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Kostenloser Nahverkehr

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Rudolf Rocker:
Wenn solche Vorschläge von der Bundesregierung kommen, regt sich bei mir eine gesunde Skepsis.

Warum?

1. Für ein solches Projekt müsste der Bund zich Milliarden locker machen. Hier lesen wir aber:
--- Zitat ---Scholz will die "schwarze Null" halten
--- Ende Zitat ---
http://www.tagesschau.de/inland/scholz-159.html
Falls er sich mit der schwarzen Null nicht selber gemeint hat, bedeutet das ja, das dafür keine Mittel zur Verfügung stehen!

2. Sollte der Plan sein, das die Kommunen diese Projekte alleine tragen, kann das sowieso nur scheitern. Den meisten Kommunen steht das Wasser bis zum Hals. Die haben nicht mal das Geld um ihre Schulen zu sanieren oder die Feuerwehren auf dem technisch notwendigen Stand zu halten.


Neben einem kostenlosen/ günstigen Nahverkehr ist übrigens auch die Taktung wichtig! Was nützt es, das der Bus umsonst ist, wenn er nur zweimal am Tag fährt?



--- Zitat ---In Tallin (Schweden) können Einwohner auch gratis fahren. Dazu bekommen sie eine RFID-Karte, die sie zur kostenlosen Nutzung berechtigt. Ob Auswärtige dies in Tallin dürfen, glaube ich eher nicht. Warum sonst dieser techniche Aufwand mit den RFID-Karten.

--- Ende Zitat ---
Das erfährt man, wenn man den Artikel liest: Alle die in Tallin Steuern zahlen, dürfen umsonst fahren. Übrigens gehört Tallin schon seid 1710 nicht mehr zu Schweden, sondern zu Estland.
Von RFID- Chip steht in dem Artikel auch nichts, finde ich aber aufgrund der damit verbundenen Überwachungsmöglichkeiten nicht wirklich erstrebenswert.

counselor:
Ich fürchte, dass das Ganze in der Erhebung einer Steuer für den Nahverkehr münden wird. Bezahlt werden müßte ein massiver Ausbau des Nahverkehrs - eventuell die Einführung völlig neuer Verkehrskonzepte.

counselor:

--- Zitat ---Ökonom hat einen Plan : So sollen Autofahrer für die Luftverschmutzung zahlen

Kostenlose Bahntickets? Sind Busse und Bahnen überfüllt, steigen viele Leute auf das Auto um, warnt ein deutscher Fachmann. Statt den Nahverkehr günstiger zu machen, hat er eine andere Idee.
--- Ende Zitat ---

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diesel-affaere/oekonom-axel-ockenfels-haelt-nicht-viel-vom-kostenfreien-nahverkehr-15449244.html


--- Zitat ---ÖPNV: Es geht um die Pendler, stupid!

Über den Nahverkehr zu diskutieren ist richtig. Pendler steigen aber nicht der hohen Fahrpreise wegen ins Auto – sondern weil der ÖPNV oft völlig unzureichend ist.
--- Ende Zitat ---

Quelle: http://www.zeit.de/mobilitaet/2018-02/oepnv-kostenfreier-nahverkehr-debatte-deutschland

counselor:

--- Zitat ---Wir brauchen einen flächendeckenden, kostenlosen Nahverkehr – und zwar sofort!

Die Umweltgewerkschaft unterstützt die Forderung nach kostenlosem Nahverkehr. Die aktuelle Situation der Umwelt drängt auf eine grundlegende Veränderung. Feinstäube und Stickoxide bringen jährlich tausende Menschen um, kilometerlange Staus rauben täglich tausenden Menschen die Nerven und damit die Gesundheit und das Weltklima gerät aus dem Gleichgewicht. Das Verkehrsaufkommen ist längst so groß, dass es nicht mehr zu ertragen ist – weder für die Menschen, noch die Natur. Daher ist es zwingend notwendig, ein neues Verkehrskonzept umzusetzen und die Forderung nach kostenlosem Nahverkehr nicht bloß als Modell, sondern flächendeckend durchzusetzen, will man die Erde vor dem Kollaps retten.

