Autor Thema: Stadtteilarbeit  (Gelesen 18824 mal)

admin

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 3235
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #135 am: 16:34:59 Sa. 08.August 2020 »
Die Ausbeutung migrantischer Arbeit, zu weiten Teilen unter absolut unmenschlichen Bedingungen ist der herrschende Normalzustand und nicht nur ein Phänomen irgendwelcher Schwarzer Schafe wie Tönnies. Es gibt jedoch zunehmend Unruhe und Widerstand der kaum sichtbaren Arbetismigranten. Wilde Streiks und Protestaktionen von ErntearbeiterInnen und von Bauarbeitern.

Wenn wir Ausbeutung und Kapitalismus bekämpfen wollen, kommen wir nicht umhin, uns mit Arbeitsmigranten zusammenzutun, um gemeinsame Kämpfe zu entwickeln.

Wir haben uns heute in Kiel-Gaarden auf den Marktplatz gestellt, um Flugblätter zu verteilen, Diskussionen zu führen und Kontakte zu knüpfen. Das Publikum auf dem Marktplatz war zu gut 80% migrantisch.



Es hing wohl zum ersten Mal ein rumänisches Transparent an einer Gaardener Wand. Es wurde zum Gesprächsthema.



Einige waren am Mutmaßen und schickten jemanden, um herauszufinden wer nun richtig geraten hat. Ein paar Bulgarinnen prahlten mit den wenigen rumänischen Worten, die sie kannten. Andere ließen sich den Text übersetzten: "Arbeitsmigranten sind keine Menschen 2. Klasse. Gleiche Rechte und gleiche Löhne für alle!"



Einige wollten wissen, worum es geht. Als wir sagten, wenn es Probleme mit der Arbeit oder Behörden gibt, versuchen wir Solidarität zu organisieren. Da wollte man auch den Flyer haben.



Ein Afrikaner fragte mich, "was heißt, 'mein Arbeitgeber stiehlt mein Geld'?". Ich: "mein Chef klaut mein Geld." Er: "Haha, verstehe. Meiner auch!"



Natürlich waren auch wieder Verrückte dabei, aber es gab ne Menge guter Gespäche. Man wollte auch wissen, welche Partei hinter dem Flugblatt oder hinter uns steht. Wo man sich trifft.



Es war ein erster Schritt und soll weitergehen. Erste Gehversuche sozusagen.
Wir hoffen, andere versuchen ähnliches an anderen Orten. Wir würden gern Erlebnisberichte hier lesen.


Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #136 am: 14:42:24 Di. 25.August 2020 »




Die "21" ist die alte Postleitzahl von Bremen-Gröpelingen.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #137 am: 12:28:29 Mi. 23.September 2020 »
Ich kriege hin und wieder etwas mit von der Stadtteilarbeit in verschiedenen Orten.
Sicherlich ist ein Grund für diese Arbeit die Wohnraumpolitik, bzw. -Spekulation. Ein soziales Pulverfaß.
Der andere Grund ist, daß die traditionelle gewerkschaftliche Arbeit, bzw. Betriebspolitik an ihre Grenzen gestoßen ist. Der Arbeitsmarkt wurde so prekarisiert und die Belegschaften so stark aufgebrochen und zerschlagen, daß es mit der Betriebsarbeit (die eh kaum noch stattfindet, man kümmert sich ja lieber um "linke" Themen) nicht mehr klappt. Man braucht zumeist mehrere Jahre, um betrieblichen Widerstand aufzubauen. Bis dahin ist die Belegschaft schon längst ausgetauscht durch Leiharbeit und befristete Verträge. Die Leute schmeißen auch oft hin bei Leiharbeitsunternehmen und fangen dann bei einem anderen wieder an. Und dann sind die Leute letztendlich in einem Karussell, landen immer wieder für eine Zeit in Unternehmen, in denen sie waren. Das einzige was bleibend ist, ist der Wohnort. Der Arbeitsplatz wechselt ständig. Deshalb sollte es ein Versuch sein, den Stadtteil als Konstante im Leben der Menschen zu nehmen, der auch der Ausgangspunkt für Widerstandsstrukturen sein kann.

