Autor Thema: Kreuzfahrten - Ausbeutung  (Gelesen 5847 mal)

Fritz Linow

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Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #15 am: 19:25:45 Di. 14.August 2018 »
(...)
Bei den Angeboten am Anfang steht der Preis pro Woche p. P. incl. Tringelder.
Wie läuft das? zahlen die Reeder ne Prämie nach Kundenbewertung? was soll das heisen...Und durfen die weitere Trinkgelder annehmen?

Bei den Trinkgeldern handelt es sich wohl um zusätzliche versteckte Servicekosten, die an Bord entstehen. Je nach Reederei und Land ist es unterschiedlich, ob es inklusive oder zuzüglich zum Gesamtpreis angegeben werden muss.

Zitat
Eine Kreuzfahrt hat in Sachen Trinkgeld ihre Tücken. Denn nicht immer ist es automatisch im Reisepreis enthalten, und jede Reederei hat in Sachen Trinkgeld ihre eigenen Regeln. Ein Überblick.
https://www.travelbook.de/reisen/kreuzfahrten/damit-muessen-sie-rechnen-trinkgeld-knigge-fuer-kreuzfahrten

Kuddel

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Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #16 am: 12:47:52 Sa. 25.August 2018 »
Zitat
Passau will Ausbeutung auf Kreuzfahrtschiffen bekämpfen

Werden die Mitarbeiter weiter mit Schandlöhnen abgespeist, soll den Flussdampfern künftig das Anlegen untersagt werden


Die Stadt Passau hat ein gemeinsames Vorgehen der Donaustädte gegen die Umgehung des Mindestlohns auf Kreuzfahrtschiffen angeregt. Beim jährlichen Treffen der Oberbürgermeister und Bürgermeister der Donaustädte von Linz bis Regensburg erklärte der Delegationsleiter der Drei-Flüsse-Stadt, Zweiter Bürgermeister Urban Mangold (ÖDP), dass im Passauer Rathaus gerade geprüft werde, wie ausbeuterische Arbeitsverhältnisse auf Kreuzfahrtschiffen auch dann verhindert werden können, wenn diese unter ausländischer Flagge fahren. Der Passauer Bürgermeister kündigte an, das Ergebnis der Prüfung an die Mitgliedsgemeinden der Wirtschaftsregion Donaustädte zur Bewertung weiterzuleiten. Ein gemeinsames Vorgehen wäre am wirkungsvollsten.

Erkenntnisse des Landeskriminalamts


Anlass der juristischen Prüfung im Passauer Rathaus sind Erkenntnisse des bayerischen Landeskriminalamtes, dass im Mai auf zwei von drei untersuchten Schiffen, Menschen im Hotelbereich für einen Skandallohn von 2,86 Euro brutto pro Stunde schuften mussten, worüber zuerst die Passauer Neue Presse berichtet hatte. „Diese Ausbeutung unter Deck dürfen wir auf keinen Fall hinnehmen“, fordert Mangold.

„Wenn es rechtlich möglich ist, sollten die Ländeordnungen so geändert werden, dass auch unter ausländischer Flagge fahrende Schiffe den Mindestlohn einhalten müssen oder andernfalls das Anlegen verweigert wird. Der Grundsatz der Bayerischen Verfassung, dass man von jeder ehrlichen Arbeit leben können muss, darf sich nirgendwo in Luft auflösen“, fordert Mangold.
https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/kommunales/detailansicht-kommunales/artikel/passau-will-ausbeutung-auf-kreuzfahrtschiffen-bekaempfen.html

counselor

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Re:Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #17 am: 16:33:11 Mo. 26.November 2018 »
Zitat
Kreuzfahrtgesellschaft muss wegen Luftverschmutzung 100.000 Euro Strafe zahlen

Das britische Unternehmen P&O Cruises und der Kapitän ihres Ozeandampfers "Azura" wurden wegen Luftverschmutzung verurteilt.

