Autor Thema: Revolutionäres HDW  (Gelesen 26424 mal)

Kuddel

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Re:Revolutionäres HDW
« Antwort #15 am: 19:08:04 Mo. 11.September 2017 »
Zitat
Der längste Streik in der deutschen Geschichte
Lohnfortzahlung für Arbeiter: 114 Tage kämpften Schleswig-Holsteins Metallarbeiter


Am 24. Oktober 1956 begann in Schleswig-Holstein der längste Streik in der deutschen Geschichte seit dem Jahre 1905: Der Metallarbeiterstreik um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die bis dahin nur den Angestellten gewährt wurde um Urlaubsgeld und Verlängerung des Urlaubs. Am 14. Februar 1957 wurde er erfolgreich beendet, und am 25. Juni 1957 für alle Arbeiter in der Bundesrepublik Deutschland in ein "Gesetz zur Verbesserung der wirtschaftlichen Sicherung der Arbeiter im Krankheitsfall" gegossen. Das Gesetz verpflichtete die Unternehmer, sechs Wochen lang die Differenz zwischen Krankengeld und 90 Prozent des Nettoarbeitsentgelts zu zahlen.

Der Streik wurde in eindrucksvoller Geschlossenheit, unterstützt von nationaler und internationaler Solidarität, gegen die breite Front der bundesdeutschen Unternehmer geführt, die sowohl Bundes- als auch Landesregierung und die Medien auf ihrer Seite hatten.

Die Härte des Kampfes wird daran deutlich, dass erst nach vier Urabstimmungen eine Schlichtungsvereinbarung in Kraft trat, obwohl sie nur von 39,66 Prozent der Metaller angenommen wurde. 57,66 Prozent stimmten gegen den Kompromiss und wollten nach vier Wochen Streik bis zum vollständigen Sieg weiterkämpfen. Dabei ging es um drei Karenztage, die nach dem Willen der Mehrheit der Metallarbeiter wegfallen sollten. Die Unternehmer wollten den Zuschuss zum Krankengeld erst nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit zahlen.

Als erfolgreich erwies sich die Taktik der IG Metall, den Streik als Schwerpunktstreik zu führen. Am 24. Oktober legten zunächst 25 000 Werftarbeiter in Kiel, Lübeck, Flensburg, Rendsburg, Elmshorn und Lauenburg die Arbeit nieder. In den nächsten Tagen folgten die Belegschaften der Firma Heidenreich & Harbeck in Hamburg-Bergedorf, der Norddeutschen Stahlwerke in Neumünster, der Metallhütte Lübeck und der Firma Hagenuk in Kiel. Am 28. November kamen die Optischen Werke I. D. Möller in Wedel, am 10. und 11. Januar weitere fünf Betriebe in Eckernförde, Neumünster und Kiel hinzu, so dass insgesamt 34 068 Arbeiter aus 38 Betrieben den Kampf führten.

CDU-Regierungen auf der Seite der Unternehmer


Die IG Metall sah sich von Beginn des Streiks an einer beispiellosen Hetzkampagne ausgesetzt. Die Adenauer-Regierung in Bonn und die Landesregierung unter Kai Uwe von Hassel in Kiel versuchten mit Hilfe der Medien die Moral und Kampfkraft der Metaller zu brechen. So behauptete der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, die Metallarbeiter setzten den Wiederaufbau Deutschlands aufs Spiel und untergrüben den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der Streik sei eine wirtschaftliche Katastrophe. Auf große Empörung stieß eine Maßnahme des schleswig-holsteinischen Innenministers Dr. Lemke (CDU). Der Altnazi ließ eine Exposé an alle Polizeidienststellen verbreiten, in dem Streikposten als Terroristen bezeichnet wurden. Dabei berief sich die Polizei auf eine Dienstanweisung aus einem Streik in Bayern, die Streikposten ebenfalls als Terroristen bezeichnet hatte, die als solche behandelt werden müssten. Wenige Tage später, am 1. November 1956, musste der Innenminister (ein Altnazi) in einem persönlichen Gespräch mit Mitgliedern der Streikleitung sein Bedauern über diese Handlung zum Ausdruck bringen. Diesen Vorfall berichtete neben den Streik-Nachrichten nur die sozialdemokratische "Schleswig-Holsteinische Volkszeitung". Alle anderen Medien verschwiegen die Nachricht, dass Lemke strikte Neutralität aller Polizeikräfte zusichern musste.

