Autor Thema: Stadtteilarbeit  (Gelesen 7020 mal)

Fritz Linow

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #75 am: 23:43:24 Sa. 08.Juni 2019 »
Aber die Frau, die das Mietertreffen besuchte, arbeitete nicht nur da, sondern sie identifizierte sich mit dem, was sie da zu tun hat.

Klassischer Fall von Jahrgangsbeste: https://www.szlz.de/startseite_artikel,-igs-traenen-nach-stimmungsvoller-abschiedszeremonie-_arid,137871.html

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #76 am: 19:30:46 Di. 11.Juni 2019 »
Die Trulla vom Stadtteilbüro meinte, rein persönlich fände sie die Politik von Vonovia auch nicht gut. Aber sie kümmere sich bei ihrer Arbeit allein um den "öffentlichen Raum" und da setzt sie sich ein für mehr Grün, weniger Raum für Autos mehr für Kinder, Kunst und Kultur. Ich versuchte darauf hinzuweisen, daß es aber einen ziemlichen Unterschied macht, in welchen Umfeld sich eine Wohnung befindet und ein Vermieter völlig andere Prese erzielen kann, je nachdem, ob sie sich in der Pampa, im Ghetto, oder in einer begrünten, kulturell vielfältigen urbanen Raum liegen. Sie wollte von diesem Zusammehang nichts wissen und meint, es alles nur für die Menschen im Stadtteil zu tun.

Sie glaubt scheinbar selbst, wir würden auf einer Seite stehen. Sie schlug vor, wir könnten ja bei einem der anstehenden Stadtteilfesten uns mit einem eigenen Stand beteiligen und dort unsere Ansichten verbreiten. Sie könnte sich auch umsehen, ob es für bestimmte Aktivitäten ein Sponsoring geben könne, sie könnte gegebenfalls auch mit Pressekontakten weiterhelfen. Mit ihrer sympathischen, freundlichen Art wickelte sie die Mieter um den Finger. Ich blieb ziemlich verspannt und für mich war es kein Stück besser, als säße jemand von Vonovia selbst in unserer Runde (was wir ja auch schon hatten).

Einer nahm nochmal das Dilemma mit der Kulturrotation auf und sagte, daß es ja nicht stimmte, daß wir den Leuten keine kostenlose Kultur gönnten, sondern wir nicht wollten, daß die Kultur für die falschen Zwecke eingespannt wird. Man könnte es vermeiden, indem man selbst einen solchen Event auf die Beine stellen würde unter dem Motto "Kultur gegen Vonovia". Das fand natürlich unsere Stadtteilbüroangestellte indiskutabel, denn sie dürfe sich nicht "politisch" äußern. Er sagte, "Dann nennen wir es einfach: Kultur gegen hohe Mieten", doch auch damit war sie nicht einverstanden. Damit könnten auch Geldgeber des Büros unzufrieden sein. Wenn nicht mehr bezahlbare Mieten zum Hauptproblem der Menschen im Stadtteil geworden sind und sie sich nicht für die Lösung dieses Problems interessiert, dann ist klar, daß sie nicht auf der Seite der Mieter steht.

Es ging dann auch um die Pseudobürgerbeiteiligung bei Ausschreibungen für Bauprojekte. Allein mit der Wahl von Ort und Zeit würde man sich viele Interessierte vom Leib halten. Mit der Moderation würgt man kritische Nachfragen ab. Und unterm Strich bleibt die "Bürgerbeteiligung" eh scheißegal, denn der Entscheid findet sowieso hinter verschlossenen Türen onne den lästigen Bürger statt. Unsere Sozialtante vom "Büro Soziale Stadt Gaarden" erkläre, sie sehe sich als Bindeglied zwischen Politik und den Menschen im Stadtteil und deshalb werde sie unsere Bedenken ins Rathaus weiterleiten. Sie machte sich in ihrem Block die ganze Zeit Notizen bei allem, was wir sagten. Ich habe schon eine Ahnung, was dabei herauskommt. Etwa sowas:


Die SPD hat den kommunalen Wohnraum der Spekulantenmafia in der Rachen geschmissen. Dann wirft sie sich das soziale Mäntelchen über, quatscht was von "Solidarität" und nimmt verbal all das auf, was protestierende Mieter sagen. Doch politisch tut sie weiterhin alles, um die Interessen von Vonovia und Co. durchzusetzen.

