Autor Thema: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie  (Gelesen 26251 mal)

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #60 am: 20:05:36 Mi. 16.Juni 2021 »
Zitat
16.6.21
Die Zeitarbeitsfirma KBS in Dortmund ist ein großer Player im Pflegebereich, aber Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe: Löhne werden zurück gehalten, es soll sogar bei Erkrankung gekündigt worden sein. Wir gehen den Vorwürfen nach.
(Filmchen)
https://www.ardmediathek.de/video/servicezeit/koennes-kaempft-zeitarbeit-bei-kbs-werden-pflegekraefte-ausgebeutet/wdr-fernsehen/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTZmZmU3NmY2LTY2YjAtNDdmYy1iODY0LTA0MGYyNTE3ZDZjNg/

Fritz Linow

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #61 am: 02:02:00 Do. 07.Oktober 2021 »
Intensivpfleger Ricardo Lange ist medial präsent, weil er gut auf die Missstände in der Pflege aufmerksam machen kann. Er arbeitet als Leiharbeiter auf den Stationen. Er hat medial etwas zu sagen. Welcher Leihsklave kennt das nicht?


Kuddel

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  • Fischkopp
Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #63 am: 15:30:09 Di. 12.Juli 2022 »
Leiharbeit ist in jede Richtung ein ausgemachter Mist:
"Leiharbeitsfirmen werben Pflegekräfte der Aller-Weser-Klinik ab und stellen sie dem Krankenhaus zum Preis des Doppelten wieder zur Verfügung. Die Lage sei dramatisch, heißt es. "

https://www.kreiszeitung.de/lokales/verden/verden-ort47274/leiharbeit-an-klinik-lage-dramatisch-gesundheit-kosten-steigen-91661167.html

Nikita

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #64 am: 16:45:22 Di. 12.Juli 2022 »
Die Pflege- und Gesundheitsbranche ist nun gerade die einzige, von der ich viele positive Rückmeldungen zu Leiharbeit bekomme. Die Verleihfirmen bieten besseren Lohn, mehr Flexibilität in der Planung und vermeiden das sonst übliche reingerufen werden in der Freizeit.
Die unmenschliche Katastrophe, die die Leiharbeit sonst ist, scheint hier umgekehrt gegeben zu sein.

dagobert

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Re: Leiharbeit in der Gesundheitsindustrie
« Antwort #65 am: 12:16:34 Mi. 13.Juli 2022 »
Das entspricht auch meiner Wahrnehmung.


Nebenbei werden hier offensichtlich auch mal wieder Äpfel mit mit Birnen verglichen.
"Leiharbeitsfirmen werben Pflegekräfte der Aller-Weser-Klinik ab und stellen sie dem Krankenhaus zum Preis des Doppelten wieder zur Verfügung.
Gemeint sind wahrscheinlich Stundenlöhne der Stammis und Stundenverrechnungssätze der Leihfirmen.
Die Stundenlöhne aber sind nur ein Teil der Kosten, die den Arbeitgebern entstehen. Hinzu kommen der AG-Anteil zur Sozialversicherung, Lohnfortzahlung bei Urlaub, Feiertagen, Krankheit, tarifliche Einmalzahlungen und der ganze Verwaltungskram (Lohnabrechnungen etc.) - alles Dinge die die Leihfirmen auch zahlen müssen, aber von den Entleihern nicht extra bezahlt bekommen, also entsprechend in ihre Stundenverrechnungssätze mit einkalkulieren müssen.
Eine Leihfirma, die halbwegs gesetzeskonform arbeiten und schwarze Zahlen schreiben will, muss in etwa  das Doppelte des Bruttostundenlohnes ansetzen.

Aber wenn den Krankenhäusern das zu teuer ist: Warum bieten sie ihren Festangestellten nicht endlich bessere Arbeitsbedingungen an, statt das Geld an Leihfirmen zu überweisen? Vielleicht bleiben die ja dann?
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)