Die Forderung nach kostenlosem Nahverkehr ist richtig – doch wurde sie nicht erst von der Bundesregierung erfunden oder zuerst aufgestellt. Diese Forderung – und auch entsprechende Konzepte zur Umsetzung – besteht seit langem in der Umweltbewegung und dass sie nun wieder in die Öffentlichkeit kommt, ist auch als Erfolg der Umweltbewegung zu werten. Es ist zu bezweifeln, dass die Bundesregierung die Forderung nach kostenlosem Nahverkehr stellt, weil sie auf den Erhalt von Mensch und Natur aus ist. Vielmehr waren sich SPD und CDU/CSU bei dem Gerangel um die Regierungsbildung gerade beim Thema Umwelt schnell einig, den Braunkohletagebau weiter zu betreiben und auch Skandale um die Autokonzerne, wie die Abgasmanipulation und die Abgasversuche mit Affen und Menschen bleiben bisher ohne wirksame Konsequenzen.

Die Forderung nach kostenlosem Nahverkehr ist richtig – nicht jedoch der Plan, dass die Kosten von den Steuerzahlern getragen werden. Es sind die Autokonzerne, die zur Kasse gebeten werden müssen, sind sie es doch, die die Umwelt und die Gesundheit der Menschen mit Füßen treten und aus der Zerstörung von Mensch und Natur ihre Profite schlagen. Statt Milliarden für den Ausbau der Autobahnen auszugeben, wäre es sinnvoller in den weiteren Ausbau des Nahverkehrsnetzes zu investieren. Der Zusammenschluss von Umwelt- und Arbeiterbewegung ist Trumpf der Umweltgewerkschaft. Gerade an dieser Front müssen wir eine überlegene Kraft gegen die Autokartelle bilden, für Arbeitsplätze und Umweltschutz.

Die Forderung nach kostenlosem Nahverkehr ist richtig – doch warum wurden jene Städte ausgewählt und nicht andere? So zum Beispiel in Baden-Württemberg: Warum wird der kostenlose Nahverkehr nicht in Stuttgart eingeführt, wo das Verkehrsaufkommen bereits zum Kollaps führt und die Stickoxid- und Feinstaubwerte am höchsten sind?

Wir dürfen nicht darauf warten, dass die Forderung nach kostenlosem Nahverkehr nun automatisch umgesetzt wird und wir dürfen es nicht hinnehmen, dass dies nur ein Modellversuch sein soll. Es braucht eine überlegene Kraft, die die Erde vor dem Kollaps rettet und die den Hauptverursachern der Umweltkrise aus Konzernzentralen, Banken und Regierungen die Welt aus der Hand nimmt. Das geht nur organisiert: Werde Mitglied in der Umweltgewerkschaft! Lasst uns gemeinsam für einen flächendeckenden und kostenlosen Nahverkehr und organisiert für unsere Zukunft, für eine intakte Umwelt kämpfen!
--- Ende Zitat ---

Quelle: http://www.umweltgewerkschaft.org/de/177-de/themen/transport-verkehr/995-wir-brauchen-einen-flaechendeckenden-kostenlosen-nahverkehr-und-zwar-sofort.html

counselor:
Wir brauchen ein völlig anderes, ökologisches Verkehrssystem.

Ein entgeltfreier Nahverkehr ist nur ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Ein ökologisches Verkehrssystem dagegen ist mehr. Es muss lokal wie global schlicht unnötige Transporte vermeiden, eine intelligente Verbindung verschiedener Verkehrsträger schaffen, eine zwanglose Gesundheitsförderung durch Bewegung als Teil des Systems beinhalten und vom Profitzwang frei sein, um in visionäre Technologien investieren zu können und auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sein.

Weiter muss es sich an einem minimalen Aufwand in der gesamten Energie- und Materialbilanz bemessen und eine Kreislaufwirtschaft anstreben, die sich in allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens und Wirtschaftens fortsetzt. Unvereinbar damit sind ein künstlich generiertes Überangebot an Waren und deren Obsoleszenzen.

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