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Klassenkampf - was ist das?

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Kuddel:
Ich eröffne hier einen neuen Strang für eine Laberrunde über Theorie und Praxis von "Klassenkampf".
Es geistern scheinbar unterschiedliche Vorstellungen durch die Köpfe. Man sollte klären, worin sich die Vorstellungen unterscheiden.

counselor:
Klassenkampf ist, wenn die Kämpfe der Arbeiterklasse einen die Gesellschaft verändernden Charakter annehmen und die Arbeiterklasse ihre strategische Offensive gegen die Diktatur der Monopole beginnt.

Kuddel:
Die Herangehensweise von Linken, die Leute mit einem gemeinsamen politischen Bewußtsein zusammenzutrommeln, hat zu dem herrschenden Zustand geführt. Es gibt ein winziges linkes Ghetto, das politisch wirkungslos ist. Aus dieser Position blickt man herabschauend auf diejenigen, die nicht den politischen Durchblick haben.


--- Zitat von: Rudolf Rocker am 16:14:03 Do. 08.Februar 2018 ---Diese Leute wollen keine Veränderung und auch keine Revolution
--- Ende Zitat ---
Selbst da wäre ich mir nicht so sicher.

Es geht aber nicht darum zu fragen, was für ein Bewußtsein sie haben, wen sie wählen oder wie sie drauf sind.
Klassenkampf heißt, daß man Menschen nach ihren gemeinsamen Interessen organisiert. Man organisiert Arme gegen die Armut, Mieter gegen den Vermieter und Arbeiter gegen Vorgesetzte und Chef/Management. Und dabei fragt man nicht, ob jemand die Revolution will oder Bildzeitung liest, ob er Helene Fischer hört oder AfD wählt.

counselor:

--- Zitat von: Kuddel am 12:50:48 Fr. 09.Februar 2018 ---Klassenkampf heißt, daß man Menschen nach ihren gemeinsamen Interessen organisiert. Man organisiert Arme gegen die Armut, Mieter gegen den Vermieter und Arbeiter gegen Vorgesetzte und Chef/Management. Und dabei fragt man nicht, ob jemand die Revolution will oder Bildzeitung liest, ob er Helene Fischer hört oder AfD wählt.

--- Ende Zitat ---
Da bist Du aber noch auf der Stufe von Einzelkämpfen um Einzelinteressen. Klassenkampf bedeutet aber, Einzelkämpfe zu Massenkämpfen zusammenzufassen und höher zu entwickeln.

Einzelkämpfe sind ein wichtiger Ausgangspunkt, aber nicht das Ende der Fahnenstange.

Rudolf Rocker:

--- Zitat von: Kuddel am 12:50:48 Fr. 09.Februar 2018 ---

--- Zitat von: Rudolf Rocker am 16:14:03 Do. 08.Februar 2018 ---Diese Leute wollen keine Veränderung und auch keine Revolution
--- Ende Zitat ---
Selbst da wäre ich mir nicht so sicher.

--- Ende Zitat ---
Eine ähnliche Diskussion hatten wir schon mal zum Thema Erwerbslosenberatung!
Diese Diskussion hatte ein gewaltiges Loch ins Forum gerissen und ich will das jetzt nicht alles wieder durchkauen, aber:
Wir hatten festgestellt, das die Erwerbslosenberatung nicht dazu führte, das Erwerbslose den Vorteil eines gemeinsamen, solidarischen Handelns erkennen und sich Gedanken über mögliche Alternativen zum bestehenden Sytem machen. (Zumindest nicht in einem "linken Sinn". Viele rennen heute bei Pegida und Co. mit!)
Im Gegenteil: Die Elo- Inis (und andere Netzwerke, die sich um die Belange der Erwerbslosen kümmern) wurden im Grunde nur als Dienstleister gesehen. War das eigene Problem gelöst, sah man diese Leute nie wieder!
Die Folge davon war, das die Inis nur noch damit beschäfftigt waren, sozialrechtliche Fragen zu beantworten und Einzelfälle abzuarbeiten. Die eigentliche politische Arbeit trat immer mehr in den Hintergrund oder verschwand ganz!
Die Inis übernahmen die Aufklärungs- und Beratungsarbeit, die eigentlich die JC und Arbeitsargenturen hätten leisten müssen.

Jetzt stelle ich die Frage, warum jemand glaubt, das das bei den Erwerbstätigen anders sein soll?
Da werden sich dann Leute einen Ast freuen, das sie eine kostenlose Alternative zur Gewerkschaft finden (Mitgliedsbeitrag) und die Gruppen dann mit arbeitsrechtlichen Fragen zuschütten.
Diese Gruppen werden sich dann früher oder später nur noch mit arbeitsrechtlichen Fragen auseinandersetzen. Stimmt die Lohnabrechnung, ist das mit dem Zeitkonto so in Ordnung, welcher Tarifvertrag gilt überhaupt für den, usw.
Dann machen die "revolutionären Gruppen" plötzlich klassische Gewerkschaftsarbeit.
Was bringt das?
Warum sind Leute, die den Fehler bei den Elo- Inis erkannt haben, so vehement dafür den gleichen Fehler bei den Erwerbstätigen noch mal zu machen?

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