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Gameentwickler im Streik

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Kuddel:

--- Zitat ---R.U.S.E.
Französisches Entwicklerstudio Eugen Systems ruft Streik aus

    Text: Anne Zarnecke

In einer E-Mail machte sich die Manager-Abteilung des französischen Studios Eugen Systems über die Beschwerden der Mitarbeiter bezüglich fehlender Kompensierungen der Überstunden lustig. Das Studio ist bekannt für militärische Strategiespiele wie R.U.S.E. und das Wargame-Franchise, die Angestellten sprechen von einem massiven Management-Problem. Laut der offiziellen Seite der Union of Video Game Workers beschwerte sich mehr als die Hälfte der Entwickler bereits seit über einem Jahr.

Vor einigen Tagen entschieden sich 21 Angestellte der Pariser Firma zu streiken und verweigern somit die Arbeit. Mit einem Fundraiser sollen die Arbeiter nun unterstützt werden. Nach den Vorfällen bei Eden Games im Jahr 2011 ist dies der erste Streik in der französischen Videospielindustrie seit sieben Jahren.

In einem Statement auf der Website bestreitet die französische Firma jegliche Anschuldigungen. Dabei wird vor allem darauf eingegangen dass in dem Studio keine ''Crunch-Kultur'' vorherrschen soll. Bei dem so genannten Crunch handelt es sich um einen Zeitraum bei dem Angestellte bis zu 70 Stunden die Woche arbeiten müssen.
--- Ende Zitat ---
https://www.gamereactor.de/News/480253/Franzosisches+Entwicklerstudio+Eugen+Systems+ruft+Streik+aus/

Fritz Linow:
Bei Rockstar Games gab es für das Spiel Red Dead Redemption 2 100-Stunden-Wochen mit allen Konsequenzen:
https://www.gamesindustry.biz/articles/2018-10-15-developers-drag-rockstar-over-100-hour-work-weeks

Fritz Linow:

--- Zitat ---18.10.18
Immer mehr Ex-Mitarbeiter klagen über horrende Arbeitsbedingungen bei Rockstar Games

„Es war, als würde ich mit einer Pistole am Kopf arbeiten“ – Ex-Mitarbeiter von Rockstar Games öffnen sich auf Twitter über jene horrenden Arbeitsbedigungen, die der Spielekonzern erst kürzlich als „freiwillig“ deklariert hat.(...)
Schließlich muss natürlich bedacht werden, dass Ex-Mitarbeiter auch aus diversen anderen Gründen schlecht über ihren ehemaligen Arbeitgeber sprechen können. Fakt ist aber, dass Crunch-Time keine Neuheit in der Gaming-Industrie ist, und bei der Anzahl an Anschuldigung bleibt die Frage, wie viel davon nicht doch stimmt.
--- Ende Zitat ---
https://www.giga.de/unternehmen/rockstar-games/news/immer-mehr-ex-mitarbeiter-klagen-ueber-horrende-arbeitsbedingungen-bei-rockstar-games/

Kuddel:
Hackathons, wo Teams junger, technikbegeisterter Menschen innerhalb kürzester Zeit Projekte vollenden sollen, gelten als fröhliche Festivals idealistischer Geeks. Die New Yorker Soziologin Sharon Zukin hat sich die Hacking-Marathons genauer angeschaut und kam zu einem ernüchternden Ergebnis.

"Hackathons sind Selbstausbeutung"

https://www.heise.de/tr/artikel/Hackathons-sind-Selbstausbeutung-4232276.html

Kuddel:
Auschnitte aus einem ausführlichen Artikel:


--- Zitat ---"Sei doch froh, dass du dein Hobby zum Beruf machen kannst." Diesen Spruch kennen wohl die meisten Menschen, die in der Videospielbranche arbeiten. Das Wichtigste, so heißt es weiter, sei schließlich die Leidenschaft. Und weil Leidenschaft weder Geld noch Überstunden kennt, nehmen die Beschäftigten niedrige Löhne und lange Arbeitszeiten in Kauf.
...
Im November folgt die Bekanntgabe, dass Games vom Bund im Jahr 2019 mit 50 Millionen Euro gefördert werden sollen. Unter Beschäftigten in der Games-Branche gibt es Pläne, eine Gewerkschaft zu gründen.
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Der Vergleich mit den anderen Industrien ist insofern interessant, weil die Games-Branche in Deutschland mit inzwischen 3,3 Milliarden Euro Umsatz dem Kino und der Musik schon den Rang abgelaufen hat. 2017 wurde allein mit Spielsoftware in Deutschland 2,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht – deutsche Produktionen machten davon aber nur 5,4 Prozent aus.

Linda Breitlauch sieht die Arbeitsbedingungen in Deutschland jedoch besser als etwa in den USA – allein wegen der größeren sozialen Absicherung und dem strengeren Arbeitsschutzgesetz. Und sie sieht einen Trend: "Wo Praktika früher nicht bezahlt wurden, traut sich heute kaum noch jemand, das zu machen." Eben auch wegen der zunehmenden gesellschaftlichen Relevanz und größeren Öffentlichkeit der Spielebranche.
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"Leistungsdruck und die Romantisierung von Fremd- und Selbstausbeutung begleiten viele von uns über den gesamten Verlauf unserer Karriere hinweg"
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"Wer mit geringen Fördermitteln oder ganz ohne auskommen muss, hat potenziell gar keine andere Wahl, als Nacht- und Wochenendschichten einzulegen"
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"Egal wie sehr man Games und Spieleentwicklung auch liebt, man sollte nicht seine Gesundheit und Beziehungen aufs Spiel setzen – und erst recht nicht die der Mitarbeiter."
--- Ende Zitat ---
https://www.zeit.de/digital/games/2019-01/games-branche-arbeitsbedingungen-computerspiele-ausbeutung/komplettansicht

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