Autor Thema: Klimakatastrophe  (Gelesen 13816 mal)

dejavu

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #270 am: 09:36:12 Fr. 12.Juli 2019 »
Zitat
Das muss endlich anders werden! Allerorten.
Ja, sehe ich auch so. Die Linke in Lübeck will ja auch gar nichts daran ändern, die nichtöffentliche Seuerungsgruppe bleibt, der Weg über die "Gremien" auch.
Im zweiten Falle heißt es allerdings:
Zitat
zuständigen Gremien der Bürgerschaft
Sollten vorher unzuständige Gremien arbeiten? Welche?
Fragen über Fragen. Der Rest des Artikels wird wohl auch nicht jedem sofort klar.
Es ist doch mal ganz interessant, das umweltpolitische Verhalten diverser Parteien in der Kommunalpolitik zu beleuchten. Warum sich nicht einfach einen konkreten Fall herauspicken. Gerade für junge Politikeinstteiger ist das doch toll hinter die Kulissen zu schauen. Basteln wir den Fall doch einmal auseinander. Hoffentlich lesen viele fff-Aktivisten mit.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Kuddel

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #271 am: 10:38:11 Fr. 12.Juli 2019 »
Auf allen Ebenen der Politik wird in Hinterzimmern gekungelt und Entscheidungen fallen jenseits öffentlicher/demokratischer Kontrolle. Auch Tarifverhandlungen laufen so. Management und Arbeiter"Vertreter" handeln etwas aus hinter verschlossenen Türen. Eine Farce.

Forderungen, Verhandlungen und Verhandlungsgergebnisse müssen öffentlich sein.

Tollcollect, Privatisierungen, PPP (Public-private-Partnership) haben bücherdicke Verträge mit unzähligen geschwärzten Seiten. Diese Vorzeigedmokratie funktioniert nicht anders als Rußland oder irgendein Lateinamerikanisches Land. Das geht teilweise runter bis in "linke" Organisationen und Bewegungen. Das müssen wir thematisieren und angreifen.

Frauenpower

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #272 am: 13:08:28 Fr. 12.Juli 2019 »
ich habe gerade Tränen gelacht, als ich das Kobuk-Video (Mario Barth vs. Max Uthoff) #91 gesehen habe  ;D Danke dafür  ;D

der Klimawandel könnte jedenfalls aufgehalten werden, zumindest in Stuttgart - denn Stuttgart zückt *räusper* 200.000.000,00 € Euro aus dem Ärmel (zwei hundert Millionen Euro) um diverse Verbesserungen zu erzielen. Lediglich der Gemeinderat muss darüber noch entscheiden.
Zitat
Stuttgart.Grüner soll es werden und leiser, sauberer, nachhaltiger, mehr von diesem und weniger von jenem – getrieben nicht zuletzt auch durch die „Fridays for Future“-Bewegung schnüren immer mehr Großstädte in Baden-Württemberg millionenschwere Klimaschutzpakete. Nun will sich auch Stuttgart nach dem Willen seines Oberbürgermeisters besser für die Energie- und Verkehrswende aufstellen. Das neue, 200 Millionen Euro schwere Paket von Fritz Kuhn (Grüne) ergänzt einen „Masterplan“ und greift Forderungen von Umweltverbänden auf. Der Gemeinderat muss noch darüber entscheiden.
https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-laender-200-millionen-euro-fuer-klimaschutz-_arid,1483658.html

Was mich jetzt mal interessieren würde .. warum gerade 200 Mio Euro? Warum nicht drei oder fünfhundert Millionen Euro  ;D ;D

Außerdem - warum erst jetzt .. über das immer größer werdende Ozonloch (deshalb wurde das FCKW aus den Deo- und Sprühflaschen verbannt und Roll-ons angeboten) wurde schon in den 1980ern  gesprochen ..
https://www.spektrum.de/news/25-jahre-fckw-verbot-wie-steht-es-um-das-ozonloch/1352353
Zitat
Vor 25 Jahren demonstrierte die Welt bemerkenswerte Einigkeit zum Schutz der Ozonschicht. Doch das FCKW-Problem ist noch lange nicht aus der Welt.






Troll

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #273 am: 13:16:34 Fr. 12.Juli 2019 »
Zitat
Gutachten der Wirtschaftsweisen
Verkehr und Heizen sollen teurer werden

...