Wir redeten auch darüber, daß es schwierig ist, die recht große Zahl interessierter Mieter bei der Stange zu halten. Es sei schließlich nur bei einem kleinen Teil so, daß sie sich nur mal auskotzen wollen oder ihr ganz spezielles eigenes Problem gelöst haben möchten. Es waren bei den großen Veranstaltungen eine Menge, die sich weitaus tiefegerhende Gedanken gemacht haben über den Internationalen Konzern, über die Proftigier, über Blackrock und Friedrich März, über Korruption und Enteignung. Es waren dabei auch Leute im hohen Rentenalter, die recht radikale Gednken formulierten. Wir müssen uns überlegen, wie wir die Kontakte aufrecht erhalten, öffentlich sichtbar bleiben, die Beteiligten mit einbeziehen und auch neue Kontakte bekommen.

Für's erste machten wir einen Termin für eine schon lange angedachte Straßenaktion: VONOVIA ANGRILLEN!


(to be continued)

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #77 am: 13:35:37 Fr. 14.Juni 2019 »
Bericht vom Mieterklönschnack am 8.6. am Sandkrugbunker in Gaarden.

Das Wetter war nicht auf unserer Seite. Kräftige Windböen und ein paarmal nieselte es sogar.
Doch der Duft von Grillkohle und brutzelnenden Würsten breitete sich aus.


Unsere gekleisterten Plakate und die mit Testa an den Eingängen der Vonoviagebäude aufgehängten Flyer wurden schon wahrgenommen, aber die Leute hielten sich eher zurück. Ein Mieter sagte, er hätte sich mit seiner Nachbarin darüber unterhalten und sie hätte versprochen auch vorbeizukommen, doch sie tauchte nicht auf. Die Atmosphäre am Grill war aber gut für Gespräche. Die Leute tauten langsam auf, wollten erstmal ihrer Wut freien Lauf lassen, fingen dann aber an, zu fragen, wie man mit der Situation mit Vonovia eigentlich umgehen kann. Sie hatte alle mit großem Interesse die bundesweiten Mieterproteste verfolgt und auch das, was sich in Kiel getan hat.


Es kamen auch Gespräche auf über andere Versuche der Stadtteilarbeit. Einer berichtete von einem gepachteten Gartengrundstück, das in einer gaardener Baulücke liegt und nun als Treffpunkt genutzt wird. Dieser Treff wird zu einem Großteil von bulgarischen Migranten genutzt. Es sind einmal Kiddies, die zum Spielen vorbeikommen. Dann sind es Jugendliche, eher Sprayerszene. Die Erwachsenen sind teilweise Trinker. Der Garten als freier Raum für Ausgegrenzte scheint gut zu funktionieren, doch es wurde beklagt, daß die Generationen völlig getrennt voneinander sind und sich aus dem Weg gehen. Und so wurde über weiteres gequatscht, alltägliche Probleme, Streß mit Nachbarn, mit Ämtern und Behörden. Es gab immer wieder Ansatzpunkte, an denen es durchaus Möglichkeiten gibt, nicht nur zu schimpfen, sondern sich zu wehren. Man schrieb Termine auf für die selbstorganisierte Mieterberatung und tauschte Adressen aus.

Viele schienen neugierig zu sein, trauten sich aber nicht, sich zu unserem Haufen hinzuzugesellen. Ein Polizeiwagen fuhr im Schrittempo vorbei, hielt aber nicht. Die Leute warfen verstohlene Blicke von ihren Balkons auf das Geschehen.


