Autor Thema: Doofe Nazi-Ossi-Prolls  (Gelesen 1285 mal)

ManOfConstantSorrow

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Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« am: 13:01:55 Fr. 26.Mai 2017 »
Bewußt werden Behauptungen in die Welt gesetzt, um damit politische Interessen durchzusetzen.

Es ist aber schlimm, wenn die Propaganda der herrschenden Klasse für Realitität gehalten wird und zum Gemeingut wird. Vieles wird sogar von Linken nachgeplappert und es ist auch hier im Forum zu finden.

Es solte so einfach sein: Die Minderheit der herrschenden Besitzer von Reichtum und Produktionsmitteln auf der einen Seite, der ärmere und verarmte Rest der Bevölkerung auf der anderen.

Es gelingt aber immer wieder neue Spaltungslinien aufzumachen. Die aktuelle "Studie", die besonderen Rassismus im Osten Deutschlands attestierte, ist eine absolute Lachnummer. Auf Basis von 40 Interviews in drei Orten Sachsens und Thüringens (und zu den Befragten gehörten eine Reihe Politiker) wurde dann geschlossen, wie sich Ossis und Wessis unterschieden.

Während gebildete Mittelschichten des Westens besonders demokratisch sind, ist der Ossiproll automatisch faschistisch.
Nichts darüber, daß die Stimmenanteile für die AfD in der Mittelschicht weitaus höher sind, als in den Unterschichten und nichts darüber, daß die rechte Stimmung in der Ostpampa erst mühsam aufgebaut werden mußte, von geschulten Nazikadern aus dem Westen und den westlichen Geheimdiensten, die sowieso aus der faschistischen Ecke kommen.

Ja, viele Regionen im Osten sind voll am Arsch. Ein Großteil der Menschen mit Grips und Gesundheit ist dorthin geflüchtet, wo es sozial und kulturell erträglicher ist. Geblieben sind Regionen sozialen Elends, die gleichzeitig kulturelle Wüsten sind. Geblieben sind die, die sich mit Alk, Christal Meth und Nazisprüchen als einzige Protestkultur von Tag zu Tag hangeln.

Die Propanganda: Prolls sind tendenziell Nazis ist ein Desaster. Unterschichten sind bereits von den Sozialdarwinisten zum Abschuß freigegeben. Wenn jetzt noch verwirrte Linke in diesen Chor mit einstimmen, haben die herrschenden Strategen uns da, wo sie uns haben wollen.

Und die "Erkenntnis" Ossis sind Nazis hat noch einen anderen Unterton. Es ist der Verweis darauf, daß dieser (sowie nicht tolle) DDR Sozialismus ("Unrechtsregime") dem Faschismus nahe war und direkt zu den Faschotendenzen geführt hat. Wir dürfen diesen Dreck nicht wiederholen.

Faschistische Ideologie ist Ideologie der Reichen und Herrschenden.
Es gibt keine Gegnerschaft zwischen Ost und West, sondern zwischen oben und unten!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Onkel Tom

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Re:Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« Antwort #1 am: 13:51:11 Fr. 26.Mai 2017 »
Vielen Dank für Dein Beitrag..

Ja, ich finde es auch sehr gruselig, wie heutzutage Faschismus teils so zunächst unbemerkt
Platz im Web findet und sogar Linke nachplappern, anbei jedoch nicht wissen, aus wessen
Ecke es kommt.

Hier bei CD wird darauf geachtet, das (unterschwelliger) Faschismus kein fruchtbaren Boden
findet und falls Du hier was findest, bitte sofort der Administration melden..

Danke  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

ManOfConstantSorrow

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Re:Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« Antwort #2 am: 17:08:20 Do. 17.August 2017 »
Ausschnitt aus einem Interview. Die AfD ist halt nicht das Sammelbecken der Abgehängten.

Zitat
Ich erinnere mich an eine Diskussion über Björn Höcke und darüber, wie radikal die Partei sein darf. Da stand ein alter Mann auf, sehr alt, mit Knickerbockern und so. Der hat gesagt, er wäre gegen eine weitere Radikalisierung. Er wäre ja „unter Adolf“ zur Schule gegangen, und fände das nicht so gut. Und dann sitzt da noch ein junger Mann, Mitte 20, Student und ereifert sich mit hochrotem Kopf: Wir müssen auf die Straße! Die Straße erobern, sonst geht hier alles den Bach runter! Und wenn man dann sieht, wo die Leute herkommen, das sind nicht „die Abgehängten“. Piloten, Einzelhändler, einige Polizisten. Die brauchen den Weg durch die Instanzen nicht mehr, die sitzen da schon.
http://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/hessischer-afd-kreisverband-noch-zwei-drei-anschlaege-das-mobilisiert-unsere-waehler-a-1332808
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

mousekiller

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Re:Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« Antwort #3 am: 06:57:22 Fr. 18.August 2017 »
Dazu passt ja dann diese Meldung wunderbar: http://www.l-iz.de/politik/sachsen/2017/08/Sachsens-Innenminister-weiss-nichts-ueber-saechsische-Randalierer-in-Hamburg-188612

Merkwürdigerweise wurde das natürlich in den großen Medien nicht breitgetreten. Warum nur?
Wer alles gesagt hat, sollte den Mund halten und zuhören.

