Autor Thema: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)  (Gelesen 13178 mal)

BGS

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #75 am: 06:26:50 Do. 07.Februar 2019 »
Aus dem Artikel:
Zitat
... „Niemand soll seine vier Wände verlassen müssen.“
Was ist mit den bereits durch H IV obdachlos gemachten Menschen?

Zitat
... .
„Wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Menschen, die für wenig Geld jeden Tag zur Arbeit gehen.
Zitat

Ihr seid eurer selbsterdachten, anmassenden "Verantwortung" durch den Wählerwillen schon lange entbunden, ueberfluessig. Und wollt es nicht merken. Die Ausgebeuteten sind durchaus in der Lage, fuer sich selbst zu sprechen!

MfG

BGS
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counselor

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #76 am: 07:01:06 Do. 07.Februar 2019 »
Stimmt! Die SPD liegt in BY aktuell bei 6 Prozent. Tendenz fallend ...
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Kuddel

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #77 am: 10:14:06 Do. 07.Februar 2019 »
Bye bye!

dagobert

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #78 am: 22:08:30 Do. 07.Februar 2019 »
Zitat
SPD will ALG II abschaffen: „Wir werden Hartz IV hinter uns lassen“

Nach knapp 14 Jahren steht das Arbeitslosengeld II, welches noch unter Altbundeskanzler Schröder eingeführt wurde, kurz vor dem Aus. Die SPD-Chefin Andrea Nahles erklärt nun in einem Interview gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), welche Themen das SPD Konzept „Sozialstaatsreform 2025“ umfasst und wie das „Bürgergeld“ Hartz IV ersetzen soll.
Nach italienischem Vorbild?
Was Besseres kann man bei Nahles doch nicht erwarten.

counselor

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #79 am: 20:50:59 Fr. 08.Februar 2019 »
Zitat
Bürgergeld - SPD will Hartz IV „aufhübschen“!

Minimale Verbesserungen

Und das soll sich auch mit dieser „Grundsanierung“ in Form des Bürgergelds nicht ändern. In einem Spiegel-Interview wird es von Frau Nahles mit vielen leeren Floskeln ausgeschmückt. Da ist von der "Umkehr des Menschenbildes" in Bezug auf Hartz IV die Rede, von einem "zugewandten" Weg, den das Bürgergeld geht, von "Perspektivenwechsel" und Ähnlichem. Doch dahinter verbergen sich nur minimale Verbesserungen, während das Grundsystem von Hartz IV verfestigt wird.

Nahles reduziert den „Urfehler von Hartz IV“ auf die unterschiedslose Behandlung von langjährig und kurzzeitig Beschäftigten. Jetzt sollen Ältere nicht mehr so schnell auf das Hartz-IV-Niveau fallen. Ab 58 Jahren soll dies statt nach 24 erst nach 33 Monaten der Fall sein. In Einzelfällen könne die Bezugsdauer sogar auf drei Jahre steigen.

Die höheren Ausgaben dafür sollen aus der Arbeitslosenversicherung gedeckt – also zur Hälfte von der Masse der Arbeitenden getragen werden. An die Adresse der ebenfalls in die Versicherung einzahlenden Unternehmer gerichtet, sagt Nahles im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland schon mal zu: "Der Umbau des Hartz-IV-Systems in ein Bürgergeld kostet nicht viel." So sollen etwa die Regelsätze von Hartz IV - gegenwärtig 424 Euro im Monat für Alleinstehende - auf heutigem Niveau bleiben.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw06/spd-will-hartz-iv-aufhuebschen

Bürgergeld = Hartz V
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Sybilla

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #80 am: 00:02:11 Mi. 03.April 2019 »
Die Idee

Das BGE ist zukünftig alternativlos notwendig.

Die Angst vor Neuem und vor Veränderung ist im Menschen tief verwurzelt. Meistens manifestiert sich das in drei Argumenten „Das haben wir schon immer so gemacht!“, „Das haben wir noch nie gemacht!“, „Da könnte ja jeder kommen!“ Ich möchte an ein Beispiel erinnern, das ebenfalls als utopisch zu teuer und nicht realisierbar kritisiert wurde, Die Eisenbahn

Die Karren mit Waren wurden von Pferden gezogen, diese Karren konnten jeden noch so abgelegenen Bauernhof erreichen und seine Waren zum Konsumenten karren. Nun hatten einige die Idee der Eisenbahn. Diese wurde von vielen als völlig utopisch belächelt als Idee von Phantasten nicht ernst genommen. Das Schienennetz für einen Eisenbahn sei unbezahlbar, man könne doch nicht an jeden noch so abgelegenen Bauernhof, einen Gleisanschluss verlegen. Zudem sei die Eisenbahn viel zu gefährlich und zu laut, eine Dampflok könne leicht explodieren. Die Wirtschaftsflächen und Dörfer würden durch Schienen zerschnitten. Der Schmutz und der Gestank der Züge sei unerträglich und wie sich diese „hohen“ Geschwindigkeiten auf den Menschen auswirken sei auch noch nicht geklärt......