Merkel bezeichnete das Sondergutachten als "fundierte Grundlage". Sie begrüßte, dass die Wirtschaftsweisen die Bundesregierung ermutigten, "marktwirtschaftliche Wege zu gehen" und nicht nur auf ordnungsrechtliche Maßnahmen zu setzen.

https://www.tagesschau.de/inland/emissionshandel-103.html

Aaaahhhhhh, fuck!
Nicht ordnungsrechtlich sondern Marktwirtschaftlich?
Vielleicht kann mir das jemand übersetzen, für mich hört sich beides nach keiner bzw. einer schlechten Nichtlösung an.
Oder es gibt nur noch das politische Instrument "Geldbeutel", Klimawandelbekämpfung durch sinkende Löhne, juchhu.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #274 am: 13:46:01 Fr. 12.Juli 2019 »
@Troll: ich kapier es auch nicht. Marktwirtschaftlich heißt doch eigentlich immer, der Markt wird gesteuert durch Angebot und Nachfrage? Wenn Nachfrage besteht, werden die Sachen bezahlbarer.
 Wenn Heizen teurer werden soll, dann sitzen manche Leute im Winter vielleicht in Winterkleidung auf dem Sofa weil sie Heizen nicht nutzen und Heizen wird dann von ihnen nicht nachgefragt, weil sie es sich nicht leisten können (obwohl der Bedarf Heizen im Winter ja besteht).
Andere können es sich leisten, die fragen auch nach, aber es gibt mehr Arme als Reiche, also könnten weniger Menschen Heizen nachfragen.

Ordnungsrecht:
Zitat
Gesamtheit der Gesetze und Rechtsvorschriften, die der Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dienen
https://www.duden.de/rechtschreibung/Ordnungsrecht

ordnungsrechtlich könnte bedeuten: wenn die Leute sich Heizen  leisten können, verbringen sie im Winter mehr Zeit daheim, wenn sie aber Zeit draußen verbringen weil es daheim nicht warm ist, könnten sie womöglich in Streit geraten, was widerum die öffentliche Sicherheit gefährden könnte ... - oder es gibt Streit und Stress, weil ihnen kalt ist, dann ist der soziale Frieden auch gefährdet - So vielleicht??

keine Ahnung. Und Hauptsache alles teurer machen, kann ich auch nicht als Lösung ansehen.

aus dem Link:
Zitat
Die Einnahmen solle der Staat an die Bürger zurückgeben: entweder pauschal oder durch eine Senkung der Stromsteuer. Das Geld müsse zudem auch wirklich für die Klimapolitik genutzt werden.

muss das Geld dann für die Klima-Politik (Gesabbel) oder für ja was denn eigentlich - Flachdachbegrünung oder was?? vielleicht genutzt werden?

Wenn ich bspw. anfange, mich vegan zu ernähren, dann kostet das erst einmal meine ich kein Geld. Unter Umständen kann ich sogar meinen Kühlschrank abschalten, denn am meisten Kühlung bedarf es für Fleisch, Eier, Milch, Käse .. . Dann spare ich Strom, und eine Senkung der Stromsteuer ist gar nicht nötig. Wenn Mitbewohner_innen den Kühlschrank brauchen, geht es natürlich nicht.

Man könnte anfangen, in einem der immer zahlreicher wedenden unverpackt-Läden einkaufen zu gehen ...

und Stromverbrauch könnte auch widerum Kohlendioxid ausstoßen ... (siehe google).

Sollte sich die Senkung der Stromsteuer allerdings auf meiner Stromrechnung bemerkbar machen, soll es mir recht sein.




Troll

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #275 am: 15:05:27 Fr. 12.Juli 2019 »
Ich befürchte daß damit gemeint ist der Wirtschaft mal wieder keinerlei Grenzen zu setzen, die Politik hat ansonsten mit Restriktionen keine Bedenken, aber bei der Wirtschaft, niemalsnienicht, der Markt ist nur in absoluter Freiheit glücklich.
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counselor

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #276 am: 15:12:09 Fr. 12.Juli 2019 »
Jetzt sind wir in der Diskussion genau da, wo die herrschende Klasse uns haben will: Wir diskutieren über private PKW Fahrten, die jährliche Urlaubsreise und die Wohnungsheizung. Es ist ihnen wieder einmal gelungen, die kapitalistische Profitwirtschaft aus der Schußlinie zu nehmen.
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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #277 am: 16:40:15 Fr. 12.Juli 2019 »
Die Wirtschaftsweisen sind ein neoliberales Sturmgeschütz.
Die Politik hört selbstverständlich auf die von ihnen berufenen Weisen, eine lächerliche Alibiveranstaltung in Zeiten des politischen Einheitsbreis.
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Kuddel

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #278 am: 09:38:24 Sa. 13.Juli 2019 »
counselor, absolute Zustimmung.

In heutigen Zeiten werden die Probleme individualisiert und auch die Problemlösungen.
Wir müssen erreichen, daß man erkennt, das die Probleme System haben und sie nur kollektiv gelöst werden können.

Es gibt eben den Gegensatz der Interessen der Masse der einfachen Menschen und derjenigen, die über Reichtum und Produktionsmittel verfügen.

So lange die Mehrheit der Bevölkerung sich als Individuen sieht und nicht als Gegenmacht, die sich gemsam wehren kann, wird sich an den Verhältnissen nichts ändern.

BGS

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #279 am: 13:48:49 Sa. 13.Juli 2019 »
... .

