Autor Thema: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie  (Gelesen 21560 mal)

Kuddel

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #45 am: 20:47:34 Mo. 16.November 2020 »
Das Video ist wahrlich nicht so übel.
Aber woher kommt die Info, daß eine Leiharbeitsklitsche hinter der Produktion steht?

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #46 am: 20:56:50 Mo. 16.November 2020 »
Zitat
Aber woher kommt die Info, daß eine Leiharbeitsklitsche hinter der Produktion steht?

Das Impressum von Pflegestufe Rot:
https://pflegestuferot.de/impressum.html#impressum:
REHCURA
Personaldienstleistungen im Gesundheitsbereich GmbH
Eisenwerkstr. 1
58332 Schwelm

Einer der "Köpfe" dahinter...
Zitat
Matthias Menne, MScN
Altenpfleger, Pflegewissenschaftler, Enthusiast. Matthias ist das, was man einen echten „Macher“ nennt. Durch seinen Mut, neue Wege zu gehen, hat er über die Jahre schon so einige Projekte angestoßen. Dabei ist er stets witzig und nahbar, kommt aber eben auch immer direkt auf den Punkt. Kann man so machen.

...ist nichts anderes als ein Prokurist bei dieser Klitsche:
https://rehcura-personal.de/team/ (unter Firmenzentrale)

Das Filmchen bleibt eigenartig im Nichts stehen. Es wird nicht direkt gesagt, dass Leiharbeit in der Pflege die bessere Wahl ist, aber wenn man bei dieser Kampagne unterschreibt, ist man halt in deren Adressenpool. ...stimmt gar nicht... es ist einfach nur eine blöde Kampagne.

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #47 am: 22:43:26 Mo. 16.November 2020 »
Zitat
16.11.20
Corona im Antoniusheim: Unterstützung von Leihkräften

Die Situation im Wiesbadener Antoniusheim hat sich entspannt, Leiharbeitskräfte sind im Einsatz. Ob infizierte Kräfte sich um infizierte Bewohner kümmern sollen, ist umstritten. (Schranke)
https://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/nachrichten-wiesbaden/corona-im-antoniusheim-unterstutzung-von-leihkraften_22606726

Die Situation hat sich also dank Leiharbeitskräften entspannt. Das sind diejenigen, die mal kurzfristig überall einspringen können. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass damit alle möglichen Keime durch die Gegend getragen werden. Im Moment ist das ein absolutes Drama. Die Pflege kriecht am Arsch, verfickte Leihsklavenklitschen und die dazugehörenden Verbände verbreiten Propaganda, nutzen schamlos die Not aus und die Beschäftigten scheinen sich auch nicht groß wehren zu können.

In Belgien sieht es heute so aus:
Zitat
Amnesty International (AI) wirft der Regierung in Belgien vor, während der Corona-Pandemie die Menschenrechte verletzt zu haben, weil viele infizierte Patienten in Pflegeheimen nicht angemessen behandelt worden seien. Viele von ihnen wurden AI zufolge nicht in Krankenhäuser eingewiesen. Außerdem sei das Pflegepersonal überlastet gewesen.(...)
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-weltweit-news-belgien-amnesty-versorgung-menschenrechte-1.5116450

Und heute in Berlin:
Zitat
Nach dem Corona-Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim in Berlin hat sich die Zahl der Todesfälle nach Betreiberangaben erhöht. Lichtenbergs Gesundheitsstadtrat fordert lückenlose Aufklärung.(...)
https://www.bz-berlin.de/berlin/lichtenberg/nun-14-corona-tote-in-lichtenberger-pflegeheim

Wenn nun kleine verkackte Pflegewissenschaftler im Dienste der Sklavenhändler plärren, dass Leiharbeit eine Lösung sei, weil dann automatisch alles besser für alle wird, dann muss man denen die Fresse polieren. Das sind schmierige Arschgesichter... den Betreibern von Pflegeheimen sowieso.

tleary

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #48 am: 04:39:39 Fr. 20.November 2020 »
Vor allem sind Pflegearbeiten von Heim zu Heim verschieden organisiert und nicht standardisiert. Jemand fremdes wie ein Pflegeleiharbeiter kann den Dienst nie so perfekt verrichten wie eine Pflegekraft, die schon länger im jeweiligen Bereich arbeitet. - Ein Leiharbeiter ist eben heute hier, und morgen da. Wird auch eher zu "Dienst nach Vorschrift" neigen, weil er jeweils nicht lange am Einsatzort bleibt.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #49 am: 00:18:07 Mo. 21.Dezember 2020 »
In Berlin wurde neulich festgestellt, dass Leiklitschen im Gesundheitswesen ihre "Leasingkräfte" zurückhalten:

