Autor Thema: Fehmarnbelttunnel  (Gelesen 4660 mal)

Fritz Linow

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Fehmarnbelttunnel
« am: 19:25:10 Mo. 13.März 2017 »
Sollte man im Auge behalten, wenn er denn 2018 genehmigt wird. Der Ersatz für die Vogelfluglinie wird dann auf lange Zeit die größte Baustelle in Europa werden, damit skandinavisches Eisenerz schneller geliefert werden kann. In Schleswig-Holstein werden für die Streckenlegung, Stilllegung und Verlegung von kleinen Bahnhöfen entlang der Bäderstraße zwei Milliarden veranschlagt. Die üblichen Totschlagargumente lauten „Gut für die regionale Wirtschaft, weil sich entlang der Strecke neue Betriebe ansiedeln werden“ bis hin zu „Gut für den Tourismus“. Im großen und ganzen werden hier Milliarden verpulvert für das Mantra Höher, Schneller, Weiter.

Rudolf Rocker

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Re:Fehmarnbelttunnel
« Antwort #1 am: 20:48:51 Mo. 13.März 2017 »
Ich dachte, das Ding wäre schon gescheitert, weil Dänemark das Teil irgendwie doch nicht komplett alleine bezahlen wollte!

Fritz Linow

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #2 am: 14:15:38 Mi. 16.Oktober 2019 »
Zitat
16.10.19
Rechnungshof: Fehmarnbelt-Projekt teurer als geplant

Die Schienen- und Straßenanbindung der geplanten Fehmarnbeltquerung zwischen Deutschland und Dänemark wird noch einmal teurer. Vor vier Jahren hatte der Bundesrechnungshof bereits mit Kosten von 2,2 Milliarden Euro gerechnet - ursprünglich sollten es 817 Millionen Euro sein. Nun geht der Bundesrechnungshof von 3,5 Milliarden Euro aus. Das wäre mehr als vier Mal so viel. Diese Prognose haben die Finanzprüfer jetzt einigen Bundestagsabgeordneten zugeschickt. (...)
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Rechnungshof-Fehmarnbelt-Projekt-teurer-als-geplant,fehmarnbelt400.html

tleary

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #3 am: 06:35:14 Mo. 28.Oktober 2019 »
Ja, das wird 'mal das "Stuttgart 21" des Nordens...
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Kuddel

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #4 am: 08:48:36 Mo. 28.Oktober 2019 »
Fehlt nur noch die entsprechende Bewegung zum Thema.

Fritz Linow

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #5 am: 22:09:35 Mi. 29.Juni 2022 »
Zitat
29.6.22
Arbeiter blockieren auf dänischer Seite Eingang zur Baustelle

An Dänemarks größter Baustelle wird gestreikt. Mehrere Hundert Beschäftigte an der Baustelle zum Fehmarnbelt-Tunnel haben die Arbeit wegen eines Streits über ihre Entlohnung niedergelegt. Kippt jetzt der Zeitplan?

Hunderte Arbeiter auf der dänischen Seite der Baustelle zum Fehmarnbelt-Tunnel haben wegen eines Streits über ihre Bezahlung ihre Arbeit unterbrochen. Der Streik habe am Dienstagmorgen begonnen und dauere an, teilte eine Sprecherin des Bauherren Femern A/S am Mittwoch mit.

(click to show/hide)
https://www.welt.de/regionales/hamburg/article239640789/Fehmarnbelt-Tunnel-Jetzt-streiken-auf-daenischer-Seite-die-Arbeiter.html?

cyberactivist

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #6 am: 22:19:51 Mi. 29.Juni 2022 »
Schöne Aktion, weil die Macht, die eben doch bei den Beschäftigten da ist, auch genutzt wird.
Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.

Kuddel

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #7 am: 13:46:01 Do. 30.Juni 2022 »
So sieht ein vernünftiger Wilder Streik aus!








Volleyball ist besser als Maloche.











Solidarität!