Es kam noch jemand aus der Nachbarschaft vorbei, den wir von der Mieterselbstorganisierung kannten. Es wurden dann am Grill noch weitere Pläne geschmiedet. Mit den Klagen von Mietern, die die Kosten für illegal abgestellten Sperrmüllhaufen auf die Miete aufgeschlagen bekommen, soll der Ortsbeirat Gaarden aufgemischt werden. Die Welle, die die Diskussion über Gentrifizierung unter Künstlern ausgelöst hat, ist scheinbar noch nicht abgeklungen. Wir werden wohl in 2 Monaten eine Veranstaltung zu dem Schwerpunktthema machen, wie die Politik wohlmeinende Kulturschaffende in ihre Strategien zur Verdrängung der weniger zahlungskräftigen Mieter einspannt. Und die Idee der offenen Straßendiskussion am Grill wurde auch für gut befunden und soll das nächste Mal in Kiel Friedrichsort in Zusammenarbeit mit der dortigen Mieterini stattfinden.

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #78 am: 13:03:06 Sa. 15.Juni 2019 »


Unser Grillstand befand sich unterhalb des Wandbilds am Bunker.

https://youtu.be/gBH4rJNFE-o

Ein widerlich schmierig-hippes Video über das von Vonovia gesponserte "Streetart"-Projekt. Das Büro Soziale Stadt Gaarden und das Wirtschaftsbüro Gaarden arbeiten wacker an der Gentrifizierung des Stadtteils.

Der Bunker gehört Vonovia. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer wurde das Werk am 21. Juli 2017 feierlich enthüllt. Das Projekt entstand aus einer Kooperation mit dem Wirtschaftsbüro Gaarden.

Fritz Linow

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #79 am: 14:46:05 Sa. 15.Juni 2019 »
Der Bunker gehört Vonovia. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer wurde das Werk am 21. Juli 2017 feierlich enthüllt. Das Projekt entstand aus einer Kooperation mit dem Wirtschaftsbüro Gaarden.

Und im Hintergrund schrammelträllern die Musikanten Bella ciao. Ich schäme mich.

milchbrötchen

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #80 am: 19:21:30 Sa. 15.Juni 2019 »
Zitat
Klassischer Fall von Jahrgangsbeste: https://www.szlz.de/startseite_artikel,-igs-traenen-nach-stimmungsvoller-abschiedszeremonie-_arid,137871.html

studiert und trotzdem blöd
eine Bulemiewissenschnecke
Politik-nein damit hab ich nix am Hut- ich mach nur sooooosozial
man ist die doof
oder scheißverlogen
die soll gehn wo sie herkommt

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #81 am: 19:38:40 So. 16.Juni 2019 »
Bericht von einem Besuch bei Solidarisch in Gröpelingen.

Das Treffen der "Stadtteilgewerkschaft" beginnt stets mit einer Stunde "offenes Treffen" für aktuelle Anliegen und auch für indiduvielle Fragen von Besuchern. Danach teilt man sich auf in die Gruppe, die sich um die Mieterfragen kümmert und in die AG Arbeitskampf.

Es kam eine bulgarische Mutti aus der Nachbarschaft, die sich entschuldigte kaum Deutsch zu sprechen. Ein türkischer Genosse übersetzte. Sie erzählte von einer Großrazzia in der Straße, in der sich auch auch der Stadtteiladen befindet. Die Straße wurde mit Absperrband abgesperrt und ohne Ausweis und trifftigen Grund wurd man nicht durchgelassen. Die Absperrung begann um 7°° morgens und man ließ die Kinder der Anwohner auch nicht zur Schule gehen. Die Razzia wurde durchgeführt von Schergen des Jobcenters, des Jugendamts, der Baubehörde und anderen Behörden mit Unterstützung von Bullen. Insgesamt etwas 30. Es wurden nicht alle Wohnungen durchsucht. Die deutschen Bewohner blieben verschont. Die bulgarischen wurden durchsucht, die afrikanischen wurden sogar mehrfach heimgesucht.

Familienbesuch wurde als illegale Untervermietung gewertet. Als Maßnahme gegen "Überbelegung" will man nun Familien mit Kindern auseinandereißen. Jahlungen von Jobcenter wurden gekürzt, bzw. eingestellt.

In der Presse hieß es, man wolle gegen illegales Mülldeponieren, gegen Schrottimmobilien, Kriminelle Vermieter und unwürdige Behausungen vorgehen. Klingt gut. In Realität ist es ein massiver Angriff von Behörden und und Bullen gegen migrantische Mieter, wie man es eher aus den USA und UK gewohnt ist.