Na ja, die Eisenbahn kam trotz allen Unkenrufen, das Schienennetz wurde großflächig bis in kleinste Orte ausgebaut und konnte finanziert werden. Manche Dampflok explodierte die meisten nicht heute gibt es leise Elektro- und Dieselloks. Die Eisenbahn entwickelte sich zum Wirtschaftsfaktor und Transportmittel der Verkehrsinfrastruktur. Ja die Karren die von Pferden gezogen wurden sind verschwunden. Aber jeder noch so abgelegenen Bauernhof ist an die Verkehrsinfrastruktur angebunden. Was sich die Menschen Mitte des 19 Jahrhunderts nicht vorstellen konnten und als Phantasie belächelten, ist schon lange „normale“ Realität geworden.

Zurück zum BGE, die Finanzierbarkeit steht mittlerweile außer Frage, nicht nur der Ökonom Thomas Straubhaar sondern viele andere haben das in verschiedenen Modellen durchgerechnet.

An eine Demotivierung der arbeitenden Menschen glaube ich nicht, weil jeder der arbeitet mehr hat als, wenn er nicht arbeitet. Arbeit ist sozialer Anknüpfungspunkt und Identifikationspunkt für viele und in vielen Tätigkeiten ist Arbeit sinnstiftend.

Ja es gibt auch bei Einführung eines (BGE) eine gesellschaftliche Gruppe die Umdenken muss, die Arbeitgeber, die Bewerberauswahl durch den Arbeitgeber kehrt sich um zur Arbeitgeberauswahl durch die Arbeitnehmer. Und darin liegt die Angst vieler vor allem bei Arbeitgeber von Kleinbetrieben und Kleinstbetrieben, sie fürchten das sie mit BGE keine (billigen) Mitarbeiter für ihr Unternehmen gewinnen können. Die Zeit der kostenlosen Praktika und Lohnsubventionen (Teilzeitbeschäftigte Hartz IV Aufstocker) durch den Steuerzahler ist dann vorbei.

PRO

- Aufgrund der Industrie 4.0 und der Fortentwicklung der Robotik ist ein BGE zukünftig alternativlos.
- Ein BGE ist finanzierbar (Modellrechnung verlinkt) ein Absinken der Löhne ist nicht zu erwarten. Ebenfalls werden weiterhin viele Menschen für sinnstiftender Arbeit verfügbar sein.
- Durch den Wegfall der Lohnnebenkosten wir der BGE-Standort zum Magnet für die Ansiedlung von Wirtschaftsunternehmen
- Die Personen-Freizügigkeit innerhalb des EU Binnenmarkt bleibt in den vorhandenen Regelungen bestehen.
- Die Freizügigkeit innerhalb der EU bleibt unangetastet unter Beachtung der bereits gültigen Regeln erhalten,
- Ein kompletter Umbau des Steuersystems in DEU ist nicht erforderlich, eine zielgerichtete Justierung des Steuersystems in DEU im Bezug auf das BGE ist innerhalb der EU-Verträge möglich.
- zusätzliche Zollschranken sind für ein BGE nicht erforderlich
- Durch den Standortvorteil der wegfallenden Lohnnebenkosten in DEU ist eine Ausweitung des BGE Modells auf den Euroraum zu erwarten.

Contra

- Wir wollen kein BGE weil wir Nachteile für uns befürchten.
- Wenn jeder an sich selbst denkt ist auch an alle gedacht.

Natürlich werden vor allem zu Beginn eines BGE Modell - Probleme entstehen die nicht vorhersehbar sind. Allerdings wurde auch das SGB II/Hartz IV in 15 Jahren fortlaufend verändert und fortentwickelt. Auch ein BGE Modell unterliegt der fortlaufenden Kontrolle und Beobachtung dieses durch Anpassung und Justierung anzupassen ist.