Hier weitere Berichte zum Wilden Streik!
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,330444.msg376242.html#msg376242

(Sorry für die Unordnung im Forum)

Fritz Linow

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #8 am: 21:07:22 Do. 30.Juni 2022 »
Wenn ich das richtig verstehe, ging es nun mit Blockaden weiter:
https://www.tv2east.dk/lolland/konflikten-paa-femern-eskalerer-braendstofmangel-skabte-fare-for-oversvoemmelse

(Immer wenn man einen Dänen braucht, ist keiner da)

Googleübersetzung:

Zitat
Der Konflikt auf Fehmarn eskaliert – Treibstoffknappheit führte zu Überschwemmungsgefahr

Dies ist der dritte Tag einer umfassenden Arbeitsniederlegung auf der Fehmarn-Baustelle. Parteien auf beiden Seiten sagen, sie hätten keine Einigung erzielt, die den Streit beenden könnte. Ganz im Gegenteil.

Der Konflikt hat schwerwiegende Folgen für FLC, Femern Link Contractors, den Hauptauftragnehmer für den Bau des Fehmarntunnels, erklärt Jess Hansen, Arbeitsdirektorin des Unternehmens.

- Es ist nicht nur ein Konflikt gegen FLC. Es ist gegen alle unsere Subunternehmer. Alle sind Formularzugang. Alle Zufahrtsstraßen zum Gelände seien gesperrt, sagt Jess Hansen.

Die Situation hatte am Donnerstagmorgen zu potenziell ernsthaften Problemen auf der Baustelle geführt.

- Wir haben einige Herausforderungen. Wir haben Pumpen am Deich und Pumpen auf dem Werksgelände, die gewartet und betankt werden müssen. Wir haben eine Regelung dafür gefunden. Aber im Moment ist es wirklich eine schwierige Situation, sagt Jess Hansen.

Es gibt also eine leichte Aufweichung des Konflikts?

- Wenn man es in Relation dazu sieht, dass das ganze Gebiet überschwemmt wird und Produktionsanlagen im Wert von Milliarden Kronen verloren gehen, kann man sagen, dass dies eine kleine Aufweichung ist - aber es sagt auch etwas darüber aus, wie schwierig die Situation ist.

- Wir erleiden einen ziemlich großen Produktionsausfall, und es ist finanziell sehr schwer - das ist klar. Aber auch die Mitarbeiter bekommen ihren Lohn nicht und werden arbeitsrechtlich geahndet. Es ist also eine unglückliche Situation für beide Seiten, fügt Jess Hansen hinzu.

Behält Streik bei
Die Fronten des Konflikts wurden also weiter hart gezogen.

Auf der einen Seite halten etwa 300 streikende Tunnelarbeiter an ihren Forderungen nach mehr Lohn fest. Ihren Angaben zufolge wurden ihnen rückwirkend zum 1. Mai 2022 4,37 Prozent mehr Gehalt zugesagt, die sie bisher nicht erhalten haben.

Auf der anderen Seite steht ihr Arbeitgeber FLC, der sich weigert zu verhandeln, solange die Mitarbeiter streiken.

- Wir waren gestern (Mittwoch, Anm. d. Red.) bei einer gemeinsamen Sitzung, bei der festgestellt wurde, dass es sich um einen außervertraglichen Streik handelt, sagt Rasmus Pedersen von 3F Lolland, der die Mehrheit der Beschäftigten vertritt.

Nach dem Treffen ging er zur Baustelle in Rødbyhavn, wo die Streikenden erneut zur Arbeit aufgefordert wurden, gerade als die Folgen eines fortgesetzten Streiks und einer Blockade angekündigt wurden.

- Wir haben den Leuten auch gesagt, dass sie Geldstrafen bekommen würden, sagt Rasmus Pedersen.

Kuddel

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #9 am: 11:10:52 Fr. 01.Juli 2022 »
Der dänische Kollege, der mir die Hinweise auf neue Beiträge schickt, hat sich unsere Veröffentlichungen angesehen und hatte daran nichts auszusetzen.

Er hat aber darauf hingewiesen, daß die Gewerkschaften hart bestraft werden können,  wenn sie nicht alles tun, um die Arbeiter zu bewegen, ihren Streik abzubrechen.