Es gab einen Hype um die Stadtteilpolitik, doch der scheint vorbei zu sein. Man wartet scheinbar auf das nächste hippe Thema, dem man hinterherlaufen kann.

Es gibt aber noch eine Reihe Stadtteilläden und noch mehr Stadtteil Inis. Als problematisch empfinde ich, daß sie weitgehend Projekte linker Aktivisten sind, die sich nun unter neuem Vorzeichen treffen, doch letztendlich unterscheiden sie sich kaum von anderen Linken Initiativen. Es sitzen wieder die gleichen Leute zusammen. Sie sitzen in ihren Stadtteilläden und warten darauf, daß der Stadtteil zu ihnen kommt.

Meist können sie lange warten. Man kommt nicht auf die Idee, daß man sich selbst im Stadtteil bewegen und da hingehen muß, wo die größten Probleme und Spannungen herrschen. Man darf nicht erwarten, daß dort ein "linkes Bewußtsein" verbreitet ist. Es herrscht dort oftmals ein rauer Ton, es gibt sexistische Sprüche, es gibt auch zwischen Migrantengruppen nationalistische und rassistische Spaltungen. Das ist die Realität heutiger Klassenverhältnisse und entweder lernen wir damit umzugehen, oder wir bleiben politisch wirkungslos.

Zwischen den Menschen im Staddteilladen und den Menschen im Stadtteil gibt es eine unsichtbare Mauer. Sie liegt oft in einem unterschiedlichen Bildungsstand, in unterschiedlichen kulturellen Interessen, man geht auch nicht in die gleichen Kneipen.

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2690
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #138 am: 19:37:27 So. 24.Januar 2021 »
Zitat
Am frühen Samstagnachmittag versorgten Aktivist*innen des Nachbarschaftsnetzwerk Gaarden solidarisch gegen Corona - Das Solidaritäts- und Hilfsnetzwerk auf dem Vinetaplatz Anwohner*innen mit kostenlosen OP-Masken und Desinfektionmittel. Zudem wurde die aktuelle Ausgabe der neuen Stadtteilzeitung "Solidarisches Gaarden" verteilt, die bereits im Dezember erschienen ist. Der Bedarf insbesondere an den Masken, die ab Montag verpflichtend beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr getragen werden müssen, stellte sich als groß heraus: Bereits nach einer knappen halben Stunde waren sämtliche Hygieneartikel unter die Leute gebracht.

Gestört wurde die kleine Aktion zum Ende hin durch die Hilfspolizei "Kommunaler Ordnungsdienst" (KOD), die ihrem schlechten Ruf alle Ehre machte. Diese war sich nicht zu blöd, eine Genehmigung für das kleine Tischchen zu fordern und dem "Verdacht einer Ordnungswidrigkeit" nachzugehen. Die erhöhte Präsenz von Ordnungskräften und verstärkten Kontrollen im Stadtteil im Namen des Gesundheitsschutzes wurden auf diese Weise ad absurdum geführt und entpuppten sich als bloßes repressives Gebaren. Da die Stadtteilaktivist*innen weder an bürokratischen Diskussionen mit Hilfssherrifs, noch an Personalienfeststellungen interessiert waren, bauten sie die stationäre Präsenz kurzerhand ab und entzogen sich der schikanösen Maßnahme.

Während der "KOD" anschließend die umliegenden Straßen absuchte und den Vinetaplatz bewachte, um gelebte Alltagssolidarität in Pandemie-Zeiten zu unterbinden, konnten die übrigen Exemplare der Zeitung wenig später restlos und störungsfrei in der Elisabethstraße an die Leser*innen gebracht werden.
https://www.facebook.com/RevolutionsstadtKiel/posts/3619540438142235?__tn__=-R

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #139 am: 10:20:28 Fr. 16.Juli 2021 »

Stadtteilladen in Bremen-Gröpelingen

Zitat
Wir wollen keinen schönen Stadtteil, wir wollen eine bessere Welt!