1000 Euro im Monat für jeden - Wer bezahlt das Grundeinkommen? Ökonom Thomas Straubhaar rechnet es vor ... Straubhaar rechnet auch vor, wie sich das  Grundeinkommen auf das heutige Gehalt auswirken würde.

Das Grundeinkommen ist nichts anderes als eine Steuerreform
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counselor

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #81 am: 05:30:13 Mi. 03.April 2019 »
 Grundeinkommen (bedingungsloses)

Das bedingungslose Grundeinkommen für alle sei die moderne Antwort auf die Tatsache, dass die Massenarbeitslosigkeit nicht mehr zu beseitigen sei. So begründen es jedenfalls seine Wortführer. Schauen wir uns die Vorschläge genauer an:

1. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Mogelpackung. Die Gallionsfigur seiner Verfechter, der Besitzer von über 1.700 dm-Drogeriegeschäften und Milliardär Götz Werner, vertritt, man solle erst einmal mit 800 Euro bedingungslos anfangen. Mancher ALG-II-Bezieher rechnet nach und glaubt, mit 800 Euro minus etwa 400 Euro Warmmiete = 400 Euro zumindest  besser da zu stehen als mit seinem heutigen Regelsatz von 347 Euro. Er irrt. Denn Götz Werner will das bedingungslose Grundeinkommen über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf rund 50 Prozent finanzieren, bei gleichzeitiger Abschaffung aller anderen Steuern, sprich vor allem der Unternehmersteuern. Die „gewonnenen“ 400 Euro wären also nur noch 280 Euro wert – noch weniger als der heutige Hartz-IV-Armutssatz!

2. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre ein gefundenes Fressen vor allem für Unternehmer. Götz Werner, einer der 500 reichsten Deutschen, fordert, dass die Löhne um die jeweilige Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens gekürzt werden.  Insofern ist das bedingungslose Grundeinkommen nichts anderes als eine Form des Kombilohns. Damit entspricht es voll der Forderung der Unternehmer nach einer allgemeinen Absenkung der Löhne. Sozusagen Hartz IV mit Turbolader!

3. Alles soll bleiben, wie es ist. Götz Werner erläutert den entscheidenden Vorteil des bedingungslosen Grundeinkommens für das Monopolkapital: „Aber der soziale Crash, auf den wir unweigerlich zusteuern, würde nicht stattfinden …Vergleichen Sie das mal mit dem Aufstand in der Pariser Banlieue letztes Jahr! Wenn wir uns nicht schleunigst ändern, dann sieht es bei uns bald genauso aus.“1) Um „französische Zustände“ zu verhindern, um dem zuvorzukommen, dass die Kämpfe der Arbeiter und der Volksbewegungen sich radikalisieren und in eine revolutionäre Richtung gehen, sollen die Leute an die kapitalistischen Verhältnisse gebunden werden. Das ist nichts weiter als eine Variante des Reformismus, wie sie seit Bestehen des Kapitalismus immer wieder zu dessen Rettung aufgeboten werden.

4. Bedingungsloses Grundeinkommen contra Arbeitszeitverkürzung. Verschiedene  Wortführer des bedingungslosen Grundeinkommens pflegen die Forderungen und den Kampf der Arbeiter- und der Erwerbslosenbewegung gegen die Massenarbeitslosigkeit als überholt hinzustellen. Das richtet sich vor allem gegen die Forderung nach Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern durch eine Durchsetzung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

Das Bedürfnis, zu arbeiten, setzen andere Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens gleich mit dem Bedürfnis, ausgebeutet zu werden. So spöttelt der wissenschaftliche Assistent an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaft der Universität Dortmund, Sascha Liebermann, über Arbeitsuchende: Das Streben, „in den Arbeitsmarkt zurückzukehren“, könne „nur derjenige für notwendig halten, der der Auffassung ist, es könne kein erfülltes Leben ohne Erwerbsarbeit geben.“ 2)

Was solche „Kenner der Arbeitswelt“ hartnäckig ignorieren: Unter der Bedingung des Kapitalismus wären es gerade die angeblich so  einfallslosen, angepassten Arbeiter, die das bedingungslose Grundeinkommen auf der Basis der Ausbeutung erwirtschaften müssten.