Wir sollten aufmerksam bleiben, denn die Politik hat sich zur härteren Gangart entschieden. Angriffe gegen Migranten kommen jetzt nicht mehr allein von Faschos, sondern auch von den Behörden selbst. Wenn uns gesagt wird, man geht gegen Menschenhandel, Schwarzarbeit und Ausbeutung vor, müssen wir davon ausgehen, daß die Behörden schlichtweg gegen Arbeitsmigranten vorgehen.

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,28911.msg349189.html#msg349189

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #82 am: 20:07:31 So. 16.Juni 2019 »
P.S.: Migranten leben nicht aus Spaß in beengten, überteuerten, schimmeligen Behausungen.

Wollte man etwas gegen unwürdige Wohnbedingungen machen, müßte man auch den Migranten bessere Alternativen anbieten und ein Einkommen von dem man sich die Alternativen auch leisten kann. Kostenlosen Beratungsstellen müssen die Mieter*innen aufklären über ihre Rechte und Möglichkeiten, auch selbst gegen die Slum Landlords vorzugehen.

Selbiges gilt für den Arbeitsmarkt. Gäbe es für Migranten bessere Jobalternativen, würde niemand zu den kriminellen Ausbeutern gehen. Doch selbst öffentliche Bauvorhaben werden an kriminelle Lohndrücker vergeben. Eine Stelle, die Informationen über die Unterschlagung von Sozialversicherungsabgaben und Löhnen unter Wahrung der Anonymität entgegen nimmt, würde Razzien überflüssig machen. Würden die Behörden nicht gegen die Ausgebeuteten, sondern gegen die Ausbeuter aktiv werden, wäre es das Ende des Billiglohnsektors und der Arbeiterstriche.

Die Spaltungen in einen ersten, zweiten und illegalen Arbeitsmarkt sind aber durchaus gewollt und werden von den Behörden geschützt.

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #83 am: 18:08:19 Mi. 19.Juni 2019 »
Heute kümmert man sich um Imageverbesserung von Gaarden.

Als noch keine Investoren auf der Matte standen, gab man 2012 für so einen Bericht noch den jj-Reportagepreis (ausgelobt von Süddeutsche.de mit dem Netzwerk Jungejournalisten.de und der Böll-Stiftung):

Zitat
Sozialer Brennpunkt Kiel-Gaarden
"In dem Haus da hinten gibt es Drogen"

Junkies vor dem Supermarkt, wilde Müllhalden und Schlägereien - Armut und Elend sind längst schon keine Stadtrandphänomene mehr. Szenen aus dem Zentrum von Kiel...
https://www.sueddeutsche.de/leben/sozialer-brennpunkt-kiel-gaarden-in-dem-haus-da-hinten-gibt-es-drogen-1.1486460

Der Text ist der letzte Dreck. Gaarden ist ein Stadtteil voller Armut, doch die Leute gehen recht entspannt miteinander um.  "Auf dem Nachhauseweg gab es letzte Woche an jeder Straßenecke eine Schlägerei. Alle fünfzig Meter eine. Irgendwann sind die Leute so zu, dass ich Angst bekomme."
Schwachsinn!

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #84 am: 19:05:53 Di. 25.Juni 2019 »
Nochmal ein Blick in den Laden von Solidarisch in Gröpelingen:



Darum geht's!


Den Bedürfnissen der Nachbarschaft wird entsprochen.




Die Grundlagen der Stadtteilgruppe werden erklärt:


Es gibt Infomaterial zu unterschiedlichen Problematiken:


Bilder an den Wänden erinnern an Veranstaltungen und Protestaktionen:

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #85 am: 19:10:11 Di. 25.Juni 2019 »





Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #86 am: 19:26:04 Di. 25.Juni 2019 »
Am letzten Samstag fand eine selbstorganisierte Mieterversammlung in einem größeren Saal in Gröpelingen statt.

Einladungen an der Tür:


Und so sah's drinnen aus.


Es wurde in zwei verschiedene Sprachen übersetzt.

Es gab den Bericht, daß die bisherigen Proteste etwas gebracht haben. Vonovia hat einen Stapel mit Ordnern über die Abrechnungen herausgerückt. Nur waren es kaum echte Rechnungen, sondern nur selbstgeschirebene Zettel mit Phantasiezahlen. Die Widersprüche gegen die Nebenkosten haben Erfolg. Sie wurden entweder zu 50% erlassen oder sie wurden nicht beantwortet und der Anspruch auf die Nebenkosten verfiel damit vollständig.