Warum wir uns mit anderen Gruppen in anderen Stadtteilen, Städten und Ländern vernetzen und organisieren müssen


Und darum reicht es uns auch nicht, nur in Gröpelingen eine politische Perspektive und widerständige Strukturen aufzubauen. Wir wollen mit revolutionärer Stadtteilarbeit dazu beitragen, dass sich Menschen gegen das kapitalistische, patriarchale und rassistische System zusammentun und für eine bessere Welt streiten. Eine Welt, in der die Bedürfnisse der Menschen mehr zählen als Profitmaximierung, Konkurrenzvorteile und nationale Denke.

Diejenigen, die aus Konkurrenz, aus prekären Arbeitsverhältnissen und rassistischer Spaltung Profit schlagen, sind überregional oder sogar international organisiert. Eine widerständige Struktur in einem Stadtteil ist für sie kein großes Hindernis, da sich Kapital an jede Ecke der Welt verschieben lässt und Menschen fast überall darauf angewiesen sind, unter miesen Bedingungen ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Darum brauchen wir revolutionäre Stadtteilgruppen überall im Land, dem Kontinent, der Welt. Erst wenn überall Menschen beginnen, sich zusammenzutun und sich zu wehren, und wenn diese Menschen sich mit denen aus anderen Gegenden organisieren und absprechen, können wir die bestehenden Verhältnisse ernsthaft herausfordern.

Darum sind wir als Solidarisch in Gröpelingen dabei, gemeinsam mit anderen Stadtteilgruppen eine größere Struktur, eine organisierte Bewegung, aufzubauen. Wir sind nicht alleine mit unseren Ideen und unseren Zielen. Wir lassen uns nicht vereinzeln oder spalten. Wir suchen nach gemeinsamen Lösungen und teilen das Wissen, mit dem wir im Kapf gegen Unterdrückung und kapitalistische Ausbeutung Erfolg haben.

Eine Gruppe, mit der wir eng zusammenarbeiten, ist Bergfidel Solidarisch aus Münster. Gemeinsam mit Menschen aus dem Stadtteil organisieren sie sich gegen die LEG, einen Mietkonzern, der, genau wie Vonovia, Deutsche Wohnen und andere, aus dem Grundbedürfnis nach Wohnraum maximalen Profit schlagen will. Und wie in Bergfidel gibt es weitere Gruppen, mit denen wir unsere Kräfte bündeln werden!

Für eine Organisierte Bewegung der revolutionären Stadtteilgruppen, für eine Welt ohne Konkurrenz, Rassismus und patriarchale Strukturen!

http://solidarisch-in-groepelingen.de/wir-wollen-keinen-schoenen-stadtteil-wir-wollen-eine-bessere-welt/

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #140 am: 12:24:50 Mi. 18.August 2021 »
Zitat
Wir wollen keinen schönen Stadtteil, wir wollen eine bessere Welt!

Manchmal muß man den eigenen Stadtteil verlassen.
Z.B. um die Reichen zu besuchen, die auf unsere Kosten leben:
Zitat
Hamburg: Tausende Linke wollen durch Nobelviertel ziehen



3000 Linke wollen am kommenden Samstag in Hamburg durch Blankenese ziehen. Das teilte das Bündnis „Wer hat, der gibt“ mit, ein Zusammenschluss verschiedener linker und auch linksradikaler Gruppen. Das Motto der Aktion, die zeitgleich deutschlandweit stattfindet: „Holen wir uns, was uns zusteht – laut, schrill, bunt und wild!“


Start in Hamburg ist um 14 Uhr am Erik-Blumenfeld-Platz in Blankenese. Um 19 Uhr soll die Demonstration an der Manteuffelstraße enden – davor wolle man durchs „Reichenviertel“ ziehen, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
https://www.mopo.de/hamburg/polizei/hamburg-3000-linke-wollen-am-wochenende-durch-blankenese-ziehen/?utm_term=Autofeed&dmcid=sm_tw_p&utm_medium=social&utm_source=Twitter#Echobox=1629215231

NachbarArsch

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 187
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #141 am: 14:36:10 Mi. 18.August 2021 »
Warum jetzt ausgerechnet hier gepostet wird erschließt sich mir nicht. Ich sehe Stadtteilarbeit und so typisch linke Bündniskrisenproteste als einen gegensätzlichen Ansatz.