Die streikenden Kollegen sind wirklich mutig
Ihnen wurde eine Frist gesetzt zur Wiederaufnahme der Arbeit, ansonsten: Geldstrafe.
Sie haben die ignoriert.
Sie verweigern nicht nur die Arbeit, sie haben auch die Baustelle konsequent blockiert. (Wichtig!)
Die Ausbeuter haben absolute Panik, daß ihnen die Tunnelbaustelle absäuft, weil die Pumpen gewartet und betankt werden müssen. Sie haben zwar behauptet, es gäbe keine Verhandlungen, so lange nicht wieder gearbeitet wird, doch in dieser Sache haben sie bereits einen Rückzieher gemacht.

Die Bedeutung dieses Streiks kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Arbeiter führen den Streik ohne ein "Recht" dazu zu haben. Man kann auch kämpfen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen!

Kuddel

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #10 am: 11:53:57 Fr. 01.Juli 2022 »
Sein aktueller Link führt zur Zeitung "Arbejderen" (Der Arbeiter):

Zitat
Aufruf zur Solidarität
Dänische Kollegen: Streik am Fehmarnbelt ist eine Frage des Prinzips



Die streikenden Bauarbeiter waren am Donnerstag, den 30. Juni, vor dem Arbeitsgericht. Das Transparent lässt keinen Zweifel an ihren Forderungen.

Streik auf der Fehmarnbelt-Querung geht in den dritten Tag. Die ausländischen Kollegen fordern den gleichen Lohn wie ihre dänischen Kollegen, und das können wir nur unterstützen, sagen die Gewerkschafter. Sie sehen es als einen prinzipiellen Kampf und haben damit begonnen, Geld zu sammeln, um Bußgelder und ausstehende Löhne zu bezahlen.

Der Konflikt zwischen den Bauarbeitern und dem Generalunternehmer des Fehmarnbelt-Bauprojekts geht weiter, und am Donnerstagnachmittag wird das Arbeitsgericht über den Streik entscheiden. Die Arbeit steht seit Dienstag still, als 400-500 Bauarbeiter, hauptsächlich Polen, beschlossen, sich zu wehren und den gleichen Lohn wie ihre dänischen Kollegen zu fordern.

Nach Angaben von 3F Lolland liegt der Durchschnittslohn in der Region bei 191,20 Kronen, der Einstiegslohn für die ausländischen Arbeitnehmer des FLC-Konsortiums beträgt jedoch 165 Kronen pro Stunde. Davon werden 25 Kronen für Unterkunft und Verpflegung im nahe gelegenen FLC Village abgezogen.

Der Streik hat in Kopenhagen Aufmerksamkeit erregt, wo Gewerkschaftsaktivisten vor dem Arbeitsgericht erscheinen werden.

- Ich werde heute zum Arbeitsgericht gehen, um meine Unterstützung für die polnischen, rumänischen und dänischen Arbeitnehmer zu bekunden, die die Arbeit niedergelegt haben. Ihre Forderungen sind vernünftig, und sie sollten alle Unterstützung bekommen, die sie bekommen können", so Jakob Mathiassen gegenüber The Worker.

Er ist Gewerkschaftsaktivist und hat dazu beigetragen, sowohl moralische als auch finanzielle Unterstützung für die Streikenden zu mobilisieren.

- Sie werden mit Sicherheit vor dem Arbeitsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt werden, und zusätzlich zu dem fehlenden Lohn wird sich das Ganze noch summieren. Es wird eine Menge Geld benötigt, betont Jakob Mathiassen.

Christian Nielsen von der Kopenhagener Maurergewerkschaft hat sich ebenfalls in die Arbeit gestürzt.

- Ich bin absolut gegen eine Lohndifferenzierung. Dies ist eine Frage des Prinzips. Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Es sollte keinen Unterschied geben, egal woher die Menschen kommen, sagt Christian Nielsen zu Arbejderen.

Er ist Mitglied des interdisziplinären Netzwerks "Workers on the Move", das jetzt zur Unterstützung der Fehmarnbelt-Arbeiter mobilisiert.

- Die Menschen streiken nicht ohne Grund, und deshalb unterstützen wir sie. Jetzt wenden wir uns an alle, die wir kennen, und bitten um Unterstützung", sagt der Kopenhagener Maurer.