Die Massenarbeitslosigkeit ist Ergebnis des Gesetzes der Profitmaximierung im Kapitalismus - und kann auch nur auf Kosten der Profite bekämpft werden. Wer dagegen grundlegend antreten will, muss die Ursachen ins Visier nehmen und gegen den Kapitalismus kämpfen. Denn dieses Gesetz wird erst fallen, wenn in einer sozialistischen Gesellschaft die Produktion nach dem Willen und den Bedürfnissen der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten organisiert und so das Problem der Arbeitslosigkeit aus der Welt geschafft wird. Eine solche Lösung liegt nicht in der Absicht der Wortführer des bedingungslosen Grundeinkommens. Sie beschränken sich auf Vorschläge, wie ihrer Meinung nach die Massenarbeitslosigkeit „zeitgemäß“ zu verwalten wäre.

Hier wird Spaltung zwischen Arbeitende und Erwerbslose gesät! Davon profitiert nur einer: das Monopolkapital. Der enge Schulterschluss zwischen Arbeitenden und Erwerbslosen muss diese Rechnung durchkreuzen. Ihre Einheit wird gerade durch die Montagsdemonstrationen in hervorragender Weise verkörpert. Hier ist tatsächlich etwas „Neues“, etwas „Zeitgemäßes“ im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit entstanden!
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BGS

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #82 am: 06:36:20 Mi. 03.April 2019 »
Grundeinkommen (bedingungsloses)

Das bedingungslose Grundeinkommen für alle sei die moderne Antwort auf die Tatsache, dass die Massenarbeitslosigkeit nicht mehr zu beseitigen sei. So begründen es jedenfalls seine Wortführer. Schauen wir uns die Vorschläge genauer an:

1. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Mogelpackung. Die Gallionsfigur seiner Verfechter, der Besitzer von über 1.700 dm-Drogeriegeschäften und Milliardär Götz Werner, vertritt, man solle erst einmal mit 800 Euro bedingungslos anfangen. Mancher ALG-II-Bezieher rechnet nach und glaubt, mit 800 Euro minus etwa 400 Euro Warmmiete = 400 Euro zumindest  besser da zu stehen als mit seinem heutigen Regelsatz von 347 Euro. Er irrt. Denn Götz Werner will das bedingungslose Grundeinkommen über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf rund 50 Prozent finanzieren, bei gleichzeitiger Abschaffung aller anderen Steuern, sprich vor allem der Unternehmersteuern. Die „gewonnenen“ 400 Euro wären also nur noch 280 Euro wert – noch weniger als der heutige Hartz-IV-Armutssatz!

2. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre ein gefundenes Fressen vor allem für Unternehmer. Götz Werner, einer der 500 reichsten Deutschen, fordert, dass die Löhne um die jeweilige Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens gekürzt werden.  Insofern ist das bedingungslose Grundeinkommen nichts anderes als eine Form des Kombilohns. Damit entspricht es voll der Forderung der Unternehmer nach einer allgemeinen Absenkung der Löhne. Sozusagen Hartz IV mit Turbolader!

3. Alles soll bleiben, wie es ist. Götz Werner erläutert den entscheidenden Vorteil des bedingungslosen Grundeinkommens für das Monopolkapital: „Aber der soziale Crash, auf den wir unweigerlich zusteuern, würde nicht stattfinden …Vergleichen Sie das mal mit dem Aufstand in der Pariser Banlieue letztes Jahr! Wenn wir uns nicht schleunigst ändern, dann sieht es bei uns bald genauso aus.“1) Um „französische Zustände“ zu verhindern, um dem zuvorzukommen, dass die Kämpfe der Arbeiter und der Volksbewegungen sich radikalisieren und in eine revolutionäre Richtung gehen, sollen die Leute an die kapitalistischen Verhältnisse gebunden werden. Das ist nichts weiter als eine Variante des Reformismus, wie sie seit Bestehen des Kapitalismus immer wieder zu dessen Rettung aufgeboten werden.

4. Bedingungsloses Grundeinkommen contra Arbeitszeitverkürzung. Verschiedene  Wortführer des bedingungslosen Grundeinkommens pflegen die Forderungen und den Kampf der Arbeiter- und der Erwerbslosenbewegung gegen die Massenarbeitslosigkeit als überholt hinzustellen. Das richtet sich vor allem gegen die Forderung nach Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern durch eine Durchsetzung der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich.

