Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie

Begonnen von Fritz Linow, 22:59:17 Mi. 23.August 2017

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Fritz Linow

Zitat16.6.21
Die Zeitarbeitsfirma KBS in Dortmund ist ein großer Player im Pflegebereich, aber Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe: Löhne werden zurück gehalten, es soll sogar bei Erkrankung gekündigt worden sein. Wir gehen den Vorwürfen nach.
(Filmchen)
https://www.ardmediathek.de/video/servicezeit/koennes-kaempft-zeitarbeit-bei-kbs-werden-pflegekraefte-ausgebeutet/wdr-fernsehen/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTZmZmU3NmY2LTY2YjAtNDdmYy1iODY0LTA0MGYyNTE3ZDZjNg/

Fritz Linow

Intensivpfleger Ricardo Lange ist medial präsent, weil er gut auf die Missstände in der Pflege aufmerksam machen kann. Er arbeitet als Leiharbeiter auf den Stationen. Er hat medial etwas zu sagen. Welcher Leihsklave kennt das nicht?


Kuddel

Leiharbeit ist in jede Richtung ein ausgemachter Mist:
"Leiharbeitsfirmen werben Pflegekräfte der Aller-Weser-Klinik ab und stellen sie dem Krankenhaus zum Preis des Doppelten wieder zur Verfügung. Die Lage sei dramatisch, heißt es. "

https://www.kreiszeitung.de/lokales/verden/verden-ort47274/leiharbeit-an-klinik-lage-dramatisch-gesundheit-kosten-steigen-91661167.html

Nikita

Die Pflege- und Gesundheitsbranche ist nun gerade die einzige, von der ich viele positive Rückmeldungen zu Leiharbeit bekomme. Die Verleihfirmen bieten besseren Lohn, mehr Flexibilität in der Planung und vermeiden das sonst übliche reingerufen werden in der Freizeit.
Die unmenschliche Katastrophe, die die Leiharbeit sonst ist, scheint hier umgekehrt gegeben zu sein.

dagobert

Das entspricht auch meiner Wahrnehmung.


Nebenbei werden hier offensichtlich auch mal wieder Äpfel mit mit Birnen verglichen.
Zitat von: Kuddel am 15:30:09 Di. 12.Juli 2022"Leiharbeitsfirmen werben Pflegekräfte der Aller-Weser-Klinik ab und stellen sie dem Krankenhaus zum Preis des Doppelten wieder zur Verfügung.
Gemeint sind wahrscheinlich Stundenlöhne der Stammis und Stundenverrechnungssätze der Leihfirmen.
Die Stundenlöhne aber sind nur ein Teil der Kosten, die den Arbeitgebern entstehen. Hinzu kommen der AG-Anteil zur Sozialversicherung, Lohnfortzahlung bei Urlaub, Feiertagen, Krankheit, tarifliche Einmalzahlungen und der ganze Verwaltungskram (Lohnabrechnungen etc.) - alles Dinge die die Leihfirmen auch zahlen müssen, aber von den Entleihern nicht extra bezahlt bekommen, also entsprechend in ihre Stundenverrechnungssätze mit einkalkulieren müssen.
Eine Leihfirma, die halbwegs gesetzeskonform arbeiten und schwarze Zahlen schreiben will, muss in etwa  das Doppelte des Bruttostundenlohnes ansetzen.

Aber wenn den Krankenhäusern das zu teuer ist: Warum bieten sie ihren Festangestellten nicht endlich bessere Arbeitsbedingungen an, statt das Geld an Leihfirmen zu überweisen? Vielleicht bleiben die ja dann?
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Fritz Linow

Dass die Beschäftigten in die Leiharbeit gehen, ist in einigen Bereichen der Pflege nachvollziehbar (Intensiv, Anästhesie, OP ...) . Die Sklavenhändler haben die Situation ausgenutzt, weil im Zweifel wegen Pflegeschlüssel usw  die sogenannte Allgemeinheit noch für bessere Arbeitsbedingungen aufkommen muss. Das ist schon seit langem die Strategie der Leihklitschen, insbesondere des iGZ. Man suchte nach einer Lücke, um im helleren Licht zu erscheinen.

Eigentlich ein famoser Raubzug. Nun ist es dem Gesundheitssystem dann doch erstmal zu teuer und man bastelt an neuen Möglichkeiten, um die Belegschaften weiter zu spalten. Das läuft dann unter dem Schlagwort ,,Neugestaltung der Teamarbeit".

Der Artikel ist hinter der Bezahlschranke, verheißt aber nichts Gutes:

Zitat15.8.22
Leiharbeit in der Charité
,,Wir müssen Teamarbeit neu gestalten"

Der ursprüngliche Zweck und die Vielseitigkeit der Leiharbeit seien weitgehend verloren gegangen, sagt die Vorständin für Personal und Pflege an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Carla Eysel. Da auch eines der größten Krankenhäuser Europas auf die Arbeitnehmerüberlassung angewiesen ist, sucht Eysel nach Mitteln und Wegen, das Stammpersonal zu binden. Wie ihr der Spagat gelingt, alle Arbeitnehmenden zufriedenzustellen, und wie davon auch die Intensivpflege profitiert, beschreibt sie in...
(...)
https://www.bibliomed-pflege.de/pi/artikel/46234-wir-muessen-teamarbeit-neu-gestalten


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