- Wenn der Streik weitergeht, müssen wir möglicherweise nach Lolland fahren und bei der Blockade der FLC-Baustelle im Hafen helfen.

Die beiden Gewerkschaftsaktivisten bringen den streikenden ausländischen Arbeitern großen Respekt entgegen.

- Es ist ein wichtiger Kampf, den sie führen. Großer Respekt, dass sie ihn aufnahmen und weitermachen, sagt Christian Nielsen und endet mit einer Einladung, Geld auf das Konto Nr. 5301 (0267183) einzuzahlen - kleine oder große Beträge sind willkommen.

Seit Beginn des Streiks am Dienstagmorgen haben die Betonarbeiter die Zufahrt zur Baustelle blockiert und damit die Versorgung und den Zugang für andere Arbeiter in der Gegend verhindert.


Der Haupteingang zur FLC-Baustelle in Rødbyhavn ist seit Beginn des Streiks am Dienstag, dem 28. Juni, praktisch blockiert. Foto: privat
https://arbejderen.dk/fagligt/danske-kolleger-strejke-paa-femern-er-principiel/?utm_source=Arbejderens+nyhedsbrev&utm_campaign=4b23c64075-EMAIL_CAMPAIGN_2022_07_01_06_41&utm_medium=email&utm_term=0_0c2870a0a3-4b23c64075-93630447

P.S.: Hier haben wir erfahren, daß auch rumänische Arbeiter an dem Arbeitskampf beteiligt sind.

Kuddel

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #11 am: 18:01:11 Fr. 01.Juli 2022 »
Solidarität aus Norwegen!

Zitat
Bauarbeiter geben 100.000 für den dänischen Streik



Am Dienstag haben sich 300 polnische Bauarbeiter der Fehmarn Link Contractors (FLC) dafür entschieden, sich vor der Firmenzentrale zu versammeln, anstatt zur Arbeit zu gehen. Ihnen wurde kein vereinbarter Lohnzuschlag gezahlt und sie wurden ihren dänischen Kollegen nicht gleichgestellt. Der Streik wurde nach dänischem Arbeitsrecht für illegal erklärt.


Der Vorstand der Bauarbeitergewerkschaft hat sich mit der Angelegenheit befasst und gibt folgende Erklärung ab:

„Die Dänen bauen auf Hochtouren die Fehmarn-Verbindung, den Straßen- und Eisenbahntunnel zwischen Dänemark und Deutschland. Der dänische Staat finanziert das Projekt, das öffentliche Unternehmen Femern A/S ist Bauherr.

Am Dienstag, dem 28. Juni, brach in der Einrichtung ein Streik aus. 300 Bauarbeiter, hauptsächlich aus Polen, stellten sich vor der Firmenzentrale an, anstatt zur Arbeit zu gehen. Die Arbeiter sind bei der Firma Femern Link Contractors (FLC) beschäftigt. Der direkte Grund war, dass den Arbeitnehmern der ab dem 1. Mai vereinbarte Lohnzuschlag von 10 NOK pro Stunde nicht gezahlt worden war, aber es wurde auch verlangt, dass sie mit ihren dänischen Kollegen gleich behandelt wurden. Die Dänen in FLC haben 185 NOK pro Stunde, während die Ausländer einen Stundenlohn von etwa 140 NOK haben.

Der Streik wurde bereits vor dem dänischen Arbeitsgericht verhandelt, wo er für illegal erklärt wurde. Die Streikenden wurden mit einer Geldstrafe von 50 NOK pro Stunde für die Stunden, in denen sie bereits gestreikt waren, und mit 80 NOK pro Stunde für alle Stunden nach dem Gerichtsurteil belegt.

Die Bauarbeitergewerkschaft erwartet, dass alle Beschäftigten auf demselben Bau und derselben Baustelle und in demselben Unternehmen gleich behandelt werden. Das hatten wir ehrlich gesagt auch in Dänemark gedacht. Wenn eine Diskriminierung aufgrund der Nationalität fortgesetzt werden darf, wird dies für die seriöse Bauindustrie in Skandinavien verheerend sein.

