflegekräfte auf einen landesweiten Streik vor. Auch Hausärzte haben für den 17. und 18. Februar eine zweitägige Arbeitsniederlegung angekündigt.
https://www.wsws.org/de/articles/2022/02/05/turk-f05.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #265 am: 20:07:18 Mo. 07.Februar 2022 »
Am 31. Januar inhaftierte die türkische Polizei ca. 200 Arbeiter*innen des Autoteile Herstellers Farplas.
Diese hatten die Fabrik  besetzt, aus Protest gegen zu geringe Gehälter und den Versuch des Unternehmens, die gewerkschaftliche Organisierung zu unterbinden.
Die Proteste begannen bereits am 19. Januar 2022 mit einer ersten Arbeitsniederlegung.

Video: https://de.labournet.tv/farplas-arbeiterinnen-protestieren
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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #266 am: 16:53:51 Mo. 25.April 2022 »
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ManOfConstantSorrow

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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #267 am: 09:49:34 Sa. 04.Juni 2022 »
Zitat
»We Will Stop Femicide«
Proteste in der Türkei gegen drohendes Verbot einer Frauenrechtsorganisation

Der Staatsanwalt klagte gegen »We Will Stop Femicide«, nun regt sich Widerstand in Istanbul. Hunderte Frauen demonstrierten vor dem Gericht. Die Organisation nennt das Verfahren »politisch motiviert«.
https://www.spiegel.de/ausland/tuerkei-proteste-gegen-moegliches-verbot-von-we-will-stop-femicide-a-f34af44f-fe1b-40ad-93c0-da0578844440
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Re: Neues aus der Türkei...
« Antwort #268 am: 17:14:48 Mo. 06.Juni 2022 »
Türkei soll 16 YPG Mitglieder bei einem Angriff in Nordsyrien
"neutralisiert" haben.
https://www.swissinfo.ch/ger/alle-news-in-kuerze/tuerkei--16-terroristen-in-nordsyrien--neutralisiert-/47650110

Kuddel

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