So lange die Mehrheit der Bevölkerung sich als Individuen sieht und nicht als Gegenmacht, die sich gemsam wehren kann, wird sich an den Verhältnissen nichts ändern.

Das ist das Problem, doch wie konkret beginnen? Gemeinsam + nachhaltig sich zu wehren.

MfG

BGS

"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Kuddel

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #280 am: 14:21:33 Sa. 13.Juli 2019 »
... doch wie konkret beginnen?

Die Kids von Fridays for Future haben es sehr gut gemacht, indem sie statt den einzelnen Konsumenten als Gegner zu sehen, sich gegen die Rolle der Wirtschaft für die Klimakatastrophe gewandt  und sich mit "Ende Gelände" soldiarisiert und sich den Blockaden gegen RWE angeschlossen haben. Ich fand auch die Schweizer FFF Aktionen toll, als in Zürich und Basel Demonstranten die Eingänge von Bankhäusern blockiert haben. Die Solidariät mit den französischen Klimakativisten, die in Paris von der Polizei zusammengknüppelt wurden, zeigen ein gemeinsames Fordern und Handeln als Bewegung. Das Einkesseln des Reichstags war ja auch eine kollektive Aktion mit konkreten Forderungen an die Politik.

Ich glaube einerseits an das KOLLEKTIVE HANDELN, anderseits den Kampf gegen die Klimaverbrechen großer Konzerne und gegen ein Wirtschaftssystem, das auf Profitmaximierung basiert und Mensch und Natur auf der Strecke läßt.

Die Behauptung, mit der Macht des Konsumenten könne man grundsätzliche Probleme lösen, halte ich für eine Lüge, die uns nur vereinzelt und machtlos dastehen läßt.

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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #281 am: 22:20:26 Sa. 13.Juli 2019 »
Hier in Nürnberg haben die Schüler jetzt ein Bündnis zwischen 'Ende Gelände', 'Extinction Rebellion', 'Bündnis gegen den Ausbau des Frankenschnellwegs' und der alten Umweltbewegung hergestellt. Der Protest richtet sich gegen Konzerne wie RWE und ist positiv auf die Durchsetzung der erneuerbaren Energien ausgerichtet.
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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #282 am: 23:11:24 Sa. 13.Juli 2019 »
Zitat
Klimawandel in Wales - Ein Dorf muss dem Meer weichen

Das walisische Dorf Fairbourne ist für die Bewohner wohl nur noch ein Zuhause auf Zeit. Sie bekommen die Folgen der globalen Klimaerwärmung hautnah zu spüren: Das Dorf soll umgesiedelt werden.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/klimawandel-dorf-101.html
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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #283 am: 09:13:55 So. 14.Juli 2019 »
Wales liegt quasi um die Ecke, also der Klimawandel poltert an unserer Tür, nichts mit in 100 Jahren oder weit entfernt untergehende Karibikinseln.
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Re: Klimakatastrophe
« Antwort #284 am: 15:11:03 So. 14.Juli 2019 »
Zitat
Auf allen Ebenen der Politik wird in Hinterzimmern gekungelt und Entscheidungen fallen jenseits öffentlicher/demokratischer Kontrolle. Auch Tarifverhandlungen laufen so. Management und Arbeiter"Vertreter" handeln etwas aus hinter verschlossenen Türen. Eine Farce.
Ja. Ist aber gerade für Jüngere nicht sofort ersichtlich. Du hast mit der Thematik super viel Erfahrungen gemacht, hast Einblicke gewonnen die Andere nicht so schnell zusammenkriegen. Natürlich hast du auch gute Kontakte (Mercedes-Betriebsrätin WOW), das hilft natürlich beim Erfahrungsaufbau. Die heute Jungen haben vielleicht keinen Bock drauf einen Riesenhaufen Erfahrung zu sammeln, bevor sich irgendwas ändert. Deswegen habe ich auch den  Text "Zahltag Junker Joschka" verlinkt, gerade als Warnung davor zu glauben man könne in eine Partei eintreten oder eine Gründen und schon kriegt man tolle Änderungen hin. Aus Büchern Kann man ja manchmal Nützliches lernen.
Der Text handelt ja gerade davon, das in den Grünen die sogenannten Pragmatiker die Oberhand gewannen, eine im Grunde katastrophale Wendung.
Derartige Wendungen hat es auch in anderen Parteien gegeben. Wir wissen welche das sind.

Parteien und ihr Wirken, ihre innere Verfasstheit, das ist ein Thema das mich in den Letzten Jahren ein wenig umgetrieben hat.
Nicht nur Wirken, sondern auch der Werdegang von Parteien ist richtig interessant.
In Lübeck und da bei den Linken und den Grünen hat es in den letzten 10, 12 Jahren Entwicklungen gegeben, die der Betrachtung lohnen.
Vielleicht ist es besser einen eigenen Thread dafür aufzumachen? Keine Ahnung, mal sehen.
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