Die polnischen Arbeiter auf der Fehmarnbelt-Verbindung haben getan, was wir als Gewerkschaftsgenossen erwarten konnten: Sie haben sich organisiert, Betriebsräte gewählt und sind in Verhandlungen gegangen. Wenn dies nicht funktionierte, mussten sie zu anderen Waffen greifen.

Die Bauarbeitergewerkschaft unterstützt diesen Kampf und stellt 100.000 für den Bußgeldfonds bereit. Wir fordern andere VOrganisationen und Gewerkschaften auf, den Streik zu unterstützen."

Wir werden mit Informationen über Kontonummern und dergleichen zurückkommen.
https://www.bygningsarbeider.no/nyheter/bygningsarbeiderne-gir-100-000-til-dansk-streik

Kuddel

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #12 am: 18:11:23 Fr. 01.Juli 2022 »
Gestern:
Zitat
Das Arbeitsgericht hat entschieden: 500 Fehmarnbelt-Beschäftigte müssen zurück an die Arbeit

Der Streik auf der Fehmarnbelt-Querung muss sofort beendet werden, sagt das Arbeitsgericht. Jetzt müssen wir abwarten, wie sich unsere Kollegen entscheiden, sagt ein Sprecher der polnischen Arbeiter.



Eine Handvoll polnischer und dänischer Arbeiter aus dem Fehmarnbelt war heute vor dem Arbeitsgericht, um für gleiche Löhne für dänische und ausländische Arbeiter zu kämpfen.
https://fagbladet3f.dk/artikel/500-femern-ansatte-skal-tilbage-paa-job



Heute:

Zitat
Trotz Arbeitsgericht: 500 Bauarbeiter setzen Streik auf dem Fehmarnbelt fort

500 Beschäftigte des Hauptauftragnehmers Femern Link Contractors weigern sich, zur Arbeit zu gehen, bis die polnischen Beschäftigten des Unternehmens bessere Bedingungen erhalten.


Obwohl das Arbeitsgericht am Donnerstag 500 Arbeiter der Fehmarnbelt-Baustelle zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz verurteilt hat, gibt es keine Anzeichen dafür, dass dies in nächster Zeit geschieht.

- Bislang gibt es immer noch eine Blockade auf der Baustelle, sagt Rasmus Pedersen, Gewerkschafter bei 3F Lolland.

- Wir fordern die Beschäftigten jedoch nachdrücklich auf, wieder an die Arbeit zu gehen", sagt er.

Der Sprecher der Beschäftigten, der Pole Rafal Skwarek, erklärt, dass seine Kollegen bereit sind, sich mit der Unternehmensleitung zu treffen, aber dass die Verhandlungen erst beginnen müssen, bevor sie die Arbeit wieder aufnehmen.

- Wir streiken immer noch aus demselben Grund. Wir wollen den gleichen Lohn wie die Dänen auf der Baustelle. Wir wollen wieder arbeiten, aber wir warten darauf, dass das Unternehmen mit uns verhandelt", sagt er.

Der Streit auf der Fehmarnbelt-Baustelle zwischen polnischen und dänischen Arbeitern auf der einen Seite und dem Hauptauftragnehmer Femern Link Contractors (FLC) auf der anderen Seite scheint auf unbestimmte Zeit weiterzugehen.

Man möchte FLC bald treffen

Es bestand die Aussicht, dass sich eine Lösung abzeichnen könnte.

Der Streik begann am Dienstag, und gestern, am Donnerstag, beschlossen die 500 Arbeiter, ihre Blockade der Baustelle vorübergehend aufzuheben.

Sie taten dies, um die Einfahrt von Tanklastwagen auf die Baustelle in Rødbyhavn zu ermöglichen. Die Baustelle ist auf Wasserpumpen angewiesen, um zu verhindern, dass das gesamte Gebiet unter Wasser gerät.

Wenn das passiert, bedeutet das nach Ansicht des Arbeitgebers FLC einen Schaden in Milliardenhöhe.

- Ich glaube, wir spüren die Bereitschaft der Mitarbeiter, sich zu bewegen, und sie zeigen es, indem sie die Tankwagen auf das Gelände lassen", sagt Rasmus Pedersen von 3F Lolland.