Kuddel

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Re:Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« Antwort #4 am: 15:13:40 Fr. 19.Januar 2018 »
Zitat
Antifa Ost …

… Erinnerungen an eine angefeindete Bewegung


von Peter Nowak


Eine Gruppe von Punks und alternativen Jugendlichen sitzt um einen Tisch an einer Schreibmaschine und ist mit der Herstellung eines Flugblatts beschäftigt. In einer anderen Szene treffen sich die Jugendlichen zu einer Diskussion, doch ein Teil verlässt diese schon nach kurzer Zeit, weil zu viel geredet und zu wenig gehandelt wird.

Die Szenen stammen aus einen Film, der vor 30 Jahren in Potsdam entstand. Mitglieder der Unabhängigen Antifa wollten damit über ihre Arbeit informieren und mehr Mitstreiter gewinnen. Am Freitag des ersten Dezemberwochenendes wurde mit diesem Kurzfilm im Potsdamer Rechenzentrum die Tagung «30 Jahre Antifa in Ostdeutschland» eingeleitet. Einige der Jugendlichen aus dem Film gehörten zu den Mitorganisatoren.

Die Sozialwissenschaftlerin Christin Jänicke beschäftigt sich mit der Unabhängigen Antifa in der DDR, weil die in den Büchern über die autonome Antifabewegung oft nicht erwähnt wird. «Die Geschichte wurde fast ausschließlich aus Westperspektive geschrieben», so Jänicke gegenüber der SoZ. Sie hat vor einigen Monaten gemeinsam mit Benjamin Paul-Siewert im Verlag Westfälisches Dampfboot das Buch 30 Jahre Antifa in Ostdeutschland. Perspektiven auf eine eigenständige Bewegung herausgegeben. Seitdem wurde auf zahlreichen Veranstaltungen an das 30.Jubiläum der Unabhängigen Antifa in der DDR erinnert und auch die Potsdamer Tagung hätte es ohne das Buch nicht gegeben.

Auf der Auftaktveranstaltung diskutierten Referenten über die Hintergründe des antifaschistischen Engagements in einem Staat, der den Antifaschismus zur Staatsdoktrin erklärt hatte. Der Theologe und Politikwissenschaftler David Bergerich stellte in seinem Beitrag die allzu simple Vorstellung von der «bösen» Regierung und der guten Bevölkerung in Frage. Er erinnerte daran, dass die KZ-Überlebenden in der Regierung einer großen Masse von NS-Mitläufern in der Bevölkerung gegenüberstanden. Das Verwenden von NS-Symbolen, besonders bei Fußballspielen, war eine klare Provokation gegen die DDR-Regierung und ihre führende Partei. Doch die direkten Opfer waren Jüdinnen und Juden und die wenigen Nichtdeutschen in der DDR.

Die Filmwissenschaftlerin Angelika Nguyen berichtete, wie sie in der Schulzeit dem rassistischen Alltagsterror ihrer Mitschüler ausgesetzt war. Während in salbungsvollen Reden die internationale Solidarität mit Vietnam beschworen wurde, wurde sie wegen ihrer Herkunft aus diesem Land beleidigt und gedemütigt.

Die Historikerin und Publizistin Annette Leo, die in der Endphase der DDR über die Unabhängige Antifa berichtet hat, setzte sich sehr differenziert mit der Rolle des Antisemitismus in der DDR auseinander. Sie erinnerte an die Kampagne gegen Jüdinnen und Juden Anfang der 50er Jahre, die mit Stalins Tod beendet wurde. Auch die antiisraelische Politik der DDR und aller Warschauer-Vertragsstaaten sei nicht frei von antisemitischen Elementen gewesen. Der Mitbegründer der Ostberliner Antifa, Dietmar Wolf, ging auf die kurze Geschichte dieser unabhängigen Bewegung in verschiedenen Städten der DDR ein. Nach der Wende zerstreuten sich viele Gruppen, doch ihre Mitglieder blieben aktiv gegen die Neonazibewegung, die seit Herbst 1989 anwuchs.

In der anschließenden Diskussion meldeten sich auch DDR-Bürger zu Wort, die sich kritisch zur autoritären SED-Politik äußerten, aber für eine differenzierte Sichtweise warben, wenn es um den Umgang mit Opfern der Shoah in der DDR geht. So berichtete ein Mann, dass er als Studierender in den 80er Jahre mit seinen Kommilitonen jüdische Friedhöfe in Berlin betreut und gepflegt habe. Das sei eine offizielle, auch von der DDR-Politik geförderte Aktion gewesen. Auch habe es in der DDR Bücher und Filme gegeben, die den Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden thematisierten. Nur der Begriff Holocaust wurde dafür nicht verwendet.

