Autor Thema: Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht  (Gelesen 22253 mal)

dejavu

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #15 am: 09:00:18 So. 04.Juni 2017 »
Und ach..
Zitat
Schon fast ironisch, daß ausgerechnet eine Satiresendung des ÖRR die einzige Stelle ist

Kann sich das herrschende System leisten. Mit Macron wird die Europäische Leiharbeitsrichtlinie gegebenenfalls aufgeweicht.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

dagobert

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #16 am: 19:42:50 Fr. 07.Juli 2017 »
Zitat
Diese Kampagne schlägt aktuell hohe Wellen. Prof. Däubler erreichten mittlerweile über 250 E-Mails von betroffenen Leiharbeitern, mit oft erschütternden Darstellungen der Arbeitsund Lebensbedingungen, die häufig als Sklaverei bezeichnet werden. Mit vielen Betroffenen findet noch in Einzelabstimmung die Klärung der notwendigen rechtlichen Bedingungen für eine erfolgversprechende Klage statt. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass über zwanzig Klageverfahren zustande kommen werden. Wie zu erwarten war, benötigen allerdings fast alle von Leiharbeit betroffenen Klägerinnen und Kläger dabei finanzielle Unterstützung, weswegen zusätzlich eine Spendenkampagne gestartet wurde. Auf dem Spendenkonto des gemeinnützigen Vereins Labournet.de e.V. (GLS Bank Konto 40337 39600 Bankleitzahl: 43060967 IBAN DE76 4306 0967 4033 7396 00 BIC: GENODEM1GLS Betreff: EUGH-KLAGE) gehen täglich - wenn auch immer noch nicht ausreichende - Spenden ein.
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/06/leihklage_lunapark21.pdf

Fritz Linow

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #17 am: 10:23:17 Fr. 19.Januar 2018 »
Relativ ernüchternder Zwischenbericht zur Kampagne von Labournet und Däubler:

Die Leiharbeitskampagne – oder: die Mühen der Ebene
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/01/leihklage_zwischenbericht1.pdf

dejavu

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #18 am: 13:31:29 Fr. 19.Januar 2018 »
Zitat
Immer gab es ein anderes Hindernis. In einem
Kündigungsschutzfall argumentierte die Anwältin wie folgt: Der Kläger hatte zwar für seine
Klage Prozesskostenhilfe bekommen, war also von Anwalts- und Gerichtskosten befreit.
Wenn er aber nun Equal Pay einklagen würde, könne es passieren, dass er verliere. In der
zweiten Instanz würde er dann trotz der Prozesskostenhilfe die Kosten des Gegenanwalts
bezahlen müssen. Ich verwies auf den Spendenfonds und darauf, dass man normalerweise
nicht verliert, wenn man Prozesskostenhilfe bekommen hat, doch sie war nicht umzustimmen.
Das mit dem Spendenfonds könne man sich überlegen, aber die Überlegungen haben
offensichtlich kein positives Ergebnis erbracht.
Eine kleine persönliche Zwischenbemerkung sei erlaubt. Wenn ich an den Informatiker und
die Anwältin denke, kann ich
 mir nicht erklären, weshalb wir eigentlich keinen Kaiser mehr
haben. War es denn nicht in höchstem Maße riskant, als
 Philipp Scheidemann vom Balkon
des Reichstags aus die Republik ausrief? Das war
 doch glatter Hochverrat, für den sogar noch
die Todesstrafe verhängt werden konnte. Und bestand denn nicht auch die
Gefahr, dass ein
Kaisertreuer mit dem Ausruf: „Für Gott und Vaterland“ von seiner Schusswaffe Gebrauch
machen würde? Nicht ein Prozent solcher Risiken würden die fraglichen Personen eingehen –
so ist die „Arbeiterbewegung“ (der sich zumindest die Anwältin verbunden fühlt)  auf den
Hund gekommen.
;D ;D ;D
Usw...Blablabla usw..Dachte ich mir. Unter einer Million
vielleicht 2 oder 3, wenn überhaupt. Wie schon mal an anderer Stelle gesagt: als ich mal auf so einer Kack-Leiharbeitsmesse Flyer verteilt hab, wurde ich gefragt:
"wann tut ihr endlich was?"
Tja, was soll man dazu sagen?
Ich werde ganz sicher keinen Finger mehr krumm machen.
Sie mosern nur rum, schimpfen ein bischen, wählen die AFD, ansonsten kommt von den allerallermeisten nix.
Nix? Na ja, einen rechtsautoritären Staat hätten die meisten schon gerne.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Rudolf Rocker