Für den Grillabend waren überall an den Hauseingängen Flyer ausgehängt worden, doch die seien von den Hausmeistern wieder abgerissen worden. Selbst die, die im Treppenhaus aufgehängt worden sind, berichtete eine Mieterin. Der Kommentar, "Das war wohl die einzige Aktivität der Hausmeister in diesem Jahr!", sorgte für Lacher.

Ich habe solidarische Grüße von selbstorganisierten Mietern aus Kiel mitgebracht. Es gab noch einen kleinen Bericht über die Entwicklungen bei uns und der Film über die Kieler Mieterdemo bekam Applaus.

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #87 am: 21:17:00 Di. 25.Juni 2019 »



Protestexport

Habe die Idee und etwas Material aus Kiel mitgebracht:

Der Mops ist nicht aus Kiel.

Professionelles bremer Angrillen!











So mancher Mieter hatte Salat, Wurst oder Fleisch mitgebracht.









Die Stimmung war großartig. Es ging kaum um Vonovia. Es war eine bunte Mischung an Leuten zusammengekommen, die einander nie kennegelernt hätten, hätte sie nicht der Kampf gegen den Wohnungspekulanten zusammengebracht. Die Gespräche gingen quer durch den Garten und streiften alles, was das Leben betrifft. Das ist vielleicht wichtiger für das Entstehen von Solidarität, als all das politische Palaver.



Eine widerständige Community entsteht nicht von einem Tag auf den Anderen. Man muß sich kennenlernen, um sich gemeinsam zu wehren.



Eine russische Rentnerin näherte sich schüchtern der munteren Schar. Sie beklagte sich über ihre Nebenkostenabrechnung. Sie bekam gleich einen Termin zur Beratung im Laden der Stadtteilini und sollte dazu ihre Abrechnung mitbringen. Ach, dann würde die auch gleich die Abrechnung ihrer Nachbarin mitbringen, denn die sitzt im Rollstuhl und ist nicht so mobil.


milchbrötchen

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Stadtteilarbeit- Vonovia angrillen
« Antwort #88 am: 08:31:59 Fr. 05.Juli 2019 »
Meines Wissens ist Vonovia kein Steak. Auch nicht aus Tofu. Warum soll Vonovia also angegrillt werden? Ich verstehe diese Metapher oder was es auch immer sein soll nicht. Ich habe die Assoziation zum VERGASEN. Und das lässt mich erschaudern. Ich gehe nicht zum Angrillen von wem oder was. Angrillen ist eine freudige Bezeichnung, die ein Fleischvernichter nutzt, der mit Beginn der wärmeren Jahreszeit zum ersten Mal die Grillkohle entzündet um eben ungenießbare Nahrungsmittel zu produzieren und die Luft zu verpesten. Dabei werden meist große Mengen Alkohol konsumiert und es wird kräftig rum gepöbelt.
Auf mich macht das einen abstoßenden Eindruck. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das zu großer Akzeptanz führt. Die fünf Familien machen noch keinen Aufstand gegen die Vonovia.

Onkel Tom

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Re: Stadtteilarbeit- Vonovia angrillen
« Antwort #89 am: 12:01:49 Fr. 05.Juli 2019 »
...
Warum soll Vonovia also angegrillt werden? Ich verstehe diese Metapher oder was es auch immer sein soll nicht.

Ich habe die Assoziation zum VERGASEN. Und das lässt mich erschaudern..
...

Und blabla-Gemecker.. Sich nun an "Vonovia angrillen" hoch zu ziehen und nur negative
Assozisationen daran hegen, ist es kein Wunder, sich darin zu verlaufen a la "qualvoll umbringen".

Mal positiv daran gedacht, das das "angrillen" hauptsächlich zum Zusammenkommen einläd ?
Und genau darum ging es ja wohl, das Nachbarschaft sich trifft.. Damit fängt alles weitere erst an..

Komma wieder runter !
Lass Dich nicht verhartzen !