Quelle: https://diepresse.com/home/wirtschaft/unternehmen/5536350/Kreuzfahrtgesellschaft-muss-wegen-Luftverschmutzung-100000-Euro
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #18 am: 09:08:19 Mo. 08.April 2019 »
Zitat
Kreuzfahrtschiff-Mitarbeiter deckt auf:
"Leider durften wir die Gäste nicht schlagen"
https://www.merkur.de/reise/kreuzfahrtschiff-mitarbeiter-deckt-auf-leider-durften-gaeste-nicht-schlagen-zr-12107702.html

Kuddel

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #19 am: 09:17:18 Mo. 08.April 2019 »
Zitat
Proteste bei der TUI-AktionärInnen-Versammlung
Publiziert am 19. Februar 2019 von nemo

Am 12.02. protestierten AktivistInnen der Kieler „Initiative gegen Kreuzfahrt“ mit einer Kletter-Aktion vor der TUI AktionärInnen-Versammlung in Hannover. Die AktivistInnen hängten dazu ein Transparent mit der Aufschrift „Kreuzfahrtschiffe (k)entern – gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung“ an Laternen vor dem Gebäude auf.



Auf der AktionärInnen-Versammlung selbst waren die AktivistInnen mit Reden und Anträgen präsent. Zusammen mit den Kritischen AktionärInnen wurden Anträge gegen die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrates gestellt. Die TUI AG wirbt zwar mit Nachhaltigkeit, aber weiteres Wachstum der Kreuzfahrt-Branche ist mit Klimagerechtigkeit einfach nicht vereinbar. Alleine im letzten Jahr sind die CO2-Emissionen der TUI Kreuzfahrten um 25,23 % gestiegen. Paula Lange von der Initiative gegen Kreuzfahrt sagt dazu: „Geworben wird mit der Verwendung von Glasflaschen und Abfallreduktion, aber angesichts der ausgestoßen Schadstoffe und der CO2-Emissionen wirkt das wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.“



Auch die Arbeitsbedingungen für das Servicepersonal auf den Schiffen sind mies. Es gelten nämlich die Arbeitsbedingungen des Landes, in dem das Schiff angemeldet ist. (Sogenanntes Flaggenstaat-Prinzip) Die Arbeitszeiten sind deutlich zu lang, Überstunden die Regel und Lohn mit teilweise nur 1 bis 2 € die Stunde ist deutlich zu niedrig. Die Aktivisting Susanne Wexler ergänzt: „Urlaub sollte nicht auf der Ausbeutung von Mensch und Umwelt basieren!“

Um gegen Ausbeutung und Umweltzerstörung in der Kreuzfahrt vor zu gehen haben AktivistInnen im Frühjahr 2018 die Initiative gegen Kreuzfahrtschiffe in Kiel gegründet. Die Initiative möchte das Wachstum der Kreuzfahrt-Industrie ausbremsen und umkehren. Auch in anderen Städten gibt es Widerstand gegen Kreuzfahrtschiffe. In Venedig (Italien) ist es sogar gelungen, die Schiffe aus der Innenstadt zu vertreiben. Dort hatte der Wellengang der Schiffe die Fundamente der Stadt massiv beschädigt.


Zitat
Kundgebung „Kreuzfahrt? Nein, danke!“ provoziert Hafenmitarbeiter*innen
Publiziert am 8. April 2019 von nemo

Die Kreuzfahrt-Saison in Kiel beginnt – da darf Protest gegen die stinkenden Pötte nicht fehlen. Heute haben wir zeitgleich zum Anlegen des ersten Schiffes eine Kundgebung veranstaltet und damit die „Port of Kiel“-Mitarbeiter*innen gehörig verärgert.



Gegen 9 Uhr versammelten wir uns mit 30 Personen am angemeldeten Kundgebungsort. Wir waren direkt dort, wo die Passagier*innen vom Schiff in die Busse verfrachtet wurden und haben Flyer verteilt. Nach kurzer Zeit kam ein Security und versuchte uns dort zu verscheuchen. Wir haben ihm dann erklärt, dass das Ordnungsamt und nicht er, über unseren Versammlungsort zu entscheiden hat. Kurze Zeit später hatte er sich dann 20 Polizist*innen zur Verstärkung geholt, die uns zum anderen Ende des Terminals begleitet haben. Anscheinend hatte die Versammlungsbehörde Auflagen erlassen, aber versäumt uns dies rechtzeitig mit zu teilen.