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  • Waldkauz (8>
Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #19 am: 13:32:12 Fr. 19.Januar 2018 »
Ja, wirklich sehr ernüchternd! :(

Kuddel

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #20 am: 14:10:42 Fr. 19.Januar 2018 »
Ich werde ganz sicher keinen Finger mehr krumm machen.
Genau die gleiche Kacke wie von shitux.
Man ist selbst nur untätig, weil ja die anderen alle so doof sind.
Noch einer, der darauf wartet mit der Mehrheit mitlaufen zu können...

dejavu

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #21 am: 15:19:10 Fr. 19.Januar 2018 »
Mitlaufen werde ich ganz ganz sicher nirgendwo.
Untätig bin ich eigentlich auch nicht wirklich.
Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, was ich mit shitux gemeinsam haben soll.
"Keinen Finger mehr krumm machen" ist vielleicht übertrieben. ;D ;D ;D
So, mehr gibts später. Das gilt auch für RR.
Leider hab ich grad viel an der Backe.
 
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

dejavu

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #22 am: 20:40:54 Fr. 19.Januar 2018 »
Ist mir gar nicht sofort aufgefallen:
Zitat
War es denn nicht in höchstem Maße riskant, als
 Philipp Scheidemann vom Balkon
des Reichstags aus die Republik ausrief?

Hey, bei Liebknecht und Rosa war's noch riskanter!
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Onkel Tom

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #23 am: 22:31:12 Fr. 19.Januar 2018 »
Das ist wirklich schaade, das ein vielversprechendes Projekt, Equal Pay
durch zu setzen an Mitstreiterschwund vor die Hunde geht  :(

Trotz Zusage an finanzieller Unterstützung aus einem Fond den Ausbeuter
lieber in Ruhe lassen..

Ich verstehe, das Ängste Einfluss haben aber für die, die nix mehr zu fürchten
haben ?

Null Vertändnis ! D voller bellender Angshasen  :(
Lass Dich nicht verhartzen !

Rudolf Rocker

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #24 am: 09:55:55 Sa. 20.Januar 2018 »
Ich hatte ja vermutet, das der Andrang nicht besonders hoch sein würde, aber das es so schlimm ist hatte ich nicht gedacht!
Du arbeitest in einer Scheiß Leihbutze, die Dich von Morgens bis Abends nur verarscht und verdienst einen absoluten Hungerlohn!
Was hat man denn da noch zu verlieren?

Kuddel

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #25 am: 10:54:15 Sa. 20.Januar 2018 »
Ich verstehe dieses Gejaule nicht.
Es läuft eine vervorragende Kampagne von LabourNet und Däubler.
Viele andere Kampagnen sind notwendig. Die müssen angegangen werden.

Was soll das, zu argumentieren, es haben sich nur ein paarhundert Leiharbeiter bei Däubler gemeldet und eine Million Leihsklaven hat es nicht?

Es ist einfach eine Tatsache, daß an allen Fronten die Mehrheit stumpf duldend und passiv ist.
In der Wirtschaft sind es nur kleine Zirkel, die etwas diskutieren und entscheiden, in der Politik ist es nicht anders und in den Gewerkschaften ebensowenig. Bei denen kommen noch diejenigen hinzu, die für ihren Job in Politik und Wirtschaft bezahlt werden und dort eine Karriere anstreben. Alles eine hochgezüchtete Blase, bejubelt von den Medien.

So etwas haben wir nicht anzubieten.

Wir können im Moment nicht viel mehr, als laut und klar die Wahrheit aussprechen, klarstellen, wer hier wen verarscht und daß es so nicht sein muß.
Wir können zur Zeit nur eine kleine Minderheit mit Rückrat mobilisieren und wir können mit einer Politik der Nadelstiche vorgehen. Ich sehe uns da auf einem guten Weg.

Rudolf Rocker

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  • Waldkauz (8>
Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #26 am: 11:09:08 Sa. 20.Januar 2018 »
Zitat
Was soll das, zu argumentieren, es haben sich nur ein paarhundert Leiharbeiter bei Däubler gemeldet und eine Million Leihsklaven hat es nicht?
Hast Du den Link von Fritz überhaupt gelesen? Von den "paarhundert" waren grade mal ein Dutzend bereit, überhaupt zu Klagen.