Insgesamt hätte man den Veranstaltern mehr Mut für eine auch kontroverse Debatte gewünscht. Der Moderator hat manche Fragen als Statements qualifiziert, die dann nicht weiter diskutiert wurden. Auch einige Referenten wie David Begerich schienen wenig Interesse an einer Diskussion ihrer Thesen gehabt zu haben und ignorierten Nachfragen aus dem Publikum.

Am Samstagwurden in einer Arbeitsgruppe auch die Konflikte mit der West-Antifa angesprochen, die dazu führten, dass sich nicht nur die ostdeutsche Antifa separat organisierte. Andrej Holm erklärte, dass die radikale Linke in der Ostdeutschland sich in  unterschiedlichen Bereichen vor der westdeutschen Dominanz und deren «kolonialem Verhalten» schützen wollte. Zur Herausbildung einer eigenständigen ostdeutschen Linken sei es allerdings nicht gekommen. Als positives Gegenbeispiel nannte Isabella Wohmann die Umland-Antifa, wo Berliner Gruppen Initiativen ohne Metropolenarroganz unterstützten.

Die Tagung soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Dann soll die aktuelle Vernetzung von Initiativen im Mittelpunkt stehen. Auf https://afa-ost.de/literatur finden sich zahlreiche Dokumente über den Kampf gegen Rechte in der DDR und die Anfänge der Antifa-Ost.
http://www.sozonline.de/2018/01/antifa-ost/

ManOfConstantSorrow

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Re: Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« Antwort #5 am: 09:27:50 Mo. 05.Oktober 2020 »
Zitat
Wer beim Stichwort „Baseballschlägerjahre“ nur an die 90er Jahre im Osten denkt, übersieht, was in den 80ern im Westen vorging
https://www.freitag.de/autoren/martina-mescher/der-rollladen-ging-runter
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Troll

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Re: Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« Antwort #6 am: 14:48:32 Mo. 05.Oktober 2020 »
Die Nazis waren halt nie weg, ignorierend die Augen verschließen ließ sie nicht verschwinden, hüben wie drüben.
Jetzt zeigt man mit dem Finger auf die Ignorierenden, hüben wie drüben.

Passend dazu:

Zitat
Gegen den Extremismus der Mitte

Ein politischer Mythos lautet: Die Mitte ist gut und gemäßigt. Zu dieser Mitte gehören CDU, SPD, Grüne, FDP und Teile der LINKEN. Wer ausschert, ist extrem – entweder rechts oder links. Das Buch „Die extreme Mitte“ geht mit dieser falschen Deutung ins Gericht. Von Helge Buttkereit.
...

Quelle: NDS

Die Mitte ist eine praktische, sehr flexible Sache für jede Regierung.
Die ominöse Mitte zu der sich scheinbar ein Großteil schon zählt und der Rest glaubt aufgenommen werden zu können, jungfräulich, frei von jeder Schuld, arbeitet 24/7, wird von Innen und Außen ständig mißgünstig beäugt und bedroht.
Seltsamer weise fühlt sich diese Mitte auch als mißachteter Verlierer obwohl sich angeblich alles um die Mitte dreht, und die nicht zugehörigen haben alleinige Schuld.

Die Mitte ist das neue Oben, ein gutes Oben.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re: Doofe Nazi-Ossi-Prolls
« Antwort #7 am: 18:13:35 Mo. 05.Oktober 2020 »
Es gibt Dummköpfe und Arschlöcher in allen Regionen und Schichten.

Man sollte aber erst einmal verstehen, was die Nazischeiße ist: Es ist die Ideologie und die Bewegung, die die Interessen der Reichen mit aller Gewalt vertritt.

Es gab in den Kämpfen gegen die Sklkaverei auch Sklaven, die haben auf Seiten der Sklavenhalter gestanden. Es gibt auch heute Menschen aus den Unterschichten, die verteidigen die Interessen der Reichen.

In den Medien sieht man meist Faschos aus den Unterschichten und aus Ostdeutschland. Das ist einfach nur beschissene Propaganda. Die Unterstützung rechter Parteien kommt großteils aus der verängstigten und von Absturz bedrohten Mittelklasse. Die sind nicht so laut und nicht so fotogen. Die Medien haben auch ein Interesse an einem Treten nach unten. Die Ostfaschos hätten niemals ohne rechte Entwicklungshilfe aus dem Westen diese Bedeutung erhalten.

Mit diesen medialen Nebelkerzen kommt es zu einer hilflosen Antifapolitik in der einfache Leute aus dem Osten und dem Westen gegeneinander Kämpfen.

Antifapolitik kann nur dann erfolgreich sein, wenn sie gleichzeitig ein Kampf gegen Verarmung und gegen die Macht der Reichen ist. Faschos sind die Verteidungstruppen der Herrschenden Klasse und nicht die "Stimme des Kleinen Mannes" oder des "Ostdeutschen".

Die Arroganz gegenüber Prolls und Ossis seitens der linken Szene, hat den Rechten erst einmal einen Versprung verschafft.