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Magenta Bossing

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Kuddel:

--- Zitat ---In Sachen Buch ect. wäre ich mehr als vorsichtig. Ich selber habe keine Ahnung, wo die Phase beginnt, wo ein Unternehmen erkannt werden kann und ab dem Moment gegen Dich vorgehen kann. Eigentlich müssten alle Namen, Beschreibungen ect. fehlen damit weder auf Unternehmen noch auf Dich rückgeschlossen werden kann.
--- Ende Zitat ---

Diese Aussage ärgert mich ein wenig. Die Unternehmen kommen mit diesen Praktiken oftmals nur deshalb durch, weil es zu wenig bekannt ist, daß ein solches Verhalten zur Unternehmensstrategie gehört. Die Öffentlichkeit glaubt noch an "Einzelfälle". Deshalb ist es wichtig, daß eine Öffentlichkeit hergestellt wird, wenn es um solche Schweinereien geht. Und es sollte auch Roß und Reiter genannt werden.

Natürlich fürchten Unternehmen genau das und sind mit ihren Reaktionen wenig zimperlich. Da hat dagmar schon recht, man muß vorsichtig sein. Wenn man seine Veröffentlichungen aber gerichtstauglich beweisen kann (Protokolle, Dokumente, Zeugen), es vielleicht noch mit Fachleuten wie von "Arbeitsunrecht" bespricht, dann sollte einer Veröffenlichung nichts im Wege stehen. Das ist Teil des Kampfes gegen Ungerechtigkeit und sinnvoll.

dagmar:
Hey Ihr,
hallo Kuddel,
das größte Problem sehe ich darin, dass die Kassen der Unternehmer für einen Rechtsstreit besser gewappnet sind als von Otto-Normalverbraucher. Und eine Frage der Belastbarkeit, die ich persönlich leider nicht bieten könnte. Ohne Roß und Reiter ja... aber mit Gefahrenquelle, das könnte mir zu teuer werden.

Aber mal ehrlich: sind die entsprechenden Unternehmen nicht bekannt genug? Ich bin auch in einer solch üblen Klitsche gelandet - vor vielen Jahren - um die Freunde der Arbeitsagentur los zu werden. Ich wusste was kommt, dachte aber es ist weniger schlimm als die amtlichen Gesellen. Schenkt sich aber gegenseitig nichts. Wobei ich schon einiges an fiesen Unternehmen erleben konnte, die tatsächlich früher oder später ihre Rechnung bekamen. Einfach weil der Buschfunk schneller ist und ganz schön beharrlich. Ich habe mir mal die Finger in einem solchen Punkt und bei einem solchen Arbeitgeber verbrannt. Die Argumentation des ehemaligen Arbeitgebers war: "das waren Internas, die klar mir zuzuordnen waren" Stimmte....

Da manche Arbeitgeber deren Vorgänger anrufen habe ich dadurch auch einen Job verspielt. War absolut kein Verlust, soll aber auf die Gefahren hinweisen.

Gruß von Dagmar,
die das auch alles recht mies findet



Rudolf Rocker:

--- Zitat ---Wobei ich schon einiges an fiesen Unternehmen erleben konnte, die tatsächlich früher oder später ihre Rechnung bekamen. Einfach weil der Buschfunk schneller ist und ganz schön beharrlich.
--- Ende Zitat ---
Im Jahr 2017 heißt der Buschfunk chefduzen.de! ;D Aber ansonsten hast Du den Sinn und Zweck dieses Forums sehr schön beschrieben! Danke! :)

SoulSword:
Hallo Ihr :)

Danke für die zahlreichen Kommentare.

Die  aktion ./. arbeitsunrecht werde ich auf jeden Fall mal anschreiben.


--- Zitat von: counselor am 19:15:40 So. 10.Dezember 2017 ---Ihr könntet Beschwerde nach §§84 ff. BetrVG beim Betriebsrat einlegen.
https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__84.html

--- Ende Zitat ---

und


--- Zitat von: dagmar am 18:20:49 So. 10.Dezember 2017 ---Hallo SoulSword,
ideal wäre es natürlich die Nettigkeiten Deines Vorgesetzten zu dokumentieren und Zeugen dazu zu schreiben (selbst dann, wenn diese niemals den Mund aufmachen würden).

--- Ende Zitat ---

Die Beschwerde läuft schon fast ein Jahr mit Zeugen und Belegen. Und selbst wenn ich innerhalb des Unternehmens wechsle, werden solche Monster weiter gedeckt. Ich kann mich durchaus aus dem Schussfeld bringen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich meine Kollegen und einige Freunde im Stich lasse.  Deshalb habe ich mich hier auch angemeldet. Einmal um selbst Hilfe zu bekommen und ggf. auch selbst helfen zu können. Der Hinweis mit dem Verein ist auf jeden Fall schon mal hilfreich.

