Krank > Mobbing

Kann Supervisor nichts recht machen

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MarcoW75:

--- Zitat von: Onkel Tom am 20:11:04 So. 11.November 2018 ---Ach ja, wundere dich nicht darüber, das die US-Behörden sehr pingelig
sind..
--- Ende Zitat ---

Oh ja..da erblassen deutsche Beamte in mancher Beziehung noch. Ein Beispiel: Die Firma, wo meine Frau arbeitet, war im Grunde bisher eine etwas überdimensionierte Garage von 20x30m. Nun wollte der Chef da einen eigenen Laden reinbauen,indem er drinnen quasi einen Teil abtrennen. Und da fingen die Laufereien an. Erst musste der Gemeinderat des Kuhkaffs,wo die Firma sitzt, zustimmen,dass die Firmenart überhaupt ins "Firmenkonzept" des Ortes passt. Danach musste der Chef eine Zustimmung des benachbarten Sportflugplatzes einholen, weil die Zufahrt zur Firma in der Einflugschneide liegt und sich Piloten bei der Landung von Autos gestört fühlen könnten (ja...kein Witz!). Danach kam der Bauantrag, der Bau musste mehrfach von einem Inspektor abgenommen werden. Dessen "Steckenpferd" war die Behindertentoilette. Mal war der Raum zu klein, beim nächsten Mal zu groß, dann war die Toilettenschüssel zu hoch angebracht, eine Haltestange zu weit von der Toilette entfernt. Zuletzt sollte das Waschbecken sogar höhenverstellbar sein, damit es auch "größere Personen" nach eigenem Wunsch einstellen können.  Solche Sachen wie Brandschutz interessierten die Inspektor nicht die Bohne. Ich hab schon gewitzelt: Wenn es brennt und die Leute drinnen kommen nicht rechtzeitig raus...piepegal. Aber wehe, ein Opa im Rollstuhl stößt sich auf der Flucht das Knie an, dann ist "Polen offen".  Zuguterletzt nach Ende der Bauarbeiten musste dann nochmal der Gemeinderat zustimmen, dass der Chef den Laden wirklich eröffnen darf.

Onkel Tom:
In D herrscht die goldene Regel "Erst Bauantrag stellen und genehmigen lassen".
Erst dann Umbau anfangen.. Stellt die Stadt etwas anderes fest, werden sie gern
zikkig und machen es dem Projekt schwer. Nicht umsonst sind in der Baubehörde
auch Mitarbeiter vertreten, die Baumasnahmen ohne deren Segen nicht mögen.

Was meinst Du mit "Polen offen" ? Verstehe nicht, was Du damit sagen willst.

MarcoW75:
Oh, sorry, das ist wohl eher ein regionaler Begriff hier aus der Gegend und meint "dann gibts richtig Ärger".

tleary:
Dann viel Glück bei der neuen Jobsuche! Die USA wird ja hierzulande von den Mainstream-Medien immer gerne schlecht gemacht, was die Bedingungen der Jobs anbelangt. Wobei man wohl besser zuerst einmal vor der eigenen Haustüre kehren sollte. Weil: D = größter Niedriglohnsektor in ganz Europa! Und ob man nun als Bedürftiger "Foodstamps" bekommt, oder 400 € Hartz IV.... geschenkt! Bei meiner letzten Heizölbestellung mußte ich mich beim Lieferanten auch als Hartz-IV-Bezieher outen. - Von wegen "kein Judenstern für Arme" hierzulande!

Das mit dem geringen Urlaub (nur 2 Wochen pro Jahr) stimmt wohl. Das habe ich vor Jahren auch von einem Bulgaren bestätigt bekommen, der vor 15 Jahren dorthin auswanderte. Er kehrte vor einigen Jahren sogar wieder nach Europa (in sein Heimatland) zurück, u.a. wegen der wenigen Freizeit, die ein US-Arbeitnehmer hat.

Man sollte aber nicht aus den Augen verlieren, daß es auch viele gut bezahlte Jobs dort gibt. Ob an die aber ein Ausländer mit bestenfalls durchschnittlichen Englischkenntnissen und ohne besondere Qualifikation rankommt, ist wohl eher unwahrscheinlich. Und die Niedriglohnjobs werden von den Mexikanern belegt.

Größter Vorteil des US-Arbeitsmarkts gegenüber dem deutschen ist wohl, daß nicht so sehr in der Vergangenheit eines Bewerbers herumgesucht wird. Wenn hierzulande irgendwelche längeren Lücken wegen Arbeitslosigkeit oder häufige Jobwechsel mit kurzzeitiger anschließender Arbeitslosigkeit drin sind, wird man hier in Schland ja sofort aussortiert. Die Ami-Arbeitgebrer sollen da ja nicht so pingelig sein.

Aber gut, ich rede über Dinge, die ich noch nicht selbst erlebt habe....
War nur 1 x in den USA zum Urlauben, in Florida. Und da fiel mir halt auf, daß ich sehr häufig von Obdachlosen wegen Geld gefragt wurde. Aber das war auch 2010, also kurz nach dem großen Immobiliencrash. Die Armen- und Obdachlosenzahl wird seitdem trotzdem kaum gesunken sein. Die inoffizielle Arbeitslosenquote liegt in den USA auch weiterhin bei 23 %. Wobei sie auch hier im "Musterländle der Vollbeschäftigung" eindeutig massiv geschönt wird. In den Medien wird ja schon wieder so getan, als ob Vollbeschäftigung herrschen würde.

Höhe der US-Arbeitslosigkeit: http://www.shadowstats.com/alternate_data/unemployment-charts

Die Unternehmerseite hat ja nun durch ein neues Gesetz wegen des angeblichen "Fachkräftemangels" durchgesetzt, daß die Zuzugsbeschränkungen für alle Beschäftigungen aufgehoben werden. Wobei es nun nicht mehr nur für den Bereich der Hochqualifizierten gelten wird, sondern generell für alle Berufe. Nicht, daß ich gegen den Ausländerzuzug etwas hätte. Aber dagegen, daß dadurch nun ermöglicht wird, daß die neu Zugezogenen dann ebenfalls zu Hungerlöhnen arbeiten müssen, und deren Unwissenheit und Unorganisiertheit ausgenutzt wird, schon.

MarcoW75:
Naja...noch bin ich nicht drüben, aber ich fliege regelmäßig rüber (nächste Woche zum 5.Mal). Ich darf zwar momentan nicht offiziell nach Jobs suchen, aber es ist ja nicht verboten, sich zumindest schonmal umzuschauen, was es denn in der netreffenden Gegend überhaupt für Firmen gibt und welche davon ab und an mal Leute suchen.
In Sachen Jobsuche muss ich mich immer wieder an eine Signatur eines Users in einem Auswandererforum erinnern, die sinngemäß besagte "Die meisten Auswanderer kommen mit Beruf A ins Land, jobben dann in Beruf B und landen schließlich in Beruf C, wo sie glücklich sind!". Will sagen: man wird nicht so schnell in Schubladen gesteckt, dass man bestimmte Jobs sowieso nicht kann, nur weil man noch keine Erfahrungen hat. Die amerikanischen Arbeitgeber sind da durch das sehr rudimentär anmutende amerikanische "Ausbildungssystem" halt mehr drauf angewiesen, zumindest im nicht-akademischen Sektor die Leute selbst anzulernen, statt fertiges "Material" zu bekommen.

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