Unterstützen kann man das natürlich beides. Übrigens nicht nur in Hamburg:

Berlin: Sa., 21.08., 14 Uhr, Urban-Krankenhaus, Am Kanal Kreuzberg

Braunschweig: Sa., 21.08. 14 Uhr, Schlossplatz

Bremen: Sa. 21.08., 12 Uhr, Marktplatz

Erfurt: Sa., 21.98., 14 Uhr,Bahnhofsvorplatz

Dortmund: Sa.21.08., 11-14 UhrReinoldikirche

Hagen: Tanz-Demo 20.08., 18 Uhr Fahrrad-Demo; 21.08., 16 Uhr, Start jeweils Hagen Hbf.

Hamburg: Sa., 21.08., 14 Uhr, S-Bahn Blankenese

Hannover: Sa., 21.08., 14 Uhr, Weißekreuzplatz

Kiel: Sa. 21.08., 14 Uhr, Lessingplatz

Tübingen: Sa, 21.08., 14 Uhr, Holzmarkt

Ulm: Sa, 21.08., 15 Uhr, Münsterplatz

Leipzig: Sa., 21.08., 13 Uhr, Augustusplatz

Wiesbaden: Sa. 21.08., 14:30 Uhr, Kranzplatz

Witten: Sa., 21.08., 11 Uhr,Karl Marx Platz

Würzburg: Sa., 21.08., 14 Uhr, Hauptbahnhof Würzburg

Weitere Infos:
https://werhatdergibt.org/aktionstag2021/

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #142 am: 15:48:58 Mi. 18.August 2021 »
Ok, ich hatte vergeblich den Thread gesucht, in dem verschiedene Beispiele angeführt wurden, in denen man in die Stadtteile der Reichen gezogen ist.

Ich fand es dann aber auch hier ok, da der MoPo Artikel das "Nobelviertel" bereits in der Überschrift erwähnt. Mir gefiel der Gedanke, daß man sich nicht in den Armutsstadtteilen verschanzen soll, denn so kann man bestenfalls die Selbstverwaltung der Armut erreichen.

Wir müssen den Reichtum der Bonzen angreifen, wenn wir eine bessere Gesellschaft wollen.

Überhaupt ist es gut, über den eigenen Tellerrand zu blicken.
Deshalb hat es mich sehr gefreut, als ich heute mitbekommen habe, daß die Stadtteilini in Bremen Gröpelingen Post von der Landlosenbewegung Brasiliens gekriegt hat:







https://www.facebook.com/Stadtteilgewerkschaft/?hc_ref=ARSRgvHiwtOQKxyGP-8lFNJqN937UyEqkBFoqPpDH_IM4fYNl1hw_v9-rgD1PXrVD1c&fref=nf&__tn__=kC-R

http://solidarisch-in-groepelingen.de/von-unten-die-welt-veraendern-die-bewegung-der-landlosen-arbeiterinnen-in-brasilien-mst-schickt-gruesse-an-solidarisch-in-groepelingen/

Fritz Linow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2690
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #143 am: 22:33:34 So. 19.September 2021 »
Stadtteilfeste sind eine traurige Angelegenheit. Vereine und Hüpfburgen werden unter einen Hut gebracht und dürfen dann zeigen, dass der Stadtteil eine gemeinsame Zukunft hat. Das ganze wird von irgendwelchen Sozialpädagogikschranzen organisiert, die peinlichst darauf achten, dass alle Spaß haben und alles so schön bunt ist hier. Daher ist es für die auch überhaupt kein Problem, sich für die Unterstützung bei dem größten Arschlochvermieter überhaupt, Vonovia, zu bedanken. Das asoziale Gebahren von Vonovia darf gerne im pseudosozialen Miteinander aufgehen.

