Autor Thema: Streikverbot in Deutschland  (Gelesen 1062 mal)

Kuddel

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Streikverbot in Deutschland
« am: 20:37:24 Mi. 18.Oktober 2017 »
Zitat
Arbeitsgericht Frankfurt untersagt Streik bei GST

IG Metall wird gegen Urteil Einspruch einlegen.



Rund 300 Beschäftigte nahmen am ersten Streiktag an einer Kundgebung der IG Metall vor den Werktoren der GST Murg teil. Jetzt untersagte das Arbeitsgericht Frankfurt die Fortsetzung des am Sonntag aufgenommenen unbefristeten Streiks. Bild: Markus Vonberg

Beim Airbag-Hersteller Global Safety Textiles (GST) mit den Standorten Murg, Maulburg und Bad Säckingen läuft seit 14 Uhr eine Betriebsversammlung. Nach einem Versäumnisurteil des Arbeitsgerichts Frankfurt musste der laufende Streik beendet werden, teilt die IG Metall mit. Auf Betriebsversammlungen in allen drei Schichten informiert der Betriebsrat die Belegschaft über das weitere Vorgehen.

GST wird seit Sonntag 22 Uhr, bestreikt. Eine vorangegangene Urabstimmung unter den IG Metall-Mitgliedern brachte eine Zustimmung von 93,3 Prozent zum Arbeitskampf, dagegen hat der Arbeitgeber einstweilige Verfügung eingelegt. Begründet wurde der Schritt in einem 75-seitigen Schriftsatz. "Das Gericht war allerdings nicht bereit, der IG Metall die nötige Zeit einzuräumen, um darauf zu reagieren und hat das Versäumnisurteil verhängt", kritisiert die Gewerkschaft. Sie will dagegen Einspruch einlegen und erwartet, dass die Entscheidung aufgehoben und das Grundrecht auf Streik respektiert wird.

Marco Sprengler, Geschäftsführer der zuständigen IG Metall Lörrach: „Die Kolleginnen und Kollegen sind empört über das Urteil. Die Belegschaft steht nach wie vor geschlossen hinter unseren Forderungen. Wir kämpfen weiter für die soziale Absicherung der Beschäftigten.“

GST stellt neben Flachgewebe für Front-Airbags technologisch hochkomplexe Sidebags für die führenden Autohersteller her. Seit Januar 2016 versucht die IG Metall in Südbaden mit der Geschäftsleitung, Lösungen für die Zukunft der rund 350 Beschäftigten zu finden. Betriebsrat und IG Metall befürchten, dass ein großer Teil der Arbeitsplätze wegfallen und der Betrieb Hochrhein ausbluten könnte. Anzeichen dafür sind erfolgte Verlagerungen von Projekten und Maschinen nach Rumänien. Bisherige Versuche, zukunftssichernde Lösungen für die Beschäftigten zu erreichen, sind an der Verweigerungshaltung der Konzernführung in Korea gescheitert.

Die IG Metall fordert unter anderem die Zahlung von Abfindungen für alle Beschäftigten, die bis Ende 2025 gekündigt werden, sowie die Finanzierung einer Transfergesellschaft für die Dauer von 3 Jahren. An einem Demonstrationszug am gestrigen Montag mit einer Streikkundgebung in der „Murger Mitte“ haben rund 300 Menschen teilgenommen. Mehrere Betriebsräte aus Unternehmen in der Region erklärten sich solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen bei GST.
https://www.suedkurier.de/region/hochrhein/murg/Arbeitsgericht-Frankfurt-untersagt-Streik-bei-GST;art372614,9457646