Das Bedürfnis, zu arbeiten, setzen andere Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens gleich mit dem Bedürfnis, ausgebeutet zu werden. So spöttelt der wissenschaftliche Assistent an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaft der Universität Dortmund, Sascha Liebermann, über Arbeitsuchende: Das Streben, „in den Arbeitsmarkt zurückzukehren“, könne „nur derjenige für notwendig halten, der der Auffassung ist, es könne kein erfülltes Leben ohne Erwerbsarbeit geben.“ 2)

Was solche „Kenner der Arbeitswelt“ hartnäckig ignorieren: Unter der Bedingung des Kapitalismus wären es gerade die angeblich so  einfallslosen, angepassten Arbeiter, die das bedingungslose Grundeinkommen auf der Basis der Ausbeutung erwirtschaften müssten.

Die Massenarbeitslosigkeit ist Ergebnis des Gesetzes der Profitmaximierung im Kapitalismus - und kann auch nur auf Kosten der Profite bekämpft werden. Wer dagegen grundlegend antreten will, muss die Ursachen ins Visier nehmen und gegen den Kapitalismus kämpfen. Denn dieses Gesetz wird erst fallen, wenn in einer sozialistischen Gesellschaft die Produktion nach dem Willen und den Bedürfnissen der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten organisiert und so das Problem der Arbeitslosigkeit aus der Welt geschafft wird. Eine solche Lösung liegt nicht in der Absicht der Wortführer des bedingungslosen Grundeinkommens. Sie beschränken sich auf Vorschläge, wie ihrer Meinung nach die Massenarbeitslosigkeit „zeitgemäß“ zu verwalten wäre.

Hier wird Spaltung zwischen Arbeitende und Erwerbslose gesät! Davon profitiert nur einer: das Monopolkapital. Der enge Schulterschluss zwischen Arbeitenden und Erwerbslosen muss diese Rechnung durchkreuzen. Ihre Einheit wird gerade durch die Montagsdemonstrationen in hervorragender Weise verkörpert. Hier ist tatsächlich etwas „Neues“, etwas „Zeitgemäßes“ im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit entstanden!

Gut ausgedrückt. Durch die sog. "Massenarbeitslosigkeit" können wir gemeinsam unsere Kräfte bündeln und wirkliche Fortschritte für alle Menschen erreichen. Wir haben nur ein Leben und einen Planeten.

Klar können wir Ausgebeuteten ein erfülltes Leben ohne Erwerbsarbeit und Drangsalierung gebrauchen.   

Muss zur Schicht.

MfG

BGS
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #83 am: 15:45:54 Mi. 03.April 2019 »
Grundeinkommen (bedingungsloses)

...

1. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Mogelpackung. Die Gallionsfigur seiner Verfechter, der Besitzer von über 1.700 dm-Drogeriegeschäften und Milliardär Götz Werner, vertritt, man solle erst einmal mit 800 Euro bedingungslos anfangen. Mancher ALG-II-Bezieher rechnet nach und glaubt, mit 800 Euro minus etwa 400 Euro Warmmiete = 400 Euro zumindest  besser da zu stehen als mit seinem heutigen Regelsatz von 347 Euro. Er irrt. Denn Götz Werner will das bedingungslose Grundeinkommen über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf rund 50 Prozent finanzieren.....

Entschuldigung ich spreche von dem BGR das von Ökonom Thomas Straubhaar berechnet wurde.... 2015 habe der Sozialetat bei 888 Milliarden Euro gelegen. Davon könne man ein monatliches Grundeinkommen von 1000 Euro finanzieren. Also nix MwSt. Erhöhung und mindestens 1000 € BGE auf der Grundlage von  einen BIP von 2,580 Mrd. € in 2018 ist das BIP  auf 3,388 Mrd. €  gestiegen. Der ALG II Grundregelsatz beträgt 2019 immerhin 424 €. Du solltest Deinen Textbaustein aktualisieren.

Am besten beginne ich damit warum ich ein BGE für alternativlos erachte, ich habe eine vom Humanismus geprägte kostenfreie Schulbildung erhalten. Auch ein Teil eines Schüler- BGE. Aufgrund dessen setze ich mich gegen jede Art von Armut ein. Armut kann aus der Natur des Sachverhalts entstehen oder sie wird durch die Forderung eines staatlichen Eingriffs oder Abbau von Sozialsystemen von wenigen (sehr wenigen) gefördert. Wie auch immer Armut entstanden ist, bin ich der Meinung, das wir im 21. Jahrhundert die Armut endlich überwinden sollten. Ein BGE ist das beste staatliches Instrument, das Armut zumindest im Wirtschaftsraum in dem ein BGE aufgrund der hohen Wertschöpfung möglich ist, für "immer und ewig" verschwinden lässt. Eine Erhöhung der Staatsquote findet - bitte hier nachlesen - aufgrund des BGE nicht statt. Allerdings droht eine Erhöhung der Staatsquote aufgrund der "Bankenkrise" und der damit verbundenen Geldschöpfung - Anleiheaufkäufen der EZB sowie aufgrund der Altlasten der Bad Banks..... Aber das ist ja eine andere Baustelle und kann hier im BGE Strang nicht vertieft berücksichtigt oder erklärt werden.