Vonovia hat in Kiel-Gaarden wesentlich dazu beigetragen, dass die Mietkosten für Neuvermietungen im letzten Jahr um knapp 13 Prozent gestiegen sind. Vonovia vermietet nicht an Migranten, am liebsten nicht an Bulgaren und Rumänen. Vonovia betreibt absichtlich Leerstand. Vonovia hat ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, wenn es um die weitere Entwicklung des Wohnungsmarktes geht, schließlich hat die Stadt alle eigenen Wohnungen verkauft und ist nun von den Ärschen abhängig.

Es wäre das mindeste, dass man sich nicht von diesem Drecksverein sponsern lässt. Aber so viel Anstand kann man von den flauschigen Stadtteilmitentwicklern nicht erwarten, meistens auch kein Hirn. Andererseits geht Stadtteilfest auch gegen Vonovia, unterstützt von Vonovia:




Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #144 am: 10:00:20 So. 26.September 2021 »

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #145 am: 12:05:50 Do. 14.Oktober 2021 »
Wenn man es mit der Stadtteilarbeit ernst nimmt, wird man auf Probleme stoßen, auf die wir noch keine Antworten haben.

In armen Stadtteilen haben sich extreme Formen der Ausbeutung entwickelt. Man hat es mit rassistischen Strukturen und Behörden zu tun. Wohnungsbaugesellschaften vermieten ungern an Arme oder Migranten. Es gibt maföse Vermittler, die für das Zustandebringen eines Mietvertrags hohe Gebühren verlangen.

Es habe sich informelle Strukturen der Ausbeutung und Abzocke entwickelt. Diese Ausbeuter und Abzocker sind oftmals selbst migrantisch. Migrantische ehemalige Leiharbeiter haben selbst Leihbuden eröffnet. Einige haben auch Bruchbuden gekauft und vermieten Wohnungen in schlimmen Zustand zu weit überhöhten Preise. Diese "Slum Landlords" treiben unter Androhung von Gewalt die Miete ein.

Es gibt den "Arbeiterstrich". Es werde Leute an Sammelstellen zu Tagelöhnerjobs abgeholt.

Es gibt auch nicht gemeldete Prostitution.

Die Kontrolle dieser Bereiche ist mafiös und gewalttätig. Wer nicht funktioniert oder es wagt, sich zu wehren, wird eingeschüchtert, zusammengeschlagen. Im schlimmsten Falle ermordet.

Es sind üble Strukturen, Rocker, Schläger, gewalttätige Arschlöcher. Wenn wir uns mit extremer Ausbeutung auseinandersetzen, werden wir es irgendwann auch mit diesen Strukturen zu tun bekommen. Auf der anderen Seite haben wir rassistische Bullen und Behörden, die akzeptiert haben, daß die Wirtschaft diese Bedingungen, die Billigstlöhner hervorbringen, erhalten will. Viele Großbaustellen oder Agrarbetriebe  würden ohne die Ex-und Hop Arbeitsmigranten nicht funktionieren.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 18008
  • Fischkopp
Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #146 am: 10:38:06 Mo. 18.Oktober 2021 »


In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde die Kreuzberger Kneipe „Zum Goldenen Hahn“ am Heinrichplatz  von Bullen gestürmt. Sie versperrten die Tür und veranstalteten eine Saloon-Schlägerei. Außerdem zertrümmerten sie Teile der Inneneinrichtung. Es gab zwei Festnahmen (bereits entlassen) und mehrere Verletzte.

„Zum Goldenen Hahn“ war während der Proteste gegen die Räumung des Køpi-Wagenplatz Treffpunkt und Erholungsort.

Mit der Solidarität zahlreicher Nachbar:innen konnten die Bullen dann wieder vertrieben werden. Leider musste der Laden dann erstmal dicht machen.

Es wird jetzt mit Soliveranstaltungen Geld gesammelt.