Wofgang Däubler schreibt selbst:
Zitat
Eine kleine persönliche Zwischenbemerkung sei erlaubt. Wenn ich an den Informatiker und
die Anwältin denke, kann ich
 mir nicht erklären, weshalb wir eigentlich keinen Kaiser mehr
haben. War es denn nicht in höchstem Maße riskant, als
 Philipp Scheidemann vom Balkon
des Reichstags aus die Republik ausrief? Das war
 doch glatter Hochverrat, für den sogar noch
die Todesstrafe verhängt werden konnte. Und bestand denn nicht auch die
Gefahr, dass ein
Kaisertreuer mit dem Ausruf: „Für Gott und Vaterland“ von seiner Schusswaffe Gebrauch
machen würde? Nicht ein Prozent solcher Risiken würden die fraglichen Personen eingehen –
so ist die „Arbeiterbewegung“ (der sich zumindest die Anwältin verbunden fühlt)  auf den
Hund gekommen.


Onkel Tom

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #27 am: 11:42:11 Sa. 20.Januar 2018 »
...
Von den "paarhundert" waren grade mal ein Dutzend bereit, überhaupt zu Klagen.
...

Danke Rudolf, genau darüber bin ich entsetzt. Von den rund 2 Dutzend Leiharbeitern, denen
Unterstützung zugesichert wurde, bleiben gerade mal 2 über, die klagen wollen, wo jedoch
einer Rechtsbeistand von der Gewerkschaft bekommt und ich genau so wie Däubler befürchte,
die Durchsetzung von Equal Pay nicht unterstützt oder fördert.
Ich vermute, das Däublers mühevolle Arbeit nun von einer klagenden Person abhängig ist.

Das bei Erwerbslosen anhand von Sanktionsgefahren die Muffe auf und zu geht, muss ich
leider teilweise aktzeptieren und berücksichtigen. Das jedoch Leihkräfte sich schon um die
Ecke herum den gleichen Stiefel anziehen und deswegen um ihr zu Recht erarbeiteter
Nachzahlungen lieber verzichten, statt drum zu kämpfen, verstehe ich nicht !

Bin darüber entsetzt und hoffe, das Däubler das Boot doch noch in sicheres und erfolgreiches
Gewässer bekommt..

 ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

Rudolf Rocker

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #28 am: 11:48:37 Sa. 20.Januar 2018 »
Und genau darum geht es mir ja und nicht darum die Kampagne von LabourNet und Däubler zu diskreditieren!

Onkel Tom

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Re:Leihsklaven für Klage auf equal pay gesucht
« Antwort #29 am: 12:30:00 Sa. 20.Januar 2018 »
Geht mir genau so.. Projekte und Aktionen gegen Leiarbeit finde ich auch gut und
angebracht. Gleicher Einstellung habe ich auch gegen das H4-System..

Doch was musste ich als aktiver für Erfahrungen sammeln ? Anfänglich war es nicht
schwer, mit Mitstreiter_innen gegen "seltsame Blüten" der Erwerbslosenindustrie
zu akkern.. Kaum hatte sich die damalige "ARGE" ins H4-System eingearbeitet,
wurde es nach und nach immer schwieriger, Mitstreiter zu gewinnen und
Mobillisierungen wie z.B. gegen ZAF-Jobmessen wurden zu einer Herausforderung..

Um meinen Bestrebungen nicht komplett als "allein gelassener Looser" zu erliegen,
musste ich darüber viel nachdenken, wohlmöglich als Einzelkämpfer meinen
Vorstellungen näher zu kommen.

Mit dem Gefühl von "Leidensgenossen" verlassen zu sein, gabs noch die Option,
mich in die Erwerbslosenindustrie zu begeben und "konspirativ" Dinge zu sammeln,
mit der man den Erwerbslosenindustriellen an die Wäsche gehen könnte.

Ein Wallraff halte ich nicht für notwendig, aber glaube, das jemand erforderlich
ist, der genau so in die Leiharbeit geht, sammelt, recherchiert und dokumentiert.
Ein "Live-Einsatz", dann schauen, was geht und zur Krönung auf den stabillisierten
Weg im Kampf um Equal Pay zu gehen.

Bei meinem 1. Ein Euro Job musste ich ein ganzes Jahr "schnüffeln". Beim 2.
nur noch 3 Monate und beim 3. wurde geschleust..
Es ist mühevoll und mit Vorsicht zu wuppen. Erst nach ca. 2 Jahren kam der
Lohn, in dem 2 Träger hops gegangen sind und der 3. sich aus diesem Sektor
zurückziehen musste.

Meine Befürchtung ist halt, das es um Leiharbeit genau so ausarten könnte.

Also liebe Leiharbeiter_innen.. Bitte nicht nur passiv mekkern, sondern auch
Projekte unterstützen, die dein wirtschaftliches Leid lindern oder besser noch
vom Pelz schaffen, sprich Equal Pay durchsetzen.

 ;)
Lass Dich nicht verhartzen !