Zitat
13.12.20
In Berlins Krankenhäusern fehlen Pflegekräfte
Kliniken wütend auf Leiharbeitsfirmen
(...)
https://www.tagesspiegel.de/berlin/in-berlins-krankenhaeusern-fehlen-pflegekraefte-kliniken-wuetend-auf-leiharbeitsfirmen/26714110.html

Darauf gab es eine gewaschene Antwort vom Sklavenverband:

Zitat
...„Das ist nicht nur angesichts der aktuellen Situation ein Schlag ins Gesicht aller Zeitarbeitskräfte, die in der Pflegebranche arbeiten“, reagiert Sven Rösler, Geschäftsführer des iGZ-Mitgliedsunternehmens "ICC Medical", auf einen mit „Kliniken wütend auf Leiharbeitsfirmen“ getitelten Text des Tagesspiegels in Berlin....
https://www.ig-zeitarbeit.de/presse/artikel/pflegekraefte-komplett-ihrer-kapazitaetsgrenze

Nun wird das Problem der Durchseuchung angesprochen:
Zitat
19.12.20
...Was völlig außen vor blieb: Auch Fremdpersonal ist nicht immun gegen Corona. Ich habe Rückmeldungen von Leihpflegekräften, die noch nie getestet wurden. Die arbeiten jeden Tag woanders, sind selber tief besorgt, und keiner nimmt sich der Sache an. Unfassbar! Bundesweit stellen diese Leasingkräfte einen bedeutenden Teil der Pflege. Viele gehen mit Symptomen arbeiten, weil sonst niemand da ist und die Kollegen ohne sie nicht über die Schichten kommen....
https://www.welt.de/politik/deutschland/article222900562/Corona-Schutz-der-Alten-Verzweiflung-Aggression-und-Hilflosigkeit.html

Egal wie es die Drecksmedien durchspielen: Das Problem ist hausgemacht. Dass Leiharbeit aber eine sinnvolle Alternative für die Gesundheitsindustrie ist, sollte man den Pflegeökonomen nicht durchgehen lassen, am wenigsten solchen Schmierlappen wie dem Baumann von der iGZ, der schon vor einigen Jahren ganz genau wusste, dass Pflege unverzichtbar ist und man damit viel Geld verdienen kann.


karl.

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bernie von zoom

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Leasingkräfte in der Gesundheitsindustrie werden noch nicht geimpft
« Antwort #51 am: 01:34:06 Mo. 11.Januar 2021 »
 Leasing, das Wort passt. Wenn die Ware verschlissen ist wird sie ausgetauscht
Zitat
Berliner Intensivpfleger an der Corona-Front „Leasingkräfte werden noch nicht geimpft, dabei sind wir auf ein und derselben Covid-Station!“

Ricardo Lange berichtet jede Woche aus dem Krankenhaus. Diesmal: fehlende Impfstrategie für Leiharbeiter und Pflegekräfte zweiter Klasse. Ein Interview.

Ricardo Lange, 39, arbeitet als Pflegekraft auf einer Berliner Intensivstation. Seine Klinik ist eine der 17 Einrichtungen mit einem Covid-Schwerpunkt. Hier berichtet er jede Woche von Nachtschichten, Provisorien und Hoffnungsschimmern.

Herr Lange, Pflegekräfte wie Sie sollen zuerst geimpft werden. Haben Sie die Spritze schon bekommen?
Nein, denn ich arbeite für eine Leasingfirma, gehöre also nicht zum Stammpersonal des Krankenhauses, wo ich derzeit eingesetzt bin. Auch wenn ich seit Beginn der Pandemie fast durchgängig auf ein und derselben Covid-Station tätig bin. Doch die Klinken kriegen nur Dosen für ihre eigenen Leute, festangestellte Kollegen und Kolleginnen auf Intensiv- und Rettungsstationen sind deshalb bereits geimpft. Am vergangenen Freitag habe ich nun selbstständig versucht, an einen Code zu kommen, den man für die Spritze braucht. Ich habe die 116 117 gewählt …
… die bundesweite Infohotline fürs Impfen.
Die verwiesen mich weiter an die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung. Dort sagte mir eine Mitarbeiterin, es hätten schon viele andere Leiharbeiter angerufen, aber der Zahlencode, mit dem man einen Impftermin bekommt, sei für uns noch ncht verfügbar. Ich finde das skandalös! Seit Monaten kämpfen wir an der Front, aber jetzt wurden wir komplett vergessen.
weiter

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/berliner-intensivpfleger-an-der-corona-front-leasingkraefte-werden-noch-nicht-geimpft-dabei-sind-wir-auf-ein-und-derselben-covid-station/26784656.html

Kuddel

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Re: Leasingkräfte in der Gesundheitsindustrie werden noch nicht geimpft
« Antwort #52 am: 12:07:39 Mo. 11.Januar 2021 »
Leasing, das Wort passt. Wenn die Ware verschlissen ist wird sie ausgetauscht

Wohl wahr. Der zynische Umgang mit Menschen auf dem Arbeitsmarkt wird endlich beim Namen genannt. Der sozial  engagierte Pfarrer Peter Kossen sprach bei dem Umgang der Fleischverarbeitungsindustrie und Landwirtschaft mit Leih- und Werksvertragsarbeitern von "Wegwerfmenschen".