Doch trotz mehrerer Treffen zwischen den Parteien am Donnerstag gibt es noch keine konkreten Verhandlungen.

Polnische Arbeiter gehen für weniger Lohnerhöhung zur Arbeit

Der Streik der 500 Beschäftigten begann, weil die polnischen Beschäftigten bei FLC unzufrieden damit sind, dass sie deutlich weniger Lohn erhalten als ihre dänischen Kollegen, die angeblich bis zu 185-190 Kronen pro Stunde bekommen. Die Polen erhalten für die gleiche Arbeit einen Stundenlohn von 140 Kronen, werden aber auch in einem Wohngebiet, dem FLC Village, untergebracht, während sie auf der Großbaustelle arbeiten.

Laut Fagbladet 3F haben die Polen bei den jüngsten Treffen ihre Forderungen nach einer geringfügigen Lohnerhöhung heruntergeschraubt, wenn ihnen zugesagt wird, dass der Rest der Lohndifferenz zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt werden kann.

Diesem Wunsch ist der Arbeitgeber jedoch bisher nicht nachgekommen, obwohl er sein Interesse an einer Verbesserung der Bedingungen für die Polen gegenüber dem derzeitigen Stand bekundet hat.

Risiko der Entlassung

Sollte der Streit bis nächste Woche andauern, stehen die 500 Beschäftigten vor ihrer nächsten Herausforderung. Sie riskieren, dass sie zu einer neuen Sitzung des Arbeitsgerichts vorgeladen werden und ein Ultimatum erhalten:

Entweder Sie gehen zurück zur Arbeit oder Sie riskieren, entlassen zu werden.

Weder Rasmus Pedersen noch Rafal Skwarek hoffen, dass es so weit kommt.

- Wir haben dieses Wochenende ein weiteres Treffen mit dem FLC, und ich hoffe, dass es dann Fortschritte und echte Verhandlungen geben wird", sagt Rasmus Pedersen.

- Wir hoffen, dass die Chefs morgen zu dem Treffen kommen und einige Entscheidungen treffen, die es uns ermöglichen, diesen Konflikt so schnell wie möglich zu beenden", sagt Rafal Skwarek.
https://fagbladet3f.dk/artikel/500-bygningsarbejdere-fortsaetter-strejke-paa-femern



Kuddel

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #13 am: 18:45:35 Fr. 01.Juli 2022 »
Und weil es so schön ist, hier noch ein paar Streikfotos:






Das ist historisch für ausländische Arbeitskräfte




LKW Stau im Hintergrund






ManOfConstantSorrow

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Re: Fehmarnbelttunnel
« Antwort #14 am: 17:06:25 Sa. 02.Juli 2022 »
Zitat
Arbeitskampf
Blockade für gleichen Lohn

Dänemark: Rund 500 Beschäftigte streiken für gleiche Bezahlung am Megaprojekt Fehmarnbelttunnel. Unternehmen nicht verhandlungsbereit


Migrantische Arbeiter strei­ken für mehr Lohn – entgegen dem bürgerlichen Recht. Der seit Dienstag laufende Streik für gleiche Bezahlung von Arbeitern am im Bau befindlichen Fehmarnbelttunnel in Dänemark ging am Freitag weiter. Ein Arbeitsgericht in Kopenhagen hatte ihn am Donnerstag für unrechtmäßig erklärt. Gespräche zwischen der Gewerkschaft 3F und dem Hauptauftragnehmer, dem internationale Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC), gingen am Freitag ergebnislos zu Ende, wie der für die Baustelle zuständige Gruppenleiter von 3F, Rasmus Petersen, am Freitag im Gespräch mit junge Welt erklärte. Die rund 500 Streikenden seien »enttäuscht und wütend über die Blockadehaltung der FLC« und würden ihren Streik fortsetzen. Ein weiteres Gespräch zwischen Gewerkschaft und Konsortium sei für diesen Sonnabend angesetzt.