Auch auch auf der Fläche, die uns die Ordnungsbehörden zugewiesen haben konnten wir die Versammlung nicht ungestört fortsetzen. Erst versuchte die Polizei zwei Menschen – unter anderem der Versammlungsleitung – einen Platzverweis zu erteilen. Nach längerer Diskussion stellten sie dann aber selber fest, dass das rechtlich nicht so schlau ist. Die neue Strategie bestand dann darin, dass ein „Port of Kiel“-Mitarbeiter vehement darauf bestand, dass sein Hausrecht über unserem Versammlungsrecht steht und er somit die ganze Versammlung vom Platz entfernen darf. Die Polizei unterstützte ihn dabei und nach längerer Diskussion zogen wir dann ein zweites Mal um, diesmal auf den Bürgersteig direkt an der Straße. Dieses Verhalten der Polizei und des Seehafens ist eine Verletzung unserer Grundrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit, offensichtlich hatte die Polizei keinerlei Ahnung vom Versammlungsrecht.




All das zeigt, dass selbst kleine Proteste dem Kreuzfahrt-Unternehmen ein ziemlicher Dorn im Auge sind. Diese sind auf das gute Image ihrer Schiffe angewiesen und wenn das erstmal angekratzt ist…

Eigentlich sollte die Saison schon eine Woche früher los gehen. Das erste angekündigte Schiff, die „Viking Sky“, geriet jedoch in einen Sturm bei Norwegen in Seenot und musste deshalb die Fahrt absagen. Natürlich wünschen wir keinem ein Schiffsunglück, aber wir freuen uns über jedes Kreuzfahrtschiff weniger. Denn Kiel ist jetzt schon überlastet mit Schiffen und Passagier*innen: 2018 waren es knapp 600.000 auf 170 Schiffen. Das wird sich in diesem Jahr noch steigern. Bisher sind knapp 180 Schiffe angemeldet. Und gerade wird sogar noch ein weiteres Terminal gebaut, welches 2019 fertig gestellt werden soll.

Wir bleiben dabei: Jedes Schiff ist eines zu viel! Es gibt keine saubere Kreuzfahrt!
http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/2019/04/08/kundgebung-kreuzfahrt-nein-danke-provoziert-hafenmitarbeiterinnen/

Fritz Linow

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #20 am: 10:00:04 Mo. 08.April 2019 »
In der Kieler Bäckerblume wird der Protest erwartungsgemäß mit keiner Silbe erwähnt:
http://www.kn-online.de/Kiel/Aidacara-eroeffnet-in-Kiel-die-Saison-der-Kreuzfahrtschiffe

Kreuzfahrt ist fast schon so ein heiliger Gral wie die Rüstungsindustrie.

Kuddel

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #21 am: 10:16:59 Mo. 08.April 2019 »
Gerade auf dem Blog Kreuzfahrtschiffe (k)entern gefunden:

Zitat
Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen auf Kreuzfahrtschiffen sind schlecht. Fast alle dort Arbeitenden sind über Subunternehmen angestellt. Es gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen und für viele Hilfsjobs liegt der Stundenlohn teilweise bei nur 2 Euro, je nach Unternehmen. Wie überall in der Seefahrt gelten die arbeitsrechtlichen Bedingungen der Flaggenstaaten und es gibt nur wenig Kontrollen, was in langen Arbeitszeiten und wenig Pausen resultiert.

Eine satirische Rede gespickt mit wahren Fakten  wurde dazu im Februar 2017 auf der Hauptversammlung der TUI gehalten:

Zitat
    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitaktionäre,

    es freut mich sehr heute hier sein zu können, zunächst einen großen Dank für unseren Vorstand, der uns alle im vergangenen Geschäftsjahr durch fette Gewinne mit der Kreuzfahrtsparte glücklich gemacht hat. Aber ganz ohne Verbesserungsvorschläge geht es halt nicht.

