Industrie & Handwerk & Agrar > Leiharbeit, bzw. moderner Sklavenhandel

Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie

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Fritz Linow:
Die lieben Kosten, achherje:


--- Zitat ---4.3.18
Klinikverbund Gesundheit Nord

Leiharbeit treibt die Kosten in die Höhe

Arbeiten an der Belastungsgrenze, Extra-Schichten und Unterbesetzung: Immer häufiger wechseln Ärzte oder Gesundheits- und Krankenpfleger freiwillig von der Festanstellung im Krankenhaus in die Leiharbeit. Entsprechende Meldungen gibt es bundesweit immer wieder. In Bremen ist die Leiharbeit ein großes Thema durch die Krise des Klinikverbundes Gesundheit Nord (Geno). Die angeschlagene städtische Krankenhausgesellschaft hat das Beschäftigungsverhältnis zwischen Arbeitnehmern und Zeitarbeitsfirmen, auch Arbeitnehmerüberlassung genannt, als einen der Hauptfaktoren ausgemacht, der die Bilanz ins Minus trieb. Die allgemeine Zahl der Leiharbeiter in ganz Deutschland steigt. Aber wie stellt sich die Situation in Bremen tatsächlich dar? Und was bedeutet sie für den Gesundheitsbereich?
(...)
--- Ende Zitat ---
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadt_artikel,-leiharbeit-treibt-die-kosten-in-die-hoehe-_arid,1706707.html

Fritz Linow:
Kleiner Propagandaartikel für Leiharbeit in der Pflege beim MDR:


--- Zitat ---25.3.18
Immer mehr Pfleger flüchten in Leiharbeit

Immer mehr Krankenpfleger entscheiden sich für einen Wechsel in die Leiharbeit. Die Zeitarbeitsfirmen werben mit weniger Arbeitsstress bei gleichem Lohn. Das lassen sich viele nicht zweimal sagen.
(...)
Der Chef des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP), Sebastian Lazay, sagte MDR AKTUELL: "Wir sehen uns auch ein wenig als Anwälte der Beschäftigten. Wenn die Pflegeeinrichtung Doppelschichten verlangt, sagen wir Nein." Denn wenn man keine glücklichen Mitarbeiter habe, dann seien sie weg, sagt Lazay.
(...)
In vielen Krankenhäusern sei die Not inzwischen so groß und die Stammbelegschaft so knapp ausgestattet, meint die Sprecherin des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK), Johanna Knüppel, "dass sie bei kurzfristigen Personalausfällen gar nicht mehr anders können, als auf Leiharbeit zurückzugreifen, auch wenn sie viel Geld kostet." Das sei in der Gesamtrechnung dennoch billiger, als Betten oder Plätze unbelegt lassen zu müssen, so Knüppel.
(...)
--- Ende Zitat ---
https://www.mdr.de/nachrichten/vermischtes/pflege-pflegekraft-leiharbeit-zeitarbeit-100.html

Die Verlogenheit der Sklavenhändler ("Anwälte der Beschäftigten") und der Kostendruck der Krankenhäuser ("immer noch billiger als leere Betten") wird wenigstens dokumentiert.

Rappelkistenrebell:
Eine Bekannte hat auch vorletztes Jahr ihren Festvertrag gekündigt gehabt und arbeitet nun als Altenpflegerin über Zeitarbeit.Besseres Geld und keine 60-70 Stundenwochen mehr.Sie macht nur noch den vereinbarten Stundendienst und fährt damit besser.
Das Problem ist auch,daß sich keiner wehrt,kaum jemand in der Gewerkschaft ist,ständig Personal unterbesetzt ist und die Bosse die Ersteller von Überlastungsanzeigen unter Druck setzen oder unter fadenscheinigen und konstruierten Vorwänden wie zB ein fingierter Diebstahl,kündigen.Auch werden diese Leute als "Nestbeschmutzer" von der Geschäftsführung dargestellt und von anderen Kollegen gemobbt.
Diese sind es gewohnt bei Krankheit deren Arbeit mitzumachen und bis in de Puppen Überstunden zu schieben.Auch werden diese teilweise falsch aufgeschrieben.Anders ist es nicht möglich und von der Heimleitung auch so gewollt.
Scheiß Arbeitsbedingungen!

Rappelkistenrebell:
Dazu gibt es bei Labournet ein Dossier

Überlastung treibt Krankenpflegekräfte in die Leiharbeit

http://www.labournet.de/branchen/dienstleistungen/gesund/gesund-arbeit/ueberlastung-treibt-krankenpflegekraefte-die-leiharbeit/

Fritz Linow:

--- Zitat ---...und arbeitet nun als Altenpflegerin über Zeitarbeit.Besseres Geld und keine 60-70 Stundenwochen mehr.
--- Ende Zitat ---

Das ist dann wohl ein Ausreißer nach oben vom Gehalt her. Insgesamt verdienen Leiharbeiter im Pflegebereich weniger.


--- Zitat ---31.3.18
(...)
Im Pflegebereich wird immer häufiger auf Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zurückgegriffen, um die Personallücken zu schließen. Im vergangenen Jahr waren bundesweit 10.181 Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Rettungsdiensten und der Geburtshilfe als Leiharbeitskräfte tätig. 2014 waren es erst 7374 und damit 2800 weniger als 2017 gewesen. Im Bereich der Altenpflege gab es im Jahr 2017 mehr als 7500 Leiharbeitskräfte, drei Jahre zuvor waren es erst 5850 gewesen. Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die der PNP vorliegt.

Leiharbeitskräfte verdienen deutlich weniger als regulär Beschäftigte. Bei Vollzeit lag deren Bruttolohn in den Bereichen Pflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe Ende 2016 bei 3203 Euro monatlich. Bei Leiharbeitskräften waren es nur 2579 Euro, wie aus den Zahlen der Bundesarbeitsagentur weiter hervorgeht. 28,9 Prozent der Leiharbeitskräfte in Pflegeberufen lagen sogar unterhalb der bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle von 2088 Euro. Bei den Stammbeschäftigten waren es nur elf Prozent.

Besonders wenig wird in der Altenpflege verdient. Der Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte lag Ende 2016 bei 2436 Euro. Leiharbeitskraft in Vollzeit erhalten im Durchschnitt nur 2131 Euro brutto im Monat. Fast die Hälfte von ihnen (47,8 Prozent) lag damit im Niedriglohnanteil.
(...)
--- Ende Zitat ---
http://www.pnp.de/nachrichten/politik/2891984_Linksfraktion-kritisiert-Immer-mehr-Leiharbeit-in-der-Pflege.html

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