Eine gerichtliche Abfuhr erlebten auch die Metallunternehmer, die in Anzeigen die Behauptung aufstellten, dass der Streik längst zu Ende gewesen wäre, wenn die Arbeiter durch den Terror der zentralen Streikleitung am Betreten ihrer Werke nicht gehindert worden wären. Vor den Toren herrsche Terror, die Gewerkschaften redeten nur von Demokratie, betrieben aber eine krasse Streikdiktatur. Diese Äußerungen wurden vom Arbeitsgericht in einer einstweiligen Verfügung verboten, weil es sich um einen legalen Streik handele, der nach erfolgter Urabstimmung beschlossen worden sei. Immerhin hatten sich in der Urabstimmung am 11. und 12. Oktober 1956 77,5 Prozent der Abstimmungsberechtigten für einen Streik entschieden.

Von Neutralität wollte die Landesregierung indessen nichts wissen. Am 19. November 1956 referierte beispielsweise ein Ministerialdirektor der Landesregierung vor dem Landesfachausschuss der CDU nach einem Zeitungsbericht über den Schaden des Streiks für die Wirtschaft Schleswig-Holsteins: "Die im Ausstand befindlichen 32 000 Metallarbeiter haben eine wöchentliche Lohnsumme von 3,2 Millionen Mark. Da an Streik- und Fürsorgeunterstützung schätzungsweise 2,2 Millionen DM ausgezahlt würden, habe man mit einer wöchentlichen Kaufkraftminderung von einer Million pro Woche zu rechnen. Für die ersten vier Wochen des Streiks werde vermutlich ein Steuerausfall von mindestens 6,3 Millionen DM, höchstens 10,3 Millionen DM eintreten. Land und Bund entgingen eine Einnahme an Lohnsteuern von 2,3 Millionen Mark. Die Höhe des Rückgangs an anderen Landessteuern wie Einkommens-, Körperschafts- und Lotteriesteuer ließe sich nur schätzen, dürfte aber im ersten Monat zwischen 2,5 und 5 Millionen DM liegen. Weitere Steuerausfälle für Bund und Gemeinden beliefen sich auf 1,5 bis 3 Millionen DM. Noch schwerwiegender seien die Schäden für die Wirtschaft durch Auftragsverluste und Zurückziehung von Aufträgen. Man müsse mit dem Verlust Tausender Arbeitsplätze rechnen. Eine Kieler Firma habe bereits die Entlassung von 1 000 Arbeitsplätzen angekündigt."

Auch der Antikommunismus verfängt nicht

Neben dieser Stimmungsmache bedienten sich Unternehmer, Regierung und Medien des Antikommunismus. Die "Kieler Nachrichten" stellten fest, dass noch keine tariflichen Streitigkeiten vorüber gegangen seien, "bei denen sich nicht radikale Kräfte (Kommunisten oder Personen aus der Sowjetzone) eingeschaltet haben. Wie vom Innenministerium gestern mitgeteilt wurde, sind mit Streikbeginn Sprecher sowjetzonaler Rundfunkstationen und Berichter der DEFA-Wochenschau in Schleswig-Holstein tätig geworden."

In der Tat berichtete nur der Schweriner Rundfunk täglich über den Streik. Nach dem Streikbeginn brauchten die "Kieler Nachrichten" fünf Tage, ehe ein zweites Mal über den Streik geschrieben wurde. Und während der gesamten Dauer der Auseinandersetzungen kam nie ein Bericht über die Streiklage auf die Titelseite, als ob es sich nur um eine Randerscheinung der Tagespolitik gehandelt habe.