Das BGE ist eine runde Sache und die richtige Antwort auf die fortschreitende Robotik und die Industrie 4.0 mit G5 Standard sowie dem Ende des Verbrennungsmotor und der E-Mobilität....

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #84 am: 16:20:04 Mi. 03.April 2019 »
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #85 am: 19:51:29 Mi. 03.April 2019 »
Danke, aber nein danke!
https://lobbypedia.de/wiki/Thomas_Straubhaar

Und wenn Thomas Straubhaar morgen früh sagte die Sonne geht auf es wir ein sonniger Tag.
Sagst Du dann auch Danke, aber nein danke!
Also ich sage zu einer guten Idee, immer danke, egal wer sie in die Diskussion wirft.
Und das BGE im Sinne von Thomas Straubhaar, sehe ich als gute Idee, also Danke, nicht mehr und nicht weniger.
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BGS

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #86 am: 20:07:05 Mi. 03.April 2019 »
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #87 am: 20:11:13 Mi. 03.April 2019 »
(...) ich habe eine vom Humanismus geprägte kostenfreie Schulbildung erhalten. (...)
Da kann man mal seh'n. Nicht mehr und nicht weniger.

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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #88 am: 20:41:55 Mi. 03.April 2019 »
Danke, aber nein danke!
https://lobbypedia.de/wiki/Thomas_Straubhaar

Und wenn Thomas Straubhaar morgen früh sagte die Sonne geht auf es wir ein sonniger Tag.
Sagst Du dann auch Danke, aber nein danke!
Also ich sage zu einer guten Idee, immer danke, egal wer sie in die Diskussion wirft.
Und das BGE im Sinne von Thomas Straubhaar, sehe ich als gute Idee, also Danke, nicht mehr und nicht weniger.

Aus dem Stern-Artikel:
Zitat
Würde man die Sozialleistungen durch ein Grundeinkommen ersetzen, würde der Staat nicht schlechter gestellt - nur würden dann die Ausgaben gleichermaßen von Kapital und Arbeit getragen werden. 2015 habe der Sozialetat bei 888 Milliarden Euro gelegen. Davon könne man ein monatliches Grundeinkommen von 1000 Euro finanzieren.

Super Idee, ich kenne einen Pflegefall -> Erwerbsminderungsrente -> Grundsicherung -> ambulante Pflege, der Soialstaat bezahlt > 6000 Euro/Monat.
Zugegeben, ein extremer Fall, dennoch, was passiert mit so jemanden wenn Sozialleistungen ersetzt werden? Der Staat würde nicht schlechter gestellt aber solche Fälle sicher.
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)
« Antwort #89 am: 21:23:20 Mi. 03.April 2019 »
Super Idee, ich kenne einen Pflegefall -> Erwerbsminderungsrente -> Grundsicherung -> ambulante Pflege, der Soialstaat bezahlt > 6000 Euro/Monat.
Zugegeben, ein extremer Fall, dennoch, was passiert mit so jemanden wenn Sozialleistungen ersetzt werden? Der Staat würde nicht schlechter gestellt aber solche Fälle sicher.

Bitte die Leistungen nicht durcheinander werfen. Erwerbsminderungsrente -> Grundsicherung sind mit Sicherheit weniger als das zukünftige BGE + Erwerbsminderungsrente (Vertrauensschutz) und ambulante Pflege bliebt eine Leistung der Gesetzlichen Pflegeversicherung und Leistungen für Gesundheit/Krankheit bleiben Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung, diese finanzieren sich durch die Wertschöpfungsabgabe,
einem Umbau der der EK-Steuer und Unternehmenssteuern (In Unternehmen fallen ja die Lohnnebenkosten für die Beschäftigten weg)  Die Wertschöpfungsabgabe ist bei einen BIP von 2,580 Mrd. € auf ca 45 % berechnet darunter rund 16 % also rund 1/6 der Wertschöpfungsabgabe ist für die GKV die PKV und die auslaufende GRV reserviert.

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