    Im Bereich der von Angestellten zu leistenden Arbeit wurde viel bewegt. 2,40 Euro die Stunde für eine Restaurantfachkraft und im Arbeitsvertrag festgehaltenen Zwang zu lächeln sind gute Ansätze. Über Modelverträge statt Arbeitsverträge ließen sich auch noch Gewicht und Körpermaße vertraglich festhalten. In den Bereichen ohne Publikumsverkehr könnten Straftäter zur „Resozialisierung“ eingesetzt werden und dass für gerade mal 80 Cent die Stunde.

    Auch die Arbeitszeiten lassen sich sicherlich von 7 Tage die Woche, 12 Stunden am Tag auf 7 Tage mit 18 Stunden am Tag steigern. Was in China möglich ist, scheint mir für die hohe See erst recht möglich.

    Nicht nur auf See ist eine Gewinnmaximierung möglich. Allein in der BRD gibt es über 10.000 Angestellte. Da muss doch mittels Digitalisierung und Outsourcing mehr möglich sein. Ein Angestellter in Deutschland auf 10.000 Kunden muss doch möglich sein. So könnten bis zu 9000 Stellen eingespart werden.

    Zu guter Letzt das leidige Thema Steuern: 2014 wurden noch 44.000 Euro Steuern in der Kreuzfahrtsparte an die Bundesrepublik gezahlt. Sorgen Sie dafür, dass im nächsten Jahresabschlussbericht dort eine fette Null steht. Was mein Steuerberater für mich erledigt, muss für einen innovativen, kreativen, leistungswilligen und kreativen Konzern wie TUI doch auch zu schaffen sein!

Einen lesenswerten Artikel zum Lohngefälle auf Kreuzfahrtschiffen, den Niedriglohnbedingungen unter Deck und den Ausflaggungen veröffentlichte die ZEIT 2016. http://www.zeit.de/2016/35/kreuzfahrtschiffe-flaggen-ausland-steuern-loehne-mitarbeiter
http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/hintergrund/arbeitsbedingungen/

Fritz Linow

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #22 am: 15:34:58 Mo. 06.Mai 2019 »
Die Lokalpresse schlackert sich einen:
Zitat
6.5.19
Wie viele Kreuzfahrer verträgt Kiel?

Nach der Ankündigung der Reederei MSC, verstärkt große Schiffe nach Kiel zu schicken, gibt es Streit um die Frage, wie viele Kreuzfahrer die Landeshauptstadt verträgt. Einige begrüßen den Hafenboom, andere warnen vor den Folgen des Massentourismus.
https://www.kn-online.de/Kiel/Massentourismus-Wie-viele-Kreuzfahrer-vertraegt-Kiel

Zitat
Die heutigen Kreuzfahrer sind wesentlich gesitteter unterwegs. Und sie bescheren im Gegensatz zu den Butterfahrern der Stadt und dem Umland einigen Umsatz. Untersuchungen zeigen, dass die Passagiere und Crewmitglieder der Kreuzfahrtschiffe 15 Millionen Euro pro Jahr in Kiel ausgeben.
https://www.kn-online.de/Mehr/Meinungen/Frank-Behling-zum-Kreuzfahrer-Boom-Fuer-Kiel-zahlt-s-sich-aus

Sechs Monate zuvor wurde berichtet:

Zitat
Effekte der Touristen auf lokale Wirtschaft ist gering

Johannes Hartwig vom Kieler Wirtschaftsministerium bestätigte das Argument der Kreuzfahrtkritiker, dass der Effekt für die lokale Wirtschaft marginal sei. Die rund 500.000 Gäste, die zuletzt pro Saison in Kiel an Land gingen, würden für lediglich 0,1 Prozent der Wertschöpfung an der Förde sorgen.
https://www.kn-online.de/Kiel/Kreuzfahrtdebatte-in-Kiel-Nur-im-Ziel-sind-sie-sich-einig

Zu den Arbeitsbedingungen bei MSC heißt es unter anderem:

MSC bucht 7 EUR pro Tag/pro Person von der Kreditkarte ab, angeblich für Trinkgeld. Ich habe mich viel mit dem Personal unterhalten und alle haben mir unabhängig voneinander bestätigt, dass sie davon nichts sehen!