Prestigeprojekt der EU

Der Fehmarnbelttunnel ist die aktuell größte Baustelle Dänemarks und soll ab 2029 einen Straßen- und Schienenweg zwischen Puttgarden in Mecklenburg-Vorpommern und Rødbyhavn auf der dänischen Insel Lolland darstellen. Nach Angaben von FLC sind auf der dänischen Tunnelbaustelle rund 1.000 Arbeiter tätig, die zum Teil bei FLC und dem niederländischen Konsortium FBC angestellt sind. Die Arbeiten von FBC sind vom Streik nicht betroffen. Das Unternehmen ist beim EU-Prestigeprojekt Fehmarnbeltquerung für den Aushub des Tunnelgrabens, den Bau der Arbeitshäfen und die Landgewinnungsflächen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts zuständig, während FLC sowohl für den Bau der Tunnelelementfabrik als auch für die Herstellung und das Absenken der 89 Elemente verantwortlich zeichnet.

»FLC will erst verhandeln, wenn der Streik beendet ist«, fasste Gewerkschafter Petersen die Gespräche mit dem Konsortium gegenüber dieser Zeitung zusammen. »Doch die Leute trauen ihnen nicht mehr, sie wollen eine Garantie, dass sich etwas ändert, wenn sie die Arbeit wieder aufnehmen.« Derzeit verdienen die ausländischen Kollegen mit 140 Kronen (etwa 18,82 Euro) bis zu 50 Kronen pro Arbeitsstunde weniger als die dänischen Kollegen. Die Lohnlücke hatte FLC gegenüber der Gewerkschaft mit Kosten für die Unterbringung begründet, die Arbeiter fordern jedoch gleiche Bezahlung für alle Kollegen.

Blockade baut Druck auf

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Um Druck aufzubauen, hatten die Streikenden in den vergangenen Tagen Zufahrtswege zur Baustelle blockiert, verhinderten Anlieferungen und den Zugang für andere Arbeiter auf die Baustelle. Auch dänische Arbeiter haben sich dem Streik der polnischen, rumänischen und bulgarischen Kollegen mittlerweile angeschlossen, erklärte Gewerkschafter Petersen im jW-Gespräch. Als Zeichen der Verhandlungsbereitschaft hatten die Streikenden am Mittwoch Spritlieferungen für die Wasserpumpen, die nötig sind, um die unter dem Meeresspiegel liegende Baustelle trocken zu halten, durchgelassen. »Sollten die Pumpen nicht mehr laufen, bedeutet das Schäden in Milliardenhöhe«, so Petersen.

3F ruft Arbeiter zurück

Die Gewerkschaft sei ans Recht gebunden und habe die Arbeiter dazu aufgerufen, zur Arbeit zurückzukehren, sagte der Vizepräsident von 3F in Lolland, Bjarne Jensen, am Freitag zu jW. »Wir sagen ihnen, sie müssen weiterarbeiten, weil das hier in Dänemark so die Regel ist.« Weil das Arbeitsgericht den Ausstand für unrechtmäßig erklärt habe, drohe den Streikenden nun eine erhöhte Strafzahlung von etwa 80 Kronen pro Stunde, anstelle der sonst qua dänischem Arbeitsrecht für »wilde« Streiks üblichen 50 Kronen Strafzahlung pro Arbeitsstunde.

Wie die Arbeiter aus anderen Ländern sonst für ihre Belange kämpfen sollen, konnten auch die Beamteten von 3F nicht beantworten. Der Streik betreffe jedoch bereits das ganze Land, erklärte Gewerkschafter Petersen im jW-Gespräch. »Dieser Streik interessiert Arbeiter in ganz Dänemark, viele wollen den Streik nun solidarisch unterstützen.« Privatpersonen sammelten bereits Geld, um den Streikenden zu helfen. Da die Lieferungen von Sprit für die Pumpen wieder blockiert würden und sich FLC keinen Schritt bewege, »könnten wir hier am Montag die Hölle erleben«, fürchtete Petersen: »Wir wissen nicht, wie wir diesen Knoten zum Platzen bringen sollen.«
https://www.jungewelt.de/artikel/429614.arbeitskampf-blockade-f%C3%BCr-gleichen-lohn.html?sstr=d%C3%A4nemark
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!