In einer Pressekonferenz in Bad Godesberg äußerte Dr. Paulsen, Vorsitzender der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, eine Gewerkschaft, die einen Streik wie in Schleswig-Holstein beginnt, arbeite der verbotenen KPD in die Hände. Aber weder der Vorwurf des Terrorismus noch Paulsens Griff zur antikommunistischen Keule konnte die Streikfront schwächen. Außerdem hatten Metaller in vielen Großbetrieben gute Erfahrungen mit Kommunisten gemacht. Beispielsweise in Kiel, wo etwas mehr als ein Jahr nach der Wahl der Kommunist Hein Wadle bei den Howaldtswerken, der damals mit 12 800 Beschäftigten größten deutschen Werft, bei den Betriebsratswahlen mit 4 427 (von 9 021 abgegebenen) die meisten Stimmen erhielt. Die "Kieler Nachrichten" widmeten dieser Tatsache sogar einen Leitartikel, in dem sie beklagten, dass von den 50 aufgestellten Kandidaten zehn der KPD angehörten. Acht von ihnen seien direkt in den Betriebsrat gewählt worden. Das Ergebnis der Betriebsratswahlen sei auch eine Folge des Streiks, so die auflagenstärkste Zeitung Schleswig-Holsteins, denn während des Arbeitskampfes habe die Werftleitung zum Mittel der ungerechtfertigten Kündigung von Arbeitern und Angestellten gegriffen und die Zustellung von Kindergeld sabotiert. Ähnlich äußerte sich "Die Welt". Hein Wadle sei bei der letzten Bundestagswahl Spitzenkandidat der KPD gewesen. "Die Welt": "Wadle ist ein geschickter und kluger Agitator, der SED-Parteischulen in der Zone besucht hat. In der Meinung der Belegschaft ist er aber auch ein guter Kollege."

Die Kommunisten sorgten mit dafür, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad in den Betrieben hoch war. Im gesamten Tarifgebiet betrug er 71,9 Prozent, in Kiel/Eckernförde, zu dem auch die Howaldtswerke gehörten, betrug er rund 85 Prozent. Und während des Streiks traten vor allem viele junge Kollegen der IG Metall bei. 1955/56 verzeichnete die IG-Metall-Verwaltungsstelle Kiel 1 087 neue jugendliche Mitglieder. Die Zahl der neuen Mitglieder stieg in der Verwaltungsstelle von 20 366 am 31. 12. 1955 auf 23 935 am 31. 12. 1956. Diese Tatsache trug dazu bei, dass die Zahl der Streikbrecher gering war. Auf der Howaldtswerft waren es während der gesamten 16 Wochen nur 16. Dabei hatte man die Streikbrecher mit so genannten "Mitarbeiterbriefen" zu ködern versucht, in dem man ihnen u. a. eine dauernde Sicherung des Arbeitsplatzes versprach.

Frauen ein stabiler Faktor in der Streikfront


Verkalkuliert hatten sich die Unternehmer auch, was die Frauen betraf. Auch an sie hatten sich die Firmenchefs mit Bittbriefen gewandt. Die "Streik-Nachrichten" veröffentlichten immer wieder Interviews mit Frauen der Streikenden. Typisch war die Meinung einer Frau aus Kiel: "Ich bin für den Streik, weil doch gerade wir Frauen wissen, wie es aussieht, wenn der Mann einmal Pech hat, krank zu werden". Was die Streikbeteiligung der Frauen angeht, so unterschied sie sich nicht von den Männern. Ein Beispiel dafür war das AEG-Schaltgerätewerk Neumünster, wo der Frauenanteil an der Belegschaft besonders hoch war. Die "Streik-Nachrichten" stellten fest: "Die Frauen des größten Industriebetriebs in Neumünster traten für die gemeinsamen Forderungen aller Arbeitnehmer genauso entschlossen in den Streik wie es ihre männlichen Kollegen bisher in Neumünster und anderen Orten des Landes getan haben." Viele Frauen ließen sich als Streikposten eintragen. "Wir können das genauso gut wie die Männer", sagte eine Kollegin im Interview.