Das mit dem Buch werde ich weiter verfolgen. Es gibt ja bereits ähnliche Bücher wie das „Telekomhasserbuch“ und andere Enthüllungsbücher wie das über Goldman Sachs. Aber das muss ich wohl mit meinem Anwalt bzw. Rechtsschutz abklären. Die werden auf jeden Fall zum Angriff übergehen. Die verklagen ja schließlich auch welche, die „ihre Farbe“ verwenden.

Kuddel:
Hallo dagmar,

ich will sicherlich nicht dazu aufrufen, ins offene Messer zu laufen, aber...

--- Zitat von: dagmar am 18:36:48 Mo. 11.Dezember 2017 ---Aber mal ehrlich: sind die entsprechenden Unternehmen nicht bekannt genug?
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---das größte Problem sehe ich darin, dass die Kassen der Unternehmer für einen Rechtsstreit besser gewappnet sind als von Otto-Normalverbraucher.
--- Ende Zitat ---
...man sollte bei chefduzen auch nicht zum Schwanzeinkneifen und Rückzug aufrufen.

Wenn die Unternehmen und ihre Machenschaften bekannt genug wären, wären die Maßnahmen gegen Kritiker auch nicht nötig. Die Unternehmen spannen aber ihre Rechtsabteilungen ein und scheuen keinen Kostenaufwand, weil sie sich durch eine öffentliche Kritik bedroht sehen. Sonst könnte es ihnen scheißegal sein.

Ich bin deiner Meinung, daß man auf Gefahren hinweisen soll.
Und man sollte auch aufklären über Rechte und Möglichkeiten.


--- Zitat --- Ich habe mir mal die Finger in einem solchen Punkt und bei einem solchen Arbeitgeber verbrannt. Die Argumentation des ehemaligen Arbeitgebers war: "das waren Internas, die klar mir zuzuordnen waren" Stimmte....
--- Ende Zitat ---
Das ist eine alte Leier mit den sogenannten Interna. Deren Veröffentlichung ist keineswegs strafbar, solange es keine geheimen Infos sind, die der Konkurrenz nützen könnten.

Eine Absprache mit Leuten, die sich mit juristischen Dingen und auch mit politischem Aktivismus auskennen, ist sicherlich ratsam, gerade wenn man sich mit einem starken Gegner anlegen will.

Ich möchte aber daran erinnern, daß man auch gegen eine starken Gegener gewinnen kann.
Der Fall Emmely war ein Arbeitsrechtsstreit um die fristlose Kündigung einer Kaiser’s-Kassiererin wg. eines nicht eringelösten 1,30 € Pfandbons.

--- Zitat ---Barbara E. wurde arbeitslos, musste Hartz IV beantragen und zog vor das Gericht. Aus Barbara E. wurde der "Fall Emmely", aus einer einfachen Supermarktangestellten eine in den Augen vieler zu Unrecht entlassene Angestellte. Und das zu einer Zeit, in der die Hypo Real Estate vom Staat mit Milliarden gerettet wurde und Post-Chef Klaus Zumwinkel wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe aus seiner Villa abgeführt wurde.

Schnell kam der Verdacht auf, dass die Supermarktkette vor allem eines wollte: eine unbequeme Mitarbeiterin loswerden. Eine, die Gewerkschaftsmitglied ist, die in ihrer Filiale im Vorjahr einen Streik angeführt und die Mitarbeiter mobilisiert hatte. Die bis zuletzt gegen die Streichung von Schichtzulagen und für bessere Verträge gekämpft hatte. Emmely sagte Sätze wie: Es sei doch ihr "gutes Recht, für eine gute Bezahlung zu kämpfen".

Der Fall sorgt für Empörung und für Wut, es geht um die da oben und die da unten, um Fairness und Verhältnismäßigkeit.

Doch Emmely ist nicht mehr allein. Inzwischen haben sich Mitstreiter gefunden. "Solidarität mit Emmely" nennt sich das Komitee aus gewerkschaftlich Engagierten, älteren Betriebsräten und jungen Globalisierungskritikern.
--- Ende Zitat ---
http://www.spiegel.de/wirtschaft/entlassung-wegen-1-30-euro-emmely-darf-weiter-kaempfen-a-638829.html

Emmely hat diesen Rechtsstreit gewonnen.
Es ging nicht nur um ihr "Recht", es ging um ihre Würde.

--- Zitat ---Barbara Emme war weiterhin als Kassiererin tätig, nach der Schließung der Filiale in einer anderen in Berlin-Hohenschönhausen. Sie wurde von Kunden um Autogramme gebeten, manche bestanden darauf, bei ihr Pfandbons einzulösen. 2011 und 2012 veröffentlichte sie mit Ko-Autoren Bücher über ihre Erfahrungen. Sie nahm an Gewerkschaftskongressen in „der ganzen Welt“ teil. 2011 flog sie zur Weltfrauenkonferenz nach Venezuela. 2014 wurde sie in den Betriebsrat gewählt.
--- Ende Zitat ---
https://de.wikipedia.org/wiki/Fall_Emmely

Es gibt also gute Gründe, Mut zu haben.

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