https://www.holidaycheck.de/kreuzfahrten/bewertung-msc-orchestra-arbeitsbedingungen-schockierend/d0a84858-b0ab-4a79-be77-8ad6569e2706

Es regt sich Protest:

Am Donnerstag, 09.05. um 16 Uhr ist unsere nächste Kundgebung am Ostseeterminal ab 16 Uhr (Straßenecke: Wall/ Prinzengarten). Diesmal liegt die „Queen Victoria“ im Hafen. Wenn ihr schon früher Zeit habt, kommt gerne ab 14 Uhr zum Flyer verteilen.

Kreuzfahrten boomen weltweit, die Auftragsbücher für neue Kreuzfahrtschiffe sind auf 10 Jahre hinaus voll, 2016 waren mehr als die Hälfte der in Auftrag gegebenen Schiffe Kreuzfahrtschiffe. Jedes Jahr nutzen mehr Menschen das immer billiger werdende Angebot, so stieg von 2005 bis 2015 stieg der Umsatz der Reedereien von 1,2 Mrd auf 2,9 Mrd Euro, allein auf dem deutschen Markt. Für uns ist das Grund genug, die Schattenseiten der Kreuzfahrtindustrie näher zu beleuchten – denn der billige Urlaub ist verbunden mit Umweltzerstörungen, Ausbeutung und Sicherheitsrisiken. So treibt die Kreuzfahrtschifffahrt nicht nur den Klimawandel voran, sondern zerstört auch die Reisegebiete wie die Fjorde in Norwegen oder die Lagune in Venedig. Gleichzeitig arbeiten Tausende auf dem Schiff für einen angenehmen Urlaub und verdienen teilweise nur 2 Euro die Stunde. Wir finden so darf Urlaub nicht aussehen und werden deshalb dagegen aktiv.

http://kreuzfahrt.nirgendwo.info/


Fritz Linow

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #23 am: 12:02:50 Do. 09.Mai 2019 »
Zitat
30.4.19
Die rücksichtslose Expansion der Kreuzschifffahrt

Die Kreuzfahrtbranche frohlockt: 2,23 Millionen Deutsche sind 2018 auf Kreuzfahrt gegangen, mehr als jemals zuvor. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von drei Prozent. Weltweit sind es mehr als 28 Millionen Passagiere. Der langfristige Trend stimmt noch euphorischer: Vor 20 Jahren machten "im deutschen Quellmarkt", wie es im Fachjargon heißt, gerade mal 300.000 Passagiere eine Kreuzfahrt. Für die kommenden zehn Jahre haben Reedereien weltweit Dutzende weitere Kreuzfahrtschiffe bestellt.(...)
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Die-ruecksichtslose-Expansion-der-Kreuzschifffahrt,kreuzfahrtschiffe214.html

Kuddel

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #24 am: 08:37:45 Di. 04.Juni 2019 »
Endlich werden Zweifel an der Unsitte der Kreuzfahrten an breiterer Front laut.
Leider liegt der Fokus zumeist auf den ökologischen Folgen, die Menschen, die auf dem Schiff arbeiten, vergißt man.

Zitat
Kreuzfahrtschiff-Unfall in Venedig
"Schiffe außer Kontrolle"

In Venedig kollidierte am Sonntag ein riesiges Kreuzfahrtschiff mit einem Touristenboot. Jetzt ist ein alter Streit neu entbrannt: Wie viel Kreuzfahrt verträgt Venedig?
https://www.spiegel.de/reise/aktuell/venedig-debatte-nach-kollision-eines-kreuzfahrtschiffs-mit-einem-touristenboot-a-1270615.html

Kuddel

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #25 am: 09:45:59 So. 09.Juni 2019 »
Zitat
Kreuzfahrtschiffe: In Venedig wächst die Wut

Die Bewohner von Venedig haben genug: Tausende haben am Samstag gegen den Kreuzfahrttourismus protestiert. Die Giganten sollen verschwinden, fordern sie.