Eine Fehlspekulation der Metallunternehmer war auch die Hoffnung, die Streikfront würde über Weihnachten zusammenbrechen. Dass dies nicht geschah, lag an der Entschlossenheit der Belegschaften, bis zum erfolgreichen Ende zu kämpfen, und auch an der großen Solidarität, die es aus Süd, West und Ost mit den Streikenden gab. Die "Frankfurter Neue Presse" stellte fest: "Die in manchen Herzen gehegte Hoffnung trog, die Frauen würden in der Vorweihnachtszeit ihren kampfwilligen Männern den Dolch in den Rücken stoßen."

Wachsende Solidarität in der Vorweihnachtszeit

In der Vorweihnachtszeit war die Solidarität besonders groß. Der Bundesvorstand des DGB verteilte allein an die Kieler Metallarbeiter mehr als 14 000 Weihnachtspakete. Der Ortsausschuss Kiel überreichte den Kindern der Streikenden 12 600 Weihnachtstüten. Die finanzielle Solidarität ermöglichte es, den verheirateten Kollegen ein Weihnachtsgeld von 30 DM und für jedes Kind zusätzlich 5 DM auszuzahlen. Außerdem gab es für Verheiratete einen Gutschein über 15 DM. Ledige erhielten 25 DM und einen Gutschein über 12 DM. Aus allen Gebieten der Bundesrepublik und aus der DDR wurden Kleidung, Kinderspielzeug und Pakete geschickt. Überall fanden Weihnachtsfeiern statt. Viele Künstlerinnen und Künstler vor allem aus dem benachbarten Hamburg traten kostenlos auf. Diese Weihnachtsfeiern wurden zu Höhepunkten des Kampfes. Jeden Tag wurden in den Streik-Nachrichten, die während des langen Kampfes 80 Mal erschienen, Spendenlisten abgedruckt. Dank der Solidarität fehlte nichts auf dem Gabentisch.

Im neuen Jahr Kampf bis zum Erfolg

Am 28. Dezember waren Schlichtungsverhandlungen nach 30 Stunden beendet, weil der Schlichter, der Kieler Arbeitsrichter Prof. Nikisch, mit den Unternehmern stimmte. So stampften am 2. Januar 1957 die Streikposten der IG Metall weiter ihre Füße in den Schnee, um sich zu wärmen. Der Streik ging auch im neuen Jahr unvermindert weiter. In einer Dokumentation des Streiks, die aus Anlass des 20. Jahrestages der erfolgreichen Beendigung des Streiks erschien, wird festgestellt: "Dieser bisher längste, hart geführte Arbeitskampf, der von einer breiten nationalen und internationalen Solidaritätsbewegung unterstützt und erfolgreich beendet wurde, hatte auch Auswirkungen auf das Bewusstsein der Arbeiter/innen nicht nur im norddeutschen Raum. Ihnen wurde erneut vor Augen gestellt, dass sie ihre Forderungen, ihre Interessen durch gemeinsames, solidarisches Handeln durchsetzen können."

Günther Wilke
http://www.dkp-online.de/uz/3842/s0301.htm

Kuddel

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Re:Revolutionäres HDW
« Antwort #16 am: 19:12:26 Mo. 11.September 2017 »
Zitat
Schleswig-Holstein:
Wilder Streik – fristlos entlassen

15. April 1960,
Aus der ZEIT Nr. 16/1960

H. W., Kiel

Hein Wadle, Generalobmann und Betriebsrats-, mitglied der Kieler Howaldts-Werke, ehemals führendes Mitglied der Kommunistischen Partei in Schleswig-Holstein, muß sich nach einem anderen Arbeitsplatz umsehen. Er hat seinen Prozeß gegen den bundeseigenen Werftbetrieb in Kiel verloren. Das Arbeitsgericht in Kiel hat entschieden, daß Wadles fristlose Kündigung rechtswirksam ist. Wadle habe durch seine Aufforderung an die Belegschaft, in einem einstündigen Warnstreik gegen die Krankenversicherungsreform zu protestieren, den Arbeitsfrieden in der Werft gebrochen.