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #53 am: 22:31:27 Do. 15.April 2021 »
Ein lustiger Olaf Scholz:
Zitat
15.4.21
Im Vivantes Klinikum in Spandau habe ich gerade mit Pfleger*innen & Ärzt*innen gesprochen. Es ging natürlich um Corona, es ging aber auch um die Arbeitsbedingungen. Ein großes Problem sind Leasing-Verträge, eine Art Leiharbeit in der Pflege. Das schadet Pflegenden und Patienten.
Gesundheit ist keine Ware! Die Menschen, nicht Profite, müssen im Mittelpunkt unseres Gesundheitssystems stehen. Gute Pflege braucht vernünftige Arbeitsbedingungen und faire Löhne. Wir müssen die Renditeorientierung im Gesundheitswesen begrenzen.
https://twitter.com/OlafScholz/status/1382678820529041410

Renditeorientierung im Gesundheitswesen und Leiharbeit nahmen unter der SPD erst so richtig Fahrt auf. In einigen Pflegebereichen verdient man nun ziemlich gut als Leihkeule, schadet also der Renditeorientierung im Gesundheitswesen. Total schizo der Typ.

Nikita

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #54 am: 19:16:46 Fr. 16.April 2021 »
Wir kaputt muss eine Branche sein, wenn die Leiharbeiter dort am besten dastehen.

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #55 am: 14:31:23 Do. 22.April 2021 »
Zitat
22.4.21
bpa: Zeitarbeit ist kein Teil der Regelversorgung in der Pflege

Verband kritisiert mangelndes Engagement von Sozialbehörde und Vertragspartnern

Zeitarbeit in der Pflege sorgt für steigende Kosten, belastet die Stammbelegschaften in den Einrichtungen und Diensten und verschärft den Fachkräftemangel. Die hamburgische Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) setzt sich erneut für klare Signale gegen Zeitarbeit in der Pflege ein und kritisiert die Untätigkeit der Sozialbehörde sowie der übrigen Vertragspartner: „Im Oktober letzten Jahres haben wir das Thema im Landespflegeausschuss angesprochen und vor den kritischen Auswirkungen der Zeitarbeit gewarnt. Unsere Stellungnahme wurde entgegengenommen. Jetzt ist Zeit zu handeln“, stellt die bpa-Landesvorsitzende Karin Kaiser klar. „Die Sozialbehörde und die übrigen Vertragspartner hatten sechs Monate Zeit, um klare Signale gegen Zeitarbeit zu setzen. Nach wie vor fließt unnötig viel Geld aus der Pflege ab – zulasten der Pflegebedürftigen, der öffentlichen Kassen und nicht zuletzt der Pflegenden.“
(...)
https://www.bpa.de/News-detail.12.0.html?&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=8377&cHash=1fce393af24bb766041805dbc2ed8bdd

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #56 am: 12:41:13 Fr. 07.Mai 2021 »
Leiharbeit in der Pflege frisst bekanntlich den Klinikbetreibern die Haare vom Kopf. Konsequenterweise schließen sie sich zusammen und gründen eigene Leihklitschen, wie zum Beispiel in Baden-Württemberg der Klinikverbund QuMiK:

Zitat
Um auf die Folgen des Fachkräftemangels im Krankenhauswesen besser reagieren zu können, wurde von den QuMiK-Gesellschaftern beschlossen, eine eigene Personalagentur zu gründen, die Lumis Südwest GmbH. Dies ist eine von der QuMiK GmbH unabhängige Gesellschaft, deren Gesellschafter allerdings ausschließlich QuMiK-Gesellschafter sein sollen. Die Lumis Südwest GmbH soll die Personalverleihung über die QuMiK-Krankenhäuser hinweg organisieren und die beteiligten Kliniken bedarfsgerecht bedienen. Gegenstand des Unternehmens ist die Erbringung von Personaldienstleistungen, insbesondere durch Arbeitnehmerüberlassung und Personalvermittlung.
https://landratsamt-heilbronn.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZXwanDO-0cs_ADbtQ2egCFdF-r66BeX21o4pizHv8bvK/Vorlage_KT_1-2021.pdf

Die Lumis Südwest GmbH verspricht alles, was die anderen Klitschen auch versprechen, bessere Arbeitszeiten, Einsatzdauer usw., Verleiher und Entleiher sind dabei dieselbe Suppe. Die Verlockung, durch den Einsatz von Leiharbeit die Belegschaft spalten zu können, scheint zu groß zu sein, ansonsten könnten die Kliniken ja auch selbst bessere Arbeitsbedingungen anbieten.
https://www.lumis-suedwest.de/