https://www.zdf.de/nachrichten/heute/tausende-demonstrieren-in-venedig-gegen-kreuzfahrttourismus-100.html

Fritz Linow

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #26 am: 16:06:03 So. 09.Juni 2019 »


Zitat
9.6.19
Momentan blockieren etwa 50 Aktivist*innen der Gruppe „Smash Cruiseshit“ in Booten und mit Kletterausrüstung das Auslaufen des Kreuzfahrt­schiffs „Zuiderdam“ aus dem Kieler Hafen und greifen damit direkt in das boomende Geschäft ein. Mit verschiedenen Ruderbooten und mit Kletterausrüstung auf den Tauen des Schiffes sowie auf dem Baukran für einen Terminal-Neubau (mit dem noch mehr Kreuzfahrten ermöglicht werden sollen) verbreiten sie die Botschaft, dass Kreuzfahrten nicht länger toleriert werden.(...)
https://tkkg.noblogs.org/post/2019/06/09/kreuzfahrtschiff-zuiderdam-in-kiel-blockiert-fuer-urlaub-ohne-ausbeutung-und-umweltzerstoerung-2/#more-579


Kuddel

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #27 am: 09:48:16 Mo. 10.Juni 2019 »
Zitat
Klimaktivisten blockieren Kreuzfahrtschiff

Die Gruppe "Smash Cruiseshit" hat in Kiel die "Zuiderdam" am Auslaufen gehindert. Die Aktivisten protestierten gegen Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Besatzungen.




...Mit der Aktion wollten die Aktivisten auch auf die schlechten Arbeitsbedingungen auf den Schiffen aufmerksam machen.

Die Blockierer wurden durch Polizisten, Feuerwehr und Rettungskräfte vom Schiff und vom Baukran entfernt und in Gewahrsam genommen.

Das Kreuzfahrtschiff legte schließlich um 21.50 Uhr mit knapp sechsstündiger Verspätung ab und machte sich auf die Fahrt nach Kopenhagen. Begleitet wurde die Zuiderdam dabei zunächst von mehreren Booten der Wasserschutzpolizei. ...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-06/klima-umwelt-protest-kreuzfahrtschiff-zuiderdam

Hervorragend!

Kuddel

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #28 am: 13:52:10 Mi. 12.Juni 2019 »
Es macht Schule...
Zitat
Mallorca:
Proteste gegen Kreuzfahrtschiffe

Palma de Mallorca weist nach Barcelona die höchste durch Kreuzfahrtschiffe verursachte Luftverschmutzung Europas auf. Auf der Ferieninsel wächst der Widerstand gegen den Tourismus.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/spanische-ferieninsel-mallorca-proteste-gegen-kreuzfahrttourismus-100.html

Fritz Linow

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Re: Kreuzfahrten - Ausbeutung
« Antwort #29 am: 21:16:00 Do. 13.Juni 2019 »
Zitat
12.06.2019
Boom auf Kosten der Besatzung: Die Kreuzfahrtbranche kämpft um ihren Ruf

Günstige Arbeitskräfte aus den Philippinen befördern den Kreuzfahrt-Boom, doch die Arbeitsbedingungen stehen in der Kritik. Der Aida-Chef wehrt sich.(...)
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/tourismus-boom-auf-kosten-der-besatzung-die-kreuzfahrtbranche-kaempft-um-ihren-ruf/24447492.html

Zitat
13.6.19
Proteste gegen Ex-"Traumschiff" geplant

Die Kreuzfahrtbranche gerät auch in Eckernförde ins Visier von Umweltaktivisten. Sie wollen gegen die MS „Deutschland“ demonstrieren. Das 175-Meter-Schiff eröffnet die Kreuzfahrer-Saison am Sonnabendmorgen in der Bucht. Die Polizei bereitet sich auf einen Einsatz mit mehr Beamten als üblich vor.(...)
https://www.kn-online.de/Lokales/Eckernfoerde/Proteste-gegen-Ex-Traumschiff-MS-Deutschland-in-Eckernfoerde-geplant

Ganz gute Doku von 2017 vom ORF:
Kreuzfahrten - Traumgeschäft mit Schattenseiten