Wadle hatte auf der Sitzung der Betriebsvertrauensmänner am 9. Februar die Streikparole ausgegeben. Die Vertrauensmänner hatten seinen Streikvorschlag mit knapper Mehrheit gebilligt, aber bei der IG Metall zuckte man zurück. Wahrscheinlich lag den Gewerkschaftlern noch der folgenschwere Metallarbeiterstreik in Schleswig-Holstein in den Knochen. Auf jeden Fall distanzierte sich sowohl die Gewerkschaft als auch der Betriebsrat in aller Form vom Streikbeschluß der Vertrauensmänner und erklärten den Streik für illegal.

Trotz der fehlenden Rückendeckung durch die Gewerkschaft ließ Wadle seinen Streikaufruf vervielfältigen und an den Zähluhren anbringen. Er benachrichtigte auch die Presse. Die Betriebsleitung allerdings erfuhr erst am 10. Februar aus den Morgenzeitungen, daß die Arbeit am 12. Februar niedergelegt werden sollte. Sie erklärte, daß sie den Streik auf keinen Fall dulden werde. Der Betriebsrat warnte alle Arbeiter vor einer Teilnahme an dem Proteststreik. Hein Wadle mußte klein beigeben. Der Streik fand nicht statt.

Vier Tage später war der Generalobmann der Howaldts-Werke – trotz zehnjähriger Betriebszugehörigkeit – fristlos entlassen. In der Zonenpresse wurde sein „heroischer Kampf“ gefeiert. Hein Wadle aber klagte vor dem Arbeitsgericht.

Nach zweistündiger Verhandlung stellte das Gericht fest: Wadles Verhalten ist ein schwerer Verstoß gegen seine Pflichten als Arbeitnehmer und als Mitglied des Betriebsrates. Deshalb ist die Entlassung gerechtfertigt, auch seine Stellung als Betriebsratsmitglied schützt ihn davor nicht. Nur die Gewerkschaft ist berechtigt, einen Streik auszurufen und für legal zu erklären.
http://www.zeit.de/1960/16/wilder-streik-fristlos-entlassen

Fritz Linow

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Re:Revolutionäres HDW
« Antwort #17 am: 23:27:07 Di. 12.September 2017 »
Mal nebenbei zum Ende des Streiks (aus Wikipedia):
Zitat
Erneute Schlichtungsverhandlungen führten am 9. Februar in Kiel zu einem einstimmigen Einigungsvorschlag. In der vierten Urabstimmung nahmen ihn 39,7 % der Streikenden an, 60,3 % stimmten dagegen. Dieses Urabstimmungsergebnis wurde als konkrete Zahl nicht veröffentlicht. Da nach den Regularien der IG Metall für einen Arbeitskampf die Zustimmung von mindestens 75 % der Beschäftigten erforderlich ist, war damit der Streik beendet.
https://de.wikipedia.org/wiki/Streik_um_die_Lohnfortzahlung_im_Krankheitsfall

Eine Minderheit war für eine Beendigung des Streiks, aber durch Satzungs-Blabla reichte es, dass der sozialpartnerschaftliche Frieden wieder hergestellt war. Eine Mehrheit wäre bereit gewesen, noch weiter zu streiken und ein noch besseres Ergebnis zu erkämpfen...und vielleicht sogar noch viel mehr.

Der Erfolg des Streiks bleibt unbenommen, und es gibt bewegende Schilderungen und Filmmaterial, die zeigen, was alles eine übergreifende Solidarität bewirken kann. Aber wenn wir hier von einem "Revolutionären HDW" sprechen, sollte man zumindest kurz auch die Korrumpierbarkeit und Arschkriecherei der IG Metall erwähnen, die sich bis heute bei HDW durchzieht.

Vielleicht mag ja der eine oder die andere DKP-Funktionärin, die nun ihren Hintern im Kieler DGB-Gewerkschaftshaus wärmt, mal in den Archiven nachschauen, ob man den Streik wirklich so glorifizieren kann, wie es die DKP tut.